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Thema: Aus den Erivan Haub Auktionen
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Heinz 7 Am: 06.06.2020 23:41:44 Gelesen: 8965# 41 @  
1967 gab Hartmut C. Schwenn eine 32-seitige Broschüre heraus: "Schwenn Report". Er warb darin für seine Briefmarkenfirma, die damals äusserst erfolgreich war.

Auf Umschlag-Seite 2 prangte der eben erst durch ihn verkaufte Brief "Baden, Stockach Provisorium". An einer Auktion konnte Hartmut C. Schwenn die Sammlung Anderegg verkaufen; und darin war auch dieser grossartige Brief enthalten.



Der Zuschlag 1966 oder 1967 war offenbar DM 84'000. Zwanzig Jahre später war das Los wieder zum Verkauf ausgeschrieben, an der 5. Auktion von John R. Boker, am 14.3.1987 in Wiesbaden (Los 22). Heinrich Köhler sah einen Schätzpreis von DM 250'000 vor. Dieser Preis wurde dann auch bezahlt; heute wissen wir, dass Erivan Haub der Käufer war.

Es ist schön, wenn wir unsere "Ikonen der Philatelie" wiedersehen! Ich freue mich auf die Auktion. Es ist ein schönes Angebot, dass Ende Juni zum Verkauf kommt; die Auktion umfasst immerhin 316 Lose.

Nun wird also das Stockach-Provisorium auf Brief von Freiburg wieder ausgerufen. Ich habe mich schon über die Ausrufpreise von Erivan Haub-Losen geäussert. Ich weiss nicht, ob die Situation 1987 so viel besser war als heute, 33 Jahre später. Falls der Brief nun, 2020, zum Ausruf verkauft wird, war dieser Ankauf aus finanzieller Sicht für den letzten Käufer keine sehr gute Wertanlage.

Die Luft ist dünn in solchen Höhen. Oft gibt es für bestimmte Sammelstücke nur wenig Käufer; manchmal sogar gar keine (besonders ambitionierte). Dies ist eine Chance für vermögende Händler, die bei Gelegenheit solche Traumstücke günstig kaufen können. Es gibt ein paar Raritätenhändler, die leben sehr gut von ihrem Geschäft.

Für den Grossteil der Sammler ist die Briefmarke als Wertanlage aber äusserst risikoreich. Zum Glück aber gibt es auch viele Philatelisten, die sehen den finanziellen Aspekt ihrer Sammelstücke nur als zweitrangig an. Für sie zählt in erster Linie die Freude und der Stolz, eine gesuchte Weltrarität gewonnen zu haben. Darum nennt man diese Käufer "Philatelisten" (frei übersetzt: Liebhaber von Briefmarken).

Wir blicken am 27.6.2020 gespannt nach Wiesbaden.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 30.06.2020 09:37:34 Gelesen: 8732# 42 @  
@ Heinz 7 [#41]

Die Auktion ist erfolgt! Die Resultate sind bekannt.

Es ist einmal mehr "heiss" zugegangen, wenn wirklich die Besten zum Verkauf kommen. Meine Leser wissen, dass ich mich "unwohl" fühlte bei einem Ausrufpreis von nur Euro 100'000 für diesen einmaligen Baden-Brief.

Nun, die Bedenken, der Brief könnte "unter Wert" verkauft werden, haben sich als unbegründet herausgestellt. An der Auktion wurde der Brief heftig beboten und der Hammer fiel erst bei Euro 300'000. Dazu kommen die üblichen Provisionen, die ja leider immer höher werden. Das ergibt einen stolzen Gesamt-Preis.

Aber damit hat sich der Brief behauptet, dort, wo er hingehört - zu den besten und teuersten Briefen weltweit.

Gratulation! Ich freue mich, wenn "Altdeutsche Staaten" in der ersten Liga mitspielen!

Heinz
 
bayern klassisch Am: 30.06.2020 12:54:02 Gelesen: 8679# 43 @  
Lieber Heinz,

nicht ganz vergessen sollte man den Ersttagsbrief Bayerns mit der 6 Kreuzer Marke vom 1.11.1849, der für 10.000 Euro ausgerufen, satte 95.000 Euro plus Zuschläge gebracht hat. Meines Wissens wohl der mit riesigem Abstand teuerste Ersttagsbrief Bayerns und wohl von ganz Altdeutschland überhaupt. Man fragt sich, was da ein Schwarzer Einser gebracht hätte? Aber egal, es wurde brutto auch so 6stellig und auf dem Niveau wird die Luft natürlich schon recht dünn - für mich leider viel zu dünn als Flachlandtiroler.



Begleitet von einem makellosen Attest vom Stegmüller Franz und den Provenienzen Boker und Haub war natürlich klar, dass hier Untergeboten kaum Aussichten hatten, erfolgreich zu sein, aber selbst mir als altem Bayern- und Auktionshasen sträubten sich die Nackenhaare, als dieser Zuschlag erteilt wurde.

Die Beschreibung bei Köhler war gut, aber nicht ganz perfekt. Die unterschiedlichen Stundenangaben bei der Abstempelung des Briefes und der Marke rührten daher, dass in den frühen Morgenstunden jemand die neuen Marken bereits gekauft hatte und später, nach Verfassens des Briefes, diesen in den Briefkasten einwarf.

Als er geleert wurde, waren erst einmal alle darin liegenden Briefe Aufgabe zu stempeln und erst danach schaute man, ob das erstmals von den mündigen Kunden verklebte Franko auch zutreffend appliziert worden war. Dies war mit 6 Kreuzern offenbar der Fall und jetzt, nach der Prüfung aller Modalitäten, konnte die Marke entwertet werden.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Richard Am: 08.07.2020 09:27:19 Gelesen: 8441# 44 @  
Dritte Auktion Sammlung ERIVAN: 300.000 Euro für Briefmarke Stockach-Provisorium

Extreme Aufsteigerungen bei Auktion in Wiesbaden | Sammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub macht Investition in Briefmarken attraktiv


Wiesbaden, 29. Juni 2020 – 316 berühmte Briefmarken und Briefe haben stolze neue Besitzer gefunden. Vergangenen Samstag fand die dritte Auktion zum Sammelgebiet Altdeutsche Staaten der Briefmarkensammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub statt. Sie gilt als eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen der vergangenen hundert Jahre. Höhepunkte der Auktion am 27. Juni: Das Stockach-Provisorium aus Baden kam für 300.000 Euro (Startgebot: 100.000 Euro) unter den Hammer. Ein Bogenteil mit Bayerns Schwarzem Einser wechselte für 260.000 Euro den Besitzer (Startgebot: 100.000 Euro). Ein Helgoland-Brief aus der britischen Kolonialzeit erzielte 100.000 Euro (Startgebot: 30.000 Euro) und ein Preußen-Brief mit halbierter Briefmarke 130.000 Euro (Startgebot: 50.000 Euro). Ausgerichtet wurde die Versteigerung vom ältesten Briefmarkenauktionshaus Deutschlands, dem Auktionshaus Heinrich Köhler in Wiesbaden.

Die versteigerten Briefmarken und Briefe erzielten insgesamt mehr als 2,5 Millionen Euro. Extreme Aufsteigerungen und intensive Bieterkämpfe waren bei der außergewöhnlichen Auktion an der Tagesordnung. So steigerten eingefleischte Sammler einen Brief aus Württemberg mit seltenem Mühlradstempel auf 110.000 Euro bei einem Startgebot von 10.000 Euro. Zuletzt wurde der Brief 1988 bei einer Auktion für umgerechnet circa 29.000 Euro erworben. Die Sammlung ERIVAN hat eine bis heute andauernde Dynamik in der philatelistischen Welt ausgelöst. Das war am Samstag in Wiesbaden deutlich spürbar.

