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Thema: Bund Ganzsachen Umschläge (U) nach Michel-Katalog
Das Thema hat 26 Beiträge:
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Michael Mallien Am: 22.08.2019 18:28:39 Gelesen: 1586# 2 @  
Die Umschläge U 2 erschienen im April 2000. Sie gleichen U 1 in Wertstempel, Format und Wasserzeichen. Hier ist der U 2 A mit Stempel vom 5.12.2000.



Der Unterschied zum U 1 A offenbart sich auf der Rückseite. Die Verschlussklappen unterscheiden sich.

U 1 A mit großer, geschwungener Verschlussklappe (oben)
U 2 A mit kleiner, spitzer Verschlussklappe (unten)



Den Fensterumschlag U 2 B gibt es in zwei Varianten des Innendrucks:

U 2 Ba ohne Aussparung am Fenster
U 2 Bb mit Aussparung am Fenster

Ich kann den U 2 Bb zeigen mit Stempel BERLIN / 201 / --12.00 / 10963. Mein Exemplar wurde mit einer Vorausverfügung und Absenderangaben bedruckt. Ob dies durch die Post im Auftrag oder privat erfolgte weiß ich nicht.



Die Aussparung des Innendrucks um das Fenster ist sehr leicht sichtbar, wenn man den Umschlag gegen das Licht hält:



Der U 2 Ba ist offenbar selten, denn er ist im Michel-Ganzsachenkatalog mit 600,- Euro bewertet (der U 2 Bb gebraucht mit 18,- Euro). Hintergründe zur Seltenheit dieser Variante kenne ich nicht.

Wie auch der U 1 wurde der U 2 mit Papierpreiszuschlag an Geschäftskunden bei einer Mindestabnahme von 1000 Stück verkauft. Abonnenten erhielten nur den U 2 A, allerdings zum Nennwert. Der U 2 B war zusammen mit USo 12 B und USo 13 B als "Satz" bei der Niederlassung Philatelie erhältlich.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 25.08.2019 21:18:13 Gelesen: 1525# 3 @  
Der Wertstempel "Europäer-Denkmal Berus" ziert auch den nächsten PLUSBRIEF Infopost U 3 von Dezember 2000. Er unterscheidet sich von vorherigen Ausgaben durch das Wasserzeichen. Es wurde Papier mit dem Wasserzeichen 1Y (steigende Wellenlinien) verwendet.

Mein U 3 AY stammt vom selben Versender wie der Umschlag in Beitrag [#1]. Der Stempel aus Krefeld ist vom 17.4.2001.



Das Wasserzeichen ist sehr leicht im schrägen Auflicht zu erkennen:



Den Umschlag gibt es als Abart auch mit dem Wasserzeichen 1X (fallende Wellenlinien).

Der Fensterumschlag U 3 B kommt laut Michel nur in der Normalvariante vor, weshalb bei der MiNr. kein Zusatz (Y) erforderlich ist. Mein Exemplar trägt einen Stempel vom 24.1.2001.



Spezialisten unterscheiden zwei Varianten des Innendrucks der Verschlussklappe und zwar der Länge des Graudrucks, die 206 bzw. 215 mm beträgt. Bei meinem Umschlag habe ich 214 mm gemessen, also ist es die zweite aufgeführte Variante.

Die Belieferung erfolgte wie beim U 1 mit Papierpreiszuschlag an Geschäftskunden bei einer Mindestabnahme von 1000 Stück. Abonnenten wurden nicht beliefert.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 28.08.2019 18:47:08 Gelesen: 1483# 4 @  
2001 bzw. im Februar 2002 wurden Umschläge PLUSBRIEF Infopost U 3 A in einem Betriebsversuch mit einer Vorausentwertung versehen. Sie wurden Bestellern von Infopost-Umschlägen mit von der Post ausgeführtem firmenspezifischen Zudruck als PLUSBRIEF Image angeboten, woraus der U 4 (Variante /01) entstand.

2002 wurden Exemplare des U 4 ohne Firmenzudruck auch in einem Karton mit Vorausentwertung überdruckten U 10 vorgefunden (Variante /02).

Den U 4 /02 kann ich zeigen! Wie er in meine Hände gekommen ist weiß ich nicht mehr. Ich vermute über einen Posten, den ich seinerzeit erworben hatte.



