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Thema: PPA Spezial: Angebot von geringwertigen Marken mit BPP Prüfvorschrift
Lars Boettger Am: 03.11.2019 14:10:19 Gelesen: 2035# 1 @  
Hallo zusammen!

Richard und ich hatten in Sindelfingen die Gelegenheit, uns über einige Fragen bezüglich der Philaseiten-Auktionen auszutauschen.

In den vergangenen Wochen wurden relativ viele Angebote aus Gebieten gemeldet, wo Falschstempel bzw. rückdatierte echte Stempel sehr häufig vorkommen: Deutsche Inflation inklusive Bayern und Deutsche Besetzung 1. Weltkrieg. Die meisten Angebote wurden von mir beendet, da eine BPP-Prüfung fehlte und die jeweiligen Stempelabschläge zum Teil nicht sehr vertrauenserweckend aussahen.

Warum wird hier so ein großer Wert auf eine Stempelprüfung gelegt? Im Michel-Deutschland-Katalog steht, dass teilweise schon ab 2 Euro Michelwert eine BPP-Prüfung notwendig ist. Bei einer Mindestprüfgebühr von 3 Euro + Mehrwertsteuer übersteigen die Kosten einer Prüfung den Katalogwert. Eine Prüfung macht ökonomisch keinen Sinn. Weder für den Einlieferer, noch für den Prüfer.

Der Michel-Katalog hat diese Anmerkungen bezüglich der Stempel nicht umsonst aufgenommen. Die jeweiligen BPP-Prüfer haben darauf bestanden, um den Sammler auf die hohe Stempelfälschungsgefahr hinzuweisen. So ein Hinweis erfolgt nicht leichtfertig. Um es einmal etwas flapsig zu formulieren: Die Marken, die bei "drei" nicht auf dem Baum waren, tragen falsche Stempel. Ich kann bei meinen Prüfgebieten ein Lied davon singen: Katalogwert ungebraucht: 0,50 Euro - Katalogwert gestempelt: 2 Euro. Die Marke erhält also einen Falschstempel.

Meine Bitte: Beachtet beim Einstellen die Hinweise im Michel-Katalog.

Beste Grüße!

Lars



Der Stempeltyp auf der Marke wurde erst ab Oktober 1940 in Luxemburg verwendet, da war die Marke schon außer Kurs.
 
umdhlebe Am: 07.11.2019 11:11:01 Gelesen: 1456# 2 @  
@ Lars Boettger

Lieber Lars,

die Beendigung der PPA-Auktionen ist nachvollziehbar. Dennoch habe ich eine Frage zur Interpretation dieses Satzes:

Die meisten Angebote wurden von mir beendet, da eine BPP-Prüfung fehlte [...]

Soll das heißen, dass Marken, bei denen Michel eine Prüfung empfiehlt, zukünftig eine BPP-Prüfung vorweisen müssen, trotz der beschriebenen Kostenproblematik und der hinlänglich bekannten Gefahr der Verfälschung von Marken nach einer Prüfung?

Vielleicht wäre eine alternative Lösung, dass solche Angebote eine philatelistische Begründung für die Annahme der Echtheit des Stempels benötigen?

Wenn ich solche gefährdeten Marken habe, lese ich mir Wissen an und betrachte Vergleichsmaterial. Häufig reicht ja bereits ein Blick durch die Lupe plus Recherche über den Stempel. Wer keine Literatur hat oder nichts findet, kann ja auf philaseiten um weitere Informationen bitten. Auf diese Weise würde philatelistische Bildung gefördert, und zugleich die Anbietenden von der Zumutung einer Prüfung solcher Marken befreit.

Der Vorschlag wäre also, dass von Michel (und anderen Katalogen) zur Prüfung empfohlene Marken entweder mit Prüfung oder mit philatelistischer Analyse eingestellt werdebn müssen, und vielleicht in unentscheidbaren Zweifelsfällen mit dem Hinweis, dass es eine verfälschungsgefährdete Marke ist.

umdhlebe
 
Richard Am: 07.11.2019 12:35:21 Gelesen: 1410# 3 @  
@ umdhlebe [#2]

Vielleicht wäre eine alternative Lösung, dass solche Angebote eine philatelistische Begründung für die Annahme der Echtheit des Stempels benötigen?

