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Thema: (?) (112) Bund Ganzsachen Postkarten (nach Michel-Katalog)
Das Thema hat 128 Beiträge:
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Michael Mallien Am: 04.10.2019 15:34:01 Gelesen: 3416# 104 @  
Die P 79 erschien zur Portoerhöhung am 1.3.1963. Es gibt sie in zwei Farben des Kartons.

P 79 (weiß) vom 14.1.1964 aus Hannover nach Gistenbeck



P 79 (rahmfarben) vom 3.6.1965 aus Flintbek nach Berlin



Im Michelkatalog werden die Farben zwar aufgeführt, jedoch nicht in Form von Unternummern katalogisiert. Demnach gehe ich davon aus, dass keine wesentlichen Unterschiede in der Häufigkeit bestehen.

Viele Grüße
Michael
 
piems Am: 18.10.2019 21:12:43 Gelesen: 3175# 105 @  
Die Doppelkarte mit Wertstempel "Luther" ist unter der Michelnummer P 80 katalogisiert. Von den Doppelkarten der Serie "Bedeutende Deutsche" ist sie die am häufigsten gebrauchte Ausgabe und relativ leicht zu beschaffen.

Per Einschreiben beförderte Stücke sind etwas Besonderes:



Auf der Rückseite (die ich nicht zeige) bewirbt sich der Absender auf eine vom Empfänger inserierte Wohnung.

Hier auch noch der Antwortteil (P 80A), zurückgeschickt aus der DDR:


 
Michael Mallien Am: 03.11.2019 10:23:20 Gelesen: 2938# 106 @  
@ piems [#105]

Hallo Clemens,

Du zeigst mit der P 80 die letzte noch ausstehende Ganzsache zur Dauerserie Bedeutende Deutsche in diesem Thema. Die P 81 ist eine Bildpostkarte und passt daher nicht hierher.

1965 kamen die Ganzsachen mit Wertstempeln der Dauerserie Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten I an die Schalter. Die P 82 als Postkarte für das Inland.



Die Auslandskarte P 83 bediente zunächst nur einen Übergangszeitraum bis zur Portoerhöhung am 1.4.1966. Mein Exemplar ging allerdings erst 1969 nach Luxemburg. Zu diesem Zeitpunkt war Luxemburg bereits ein CEPT-Land und die Unterscheidung zwischen In- und Ausland spielte keine Rolle mehr.



P 83 ab 1.4.1966 im Inland verwendet, werten im Michel deutlich niedriger.

Viele Grüße
Michael
 
piems Am: 05.11.2019 20:04:55 Gelesen: 2831# 107 @  
@ Michael Mallien [#106]

Hallo Michael,

die P 83 gehört portorichtig vor dem 1.4.1966 ins Ausland versandt zu den seltenen Bund-Ganzsachen, nach denen man u.U. lange suchen muss. Bei der Doppelkarte (P 85) ist es noch extremer. Das lag vermutlich daran, dass die Verwendungszeit (1965 - März 1966) relativ kurz war und die Ausgaben mit Wertstempel 'Bach' noch ausreichend an den Schaltern verfügbar waren. Außer von Sammlern wurden diese Ausgaben offenbar kaum verwendet.

Hier ein schönes Stück mit Maschinenstempel von Nürnberg nach Basel:



Dazu noch als Nonplusultra eine Eilkarte in die Schweiz:



Viele Grüße
Clemens
 
piems Am: 05.11.2019 20:14:26 Gelesen: 2829# 108 @  
Die Doppelkarte für das Inland ist ohne Zusatzfrankatur ebenfalls eher selten.

Hier der Frageteil P 84F, im Inland verschickt:



Der Antwortteil (P 84A) wurde hier am 14.3.1966 aus Südtirol zurückgeschickt. Das ermäßigte CEPT-Porto galt nach und von Italien seit 15.8.1965:



Viele Grüße
Clemens
 
Michael Mallien Am: 17.11.2019 12:26:38 Gelesen: 2537# 109 @  
Exemplare der Doppelkarte P 84 möchte ich noch einmal zeigen. Hier zunächst eine komplette P 84 mit Stempel vom 27.2.1966.



