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Thema: Moderne Postgeschichte: Internationales Remailing
Das Thema hat 177 Beiträge:
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Heinrich3 Am: 02.12.2018 11:45:27 Gelesen: 36072# 153 @  
@ DL8AAM [#148]

Hallo Thomas,

dieser Tage traf ein in China bestelltes Kleinteil bei mir ein. Wie von Dir beschrieben über die Post Belgiens, doch in den Einzelheiten unterschiedlich.

In 2 Jahren seit Deinem Beitrag hat sich einiges geändert, zuerst schon daß die Belgische Post nicht mehr ihr Logo verwendet. Da ich vermute, daß Dir in der Zwischenzeit noch mehrere Belege dieser Art untergekommen sind, verzichte ich mal hier auf weitere Beschreibung.

Den Stempel gebe ich in die Stempeldatei ein.

Schönen Sonntag wünscht
Heinrich


 
Heinrich3 Am: 26.01.2019 11:03:34 Gelesen: 30213# 154 @  
Hallo,

ein dieser Tage bei mir angekommener Brief der Finanzverwaltung der USA - abgesandt in Talinn/Estland.

Ob das mit dem Shutdown zu tun hat?

Grüße aus München von
Heinrich


 
DL8AAM Am: 26.01.2019 16:39:13 Gelesen: 30179# 155 @  
@ Heinrich3 [#154]

Ob das mit dem Shutdown zu tun hat?

Nein, mit Sicherheit absolut nicht. Das USPS arbeitet auch während des Shutdowns. Die nutzen das ausschliesslich aus Portoersparnisgründen. Nicht unüblich, das auch Bundesbehörden nicht die Postbehörde zum internatiaonalen Versand einsetzen.

Auch die Chinesen nutzen aktuell für Sendungen nach Europa den Remailing-Weg über Estland. Hier ein Schätzchen, dass ich kürzlicher für meine Sammlung ergattern konnte:



eCommerce-Lieferung aus China, dort über einen der größten privaten Post- bzw. Kurierdienstleister SF Express [1] (der übrigens sogar eine eigene große Fluglinie betreibt [2]) als Päckchen ("Small Packet") versendet. Und in Europa dann über CYJY Trading Co. Ltd. in Tallinn zur Einschleusung ins Postnetz per Einschreiben bearbeitet. Frankatur mit Entgeltbezahlt-Eindruck auf dem CN22-Versandlabel mit der Lizenznummer 228 der estnischen Post ("Permit Mail").

In Deutschland noch mit einem zusätzlichem Label ("Sendung nachadressiert") der DPAG versehen. Weitere Labels stammen aus der zolltechnischen Behandlung "Goods not fulfilling the conditions laid down in Articles 28 and 29 of the Treaty on the functioning of the European Union." und "Von zollamtlicher Behandlung befreit / Deutsche Post NL IP B IPZ 2 Niederaula".

Etwas interessant ist, dass Dein Rücksendepostfach in Tallinn 7054 lautet, meines 7057. Ich vermute die 70xx-Serie gehört einem international aktiven Remailing-Unternehmen und die einzelnen Postfächer (sehr wahrscheinlich "Sammelpostfächer") identifizieren die Ursprungsherkunft (Land/Einlieferer/Konsolidierer) der Sendung. So wie wir es auch u.a. von der Deutschen Post/DHL oder PostNL/Spring/G3 Worldwide her kennen. Also wer zeichnet hier verantwortlich?

