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Thema: (?) (46) Alliierte Besetzung: Notmaßnahmen ab 1945
Das Thema hat 50 Beiträge:
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GSFreak Am: 16.03.2017 22:48:59 Gelesen: 13123# 26 @  
@ Gerhard [#25]

Hallo Gerhard,

bei der oberen Karte handelt es sich um eine Notganzsache aus Heide (PA91)und bei der unteren Karte um eine Behelfsganzsache der RPD Kiel (P764I, nicht P766I).

Beide Karten sind damit aus der Britischen Zone und hier war es üblich/vorgeschrieben, dass Karten einen sogenannten Ausgabekontrollstempel auf der linken Vorderseite erhielten. Dieser Stempel betätigte die ordnungsgemäße Bezahlung des Kartenportos, auch wenn es sich um eine Behelfspostkarte handelte, bei der ja das Porto bereits im Wertstempel verewigt war.

Bei der gezeigten PA91 ist ein wesentliches Kriterium für die Einstufung als Notganzsache erfüllt: zwischen Ausgabekontrollstempel (20.06.1945) und Abgangsstempel (12.07.1945) besteht eine mehr als ausreichende Zeitdifferenz. Die Postkarte wurde so am 20.06.1945 am Postschalter in Heide verkauft.

Wäre das Feldpost-Formblatt aus Privatbesitz am Postschalter eingeliefert und der Ausgabekontrollstempel erst dann angebracht worden, hätte der Abgangsstempel ein zeitnäheres Datum und es würde sich dann nicht um eine Notganzsache handeln, sondern um eine bar freigemachte Postkarte.

Über die RPD Kiel Postkarten mit dem Druckvermerk "6 45 E 0285" findet sich im Rundbrief 74 der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Notmaßnahmen ab 1945 e.V. (http://www.deunot.de) ein 9seitiger Beitrag von mir einschl. Versuch einer Rekonstruktion des Druckbogens (9 Karten auf einem Druckbogen).

In der Tat ist ein Ganzsachenkatalog von Nutzen bei den vielfältigen Notmaßnahmen (Aufbrauchsausgaben, Behelfsausgaben und Notausgaben) der Nachkriegszeit. Für Dezember 2017 ist die Ausgabe eines neuen Michel Ganzsachen Deutschland Kataloges angekündigt (zuletzt 2014 erschienen).

Viele Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 16.03.2017 23:07:45 Gelesen: 13115# 27 @  
Hallo,

ich bin auf Eure Meinung/Deutung zur angehängten Bremer Notganzsache vom 22.05.1946 aus Gnarrenburg gespannt. Ist es ein Unikat oder hat jemand solch eine Karte mit zwei Freistempelabschlägen in seinem Bestand?

Viele Grüße
Ulrich


 
Gerhard Am: 17.03.2017 08:42:07 Gelesen: 13089# 28 @  
@ GSFreak [#26]

Hallo Ulrich,

zunächst heißen Dank für die Aufklärung, ein Ausgabekontrollstempel (!) habe ich bislang noch nicht wissentlich gelesen oder gehört. So etwas ist genau einer der Gründe, warum ich diese Periode, bzw. die aufgetretenen Besonderheiten hoch interessant finde. Werde den Ganzsachenkatalog auf meine Weihnachtswunschliste setzen.

Zu Deiner Notganzsache habe ich spontan die Idee eines Zudrucks für den Aufbrauch nach Portoerhöhung, kommt das zeitlich hin? Gesehen oder gar besitzen, da muß ich leider passen. Bin gespannt, was dazu noch rauskommt.

MphG
Gerhard
 
stampmix Am: 03.05.2017 17:50:23 Gelesen: 12532# 29 @  
Hallo zusammen,

einem Briefwechsel unter Sammlern verdanken wir diese Karte, frägt der Absender (in der Amerikanischen Zone wohnend) doch am 9.2.1946 nach kleinen Werten der Französischen Zone, gerne per Einschreiben verwendet.

