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Thema: Neue Auktionsfirma: Classicphil Auktion Wien
Das Thema hat 59 Beiträge:
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marc123 Am: 31.03.2019 11:35:42 Gelesen: 3753# 35 @  
@ umdhlebe [#34]

mit Startpreisen beginne, die nur bei 10 bis 20 Prozent der üblichen Marktpreise lägen

Hallo umdhlebe,

im Vorwort des Katalogs steht "10-20 % of the maximum market price" Was ist mit maximum market Price gemeint? Ich denke das ist der Katalogwert. Für Luxemburg entspricht es in etwa diesem. Bei losen Marken durchschnittlicher Qualität sind hier mittlerweile 10-20% bei Auktionen in der Regel üblich, bei eBay werden sie oft wesentlich günstiger gehandelt. Aber wie gesagt, ich spreche hier nur von einem Sammelgebiet. Vielleicht sieht das ja bei einem anderen Sammelgebiet anders aus?

Liebe Grüße
Marc
 
classicphil Am: 31.03.2019 18:24:04 Gelesen: 3632# 36 @  
So, die hier angeführten Lose sind in meinem System als zurückgezogen markiert und können nicht mehr beboten werden. Es wird ein paar Tage dauern bis das auch Philasearch übernimmt.

Danke für Eure Unterstützung.
 
Gauss Am: 31.03.2019 20:12:45 Gelesen: 3582# 37 @  
Los 20911 ist rechts nachgezähnt.
 
olli0816 Am: 01.04.2019 09:25:50 Gelesen: 3454# 38 @  
Die Griechen sind noch drinnen.
 
classicphil Am: 01.04.2019 15:00:20 Gelesen: 3364# 39 @  
@ olli0816 [#38]

Es ist alles noch nicht online zu sehen, solange philasearch die Änderungen nicht durchführt. Das betrifft classicphil und philasearch. Systemintern kann ich aber keine Gebote zu den Artikel annehmen und sie sind schon für die Auktion gesperrt.

Liebe Grüsse
 
Heinz 7 Am: 02.04.2019 01:03:53 Gelesen: 3243# 40 @  
@ 10Parale [#9]

Du hast mich um meine Meinung gebeten und also füge ich diese hier an.

10 Aussagen:

1) Ich finde es super, dass ein solches Thema innert kürzester Zeit viele höchst lesenswerte Beiträge erhält. In 50 Stunden gab es 35 Beiträge von 15 verschiedenen Autoren. Sehr gut!

2) Wer den Katalog in Händen hält, der sieht: der Katalog ist gut gemacht. Viele Fotos erschliessen die Lose gut und lassen es oftmals zu, dass man sich ein ausreichendes Bild machen kann, um ein Gebot abgeben zu können

3) Das Konzept, NUR Briefmarken anzubieten (und keine Belege), ist interessant und keineswegs zum Scheitern verurteilt. Grundsätzlich ist es EINFACHER, nur Briefmarken anzubieten, denn bei Belegen ist die Beschreibung der Stücke oft schwierig und verlangt grosse Sachkompetenz, die nur wenige Anbieter haben

4) Es ist erfreulich, dass auf - offenbar berechtigte - Kritik der Auktionator reagiert und die Leser/Schreiber ernst nimmt (siehe obige Stellungnahmen)

5) Nicht allzu ernst nehmen sollte man meines Erachtens gewisse Schätzpreise. Bei einigen Beispielen scheinen mir die "Estimate"-Preise absurd hoch zu sein. Die Äusserungen des Auktionators in der Einleitung verlieren so viel an Glaubwürdigkeit. (Sorry).

6) auch sehr hoch ist die "buyers premium", das Aufgeld, mit 25 %. Das ist stolz, sehr stolz. Da erwartet der Kunde dann auch überdurchschnittliche Leistung. Vielleicht ist auch DARUM die Reaktion des einen oder anderen Lesers so direkt

7) die Feststellungen einiger Leser sind alarmierend und ernst zu nehmen. (Zum Glück reagiert der Auktionator gut; siehe Punkt 4)

8) Zu einzelnen kritischen Stücken erwartet der mögliche Käufer ein gültiges Attest eines anerkannten Prüfers

9) Schade ist, dass - wenn ein Attest vorhanden ist - dieses auch im Internet (online-Katalog) nicht einsehbar ist. Warum?