Warum zusätzlich ein Rechteckstempel "Deutsche Post / Entgelt bezahlt" abgeschlagen wurde, kann ich nur vermuten. Möglicherweise wurde der Umschlag geprüft und die Vorausentwertung bestätigt?

Ich freue mich jedenfalls sehr über dieses Stück in meiner Sammlung.

Viele Grüße
Michael
 
StefanM Am: 29.08.2019 22:11:06 Gelesen: 1451# 5 @  
@ Michael Mallien [#4]

Ein Erklärungsversuch:

Vielleicht hat der Stempel etwas damit zu tun, dass der Umschlag erst nach dem 30.6.2002 verwendet wurde. Der Wertstempel war mittlerweile ungültig geworden und der Versender musste nun das Entgelt nachentrichten, woraufhin der Stempel abgeschlagen wurde?
 
Michael Mallien Am: 02.09.2019 08:05:58 Gelesen: 1423# 6 @  
@ StefanM [#5]

Hallo Stefan,

vielen Dank für den Erklärungsversuch. Das ist auch eine Möglichkeit, stimmt!
Und es ist eine gute Überleitung zu der nächsten Ausgabe. :)

Der U 4 ist die letzte Ausgabe in reiner DM-Währung. In Vorbereitung der Euro-Bargeldeinführung zum 1.1.2002 wurde der nächste PLUSBRIEF Infopost in Doppelnominale ausgegeben und zwar im April 2001. Die Nominalen betrugen 47 Pfennig / 0,24 Euro.

Hier ist der U 5 A mit Stempel vom 18.6.2001, versendet von Krefeld nach Mainz.



Das Papier der U 5 (A und B) enthielt als Sicherheitsmerkmale wieder ein Wasserzeichen (steigende Wellenlinie 1 Y) und ein Posthorn im Prägedruck rückseitig.

Dieser Fensterumschlag U 5 B trägt einen Stempel vom 20.6.2001 und einen ENTGELT BEZAHLT Stempel.



Nicht im Michel vermerkt ist eine Papiervariante, die sich in der Farbe des Innendrucks und in der Position des rückseitigen Posthorns gut unterscheiden lässt.

Varinate 1: Innendruck dunkelgrau und Position des Posthorns weiter links unten zum Rand des Umschlags (21 bzw. 5 mm)

Varinate 2: Innendruck rötlichgraugrau und Position des Posthorns weiter rechts und etwas höher stehend zum Rand des Umschlags (26 bzw. 8 mm)



Wenn mir solche Unterschiede auffallen, nehme ich sie immer gerne in meine Sammlung auf.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 09.09.2019 19:58:03 Gelesen: 1356# 7 @  
Mit dem U 6 kam erstmals ein Umschlag für eine andere Versendungsart an die Schalter, nämlich ein PLUSBRIEF Kompakt mit dem Wertstempel Dom St. Nikolei, Greifswald in Doppelnominale zu 2,20 DM / 1,12 Euro. Er erschien ebenfalls im April 2001.

Den Umschlag DIN lang ohne Fenster gibt es mit den Wasserzeichen 1 X (fallende Wellenlinien) und 1 Y (steigende Wellenlinien).

Hier ist der U 6 AX mit Stempel vom 21.12.2002.



Und hier der U 6 AY mit Stempel vom 25.04.2002.



Die Wasserzeichen sind auf den Scans nicht zu erkennen, aber auf diesem Foto hier:



Der Verkauf erfolgte mit Papierzuschlag zunächst nur an Geschäftskunden bei einer Mindestabnahme von 100 Stück. Abonnenten erhielten nur Umschläge mit dem dem Wasserzeichen 1 Y zum Nennwert.

Hier ist noch ein weiterer U 6 AY, auffrankiert mit einer Automatenmarke zu 0,13 Euro auf 1,25 Euro für einen Kompaktbrief Europa im Jahr 2010:



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 11.09.2019 19:11:49 Gelesen: 1322# 8 @  
Die Fensterumschläge des U 6 gibt es ebenfalls mit den beiden Wasserzeichen 1 X und 1 Y.

Stellvertretend zeige ich hier einen U 6 BX mit Stempel vom 7.2.2002.



Da die Wasserzeichenunterschiede im Scan nicht zu sehen sind verzichte ich darauf einen U 6 BY zu zeigen.

