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Thema: Moderne Postgeschichte: Internationales Remailing
Das Thema hat 196 Beiträge:
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Carolina Pegleg Am: 18.03.2009 22:10:48 Gelesen: 396139# 1 @  
Ich entschlacke einmal das bestehenden Thema mit dem unglücklichen Titel "Entgeltvermerke - sammelwürdig ?"

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=306&CP=0&F=1

um den Aspekt Remailing. Es werden dort verschiedene weitere Belege zu diesem Thema gezeigt. Aber ich halte es doch für sinnvoll dieses Thema thematisch zusammenhängend in einem eigenem Thema zu präsentieren, nach dem sich dazu doch einiges an Material in dem alten Thema angesammelt hatte und der ein oder andere Sammlerfreund nun besser in der Lage ist diese Belege zu erkennen und einzuordnen. Auch ich bin auf "Remailing"-Belege erst durch die Diskussionen auf unseren Philaseiten aufmerksam geworden. Internet-Resourcen zum Remailing sind recht spärlich. Ich finde es spannend zu sehen, wer in diesem Geschäft alles so mitmischt.

Hier zunächst ein weiterer Beleg eines "ABC" Remailing Beleges von Südafrika in die USA unter Einschaltung der britischen Royal Mail. Im 'Gebühr bezahlt'-Vermerk wird eine britische Postfachadresse angegeben. So wird dem Kunden eine britische Postfachadresse verschafft um eventuelle Retourbriefe entgegenehmen zu können, ohne dass von den Amerikanern Nachporto erhoben würde.



Eröffnet habe ich dieses neue Thema allerdings wegen dieses ersten, glaube ich, "ABB" Remailing Beleges, der mir unterkommt. Ich achte allerdings da noch nicht sehr lange drauf.



Gerichtet von einem Absender in Kanada in die USA wurde der Brief nicht von der kanadischen Post, sondern von einem internationalen Logistikunternehmen, der TNT, ausserhalb des Weltpostvertrages in die USA transportiert. Dort wurde der Brief dann in Burlinghame, Cal., zum Inlandstarif frankiert -- mit Freistempel -- und der amerikanischen Post als normaler Inlandsbrief zur Zustellung übergeben. Hier der Freistempel im Detail:



Wieder ist im Freistempel eine amerikanische Postfachadresse angegeben, da bei Unzustellbarkeit und Rücklieferung nach Kanada seitens der USPS zu recht Nachporto erhoben würde.
 
Jürgen Witkowski Am: 18.03.2009 23:05:35 Gelesen: 396129# 2 @  
Dass auch die Deutsche Post AG dick im Geschäft steckt, beweist dieser Beleg. Er wurde von der DHL aus dem an der deutsch-niederländischen Grenze gelegenen Maastricht über die Deutsche Post AG in Niederaula abgewickelt.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Carolina Pegleg Am: 22.03.2009 00:18:15 Gelesen: 396088# 3 @  
@ Concordia CA [#2]

Schade dass bei dem Deinem Brief die Empfängerangabe fehlt. So kann man leider nicht einordnen um welche Art von Remail es sich handelt. Seltsam finde ich auch, dass die DHL als Absender genannt wird. Danach ist es wohl nicht ausgeschlossen, dass es sich um eigene Post der DHL Niederlassung Maastricht handelt.

Normalerweise zeigt Remail ja die Angabe des richtigen Absenders, der das Logistikunternehmen einschaltet, damit der Empfänger auch weiss, von wem der Brief ist. Wenn es eigene Post von DHL ist, wäre es wohl ein Spezialfall von Remail (?). Denn DHL/DPAG hätte dann ja die eigene Post über die Grenze geschafft und sich selbst zur weiteren Bestellung nach "?" (fehlend) übergeben.
 
Jürgen Witkowski Am: 15.04.2009 17:09:08 Gelesen: 396028# 4 @  
Ein weiterer Spezialfall, diesmal aus dem Privatpostsektor.