10) Wenn es zu einer Briefmarke bereits ein älteres Attest gibt, das einen Fehler beschreibt, und die Marke erscheint nun OHNE dieses "schlechte" Attest, dann ist das ein nachdenklich stimmendes Warnzeichen.

Es geht mir nicht darum, dem Auktionator zu schaden, aber wenn er sich selber schadet, dann ist er vielleicht dankbar, wenn man ihn darauf hinweist? Immerhin gilt: "You never get a second chance to make a first impression". Denn schliesslich ist es seine erste Auktion.

Ich masse mir noch kein endgültiges Urteil an, aber mir gefallen ein paar Dinge ehrlich gesagt nicht. Ich habe mir erlaubt, dies hier anzumerken. Ich würde mich freuen, wenn es sich herausstellt, dass der Auktionator die Zweifel zerstreuen kann bzw. wenn allfällige Fehler korrigiert werden oder zumindest nicht wiederholt werden.

Ich wünsche dem Neustarter grundsätzlich gutes Gelingen bei seinem Start, solange seine Absichten ehrlich und gut sind. Davon will ich bis auf Weiteres gerne ausgehen.

Einzelnen Kritikern sei aber auch gesagt: Aller Anfang ist schwer!

Freundliche Grüsse
Heinz7
 
ligneN Am: 02.04.2019 13:52:48 Gelesen: 3088# 41 @  
Beim Altjapanangebot dieser Auktion sehe ich zwei Dinge:

1. eine ganze Reihe einfachster Fälschungen

2. bei den Muster-Aufdrucken oder Kennzeichnungen (mihon-Aufdruck oder sumiten-Tuschefleck) werden Phantasiekatalogwerte wie z. B. "8000.- Euro" behauptet, auf welcher Kataloggrundlage?

Die Bewertungssituation ist auch in Japan so, wie es der aktuelle Michelkatalog S. 198 angibt:

"MiNr. 9-52 und 55-56 mit Tuschefleck werden ca. 30-50% der Preise für ungebraucht" (sollte man m. E. zu 15-50% berichtigen)

"MiNr. 1-68 mit Aufdruck mihon u.ä. werten ca. 60-80% der Preise für ungebraucht".
 
ligneN Am: 02.04.2019 19:37:47 Gelesen: 2966# 42 @  
@ classicphil [#24]

Der maßgebliche Prüfer für Frankreich und Kolonien ist Pascal Scheller/Paris. Wie man so hört, kann er auch "Aufdrucke weltweit".

Scheller prüft aber nur ihm vorliegende Originale, keine Scans oder Internet-Bilder. Das aber zeitnah, nicht 4 Monate+ wie BPA.

Apropos Prüfdauer bei BPA, 1 Jahr ist die Ausnahme und betrifft vor allem sehr ausgefallene Gebiete.

Nachdem es mit dem Komitee der RPS seit einigen Jahren für viele Gebiete ziemliche Probleme gibt, wird BPA natürlich mit Prüfaufträgen der Auktionsprofis eingedeckt. Gerade für British Commonwealth, das früher solide von RPS abgedeckt wurde.
 
umdhlebe Am: 14.04.2019 09:30:01 Gelesen: 2679# 43 @  
Nun geht Classicphil morgen in seine erste Auktion, und all jenen, die dafür plädiert haben, man möge falsche Lose doch bitte nicht öffentlich diskutieren, sei gesagt:

Am 3. April habe ich detailliert und "diskret" an den Auktionator den Hinweis auf zwei weitere problematische Lose gesendet. Darauf bekam ich am 4. April die Rückmeldung, man habe derzeit viel zu tun und werde sich später melden. Das hat man nicht getan.

Und siehe da; die angekreideten Marken werden morgen unverändert mit an den Start gehen.

Ich wiederhole meinen rechtlichen Hinweis: Wer auf solche Lose bietet, ist zur Zahlung verpflichtet, auch wenn hinterher eine (Ver)Fälschung nachgewiesen werden kann. Wenn die Hinweise nur "diskret" erfolgen, können Käufer sich vor Gericht nicht darauf berufen, dass der Auktionator bewusst fragwürdiges Material angeboten und Täuschung bewusst in Kauf genommen hat.

Deshalb warne ich hier noch einmal öffentlich vor den Losen 20632 und 20643.