„Das Interesse an der dritten Auktion der Altdeutschland-Philatelie und die Ergebnisse haben uns geradezu überwältigt. Bei allen Sammelgebieten von Baden bis Württemberg war die Motivation riesig. Fünf Briefe und Briefmarken wurden bis in den sechsstelligen Bereich gesteigert“, sagt Dieter Michelson, geschäftsführender Gesellschafter des Auktionshauses Heinrich Köhler. „Über 1.200 verschiedene Sammler und Händler aus der ganzen Welt haben mitgeboten. Sie beteiligten sich im Saal, am Telefon oder online.“

Die Highlights im Detail:

• Das Stockach-Provisorium gehörte zu den begehrtesten philatelistischen Stücken der Auktion. Der Wert ergibt sich aus einem Makel: Die 3-Kreuzer-Briefmarke ist versehentlich ohne Zähnung statt mit Zähnung an das Postamt in Stockach/Baden ausgeliefert worden. Bei der letzten Versteigerung des Stücks im Jahr 1987 fiel der Zuschlag bei umgerechnet circa 140.000 Euro (280.000 DM).

• Ein Bogen mit 40 Exemplaren der ersten Briefmarke Deutschlands, dem ein Kreuzer Schwarz aus Bayern, kam nach über 90 Jahren das erste Mal wieder unter den Hammer. Auch hier bestimmt ein Versäumnis den hohen Wert, die Trennung des Bogens wurde vergessen.

• Der seltene Helgoland-Brief mit Hamburger Briefmarke von 1866 ist Zeuge der Zeit, als die Insel die kleinste Kronkolonie des Britischen Weltreiches war. 1890 übertrug das Vereinigte Königreich die Nordseeinsel an das Deutsche Reich.

• Der preußische Brief mit der sogenannten Bromberg-Halbierung, einer diagonal halbierten Briefmarke, wurde unbeanstandet befördert, obwohl die Verwendung halber Briefmarken nicht vorgesehen war. Fast eine Sensation bei der sonst sprichwörtlichen preußischen Folgsamkeit.

Außergewöhnliche Sammlung

„Wir erleben zurzeit historische Momente der Philatelie, die Auswirkungen auf die gesamte internationale Branche haben. Die Ergebnisse der dritten Auktion zeigen, dass wir momentan wirklich von außergewöhnlichen Zeiten sprechen können. Die Beschäftigung mit Briefmarken und die Philatelie, ein Hobby, das Sammler in den eigenen vier Wänden betreiben können, ist wieder in den Fokus gerückt“, sagt Karl Louis, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter des Heinrich Köhler Auktionshauses. „Die Sammlung wurde aus dem Schrank oder vom Dachboden geholt und die Faszination Briefmarke blüht auf. Viele Sammler haben die Briefmarke auch als Investition in ein spannendes Hobby wiederentdeckt, was nicht zuletzt die Ergebnisse vom Samstag belegen.“

Die einmalige Sammlung ERIVAN umfasst viele Unikate sowie äußerst seltene Marken und Briefe, die in dieser Erhaltung kaum zu übertreffen sind. Sie ist unterteilt in Kollektionen der Sammelgebiete „Altdeutsche Staaten“, „Lokalausgaben und Private Postdienste der Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert“, „Postbeförderung mit Zeppelinen“, „Schweizer Kantonal- und Bundesmarken“, „Österreich und Lombardei-Venetien“ sowie „Raritäten aus aller Welt“. Die Unternehmen des Global Philatelic Network, Heinrich Köhler in Wiesbaden, H.R. Harmer in New York und Corinphila Auktionen in Zürich steuern die Versteigerungsserie mit rund 8.000 Auktionslosen, die zwischen 2019 und 2023 30 Briefmarkenauktionen in Wiesbaden, New York, Zürich, Stockholm und Essen umfasst.

Die nächsten Auktionen finden im Herbst 2020 statt.
 
Richard Am: 18.08.2020 09:18:07 Gelesen: 7729# 45 @  
Rückschau auf die 3. Erivan „United States“-Auktion in New York am 7. August 2020

(pcp-wm) - Eine Erivan-Auktion ist nicht nur in Wiesbaden oder Zürich etwas Besonderes. In den USA finden die Versteigerung auch hohe Beachtung und eine rege Nachfrage. Kein Wunder, hat der frühere Milliardär Erivan Haub doch während seines philatelistischen Lebens Schönheiten und Seltenheiten der frühen amerikanischen Geschichte angehäuft, die seinesgleichen sucht. Der persönliche Bezug zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten war durch Haubs frühe Ausbildungsgeschichte gegeben, dem er später als Konzernlenker auch andere bekannte Wirtschaftsengagements folgen ließ. Bis zuletzt verbrachte er einen Teil des Jahres auf seiner Ranch in den USA, hütete dort einen Teil seiner Schätze und förderte ihm und seiner Frau Helga wichtige Kulturvorhaben.

Diese dritte Versteigerung enthielt zwar nur 163 Lose, ähnlichwie zuvor aufgeteilt nach United und Confederate States, zu denen exquisites Material von den frühen Postmaster-Ausgaben (Provisionals) bis hin zu Carriers und Locals sowie Fancy Cancellations enthalten waren. Gerade letztere scheinen seit geraumer Zeit amerikanische Sammler fast in den Wahnsinn zu treiben. Anders kann man es kaum formulieren, wenn man die Zuschläge betrachtet.

Sicherlich war der Gesamtausruf der 163 Lose mit 494.630 US-$ maßvoll angesetzt. Dass von diesen aber 157 (!) verkauft wurden, beweist das breite Interesse. Eine Verkaufsquote von 96,3 % kann man nur als bombastisch bezeichnen. Dem stand der Gesamterlös aller zugeschlagenen Lose in Höhe von 1.181.705 $ nicht nach. Es gelang also, den Ausruf um fast das zweieinhalbfache zu steigern! Nicht schlecht, Herr Specht! Immerhin muss der Käufer noch das Aufgeld dazu rechnen, dann waren viele Lose kein Billiger Spaß.



Ein namhafter deutscher USA-Kenner, der gerade mit dem Matereial der Konföderierten Staaten sehr vertraut ist, soll gesagt haben: „Da ist kein Los billig weggegangen!“ Recht hatte er, wie der Blick auf einzelne Steigerungen ergab. Los 49 kletterte von 750 $ auf 10.000 $! Ein Beleg des Pony Express (Los 54) von 30.000 $ auf unglaubliche 210.000 $! Selbst niedrig ausgerufene Lose wie Nr. 60 (Beleg vom Western Express) brachten es mal locker von 100 $ auf 1.400 $ oder Los 61 von 150 auf 5.000 $! Dem stand Los 102 (General Issues) mit Ausruf 150 $ und Zuschlag von 3.250 $ kaum nach. Dass Fancy Cancellations gefragt sind, wusste man. Dass aber der Stempel „Mann mit der Pfeife“ (Los 112) deshalb von 7.500 $ auf 45.000 $ klettern würde, hätte wohl kaum einer zu prophezeien gewagt. Noch höher stieg Los 114 (African American Profile-Stempel). Immerhin war das exzellent erhaltene Stück bereits mit 25.000 $ angesetzt. Es brachte 120.000 $. Last but not least erzielte ein Union Patriotic Cover (Los 157) 1.200 $. Der Ausruf hatte bescheidene 50 $ betragen!

Anders als bisher, hatten dieses Mal die Käufer nicht das Internet, sondern das Telefon bevorzugt. Sie wollten auf Nummer sicher gehen und Telefonbieter stellten die höhere Zahl der Käufer. Global Philatelic Network-Chef Dieter Michelson berichtete: „Die Auktion sollte um 15.00h Ortszeit beginnen. Um 15.45h ging es dann los. Das letzte Los war um 21.00h Ortszeit in Manhattan zugeschlagen. Bei einer 30minütigen Pause sind das sage und schreibe 4 Stunden 45 Minuten für 163 Lose. Das sind 34 Lose pro Stunde!“ Die Zahlen verdeutlichen aber, wie die sicherlich nennenswerte Zahl der Internetbieter zur Steigerungs-Orgie beigetragen haben, auch wenn sie letztlich nicht erfolgreich waren.