Anders als beim U 6 A kam der U 6 B später in Packungen zu 25 Stück für 58,95 DM bzw. 30,14 Euro an die Postschalter.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 22.09.2019 11:25:04 Gelesen: 1255# 9 @  
Vermutlich zeitgleich mit U 5 und U 6 wurden die Umschläge (mit/ohne Fenster) U 7 verausgabt. Ich schreibe "vermutlich", da die Datumsangabe im Michel-Katalog eingeklammert ist. Der U 7 gleicht dem U 5 mit dem Unterschied einer integrierten Vorausentwertung BRIEFZENTRUM 30 / 00.00.0--18 / Entgelt bezahlt.

Hier ist der Fensterumschlag U 7 B.



Wertstempel und Vorausentwertung erfolgten im Rastertiefdruck. Dies ist wichtig zu wissen für den Vergleich mit späteren Katalognummern.



Ich vermute, dass U 5 und U 7 aus einem Herstellungsprozess stammen. Dafür spricht, dass ich die gleichen Varianten mit Unterschieden der Farbe des Innendrucks und der Position des Posthorns nachweisen kann (vgl. Beitrag [#6]).

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 01.10.2019 22:32:48 Gelesen: 1201# 10 @  
Mit dem U 8 kam parallel zu U 5 bis U 7 ein PLUSBRIEF Infobrief mit dem Wertstempel St. Reinholdi zu 80 Pf / 0,14 € an die Schalter. Diese Ausgabe erschien nur als Fensterumschlag mit dem Wasserzeichen 1 Y und ohne Fluoreszenzstreifen.



Von dem Umschlag gibt es zwei Varianten, die sich in der Aussparung des Innendrucks an der Position des Wertstempels unterscheiden:

/01 Wertstempel-Aussparung 31x33 mm
/02 Wertstempel-Aussparung 28x31 mm

Die Aussparung ist im Gegenlicht leicht zu erkennen. Hier ist ein Foto mit dem Wertstempel des U 8/01 links und des U 8/02 rechts (sowie einer Zimmerpflanze im Hintergrund ;)



Der Verkauf erfolgte mit Papierzuschlag an Geschäftskunden bei einer Mindestabnahme von 500 Stück. Abonnenten erhielten den U 8/01 zum Nennwert.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 05.10.2019 11:20:17 Gelesen: 1155# 11 @  
Alle bisher gezeigten Ganzsachen-Umschläge sind Plusbriefe, die für den allgemeinen und meist geschäftlichen Bedarf ausgegeben wurden. Mit dem U 9 ist im Michel ein Sonderbriefumschlag im C6-Format katalogisiert, der rein auf Sammler ausgerichtet ist. Mein Exemplar ging am 3.9.2001 nach Coburg.



Der Umschlag wurde über die Versandstellen verkauft und an einem Sonderpostamt auf der SÜDWEST 2001 in Heidelberg.

Ich habe noch einen Sonderbriefumschlag im C6-Format mit einen Wertstempel Sehenswürdigkeiten vorliegen, der nicht im Michel Ganzsachen-Katalog 2018 zu finden ist. Ich vermute, dass es sich dabei um eine Privatganzsache handelt. Sie stammt aus dem Jahr 2010.



Kann das jemand bestätigen und die Ganzsache ggf. genauer bestimmen?

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 08.11.2019 16:24:49 Gelesen: 1006# 12 @  
Der in Beitrag vorgestellte U 8 /02 wurde in den Jahren 2001 und 2002 mehrfach neu aufgelegt. Die Auflagen sind als U 10 im Michel katalogisiert. Links des Wertstempels befand sich nun ein Fluoreszenzstreifen. Zunächst erschienen Auflagen ohne Auftragsnummer ( U 10 I), später dann mit Auftragsnummern (U 10 II). Die Auftragsnummern befinden sich im Innendruck.

Die selbstklebenden Umschläge verfügen über einen Schutzstreifen, der eine weitere Unterscheidung bei postfrischen Umschlägen ermöglicht, nämlich

U 10 II /01 Schriftzug "PLUSBRIEF" auf Schutzstreifen 6,5 mm hoch
U 10 II /02 Schriftzug "PLUSBRIEF" auf Schutzstreifen 8,5 mm hoch

Die letzte Variante kommt nur mit der Auftragsnummer 100 066 vor.