Der Aufdruck bei 20632 ist mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch, weil die Aufdrucke von stark abgenutzten Platten gemacht wurden; insbesondere saubere, runde Punkte hinter den Buchstaben, die auf einer Linie liegen, kommen bei echten Marken nicht vor. Vermutlich ist jedoch auch die zugrunde liegende Marke, wie sie auch in Los 20643 angeboten wird, ein privater Nachdruck, die nach dem Ende der ZAR zahllos von den originalen Platten angefertigt wurden. Man erkennt sie an Papier und Farbe. Wenn man die genannten Lose mit Los 20644 vergleicht, regt sich Verdacht. Sollten die Lose unter denselben Bedingungen gescannt worden sein, ist der Unterschied bei Farbe und Papier klar erkennbar. Ohne Prüfgarantie sollte auf die Lose 20632 und 20643 daher nicht geboten werden.

Meine Anerkennung der Lernfähigkeit des Auktionators aus [#11] hingegen ziehe ich hiermit zurück. Sobald die Diskussion hier im Forum abebbte, versiegte auch die Bereitschaft, fragwürdige Lose prüfen zu lassen.
 
Markus Pichl Am: 14.04.2019 12:47:52 Gelesen: 2574# 44 @  
@ umdhlebe [#43]

Der Aufdruck bei 20632 ist mit hoher Wahrscheinlichkeit falsch, weil die Aufdrucke von stark abgenutzten Platten gemacht wurden; insbesondere saubere, runde Punkte hinter den Buchstaben, die auf einer Linie liegen, kommen bei echten Marken nicht vor.

Bei den Losen 20632 und 20643 handelt es sich um privat hergestellte Neudrucke, die mit der originalen Druckplatte hergestellt wurden.

Bei den Aufdrucken "V. R. I.", auf solchen Neudrucken, handelt es sich immer um Aufdruckfälschungen und sie stammen nicht von der originalen Überdruckplatte.

Außer der Größe der Punkte, sind dieser Art Aufdruckfälschungen ganz einfach daran zu erkennen, dass die Punkte nicht durchgängig auf einer Grundlinie mit den Buchstaben stehen. Die Punkte der falschen Aufdrucke stehen höher. Solche Neudrucke, mit falschen Aufdrucken "V. R. I." werden von der Philatelic Federation of South Africa mit Befunden versehen, dass es sich um einen Neudruck (Reprint) mit falschem Aufdruck (forged overprint) handelt.

Beste Grüße
Markus
 
Martin de Matin Am: 19.04.2019 14:27:58 Gelesen: 2176# 45 @  
@ Martin de Matin [#13]

Ich habe mir gerade die Ergenisse angesehen und habe festgestellt, dass das Los 20360 für 120 Euro zugeschlagen worden ist. Ich habe doch wohl deutlich genug gezeigt, wie der kleine Aufdruck "Service" auszusehen hat? Meine gezeigte Indien Dienstmarke SG O14 ist natürlich ein attestiertes Stück.

@ classicphil [#36]

Was soll ich von der Aussage aus [#36] halten?

@ classicphil [#25]

Ich bleibe lieber bei meinem kleinen Amateurwissen bzgl. britischer Gebiete, oder was sagte einer meiner Abiturlehrer: Man muss nicht jede Formel auswendig kennen, man muss nur wissen wo sie zu finden ist.

Zum Abschluss zitiere noch ich Heinrich Heine.

Ich weiß nicht was soll es bedeuten,
dass ich so traurig bin;
ein Märchen aus alten Zeiten
das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Gruss
Martin
 
Schwämmchen² Am: 20.04.2019 02:09:09 Gelesen: 2012# 46 @  
Mich wundern die sehr hohen Schätzpreise zu den Resultaten:

Beispiel:

https://classicphil.com/de/lose/9020-A1-10040/

Estimate 1.000.- EUR / verkauft 140.- EUR usw. Teilweise liegen die Resultate unter 10% vom Schätzpreis. Wir sprechen hier ja über einen Schätzpreis (Estimate) und nicht über einen unrealistischen Katalogpreis.
 
umdhlebe Am: 08.07.2019 19:27:43 Gelesen: 1309# 47 @  
@ Schwämmchen² [#46]

Nepper, Schlepper, Bauernfänger - Folge 2 wird am 23. Juli gesendet.