Die Karte ist eine Notausgabe von Karlsruhe, zu deren verwendeter Aufbrauchausgabe PC602 die Ursprungskarte P301F gehört. Zur Verwendung als Fernpostkarte wurde der fehlende Pfennig mit "Gebühr bezahlt" Stempel verrechnet. Die Einschreiben-Gebühr von 30 RPf. wurde mit den BiZone-Marken des Amerikanischen Drucks frankiert. AKS Gernsbach 11.2.1946.

In meinem Ganzsachen-Katalog von 2003 ist diese Notausgabe von Karlsruhe nicht verzeichnet. Vielleicht kann mir ein Leser weiterhelfen?



besten Gruß
stampmix
 
GSFreak Am: 05.05.2017 11:05:04 Gelesen: 12456# 30 @  
@ stampmix [#29]

Hallo Michael,

das ist ein interessanter Beleg.

Von der Ausgabe der RPD Karlsruhe mit dem Wertaufdruck C habe ich 74 Stück in meiner Ganzsachensammlung und ich habe auch schon umfangreiche Beiträge über diese Ausgabe verfasst (bspw. im RB 66 und im RB 74 der ArGe DEUNOT). Weit über 800 Karten mit dem Wertaufdruck C sind in meiner Datenbank gelistet, es ist aber keine dabei mit der Aufwertung einer 5 Rpf. Ortspostkarte um 1 Rpf. zu einer Fernpostkarte mittels Gebühr bezahlt-Stempel.

Nun gibt es im Michel Ganzsachenkatalog Deutschland (auch bereits 2003) eine Notausgabe von Karlsruhe-Rüppur mit solch einer Aufwertung (mittlerweile sind zwei Urkarten im Ganzsachen-Katalog 2014 gelistet). Die zugehörige Abbildung und Beschreibung zeigt allerdings die handschriftliche Zusatzwertangabe mit „1 Rpf“. Bei Deiner gezeigten Karte ist es nur eine „01“. Ich habe von dieser Notausgabe auch vor einigen Jahren schon zwei Belege gesehen (es war, glaube ich, in der ex-Sammlung Dimnik), kann mich aber nicht mehr an das Aussehen der handschriftlichen Zusatzwertangabe erinnern, und ich habe auch leider keine Scans dieser beiden Karten. Es könnte bei Deiner Karte durchaus der Gebühr bezahlt-Stempel von KA-Rüppur sein – Richter-Handbuch Nr. 2325 - (das „b“ von bezahlt ragt etwas nach links über das „G“ hinaus und es gibt einen Punkt hinter bezahlt). Von Karlsruhe 1 ist dieser Gebühr bezahlt-Stempel im Richter-Handbuch jedenfalls nicht bekannt.

Was mir bei Deiner gezeigten Karte auffällt (und auch nicht gefällt), ist der unglaublich schlechte Zustand des Abgangsstempels von Karlsruhe 1. Das kratzt doch schon an der Ehre eines Postlers. Den UB kann ich leider nicht hinreichend genau erkennen. Ist das ein v oder ein y? Mit dem UB y habe ich den Scan einer R-Karte vom 10.01.1946 (Nummerator 511, UB cc). Da ist der Stempelabschlag tadellos. Den Scan kann ich leider hier nicht zeigen, da das Original nicht in meinem Besitz ist. Ich schicke Dir den Scan per E-Mail.

Auf der Messe in Essen nächste Woche bin ich alle drei Tage am Stand der ArGe DEUNOT. Falls Du auch zur Messe kommst, kannst Du ja mit dem Beleg mal vorbeischauen. Ich würde mich über ein persönliches Kennenlernen freuen.