Gruß
Thomas

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/SF_Express
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/SF_Airlines
 
DL8AAM Am: 30.01.2019 00:16:44 Gelesen: 29759# 156 @  
@ Heinrich3 [#154]

Und wenn wir schon bei Deinem "Abwickler" (KAAB International Mail and Parcel Distribution) sind:

KAAB (mit seinen Marken "Świat Przesyłek" aka "Royal Shipments") ist ein großes international agierendes "Postunternehmen" mit Hauptsitz in Nysa, Polen. Deren Motto lautet "KAAB your bridge between eastern and western Europe". Sie bieten u.a. die internationale Verteilung von normalen Standard- und Priority-Briefsendungen, Päckchen, Einschreiben, Zeitschriften und Werbemailings an, zusätzlich agieren sie als Lettershop (auch Hybridpost), sowie als Ver- und Umpacker, Warenlager und Versanddienstleister für eCommerce-Anbieter. Dafür betreiben sie ein großes Netzwerk von Hubs, Niederlassungen, Stützpunkten, Agenturen und Partner/Büros in ganz Europa (u.a. auch in Deutschland den Hub beim "Göttlich Transport und Logistik GmbH", Maltitz 35a, 02627 Weißenberg). Partner sind neben verschiedenen Privatpostdienstleistern auch diverse "hoheitliche" UPU-Postdienste, z.B. die tschechische, ungarische Post, sowie auch das ASENDIA, das "Remailing"-Joint Venture der schweizer und der französischen Post, die für KAAB als regionale Hubs dienen.

Hier ein Ausschnitt eines heute bei mir eingetrudelten Belegs:



Kundenmagazin des Absenders "Amiamo Familotel Zell am See", Österreich; Versand über Tschechien (PPI/Entgelteindruck auf Label, mit postalischer Genehmigungsnummer [Permit Mail] "2013/0960", 220 00 Praha 120) durch KAAB, hier über den Stützpunkt "beim" Postamt der Česká pošta in 790 01 Jesenik (Poštovní 341/3). Rücksendeadresse: P.O. Box 08, 790 01 Jesenik 1; Januar 2019.

Gruß
Thomas

https://www.linkedin.com/company/kaab-international-mail/about/
http://www.kaabnl.nl/site/index#about
https://royalshipments.com
 
epem7081 Am: 03.03.2019 20:41:03 Gelesen: 26273# 157 @  
Hochgeschätzte Expertenrunde,

das Thema Remailing ist für mich noch eine verwirrende Thematik. Gleichwohl habe ich in meinem Fundus vielleicht zu diesem Thema diskussionsfähige Objekte?
Nach einer Reise durch Norwegen, im Jahre 2012 habe ich offenkundig einige Mautstellen durchfahren, ohne einen entsprechenden Obolus zu entrichten bzw. eine entsprechende Freischaltung zu haben.

So erreichten mich nach einigen Wochen insgesamt vier Briefe in denen dann Mautgebühren zwischen 2,14 EUR (15.00 NOK) und 8,44 EUR (60.00 NOK) eingefordert wurden - ohne irgendwelche Zuschläge oder Bearbeitungskosten. Das hätte bei uns oder in südlichen Ländern wohl ganz anders ausgesehen?

Inzwischen eben in die Stempeldatenbank eingegeben, aber aktuell noch nicht von einem Stempelredakteur freigegeben, habe ich diesen Stempel dreifach eingestellt, d.h. für jeden Einforderer gesondert.



Remailing Thermodruck-Label der DPAG
"Deutsche Post / port payé / 60544 Frankfurt / ALLEMAGNE"
mit Zusätzen der Versandform "PRIORITAIRE" oben und "Brief / Luftpostl" re. unten

Links Angabe der Rücksendeadresse: "En cas de non remise / prière de retourner à / POSTFACH 2003XX / 36243 Niederaula / Allemagne". Unter Gesamtstempel außerdem: RSC NIA: Special Handling GMB-Kundenprocess EPC

In den variierenden Anmerkungen konnte ich dabei jeweils anfügen:

1) Anforderung von Mautgebühren durch die: Nye Kristiansand Bompengeselskap AS, Norge.
Stempel liegt in einem Belege vor mit Datum 25/10/12.
Gleicher Stempel mit anderem Einforderer siehe 260545 und 260555