Die angeblich niedrigen Startpreise werden nun scheinbar durch Phantasie-Schätzpreise in die Höhe getrieben: So wird als Los 20181 eine ungebrauchte Überdruck-Marke des Transvaal (Stanley Gibbons No. 191) für 30 Euro ausgerufen, weil sie vom unteren Eckrand laut Aukiionskatalog 150 EUR wert sei.

1885, 2 d. on 6 d., black brown, overprint red, right bottom corner copy with sheet margin, XF!. Estimate 150€.

Automatisch generierte Übersetzung:

1885,2 d. auf 6 d., schwarzbraun, Überdruck rot, richtigem Bodenecke Exemplar mit Bogenrand, Kabinett! Schätzpreis 150 €

https://classicphil.com/de/lose/9020-A2-20181/



Im Katalog erreicht selbst die postfrische Variante kaum 20 Euro. Schleierhaft, wo dieser Preisaufschlag herkommt. Übrigens sieht das "Z" des Aufdrucks sehr lädiert aus.

Die Stanley Gibbons No. 186 firmiert in Katalogen bei etwa 45 Euro, wird für 30 ausgerufen und soll angeblich 120 Euro wert sein.

1885, 10 s., dull chestnut, XF!. Estimate 120€.

Automatisch generierte Übersetzung:

1885,10 s., matt kastanienbraun, Kabinett! Schätzpreis 120 €

https://classicphil.com/de/lose/9020-A2-20179/



Dazu sollte man wissen, dass die Marken dieses Satzes im 20. Jahrhundert von den Originalplatten zu Tausenden nachgedruckt worden sind. Man erkennt Nachdrucke nur an Papier und Farbton.

Augen auf beim Markenkauf.

umdhlebe

[Auktionstexte englisch/deutsch und Links redaktionell ergänzt]
 
briefmarkenwirbler24 Am: 08.07.2019 23:17:30 Gelesen: 1235# 48 @  
@ umdhlebe [#47]

Guten Abend,

den Aussagen meines Vorredners kann ich mich nur anschließen und frage mich ebenfalls woher die abstrusen Schätzpreise stammen.



Dieses Lot wird mit der folgenden Beschreibung angeboten:

1862 / 67,3 c., 30 c., 60 c., 15 c., 25 c., 50 c., Partie von 6, alle Kabinett zentriert, gebraucht, Kabinett! Schätzpreis 1,200 €

Der Ausrufspreis beträgt 70 €, was etwas mehr als 5% des Schätzpreises beträgt.

Der Katalogwert der Marken (ohne den Katalog gerade vor mir zu haben) liegt bei etwa 350 €, auf dem Scan sieht es jedoch so aus als habe die 60-Rappen Marke (die hochpreisigste mit 150 €) kurze Zähne und zudem ist der Stempel von Zürich nicht gerade gut abgeschlagen, sodass hier auch nicht der volle Katalogpreis anzusetzen ist. Demnach ist der Schätzpreis absolut nicht angemessen, über den Ausruf lässt sich streiten, ich würde nicht mehr als 30€ bezahlen, da die Erhaltung dem Durchschnitt entspricht (und nicht Kabinett)

Na ja, man darf gespannt sein.

Liebe Grüße,

Kevin
 
merkuria Am: 09.07.2019 16:35:07 Gelesen: 1087# 49 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#48]

Guten Abend Kevin,

mir sind diese "Estimate" - oder Schätzpreise ebenfalls aufgefallen. Ich habe heute Classicphil Wien angeschrieben und um eine Erläuterung des Begriffs "Estimate/Schätzpreise" gebeten. Bin mal gespannt, wie mir diese erklärt werden!

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
briefmarkenwirbler24 Am: 09.07.2019 20:00:37 Gelesen: 995# 50 @  
@ merkuria [#49]

Hallo Jacques,

sobald Du mehr weißt, kannst Du deine Antwort ja hier kund tun. :)

Liebe Grüße,

Kevin
 
bayern klassisch Am: 09.07.2019 20:13:28 Gelesen: 984# 51 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#50]

Ich bin kein Jurist, aber ich meine gehört zu haben, dass der Begriff "Schätzpreis" alles ist, nur nicht verbindlich.

Es gibt Katalogpreise, die auf die bekannten Hersteller (Michel, Scott, Stanley Gibbons, Ferchenbauer etc.) zurück gehen, welche wahrheitsgemäß angegeben werden sollten und es gibt Handelspreise, die üblicherweise einen Abschlag (in seltenen Fällen auch einen Zuschlag) zum Katalogpreis nach sich ziehen.