Viele Grüße
Ulrich
 
stampmix Am: 06.05.2017 08:32:02 Gelesen: 12411# 31 @  
@ GSFreak [#30]

Hallo Ulrich,

herzlichen Dank für die umfangreiche Analyse. Bertold von Briel war ein Sammler, von dem einige Korrespondenz erhalten blieb und der Kartentext spricht für sich. Vielleicht kaufte er die Karte im Postamt Rüppurr und gab sie später zur Beförderung bei der für ihn nahegelegenen Hauptpost auf? Leider hat das Postamt Karlsruhe 1 ein Stempelfarben/-kissenproblem, das sich über Jahrzehnte dahinkleckerte.

Hier nochmals der Gebühr-bezahlt Stempel (Richter Hdb-Nr. 2325), sowie der KARLSRUHE (BADEN) 1 y:



besten Gruß
stampmix
 
GSFreak Am: 09.07.2017 23:01:13 Gelesen: 11441# 32 @  
(20) GIFHORN, kein UB, vom 03.09.1945 auf einer Notganzsache. Die Postleitzahl (20) ist hinzugefügt worden. Aptierter Stempel.

Es handelt sich um die Notganzsache der Britischen Zone Mi-Nr. Gifhorn P A04 (Formblatt Schlüter), voraus freigemacht mit Gebühr bezahlt-Stempel, bestätigt mit einen Rechteckstempel "Postamt Gifhorn / 17. Aug. 1945"). Aufgegeben wurde die Karte in Wilsche (entsprechender Landpoststempel).



Insgesamt eine außergewöhnliche Notganzsache, da solch ein Rechteckstempel als Ausgabekontrollstempel nur in wenigen Orten in der Britischen Zone eingesetzt worden ist. Ortstagesstempel oder apt. Dienstsiegel dominieren bei der Vielfalt der Ausgabekontrollstempel.

Gruß Ulrich

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Aptierte Stempel"]
 
GSFreak Am: 10.07.2017 23:18:13 Gelesen: 11375# 33 @  
Hallo zusammen,

hier alle drei im Michel Ganzsachen Deutschland katalogisierten Notpostkarten von Bad Kissingen:

PB01 12 (Pf) handschriftlich auf amtl. Postkartenformular mit DV: (12.45) By C 154 DIN A6, verwendet am 21.06.1946
PB05 12 Pf = 7 (Pf) handschriftlich auf 5 Pf-Ortspostkarte P902, verwendet am 10.04.1946
PB06 12 Pf = 6 (Pf) handschriftlich auf 6 Pf-Fernpostkarte P903, verwendet am 14.05.1946

jeweils bestätigt durch roten Tagesstempel mit integriertem Freivermerk "BEZAHLT", Datum weitgehend geblockt.

Der Abgangsstempel (13a) BAD KISSINGEN (UB p) ist aptiert: die Postleitzahl (13a) wurde hinzugefügt.





In einem kürzlich bei ebay ersteigerten Konvolut von AM POST-Ganzsachen habe ich eine 5 Pf-Ortspostkarte P902 gefunden, verwendet am 03.04.1946, mit handschriftlicher 7 (Pf), aber ohne entsprechenden Freivermerk. Top oder Flop? Was meint Ihr dazu?



Gruß Ulrich
 
Gerhard Am: 11.07.2017 08:30:58 Gelesen: 11350# 34 @  
@ GSFreak [#33]

Hochspannend, was bitte sind Hartpapiergefäße; antiquiert gewaltdeutsch für das Lehnwort Karton?

MphG
Gerhard
 
volkimal Am: 11.07.2017 10:22:38 Gelesen: 11330# 35 @  
@ Gerhard [#34]

Hallo Gerhard,

im Buch "Die Anwendung der Kälte in der Lebensmittelindustrie" (Google-Books) steht im Inhaltsverzeichnis "Becherverpackungen (Hartpapiergefäße)". Die eigentliche Seite wird aber nicht angezeigt.