2) Anforderung von Mautgebühren durch die: Aust-Agder Vegfinans AS, Norge.
Stempel liegt in einem Belege vor mit Datum 25/10/12.
Gleicher Stempel mit anderem Einforderer siehe 260545 und 260562

3) Anforderung von Mautgebühren durch die: TB Trondelag Bomveiselskap as norge.
Stempel liegt in drei Belegen vor mit Datum 30/09/12, 22/11/12.
Gleicher Stempel mit anderem Einforderer siehe 260555 und 260562

Ich bin gespannt auf ein aufklärendes Echo und grüße alle Sammlerfreunde
Edwin
 
DL8AAM Am: 16.03.2019 21:50:12 Gelesen: 24731# 158 @  
Hier eine weitere chinesische eCommerce-Sendung nach Deutschland:



eCommerce-Sendung eines unbekannten Absenders/Versenders aus der VR China (Fuzhou) nach Deutschland (Bovenden bei Göttingen), Versandabwicklung über das chinesische Logistikunternehmen YunExpress (zu erkennen an der Sendungs- bzw. Trackungnummer mit dem Präfix YT) [1]. UPU-Frankatur der/die die Deutsche Post in 60544 Frankfurt (am Main), mit Rücksendeadresse "Postfach 3273" beim Internationalen Postzentrum der DPAG/DHL (IPZ 2) in 36243 Niederaula. Bei dem Postfach handelt es sich lediglich um ein Deck-, besser Sammelpostfach für Absender/Versender (Kunden des abwickelnden Remailers) aus China. Überklebt wurde das ursprüngliche Versandlabel, Überschrift "EUDDPG", mit Zusatz "P", mit YT-Sendungsnummer, Artikelnummer (FH-Präfix), aber ohne Frankatur. EUDDPG ist die lateinische Abkürzung für 云途中欧专线挂号 (in etwa 'Yuntu Central Europe Special Line'), wobei Yuntu (云途) der chinesische Name YunExpress ist (云途物流统).

Gemäß der Tracking-Details [2], lief die Sendung vom annehmenden Sortierzentrum in Fuzhou über Hongkong per Flugzeug nach Paris (Roissy Charles-de-Gaulle), wo auch die Zollabfertgung stattfand, und dann erst per LKW nach Frankfurt. Deshalb vermute ich, dass es sich beim abwickelnden Remailer möglichwerweise nicht um die DPAG/DHL selbst handelt, sondern vielleicht um die französische La Poste bzw. um eine Remailing-Tochter handelt (ASENDIA), die die Sendung nach Deutschland über das IPZ2 hat "UPU-einliefern" lassen?? Das Rücksendepostfach 3273 war mir bisher noch vollkommen unbekannt, auch findet sich im Netz darauf keinerlei Verweis.



Gruß
Thomas

[1] https://www.yunexpress.com
[2] https://www.17track.net/de
 
Baber Am: 16.04.2019 14:18:25 Gelesen: 22161# 159 @  
Die Deutsche Rentenversicherung verschickt Post nach Österreich nicht mit der Deutschen Post sondern mit der Niederländischen.



Gruß
Bernd
 
DL8AAM Am: 16.04.2019 14:37:58 Gelesen: 22157# 160 @  
@ Baber [#159]

Die Deutsche Rentenversicherung verschickt Post nach Österreich nicht mit der Deutschen Post sondern mit der Niederländischen.

Muss nicht.

Ich vermute eher, dass die Deutsche Rentenversicherung einen "InHaus Postdienstleistungsvertrag" mit einem externen (Privatpost-/Konsolidierungs-) Dienstleister abgeschlossen hat, der dann sämtlichen Postversand (womöglich sogar den Ausdruck und Kuvertierung) komplett übernimmt - und der dann auch die Auslandssendungen abwickelt.