Schätzpreis kann alles sein - auch die Meinung eines Ahnungslosen zu einer Marke, die er noch nie gesehen hat und deren Katalogwert er nicht kennt. Eine 10 Pfg. Heinemann auf Briefstück könnte ich als Bayernsammler mit einem Schätzpreis von 1.000 Euro bewerten und hätte juristisch nichts falsch gemacht, wenn ich sie dafür anböte. Oder ich schätze es auf 1 Cent, könnte auch sein.

Wenn Auktionatoren für besondere Stücke Schätzpreise angeben, sollte das nur dann der Fall sein, wenn die Besonderheit so außergewöhnlich ist, dass eine reguläre Katalog-, oder Handelspreisangabe kaum gemacht werden kann. Für Standardmaterial verbietet sich also ein Schätzpreis.

Bei besonderen Qualitäten darf man auch auf diese hinweisen und den Katalogpreis für Durchschnittsware feststellen, in der Hoffnung, dass der Käufer die Besonderheit/Qualität erkennt und der Intention des Auktionshauses in Richtung eines höheren Schätzpreises folgt.

Bei komplexen Belegen mit vielen Aspekten kann es keine Standardbewertung geben - weder durch Kataloge, noch durch Handelspreise. Da braucht es auch keine "Schätzpreise", weil die Preisfindung allein in der Hand der Kenner und Spezialisten liegt, die keine Angaben von Anbietern bzw. Auktionatoren brauchen, um festzustellen, wie sie etwas zu werten haben.

Angaben, wie oben beschrieben, deuten für mich nicht auf Seriösität hin, sondern eher auf den Versuch, Katalogwertgläubige, die es ja auch heute noch geben soll (Reichrechner et altera) zur Abgabe von Geboten zu verleiten, die Einlieferer und Auktionator glücklich machen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Schwämmchen² Am: 10.07.2019 03:33:06 Gelesen: 881# 52 @  
Vielleicht nur Verwechslung von "Wunschpreis" und "Schätzpreis"?
 
bayern klassisch Am: 10.07.2019 06:05:23 Gelesen: 867# 53 @  
@ Schwämmchen² [#52]

Ja, das wäre möglich. :-)

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
merkuria Am: 14.07.2019 22:41:21 Gelesen: 610# 54 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#50]
@ bayern klassisch [#51]

Ich habe heute eine Antwort des Auktionshauses classicphil GmbH aus Wien erhalten, welche ich hier im vollen Wortlaut zur Information weitergeben möchte:

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Tut mir leid dass ich erst jetzt antworte.

In dem Begriff "Estimate" ist in Anlehnung an US-amerikanische Gebräuchlichkeiten der geschätzte Marktwert zu sehen. Dieser setzt sich zusammen aus der Frische und der Zentrierung des Stücks.

Unter diesen Voraussetzungen entsprechen die Estimates den dortigen handelsüblichen Preisen.

Ich entschuldige mich dass sich unsere Auktionsangebote von den Formulierungen her nicht am europäischen Markt orientieren und das für Irritationen sorgen kann.


Wenn ich diese Aussage so anwende, ergibt dies z.B. mit Los Nr. 10194 [1] folgendes Ergebnis:

Schweiz, Zst. Nr. 34 (Mi Nr. 26) * weist eine Estimate (also handelsübliche Preisschätzung) von 1‘800 € (ca. 2‘000 CHF) aus. Der Schweizer Briefmarken Katalog SBK bewertet dieses Stück * mit 2‘200 CHF. Mit dieser Schätzung soll mir vorgegaukelt werden, dass dieses Exemplar um 90% des Katalogwertes gehandelt wird! Realität ist in dieser Erhaltung aber ca. 10-15% des Katalogwertes, was beim angesetzten Ausruf von 160 € + 25 % Aufgeld in etwa hinkommt!

Dies zeigt uns, dass solche Estimates keinen anderen Zweck verfolgen, als einen mit dem Markt nicht vertrauten Bieter zu überhöhten Gebotsabgaben zu verleiten.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] https://classicphil.com/de/lose/9020-A2-10194/
 
bayern klassisch Am: 15.07.2019 06:18:37 Gelesen: 558# 55 @  
@ merkuria [#54]

Hallo Jacques,

vielen Dank für das Einstellen der Antwort - ich denke, dass man das gar nicht anders sehen kann, als du es geschrieben hast.