Im Handbuch dr Kältetechnik heißt es "Unter Kartonpackungen werden auf Faserstoffbasis hergestellte, im unbelasteten Zustand formbeständige Packungen verstanden. Sie schließen also auch Becher und Gefäße ein, deren Wandung aus Papier mit hohem Flächengewicht besteht und die ihre Formbeständigkeit durch festere Böden oder versteifende Näht-, oder profilierte Flächen erhalten (Hartpapiergefäße)'."

Viele Grüße
Volkmar
 
Ron Alexander Am: 11.07.2017 10:22:47 Gelesen: 11330# 36 @  
@ Gerhard [#34]

Hallo Gerhard,

ja genau. Karton Gegenstände wie z.B. Einwegtrinkbecherhalter, fallen auch unter die Hartpapiergefäße.

https://karl-wilde.de/einwegbecher-fuer-kaltes-und-heisses



Zur Ganzsache, also wenn der Postbeamte 7 RPf eingezogen hat, dann wurde auch ein Stempel abgeschlagen aber könnte auch sein der hat es vermerkt, Marke gestempelt und vergessen Stempel abzuschlagen aufgrund von vielen Briefsendungen o.ä. Sieht für mich eigentlich "sauber" aus.

Grüße,
Ron
 
Gerhard Am: 11.07.2017 10:47:24 Gelesen: 11322# 37 @  
@ volkimal [#35] und Ron Alexander

Danke für die Aufklärung, ich bin immer wieder fasziniert, was man hier bei welchen Gelegenheiten dazulernen kann. Anders ausgedrückt: Ich liebe den Bildungsgrad unserer Seiten. :-)

MphG
Gerhard
 
GSFreak Am: 11.07.2017 19:08:49 Gelesen: 11287# 38 @  
@ Gerhard [#34]

Hallo Gerhard,

Ron und Volkmar haben das ja schon prima erläutert.

Ich schiebe noch die Rückseite der Karte nach. Da wird das mit den "Hartpapiergefäßen" auch klarer.



Gruß Ulrich
 
Ameise Am: 15.09.2017 11:23:31 Gelesen: 10220# 39 @  
Lübeck Ganzsache? vom 2.7.45

Hallo,

in meinen Bestand ist eine Karte von Lübeck vom 3.7.45 an einen Herrn Seiboth (Korpsgruppe v. Stockhausen - Internierungslager) wo ich mir nicht sicher bin, ob es sich um eine Ganzsache handelt?

Kann mir hier jemand Auskunft geben? Vielen Dank schon mal.

Viele Grüsse Enrico


 
sentawau Am: 15.09.2017 13:26:45 Gelesen: 10200# 40 @  
@ Ameise [#39]

Das ist eine Ganzsache und zwar Mi. 792 II b (All. Besetzung, Brit. Zone, Behelfsausgaben für die RPD Schwerin, aber auch amtlich in Lübeck verwendet – siehe Fußnote im Kat.!). Michelwert 2014 = 100,- Ich gratuliere zu dem schönen Stück!

Das Interessante an der GS steht in der Anschrift. Vor der anrückenden Roten Armee flüchteten viele Wehrmachtsteile nach Schleswig-Holstein in britische Gefangenschaft. Um der Masse der Gefangenen Herr zu werden, sperrten die Engländer sie nicht in Lager, sondern internierten sie in zwei großen Gebieten, die der Korpsgruppe v. Stockhausen bzw. der Korpsgruppe Witthöft zugewiesen wurden. Dort lebten die Gefangenen entwaffnet, aber unter dem Befehl deutscher Offiziere.

Für diese Kriegsgefangenen ließen die Engländer eigene Postkartenformulare drucken. Das alles ist nachzulesen in dem alten, aber vorzüglichen Borek Ganzsachen-Spezialkatalog ab 1933, 2. Aufl. 1980, S. 218ff.

Ich zeige hier noch ein solches Formular zur portofreien Beförderung.


 
hopfen Am: 15.09.2017 16:33:33 Gelesen: 10171# 41 @  
@ sentawau [#40]

Ergänzende Frage:

Warum auf der Karte von Ameise [#39] ZWEI Stempel ?

