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Thema: Cape of good Hope: Briefe bestimmen
Das Thema hat 30 Beiträge:
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Philatelix Am: 12.05.2019 07:52:10 Gelesen: 788# 6 @  
Entschuldigung für die etwas späte Antwort. Der Brief ist aus 1862. Im Internet habe ich irgendwo gelesen, dass das Porto für Port Elisabeth 1861/62 angehoben wurde. Der Brief hat unten rechts auf der Vorderseite einen Vermerk, vielleicht einen Prüfvermerk, eine Prüfsignatur?

Gruß Uwe


 
Philatelix Am: 12.05.2019 08:28:12 Gelesen: 776# 7 @  
Ich habe den Ausschnitt mit der Signatur vergrößert, soweit es überhaupt eine Signatur ist.


 
Martin de Matin Am: 12.05.2019 13:24:06 Gelesen: 735# 8 @  
@ Philatelix [#1] und [#6]

Ich habe im "Handbuch der Briefmarkenkunde" (aus dem Jahr 1941) über die Briefgebühren nachgelesen. Dort steht dass die zuerst ausgegebenen Marken (1 p und 4 p) für den Inlandsverkehr vorgesehen waren, und das Porto für jede halbe Unze 4 Penny betrug. Mit der Ausgabe der 6P und der 1 Sh im Jahr 1858 wurde erst Auslandsbriefe frankiert. Über eine Änderung der Gebühren steht nichts bis auf die Absenkung der für Ortsbriefe in Kapstadt und Port Elisabeth in den Jahren 1860 bzw. 1861 auf 1 Penny.

Gruss
Martin
 
Ben 11 Am: 12.05.2019 13:52:01 Gelesen: 724# 9 @  
@ Philatelix [#6]

Hallo Zusammen,

der rückseitige orangefarbige Stempel "Grahamstown" im Doppeloval ist bis 1865 plausibel. Der Stempel zeigt wohl den Dezember 1862. Die rote Farbe des oberen Stempels wurde auch für Port Elizabeth im gleichen Zeitraum verwendet. Lesen kann ich den Stempel aber nicht.

Bei den Marken muss man besonders auf das Papier achten.

Die Ausgabe von 1861 wurde auf sogenannten "laid paper" gedruckt. Bei der Papierherstellung wurde ein Sieb mit parallelen Messingdrähten benutzt. Diese Drähte verursachten einen Abdruck im Papier, den man gegen das Licht als parallele Linien erkennen könnte.

Mein Stanley Gibbons Katalog verweist aber auch auf offizielle Nachdrucke dieser Marken aus 1883 auf sogenanntem "wove paper". Hier waren die Messingdrähte des Siebes geflochten. Es wurde eine feinere Oberfläche auf dem Papier erzielt. Abrücke sind nicht mehr erkennbar. Die Farbe der Nachdrucke ist deutlich dunkler, als bei den ursprünglichen Ausgaben.

Viele Grüße
Ben.
 
Martin de Matin Am: 12.05.2019 14:12:07 Gelesen: 716# 10 @  
@ Ben 11 [#9]

Die Marken auf dem oben genannten Brief sind die im Stichtiefdruck hergestellten Marken aus dem SG-Katalognummernbereich SG 1 bis 8, und nicht auf gestreiften Papier hergestellt. Die von dir erwähnten Nachdrucke wurden von der im Buchdruck (sogenannte Holzschnitte) hergestellten Notausgabe SG Nr. 13/14 hergestellt.

Gruss
Martin
 
Lars Boettger Am: 12.05.2019 16:47:50 Gelesen: 689# 11 @  
@ Philatelix [#7]

Es handelt sich um die Signatur von Roger Calves:

https://briefmarken-pruefer.de/de/1022-Roger-Calves.html
 
Philatelix Am: 13.05.2019 05:18:42 Gelesen: 640# 12 @  
Danke Euch allen für Eure Bemühungen. Jetzt weiß ich einiges mehr. Eine wichtige Frage blieb jedoch ungeklärt: Ist das ein überfrankierter Brief? Im Internet zu findende Briefe mit 8 Penny gingen immer nach England, aber in den 1850ern. Spielt das Datum aus 1862 für die Frage einer möglichen gültigen Frankatur eine Rolle? Wird der Wert dieses Briefes im Falle einer Überfrankierung entscheidend verändert?

Gruß: Uwe
 
bovi11 Am: 13.05.2019 08:18:06 Gelesen: 624# 13 @  
@ Philatelix [#12]

Wird der Wert dieses Briefes im Falle einer Überfrankierung entscheidend verändert?

Ja auf jeden Fall.

Ein Beispiel: Die Mona-Lisa-Marke der Bundesrepublik ist auf einer überfrankierten Drucksache (5 statt 4 Pfennig) für wenige Euro zu haben. Als portogerechte Einzelfrankatur bringt sie dagegen mehrere tausend Euro.