Hier ist ein U 10 II mit der Auftragsnummer 100 045 und einer privat aufgedruckten Vorausverfügung.



Hier ein weiterer U 10 II /01, ebenfalls mit der Auftragsnummer 100 045, auffrankiert zu 56 Cent und als Standardbrief verwendet am 22.7.2002. Darunter der Schutzstreifen zur Illustration.



Die Umschläge wurden mit Papierzuschlag an Geschäftskunden verkauft bei einer Mindestabnahme von 500 Stück. Abonnenten wurde nicht beliefert.

Viele Grüße
Michael
 
ligneN Am: 08.11.2019 17:40:44 Gelesen: 989# 13 @  
@ Michael Mallien [#11]

Der U9 mit Wst SWK 56 Cent war noch bis vor wenigen Jahren am Ganzsachenverkaufsstand der Versandstelle in Sindelfingen-Essen-Berlin-München zu haben. Offenbar haben sich viele damit eingedeckt. Er findet sich noch immer recht häufig in Sammlerkorrespondenz - natürlich mit Beifrankatur.

Bei dem anderen Umschlag mit SWK 55c handelt es sich um einen Blankoumschlag mit Wst, den sich Interessierte für private Zudrucke bestellen konnten.
 
Michael Mallien Am: 18.11.2019 22:29:17 Gelesen: 906# 14 @  
@ ligneN [#13]

Vielen Dank für die Infos!

Ich komme heute zu einer weiteren Ausgabe mit dem Wertstempel Bergpark Wilhelmshöhe zu 47Pf/0,24€. Der U 11 ist, wie der U 7 eine Aufbrauchsausgabe des U 5. Die Vorausentwertung unterscheidet sich zu der des U 7, die im Rastertiefdruck aufgedruckt worden war. Beim U 11 ist sie im Offsetdruck aufgedruckt. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Position der Vorausentwertung. Sie variiert beim U 11, während sie beim U 7 immer gleich ist.

Hier ein U 11 A (ohne Fenster):



Vom Fensterumschlag U 11 B gibt es zwei Varianten:
- U 11 Ba ohne Aussparung des Innendrucks am Fenster
- U 11 Bb mit Aussparung des Innendrucks am Fenster

Letzterer wurde aus dem U 5 B hergestellt. Hier ist ein zum Standardbrief auffrankiertes Exemplar des U 11 Bb mit Stempel vom 10.10.2002:



Der Ursprung des U 11 Ba ist, soweit ich weiß, nicht bekannt. Er wird mit 500,- Micheleuro sehr hoch bewertet.

Die mir vorliegenden Exemplare des U 11 A und U 11 Bb weisen wieder die schon beim U 5 und U 7 beobachteten Varianten der Farbe des Innendrucks und der Position des Posthorns auf (vgl. Beiträge [#6] und [#9]).

Der Verkauf erfolgte an Geschäftskunden mit Papierzuschlag bei einer Abnahme von 1000 Stück. Abonnenten wurden nicht beliefert.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 24.11.2019 16:00:37 Gelesen: 841# 15 @  
Im August 2002 erschien mit der U 12 eine neue Ausgabe des Plusbrief Infopost mit und ohne Fenster. Sie gleicht den Aufbrauchganzsachen U 7 und U 11 mit dem Unterschied, dass nun sowohl Wertstempel als auch Vorausentwertung im Offsetdruck erfolgten. Die Unterscheidung ist jedoch viel einfacher, denn die Ganzsachen weisen Auftragsnummern im Innendruck der Seitenklappen auf.

Hier ist der U 12 A mit AN 100 068



Der Fensterumschlag U 12 B kommt mit den Auftragsnummern 100 065 und 100 068 vor. Spezialisten unterscheiden noch Varianten der AN 100 065, nämlich im vollständigen und im beschädigten Druck.

Weitere Spezialitäten des U 12 B sind Teil-Prägedrucke des Posthorns, wie dieses Beispiel: Posthorn mit fehlendem Mundstück



Der Verkauf erfolgte an Geschäftskunden mit Papierzuschlag bei einer Mindestabnahme von 1000 Stück. Abonnenten wurden nicht beliefert.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 01.12.2019 12:19:49 Gelesen: 790# 16 @  
Das Jahr 2003 brachte Änderungen vielfältiger Art. Zum einen gab es neue Tarife, wodurch auch neue Ganzsachen auf den Markt kamen. Bemerkenswert ist, dass die Tarife für Briefpost zum 1.1.2003 sanken. Hier sind einige, für dieses Thema relevante Änderungen:

Standardbrief: 0,55 Euro (vormals 0,56 Euro)
Kompaktbrief: 1,00 Euro (vormals 1,12 Euro)
Großbrief: 1,44 Euro (vormals 1,53 Euro)

Der Tarif für Infopost verblieb bei 0,24 Euro.

