Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Deutsche Besetzung WK 1 Polen Stadtpost Warschau
Das Thema hat 26 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1   2  oder alle Beiträge zeigen
 
olli0816 Am: 13.11.2019 13:54:37 Gelesen: 9283# 2 @  
Hallo Heinrich,

das gute Stück findest Du sogar im Deutschland Michel Spezial. Es ist einer der Ausgaben im 1. Weltkrieg der Stadtpost Warschau. Die Marken sind gar nicht mal so selten, ich besitze einige davon. Nur habe ich noch nicht so viele Briefe gesehen, aber lt. den Michel-Notierungen gibt es davon trotzdem einige.

Bei deiner Marke handelt es sich um die Michel 9. Es gibt drei Farbvarianten (3 Auflagen) und die Marke wurde 1916 an mehreren Terminen herausgegeben. Sie ist nicht sonderlich wertvoll und variiert (Michel 2014) ungebraucht zwischen 1,20 und 4 EURO und postfrisch zwischen 2,50 und 9 EURO.

Suchen musst Du unter Deutsche Besetzungsausgaben 1914/18 - Deutsche Post in Polen.

Grüße Oliver

[Beiträge [#1] und [#2] redaktionell verschoben aus dem Thema "Polen Vignetten"]
 
Heinrich3 Am: 13.11.2019 14:38:51 Gelesen: 9268# 3 @  
Danke Oliver, also habe ich die Marke wohl im Michel gesehen.

Der gedächtnisschwache Heinrich
 
reichswolf Am: 13.11.2019 18:26:47 Gelesen: 9231# 4 @  
Hier mein einziger Beleg zu diesem Thema. Es müßte sich um eine MiNr. 10 des Gebietes handeln. Die Postkarte wurde am 24.3.1916 in Aachen mit einer MiNr. 85 frankiert und aufgegeben. Entwertet wurde die Marke mit dem Maschinenstempel AACHEN * 1 V.

Wie es dann bei der Ankunft in Warschau mit der Karte genau weiterging, kann vielleicht ein Experte erklären. Auf jeden Fall wurde die Stadtpostmarke mit dem Stempel K.O.m.W. POCZTA MIEJSKA entwertet.


 
Regis Am: 26.01.2020 19:32:28 Gelesen: 8924# 5 @  
@ reichswolf [#4]

Die Karte wurde von der Reichspost wie alle anderen nicht nachzuweisenden Sendungen der Warschauer Stadtpost übergeben. Diese klebte entsprechen der Gebühr, 2 Gr. bei Drucksache, 6 Gr. bei Postkarten und Briefen b. 20 Gram., 20 Gr. bei Eilsendungen auf das Poststück und diese stellte es zu und kassierte den Betrag vom Empfänger. Bei Einschreiben, Wertsendungen, Paketen und Postanweisungen wurde eine Benachrichtigungskarte zugestellt, die auch 6 Gr. kostete. Diese Sendungen musste der Empfänger gegen Identifikationsnachweis bei der Post abholen.

MfG Regis
 
Pepe Am: 26.01.2020 20:39:07 Gelesen: 8908# 6 @  
@ reichswolf [#4]

Hier mal die Mi 9, wo ähnlicher Stempel angewendet wurde.



Mi 9, gibt es in drei Farbvarianten.

Nette Grüße Pepe
 
hajo22 Am: 29.01.2020 13:13:24 Gelesen: 8834# 7 @  
@ Pepe [#6]

Ortsbrief Warschau mit 7½ Pf. vom 3.9.16 mit Stadtpostmarke zu 2 Gr. (Nr.9). Den Text des Kastenstempels kann ich leider nicht übersetzen.



hajo22
 
Detlev0405 Am: 29.01.2020 14:45:35 Gelesen: 8816# 8 @  
@ hajo22 [#7]

Hallo Hajo,

der schwarze Stempel sagt aus: Übergabe bezahlt.

