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Thema: Schweden: Klassische Marken und Belege
briefmarkenwirbler24 Am: 08.05.2019 19:04:49 Gelesen: 386# 1 @  
Schweden - Klassik

Hallo zusammen,

ich fand noch kein vergleichbares Thema, darum eröffne ich für meine neue Errungenschaft mal ein neues und hoffe, dass noch einige andere ihre Marken oder Briefe vorstellen werden.

Ich habe schon lange nach einem solchen Brief für meine Incoming-Mail Sammlung Schweiz gesucht, doch "was lange währt wird endlich gut" und nun konnte ich endlich einen integrieren. :)

Aufgegeben wurde der Beleg am 07.01.1870 in Stockholm und man adressierte diesen an "Monsieur Charles Rau[?]..." nach Genf.

Frankiert wurde der Brief frankogerecht mit insgesamt 36 Öre (24 Öre orange + 12 Öre blau). Laut Postvertrag gültig ab dem 01.09.1868 zwischen dem Transitland NDB und der Schweiz (es gab noch keinen eigenen Postvertrag mit Schweden) waren Briefe über Deutschland bis 15 gr mit 36 Öre zu frankieren. Die Notierung in Bläuel entspricht dem Wort "Wfr" (= Weiterfranko) und die "2/1/2" in Rötel entsprechen 2/1/2 Silbergroschen (vereinsländischer Anteil), die dem NDB gutgeschrieben worden. Der Anteil der Schweiz betrug 1 Silbergroschen, umgerechnet 3 Kreuzer oder 10 Rappen. Der Postler in Schweden platzierte einen "Franco" Stempel auf die Vorderseite, um zu verdeutlichen, dass der Brief bis zum Empfänger bezahlt wurde.

Auf der Siegelseite erkennen wir den Bahnpoststempel "Kiel-Hamburg 10.01." und den Ankunftsstempel von Genf vom 12.01., demnach brauchte der Brief bloß 5 Tage um zugestellt zu werden. Der Brief dürfte über Baden weitergeleitet und in Basel die Grenze übertreten haben.

Meine noch offenen Fragen:

1. Kennt jemand die Umrechnung von "Öre" zu "Silbergroschen"?
2. An die Markensammler: Welche Marken wurden hier frankiert?

Ich freue mich auf jeden Fall über diesen wunderschönen Brief und der Einkaufspreis ist schon fast vergessen.

Vorupu-Briefe von Schweden nach Schweiz sind natürlich handverlesen (das gleiche gilt auch für die restlichen skandinavischen Länder.

Liebe Grüße

Kevin


 
ostsee63 Am: 09.05.2019 19:06:58 Gelesen: 343# 2 @  
Hallo in die Schweiz,

das ist ein wirklich schöner Brief. Zu deinen Fragen kann ich eine wenigstens zur Hälfte beantworten.

Die Marken sind nach dem Michel die Nr. 9 (12 Öre) mit drei Farbtönen und Nr. 10 (24 Öre) mit zwei Farbtönen.

Die Ausgabe der Marken im Muster Reichswappen in Öre begann 1858 und lief bis 1872. Deshalb gibt es diverse Farben.

Der schwedische Facit-Katalog treibt es bei der blauen 12 Öre (auch hier die Nr.9) auf über 20 unterschiedliche Farbtöne.

Für die orange 24 Öre (ebenfalls Nr.10) sind immerhin noch mehr als 10 Farbtöne angegeben.

Mein schönster Brief zu dieser Ausgabe ging nur von Schweden nach Preussen. Stralsund war ja fast noch schwedisch und hatte diverse gute Beziehungen dahin. Dieser Brief lief aber nicht über die Fährlinie Trelleborg / Ystad nach Stralsund sondern kam über Dänemark - Flensburg. Der Brief hatte einen kürzeren Laufweg und brauchte deshalb weniger Zeit (weniger Porto).



Der rückseitige schwedische Stempel PBXT ist ein Bahnpoststempel.

beste Grüße
aus dem Norden
 
Pepe Am: 09.05.2019 22:31:28 Gelesen: 312# 3 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#1]

Hallo Kevin,

die Auflagenhöhe der blauen 12 Öre Marke (Mi 9) beträgt sage und schreibe 106.701.000 Stück. Also Massenmarke und sicher Unmengen Nachauflagen mit den vielen Farbunterschieden.




ab 1861, Mi 9 in vier Tönungen.