Zum anderen gab es nun einen generellen Papierpreiszuschlag für alle Ganzsachen. Im Einzelverkauf galten folgende Verkaufspreise:

Portowert | Verkaufspreis
0,45 Euro | 0,52 Euro
0,55 Euro | 0,65 Euro
1,00 Euro | 1,10 Euro
1,44 Euro | 1,80 Euro
2,20 Euro | 2,60 Euro

Weitere Kennzeichen der Ganzsachenumschläge ab 2003 sind:

- 2 Fluoreszenzstreifen im Bereich des Wertstempels (links und rechts)
- Auftragskennungen bzw. Produktionsnummern im Innendruck

Damit komme ich nun zum U 13, einem Umschlag für Kompaktbriefe zu nunmehr 1,00 Euro. Die Marke mit dem gleichen Wertstempel Porta Nigra, Trier erschien gleichzeitig, so dass der U 13 auch zur Stempelung mit offiziellen Ersttagsstempeln zugelassen war.

Hier ist der U 13 A mit Stempel vom 21.4.2003



Spezialisten unterscheiden zwei Varianten, die sich durch die Produktionsnummern unterscheiden.

Den Fensterumschlag U 13 B hier in einer Spätverwendung aus dem Jahr 2014, nämlich als Einschreiben mit Zusatzfranktur durch ein Schalterlabel.



Genau genommen ist der hier gezeigte Umschlag die MiNr. U 13 BX/02, denn es gibt einige hochbewertete Spezialitäten:

- Das X steht für das Wasserzeichenpapier des Umschlags = fallende Wellenlinien. Hier gibt es eine Wasserzeichenabart, den U 13 BY, mit dem Wasserzeichen steigende Wellenlinien.
- /02 steht für Umschläge mit Produktionsnummer im Innendruck, was dem Standard eintspricht. Es gibt aber auch Umschläge ohne eine solche Kennung, welche als U 13 BX/01 erfasst sind.

Beim U 13 BX/02 können insgesamt 4 Produktionsnummern unterschieden werden.

Einmal mehr zeigt sich, welche Möglichkeiten sich dem spezialisierten Sammler mit diesen Umschlägen eröffnen. Und dabei sind Verwendungsformen, Destinationen und andere postalische Merkmale noch gar nicht berücksichtigt.

Ich frage mich, warum so wenig Resonanz zu diesem Spezialgebiet kommt. Persönlich finde ich es mindestens ebenso spannend wie die frühen Ganzsachenkarten der Dauerserien. Sammelt jemand von euch auch die Umschläge? Eure Erfahrungen und Entdeckungen würden mich sehr interessieren.

Viele Grüße
Michael
 
StefanM Am: 03.12.2019 08:22:52 Gelesen: 751# 17 @  
Ich frage mich, warum so wenig Resonanz zu diesem Spezialgebiet kommt. Persönlich finde ich es mindestens ebenso spannend wie die frühen Ganzsachenkarten der Dauerserien. Sammelt jemand von euch auch die Umschläge? Eure Erfahrungen und Entdeckungen würden mich sehr interessieren.

Wollte nur anmerken, dass ich interessiert mitlese. Danke auch für die vielen zusätzlichen Infos, die zeigen, was hinter einem solchem Spezialgebiet steckt.

Ich hatte diese Ganzsachen nie auf dem Schirm, aber ich gebe dir recht; sie sind spannend. Jedenfalls freue ich mich über weitere Beiträge.

Gruß
Stefan
 
Michael Mallien Am: 03.12.2019 21:24:18 Gelesen: 723# 18 @  
@ StefanM [#17]

Hallo Stefan,

vielen Dank für Dein Feedback, es freut mich sehr!