Hier nun der beschriebene Frageteil P 84 F vergrößert und gedreht. Es fällt auf das geschriebene Datum auf, denn dort steht Tübingen, den 26.3.66. Entweder hat sich der Schreiber vertippt oder das Datum des Poststempels war falsch eingestellt. Es spielt jedoch keine Rolle, da die Portoerhöhung erst am 1.4.1966 erfolgte.



Die P 84 A kann ich auch in Einzelverwendung zeigen mit dem Stempel HASSFURT vom 20.11.1965.



P 82 und P 84 gibt es mit unterschiedlich breiten Fluoreszenzstreifen (3,8 bzw. 4,7 mm). Die beiden gezeigten Antwortteile lassen diese Unterschiede erkennen:



Über die Häufigkeit dieser Varianten habe ich keine Informationen.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 22.11.2019 11:45:03 Gelesen: 2414# 110 @  
Wie Clemens schon in Beitrag [#107] anmerkte ist die Doppelkarte P 85 in der vorgesehenen Verwendung eine Rarität. Der Aufbrauch dieser Karten im Inlandspostverkehr nach der Portoerhöhung vom 1.4.1966 ist häufiger und ich kann auch nur ein solches Exemplar zeigen.

Zunächst die komplette Doppelkarte P 85:



Die Karte ging am 20.3.1967 von Ülzen nach Hannover an das Einwohnermeldeamt mit der Nachfrage der neuen Adresse eines Herrn. Vorderseitig trägt der Frageteil einen Eingangsstempel des Ordnungsamtes.



Die Anfrage wurde bearbeitet und der Antwortteil entsprechend ausgefüllt. Offenbar wurde dann die Antwort jedoch nicht versendet, denn es fehlen entsprechende postalische Hinweise.



Es bleibt offen, was mit der Antwort geschah. Hat sie die adressierte Dame auf anderem Weg erreicht, wie z.B. durch Abholung? Verblieb sie aus unbekannten Gründen im Amt oder ist sie einfach nur der Stempelung entgangen?

Viele Grüße
Michael
 
GSFreak Am: 22.11.2019 14:26:32 Gelesen: 2395# 111 @  
@ piems [#107]

Hallo Clemens,
hallo Michael,

hier die beiden Karten P 85 aus meiner Sammlung. In der Tat handelt es sich um eine Korrespondenz zwischen Sammlern. Die Karten hingen ursprünglich mal zusammen, wie es kleine Unregelmäßigkeiten am oberen Rand belegen. Ich vermute allerdings, dass die Antwortkarte vor dem Verschicken abgetrennt worden ist und nicht das komplette Kartendoppel zurückgeschickt wurde. Warum sollte der Sammler Heidmann dann die Karten anschließend getrennt haben?

P 85F: Maschinenstempel 415 KREFELD 2, UB l vom 23.09.1965 nach Ljubljana im damaligen Jugoslawien (heute Slowenien)



P 85A: Einkreisstempel LJUBLJANA vom 06.10.1965 nach Krefeld



Gruß Ulrich
 
Michael Mallien Am: 26.11.2019 21:13:54 Gelesen: 2267# 112 @  
Heute stelle ich die beiden einfachen Postkarten vor, die zur bzw. nach der Portoerhöhung vom 1.4.1966 aufgelegt wurden. Es sind die P 87 (links) und die P 90 (rechts).



Der hauptsächliche Unterschied ist die Position des Vordrucks POSTKARTE, nämlich bei der P 87 mittig links des Wertstempels und bei der P 90 links unterhalb des Wertstempels.

Zur P 90 sind Verschiedene Kartonfarben vermerkt, während die Farbe der P 87 weiß ist.