Hallo umdhlebe,

es handelte sich nicht um hochwertige Philatelie, sondern vor allem um Marken mit einem Katalogwert von 2 Euro und einem heutigen Handelswert von 20 Cent. Solche Marken wurden in der PPA meist satzweise für 1 Euro angeboten.

Sollen die Sammler, solche sind zu 99 % die Anbieter in der PPA, erst Fachliteratur beschaffen oder im Forum ihre niedrigst"wertigen" Marken einzeln vorstellen, bevor sie diese verkaufen ?

Das ist für mich ökonomisch untragbar - wird aber vom Michel und den Prüfern gefordert - die damit den Kauf und Verkauf geringwertiger ungeprüfter Marken nahezu unmöglich machen.

Schöne Grüsse, Richard
 
spain01 Am: 07.11.2019 12:56:05 Gelesen: 1394# 4 @  
Hallo Allerseits,

die Hauptproblematik liegt tatsächlich im ökonomischen Bereich, wie von Lars geschildert.

Dass eine Prüfung von höherwertigen Marken sinnvoll ist, steht ja außer Frage. Aber was soll das mit den geringwertigen Marken? Für den tatsächlichen Wert einer Sammlung spielen sie heutzutage keine Rolle. Will ich oder ein Anderer meine Sammlung irgendwann einmal veräußern, so werden ohnehin nur die besseren Marken taxiert und der Rest ist "Beifang", der für die Wertfeststellung überhaupt keine Rolle spielt. Prüfkosten von z. B. 300 € für Marken mit einem Handelswert von insgesamt 20-30 € machen weder Sinn, noch werden sie bei einem späteren Verkauf honoriert. Man schmälert unter Umständen sogar den Wert einer Sammlung, da man für die Prüfkosten die Eine oder Andere höherwertige Marke hätte kaufen können.

Ich bin sicher, dass fast jeder hier - ich eingeschlossen - Marken in der Sammlung hat, die einen geringen Wert besitzen, aber eine Prüfung nicht bestehen würden. So viel Fachwissen kann kaum ein Sammler haben, der sich nicht absolut spezialisiert hat.

Alternativ ist es natürlich sinnvoll, statt in solche Prüfgebühren zu investieren, das Geld in Fachliteratur anzulegen. Da hat man letztlich mehr davon.

Gruß
Michael
 
Detlev0405 Am: 07.11.2019 14:10:40 Gelesen: 1347# 5 @  
@ spain01 [#4]

Alternativ ist es natürlich sinnvoll, statt in solche Prüfgebühren zu investieren, das Geld in Fachliteratur anzulegen. Da hat man letztlich mehr davon.

Hallo Michael,

für diese Aussage bekommst du meine volle Zustimmung - aus eigenem Erleben heraus. Ich habe mir für meine tschechoslowakische Luftpost am Anfang nur die Standardwerke zugelegt. Aber ein Luftpostbrief besteht nicht nur aus Luftpoststempeln sondern auch aus einer Menge Tagesstempeln. Und diese zu bestimmen ist auf dem ersten Blick nicht so einfach.

Mein Sammelgebiet ist im Gegensatz zu vielen anderen privilegiert - es gibt eine umfangreiche Bibliothek für tschechische Marken mit wohl heute insgesamt 26 Bänden. Allein 5 Bände mit jeweils 500 - 600 Seiten beschäftigen sich ausschließlich mit Stempeln. Die Monografie der tschechoslowakischen Marken ist einfach ein muss für jeden der sich ernsthaft mit dem Sammelgebiet beschäftigt. Den Teil 17 mit 2 Bänden konnte ich hier für 500 Kc gebraucht erstehen - ca. 20 Euro. Auf 1100 Seiten nur Stempel aus der Zeit von 1919 - 1939. Eine gute Investition wie ich heute finde.