Gruß
Detlev
 
Regis Am: 29.01.2020 15:49:43 Gelesen: 8805# 9 @  
Die Deutsche Reichspost war nur für Postsendungen zum Zielpostamt zuständig. Die Zustellung zum Adressaten war Sache der Ortsbehörden. Dafür wurde in Warschau vom Bürgerkomitee die Stadtpost gegründet. Diese war für die Zustellung nicht nachzuweisender Sendungen an polnische Institutionen und Zivilpersonen zuständig. Post an deutsche Institutionen bekamen diese direkt über Postfächer und Postlagerfächer. Zustellmarken gab es vom 23.9.1915 bis 19.10.1916



Hier ein paar Beispiele für Bedarf, philatelistisches Bedürfnis und Manipulation:

1. Bedarfsortsbrief 6 Gr. Zustellgebhr, diese wird vom Empfänger eingezogen.
2. Ortsbrief, kostet 6 Gr. der Absender klebt aber 10 Gr. auf, Stempel Wreczenie Oplaconie (Zustellgebühr bezahlt) Der Empfänger bekommt den Brief ohne weitere Forderung zugestellt.
3. Brief an die Militäreisenbahndirektion 4 aus JKoluszki. Die MED 4 war im gleichen Gebäude wie die Stadtpost untergebracht. Irgendjemand nahm den Brief, ging die Treppe herunter und sagte, gebt alles her was ihr habt und stempelt schön sauber. Nach einem Trinkgeld war ein Prachtbeleg zur späteren Abschreckung entstanden
 
hajo22 Am: 29.01.2020 17:30:26 Gelesen: 8785# 10 @  
Beitrag in neuen thread verschoben.

hajo22
 
Regis Am: 29.01.2020 18:08:26 Gelesen: 8771# 11 @  
@ hajo22 [#10]

Die Reichspost duldete nicht die Umgehung ihres Monopols. Stadtposten durften Ortssendungen nur dann befördern, wenn diese korrekt frankiert bei der Reichspost aufgegeben wurden. Die Ganzsachen von Sosnowice kamen deshalb nicht in Verkehr. In Warschau hat man das sofort verhindert. Man duldete zwar die Rubelwährung, aber da das DR Rubel nicht emittieren konnte, wurde die Reichsmark eingeführt und die Konten umgestellt.

Zur Warschauer Stadtpost noch etwas



Ein Dienstbrief des Verwaltungschef beim GG Warschau mit Stadtpost zu Lasten des Empfängers



Eine Postkarte aus Czenstochau wurde durch die Stadtpost mit 6 Gr. frankiert und konnte nicht zugestellt werden. Die Stadtpostmarke wurde gewaltsam entfernt und zur Abrechnung zurückgenommen, um den Zusteller zu entlasten. Karte zurück nach Czenstochau und dort mit der dortigen Stadtpost dem Absender für 5 Pfennig zugestellt.
 
Regis Am: 04.02.2020 14:25:28 Gelesen: 8687# 12 @  
Ab 20. Oktober 1916 galt das vom 20. September erlassene Verbot der Nutzung von Stadtpostmarken. Das Verbot wurde mit der Spekulation mit diesen Marken begründet. Es wurden Gebührenstempel eingeführt. Stempelfarbe violett für die 1. Schicht, in rot für die 2. Zustellungsschicht



1. Postkarte vom Dorf Sworock über Lowicz 11. 1. 17 mit 6 Gr. in der Frühschicht zugestellt
2. Postkarte aus Lodz 26.2.17 zugestellt mit 6 Gr. in der Nachmittagsschicht
 
Regis Am: 05.02.2020 13:04:12 Gelesen: 8629# 13 @  
Im April 1917 wurde die bis dahin parallel zur Mark geduldete Rubelwährung außer Kurs gesetzt und durch die Mark ersetzt. Dies führte zu einer Gebührenerhöhung bei der Stadtpost. Entgegen der Weisung stellte die Warschauer Stadtpost wieder Gebührenstempel mit Angabe Groszy bereit.