Im Michel steht außerdem noch etwas zu einer Abart der P 90 und zwar: Von P 90 lag eine Karte ohne Bildbezeichnung im WSt. vor.

Es wäre schön, wenn die jemand zeigen könnte.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 29.11.2019 16:06:44 Gelesen: 2136# 113 @  
Die letzte Ganzsache der hier behandelten Kategorie mit einem Wertstempel aus Bauwerke I ist die Doppelkarte P 88 (die P 90 wurde schon in Beitrag [#112] gezeigt).

Ich kann diese Karte in doppelter Verwendung zeigen, was nicht so häufig ist, zumal der Text auf philatelistisch unbeeinflussten Bedarf schließen lässt. Hier zunächst die P 88 in der Gesamtansicht:



Und nun noch die Vorderseiten vergrößert. Der Frageteil mit Stempel aus Düsseldorf vom 2x.2.1967 (links) und der Antwortteil mit Stempel aus Krefeld vom 3.3.1967 (rechts).



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 08.12.2019 12:45:29 Gelesen: 1920# 114 @  
1967 kamen die Ganzsachen mit Wertstempeln der Dauerserie Deutsche Bauwerke aus zwölf Jahrhunderten II an die Schalter. Die P 92 ist die erste Inlandspostkarte, hier gelaufen von München nach Stuttgart am 21.5.1968.



Die Auslandspostkarte zu 30 Pfennig P 93 kann ich nur als Inlandsverwendung einer späteren Tarifperiode zeigen. Sie wurde am 5.9.1972 innerhalb Hamburgs verwendet.



Hat jemand von euch eine Auslandsverwendung dieser Ganzsache?

Viele Grüße
Michael
 
piems Am: 09.12.2019 21:25:09 Gelesen: 1889# 115 @  
@ Michael Mallien [#114]

Hallo Michael,

ja, eine Auslandsverwendung im Tarif 1.4.1966 - 30.6.1971 kann ich zeigen. Hier ist eine Karte in die Schweiz, die 1970 verschickt wurde:



Zusätzlich kann ich auch noch eine Karte mit Zusatz 20 Pf. für Luftpost nach Israel zeigen. Sie stammt aus der Korrespondenz des BPP-Prüfers Weigelt:



Die Auslandskarten waren die ersten Ganzsachenausgaben im Wertstempelmuster der zweiten Bauwerke-Serie, weil es in der ersten Serie keinen Wert zu 30 Pf. gab. Dieser wurde benötigt, als das das Auslandsporto zum 1.4.1966 auf 30 Pf. angehoben wurde. Gleichzeitig entschloss sich die Bundespost, die Dauerserie mit den Bauwerken in 'verbesserter Aufmachung' auszugeben und eine eigene Rollenmarken-Dauerserie zu verausgaben. Das waren dann die Marken mit dem Brandenburger Tor, die es nicht auf amtlichen, sondern nur auf Privatganzsachen eingedruckt gibt.

Der Wert zu 20 Pf. im Großformat wurde erst Ende 1967 ausgegeben, wobei die Ganzsachen gleichzeitig mit der Marke erschienen. Deshalb konnte man sie auch mit dem Ersttagsstempel entwerten lassen, wie auf dieser Karte in die DDR:



Viele Grüße
Clemens
 
piems Am: 09.12.2019 21:50:18 Gelesen: 1885# 116 @  
Hallo zusammen,

ich mache gleich mit der Inlandsdoppelkarte (P 94) weiter. Hier der Frageteil, portorichtig im Inlandsverkehr gelaufen:



Die Doppelkarte konnte auch im Verkehr mit der DDR verwendet werden. Hier zeige ich einen Antwortteil, der von Hartmannsdorf (bei Chemnitz, damals Karl-Marx-Stadt) zurück in die Bundesrepublik geschickt wurde:



Auch im ermäßigten CEPT-Auslandsverkehr konnte die Doppelkarte bis Mitte 1971 eingesetzt werden. Gemäß den UPU-Bestimmungen mussten Zusatzleistungen mit Briefmarken der Postverwaltung des Einlieferers frankiert werden.