Gruß
Detlev
 
Richard Am: 07.11.2019 14:42:28 Gelesen: 1319# 6 @  
@ Detlev0405 [#5]

Alternativ ist es natürlich sinnvoll, statt in solche Prüfgebühren zu investieren, das Geld in Fachliteratur anzulegen. Da hat man letztlich mehr davon.

Hallo Detlev,

schöner Beitrag, alles richtig so, aber Thema verfehlt.

Es geht im Thema um den Verkauf von Marken aus aller Welt, auch postfrische, die einen Handelswert von 10 der 20 Cents haben, falls sie überhaupt gekauft werden. NUR um diese Marken.

Kein Händler würde sich wegen solcher Marken umfangreich mit Fachliteratur eindecken, die tausende von Euro kosten können, und erst recht kein Sammler, der 80 Jahre alt ist und seine Allerweltsware "auflösen" möchte.

Der BPP und der Michel verlangen jedoch, oft ab einem Katalogwert von 2 Euro, die BPP Prüfung.

@ alle

Bitte beim Thema bleiben.

Schöne Grüsse, Richard
 
Detlev0405 Am: 07.11.2019 15:03:43 Gelesen: 1293# 7 @  
@ Richard [#6]

Hallo Richard,

ich erlaube mir, dir zu widersprechen. Ich habe den Beitrag von Lars sehr wohl gelesen - es geht ihm ausschließlich um gestempelte Marken und deren Fälschungsgefährdung, eben auch bei billigen Marken die laut Michel gefährdet sind.

Meine Investition von 20 Euro lohnt sich sowohl für die Erkennung von Stempeln, die außerhalb der Kurs Zeit eingesetzt wurden als auch kompletten Fälschungen. So wird sich bei mir in der 1. Republik kaum ein Falschstempel einschleichen, wenn ja kann ich ihn sogar in der Stempelbank dokumentieren - wie geschehen.

In dem konkreten Fall steht sogar das Verhältnis von Aufwand und Nutzen in einem positiven Verhältnis zu Gunsten des Nutzens.

Gruß
Detlev
 
umdhlebe Am: 07.11.2019 19:26:21 Gelesen: 1200# 8 @  
@ Richard [#6]

Es geht im Thema um den Verkauf von Marken aus aller Welt, auch postfrische, die einen Handelswert von 10 der 20 Cents haben, falls sie überhaupt gekauft werden. NUR um diese Marken.

Lieber Richard,

zur Abwechslung möchte ich Dich mal auf das Thema des Eingangsbeitrags hinweisen: im Beitrag von Lars Böttger geht es um Marken, die besonders anfällig für Falschstempel sind, wie deutsche Inflationszeit und Besatzungsausgaben des 1. Weltkriegs, und dezidiert nicht um "Marken aus aller Welt".

Deshalb verstehe ich auch die Kritik an meinem Vorschlag nicht, dass verkaufswillige Sammler sich diesbezüglich etwas Wissen zur Beurteilung aneignen sollten. Um beispielsweise die wichtigsten Kennzeichen echter Stempel gegnüber falschen kennenzulernen, oder sich Vergleichsstempel anzusehen, braucht es keine Anschaffung teurer Spezialliteratur. Die Einleitung von Michel-Katalogen, frei zugängliche Materialien und nicht zuletzt Stempeldatenbanken helfen hier schon sehr viel weiter.

Auch empfinde ich eine solche Aufforderung an verkaufswillige Sammler nicht als Zumutung, sondern vielmehr besteht Philatelie für mich aus solchem Wissen, und als potenzieller Käufer kann ich erwarten, dass der Verkäufer über solches verfügt.

Die Katalog-, Tausch-, und Verkaufs preise sind für mich übrigens in keinster Weise ein Argument. Hier geht es um die Echtheit von philatelistischem Material, sozusagen um das Grundfundament unseres Hobbies. Auch eine Marke von 20 Cent Tauschwert mit einem falschen Stempel ist eine Schande und gehört aus dem Verkehr gezogen.