Nun ja, Michelson mag sich trösten, auch wenn die Versteigerung so weniger Lose so viel Zeit in Anspruch genommen hat. Dafür waren die Verkaufswerte enorm. Dann arbeitet man auch schon einmal ein oder zwei Stündchen länger, oder?
 
Richard Am: 25.08.2020 09:42:17 Gelesen: 7519# 46 @  
2. Erivan-Auktion Österreich & Lombardo-Veneto am 9. September bei Corinphila in Zurich

(pcp-wm) - 91 ausgewählte Schönheiten der klassischen Philatelie kommen bei dieser 2. Versteigerung dieses Teil der Erivan-Sammlung unter den Hammer. Dabei sind zahlreiche kleine Lose ab 10 Euro, natürlich auch Lose im vier- und fünfstelligen Bereich, aber alle haben eines gemeinsam: Gute Erhaltung, saubere Stempel und dekorative Schönheit. Viel Stücke sind aus der früheren legendären Sammlung von Dr. Anton und Elisabeth Jerger, die vor rund 15 Jahren ebenfalls von Corinphila versteigert wurde.

Das Highlight dieses zweiten Teiles ist sicherlich die 5c von 1852 im Dreierstreifen mit anhängendem Andreaskreuz. Nur vier solcher Marken sind überhaupt mit einem Andreaskreuz bekannt, davon zwei lose Einzelmarken und ein Dreierstreifen. Dies hier ist der einzige bis heute bekannte Brief mit einer solchen Frankatur und der Ausruf von 100.000 CHF trägt der Seltenheit Rechnung.

Generell darf man die Ausrufpreise als sehr maßvoll einschätzen und es ist wie bei der ersten Versteigerung dieser Gebiete aus der Sammlung von Erivan Haub auch dieses Mal damit zu rechnen, dass die späteren Zuschläge deutlich höher angesiedelt sind.

Interessenten können den Katalog bei http://www.corinphila.ch oder bei http://www.philasearch.com einsehen.
 
10Parale Am: 25.08.2020 20:47:14 Gelesen: 7418# 47 @  
@ Richard [#46]

Der Katalog ist eine Augenweide. Zu fast jedem Los gibt es ein Bild mit einem Bezug dazu (z.B. Postamt in Biechowitz - Böhmen Los 7002 Stabstempel). Oder auch die hübsche Gräfin Guidobaldine von Kuefstein auf einen an Sie gerichteten Brief mit einer 2 Kreuzer Marke (Los 7006).

Auch von Siebenbürgen gibt es 2 Lose, eines davon zeigt einen sehr seltenen Achterstreifen der 6 Kreuzer braun, mehrfach abgestempelt in Kronstadt (Brasov).
Ich bin froh, dass das etwas vernachlässigte, aber prägende Siebenbürgen hier auch zur Geltung kommt.

Überhaupt wird diese Woche sehr spannend sein. Ich verweise nur auf die Lose von Bermuda, die in einem weiteren Katalog angeboten werden. Ich habe mich zum ersten Mal zum Live Bieten angemeldet, weil es eben Corona gibt. Zudem bin ich tageweise nicht zu Hause und kann dann alles gemütlich im ICE oder aus dem Hotel mitverfolgen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Richard Am: 25.11.2020 09:43:22 Gelesen: 6314# 48 @  
„Außerirdische“ Zuschläge bei der 4. Altdeutschland-Erivan-Auktion

(AIJP/pcp-wm) - Gespannt schauten viele Philatelisten am 21. November 2020 nach Wiesbaden, wo das Auktionshaus Heinrich Köhler weitere 265 Einzellose aus der mittlerweile legendären „Erivan-Sammlung“ des verstorbenen Unternehmers Erivan Haub präsentierte. Wer die Versteigerung am Bildschirm verfolgte, musste sich in Geduld fassen, denn für die 267 Lose wurden rund sechs Stunden benötigt, was einen Schnitt von 44 Losen pro Stunde entspricht. Bereits diese Zahl macht deutlich, dass sich die zahlreichen Bieter um nahezu jedes Los heiße Gefechte lieferten, denn von den 265 Losen wurden 260 verkauft. Das entspricht einer Traumquote von rund 98 Prozent. Nur fünf Lose blieben liegen.

Noch deutlicher wird das Ergebnis, wenn man die Gesamtzahlen betrachtet. Der Ausrufpreis aller Lose lag bei 875.000 Euro, der Zuschlag aber fast beim dreifachen (genau: 2,91-fachen), nämlich bei 2.545.000 Millionen Euro. Kaum zu glauben, aber wahr.

Dieter Michelson, Geschäftsführer des Wiesbadener Auktionshauses und Mitinhaber des Global Philatelic Network, zu dem das Haus zählt, meinte dazu am Tag nach der Auktion auf Anfrage:

„Ich bin immer noch überwältigt von den Eindrücken von gestern. Hier wurden die schon für nicht übertreffbar scheinenden Zuschläge von den Boker-Versteigerungen teilweise verdoppelt und noch mehr übertroffen. Ich bin fasziniert mit welchem Weitblick und welcher klugen Wertschätzung Erivan Haub seine Sammlungen zusammentrug. Seltenheit, Qualität und zusätzliche nicht-philatelistische Werte wie Ästhetik, Kuriosität und geschichtliche Aussagekraft prägen diese Sammlungen. Diese Werte werden heute mit zeitlicher Verzögerung von der jetzigen Sammlergeneration geschätzt und letztlich – bezahlt.“

Aber er legte auch Wert auf die Feststellung: „Das spektakulärste Resultat war sicher der Lübeck-Brief mit dem Fünferstreifen der Nummer 1 in Höhe von 430.000 Euro. Wie gesagt, das war das spektakulärste Resultat. Das kleine und mittlere Material, was natürlich auch in diesen Sammlungen enthalten ist, brachte ebenso unglaubliche Ergebnisse! Jeder möchte ein Stück ERIVAN in seiner Sammlung haben. Der Trend zum Investment in das Hobby hält nach wie vor an und hat sich bei dieser Auktion nochmal verstärkt. Alle freuen sich schon jetzt auf ERIVAN V!“

Der erwähnte Lübeck-Brief, der auch den Katalogtitel zierte, stieg von 80.000 Euro Ausruf auf dieses schier unglaubliche Resultat von 430.000 Euro. Ebenso rekordverdächtig war der sog. König-Carol II-Brief mit dem waagerechten Kehrdruckpaar der 1 Kreuzer schwarz von Baden (Los 10), der für 100.000 Euro angesetzt war, letztlich aber 320.000 Euro Zuschlag erzielte. Zuschläge zum 10- oder noch weit Mehrfachen waren bei weitem nicht die Ausnahme. Gerade einmal 15 Lose gingen zum Ausruf weg, alles andere erlebte phänomenale Steigerungen. Selbst die vielen kleineren dreistellig angebotenen Lose. Wie sagte Michelson: „Jeder möchte ein Stück ERIVAN in seiner Sammlung haben.“ Das erklärt wohl alles.


 
Richard Am: 15.02.2021 09:13:26 Gelesen: 5280# 49 @  
Schweizer Briefmarken der Sammlung ERIVAN erzielen Höchstpreise bei der zweiten Auktion am Samstag, dem 30. Januar 2021 in Zürich

(Zürich, wb/pcp) - Der legendäre Greifensee-Brief, die Ikone der eidgenössischen Philatelie, war der Höhepunkt der heutigen Briefmarkenauktion in Zürich. Ein anonymer Bieter ersteigerte den wertvollen Brief für CHF 650'000.– (inkl. Käuferprovision). Das Startgebot lag bei CHF 300'000.–. Ausgerichtet wurde die Versteigerung von Corinphila Auktionen AG, gegründet 1919 und damit ältestes Briefmarkenauktionshaus der Schweiz. Der Greifensee-Brief war Teil der beispiellosen Briefmarkensammlung „Schweizer Kantonal- und Bundesmarken“ des deutschen Unternehmers Erivan Haub.