Dazu zeige ich diesen Antwortteil aus den Niederlanden, der leider einen etwas undeutlichen Stempel vom 2.4.1970 trägt und bei dem 100 Cent für Einschreiben ergänzt wurden:



Viele Grüße
Clemens
 
Michael Mallien Am: 10.12.2019 21:22:51 Gelesen: 1852# 117 @  
Lieber Clemens,

herzlichen Dank für die weiteren schönen Beispiele.

Auch im ermäßigten CEPT-Auslandsverkehr konnte die Doppelkarte bis Mitte 1971 eingesetzt werden.

Generell war es ja so, dass zum 1.7.1971 die deutschen Wertstempel der Antworthälften von Auslandskarten ihre Gültigkeit verloren. Auslands-Doppelkarten wurden nicht mehr ausgegeben. Die P 95 war die letzte Ganzsache dieser Art.

Hier ist eine P 95 mit Stempel aus Hilden vom 27.12.1970. Die Antwortkarte hängt dran, ist aber unbenutzt.



Eine bis zum 30.6.1971 verwendete Antwortkarte ist also durchaus beachtenswert!

Ich muss gestehen, dass ich gebrauchte Bund-Ganzsachen nun schon seit Anbeginn meiner Bund-Sammlung sammle. Bisher jedoch mehr als Ergänzung. All die Feinheiten habe ich kaum beachtet. Die Beschäftigung mit den Ganzsachen in diesem Thema offenbart mir, was für Möglichkeiten in diesem Sammelgebiet noch stecken. Ich werde jetzt wieder mehr die Augen offen halten.

Viele Grüße
Michael
 
ginonadgolm Am: 11.12.2019 08:25:08 Gelesen: 1830# 118 @  
@ Michael Mallien [#117]

Hallo Michael,

hier zwei gebrauchte Antwortkarten der P95.



Beste Grüße von
Ingo aus dem Norden
 
Michael Mallien Am: 21.12.2019 12:57:41 Gelesen: 1678# 119 @  
@ ginonadgolm [#118]

Hallo Ingo,

wunderbar, danke für's Zeigen!

Ich komme nun zu den letzten beiden Ganzsachen-Postkarten mit Wertstempeln Deutsche Bauwerke dieses Themas hier. Mit der P 97 und der Doppelkarte P 98 kam es zu einem geänderten Layout: Für die Anschrift wurden nun sechs Punktzeilen vorgedruckt. Vorher waren es fünf.

P 97 innerhalb von München verwendet am 6.4.1971:



Doppelkarte P 98 mit verwendetem Frageteil und schönem Stempel RICHELSDORF / 30.12.70-11 / 6441:



Dem Wunsch des Versenders wurde offenbar nicht entsprochen.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 30.12.2019 08:33:05 Gelesen: 1460# 120 @  
Seit dem 1.7.1971 gab es neue Tarife für Postkarten. Im Inland betrug das Porto nunmehr 25 Pfennig. Die zugehörige Ganzsache erschien jedoch erst am 27.8.1971. In der Zwischenzeit konnten demnach nur auffrankierte Ganzsachen der vorherigen Ausgaben verwendet werden, also beispielsweise eine P 97 mit Zusatzfrankatur. Ganzsachensammler mögen häufig keine auffrankierten Stücke. In diesem Fall würden sie allerdings eine kurze Periode der Postgeschichte dokumentieren. Leider kann ich kein solches Stück zeigen.

Mit dem Wertstempel der Dauerserie Brandenburger Tor sind keine amtlichen Ganzsachen-Postkarten im Michelkatalog verzeichnet. Es geht erst weiter mit dem Wertstempel Bundespräsident Dr. Gustav Heinemann an eben jenem 27.8.1971.

Hier ist eine P 101, die am 8.6.1972 von Kassel nach München ging.



