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Thema: Wertschätzung Sammlung Bund, Berlin, DDR
Frederic1973 Am: 16.10.2019 16:46:32 Gelesen: 3162# 1 @  
Ich bräuchte nochmals Eure Hilfe.

Aus meinen Bekanntenkreis habe ich ein Angebot bekommen, die gesamte Sammlung zu kaufen. Die gute Frau hat mir ein Sammlungsüberblick zugeschickt. Bei einigen Marken bin ich schon fündig geworden, aber mir fehlt einfach das Know-How, da ich das Hobby nach langer Zeit wieder aufgenommen habe. Und was solch ein Konvolut angeht, bin ich mir nicht sicher.

Also die gute Dame hat mir ein Angebot gemacht, das gesamte Konvolut für 350 Euro zu kaufen. Sollte ich dieses tun? Ist für mich halt viel Geld, aber ich wäre evtl bereit es zu kaufen.

Vielleicht könntet Ihr mir dabei helfen.

Hier die Übersicht:



Vielen Dank schon mal im Voraus!

MphG
Frederic
 
Frankenjogger Am: 16.10.2019 18:26:29 Gelesen: 3134# 2 @  
Hallo Frederic,

anhand einer solchen Liste kann man leider nicht beurteilen, ob der Preis ok ist.
Das hängt in erster Linie von der Qualität der höherwertigen Marken ab, Echtheit vorausgesetzt.

VG, Klemens
 
Meinhard Am: 16.10.2019 18:28:40 Gelesen: 3133# 3 @  
Hallo Klemens,

kannst Du kaufen ohne Bedenken.

Gruß
Meinhard
 
Christoph 1 Am: 16.10.2019 19:42:42 Gelesen: 3085# 4 @  
@ Frederic1973 [#1]

Hallo Frederic,

ich wäre skeptisch anhand dieser Liste.

- Was bedeutet "ungestempelt"? Sind die Marken postfrisch oder "nur" ungestempelt? Das ist ja ein großer Unterschied im Preis.

- Was bedeutet "gestempelt"? Bei DDR ist es ein Riesenunterschied, ob es sich um die aufgedruckten Gefälligkeitsstempel oder um Bedarfsstempel handelt, auch bei Bund /Berlin sind die Versandstellenstempel oder Ersttagssonderstempel äußerst unbeliebt und um ein Vielfaches billiger als richtig bedarfsmäßig gestempelte Marken mit gut lesbaren Stempeln (Ort und Datum). Da gibt es sehr große Qualitätsunterschiede.

- Wenn da (beispielsweise) steht: Berlin Vordruckalbum 1948-1980: Wer gibt Dir die Sicherheit, dass dieses Album auch vollständig bestückt ist? Es könnte sogar leer sein oder nur spärlich gefüllt.

Also, ohne direkte Ansicht vor Ort oder eine viel ausführlichere Beschreibung mit Fotos der Marken (zumindest alle aus den Anfangsjahren 1948-1955) würde ich da den aufgerufenen Betrag erstmal nicht bezahlen.

Wenn (!) allerdings alles vollständig und in guter Qualität ist, dann ist das ein guter, wenn nicht sogar sehr guter Preis für alles zusammen. Selbst wenn es sich bei den gestempelten Marken durchweg um Versandstellenstempel handelt, gleichzeitig aber alles "ungestempelte" wirklich 100% postfrisch ist, ist der Preis wohl immer noch sehr gut.

Viele Grüße
Christoph
 
Jensen Am: 16.10.2019 19:43:35 Gelesen: 3084# 5 @  
Hallo Frederik,

das ist eine Menge Papier, das stimmt schon.

Ich gebe aber zu bedenken, dass DDR und auch BRD/Berlin ab ca. 1960 ungebraucht JEDERZEIT für sehr wenig Geld bei ebay usw. zu haben ist. Man bekommt es sozusagen hinterhergeworfen, Ladenhüter. Gleiches gilt auch für die genannten Gedenkblätter.

Wenn man das von der Liste abzieht, ist sie deutlich kürzer.

Es ist auch die Frage -und das hängt von Dir selbst ab- ob Du viel Freude an solch einer vollständigen Sammlung ungebrauchter Marken -sortiert so wie sie im Katalog stehen- hast. Insbesondere wenn man sie einfach so fertig kauft und ins Regal stellt.

Zumal ganze Lagerhäuser voll dieser ungebraucht-Sammlungen existieren und auf nicht vorhandene Käufer warten. Und zukünftige Erben werden die nächsten 20 Jahre noch mehr auf den Markt (besser gesagt auf die Halde) werfen.