Die heute versteigerten Briefmarken und Briefe der Sammlung ERIVAN erzielten insgesamt mehr als 1,5 Milionen Schweizer Franken. Extreme Aufsteigerungen und intensive Bieterkämpfe waren bei der aussergewöhnlichen Auktion an der Tagesordnung. So steigerten eingefleischte Sammler einen Brief aus Stäfa ZH mit Viererblock-Frankatur der „Winterthur“ nach Frauenfeld bei einem Startgebot von CHF 75'000.– auf CHF 280'000.– (inkl. Käuferprovision). Die Sammlung ERIVAN ist die bedeutendste Versteigerungsserie exklusiver Briefmarken seit Jahrzehnten. Sie hat eine bis heute andauernde Dynamik in der philatelistischen Welt ausgelöst. Das war am Samstag in Zürich deutlich spürbar.

Erste Briefmarken der Schweiz

Unbestrittener Höhepunkt der heutigen Auktion war das Ergebnis für den Greifensee-Brief. Das vom Notariat Greifensee zur Post gegebene und an das Gemeindeammann-Amt in Wildberg adressierte Einschreiben vereint die beiden ersten Briefmarken der Schweiz. Der Brief ist mit einer sogenannten „Zürich-4-Rp.“ und zwei „Zürich-6-Rp.“ von 1843 frankiert. In dem Brief wird über den Konkurs einer Baumwollspinnerei aus Zell im Tösstal und deren gerichtliche Verhandlung informiert.

Das zweite Highlight war der Winterthur-Viererblock-Brief. Der Brief stammt aus der Übergangszeit von der Zürcher Kantonalpost bis zur Ausgabe der ersten Bundesmarken 1850. Frankiert mit vier Exemplaren der Lokalmarke „Winterthur“ im Wert von 2½ Rp. ging der Brief 1850 aus der Zürcher Gemeinde Stäfa nach Frauenfeld, adressiert an den bekannten Thurgauer Mediziner und Politiker Johannes Keller. Der Brief stammt von einem anderen Arzt und behandelt medizinische Probleme.

Aussergewöhnliche Ergebnisse

„Wir erleben zurzeit historische Momente der Philatelie, die Auswirkungen auf die gesamte internationale Branche haben. Die Ergebnisse der zweiten Schweiz-Auktion zeigen, dass wir wirklich von aussergewöhnlichen Zeiten sprechen können. Die Beschäftigung mit Briefmarken und Philatelie, ein Hobby, das Sammler in den eigenen vier Wänden betreiben können, ist wieder in den Fokus gerückt“, sagt Antoine Clavel, Geschäftsführer von Corinphila Auktionen. „Viele Sammler haben die Briefmarke als geistige Reise zu entfernten Orten oder die Vergangenheit wiederentdeckt. Das belegen nicht zuletzt die Ergebnisse vom Samstag, die die bisherigen Ergebnisse der ERIVAN-Auktionen noch einmal übertroffen haben.“

Die einmalige Sammlung ERIVAN umfasst viele Unikate sowie äusserst seltene Marken und Briefe, die in dieser Erhaltung kaum zu übertreffen sind. Sie ist unterteilt in Kollektionen der Sammelgebiete „Schweizer Kantonal- und Bundesmarken“, „Altdeutsche Staaten“, „Lokalausgaben und Private Postdienste der Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert“, „Postbeförderung mit Zeppelinen“, „Österreich und Lombardei-Venetien“ sowie „Raritäten aus aller Welt“. Die Unternehmen des Global Philatelic Network, Corinphila Auktionen in Zürich, Heinrich Köhler in Wiesbaden und H.R. Harmer in New York steuern die Versteigerungsserie mit rund 8.000 Auktionslosen, die zwischen 2019 und 2023 insgesamt 30 Briefmarkenauktionen in Zürich, Wiesbaden, New York, Stockholm und Essen umfasst. Die nächsten Auktionen finden im Frühjahr 2021 statt.



Los 7003: Der legendäre „Greifensee-Brief“ fand für CHF 650‘000.– (inkl. Käuferprovision) einen neuen Besitzer. Das Startgebot lag bei CHF 300'000.–. (Bild: Corinphila)



Los 7010: Der Brief aus Stäfa ZH mit Viererblock-Frankatur der „Winterthur“ nach Frauenfeld wurde bei einem Startgebot von CHF 75'000.– auf CHF 280'000.– (inkl. Käuferprovision) gesteigert. (Bild: Corinphila)
 
Martin de Matin Am: 28.03.2021 13:10:53 Gelesen: 4592# 50 @  
Am 24.4.2021 findet bei Köhler wieder eine Versteigerung eines Teils der Erivan Haub-Sammlung statt.

Dort wird ein ungebrauchter Viererblock der Thurn und Thaxis MiNr.16 angeboten. Das Stück stammt aus der Bokersammlung und wurde 1986 mit 8000 DM zugeschlagen.

http://www.philasearch.com/de/i_9117_60669/95_Altdeutschland_Thurn_und_Taxis/35-A376-296.html?set_sprache=de&set_gesetz_bestaetigt_jn=J&gesetz_bestaetigt_neu=J&treeparent=COSUBGRP-10280%2CCO-95&set_anbieter=35&set_auktionnr=6699&postype=PH&breadcrumbId=1616925089.1855&row_nr=12



Folgende Beschreibung steht im Katalog:

"2 Silbergroschen karminrosa im 4er-Block, sehr schön farbfrisch und allseits voll- bis überrandig, oben mit Teilen von 2 Nachbarmarken und rechts mit kleinem Teil des Bogenrandes, ungebraucht mit Originalgummi, tadellos. Wir haben nur 3 weitere Blockstücke dieser Marke registriert (ein 4er- und zwei 6er-Blocks), von diesen ist der hier angebotene qualitativ bei weitem der beste. Kleine private Signatur, Fotoattes Sem BPP (2020)

Provenienz: John Boker jr. (1986)"
Ausruf 1.000,00 EUR

Wie sagt man: Klappern gehört zum Handwerk.

Es wird Zeit, das Köhler seine Registratur auf den neuesten Stand bringt. Unten zeige ich einige Einheiten dieser Marke. Die Abbildungen sind nicht perfekt eingescannt (unscharf/fleckig), vor deutlich mehr als 10 Jahren habe ich damit angefangen um eventuell zusammengehörende Einheiten zu rekonstruieren.



Wie man sieht gibt es weit mehr Einheiten dieser Marke, wobei mehr als zwei Viererblocks bei Köhler angeboten wurden. Es gibt auch noch eine grössere Einheit als die beiden Sechserblocks. Ob der angebotene Viererblock der Qulitativ beste ist, ist jedem Betrachter selber überlassen. Preislich finde ich den Ausruf von 1000 Euro sehr stattlich, denn die Viererblocks werden meist erheblich niedriger Ausgerufen und zugeschlagen, selbst ein Sechserblock war nicht einmal für die hälfte zu haben. Die Einheiten dieser Marke werden immer wieder angeboten und teilweise auch nicht verkauft.

Gruss
Martin
 
Heinz 7 Am: 03.04.2021 11:23:56 Gelesen: 4403# 51 @  
@ Martin de Matin [#50]

Diese acht Viererblocks plus der Sechserblock beeindrucken! Ich gratuliere zu der sauberen Recherche-Arbeit.

Richard hat im "allgemeinen" Auktionsvorschau-Thema ja auch schon auf die 5. Haub Auktion hingewiesen, und dabei die Titelseite gezeigt, einen super-Brief aus Bremen nach Liverpool.

Köhler hat bisher auf allen 5 Titelseiten "Erivan" einen Brief gezeigt

8.6.2019 = Baden
14.12.2019 = Mecklenburg-Schwerin
27.6.2020 = Württemberg
21.11.2010 = Lübeck
24.4.2021 = Bremen

Briefe sind für viele Philatelisten das "non-plus ultra". Gerade Altdeutschland hat aber auch sehr viele lose Marken in Einheiten, die sehr selten sind und auch schon gewaltige Preise erzielt haben. Ich nenne da als Beispiel die Oldenburg-Blockstücke. Erivan Haub sammelte durchaus auch gerne solche besonders schöne Einheiten von Altdeutschen Staaten.