Die neuen Porti vom 1.7.1971 galten nur für genau ein Jahr. Am 1.7.1972 stieg das Porto für Inlands-Postkarten auf 30 Pfennig. Im Postamt Waldshut wurde daraufhin ein Provisorium hergestellt, indem den Postkarten ein Freistempel-Wertrahmen zu 5 Pfennig beigedruckt wurde. Dieses so genannte Waldshut-Provisorium wurde zwar nicht genehmigt, ist von Sammlern jedoch durchaus gesucht. Mein Exemplar der P 101 Waldshut wurde für ein Preisausschreiben verwendet. Es ging am 17.8.1972 von Waldshut nach München.



Die Ganzsachen-Philatelie Deutschlands blieb auch Anfang der 1970er Jahre spannend.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 10.01.2020 11:48:27 Gelesen: 1260# 121 @  
Mit dem Ansteigen des Postkarten-Portos von 25 auf 30 Pfennig erschien am 20.6.1972 die P 102 zu 30 Pfennig für den Inlandspostverkehr. Der Stichtag für den neuen Tarif war der 1. Juli 1972. Insofern wäre eine Verwendung der P 102 in den letzten Junitagen interessant z.B. als auffrankierte Auslandskarte.

Mein Beispiel der "Allerweltskarte" P 102 hat zumindest einen unter Philatelisten prominenten Adressaten, nämlich den Bundesprüfer Alfred Lippschütz. Die Karte trägt einen Stempel vom 6.11.1973.



Die Auslands-Postkarte P 103 zu 40 Pfennig hatte wieder nur einen kurzen Verwendungszeitraum für genau diesen Zweck, nämlich von September 1971, dem Erscheinungsmonat bis Juni 1972, dem Ende der Portoperiode. Eine solche Verwendung kann ich nicht zeigen. Ab dem 1.7.1974 konnte die Karte für den Inlandspostverkehr verwendet werden, wie dieses Beispiel mit Stempel aus Kiel vom 26.7.1974:



Mit der P 102 erschien zeitgleich die neue Auslands-Postkarte zu 50 Pfennig entsprechend des neuen Tarifs zum 1.7.1972. Hier ist eine P 104 vom 4.8.1973 aus Bayreuth nach Bad Kleinkirchheim, Österreich:



Viele Grüße
Michael
 
GSFreak Am: 10.01.2020 13:54:05 Gelesen: 1237# 122 @  
@ Michael Mallien [#121]

Hallo Michael,

ich habe in meiner Sammlung eine gebrauchte P 103 mit einem Schiffspoststempel vom 01.04.1972. Gilt das als portogerecht gelaufen? Damit habe ich mich bisher noch nicht beschäftigt.



Gruß Ulrich
 
Michael Mallien Am: 10.01.2020 14:15:47 Gelesen: 1231# 123 @  
@ GSFreak [#122]

Hallo Ulrich,

das ist eine gute Frage. Ich vermute, dass die Karte nicht portogerecht gelaufen ist, denn die 40 Pfennig galten als Porto von Deutschland in das Ausland, was hier definitiv nicht der Fall ist.

Ich vermute weiterhin, dass die Nationalität des Schiffes das Abgangsland definiert. Wenn die Prinz Hamlet unter deutscher Flagge fuhr, dürfte nach meinem Verständnis das Inlandsporto gegolten haben. Mit Schiffspost kenne ich mich jedoch nicht aus.

Viele Grüße
Michael

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=9703&CP=0&F=1
 
Michael Mallien Am: 19.01.2020 12:49:46 Gelesen: 939# 124 @  
Im Michelkatalog stehen als Ausgabedaten für die ersten Heinemann-Ganzsachen-Postkarten zu 25 Pfennig der 27.8.1971. Wie in [#120] angemerkt gab es in der Zeit vom 1.7.1972, dem Beginn der neuen Portoperiode, bis zu diesem Ausgabedatum keine portogerechten Ganzsachen-Postkarten.