Ich halte meinen Vorschlag aufrecht: Angebote (ver)fälschungsgefährdete Marken sollten einen Hinweis darüber enthalten, inwiefern sie davon betroffen sein könnten (unter Einschluss der Option "ich weiß es nicht", denn dann wissen potenzielle Käufer zumindest, welches Risiko sie eingehen).

umdhlebe
 
Meinhard Am: 07.11.2019 19:34:52 Gelesen: 1184# 9 @  
@ umdhlebe [#8]

Ich halte meinen Vorschlag aufrecht: Angebote (ver)fälschungsgefährdete Marken sollten einen Hinweis darüber enthalten, inwiefern sie davon betroffen sein könnten (unter Einschluss der Option "ich weiß es nicht", denn dann wissen potenzielle Käufer zumindest, welches Risiko sie eingehen).

Und würde das auch noch, sowohl bei den Farben "vermutlich diese Farbe" als auch auf m.M. ungebraucht mit Falz oder postfrisch etc. erweitern.

Im Beitrag [#1] von Lars Boettger schreibt dieser doch eindeutig von "DEUTSCHEN Marken". Deutsche Inflation inklusive Bayern und Deutsche Besetzung 1. Weltkrieg.

Schöne Grüße von einem ungebraucht/postfrisch Sammler.
Meinhard
 
Holzinger Am: 07.11.2019 20:01:10 Gelesen: 1157# 10 @  
@ umdhlebe [#8]

Ich halte meinen Vorschlag aufrecht: Angebote (ver)fälschungsgefährdete Marken sollten einen Hinweis darüber enthalten, inwiefern sie davon betroffen sein könnten (unter Einschluss der Option "ich weiß es nicht", denn dann wissen potenzielle Käufer zumindest, welches Risiko sie eingehen).

Aber Hallo, als Verkäufer soll ich dann schreiben:

Diese Marke/dieser Stempel ist potenziell fäschungsgefährdet - ich weiß ich aber nicht ob diese Aussage auf den Zustand meines Angebotes zutrifft. :-(
 
spain01 Am: 07.11.2019 21:20:06 Gelesen: 1101# 11 @  
Macht euch doch nicht wuschig, wenn es um Marken geht, die im unter(st)en €-Bereich liegen. Da ist es ohnehin so, dass sich ein Kauf nicht rentiert, wenn die Fixkosten (Porto etc) den Katalogwert übersteigern.

Sinn macht so etwas nur bei Sammellosen (egal, ob hier oder auf anderen Versteigerungsplattformen). Im Zweifelsfall kann man ja auch beim Anbieter nachfragen. Ich bekam mal eine Antwort auf den Hinweis nach teilweise falschen Aufdruckmarken (Posthörnchen) im Sinn von "wenn Sie das für falsch halten, dann bieten Sie halt nicht". Damit ist alles klar.

Bei ebay kann man ohnehin keine/kaum Marken kaufen, die einen geringen Katalogwert haben. Bei einer anderen Plattform ist das anders, da werden Marken auch im Cent-Bereich angeboten.

Fakt bleibt meiner Meinung nach, dass man grundsätzlich bei den billigen Marken - egal, um welches Sammelgebiet es sich handelt - eine Fälschung mit einkalkulieren muss. Ein Wertverlust ist dabei als eher gering zu erachten. Was macht den Unterschied zu einer echten Marke aus, die mit 20 ct - 1€ im Katalog steht und der selben Marke, die irgendwie gefälscht wurde?

In diesem Preisniveau habe ich auch nichts gegen die gefälschte Marke einzuwenden, da sie dann ein gutes Vergleichsstück ergibt, das man ohnehin nicht oft erhalten kann.

Für die Stempeldatenbank ergeben sich neue Hinweise - wenn der "Falsch"-Stempel eingestellt wird - und für die eigene Sammlung, wie bei mir die falschen Marken, eine neue Marke in der entsprechenden Rubrik, die letztlich auch nicht uninteressant ist.