Ich tippe hier auf Postcon, aus dem Konzern-"Dunstkreis" der niederländischen postNL. Postcon arbeitet eng mit der postNL zusammen und verschickt in der Regel seine (UPU-) Auslandspost über eben diese. Die DRV lässt sicherlich nicht selbst seine Auslandspost über die niederländische Post abwickeln. Vermutlich wissen die nicht einmal, worüber letztendlich der UPU-Versand stattfindet bzw. wo in den UPU-Kreislauf eingeschleust wird.

Gruß
Thomas
 
Pete Am: 20.04.2019 10:36:13 Gelesen: 21712# 161 @  
In diversen Beiträgen des Themenfeldes "Internationales Remailing" fiel das Stichwort "Asendia". Dieses Gemeinschaftsunternehmen der Schweizer Post (Swiss Post) und der französischen Post (La Poste) lässt sich auch philatelistisch als Absender belegen, wie der nachfolgende Beleg zeigt:



Frankit des Absenders Asendia vom 10.01.2013, Standort 63128 Dietzenbach, Kennung 1D02001867

Gruß
Pete
 
agundel Am: 21.04.2019 12:31:14 Gelesen: 21636# 162 @  
Hallo,

es gibt eine gute Nachricht für alle, die an "Remailing" interessiert sind.

Das Buch "The Globalization of the Mail Market Through Remail and Direct Entry Mail" von 2003 hat einen Nachfolger, nämlich "Remailing Initiated the Globalization of the Mail Market". Das neue Buch ist seit einer Stunde bei Groups.io verfügbar.

Eine E-Mail an mich genügt. Es erfolgt dann eine Einladung für die Groups.io-Gruppe. Jeder kann dann das Buch kostenlos herunterladen.

Frohe Ostern!
Alex Gundel
 
DL8AAM Am: 27.04.2019 21:37:21 Gelesen: 20994# 163 @  
@ agundel [#162]

Super Alex. Mit dem Link hat es wunderbar geklappt. Habe mir das 350-seitige Handbuch zum Remailing die Woche ausgedruckt und werde es hier in einem Copyshop binden lassen.

---

... "And Now for Something Completely Different" damit das Posting wenigstens noch etwas Content hat ;-)

eCommerce Päckchen-Remailing aus Großbritannien



"Moderne Paketkarte" (aka Versandlabel) für ein "DHL Paket" (besser gesagt, ein 350 Gramm-Päckcken). Auf den ersten Blick erkennt man die Eigenschaft des Remailings nicht, obwohl das Label in seiner optischen Form schon etwas anders aussieht, als üblich. Sonst wäre ich auch nicht tiefer eingestiegen ;-) Denn erst wenn man sich den Absender genauer anschaut, wird das Remailing ersichtlich: "Dobell, Muehlheimer Str. 26, 53840 Troisdorf, GERMANY". Dobell ist ein britischer Online-Anbieter für Herrenanzüge und dazu gehörende Accessoires, der zwar eine deutsche Webseite [2] unterhält, aber in Deutschland keinen eigenen Standort betreibt. Die Webseite gibt auch nur eine Rücksendeadresse für Retouren in Deutschland (in Bad Bentheim) an, aber keine weitere deutsche Adresse (auch kein Impressum).

Hinter der im Versandlabel genannten Anschrift liegt der Technologiepark Troisdorf, aber auch dort gibt es keinen eigenen Dobell-Standort. Stattdessen befindet sich dort (u.a.) das Unternehmen maparexx (Frank Breuer & Stephan Janicke GbR) [1], dass sich auf internationalen Postversand spezialisiert hat. Neben "Internationale Tagespost" bietet man auch die Paketversandabwicklung für internationale Kunden aus dem Bereich des eCommerces an. Das DHL-Label überklebt übrigens ein englischsprachiges Adresslabel auf den Adressaten.

Das heisst die Sendung wurde in Großbritannien vom Versender zusammengestellt, per Sammeltransport nach Deutschland verbracht, hier vereinzelt und über ein abwickelndes "Postdienstleistungsunternehmen" über DHL abgeleitet.