Ich habe auch schon von anderer Seite gehört, dass diese Umschläge zusammen mit dem Sammeln von Plusbriefen und anderen Ganzsachen-Umschlägen Bund nach anfänglicher Begeisterung schnell wieder unpopulär wurden und zwar, weil das gesamte Sammelgebiet inklusive der vielen Eigenausgaben sehr schnell sehr unübersichtlich wurde.

Die Beschränkung auf Umschläge mit Wertstempeln der Dauerserien macht das Sammelgebiet jedoch wieder attraktiv und lädt aufgrund des umfangreichen echten Bedarfs zur Forschung ein. Diesen Aspekt mag ich besonders gern.

Unpopulär aus einem anderem Grund sind bei einigen Sammlern die beiden nächsten Umschläge dieser Kategorie, nämlich der U 14 und der U 15. Was sie für einige unattraktiv macht ist deren Größe, denn es sind Umschläge für Groß- und Maxibriefe in den Formaten

B4 Quer 353x250 mm (U 14)
C4 Hoch 229x324 mm (U 15)

Die Besonderheit dieser Ausgaben ist die Verwendung von zwei der neuen Wertstempel in Eurowährung (1,00 + 0,44 Euro). Die Größe erschwert die Darstellung der Umschläge als Ganzes, da sie nicht auf den Scanner passen. Ich habe Fotos gemacht und die Wertstempel vergrößert.

Hier der U 14 mit Stempel vom 3.1.2003:



Und hier der U 15 mit Stempel vom 2.4.2003:



Der Spezialist erfreut sich an Varianten, wie z.B. bei den Schutzstreifen des Klebeverschlusses. Diese Unterscheidung ist nur bei postfrischen Umschlägen möglich. Jeweils zwei Auflagen lassen sich anhand der Auftragsnummern im Innendruck unterscheiden.

Wie der U 13 waren auch der U 14 und der U 15 zur Ersttagsstempelung zugelassen, da sie zeitgleich mit den Marken zu 1,00 und 0,44 Euro an die Schalter kamen. Postkunden konnten den U 14 im Set zu 3 Stück und den U 15 im Set zu 25 Stück am Schalter erwerben.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 20.12.2019 14:37:27 Gelesen: 651# 19 @  
Für 2003 sind erneut 4 Ausgaben von PLUSBRIEF Infopost mit dem Wertstempel Bergpark Wilhelmshöhe und Vorausentwertung verzeichnet und zwar:

U 16 (Januar) mit Fenster und Auftragsnummer 100 112
U 17 (September) ohne Fenster und Auftragsnummer 100 130
U 18 (Oktober) mit Fenster und Auftragsnummer 100 161
U 19 (November) mit Fenster und in zwei Varianten

Die Auftragsnummern sind nicht das Kriterium für eine neue Katalognummer, aber an ihnen lassen sich die Umschläge am leichtesten unterscheiden. Der U 17 erhielt eine neue Katalognummer, weil er versehentlich ohne Vorausentwertung gedruckt und diese dann nachträglich aufgedruckt wurde.



Der U 18 unterscheidet sich wieder durch die Art des Druckes des Wertstempels, nämlich im Offsetdruck, während U 16 und U 17 im Rastertiefdruck hergestellt wurden.

Die beiden Varianten des U 19 sind gekennzeichnet durch Faltung bzw. Klebung der Seitenklappen:

U 19 /01: Seitenklappe unter der Rückklappe (im Bild rechts)
U 19 /02: Seitenklappe über der Rückklappe (im Bild links)



Vom U 19 /01 habe ich nicht katalogisierte Varianten vorliegen, die sich unter anderem in der Position der Aussparungen für die Auftragsnummern unterscheiden.

Variante 1: Auftragsnummer 100168 unten neben dem Fenster (links)
Variante 2: Auftragsnummer 100168 oben neben dem Fenster und zusätzlich Aussparung im Innendruck der Seitenklappe (rechts)



Ich vermute, dass Variante 2 eine Abart ist, habe aber noch nicht nachgeforscht, ob sie bereits dokumentiert ist.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 25.12.2019 12:06:49 Gelesen: 604# 20 @  


Umschläge mit dem Wertstempel Bergpark Wilhelmshöhe bereiten vielen Sammlern Schwierigkeiten aufgrund der 8 Hauptnummern und den vielen Unternummern und Varianten. Ich finde die Katalogisierung im Michel-Ganzsachenkatalog gut und nachvollziehbar. Mir fehlt jedoch eine Übersicht, nach der ich einen vorliegenden Umschlag schnell einordnen kann, auch wenn ich das Sammelgebiet weniger häufig berühre. Ich mache mal einen Versuch einer Übersicht und hoffe, dass sie auch anderen Sammlern hilft.