Gruß
Michael
 
umdhlebe Am: 08.11.2019 12:24:16 Gelesen: 983# 12 @  
@ Holzinger [#10]

soll ich dann schreiben: Diese Marke/dieser Stempel ist potenziell fäschungsgefährdet - ich weiß ich aber nicht ob diese Aussage auf den Zustand meines Angebotes zutrifft. :-(

Ja. Das ist sogar bei Ebay ein Standard, denn dort gibt es die Angaben "Echtheit" und "Expertengeprüft". Wenn nur das erste Feld bejaht wird, weiß ich, dass es eine Laienmeinung ist, und wenn auch das zweite angegeben ist, kann ich eine Abbildung des Prüfzeichens bzw. Dokuments erwarten. Über "Fragen an den Verkäufer" kann ich beides verifizieren - und wenn meine Fragen unbeantwortet bleiben, entsprechende Vorsicht walten lassen.

Weder bei Ebay noch bei den PPA Auktionen werden Verkäufer zu Angaben gezwungen, aber wenn sie fehlen, weiß ich, dass ich besser kein Gebot abgebe, sofern ich mir hinsichtlich der Qualität unsicher bin (zumindest verhalte ich mich so, weil ich keinen Schrott in meiner Sammlung will).

Wollen wir also bei den PPA-Auktionen tatsächlich einen philatelistischen Standard, der niedriger als bei Ebay ist, das hier ja oft genug als schlechter Handelsplatz bezeichnet wird?

umdhlebe
 
olli0816 Am: 08.11.2019 13:08:07 Gelesen: 957# 13 @  
Hallo,

bei niedrigpreisigen Produkten, wo der Verkaufswert 0,20 Cents/Marke liegt, frage ich mich nach den Sinn der Diskussion? Jeder von uns gibt weit höhere Summen für unsinnigen Mist aus.

Ich könnte verstehen, wenn der reelle Markenverkaufswert bei > 10 EURO wäre. Bei so Mickerbeträgen entsteht kein nennenswerter finanzieller Schaden. Von daher sind irgendwelche aufwändigen Mechanismen wie mit Kanonen auf Spatzen schießen. Wenn ich selber unsicher bin, dann biete ich nicht mit. Bei 1 EURO-Artikel bin ich allerdings nie unsicher.

Grüße Oliver
 
umdhlebe Am: 08.11.2019 17:27:25 Gelesen: 868# 14 @  
@ olli0816 [#13]

Der Sinn der Diskussion ergibt sich aus Beitrag [#1], in dem es heißt: die "meisten Angebote wurden von mir beendet, da eine BPP-Prüfung fehlte".
 
olli0816 Am: 08.11.2019 17:48:51 Gelesen: 845# 15 @  
@ umdhlebe [#14]

Ich nehme an, Du meinst den Satz von Lars Böttber [#1]:

Die meisten Angebote wurden von mir beendet, da eine BPP-Prüfung fehlte und die jeweiligen Stempelabschläge zum Teil nicht sehr vertrauenserweckend aussahen.

Da fehlt das wichtigste: Die Stempel sind anscheinend nicht echt. Wenn ein Spezialist aus dem Gebiet sich die Zeit nimmt und die Sachen rausnimmt, bin ich der letzte der etwas dagegen hat.

Aber alles weitere zu möglichen Sperrmechanismen zu Minderwerten unter 1 EURO Kaufwert/Marke finde ich reichlich sinnlos als Diskussion. Der Geldwert ist so niedrig, dass kein Schaden entstehen kann, der nennenswert ist.

Aber ich wiederhole mich da nur und wende mich lieber anderen Dingen zu. Mich wundert es halt, dass über so etwas belangloses so viel geschrieben wird. Soll auch kein persönlicher Angriff auf einen der Beteiligten sein.

Grüße Oliver
 
wheilmann Am: 08.11.2019 18:48:40 Gelesen: 821# 16 @  
@ Lars Boettger [#1]

Hallo Lars,

ein sehr schönes Beispiel für spätestes Abstempeln einer Briefmarke, nach Ablauf der Gültigkeit: Eine gute Marke mit einem sauberen Stempelabdruck, das Sammlerherz schlägt höher und dann das, was du mit deinem letzten Satz erklärst.