Gruß
Thomas

[1] http://www.maparexx.de/de/business
[2] http://www.dobell.de
 
Baber Am: 30.04.2019 18:13:29 Gelesen: 20519# 164 @  
@ DL8AAM [#158]

Solche Belege mit der Rücksendeandresse 36342 Niederaula wurden schon mehrfach gezeigt. (#37, #48) Nur das Postfach in der Rücksende-Adresse ist immer anders, sicher um damit den ursprünglichen Absender zu identifizieren.

Mein Beleg kam heute vom einem englischen Delcampe-Händler in NG34 9AP, 23 Lincoln Road auf den Ort verzichtet der Absender, er ist ja in der PLZ verschlüsselt.



Gruß
Bernd
 
DL8AAM Am: 30.04.2019 18:40:50 Gelesen: 20512# 165 @  
@ Baber [#164]

Nur das Postfach in der Rücksende-Adresse ist immer anders, sicher um damit den ursprünglichen Absender zu identifizieren

Soweit gehen die Postfächer nicht. Diese reflektieren in der Regel nur das ursprüngliche Herkunftsland, d.h. die DHL-Niederlassung über die die Sendung angenommen wurde, u.U. auch den/einen möglicherweise zwischengeschalteten "Konsolidierer" oder Postversand-/bearbeitungsdienstleisters vor Ort (im Ausland). Der eigentliche Kunde könnte in Deinem Fall in der Zahl "1805" geschlüsselt sein, könnte... (es könnte sich aber auch nur um eine normale Zählnummer handeln).

Gruß
Thomas
 
MaVog Am: 21.06.2019 17:15:54 Gelesen: 16111# 166 @  
Servus aus Franken! :)

Ich bin neu hier und wollte mal meinen Beleg aus Deutschland (versendet mit der BWPost) den ich mir selbst in die Tschechei geschickt habe reinstellen.



Der Brief lief offensichtlich über ?? Mauritius ??.

An die selbe Anschrift habe ich ebenfalls einen Brief mit dem Nürnberger Briefdienst mailworXs geschickt, dieser wurde offensichtlich über den selben Weg transportiert:



Hat vielleicht jemand eine Erklärung dafür warum die Briefe einmal quer durch die Welt geflogen wird und sich das dann auch noch lohnen kann? :)

Eine doch recht interessante Sache wie ich finde.

Ich finde auf Anhieb auch keinen Dienstleister der das über die MUPost abwickelt.

Ein Brief über regiomail (Heilbronn) wurde an die österreichische Post weitergegeben:



Hat jemand dafür eventuell noch Ideen, wie man da noch näheres rauskriegen kann? :)

Auch recht interessant ist meiner Meinung nach der nachfolgende Beleg der österreichischen Post:



Das Paket wurde (von mir selbst :)) ) über amazon Multi-Channel Fulfillment in Deutschland mit Versand nach Prag beauftragt, und wurde von amazon offensichtlich nicht wie erwartet an die deutsche sondern an die Österreichische Post übergeben.

Schlussendlich wurde das Paket aber auch nicht von der tschechischen Post direkt sondern von einem Unternehmen namens "inTime" zugestellt, welches nach meinen Recherchen in Verbindung mit der Ceska Posta steht (s. https://intime.cz/ )

Grüße,
Marius :)
 
DL8AAM Am: 21.06.2019 18:45:09 Gelesen: 16093# 167 @  
@ MaVog [#166]

Interessante Belege. Aber ich kann Dich beruhigen, die Briefe flogen nicht um die halbe Welt. Sie wurden zwar über die Post von Mauritius versendet, aber nicht über Mauritius, sondern über sogenannte "ETOE (Extraterritorial Offices of Exchange)", dass sind Austauschzentralen, die die jeweiligen Postanstalten im Ausland unterhalten. Dort/Darüber wechseln Sendungen in den EInflussbereich einer UPU-Post.