Als Los 259 der neuen Auktion kommt auch ein klassisches Spitzenstück zum Angebot.



Der einmalige gestempelte Viererblock des Sachsen-Dreiers!

Dieses Unikat schmückte einst auch die Boker-Sammlung. Der Schätzpreis dieses Stückes liegt deutlich höher als derjenige des Bremen-Briefes, er hätte es bestimmt AUCH verdient, die Titelseite des Kataloges zu zieren.

Heinz
 
marc123 Am: 03.04.2021 18:25:50 Gelesen: 4320# 52 @  
@ Heinz 7 [#51]

Lieber Heinz,

eine Anmerkung zum gestempelten 4er-Block "Unikat". In der Losbeschreibung steht: "Neben einem einem stark angeschnittenen 4er-Block der a-Farbe ist dies die einzig bekannt gewordene Blockeinheit der Sachsen Nr 1 ..."

Es existiert also ein weiterer Viererblock. Ich denke es ist interessant einmal auf den zweiten hier einzugehen.



Ich erinnere mich dass 2017 auf der 129. Auktion des Württembergischen Auktionshauses (auf der Titelseite) der verschnittenen Viererblock als Neuentdeckung angeboten wurde. Dieser blieb für 80.000 Euro liegen. Aktuell wird er bei Ebay zum Sofortkauf 60.000 Euro oder Preisvorschlag angeboten [1].

Bei Köhler beträgt der Ausruf 100.000 Euro. Wer es sich leisten kann, wird sich wohl eher für diesen entscheiden.

Liebe Grüße
Marc

[1] eBay 163684259247
 
Heinz 7 Am: 06.04.2021 11:31:21 Gelesen: 4153# 53 @  
@ marc123 [#52]

Lieber Marc,

Vielen Dank für diesen wichtigen Hinweis. Diese Neuentdeckung ist "irgendwie" an mir vorbeigegangen, bzw. ich habe dies nie registriert/wahrgenommen.

Die Wertbemessung bei solchen Stücken ist oft nicht einfach. Sicherlich ist das "Chemnitz"-Stück deutlich besser als das "Leipzig"-Stück, aber in diesen Kategorien ist die Luft oft sehr dünn; da gibt es manchmal kaum ernsthafte Interessenten dafür. Wenn diese fehlen, fällt der Preis manchmal sehr stark. Das kann für einen engagierten, aber nicht super-reichen Sammler eine grosse Chance bedeuten.

Ich habe über das Chemnitz-Stück im Thema "Die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken" noch etwas geschrieben; ich habe das Stück im Shanahan-Katalog von 1958 gefunden. Unglaublich, aber offenbar ist es so: der Viererblock (Chemnitz) kommt in 171 Jahren erst das dritte Mal auf dem Markt! - Und das Leipzig-Exemplar war sogar erst einmal auf dem Markt? - Das ist schon aussergewöhnlich!

Beim Angebot Altdeutschland (5. Erivan-Auktion) überwiegen die Briefe. Ich hoffe aber, dass auch die losen Stücke gebührende Beachtung finden. Martin hat uns einen wunderbaren Viererblock gezeigt.

@ Martin de Matin [#50]

Da hake ich gerne nach und zeige ein anderes wunderbares Stück:



1850 - Preussen - 2 Silbergroschen, Michel Nr. 3, im ungebrauchten Viererblock!

Wo gibt es denn sowas?! Ich muss aufpassen, bei der Verwendung des Wortes "Unikat", aber Viererblöcke dieser Marke gibt es nur ganzganz wenige (ich kenne nur einen).

Für alle Mitleser: Bei DIESEM Stück können nun viele Interessenten mitbieten: Der Ausruf ist bei läppischen Euro 500. "läppisch" ist nicht despektierlich gemeint, sondern will heissen: unglaublich tief angesichts der Rarität und Schönheit des Stückes.

Auf das Ergebnis dürfen wir gespannt sein!

Heinz
 
Richard Am: 14.04.2021 09:29:29 Gelesen: 3829# 54 @  
Fünfte Auktion der Sammlung von Erivan Haub: Renaissance des Briefmarkensammelns

(as/Wiesbaden/pcp) - Am 24. April 2021 findet die fünfte Versteigerung der Sammlung ERIVAN, der beispiellosen Briefmarkensammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub, in Wiesbaden statt. Zu den Highlights der Auktion aus dem Sammelgebiet „Altdeutsche Staaten“ zählen ein Juwel der Bayern-Philatelie, ein Doppelbogen des Schwarzen Einsers (Startgebot: 200.000 Euro), ein Viererblock mit Sachsens erster Briefmarke (Startgebot: 100.000 Euro), die „Rebellenmarken“ aus Schleswig-Holstein (Startgebot: 40.000 Euro) und ein Bremer Auslandsbrief nach Liverpool (Startgebot: 30.000 Euro).

Philatelie wieder im Rampenlicht

Nach knapp der Hälfte der Auktionen der Sammlung ERIVAN stellt Deutschlands ältestes Briefmarkenauktionshaus Heinrich Köhler in Wiesbaden fest: Alle Sammelgebiete erfreuen sich bei den Auktionen großer Beliebtheit. „Wir erleben eine Revitalisierung der Philatelie. Das Interesse an den Sammelgebieten in der Breite ist überragend. Der Ausrufpreis über alle Auktionen hat sich bisher verdoppelt“, sagt Dieter Michelson, geschäftsführender Gesellschafter bei Heinrich Köhler. „Die Stücke der Sammlung ERIVAN lassen selbst erfahrene Sammler ins Schwärmen geraten. Denn einige von ihnen waren seit 50 Jahren nicht mehr auf dem Markt.“

Die Sammlung ERIVAN hat damit eine bis heute andauernde Dynamik in der Branche ausgelöst. Eingefleischte Sammler und Investoren möchten die Lücken in ihren Sammlungen schließen und beteiligen sich an intensiven Bieterkämpfen. So wurde bei der vierten Auktion im Dezember 2020 ein Lübeck-Brief von 80.000 Euro auf 430.000 Euro gesteigert.

Am 24. April stehen erneut historische Momente der Philatelie bevor. „Sammler und Händler aus aller Welt kommen zusammen, um bei ihrem philatelistischen Traumstück mitzubieten“, so Michelson. „Einige der Bieter haben Jahrzehnte auf diese Chance gewartet. Sie fassen es als Lebensaufgabe auf, ihre individuelle Sammlung zu komplettieren.“

Die Highlights im Detail

Zu den begehrtesten philatelistischen Stücken der fünften Auktion wird ein Juwel der Bayern-Philatelie gehören: ein unzerteilter Doppelbogen mit 90 Exemplaren Deutschlands erster Briefmarke, dem Bayern Ein Kreuzer schwarz. Die Seltenheit bestimmt auch den Wert eines Viererblockstücks von Sachsens erster Briefmarke sowie der „Rebellenmarken“. Diese wurden im kurzen Zeitraum der Unabhängigkeit Schleswig-Holsteins von Dänemark im Jahr 1850 ausgegeben. Ein Unikat ist der Auslandsbrief nach Liverpool aus dem Sammelgebiet Bremen von 1867.

Die angebotenen Marken und Briefe der Sammlung ERIVAN sind nicht nur wertvolle Schätze, sie bewahren auch Geschichte. So ist ein weiteres Highlight ein Vor-Ersttagsbrief aus Bayern, der einen Stempel vor der offiziellen Gültigkeit von Briefmarken auf deutschem Boden trägt (Startgebot: 20.000 Euro). Der „Bergedorfer Auslandsbrief“ nach Wien ist frankiert mit seltenen Briefmarken des kleinen Ortes, der gemeinsames Eigentum der Hansestädte Hamburg und Lübeck war (Startgebot: 20.000). Eine weitere Rarität ist ein Brief von Hannover nach Shanghai, der innerhalb von 67 Tagen über Triest, Alexandria und Hongkong um die halbe Welt reiste (Startgebot: 15.000 Euro). Aus dem Sammelgebiet „Thurn & Taxis“ stammt ein Telegramm-Kuvert der berühmten „letzten Meile“; der Strecke, die für die finale Zustellung einer Telegrammnachricht an den Empfänger benötigt wurde (Startgebot: 5.000 Euro).