Der Absender sitzt in Brüssel, die Einschleusung in den Postverkehr erfolgt über die niederländische TNT-Post mit Rücksendeadresse 1118 ZZ Schipol Triport (bei Amsterdam) und die weitere Bearbeitung und Auslieferung über zwei (? - hier ist Pete gefragt) deutsche TNT-Niederlassungen nach Düsseldorf.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Pete Am: 15.04.2009 18:47:04 Gelesen: 396019# 5 @  
@ Concordia CA [#4]

Die obere schwarze Codierung kann ich kaum erklären, außer dass diese auf Briefen auftauchen, die aus den Niederlanden kommen. Ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass diese Codierung bereits in den Niederlanden aufgebracht wird.

Die untere, kopfstehende Codierung stammt von TNT Essen, erkennbar am UPOC (beginnend mit "010192") unterhalb des Strichcodes (bei normaler Lesart). In der Zeile unterhalb des Datums (bei normaler Lesart) befinden sich Angaben wie Kooperationspartner, hier vermutlich ein Verweis auf das zuzustellende Depot von TNT Post in Düsseldorf.

Alles in allem ein Remailing-Beleg, der hier aus der Reihe tanzt, da die Zustellung nicht über die Deutsche Post sondern über einen Mitbewerber erfolgte.

Gruß
Pete
 
DL8AAM Am: 03.06.2009 15:40:33 Gelesen: 395914# 6 @  
Nachdem ich den Beitrag in "Gebühr bezahlt Marken - PP = Port Payé (mit ? zu Schweiz)" (http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=380&CP=0&F=1) geschrieben habe stolperte ich über diesem Thread und da der zweite Teil besser hier reinpasst > "Copy und Paste" des remailbetreffenden Parts:

(...) PDF-File (...) "Business Mail International" und bringt eine Menge Daten für den an moderner Bedarfspost interessierten Philatelisten. Weiss jemand was hinter der Firmenbezeichnung "CC International" auf den PPIs (Gebühr-Bezahlt-Vermerken) steckt? Ist das eine Remailing-Abteilung der Schweizer Post (SPI) ?



Kenne einen PPI aus dem Bereich des ABC-Remailings (Brief aus A:Kanada, UPU-Postverkehr eingeliefert über B:Schweiz, nach C:Deutschland) der ebenfalls diese Grundform zeigt.



Leider ist das Termodruck-Label inzwischen leider kaum noch lesbar, deshalb hier der Text neben dem PPI
"7035349-KMC357xxx60-LE-DE / SPI TD STD (LX)" (SPI sollte für Swiss Post International stehen), im PPI selbst steht beim
Zurück an Absender-Vermerk die Adresse "CC International / SPI USA /4002 Basel / Switzerland". Meine Idee ist, dass "SPI USA" hier für den Einlieferungsweg bei der SPI, d.h. USA steht, obwohl der Absender in Kanada steckt, ggf. lässt dieser seine internationale Post über eine US Firma konsolidieren ?)

"CC International" und "4002 Basel" erscheint ebenfalls in dem PDF-File der Schweizer Post "Postversand nach Spanien" (http://www.swisspost.de/de/media_corner/download/leistungsbeschrieb_spanien_de.pdf)



wobei hier "SPI DE 018" als Beispiel Absenderzusatz genannt wird (DE: Deutschland ?)

Im Sektor Remailing ist mir noch einiges unklar, obwohl ich mir den Gundel (http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=306 ) besorgt habe und noch dabei bin ihn auswendig zu lernen. Übrigens SEHR SEHR lesenswert! Leider Stand 2003 wobei der Remailingbereich sehr Schnell-Veränderungsintensiv ist. ;-)

Gruß Thomas
 
DL8AAM Am: 03.06.2009 16:06:34 Gelesen: 395911# 7 @  
@ DL8AAM [#6]

Vom gleichen kanadischen Absender habe ich noch drei weitere ABC-Remailingumschläge für B = Schweiz gefunden.



a) Versenderangabe "MTS" mit gleicher PLZ (CH-4002 Basel) wie "CC International" aus [#6]. Bei der Angabe "369" sollte es sich um eine Kundennummer des ursprünglichen Einlieferers handeln. Ohne Angabe der Versendungsart. Tippe es handelt sich bei dem Stempel um einen adaptierten AFS, korrekt ?

b) Versenderangabe "MTS" nun aus "CH-8058 Zürich 56". 8058 Zürich erscheint als Beispiel in der SPI-Informationsbroschüre ([#6]). Gleiche "Kundennummer" 369. Versendungsart "A Priority".

c) Versenderangabe "MTS" ebenfalls aus CH-4002 Basel. PPI nun als Handstempel ? Bei der Angabe "111 MTS" könnte es sich wieder um eine "Kundennummer" handeln? Versendungsart "Economy".