Die Post von Mauritius betreibt solche "exterritorialen Auslandspostämter", die bei der UPU angemeldet werden müssen, in Europa in England, Frankreich und den Niederlanden. Hier ein Auszug aus den Listen der UPU [1]:

> GBLONY LONDON MUY LONDON MAURITIUS POST MUA J1CMUA Mauritius PL Mauritius Post Limited
> DO MU GB ETOE 20110502 BILATERAL AGREEMENT REQUIRED

> FRLIOZ LIO ETOE MUA LYON Z ETOE MUA MUA J1CMUA Mauritius PL Mauritius Post Limited
> DO MU FR ETOE 20151101 BILATERAL AGREEMENT REQUIRED

> NLAMSF AMSTERDAM MU AMSTERDAM F MAURITIUS POST LTD MUA J1CMUA Mauritius PL Mauritius Post Limited
> DO MU NL ETOE 20110510 BILATERAL AGREEMENT REQUIRED
 

Ich persönlich würde - ohne es zu wissen oder echte Anhaltspunkte zu haben - erst einmal vermuten, dass Dein Brief über das deutsche Privatpost Netzwerk von Mail Alliance gesammelt wurde und (u.U. mit Hilfe von Postcon) über Amsterdam abgewickelt wurde, d.h. dort direkt mit der PostNL ausgetauscht wurde - und hier in den UPU-Lauf eingeschleust wurde.

Nun zu Deinem Amazon Päckchen-"Großbrief":

eCommerce-Sendungen von Amazon, insbesondere grenzüberschreitende oder außerdeutsche, sind wirklich ein sehr sehr spannendes Thema, dass derzeit leider noch kaum beachtet, dokumentiert, geschweige denn philatelistisch beackert wird. Nur ganz kurz, das ursprünglich versendende Fulfillment Center (den Hub) erkennt man unten links auf dem Versandlabel (leider überklebt), dort findet sich unter dem Barcode eine Kennung, i.d.R. im Format 3-Buchstaben-1-Ziffer, z.B. LEJ1 (Leipzig). Zumindest lief die Sendung von Amazon (unbekannter Standort, die Standard-Rücksendeadresse ist nicht aussagekräftig) über EURODIS [2] zu deren tschechischen Partner "IN TIME", einem Mitglied der Austrian Post Group, d.h. der österreichischen Post (nicht der tschechischen Post). Die österreichische Post ist ebenfalls ein direkter Partner von EURODIS, deshalb wohl auch eine österreichische Rücksendeadresse, obwohl Amazon nach meinen Kenntnisstand in Österreich aktuell über keinen eigenen Versandstützpunkt verfügt. Sehr wahrscheinlich tarnt sich hinter der angegebenen Adresse "Paketfach Amazon E, 5005 Salzburg", nur das große Post-Logistikzentrum der österreichen Post in Wals-Siezenheim, dass für Amazon Rückläufer sammelt.

Gruß
Thomas

[1] http://www.upu.int/uploads/tx_sbdownloader/listStandardsImpcsWithTypeIndicationEn.xlsx
[2] https://eurodis.com/de
 

Baber Am: 04.07.2019 16:44:08 Gelesen: 15206# 168 @  
Für knapp 100 km Entfernung dieser Aufwand



Gruß
Bernd
 
Fridolino Am: 07.07.2019 17:56:28 Gelesen: 14997# 169 @  
Hier ein Brief von Microsoft aus Irland, eingeliefert über TPG Post in den Niederlanden, weiterbefördert mit TNT Post und ausgeliefert schließlich mit post modern in Dresden.