Legende
VE: Vorausentwertung
Wz: Wasserzeichen
FlStr: Anzahl Fluoreszenzstreifen
Druck: Druckverfahren Wertstempel
Druck VE: Druckverfahren Vorausentwertung

MiNr. Fenster VE Wz FlStr Druck Druck Auftragsnummer Sonstiges
VE Kennung
U 5 A ohne nein 1 Y 0 RaTdr - -
U 5 B mit nein 1 Y 0 RaTdr - -
U 7 A ohne ja 1 Y 0 RaTdr RaTdr - Position der VE immer gleich
U 7 B mit ja 1 Y 0 RaTdr RaTdr - Position der VE immer gleich
U 11 A ohne ja 1 Y 0 RaTdr Odr - Position der VE variabel
U 11 B mit ja 1 Y 0 RaTdr Odr - Position der VE variabel
U 12 A ohne ja 1 Y 1 Odr Odr 100 068
U 12 B mit ja 1 Y 1 Odr Odr 100 065
100 068
U 16 mit ja 1 Y 2 RaTdr RaTdr 100 112
U 17 ohne ja 1 Y 2 RaTdr Odr 100 130
U 18 mit ja 1 Y 2 Odr Odr 100 161
U 19 /01 mit ja - 2 Odr Odr 100 168 Seitenklappen unter Rückklappe
U 19 /02 mit ja - 2 Odr Odr C20/1500073523 Seitenklappen über Rückklappe
C20/1500085107
 

Viele Grüße
Michael
 

Michael Mallien Am: 03.01.2020 11:04:13 Gelesen: 483# 21 @  
Zum 1. Januar 2004 stieg des Entgelt für den Infopost-Standardbrief von 0,24 auf 0,25 Euro. Für den PLUSBRIEF Infopost wurde nun der Wertstempel Residenzschloss Arolsen (MiNr. 2374) verwendet.

Der U 20 erschien im Januar 2004 zunächst "ohne FSC-Vermerk" sowohl ohne Fenster, als auch mit Fenster. Spätere Auflagen ab Oktober 2004 verfügten dagegen über den FSC-Vermerk. Im Michel wurden folgende Katalognummern vergeben:

U 20 A I: ohne Fenster, ohne FSC-Vermerk
U 20 A II: ohne Fenster, mit FSC-Vermerk
U 20 B I: mit Fenster, ohne FSC-Vermerk
U 20 B II: mit Fenster, mit FSC-Vermerk

Beispielhaft sie hier ein U 20 A II gezeigt:



Der FSC-Vermerk befindet sich auf der Innenseite der Verschlussklappe.



Bei den Fensterumschlägen ist der FSC-Vermerk so angebracht, dass er beim leeren Umschlag durch das Fenster lesbar ist. U 20 B I (links) und U 20 B II (rechts) lassen sich daher sehr leicht unterscheiden.



Der U 20 bietet dem Spezialsammler noch viel mehr Möglichkeiten der Differenzierung, auf die ich im nächsten Beitrag eingehen werde.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 11.01.2020 11:30:56 Gelesen: 410# 22 @  
Wie in [#21] angemerkt gibt es weitere Varianten des U 20. Im Michel vermerkt sind Untertypen des U 20 B I:

U 20 B I /01: Ortsangabe im VE-Stempel symmetrisch (links)
U 20 B I /02: Ortsangabe im VE-Stempel näher am Innenkreis (rechts)



Dieser Unterschied ist gut zu erkennen. Im Michel findet sich außerdem ein Hinweis auf einen U 20 B I ohne Vorausentwertung. Beschrieben sind sie als Exemplare mit ausgefallenem schwarzen Druck der VE.

Weiter sind im Michel die Auflagen aufgeführt, die sich durch die Auftragskennungen im Innendruck unterscheiden. Beim U 20 B II sind es zwei Auftragskennungen, die auch von außen an der Schriftfarbe des FSC-Vermerks erkennbar sind.