Interessanterweise nennt der kanadische Absender im Zurück-an-Absender-Hinweis eine Anschrift in England (gedruckt), wobei nach den UPU-Bestimmungen doch nur eine kostenlose Rücksendung in den Fällen der Unzustellbarkeit (hier) in die Schweiz möglich sein dürfte? Auch ist das Fehlen eines Absenders in den PPI der Remailing-Firma (üblicherweise im Land der Einschleusung in den UPU-Postverkehr) eher ungewöhnlich ?

Scheinbar handelt es sich bei "MTS" um eine Vorgängerfirma für die Remailingaktivitäten der schweizer Post "Swiss Post International (SPI)"?

Remailing ist ein breites, unklares und für weitere Forschungsarbeit sehr dankbares Gebiet. Und recht kostengünstig aus dem eigenen Mülleimer zu besammeln. Macht richtig Spass, fast mehr als das Sammeln von - inzwischen nur noch auf die Brieftasche des Sammlers gezielten - bunten Bildchen der Deutschen Post und ähnlicher "Druckerzeugnis" anbietenden Firmen.

Any comments ?

Gruß
Thomas
 
Jürgen Witkowski Am: 03.06.2009 16:35:47 Gelesen: 395905# 8 @  
@ DL8AAM [#7]

Zu diesem Thema sprichst Du mir aus der Seele. Es macht mir ungeheuren Spaß, sich mit den Errungenschaften aus dem Papierkorb zu beschäftigen. Es gibt sogar eine empfehlenswerte deutsche Veröffentlichung, die zwar aus den Jahren 1997 und 1999 (Ergänzung) stammt, aber die bei den Forwarded-Briefen der Vorphilazeit beginnend die Entwicklung bis Ende der 1990er Jahre darstellt. Sie ist ein ausgezeichnetes Grundlagenwerk, das fast alle der weltweit operierende Remailing-Unternehmen mit vielen Beispielen darstellt.

Michael Ahrens - Remailing (Ausgabe 1997 und Ergänzung 1999). Zu beziehen über die http://www.privatpost-merkur.de/ .

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
DL8AAM Am: 03.06.2009 17:11:41 Gelesen: 395901# 9 @  
@ Concordia CA [#8]

Besten Dank für nette das Feedback. BTW, bei dem in [#8] als unteres Beispiel gezeigten Beispiel ist ein oranger Scan-Kode mit zusätzlicher Angabe "37085" aufgebracht. 37085 ist meine Postleitzahl, wobei ich diese von der DPAG bisher noch nie gesehen habe, wer hat dann diesen aufgebracht? Die schweizer Post? Warum sollte diese eine dt. PLZ angeben?

Übrigens habe noch etwas tiefer gegraben und fand den in [#1] abgebildeten englischen Remailer-Handstempel, auch in diesem Fall auf einer Sendung, die aus Südafrika stammt:



Als "Remailer" wird im RTS-Absenderhinweis (RTS: Return-To-Sender) die Firma
"OCS Worldwide (London) Ltd." genannt, die Londoner Zweigstelle von "OCS Worldwide" [OCS = Overseas Courier Service].

Die im PPI angegebene Genehmigungsnummer ist "HQ 1256". Siehe http://www.ocsworldwide.co.uk ("We provide international business mail solutions through a strategic alliance with Royal Mail International.". Auf deren Wesite werden OCS Büros in mehr als 210 Ländern aufgeführt, u.a. in Südafrika (Cape Town/Durban/Johannesburg), über die wohl unsere beiden Belege seinerzeit vom Absender eingeliefert wurden. Scheinbar bietet OCS Südafrika auch für kleinere Kunden seine Dienste an, "mein" Absender ist eine kleine Touristenlodge, die bestimmt kaum ein größeres Postaufkommen zu versenden hatte.



Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 04.06.2009 14:16:32 Gelesen: 395870# 10 @  
@ DL8AAM [#7]

MTS ist (wohl) auch geklärt:

"MT Mondial Transport Services AG (Bern)" (http://www.moneyhouse.ch/u/pub/na/swiss_post_international_logistics_ag_CH-035.3.013.426-6.htm)

Ist eine der Vorgängerfirmen von bzw. ist eingegangen in die "Swiss Post International Logistics AG" (Post-Passage 11, CH-4002 Basel), eine der Unternehmungen der schweizer PPO "Swiss Post".

["PPO" = public postal operator, d.h. die ehemaligen hoheitlichen Post"behörden" und UPU-Mitglieder. Wie nennt man diese korrekt in unserer dt. (Phila-) Sprache? Im Gegensatz zu den privaten Postdienstleistern, aber nun sind ja alle "privat". Bevor man irgendwelche neuen "Kunstbegriffe" erfindet, bleibe ich wohl besser bei unserer international verständlichen Hobbysprache, dann verstehts auch jeder]

Laut o.g. Website in das schweizer Handelregister eingetragen am 11.04.1996 (SHAB Nr. 70 vom 11.04.1996, S. 2036) mit späterer Statutenänderung vom 19.08.1997 und anschließender Austragung im September 1997 (SHAB Nr. 174/1997 vom 11.09.1997, S. 6703).

Firma neu: "SP Swiss Post International Services AG", später umfirmiert in "Swiss Post International Logistics AG" im Jahr 1999, 2003 in "Swiss Post International (SPI) Logistics SA" und 2007 in "Swiss Post International Logistics AG"

Leider sind meine PPIs (postage paid indicia; =Gebühr-Bezahlt"-Vermerke) nicht Datum versehen und Eingangsstempel fehlen auch (müsste mir mal für diese Zwecke einen besorgen), ich habe aber den starken Eindruck, dass der "Markenname" MTS von der SPI auch weit nach 1997 weiter verwendet wurde (bis? tief in die 2000er?).

Zu der Firmen-/Absenderangabe "CC International" konnte ich bisher leider nichts weiteres finden.

Auch sind die MTS Kodekennungen "111" und "369" bisher nirgens dokumentiert bzw. einem Kunden/Einlieferer zugeordnet (z.B. Gundel, 2003).

Beste Grüße
Thomas
 
Jürgen Witkowski Am: 04.06.2009 23:04:48 Gelesen: 395854# 11 @  
@ DL8AAM [#10]

>...["PPO" = public postal operator, d.h. die ehemaligen hoheitlichen Post"behörden" und UPU-Mitglieder. Wie nennt man diese korrekt in unserer dt. (Phila-) Sprache? Im Gegensatz zu den privaten Postdienstleistern...<

Im alten EG-Vertrag mit Stand von Mai 1994 (heute EU-Vertrag) werden sie in Artikel 90 als öffentliche (Post-)Unternehmen bezeichnet.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
DL8AAM Am: 05.06.2009 13:05:08 Gelesen: 395838# 12 @  
@ Concordia CA [#11]

Besten Dank !

PPO schreibt sich schneller, dieses dt. Rechtsterminus trifft es aber auch ganz gut. ;-)

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 10.06.2009 19:56:08 Gelesen: 395789# 13 @  
@ Concordia CA [#8]

Zu diesem Thema sprichst Du mir aus der Seele. Es macht mir ungeheuren Spaß, sich mit den Errungenschaften aus dem Papierkorb zu beschäftigen.

Jou, genau - und es wird noch bunter:

Habe aus der Kategorie was interessantes gefunden, ein ABB-Remailing aus Südafrika nach Deutschland. Das besondere ist, dass es sich um ein Privatpost-Remailing handelt:



Absender "Portfolio Collection" aus Südafrika, irgendwie (?) nach D und hier über die "P2 Brief + Paket GmbH & Co. / International Mail Net [IMI]" der CITIPOST Hannover übergeben, die den Prospekt dann ihrer Niederlassung in Göttingen zur endgültigen Zustellung überstellt hat. Hat P2/IMI in Südafrika auch "Sammelstellen"? Partner?