Das Problem versuche ich mit meiner Briefmarkenbestandsdatei (ab 1945 bis heute) zu verhindern: Auszug daraus:



Meine Briefmarken sind komplett eingescannt, ich verwalte alles am Laptop, den ich bei jedem Tausch mitführe.

Leider bin ich aber vielen Maschinenstempelabdrucken aufgesessen, ich dachte beim Kauf/Tausch es seien Handstempelabdrucke. Um diese Briefmarken austauschen zu können, erstelle ich mir schon seit mehreren Jahre Dateien mit den Stempelkopfdaten (ab 1962 mit den 4-stelligen Postleitzahlen und jetzt 5-stelligen Postleitzahlen): Auszug daraus



In diesen Stempelkopfdaten-Dateien klaffen noch große Lücken, ich hoffe, in den nächsten Jahren diese zu schließen. Ich denke aber, damit vorgenannte Probleme lösen zu können.

Gruß Wolfgang
 
22028 Am: 08.11.2019 19:48:26 Gelesen: 792# 17 @  
@ olli0816 [#15]

Also mich wundert das alles auch, wegen Pfennigbeträgen so viel belangloses zu schreiben.

Man kann ja gerne 20 Cents Marken für 3 Euro (was ist der Mindestpreis einer Prüfung?) prüfen lassen und die dann zu Euro 3,20 einstellen, kauft die Marken dann jemand ?

Der Sammler dieser Marken sollte eigentlich so viel Fachkenntnisse haben um zu wissen dass die Marken im betreffenden Zustand fälschungsgefährdet sind und dann entsprechend seine Gebote kalkulieren.
 
umdhlebe Am: 09.11.2019 11:50:07 Gelesen: 659# 18 @  
@ 22028 [#17]

Wenn ich auf philaseiten etwas belanglos finde, lese ich einfach woanders weiter und kommentiere es nicht auch noch. Falschstempel sind für mich nicht belanglos, unabhängig vom Katalogwert der Marken. Man stelle sich nur einen jungen Sammler vor, der sich für Philatelie zu interessieren beginnt, und dann feststellen muss, dass er in den PPA Auktionen sein spärliches Taschengeld für Marken mit Falschstempeln ausgegeben hat - das wäre Jugendförderung der Extraklasse!
 
22028 Am: 09.11.2019 14:51:33 Gelesen: 591# 19 @  
@ umdhlebe [#18]

Und, kaufen dann die junge Philatelisten die Marke welche einen Katalogwert von 20 Cents hat für über € 3 ? Ich befürchte Nein, also bleibt entweder das aneignen von Wissen, was auch Geld kostet oder das Kaufen von billigen, aber evtl. verfälschten Marken.

Und, welcher Verkäufer bietet eine gestempelte 20 Cents Marke für 20 Cents an? Da ist verbrennen aus kommerzieller Sicht besser.
 
spain01 Am: 09.11.2019 15:37:39 Gelesen: 567# 20 @  
Ich sehe bei den Phila-Auktionen keine Mindestgebote unter 1 €. Heisst wohl, dass es darunter keine Angebote geben darf. Ergo erübrigen sich Angebote von Marken mit einem sehr geringen Handelswert.

Und die wiederkehrende Frage. Wer kauft eine Marke für 20 oder 30 ct bei einem Katalogwert von 2-3€, wenn die Versandkosten den Wert übersteigen?

Mal eine provokative Frage. Von wem stammt denn die Fest-/-legung/-stellung, dass in bestimmten Sammelgebieten (Infla, BiZone) Marken über einem KW von 2 oder 3€ nur geprüft erwerbt werden sollen? Bei diesem sehr geringen Risiko, dass mann "daneben greift" und 40 oder 60ct für eine falsch gestempeltet Marke ausgibt, profitieren doch nur die Prüfer von einer Panik vor Falschstempeln bei billigen Marken. Bitte nicht falsch verstehen! Kompetent geprüfte Marken kosten nun mal - dafür gibt es die Sicherheit. Und auch der Aufwand für einen Prüfer, eine billige Marke zu prüfen ist sicherlich nicht unerheblich. Die Gebühren sind sicherlich gerechtfertigt, aber für den Sammler unrentabel.