Entweder ich gebe einen Katalogwert an, oder gar nichts. Diese "Estimates" sind Verarschung von ahnungsarmen Sammlern, denen das Geld aus der Tasche gezogen werden soll.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
briefmarkenwirbler24 Am: 15.07.2019 12:56:17 Gelesen: 471# 56 @  
@ merkuria [#54]
@ bayern klassisch [#55]

Guten morgen zusammen,

erst einmal vielen Dank für das Teilen der Antwort hier im Forum! Also war es so wie wir vermutet haben, bloß eine Irreführung der Sammler, die beim Kauf der Marken Dollarzeichen in den Augen haben.

In diesem Zusammenhang möchte ich gerne anführen, dass ich selbst die Preispolitik im Michelkatalog mehr als fragwürdig finde und man sich beim Kauf von Auktionsware niemals auf den Michelwert stützen sollte. Ein Beispiel hierzu:

Nehmen wir mal eine Marke aus einem ziemlich unpopulären Sammelgebiet, die bloß eine Auflage von wenigen hundert Stück hatte und vergleichen diese mit einer Marke aus dem British Commonwealth oder aus den Altdeutschen Staaten mit einer Auflage von mehreren tausend (vielleicht sogar mehreren zehntausend). Was fällt einem direkt auf? Beide werden in etwa das gleiche kosten, obwohl die Seltenheit der Marke aus dem unpopulären Sammelgebiet um ein Vielfaches überwiegt. Zugegebenermaßen hinkt der Vergleich vielleicht etwas und man kann diese Aussage auch nicht immer 1:1 übertragen, aber ganz hart formuliert kann man sagen, dass die Redakteure der Michel-Redaktion "willkürlich" die Preise festlegen könnten und die Sammler diese unreflektiert aufnehmen würden.

Ein weiteres Beispiel aus dem Gebiet der Altschweiz: Kantonalmarken erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit unter den Sammlern (auch der meinigen), Marken aus dem Kanton Genf werden bei fast jeder größeren Auktion regelmäßig angeboten, auch in den unterschiedlichsten Erhaltungen und sind demnach absolut nicht als selten zu betrachten. Dennoch kursieren im Michel-Katalog (oder auch in anderen Spezialkatalogen) sehr hohe Preise, die die Sammler auch bereit sind zu bezahlen. Ob diese Preise tatsächlich die Seltenheit widerspiegeln, ist ihnen dabei oftmals egal. Markenlose Briefe hingegen werden im Michelkatalog nicht erwähnt, wie auch, man kann keinen wirklichen Messwert angeben. Ein eingeschriebener, markenloser Brief im Grenzrayon ist als eine große Seltenheit zu betrachten, dennoch wird hierfür nur 1/10 des Preise bezahlt, den ein einfacher Kantonalbrief von Genf einbringt.

Aber das nur am Rande und vielleicht etwas "out of the topic".

LG

Kevin
 
olli0816 Am: 15.07.2019 13:26:12 Gelesen: 452# 57 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#56]

Hallo Kevin,

der Briefmarkenmarkt ist sehr weit weg davon, dass er logische Preise bildet. Es gibt mehrere Komponenten, die die Preise beeinflussen. Zum einen die Seltenheit, dann die Qualität, die Anzahl der Sammler, die genau dieses Stück haben möchten und die Anzahl der Sammler, die das Angebot überhaupt sehen. Der Michel ist sicher von den Preisen nicht der Weisheit letzter Schluss, aber er bringt eine Orientierung, wo die Marke überhaupt steht. Trotzdem ist der Michelwert viel zu statisch, um auch nur annähernd ausdrücken zu können, was ein Objekt tatsächlich - ich schreibe jetzt provokant - subjektiv wert ist. Vergiss die Objektivität, die gibt es nicht.

Wenn ich also diese estimated-Preise sehe, dann kann ich mich wie ein Affe auf dem Kopf kratzen. Aber wissen tue ich es doch nicht. Gerade bei alten Marken macht der Zustand doch so viel aus, dass jemand bereit ist, mehr zu zahlen. Du bekommst einen schlechten schwarzen Einser für vielleicht 200 EURO und wenn es eine Ruine ist, vielleicht für noch weniger. Ein durchschnittlich gestempelter vielleicht für 800 bis 1200 EURO und die sehr schönen eben sehr viel teurer. Dazu auf Brief, Einheit etc. Und natürlich immer die Komponente, wenn gerade mehrere Personen da sind, die genau wie Du die Marke haben möchten.