Die 24 Öre Marke (Mi 10) gibt es laut Michel 9.427.000 mal.



ab 1866, Mi 10 a, orange; Mi 10 b orangegelb.

@ ostsee63 [#2]

Auf Deinen schönen Brief findet man noch die Mi 14 II, hier mal in zwei Tönungen zu sehen.



Sehr schöne Belege, danke für's Zeigen.

Nette Grüße Pepe
 
briefmarkenwirbler24 Am: 10.05.2019 12:17:31 Gelesen: 278# 4 @  
@ ostsee63 [#2]
@ Pepe [#3]

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Rückmeldungen!

Die Auflagezahlen sind in der Tat extrem hoch, ich frage mich warum man in Schweden eine Auflage von 106 Millionen Marken benötigte. 1850 lebten dort etwa 3,5 Millionen Menschen, von denen in den darauf folgenden Jahren aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage jedoch viele in die USA auswanderten.

Die Marken gefallen mir jedoch sehr gut, vor allem in den "knalligen" Farben!

@ ostsee63 [#2]

Dein Brief gefällt mir ebenfalls sehr gut, vielleicht findest Du noch das passende Gegenstück über die andere Route mit höherem Porto? Ergäbe sicherlich ein hübsches Pärchen. :D

LG

Kevin
 
Basalt44 Am: 10.05.2019 12:17:41 Gelesen: 278# 5 @  
@ ostsee63 [#2]

Hallo ostsee63,

Deine Erklärungen zu Deinem Brief sind, bis auf den rückseitigen Bahnpoststempel, korrekt.

Der Bahnpoststempel PKXP. N:r 2. vom 6.12.1870 wurde auf der Bahnstrecke von Falköping nach Malmö verwendet.

Viele Grüße aus Berlin
Werner
 
ostsee63 Am: 12.05.2019 09:45:54 Gelesen: 212# 6 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#1]

Hallo,

gestern habe ich mich auf in Essen mit ein paar hilfsbereiten Kollegen Arge Norddeutscher Postbezirk unterhalten. In ihrem Handbuch findet sich die Umrechnung der schwedischen Öre in Silbergroschen.

1 Krone = 100 Öre entsprachen 11 1/4 Silbergroschen. Der Rest der Bruchrechnung bleibt dir überlassen.

So sammeln sich mehr und mehr Infos zu deinem Brief.

Meine Begründung für die hohen Auflagen der Briefmarken ist, das gerade in dieser Zeit der industriellen Entwicklung und der damit verbundene Anstieg von Korrespondenzen und Fracht die Post einen enormen Aufschwung erlebte.

@ Basalt44 [#5]

Hallo Basalt44,

danke für deine Erläuterungen zum schwedischen Bahnpoststempel.

Gruß aus dem Norden
 
briefmarkenwirbler24 Am: 13.05.2019 00:09:21 Gelesen: 179# 7 @  
@ ostsee63 [#6]

Guten Abend,

etwas verspätet meine Antwort, vielen Dank für diese Info, das hilft mir sehr weiter!!

Dieser Umrechnung nach zu Folge entsprechen 36 Öre = 4,05 Silbergroschen. 2/1/2 Silbergroschen (= 22 Öre) bekam der NDP und 14 Öre behielt Schweden für sich. Von den 2/1/2 Silbergroschen des NDP bekam die Schweiz 1 Silbergroschen (= 3 Kreuzer oder 10 Rappen).

Damit ist der Brief geknackt, klasse!

LG

Kevin
 
Pepe Am: 14.05.2019 21:28:30 Gelesen: 110# 8 @  
Hallo in die Runde,

lege mal wieder eine Marke drauf und hoffe auf ein Folgebrief



Schweden, Ausgabe ab 1868, Michel 7 a grün



7 b gelbgrün; 7 c dunkelgrün.

Am 12.8. gehört der 150 Jährige WISBY Stempel ja dann in ein anderes Thema. Hoffentlich denke ich daran.

Nette Grüße Pepe
 
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