Man kann für 350 Euro eine einzige Marke kaufen oder ganze Kisten mit Marken, Möglichkeiten gäbe es viele. Ein Großteil des Angebots ist jedenfalls nichts was Dir wegrennt, auf nicht absehbare Zeit werden die ungebrauchten Deutschen Marken ab ca. 1960 zentnerweise billig verfügbar sein.

Viele Grüße
Jensen
 
10Parale Am: 31.08.2026 18:07:00 Gelesen: 279# 6 @  
Nächste Woche wurde ich eingeladen, bei einer Bekannten meiner Frau 3 Alben wertzuschätzen, von denen sie als Laie gar keine Ahnung hat. Nun habe ich im Voraus schon mal gehört, dass in den 3 Alben sehr viel DDR gestempelt versteckt ist, Indonesien und sogar Rumänien, Tschechoslowakei, Ungarn und einiges Ostblock, aber Schwerpunkt DDR.

Nun bin ich ja, - was Rumänien betrifft -, sicher nicht ahnungslos. Aber ich habe schon eine bestimmte Befürchtung, was auf mich zukommt.

Für mich stellt sich eine psychologische Frage. Wie geht man vor, wenn man erklären muss, dass die Marken nicht so viel wert sind und den Gegenüber, der unter Umständen viel erwartet, nicht enttäuschen will? In Vorbereitung studiere ich auf jeden Fall mal die Anfangsjahre DDR, da scheint mir einiges Interessantes drin zu stecken.

Sollte ich die Vermutung haben, auf etwas Wertvolles DDR gestoßen zu sein, werde ich es fotografieren und hier zur Debatte stellen, versprochen.

Liebe Grüße

10Parale
 
Koban Am: 31.08.2026 19:11:50 Gelesen: 242# 7 @  
@ 10Parale [#6]

Klingt nach einer typischen Ost-Kinder- bzw. Anfängersammlung. Aus der Nummer kommst du, ohne zu enttäuschen, keinesfalls raus. Ganz egal wieviel Mühe und Zeit für Erklärungen du investierst.

Auf keinen Fall würde ich ein Angebot machen. Selbst wenn du das dreifache des Wertes bietest, am Ende sind trotzdem beide Seiten unzufrieden. Ich habe dutzende solcher "Sammlungen" besichtigt. Lediglich ein mal war das Gegenüber nicht enttäuscht.

Gruß,
Koban
 
TeeKay Am: 31.08.2026 19:23:18 Gelesen: 234# 8 @  
@ 10Parale [#6]

3 Alben gehen ja noch. Da lässt sich leichter erklären, dass das keinen Wert besitzt, als wenn da ein ganzer LKW mit Material gefüllt werden könnte (der dann trotzdem keinen kommerziellen Wert besitzt).

Mein Vorschlag: " Weißt du, die allermeisten Hobbies kosten Geld, ohne dass man dafür einen materiellen Gegenwert in den Schrank stellen kann. Wer gern Marathons läuft, vielleicht gar Ultramarathons, gibt im Laufe eines Lebens problemlos zehntausende Euro aus und am Ende bleibt allenfalls eine Kiste mit Teilnahmemedaillen übrig, die außer für den Läufer selbst keinen Wert besitzen. Beim Hobby Briefmarken denken sehr viele Menschen, dass neben dem Spaß auch etwas Werthaltiges geschaffen würde - nur weil teilweise ganze Schrankwände mit Material gefüllt wurden. Tatsache ist aber, dass in den vergangenen Jahrzehnten sehr viele Menschen Schrankwände mit Material füllten und es heute weniger Menschen gibt, die sich dafür interessieren. Daher gilt für die meisten Briefmarkensammlungen das gleiche, was auch für die meisten anderen Hobbies gilt: ein Mensch hatte Spaß, teilweise jahrzehntelang. Aber es ist dabei nichts erschaffen worden, das sich nach dem Tod des Spaß habenden Menschen verkaufen ließe. Bei dieser Sammlung ist es auch so. Ich bin da ganz ehrlich: Wenn ich durch die Alben blättere, dann sehe ich, dass da jemand Spaß hatte. Das sind Stunden und Stunden an konservierter Arbeit. Aber es ist nichts, was ich kaufen wollen würde. Und weil es inzwischen sehr viele dieser Sammlungen auf dem Markt gibt, denen es an Nachfolgern fehlt, wird es mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch sonst niemanden geben, der dafür Geld bezahlt. Der Abwicklungsaufwand - Fotos machen, Beschreiben, bei eBay einstellen - ist größer als ein möglicher Ertrag.

Eine Alternative ist, das Material an eine Wohltätigkeitsorganisation zu spenden. Im besten Fall haben dann noch einmal Menschen Spaß mit dem Material und die Organisation kann ein paar Euro Erlös mit dem Verkauf erzielen. Wenn du daran Interesse hast, kann ich dir Adressen heraussuchen.
"
 
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