Leider sind die meisten Labels unter dem Label der CITIPOST Göttingen verschwunden, im Scan ist leider nichts zu erahnen, dafür mit einer Taschenlampe im Durchlichtverfahren:

Von unten nach oben:

a) IMI
Int'l Mail Net (IMI)
P2 Brief + Paket GmbH & Co.
P2-000
vertikal zusätzlich invertiert "P019" (weiß im schwarzen Rechteck)

b) CITIPOST Hannover
1304
1381 DE1381
Zusatz "P2" über den Scancode

c) CITIPOST Göttingen
Nur Scancode

d) CITIPOST Göttingen
mit Zustellcode "71 11"

Hat jemand hier ein paar weitere Informationen, die Aufschluß über das Wer? die Wege etc. geben könnte. Die Verbämselungen dieser Dienstleister erscheint oft sehr verwirrend.

Bisher sind mir nur Privatpost-Remailings über TNT bekannt, siehe ABC-Remailings aus http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=344#M167, P2/IMI war mir unbekannt. Auch tragen die dort abgebildeten Belege noch reguläre PPIs (Gebühr-bezahlt-Vermerke) eines PPO (öffentlichen Postunternehmens), während der aus Südafrika keinerlei Zeichen eines PPI zeigt. Hier verläuft der gesamte Beförderungsweg ausschließlich innerhalb des privaten Parallelpostuniversums.

Diesen Eindruck hatte ich aber auch bereits zum ersten in gezeigten Beleg. Es ist zwar ein USPS-Label (öffentliche US Post) abgeklebt worden (das Postfach in Buffalo, NY gehört vermutlich der Remailingfirma "Spring", einer "TNT-Firma"), wohl weil mal geplant war, den Brief dort in den UPU-Postverkehr einzuschleusen. Aber wie hätte dann der Brief wieder bei der TNT-Post landen können? Die amerikanische USPS würde ja wohl direkt mit der Deutschen Post ausgetauscht haben?

Ich vermute Spring ist sich vorher eines besseren, sprich billigeren Weges bewusst geworden und hat die kanadischen Briefe, die an Adressaten in DL gerichtet waren, über seine "Mutter" TNT in den Niederlanden dem deutschen Privatpostnetz zur weiteren Zustellung übergeben?

Es wurde bisher auch die Vermutung angestellt bzw. hier diskutiert, dass der schwarze Kodespray "TNT-Post" von der TNT, bzw. von einer deren Verteilzentren in den Niederlanden stammen könnte? Identische Formen findet man ja auf Briefen, die in den Niederlanden (mit NL-Briefmarken oder -AFS) bei der dortigen öffentlichen Post (auch TNT) in Richtung DL eingeliefert und dann in DL via TNT über eine Privatpost zugestellt wurden, u.a. http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=344#M162.

Bitte Kommentare, das ist alles so verwirrend ... !

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 17.06.2009 15:07:37 Gelesen: 395735# 14 @  
@ DL8AAM [#13]

Habe noch etwas gekramt.

Vom gleichen Absender "Portfolio Collection" aus Südafrika, die den letzten Prospekt über das deutsche Privatpostnetzwerk hat zustellen lassen ([#13]), kam ein Vorgängerheft (leider ohne Datum, den "Eingegangen am"-Stempel habe ich erst ein paar Tagen) im Rahmen eines ABC-Remailings über Neuseeland. Als Rücksendeabsender wird im PPI "PO Box 91958, Victoria Street West, Auckland 1142" angegeben. Leider konnte ich keine weiteren Angaben finden, wer bw. welche Remailing Company oder Gruppe hinter der Genehmigungsnummer "221506" steckt, auch hilft das Gundel-Remailinghandbuch aus 2003 auch nicht weiter. Gibt es eine Veröffentlichung, die die Lücke von 2003 bis zum Jetzt auffüllt?
Vielleicht weiss jemand aus dem Forum mehr.

Bei dem "Direct" neben dem Logo der öffentlichen neuseeländischen handelt es sich ggf. um einen Produktnamen für diese Art von Postversandt.