Mir liegt nun eine Doppelkarte (P 105) vor, die einen Stempel vom 17.8.1971 trägt:



Hier noch einmal Wertstempel und Poststempel vergrößert:



Im Michelkatalog steht auch für diese Ganzsache das Ausgabedatum 27.8.1971. Entweder stimmt die Angabe im Michel nicht oder es kam im Postamt Richelsdorf zu einer Fehleinstellung des Stempels. Es wäre spannend mehr über dieses Datum zu erfahren. Eine Möglichkeit ist die Prüfung eurer Bestände: Wenn jemand von euch 25-Pfennig-Ganzsachen Heinemann mit Stempeldaten aus der Zeit vom 1.7.1971 bis 26.8.1971 hat, dann möge er sie bitte hier zeigen!

Viele Grüße
Michael
 
Frankenjogger Am: 19.01.2020 15:03:34 Gelesen: 916# 125 @  
@ GSFreak [#122]
@ Michael Mallien [#123]

Vor ein paar Jahren habe ich mir mal ein Exemplar des Weltposthandbuches von 1948 für meine philatelistische Literatursammlung gegönnt. Endlich kann ich es auch mal praktisch nutzen.

Dort steht unter "Artikel 51 Freimachung der Briefsendungen an Bord von Schiffen" unter dem Zusatz 1):

1) Jedes Schiff kann auf See Postwertzeichen seines Heimatlandes verwenden (Urk. London Band I S. 1491). Für die auf Deutschen Schiffen auf See eingelieferten Sendungen nach Deutschland oder irgend einem anderen Land werden die Gebühren des allgemeinen Vereinsdienstes (allgemeine Auslandssätze) erhoben; verkehren diese Schiffe, ohne fremde Häfen zu berühren, nur zwischen deutschen Häfen, so unterliegen die auf See eingelieferten Sendungen denselben Gebühren wie die in Deutschland eingelieferte Briefpost."

Ich denke mal, dass diese Vereinbarung auch noch 1972 Gültigkeit hatte.

Das heißt jetzt aber noch nicht, dass die Ganzsache portogerecht ist. Dazu müsste man wissen, wo dieses Schiff fuhr. Es lässt sich auch an keiner Beschriftung oder Markierung erkennen, wo die Karte geschrieben wurde (außer an Bord des Schiffes), und in welchem Land sie aufgegeben wurde. Im Jahre 1972 kommt noch erschwerend hinzu, dass viele europäische Länder schon dem CEPT-Abkmmen beigetreten waren, somit eine Zuordnung evtl. noch schwerer ist.

Es dürfte also schwierig sein, diese Karte als hundertprozentig portogerecht einstufen zu können.

Ich hoffe ich konnte etwas Klarheit schaffen,
Klemens
 
Regis Am: 19.01.2020 15:49:45 Gelesen: 905# 126 @  
@ GSFreak [#122]

Die MS Prinz Hamlet war ein Fährschiff auf der Linie Hamburg - Harwich (Autofähre).

Danach galt Auslandsgebühr für alle Sendungen - auch nach Deutschland.

MfG Regis
 
Frankenjogger Am: 19.01.2020 20:32:27 Gelesen: 875# 127 @  
@ Regis [#126]

Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Steht ja auf dem Stempel sogar drauf.

Somit portorichtig. Danke.

Gruß, Klemens
 
Michael Mallien Am: 26.01.2020 12:24:10 Gelesen: 603# 128 @  
Die P 106 ist die Doppelkarte für den 30-Pfennig-Tarif ab 1.7.1972. Frage- und Antwortteil kann ich als unabhängig verwendete Inlandspostkarten zeigen.

P 106 F mit Stempel OSNABRÜCK vom 10.7.1972. Leider etwas fleckig



P 107 A mit Stempel HAMBURG vom 4.2.1974, innerorts verwendet.



Viele Grüße
Michael
 

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