@ spain01 [#11]

Ich bleibe bei meiner obigen Aussage.

Gruß
Michael
 
umdhlebe Am: 09.11.2019 18:16:48 Gelesen: 503# 21 @  
Ich habe verstanden, dass einigen Diskutanten die Echtheit von Marken nur dann wichtig ist, wenn diese einen bestimmten Katalog-, Tausch-, oder Verkaufspreis erzielen.

Ich habe jedoch erläutert, dass für mich der Preis kein Kriterium ist, weil ich persönlich keine Preise sammele, sondern Briefmarken. Es mag einigen unfassbar erscheinen, aber ich habe mich persönlich interessierende Marken, die preislich nichts wert sind. Sogar unter 1 € Katalogwert! Diese Marken möchte ich mit echten Stempeln, nicht mit verfälschten oder falschen. Dass andere das anders sehen, ist ihr gutes Recht. Es ändert an meiner Auffassung nichts.

Auch der Michel-Katalog weist auf Fälschungsgefahr unabhängig vom Marktwert der Marken hin, und Lars Böttger hat auf die real vorhandenen zweifelhaften Stempel hingewiesen und entsprechende Auktionen beendet. Sowohl die Vorgehensweise von Michel als auch die von Lars Böttger begrüße ich ausdrücklich. Die Frage, wie man Falschstempel in den Auktionen ohne eine kostspielige BPP-Prüfung vermeiden könnte, war der Ausgangspunkt dieser Diskussion. Sie kann mit dem Argument, dass Prüfungen relativ teuer sind nicht wirklich gut beantwortet werden. Auch der Hinweis, dass man selbst das Verbrennen billiger Marken dem Verkaufsangebot vorziehen würde, leistet in meinen Augen keinen sinnvollen Beitrag zu dieser Frage.

Das Aneignen von Wissen muss kein Geld kosten - dieses Forum hier ist ja das beste Beispiel dafür. Aber auch das war weiter oben bereits ausgeführt.
 
TeeKay Am: 11.11.2019 11:36:58 Gelesen: 336# 22 @  
Während hier nicht geprüfte Marken mit 2 Micheleuro diskutiert und entsprechende Angebote von einem BPP Prüfer gelöscht werden, schreibt die BPP Prüfordnung vor, dass geringwertige Prüfstücke nicht mal signiert werden. Z.B. HD Schlegel setzt das so auch um und steckt dann einen kleinen Zettel zu den Marken, statt sie zu prüfen. Derweil wird der Markt geflutet mit falsch gestempelten, geringwertigen Marken selbst aus den vergangenen 20 Jahren Bund (Pfalzgrafenweiler-Stempel z.B.). Michel wiederrum "schreibt" die Prüfung geringwertiger Marken nur für bestimmte Gebiete "vor", obwohl Besetzung 1. WK genauso fälschungsgefährdet ist wie Bund aus dem Jahr 2000.

Mir fehlt da ein wenig die innere Logik.
 
bovi11 Am: 11.11.2019 12:05:23 Gelesen: 311# 23 @  
@ TeeKay [#22]

Die Jooss-Orgien mit dem Pfalzgrafenweiler-Stempel, dazu noch als Privatverkäufe deklariert, dürften der Vergangenheit angehören.

Zum Thema selbst:

Es gibt Gebiete, bei denen auch eher billige Marken gefährdet sind, mit Falschstempeln versehen zu werden. Für den Gelegenheitssammler würde ich die Sache nicht so hoch aufhängen. Das sind oft diejenigen, die sich auch bei teuren Marken Fälschungen andrehen lassen. Und wenn man teure Marken zur Prüfung schickt, dürften auch billige Marken mitgeprüft werden und zwar auch dann, wenn sie wegen möglicher Verwechslungsgefahren mit teureren Farben nicht signiert werden. Nicht signiert heißt schließlich nicht "nicht geprüft".
 