Beste Sammlergrüße aus Göttingen
Thomas
 
Jürgen Witkowski Am: 17.06.2009 15:52:04 Gelesen: 395731# 15 @  
@ DL8AAM [#14]

Bei dem Logo handelt es sich um das Logo der "New Zealand Post".

http://www.nzpost.co.nz/Cultures/en-NZ/

In Hinsicht auf Angaben zum Unternehmen DirectPost dürfte diese Seite noch von Interesse sein:

http://www.nzpost.co.nz/Cultures/en-NZ/ProductsAndServices/D/DirectPost/DirectPost+Step+by+Step+Guide.htm

Es werden dort die Voraussetzungen für ein Mailing durch ausländische Unternehmen erläutert. Nebenbei habe ich noch heraus gefunden, dass die Deutsche Post DHL bereits 2004 ein Joint Venture Unternehmen mit der New Zealand Post gegründet hat.

http://investors.dp-dhl.de/de/investoren/finanznachrichten/news/2004/dhl_waechst_in_neuseeland.html

Vielleicht erklärt das auch die relativ hohe Zahl von Remailings aus Neuseeland. Ich habe aus den letzten 12 Monaten auch ein paar davon, die ich vorstellen werde, sobald ich sie wieder gefunden habe.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
DL8AAM Am: 24.06.2009 20:37:31 Gelesen: 395644# 16 @  
Hier ein Beispiel eines weiteren interessanten Remailings:

Wenn ich das richtig verstehe handelt es sich um ein eigentlich verbotenes "(non physical) ABA-Remailing". Wenn ich mich recht entsinne wurden seinerzeit durch die UPU-Prokolle beide Formen "physical" und "non-pysical" ABA-Remailing verboten. Unter Non-Physical versteht man, dass der ursprüngliche Versender (Land A) seine Post im Ausland (Land B) ausdrucken, verpacken und wieder ins Heimatland (Land A) versenden lässt. Oder wurde da was geändert? Bitte um Infos/Kommentare.



Der eigentliche Absender ist "ESSO Card Deutschland" (Land A), die über einen schwedischen (Land B) Logistiker (Strålfors Svendska AB) seine Tankkarten nach Deutschand (Land A) verschicken lässt. Der "Inhalt" des Mailings wurde dabei per Internet nach Schweden übermittelt, dort ausgedruckt, hergestellt und anschließend nach Deutschland auf den Weg per UPU-Postwege zurück nach Deutschland gesandt.

Siehe:
We have solutions for your mailouts:
Our eBREV solutions provide major possibilities for customers who want to send both simpler letters as well as personally adapted mailouts to different target groups; always fast and efficiently. We take care of everything, from handling incoming files and mailouts to distribution; both physical, normal letters that are delvered by Posten and electronic messages in different channels.

http://www.stralfors.com/en/Informationlogistics/Administrativ-komm/eLETTER--mailouts-with-distribution/

Es wurden nicht nur die Karten, sondern auch Vertragsunterlagen und die passenden PINs (wie es sich gehört) getrennt, sogar aus unterschiedlichen Ländern per "non physical" ABA-Remailing verschickt. Neben den Versand aus Schweden selbst, nutzt Strålfors dabei auch die Dienste der Swiss Post International (SPI). Auf Grund des optisch recht identischen Labels auf den Sendungen aus Schweden und der Schweiz, sollte wohl hinreichend genug dokumentiert sein sein, dass sich unter dem Absenderkürzel "SE 19405" der CC International/SPI-Kunde "Strålfors" versteckt. Oftmals ist es erst über solche Vergleiche möglich, die verschlungenen Laufwege des modernen Remailings zu erhellen. Die philatelistische Forschung und Literatur steckt ja leider auch noch in den Kinderschuhen.

Ich bin immer noch am rätseln wer/was die "CC International" ist. Zumindest etwas der SPI, denn "CC International" wird bei den Beispiel-PPIs der SPI auf deren Webseite auch gezeigt [#6].



Gruß und "immer ein Blick ins Altpapier"
Thomas
 
agundel Am: 08.07.2009 14:30:40 Gelesen: 395499# 17 @  
Hallo,

bin durch Zufall hierher gekommen und freue mich über das Interesse an Remailing.

Seit dem Erscheinen des Buchs 2003 (#6) hat sich einiges beim Remailing getan. Nach meinen Schätzungen würde das Buch jetzt um 20% dicker. Vielleicht kommt eine Neuauflage, aber kaum vor 2012. Aber als Ergänzung des Buchs gibt es etwa 20 kostenlose Newsletter, die über eine Yahoo-Newsgroup (remailing) kostenlos zu bekommen sind.