Zugegeben - das ist ein Extrembeispiel, weil die 5-Pfennig-Portostufe seinerzeit nur für wenige Postsendungen galt (Anschriftenprüfung und Luftpostzuschlag bei ansonsten portofreier Sendung).

Trotzdem solltest Du zunächst prüfen lassen, ob das Markenpaar zum Brief gehört. Gerade eine Überfrankatur würde in dem Fall für eine Manipulation sprechen.
 
briefmarkenwirbler24 Am: 13.05.2019 09:06:39 Gelesen: 606# 14 @  
@ bovi11 [#13]

Ja auf jeden Fall.

Diese Aussage kann man auch nicht so pauschal unterschreiben. Bei einigen Sammelgebieten ist es genau anders herum. Bei der Schweiz (Klassik) und bei den Altdeutschen Staaten sind überfrankierte Briefe sehr selten und von Spezialsammlern zum Teil sehr gesucht. Wie das beim Kap der guten Hoffnung aussieht kann ich nicht sagen, aber mit der Bundesrepublik würde ich dieses Gebiet eher nicht vergleichen.

Liebe Grüße

Kevin
 
Martin de Matin Am: 13.05.2019 18:30:59 Gelesen: 550# 15 @  
@ Philatelix [#12]

Ich hatte meine Suche nur auf 8 Pence-Frankaturen der ersten Ausgabe beschränkt. Nachdem ich mir Briefe der Ausgabe der sogenannten Holzschnitte, die als Notausgabe wegen Markenmangels hergestellt wurde, betrachtet habe, bin ich bei zwei Briefen fündig geworden. Der Erste war in der Dale/Lichtenstein-Sammlung (1989 Los 400) mit zwei mal der 4 Pence Holzschnitt (MiNr.6) vom 4. Mai 1861 nach Kapstadt gesendet. Der 2. Brief war in der Sammlung Ad Indhusophon (1999 Los 198) ein Paar der 4 Pence (MiNr.6) vom 6. April 1861 von Kapstadt nach Port Elisabeth.

Da die erste Ausgabe vor und auch nach den MiNr. 5 und 6 verwendet wurde, kann man wohl davon ausgehen das dein Brief portogerecht ist, sofern die Marken zum Brief gehören. Du kannst ja mal deinen Brief wiegen, sofern er nicht nur eine innen unbeschriebene Briefhülle ist, wenn er zwischen ca. 15 Gramm und ca. 30 Gramm wiegt, wäre er dann portogerecht.

Gruss
Martin
 
Philatelix Am: 13.05.2019 18:52:56 Gelesen: 543# 16 @  
Danke Martin, das war super. Es ist leider nur eine unbeschriebene Papierhülle. Der Brief scheint aber bereits geprüft worden zu sein. Siehe oben Signatur "Calves". Vielleicht aber bietet es sich an, ihn nochmals prüfen zu lassen, um Zweifel zu beseitigen. Wenn ich Dich richtig verstanden habe, sind es MiNr. 2 a dunkelblau, oder?

Gruss
Uwe
 
Philatelix Am: 13.05.2019 19:08:29 Gelesen: 537# 17 @  
Sorry, ich bin's noch mal. Da ist noch ein Vermerk auf dem Brief - unter der Marke. Kann das jemand entziffern und weiß, was das zu bedeuten hat? Im übrigen bin ich ein wenig skeptische geworden hinsichtlich der Echtheit des Briefes. Man kann auf der Marke unten links erkennen, dass der Stempel bis dort hin reichte. Sicher ist allerdings nicht, ob er auch den Umschlag hätte erreichen müssen oder ob er zufällig direkt am Markenrand endete.

Gruss
Uwe


 
iholymoses Am: 13.05.2019 22:36:17 Gelesen: 503# 18 @  
@ Philatelix [#17]

Könnte das "Fraud" (Fälschung) heißen?

Ein Scan/Foto mit höherer Auflösung würde helfen.

Gruß,
Reinhard
 
Philatelix Am: 14.05.2019 06:31:10 Gelesen: 466# 19 @  
Danke Reinhard.

Es könnte zutreffen, könnte aber auch ein anderer Name sein. Zu was tendierst Du, oder bist Du Dir sicher?

Gruß
Uwe


 
bayern klassisch Am: 14.05.2019 09:25:06 Gelesen: 434# 20 @  
@ Philatelix [#19]

Das ist todsicher eine Unterschrift/Signatur und heißt garantiert niemals "fraud", auch wenn ich es nicht lesen kann. Ich halte den Brief für echt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Philatelix Am: 14.05.2019 14:10:05 Gelesen: 396# 21 @  
Danke, aber was hältst Du von dem Stempel, der nicht über den Rand der Marke hinausgeht? Ich habe für diesen Umschlag Geld ausgegeben und habe noch die Möglichkeit, das Geld erstattet zu erhalten. Das gilt aber nur noch bis Ende dieser Woche. Ich schwanke zwischen echt und unecht.