Außergewöhnliche Stücke als Investition

„Die Sammlung ERIVAN hat Auswirkungen auf die deutsche, aber auch die gesamte internationale Philatelie. Der Markt wird stark von den individuellen Interessen der Sammler bestimmt. Die sind dank der Briefmarken und Briefe von Erivan Haub neu entfacht worden und wir konnten auch bei unseren regulären Auktionen neue Gesichter unter den Bietern begrüßen“, sagt Karl Louis, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter des Heinrich Köhler Auktionshauses. „Die extremen Wertsteigerungen einiger Briefmarken und Briefe gerade in den letzten Auktionen zeigen, dass die Sammler die Stücke wieder als eine Investition wahrnehmen, die über lange Zeiträume attraktive Wertentwicklungen erzielen kann.“

Die einmalige Sammlung ERIVAN umfasst viele Unikate oder äußerst seltene Marken und Briefe, die in dieser Qualität kaum zu übertreffen sind. Sie ist unterteilt in Kollektionen der Sammelgebiete „Altdeutsche Staaten“, „Lokalausgaben und Private Postdienste der Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert“, „Postbeförderung mit Zeppelinen“, „Schweizer Kantonal- und Bundesmarken“, „Österreich und Lombardei-Venetien“ sowie „Raritäten aus aller Welt“.

Die Unternehmen des Global Philatelic Network, Heinrich Köhler in Wiesbaden, H.R. Harmer in New York und Corinphila Auktionen in Zürich steuern die Versteigerungsserie, bei der zwischen 2019 und 2023 rund 8.000 Auktionslose in 30 Briefmarkenauktionen in Wiesbaden, New York, Zürich, Stockholm und zu Weltausstellungen an unterschiedlichen Orten angeboten werden.
Bei der Besichtigung und Auktion gelten die derzeit bestehenden Abstands- und Hygienemaßnahmen.



Bayern Doppelbogen 1 Kreuzer



Bayern Vor-Ersttagsbrief



Bergedorf - Auslandsbrief nach Wien



Braunschweig - Sechserstreifen Silbergroschen



Bremen - Auslandsbrief nach London



Hannover - Auslandsbrief nach Shanghai



Oldenburg - Brief an Deichgeschworene



Sachsen Viererblock Sachsen-Dreier



Schleswig-Holstein Rebellenmarken



Thurn & Taxis - Telegraphische Depesche
 
Heinz 7 Am: 25.04.2021 11:39:16 Gelesen: 3480# 55 @  
@ Richard [#54]

Die Erivan-Altdeutschland-Auktion bei Heinrich Köhler, Wiesbaden, war ein grossartiger Erfolg. Mit über 300 Losen lag ein grosses Angebot vor, das auch gespickt war mit ein paar sehr schwergewichtigen Grossraritäten.

Dass es nicht bei den meist sehr moderaten Schätzpreisen blieb, ist sehr erfreulich, und darf die Philatelisten zuversichtlich stimmen. Ich weiss noch gut, wie 2019 in Stockholm grosse Philatelisten fürchteten, der Altdeutschland-Markt könnte unter dem grossen Angebot von Erivan-Raritäten zusammenbrechen.

Solche Situationen erlebte die Philatelie in seiner mehr als 100 jährigen Geschichte schon einige Male - die Ungewissheit VOR einer Auktion ist manchmal gross. Umso erfreulicher ist es dann, wenn die Auktionatoren von guten Resultaten berichten können. Dies ist nun tatsächlich eingetroffen.

Die wunderbare Hannover Fünffarben-Frankatur nach China ...



...Los 96, kletterte von Startpreis Euro 15'000 auf beachtliche Euro 115'000 Zuschlag,

das Oldenburg Unikat ...



Los 130 erreichte atemberaubende Euro 140'000 (Start: 30'000),

...der einmalige Fünferstreifen Preussen 2 Silbergroschen blau



Los 172, Start Euro 20'000, kletterte auf Euro 85'000 (plus Zuschlag)!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 25.04.2021 11:57:41 Gelesen: 3470# 56 @  
@ Richard [#54]

Auch andere von Richard bereits angekündigte Stücke brachten schöne Ergebnisse.

Der gestempelte Sachsen-Viererblock Los 259 war mit Euro 100'000 ausgerufen, der Hammer fiel nun bei Euro 180'000.



Erivan Haub hat 1987 dafür noch mehr bezahlt, aber das ist sicherlich ein respektables Ergebnis.

...undundund. Freunde der Altdeutschland-Philatelie sollten diesen Auktionskatalog studieren.

Besonders schön für fleissige Teilnehmer an einer Auktion ist es aber auch, wenn einmal ein Los günstig zu kaufen ist. Solche Situationen waren gestern offenbar eine grosse Ausnahme. Umso mehr möchte ich ein solches Los hier zeigen.

Ein wunderbarer Oldenburg Zierbrief wurde mit Los 135 angeboten.



Der Preis von nur Euro 3'000 entsprach dem Ausruf und ist natürlich ein "Geschenk" an den glücklichen Käufer, umso mehr, als dieser Zierbrief seit 1914 bekannt ist! Dem Käufer dieses Stückes kann nur gratuliert werden.

Solche Gelegenheiten waren aber selten. Es wird einige Bieter an der Auktion gegeben haben, die eher Frust als Lust erlebt haben, weil sie immer oder allzu oft überboten wurden. Aber - das gehört dazu - man darf darob den Kopf nicht hängen lassen.

Ich wünsche allen Sammlern einen schönen Sonntag.

Heinz
 
Lars Boettger Am: 25.04.2021 17:14:53 Gelesen: 3399# 57 @  
@ Heinz 7 [#56]

Hallo Heinz,

an dieser Stelle meine Glückwünsche an das Auktionshaus Köhler für den (zumindest als Zuseher) sehr vergnüglichen Auktions-Livestream! Ich persönlich meine, dass dem Oldenburg-Zierbrief vielleicht noch ein oder zwei Sekunden Warten vor dem Zuschlag gut getan hätten. Es sind die Unwägbarkeiten des Auktionsgeschäftes, wenn man online auf ein Stück wartet und in dem Augenblick die Leitung zusammenbricht So freut sich der Bieter über diesen recht günstigen Kauf.

Mich wunderte nur, dass der Bayer-Vorersttagsbrief keinen Käufer fand. Ich bin gespannt, ob das Stück nicht im Nachverkauf einen neuen Besitzer findet.

Beste Grüße!

Lars
 
Heinz 7 Am: 26.04.2021 08:57:25 Gelesen: 3273# 58 @  
@ Lars Boettger [#57]

Lieber Lars,

ja, das gibt es tatsächlich: die Dramen, wenn jemand die Abgabe eines gültigen Gebotes verpasst - aus welchem Grund auch immer! Ich habe es auch schon erlebt: Ein Sammler "A" wollte ein Stück UNBEDINGT, er hätte das Zehnfache des Ausrufpreises geboten, ist extra wegen EINEM Los zur Auktion gefahren - und hat dann aus einem dummen Grund im entscheidenden Moment seine Gebot-Karte nicht heben können. Das Los wurde zum Ausruf zugeschlagen, an einen Konkurrenten "B", der ebenfalls viel für das Auktionslos bezahlt hätte (das Achtfache des Ausrufes).

Das ist das Risiko / die Chance bei TIEFEN Ausrufpreisen. Gelegentlich werden Lose weit "unter Wert" verkauft.

Ein Los, das seinen Startpreis erwartungsgemäss hinter sich lassen konnte, war das Los 59 aus Bremen:



Losbeschreibung Köhler (Auszug):

"Es handelt sich hier um den einzigen bekannten Brief mit einer dunkelolivgrünen 5 Silbergroschen, um einen von nur 2 bekannten Einschreibe-Briefen Bremens in das Ausland und darüber hinaus um eine einmalige Frankaturkombination auf Brief."