 
DL8AAM Am: 08.07.2019 14:19:36 Gelesen: 14912# 170 @  
@ Baber [#168]

Der Brief lief über die ASENDIA (Swiss Post) Niederlassung in Deutschland. Der im Absender angebene Kode CGN steht hier für Köln, wobei der aktuelle Standort von ASENDIA in Deutschland in Troisdorf (bei Köln) liegt. Ob das Auktionshaus das Mailing selbst "gemacht" hat (eher unwahrscheinlicher), oder es durch irgendeinen "Lettershop" (Asendia ist übrigens auch in diesem Bereioh aktiv, Zitat "wir drucken, verpacken, adressieren, sortieren und bündeln Ihre Direktmailings ...") hat erstellen und versenden lassen, ist eine andere Frage. Diskutabel ist auch, ob der Brief jemals in der Schweiz war. Zumindest denkbar ist, dass die Swiss Post gleich in D mit der DPAG oder über deren Niederlassung in Biedermannsdorf bei Wien mit der österreichischen Post direkt ausgetauscht hat.

Gruß
Thomas

https://www.asendia.de
https://www.asendia.at
 
epem7081 Am: 30.08.2019 11:06:44 Gelesen: 10400# 171 @  
Hallo Remailing-Experten,

für einen Laien nimmt das internationale Remailing schon manchmal seltsame Wege. Der nachfolgende Beleg wurde eigentlich laut Inhalt am 29.07.1998 im italienischen Castiglion Fibocchi von der Fattoria La Vialla mit Ziel D-73467 KIRCHHEIM (am Ries) gestartet. Der einzige Stempelabschlag der auf die Bezahlung der Postgebühr hinweist stammt aus GIBRALTAR. Für den Fall der Unzustellbarkeit soll dieser Brief dann auch an das Postfach 57695 GIBRALTAR zurück geschickt werden!





Schon eigenartig - oder?

In diesem Fall mit Unverständnis
grüßt
Edwin
 
filunski Am: 04.09.2019 20:53:41 Gelesen: 9955# 172 @  
Hallo zusammen,

mal wieder, zumindest für mich, etwas Neues mit großem Fragezeichen.

Heute erhielt ich Post aus den USA, einen Großbrief. Ich wußte, dass er kommt, unterwegs war und auch demnächst eintreffen sollte. So, wie er dann aber ankam, war ich doch etwas überrascht. Er steckte im Briefkasten, erst am Nachmittag zu einer Zeit in der die DPAG und auch unsere lokale Citypost längst durch waren und auf dem Brief war ein recht großer Hermes-Aufkleber angebracht!

Hier der Brief:



Der Brief war ganz normal in den USA über die staatliche US Post (USPS) aufgegeben und verschickt worden und gelangte dann in Deutschland, wo und warum auch immer, zur Weiterbeförderung, zu Hermes.

Kann diesen Fall jemand erklären oder hat selbst schon so etwas erlebt?

Viele Grüße,
Peter
 
DL8AAM Am: 04.09.2019 21:21:35 Gelesen: 9953# 173 @  
@ filunski [#172]

Sehr interessant!

Ja, so wie es aussieht hat die US Post - anstatt mit der DPAG auszutauschen - diese Sendung einfach an HERMES zur Zustellung übergeben. Für US Post war mir dieser Weg bisher unbekannt. Aber HERMES hat in der Vergangenheit bereits Post der schweizer Post nach D zugestellt [1]. Ähnliches sieht man bei Sendungen der britischen Royal Mail, die zur Zustellung in D über GLS geleitet wurden [2]. Es macht also für die US Post kostentechnisch mehr Sinn "größere" Sendungen an HERMES abzugeben.

Gruß
Thomas


[1] https://www.philaseiten.de/beitrag/28502
[2] https://www.philaseiten.de/thema/3895
 
filunski Am: 05.09.2019 00:15:47 Gelesen: 9935# 174 @  
@ DL8AAM [#173]

Hallo Thomas,

danke für deinen Kommentar! ;-)

Kann durchaus so sein. Der Brief enthielt ein Buch und das USPS Porto dafür erschien mir auch recht günstig, gerade mal 2,20 US$ für internationalen Versand. Völlig neu war für mich auch die Abwicklung solcher Sendungen (Brief) über Hermes.