Liebe Grüße
Uwe
 
22028 Am: 14.05.2019 14:22:25 Gelesen: 390# 22 @  
@ Philatelix [#21]

Wenn der Verkäufer keine Fristverlängerung zum Nachprüfen einräumt, würde ich vom Kauf zurücktreten!
 
Detlev0405 Am: 14.05.2019 16:02:10 Gelesen: 336# 23 @  
@ Philatelix [#21]

Wenn du den Prüferstempel nachschauen möchtest gucke bei [1]. Dort sind die Prüfer für Cape of Good Hope registriert. Ich finde jedoch keinen Prüfer, der mit der Signatur in Verbindung zu bringen wäre.

Gruß
Detlev

[1] https://www.filatelia.fi/experts/areasa.html
 
bovi11 Am: 14.05.2019 16:23:15 Gelesen: 327# 24 @  
@ Philatelix [#21]

Wenn es ein gewerblicher Verkäufer ist, hast Du auf jeden Fall 2 Jahre Zeit.
 
Philatelix Am: 14.05.2019 17:24:02 Gelesen: 315# 25 @  
Wenn es nicht "fraud" bedeutet, ist es eigentlich egal, wer signiert hat. Der einzige Beweis wäre, wenn der Stempel über den Briefmarkenrand hinausgehen würde oder wenn man definitiv wüsste, dass der Stempel eben dort am Rand endete.

Gibt es hier in Deutschland Prüfer dieses Gebietes? Nur ein Fotoattest wäre der endgültige Beweis. Ich habe den Brief mit PayPal bezahlt und daher PayPal-Käuferschutz, der - glaube ich - 180 Tage Geltung hat. Die Rücknahmemöglichkeit bis Ende dieser Woche hat mir der Verkäufer eingeräumt.
 
bovi11 Am: 14.05.2019 18:15:09 Gelesen: 293# 26 @  
@ Philatelix [#25]

Wie gesagt, wenn es ein gewerblicher Verkäufer ist, geht die Reklamationsfrist weit über die eingeräumte Frist hinaus.
 
Martin de Matin Am: 14.05.2019 19:35:57 Gelesen: 268# 27 @  
@ Philatelix [#25]

Vielleicht hilt dir diese Abbildung des Stempels weiter.



Ich habe das Bild soweit gedreht, dass die Stempellinien waagerecht sind. Der Vergleich mit deinem Stempel ist etwas schwierig, da dieser nicht so deutlich ist. Ich würde das Bild von dem Paar der 1 p auf die gleiche Grösse bringen wie das Paar der 4 p. dann würde ich die saubere Stempelform der 1 p ausschneiden und über dein Exemplar legen. Bedenke aber das dein Stempel oben (Spitze) nicht vollständig ist. Ich habe mit Photoshop beide übereinander gelegt und es sah nicht so schlecht aus. Aber dies ist ohne Gewähr da die Auflösung deiner Marke nicht sehr gross war und ich diese stark vergrössern musste.

Gruss
Martin
 
bovi11 Am: 14.05.2019 20:34:07 Gelesen: 255# 28 @  
@ Martin de Matin [#27]

Genau mit diesem Vergleichsstempel hatte ich auch schon gemessen.

Er paßt genau auf die beiden Marken auf dem Brief und zwar ohne daß er auf das Kuvert übergehen müßte.

Darauf ergibt sich gerade die Schwierigkeit, zu prüfen, ob das Paar zum Brief gehört.

Dieter
 
Philatelix Am: 15.05.2019 04:25:30 Gelesen: 229# 29 @  
Ihr seid super, ich bedanke mich.

Das mit der Auflösung der Bilder ist für mich ein Problem. Ich gehöre als alter Knacker leider zu dem Personenkreis, der mit Phototechnik, PC, App's, Handy etc. wenig anfangen kann. Ich ziehe aber ein positives Resüme aus diesem Austausch:

Es spricht eher dafür, dass die Marken nicht später aufgeklebt worden sind und dass der Brief sogar portogerecht frankiert ist. Das bedeutet für mich, ich behalte ihn und werde mich nach einem Prüfer umsehen. Wenn Ihr mir dabei noch helfen könnt, würde ich mich sehr, sehr freuen.

Liebe Grüße
Uwe
 
22028 Am: 15.05.2019 09:43:18 Gelesen: 189# 30 @  
@ Philatelix [#29]

Meines Wissens gibt es in den Deutschen Prüferverbänden keinen Prüfer für Süd Afrika, die RPSL in England prüft das Gebiet, oder einen Prüfer in Süd Afrika selbst beauftragen.
 

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