Das Stück kostete statt (Ausruf) Euro 30'000 immerhin Euro 105'000 + 21 % Aufgeld = Euro 127'050 und war damit ein weiterer "Sechsstelliger" der Haub-Auktionen.

Heinz
 
Richard Am: 02.05.2021 09:11:20 Gelesen: 2979# 59 @  
Fünfte Auktion der Sammlung ERIVAN: Startpreise bei Versteigerung wertvoller Briefmarken und Briefe des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub bis zum Zehnfachen übertroffen

(Wiesbaden, 26.4.2021/ pcp) – 324 berühmte Briefmarken und Briefe haben stolze neue Besitzer gefunden. Am 23.4. fand die fünfte Auktion zum Sammelgebiet „Altdeutsche Staaten“ der Briefmarkensammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub statt. Sie gilt als eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen der vergangenen hundert Jahre und revitalisiert den Philatelie-Markt. Die Auktion am 24. April dauerte länger als geplant, da unerwartet viele Sammler mitboten und sich intensive Bietergefechte entwickelten.



Höhepunkte der Versteigerungsergebnisse: Ein Doppelbogen des Schwarzen Einsers, der ersten Briefmarke Bayerns von 1849, kam für 240.000 Euro (Startgebot: 200.000 Euro) unter den Hammer. Ein Viererblock mit Sachsens erster Briefmarke, dem Sachsen Dreier von 1850, wechselte für 180.000 Euro den Besitzer (Startgebot: 100.000 Euro). Eine überraschende Aufsteigerung gab es bei einem Oldenburger Brief an einen Deichgeschworenen aus dem Jahr 1861, der 140.000 Euro erzielte (Startgebot: 30.000 Euro). Ausgerichtet wurde die Versteigerung vom ältesten Briefmarkenauktionshaus Deutschlands, dem Auktionshaus Heinrich Köhler in Wiesbaden.

Sechs Stücke erzielen mehr als 100.000 Euro

Alle Sammelgebiete erfreuten sich bei der Auktion in Wiesbaden großer Beliebtheit. „Die Dynamik in der Branche war auch bei der fünften Auktion der Sammlung von Erivan Haub am Samstag spürbar“, sagt Dieter Michelson, geschäftsführender Gesellschafter bei Heinrich Köhler. „Die Briefmarken und Briefe lassen selbst erfahrene Sammler ins Schwärmen geraten. Denn einige von ihnen waren seit 50 Jahren nicht mehr auf dem Markt. So boten über 1.000 verschiedene Sammler und Händler aus der ganzen Welt mit, ob aus Deutschland und Europa, den USA, Asien, Australien oder Japan.“

Die Sammler beteiligten sich im Saal, am Telefon oder online. Die versteigerten Briefmarken und Briefe erzielten bei einem gesamten Startpreis von einer Million Euro insgesamt mehr als 2,8 Millionen Euro inklusive Auktionsaufgeld.

Die Sammler fassen es als Lebensaufgabe auf, ihre individuelle Sammlung zu komplettieren, was bei der außergewöhnlichen Auktion zu teilweise extremen Aufsteigerungen führte. Sechs Stücke erzielten mehr als 100.000 Euro. So etwa das sogenannte Stockach-Provisorium: Sein Wert ergibt sich aus einem Makel. Die 3-Kreuzer-Briefmarke von 1862 ist versehentlich ohne Zähnung statt mit Zähnung an das Postamt in Stockach/Baden ausgeliefert worden. Zwei eingefleischte Sammler steigerten das Startgebot von 20.000 Euro auf 135.000 Euro.


 
hajo22 Am: 02.05.2021 10:58:44 Gelesen: 2934# 60 @  
Ich hatte jetzt Glück und konnte erstmals bei der 5. Erivan-Auktion ein Los ersteigern (zum 5-fachen Ausrufpreis).

Bislang hatte ich Naivling als Limit bei Geboten den 3-fachen Ausruf angedacht. Da wäre ich auch diesmal wieder leer ausgegangen.

hajo22
 
Heinz 7 Am: 08.05.2021 21:51:22 Gelesen: 2678# 61 @  
@ Richard [#44]

An der dritten Auktion (Juni 2020) wurde ein Lübeck-Fehldruck (2 Schilling braun mit Inschrift "ZWEI EIN HALB") auf Brief verkauft, Mi Nr. 3F.

Ich zeige diesen Brief aus dem Auktionskatalog 1939 (Harmer London), als unter Los 227 genau dieser Brief verkauft wurde. Damals wurde die Sammlung Rothschild verkauft.



Harmer schrieb: "... probably the finest copy known on entire".

2020 wurde Los 110 mit Euro 30'000 angeboten



Laut Auktionskatalog Köhler gibt es nur 6 Einzelfrankaturen mit Poststempelentwertung, wobei der jetzt angebotene "zweifellos eine der attraktivsten und qualitativ besten" (Einzelfrankatur) sei

Der Zuschlag erfolgte zum Ausruf.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 18.06.2021 01:10:42 Gelesen: 1832# 62 @  
@ Richard [#45]

Im August 2020 gab uns Richard einen interessanten Rückblick auf den 3. Teil der USA-Sammlung von Erivan Haub.

Nun steht bereits die 5. Auktion vor der Türe. Sie findet statt am 24.6.2021 in New York City, am Sitz der Auktionsfirma H.R. Harmer (Rockefeller Center). Bereits Auktion 3 und 4 fanden hier statt, während das Auktionshaus die Auktionen 1+2 noch am Sitz des Collector Clubs New York durchführte.



Einmal mehr kommen ganz verschiedene Gebiete zum Verkauf:

Postmeister Provisorien (4 Lose)
Allgemeine US-Ausgaben (17 Lose)
Carriers & Locals (24 Lose)
Pony Express (5 Lose)
Western Express (4 Lose)
Hawaii (8 Lose)
Confederate States, Postmasters' Provisionals (15 Lose)
USA Waterbury Fancy Cancellations (21 Lose)
USA, andere Fancy Cancellations (8 Lose)
USA, Patriotic Covers (24 Lose)
Confederate States, Patriotic Covers (7 Lose)

Das Stück von der Titelseite zeigt Los 24, ein Brief aus dem Gebiet drei (Carriers & Locals).

Beckman's City Post, Charlton, S.C. - Ein einmaliges Stück (Unikat), das vor 64 Jahren letztmals auf dem Markt war, und damals teuer gehandelt wurde (Caspary-Auktion 1957). Später kaufte es John Boker (private Transaktion, keine Auktion).

Es ist immer aufregend zu sehen, was passiert, wenn solche Unikate nach Jahrzehnten wieder öffentlich angeboten werden.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 25.07.2021 08:56:54 Gelesen: 1207# 63 @  
@ Heinz 7 [#62]

Die 5. Erivan-Auktion USA ist nun auch über die Bühne gegangen und hat wunderbares Material zum Verkauf gebracht.

Das höchste Ergebnis erzielte ein Brief, der einen sehr seltenen Stempel trägt. Ich habe an anderem Ort schon von den aufsehenerregenden "Waterbury fancy-cancellations" berichtet; aus dieser Kategorie kamen immerhin 21 Lose zum Verkauf (siehe Übersicht in Beitrag 62). Am heissesten umkämpft war nun aber eine andere "fancy cancellation" aus dem Städtchen Mittineague, Massachusetts.



Los 100 zeigt den Stempel "All Seeing Eye". Dieser Stempel ist sehr selten, mit vermutlich ca. 3 bekannten Exemplaren (der Katalog legt sich da nicht ganz fest). Da ein Stück lose ist, konnte angeblich erst bei der Entdeckung dieses Briefes der Stempel einer Ortschaft zugeordnet werden. Heute ist vermutlich noch ein weiterer Brief bekannt.

Die Auswahl ist also klein für die Sammler. Der Brief löste eine heftige Bieter-Schlacht aus, und der Hammer fiel erst bei US$ 145'000 (Startpreis US$ 10'000).