Lars Boettger Am: 11.11.2019 13:09:38 Gelesen: 267# 24 @  
Erst einmal vielen Dank für Eure Beiträge!

Die gemeldeten Angebote umfassten in der Regel mehrere Marken mit einem Gesamt-Katalogwert ab EUR 40. Angeboten wurden sie für etwa 15% vom Michelkatalogpreis.

Es gibt bei diesen Markenausgaben m.E. keine für alle praktikable Lösung. Mein Rat ist:

Seht Euch die Stempel gut an, wenn die Marken von einem Stempelgerät entwertet wurden, ist Vorsicht geboten

Wenn Ihr ungeprüfte Marken einstellt, ist immer ein Risiko dabei, dass ein anderer eine Meldung wegen Falschstempel abgibt und ich dann löschen werde

Literatur ist nie verkehrt, wenn man sie hat, soll man sie nutzen

Fragt im Forum nach, ob Stempel verdächtig aussehen
 
drmoeller_neuss Am: 11.11.2019 17:55:52 Gelesen: 145# 25 @  
@ Richard [#3]

Kein Händler würde sich wegen solcher Marken umfangreich mit Fachliteratur eindecken, die tausende von Euro kosten können, und erst recht kein Sammler, der 80 Jahre alt ist und seine Allerweltsware "auflösen" möchte.

@ umdhlebe [#21]

Die Frage, wie man Falschstempel in den Auktionen ohne eine kostspielige BPP-Prüfung vermeiden könnte, war der Ausgangspunkt dieser Diskussion. Sie kann mit dem Argument, dass Prüfungen relativ teuer sind nicht wirklich gut beantwortet werden.

Bleibt doch einmal auf dem Boden. Fachliteratur kostet kein Vermögen. Oft tut es ein alter Katalog. Die letzte Kiste Literatur hat mich 50 EUR gekostet und war durch den enthaltenen "Feuser" schon bezahlt. Kataloge kosten bei ebay oft nur den symbolischen Euro, am meisten haut noch der Versand herein.

Viele gefälschte Marken sind ausserhalb der Gültigkeitsdauer gestempelt. Oder neulich auf dem Tauschtag, Liechtenstein Europa 1960 mit Linienzähnung anstatt Kammzähnung. Diese Fälschungen kann ich schon mit einem alten Katalog entlarven.

Ansonsten hilft oft vergleichen mit billigen Marken. Die Post hat für die teuren Marken am Schalter keine besonderen Stempel verwendet. Eine Stempelvergleichsammlung kann man mit Groschenmarken für wenige Euros aufbauen. Nachzähnungen lassen sich schon oft daran erkennen, indem man eine billige Marke aus dem Satz unter die teure legt, wenn beide nicht genau deckungsgleich sind, ist etwas faul. Die Deutsche Bundespost hat für den Posthornsatz immer die gleiche Gummierung verwendet. Auch hier kann man mit den billigen Werten aus dem Satz durch einfachen Vergleich die Nachgummierten entlarven

Als kommerzieller Anbieter muss man sich überlegen, ob man das Risiko eingeht, fälschungsgefährdete Marken ungeprüft zu verkaufen. Es ist eine einfache kaufmännische Frage und manche Sachen gehen halt nicht. Postgeschichtlich interessante Belege aus dem Dritten Reich kann man nicht auf ebay wegen der Hakenkreuzproblematik verkaufen, Inflamarken eben nicht wegen der Stempelproblematik. Das ist halt so.

Wenn man nichts besseres weiss, gehen solche Sachen als Posten "mit allen Eventualitäten" weg.

Den im ersten Beitrag von Lars gezeigte Stempel ist so grottig und ich muss mich gar nicht mit den Luxemburger Stempeltypen auskennen, um den als falsch zu bezeichnen.
 
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