- links Lübeck 1 vom 2.7.45 12-13 mit UB "z"
- rechts - " - vom 3.7.45 -21 mit UB "J"
 
sentawau Am: 15.09.2017 18:11:05 Gelesen: 10152# 42 @  
Die zwei Stempel sind typisch für Not- und Behelfskarten. Der linke wurde beim Verkauf der Karte angebracht. Oft ist bei ihm das Datum geblockt. Der Stempel rechts oben wurde bei der Verwendung angebracht.

Fehlt der linke Stempel, so handelt es sich im Zweifelsfall nicht um eine Ganzsache. Aber Vorsicht! Diese Karten sind ein sehr interessantes, aber auch schwieriges Kapitel der Nachkriegsphilatelie.

Ein schönes Wochenende wünscht Sentawau.
 
hopfen Am: 15.09.2017 21:25:21 Gelesen: 10127# 43 @  
@ sentawau [#42]

Danke für die Sachverhaltsergänzung sagt mit ebenso schönen und phil. Wochenendgrüßen.

Horst
 
Ameise Am: 15.09.2017 21:51:33 Gelesen: 10120# 44 @  
Danke allen, ich war mir nicht sicher, ob es eine Ganzsache war, weil ich sie bei Lübeck nicht gefunden habe. Dass sie zu Schwerin gehört, darauf bin ich nicht gekommen.

Danke noch einmal und ein schönes Wochenende

Enrico
 
GSFreak Am: 20.05.2018 17:40:00 Gelesen: 6278# 45 @  
Hier ist eine Britische Zone Behelfsganzsache P 747 b A II, Abgangsstempel KIEL 1 (Zweikreisstegstempel, UB f) vom 10.07.1945. Da der Bestimmungsort Post Feucht b. Nürnberg in der Amerikanischen Zone lag und der Interzonenverkehr erst am 24.10.1945 wiederaufgenommen wurde, wurde die Karte an den Absender zurückgeschickt (siehe den aufgeklebten hektographierten Zettel links unten).

Dieser Zettel deckt den Ausgabekontrollstempel ab, der in der Britischen Zone beim Verkauf der Karte dort abgeschlagen werden sollte. Knickt man den Zettel um, so findet sich als Ausgabekontrollstempel kein Ortstagesstempel - wie normal üblich - sondern ein Landpoststempel "24 Moorsee über Kiel".



Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 11.06.2018 08:25:57 Gelesen: 5601# 46 @  
Hallo zusammen,

Zur Zeit arbeite ich an einem umfassenderen Beitrag zu den in Preetz (Holstein) 1945/46 verkauften/verwendeten Postkarten (Behelfs- und Notganzsachen, Barfrankaturen) hinsichtlich des Ausgabekontrollstempels.

Zwei Beispiele sind dargestellt:

Notganzsache RPD Hamburg/RPD Kiel P A82 vom 21.06.1945, Ortstagesstempel 14.06.1945 (Ersttag der Wiederaufnahme des Postverkehrs) als Ausgabekontrollstempel



Behelfspostarte P 719Ib vom 27.07.1945 (Gebührenstempel als Ausgabekontrollstempel)



Hier brauche ich Eure Mithilfe. Schaut doch einmal bitte Eure Bestände durch, ob Ihr nicht eine Postkarte aus Preetz (1945/46) findet, von der Ihr mir dann einen Scan schickt. Besten Dank im voraus.