Man konnte bei Harmer schon äusserst preisgünstige "Erivan"-Sammelstücke erwerben, Los 100 der 5. Auktion zählt nun aber definitiv nicht dazu. Es ist sehr selten, dass ein Stempel (auf Brief) so hoch bezahlt wird.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 25.07.2021 09:08:15 Gelesen: 1200# 64 @  
@ Heinz 7 [#62]

Das Beckman's City-Post-Unikat, das die Titelseite des 5. Kataloges schmückte, (Los 24), wurde offenbar bereits bei US$ 57'500 zugeschlagen. Dies ist nun ein eher moderater Preis für ein Stück dieser Bedeutung.

Den neuen Besitzer wird dieses Ergebnis gefreut haben. Wir dürfen gespannt sein, in welcher Sammlung der Brief wieder auftaucht. Der Brief hat eine unübertreffliche Provenienz: Ferrary - Caspary - Boker - Haub. Der neue Besitzer darf sehr stolz sein, diesen Brief "erobert" zu haben.

Heinz
 
Richard Am: 19.09.2021 12:49:37 Gelesen: 192# 65 @  
Neu entdeckte Briefmarken könnten Sammlung ERIVAN bei Auktion Paroli bieten

(Wiesbaden/pcp) – Am 25. September 2021 geht die Versteigerung der Sammlung ERIVAN, der beispiellosen Briefmarkensammlung des ehemaligen Tengelmann-Chefs Erivan Haub, in die sechste Runde. Highlights der Auktion zum Sammelgebiet Altdeutsche Staaten sind ein Ersttagsbrief von Hannover nach Chile (Startgebot: 50.000 Euro), ein Brief aus Deutschlands ältestem Seebad Heiligendamm (Startgebot: 30.000 Euro) und ein Brief vom Oldenburger Kunstverein nach Zürich (Startgebot: 20.000 Euro).

Ausgerichtet wird die Versteigerung von Heinrich Köhler in Wiesbaden, dem ältesten Briefmarkenauktionshaus Deutschlands.

Im Rahmen der Herbstauktion kommen auch neu entdeckte Schatzfunde unter den Hammer, die den Raritäten aus der Sammlung ERIVAN bei den Ergebnissen durchaus vergleichbare Steigerungen entgegensetzen könnten: ein Brief mit Bayerns erster Briefmarke (Startgebot: 25.000 Euro) und ein angebrannter Brief aus dem im amerikanischen Lakehurst bei der Landung explodierten Zeppelin „Hindenburg“ (Startgebot: 6.000 Euro). Sie waren bisher jeweils in Familienbesitz, teilweise nicht bekannt, und kommen nun erstmalig auf den Markt. „So wie wir Erivan Haub kannten, hätte er bei diesen Stücken für seine Sammlung mitgeboten“, sagt Dieter Michelson, geschäftsführender Gesellschafter des Heinrich Köhler Auktionshauses.

Alte Schätze neu entdeckt

Die Resonanz unter Sammlern auf die einmalige Sammlung ERIVAN hat zuletzt eine neue Entwicklung genommen. Alte Sammlungen wurden aus dem Schrank oder vom Dachboden geholt und spektakuläre Kostbarkeiten entdeckt, wie die beiden Schlüsselstücke der Herbstauktion: Ein Dreierstreifen von Bayerns erster Briefmarke, dem Schwarzen Einser in Kombination mit ihrer „blauen Schwester“ zu 3 Kreuzer, und ein Brief aus dem 1937 in Nordamerika verunglückten Zeppelin „Hindenburg“.

„Die Dame, die den Bayern-Brief aus der alten Familien-Korrespondenz wieder aufgestöbert hat, ist durch die mediale Berichterstattung über die ERIVAN-Auktionsserie auf uns aufmerksam geworden“, erzählt Karl Louis, geschäftsführender Gesellschafter des Heinrich Köhler Auktionshauses. „Dass der Brief einen Wert hat, war ihr bewusst. Dass es einige Zehntausend werden können, ist für sie eine große Überraschung gewesen.“ Bei dem teils verbrannten Brief von der Zeppelin-Katastrophe war die Adresse noch lesbar. Er wurde 1937 trotz der Beschädigungen in einer Cellophanhülle an die Empfängerin zugestellt. Wenige Monate später gab es ein erstes Ankaufgesuch der Zeppelin-Reederei für das Deutsche Luftfahrtmuseum. Es folgten zahlreiche erfolglose Anfragen, wie aus einem Zeitungsbericht von 1981 hervorgeht. Der Artikel endet mit dem Satz: „Der Brief bleibt zunächst da, wo er ist: im Banksafe“. Der Familien-Schatz wurde über mehrere Generationen vererbt, bevor sich die jetzigen Besitzer zum Verkauf entschlossen. Der Zeitzeuge von damals wird nun erstmalig zum Verkauf angeboten.

Briefmarkensammeln erlebt Renaissance

Der Verkauf der Sammlung ERIVAN sorgt nicht nur für Neuentdeckungen. Die Philatelie erlebt eine Revitalisierung in ihrer Faszination und als Wertanlage. Bei der fünften ERIVAN-Auktion steigerten zwei eingefleischte Sammler eine berühmte Briefmarke aus Baden, das sogenannte Stockach-Provisorium, von 20.000 auf 135.000 Euro. Diese beeindruckende Zahl ist die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte.„Die extremen Wertsteigerungen einiger Briefmarken und Briefe zeigen, dass die Sammler, ob alter Hase oder Newcomer, die Stücke wieder als eine attraktive Investition wahrnehmen“, so Dieter Michelson.

Die Highlights im Detail

Die angebotenen Marken und Briefe der Sammlung ERIVAN sind nicht nur wertvolle Schätze, sie bewahren auch Geschichte. Der Wert des Auslandsbriefes von Hannover ergibt sich aus seiner Einzigartigkeit. Der Ersttagsbrief, den der Versender am ersten Gültigkeitstag der darauf befindlichen hannoverschen Briefmarken aufgab, gelangte auf einer abenteuerlichen Reise mit der Panama Railway von der Atlantik-Küste zur Pazifik-Küste Südamerikas und von dort wieder weiter mit dem Schiff bis nach Chile. Als eine der großen Raritäten der Mecklenburg-Philatelie gehört der Brief aus Deutschlands erstem Seebad zu den begehrtesten philatelistischen Stücken der Auktion am 25. September. Briefe aus Heiligendamm sind selten, da das Postamt nur während der Badesaison geöffnet war. Unter den Hammer kommt auch ein Brief vom Oldenburger Kunstverein mit den Briefmarken des Herzogtums Oldenburg von 1861, verschickt nach Zürich. Der 1843 gegründete Oldenburger Kunstverein zählt zu den ältesten Kunstvereinen Deutschlands und organisiert bis heute Kunstausstellungen in der Stadt.

Die einmalige Sammlung ERIVAN umfasst viele Unikate oder äußerst seltene Marken und Briefe, die in dieser Qualität kaum zu übertreffen sind. Sie ist unterteilt in Kollektionen der Sammelgebiete „Altdeutsche Staaten“, „Lokalausgaben und Private Postdienste der Vereinigten Staaten im 19. Jahrhundert“, „Postbeförderung mit Zeppelinen“, „Schweizer Kantonal- und Bundesmarken“, „Österreich und Lombardei-Venetien“ sowie „Raritäten aus aller Welt“.

Die Unternehmen des Global Philatelic Network, Heinrich Köhler in Wiesbaden, H.R. Harmer in New York und Corinphila Auktionen in Zürich steuern die Versteigerungsserie, bei der zwischen 2019 und 2023 rund 8.000 Auktionslose in 30 Briefmarkenauktionen in Wiesbaden, New York, Zürich, Stockholm und zu Weltausstellungen an unterschiedlichen Orten angeboten werden.

Bei der Besichtigung und Auktion gelten die derzeit bestehenden Abstands- und Hygienemaßnahmen.
 

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