Bei den Schweizern hast Du es bekanntlich etwas teurer. Die Schweiz ist in Europa mit das geschäftstüchtigste Land, die Leute beherrschen Vertrieb außerordentlich gut. Deshalb sind die relativ häufigen Anfangsausgaben auch so teuer: Es wird durch die Schweitzer Berufshändlerschaft eine große Nachfrage geschaffen und da greifen die Leute zu. Außerdem sitzt in dem Land sehr viel mehr Geld und Einkommen pro Einwohner. Das ist so ähnlich wie wenn Du in Zürich zum Essen gehst. Das Thema hatte ich schon öfters und - mama mia - wenn Du da zum Geschäftsessen einlädst, wirst Du schnell deine Fränkli los.

Zu dem Auktionshaus:

Ich weiß gar nicht, warum ihr euch so daran abarbeitet. Der Inhaber hat das mit dem "estimated" wohl bei den US-Kollegen abgeschaut, da sieht man das auch immer. Das Thema ist doch, wenn man in dem Wiener Auktionshaus kaufen möchte, dass man doch selber festlegt, wie viel man maximal für ein Los ausgeben möchte. Wenn der Ausrufpreis sagen wir mal 30 EURO ist, das "estimated" bei 200 EURO, ich aber für mich sage, das ich maximal 50 EURO biete, dann ist die Entscheidung gefallen. Wichtig ist der Ausrufpreis, alles andere ist Dekoration wie die rohe Karottenscheibe im Restaurant. Es liegt an dir, die zu essen, einem Hasen mitzunehmen der sich darüber freut oder die Karottenscheibe wieder zurück gehen zu lassen.

Zum anderen gibt es auch noch viele andere gute Auktionshäuser, wenn man das Geschäftsgebaren nicht mag. Ich werde zugeschüttet mit Auktionskatalogen und so viel Geld habe ich gar nicht, um alles kaufen zu können, was mir gefällt. Wenn mir ein Auktionshaus nicht genehm ist, dann beachte ich es nicht weiter.

Ich muss gestehen, dass ich noch nicht mal im Gegensatz zur ersten Auktion gecheckt habe, ob die Fehlerquote bei den Beschreibungen geringer geworden ist. Anscheinend ist das so, weil nur über den estimated Preis philosophiert wird. Wenn das der Fall ist, dann wäre es doch schon eine sehr gute Weiterentwicklung.

Grüße Oliver
 
olli0816 Am: 15.07.2019 13:37:25 Gelesen: 442# 58 @  
Hallo nochmal,

wobei ich jetzt gerade reingeschaut habe und - Junge, Junge - gleich bei den ersten Artikeln sonderbares gesehen habe: SS Division Proofs. Interessant, gab es das beim Hitler Kinderpostkasten Pack für besonders honorige Parteimitglieder? Wie kann man denn so etwas anbieten?

Ich will es niemanden vorenthalten:

Los 10010 - 1944 / 45,0, 75 M., blau, rot, (2), SS - Division Proben, äußerst selten, ohne Gummi, Pracht! Schätzpreis 900 €

https://classicphil.com/de/lose/9020-A2-10010/



Los 10020 - 1944 / 45,0, 75 M., orange, rot, (2), SS - Division Proben, äußerst selten, ohne Gummi, Pracht! . Schätzpreis 900 €



Und das geht munter so weiter. Ich glaube, ich lasse mir einen Zweifingerbart wachsen, sollte ich eine Auktion besuchen. Das wäre passend zur angebotenen Ware.

In einem anderen Forum würden da jetzt äußerst drastische Ausdrücke fallen.

Grüße Oliver
 
Schwämmchen² Am: 15.07.2019 14:04:22 Gelesen: 423# 59 @  
Diese "Estimates" sind Verarschung von ahnungsarmen Sammlern, denen das Geld aus der Tasche gezogen werden soll.

Es kann auch so sein, dass damit die Einlieferer veräppelt werden sollen. Wenn ein Auktionshaus realistisch sagt, der geschätzte Verkaufspreis ist 200.- EUR und ein anderes nennt den Fantasiepreis 2000.- EUR, wer bekommt wohl die Einlieferung! ;)
 

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