Viele Grüße,
Peter
 
Araneus Am: 18.11.2019 18:07:31 Gelesen: 2530# 175 @  
@ DL8AAM [#129]

Mit ein wenig Geduld schaffen wir vielleicht eines fernen Tages die Rücksendepostfächer (in Schiedam) den jeweiligen Kundenherkunfts- bzw. Absenderländern zuzuordnen?

Zu dieser Anregung möchte ich heute einen aktuellen Beleg mit Absenderangabe 3109AA Schiedam beisteuern. Das Postfach 7007 wurde bisher noch nicht gemeldet.

Absender ist eine spanische Weinfirma.




 
DL8AAM Am: 18.11.2019 21:57:17 Gelesen: 2459# 176 @  
@ Araneus [#175]

Besten Dank für interessante die Meldung!

Ich hatte vor ein ein paar Tagen ebenfalls (erstmals) eine Sendung mit dem Schiedamer Rücksendepostfach 7007 bekommen. Hier war als Absender die "Mecalux GmbH Hauptniederlassung" in 41540 Dormagen angebeben, wobei aber die Druckvermerke im Katalogs eher darauf schliessen liessen, dass der Versand in Wirklichkeit von der Mutter "MECALUX SA" in Barcelona 'bestellt' wurde.

Spanien scheint demnach also für das Postfach 7007 zu stimmen.



Nochmals besten Dank und Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 26.11.2019 23:17:59 Gelesen: 1844# 177 @  
Hier mal wieder ein Beispiel eines Remailings aus den USA. In diesem Fall versendet über Ungarn



Katalog in Großbriefumschlag, Absender "South Dakota Department of Tourism" aus Pierre, SD 57501 nach Deutschland (2018)

Frankatur-Labels, von zwei verschiedenen Sendungen, da der Absender den Kataklog irrtümlich doppelt verschickte.



Das untere Label trägt keinerlei Frankaturhinweise, lediglich die unbekannten (identischen) Kennungen "20599", "P485036" sowie "ST", plus eine (wahrscheinlich) laufende Nummerierung; darüber befindet sich jeweils ein

Frankatur-Label der ungarischen Post aus Budapest 1005 "P.P. / ECONOMY / MAGYAR POSTA / BUDAPEST - 1005", Rücksendeadresse "Budapest 1005 - Hungary".

Die Frage ist, wer bzw. welcher Remailingdienstleister hinter diesem Remailing bzw. der Frankatur "steckt". In Budapest 1005 befindet sich das "International Office of Exchange" der ungarischen Post, sozusagen das ungarische Äquivalent zu "unserem" Internationalen Postzzentrum in Niederaula. Normalerweise kenne ich diese "Budapest 1005" Frankaturangaben mit Zusatz einer "Vertragsnummer" bzw. mit dem Kürzel des Versenders/Absenders, z.B.


"AVBU" für die Avis Budget Group, die aus/über Budapest 1005 ihre Leihwagenabrechnungen europaweit versendet.

Die ungarische Post hat ein paar Beispiele in einem 16seitigen, englischsprachigen PDF-Dokument "Magyar Posta’s Postage Paid Indicia" [1] gezeigt, auch dort sind auch entsprechende Angaben zu den Vertragsnummernfeldern innerhalb der Franktur abgebildet:



Leider finden sich in "meinen" Remailingbeleg aus South Dakota keine weiteren Angaben in der eigentlichen Frankatur selbst, u.U. stecken diese geschlüsselt in einer der Kennungen auf dem überklebten, unteren Label. Hat hier jemand eine Idee? Kann jemand weitere (Remailing-) PPIs aus Budapest 1005 zeigen?

Beste Grüße
Thomas

[1] https://posta.hu/static/internet/download/PASZF_KI13_Postage_Paid_Indicia.pdf
 

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