Gruß Ulrich
 
Totalo-Flauti Am: 22.02.2019 22:35:50 Gelesen: 2231# 47 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ich kann Euch eine Behelfsausgabe aus der Amerikanischen Zone RPD München zu 6 Reichspfennig (P631) zeigen. Die Postkarte zeigt aber noch mehr. Der Absender Julius Kern aus Kehlheim/Donau schreibt am 10.09.1945 an die Dresdner Bank in Berlin. Im September 1945 war der postalische Interzonenverkehr noch nicht zugelassen. Die Karte wurde von einem Reisenden mitgenommen und in Leipzig am 17.09.1945 auf der Post aufgeliefert worden. Leider ist der Stempel nicht komplett lesbar, so ist das Postamt in Leipzig nicht eindeutig zu zuordnen. Interessant finde ich auch den letzten Absatz in der Karte. Der Absender schreibt:

"Kehlheim / Donau, 10.9.45
Betr. mein Bausparbuch Nr. 218843.
Ich habe die Möglichkeit, diese
Karte einem nach Sachsen reisenden
Herrn mitzugeben, der sie im russ.
besetzten Gebiet der Post aufliefert.
Zweck dieser Zeilen ist, Ihnen
mitzuteilen, daß ich noch ?,
vorläufig aber meinen Wohnsitz
noch nicht wieder nach Berlin zurück
verlegen kann. Ich werde die erste
Gelegenheit benützen, zunächst ein-
mal besuchsweise nach Berlin zu
kommen, um von Ihnen in meinem
Bausparbuch die fehlenden Ein-
tragungen vornehmen zu lassen.
Ich war nie Mitglied der
früheren NSDAP oder ihrer Glei?-
gen (ausgenommen DAF -Deutsche Arbeitsfront); irgend welche
Voraussetzungen für eine Vermö-
gensbeschlagnahme liegen also
bei mir nicht vor.
Hochachtungsvoll
Julius Kern."

Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.


 
volkimal Am: 23.02.2019 08:04:08 Gelesen: 2218# 48 @  
@ Totalo-Flauti [#47]

Hallo Totalo-Flauti,

eine schöne Karte. Im Text heißt es: "Ich war nie Mitglied der früherenen NSDAP oder ihrer Gliederungen."

Viele Grüße
Volkmar
 
London-Dieter Am: 19.08.2019 03:35:23 Gelesen: 443# 49 @  
Notmassnahmen-Belege aus Vechta, Niedersachsen. Dies gehörte nach 1945 in die britische Besatzungszone.

1. Einschreiben mit handgestempeltem R-Zettel Vechta,
schwach abgeschlagenem blauen Kastenstempel "German commercial",
ein verschwommener Unterscheidungsbuchstabe a



2. Der gleiche Stempel, diesmal mit Unterscheidungsbuchstabe b



Mir liegen noch 3 weitere Belege vor und auf keinem der Belege ist irgendwo ein Datum zu finden.

Kann jemand diese Belege zeitlich ungefähr zuordnen? Und was wären sie in etwa wert, da ich sie abgeben möchte ?
 
GSFreak Am: 19.08.2019 09:15:49 Gelesen: 432# 50 @  
@ London-Dieter [#49]

Das Postamt Vechta hat die mit Abstand größte Anzahl von Ortsnotstempeln im Laufe der Jahre im wahrsten Sinne des Wortes "verbraucht". Im Handbuch und Katalog von Arenz/Kahl/Richter: ORTSNOTSTEMPEL DEUTSCHER POSTANSTALTEN 1945-1953 sind allein 5 Seiten den Ortsnotstempeln Vechta gewidmet. Durch den starken Verschleiß dieser zahlreichen Gummistempel ist die genaue Zuordnung schwierig.

Die beiden Belege dürften aus 1947 oder 1948 stammen. Was sagt denn der Ankunftstempel auf der Rückseite des R-Briefes oder gibt es keinen?

Wie bei allem gilt: Der Preis richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Belege mit Notstempeln aus Vechta sind häufig, da sie wegen des auffälligen Aussehens der Stempel vermutlich eher aufgehoben worden sind als andere. Der Zustand der beiden gezeigten Belege ist allerdings nicht der beste.

Gruß Ulrich
 

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