Kennung C20/1500127324 in goldfarbener Schrift (ähnlich der Farbe der Inschriften im Wertstempel)
Kennung C20/1500133981 in grauer Schrift

Spezialisten unterscheiden noch weitere Details, wie z.B. zur Farbe der Wertstempel. So gibt es beim U 20 B I Wertstempel mit dunkelgrünen bzw. hellgrünen Bäumen.



Für mich sieht das nach einem Effekt der Farbsättigung aus. Experten können eventuell mehr dazu sagen.

Zum Abschluss zeige ich noch einen wohlbekannten Druckmangel, nämlich den Schmitzdruck der VE beim U 20 B II.



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 20.01.2020 22:21:51 Gelesen: 330# 23 @  
2004 erschien erstmals ein PLUSBRIEF Infobrief zu 0,40 Euro mit dem Wertstempel Bach-Denkmal Leipzig. Von dem U 21 sind zwei Typen katalogisiert. Hier ist der U 21 I (ohne FSC-Hinweis im Fenster).



Im Michel sind zwei unterschiedliche Auftragskennungen verzeichnet.

Spezialisten unterscheiden außerdem zwei Varianten des Umschlags mit der Auftragskennung C20/1500082063 und zwar hinsichtlich des Innendrucks der Verschlussklappen mit spitzen bzw. runden "Ecken". Letztere sind die Variante, die Abonnenten erhalten haben. Der Unterschied ist leicht zu erkennen.



Der U 21 II ist aufgrund des FSC-Hinweises im Fenster ebenfalls leicht zu ídentifizieren.



Auch für diesen Umschlag sind zwei Auftragskennungen verzeichnet.

Zwar reicht die Unterscheidung durch den FSC-Hinweis, doch es fällt noch etwas anderes auf und zwar die Schriftgröße im Vorausentwertungsstempel. Beim U 21 II wurde eine kleinere Schriftart verwendet.



Der Verkauf erfolgte an Geschäftskunden mit Papierzuschlag bei einer Mindestabnahme von 500 Stück.

Viele Grüße
Michael
 
Cantus Am: 21.01.2020 00:57:36 Gelesen: 320# 24 @  
Hallo Michael,

zuerst möchte ich dir ein großes Lob dafür aussprechen, wie du hier die Plusbriefumschläge mit allen ihren Varianten detailreich und nachvollziehbar vorstellst. Dazu habe ich eine Frage.

Ich verschicke immer wieder mit den Umschlägen aus Pappe, die sich bei der Post "PlusBrief Warenpack" nennen, dabei bis zur Größe 349x249 mm. Zählen solche Umschläge auch zu deinem Sammelgebiet oder ist das ein Extrathema, das dich nicht interessiert?

Viele Grüße
Ingo
 
Michael Mallien Am: 21.01.2020 20:31:24 Gelesen: 284# 25 @  
@ Cantus [#24]

Hallo Ingo,

vielen Dank, ich freue mich sehr über Dein nteresse an diesem Thema!

Die kartonierten Versandumschläge PLUSBRIEF Warenpack gehören auch in dieses Thema. Bisher habe ich nur wenige "Umschläge" dieser Art ergattern können. Zeige gerne welche, wenn Du sie hast. Das "strenge Vorgehen" nach Katalognummern mache ich nur, damit ich den Überblick behalte und keine Ausgaben vergesse.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 05.02.2020 21:37:05 Gelesen: 138# 26 @  
Der nächste PLUSBRIEF Infopost zu 25 Cent (U 22) erschien im November 2005 und ist der letzte mit einem Wertstempel Sehenswürdigkeiten. Er ist vom U 20 leicht zu unterscheiden, da er auf weißem ungetönten Papier gedruckt wurde.

Hier der U 22 A (ohne Fenster).



Vom U 22 B gibt es zwei Varianten mit unterschiedlichen Auftragskennungen. Ich kann einen solchen Umschlag mit privatem Zudruck zeigen.



Die Variante mit der Auftragskennung C20/1500127706 ist gesucht. Einen Umschlag mit eben dieser Kennung, aber ohne Fenster wird im Michel erwähnt. Er wird beschrieben als vermutliches Aufdruckmuster, das nicht in Gebrauch genommen wurde.

Der Verkauf erfolgte mit Papierpreiszuschlag an Geschäftskunden bei einer Mindestabnahme von 1000 Stück. Abonnenten wurden nicht beliefert.

Viele Grüße
Michael
 

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