Leider ist die Newsgroup seit zwei Jahren fast inaktiv. Falls sich neues Interesse regt, kann es auch wieder neue Newsletter geben.

Auf jeden Fall ist Internationales Remailing und Direct Entry Mail eines der spannendsten Kapitel der modernen Postgeschichte.

Und man findet die Belege im Papierkorb oder bei Sammlerfreunden.

agundel
 
DL8AAM Am: 08.07.2009 16:50:52 Gelesen: 395488# 18 @  
@ agundel [#17]

Hallo "agundel"

da hat sich ja "Der" Spezialist zu diesem Thema hier gemeldet, wirklich schön ! Vielleicht kannst Du ja mit einigen Fehlinterpretationen aufräumen. Ich arbeite mich gerade erst in das Thema ein, "leider" stammen viele meiner Belege aus der Zeit nach der Herausgabe Deines Handbuches, sodass ich wenig anhand der Belege nachvollziehen und lernen kann. Aber ich kämpfe noch. Mit den "20% dicker" könnte es aber eng werden. ;-) Alleine meine Kisten von ABB Direct Entry Mail von österreichischen "Gewinnbenachrichtigungen" würde ganze Bände füllen.

Ich habe leider bisher erfolglos versucht mich in die Yahoogroup remailing zu subscriben, habe aber noch keine Antwort vom Moderator bekommen. Als Mitglied müsste man ja bei Yahoo an die alten Mailings kommen, bzw. im Archiv- und Filesektor die Newsletter downloaden können ?

Nochmals Willkommen und Bitte viele Postings. ;-)

Gruß
Thomas
 
agundel Am: 08.07.2009 17:07:39 Gelesen: 395484# 19 @  
Hallo Thomas,

willkommen in der Newsgroup! Das Buch und die Newsletter sind nicht als Katalog für PPI gedacht, sollen aber helfen, alle PPI Remailern zuzuordnen. Es gibt so viele verschiedene PPI auf Remail, dass es für einen Postgeschichtler eine Qual wäre, einen PPI-Katalog zu erstellen.

Gruß
agundel
 
DL8AAM Am: 08.07.2009 19:21:02 Gelesen: 395474# 20 @  
@ agundel [#19]

Alex,

ist schon klar, einen Katalog dafür wird es naturgemäß nie geben können. Aber die Zuordnung vieler aktueller PPIs aus 2005 ff. war in vielen Fällen kaum mehr möglich. Ein erster schneller Überflug der Newsletter (habe Nr. 15-27 im Filearchiv der Newsgroup gefunden) ist sehr sehr vielversprechend.

VIELEN DANK für Deine Arbeit ! Brauche sicherlich ein paar Tage für eine genaue Sichtung, aber vieles wird in bald geklärt sein. ;-)

Nochmals besten Dank und Danke für die Aufnahme in die Newsgroup !

Gruß
Thomas
 
Jürgen Witkowski Am: 08.07.2009 20:08:29 Gelesen: 395463# 21 @  
@ agundel [#17]

Herzlich willkommen auf den Philaseiten. Wir freuen uns immer, wenn ein Spezialist eines Sammelgebietes an den Diskussionen teilnimmt. Wie wäre es, wenn Du Deine Newsletter hier einstellst? Hier gibt es eine ganze Anzahl daran interessierter Sammler. Du kannst sie in einem moderierten Thema einstellen, wer dort Schreibzugriff hat, bestimmst nur Du allein. So kann sie jeder lesen, der daran Interesse hat. Die Diskussion dazu kann weiter in diesem Thema laufen. Viele haben es schon erkannt: Belege, die heute im Papierkorb zu finden sind und häufig nicht beachtet werden, sind die Postgeschichte von morgen!

Falls Du Dein Buch für Dich vollkommen kostenlos anbieten möchtest, solltest Du einmal einen Blick auf die Rubrik http://www.PhilaBuch.de werfen.

Mit besten Sammlergrüßen
Concordia CA
 

Das Thema hat 196 Beiträge:
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