1. Postkarte aus Sompolno, Stempel Kolo 27. 4. 17 mit 7 Groszy in der 1. Schicht zugestellt.
2. Postkarte aus Chodecz Stempel Wloclawek 28. 4. 17 mit 7 Groszy in der 2. Schicht zugestellt.

Diese Gebührenstempel waren nur in der Zeit vom 26. - 30. April in Gebrauch und wurden durch Stempel mit der Angabe Fenygow ersetzt.
 
Regis Am: 06.02.2020 11:39:29 Gelesen: 8566# 14 @  
Ab 1. Mai 1917 galten die Gebührenstempel in Mark-Währung



1. Postkarte aus Kalisch 3. Mai 1917 wegen Adressänderung 2-mal zugestellt für 7 Pf. in der 1. Schicht.
2. Postkarte am 22. Mai im Dorf Boguchwala geschrieben, in Lipno am 25. Mai 1917 zur Post gegeben und für 7 Pf. in der 2. Schicht zugestellt.
 
Regis Am: 07.02.2020 10:55:18 Gelesen: 8494# 15 @  
Ab 1. Dezember 1917 gab es eine Gebührenerhöhung Drucksache von 2 Pf. auf 5 Pf. Karte und Brief von 7 Pf. auf 10 Pf.



1. Drucksache von Siedlce vom 21. 12. 17 zugestellt in der 1. Schicht für 5 Pf.
2. Postkarte aus Chodecz über Wloclawek 2. 5. 1918 zugestellt in der 2. Schicht für 10 Pf.



3. Bankbrief - Ortsbrief vom 1. 1. 1918 zugestellt in der 1. Schicht für 10 Pf.
 
skribent Am: 07.02.2020 16:58:31 Gelesen: 8463# 16 @  
Guten Tag,

den abgebildeten Umschlag habe ich seit langer Zeit in meiner Sammlung "Militärisches Eisenbahnwesen".



Warum es 2 verschiedenen Stempel gibt, warum der rote Schriftzug, warum der Briefstempel der MED 4 - keine Ahnung!

MfG >Franz<
 
Regis Am: 07.02.2020 17:14:16 Gelesen: 8457# 17 @  
@ skribent [#16]

Ein Blick auf [#9], Brief 3 und den dazugehörigen Kommentar genügt. Hier wurde die Post gleich übergangen um ein Machwerk zu erzeugen. Es gab zu der Zeit 3 Stempel bei der Stadtpost und alle kommen bei Spielereien vor.
 
Martin de Matin Am: 07.02.2020 21:38:23 Gelesen: 8434# 18 @  
Wenn ich die Angaben aus Beitrag [#5] richtig verstehe müsste also die Frankatur auf meinem unten gezeigten Eilbrief aus Breslau aus dem Jahr 1915 mit 20 Gr. korrekt sein. Die Gebühr Deutsches Reich betrug 10 Pf. für den Brief und 25 Pf. für die Eilzustellung. Der Brief ist leider stark beschädigt, aber sofern die Frankatur dazugehörend und korrekt ist, so ist er ein Belegstück aus dieser Zeit.



Gruss
Martin
 
Regis Am: 08.02.2020 12:40:35 Gelesen: 8351# 19 @  
@ Martin de Matin [#18]

Es gab bis Ende 1916 noch keine Vereinbarung der Reichspost mit der Stadtpost, was die Vorauszahlung der Leistungen mit Reichspostmarken betraf. D.h., bezahlte Eilgebühr wurde ignoriert. Die Stadtpost hat hier dem Absenderwunsch entsprochen und mot Eilboten zugestellt, aber der Empfänger musste 20 Groszy bezahlen. Diesem "Betrug" verdankst Du einen seltenen wirklich guten Beleg. Wie so etwas später aussieht folgt hier:

Mit der Abschaffung der Stadtpostmarken wurde mit Verfügung 137 vom 28.11.1916 ermöglicht, das Bestellgeld mit Reichspostmarken zu frankieren. Die Beträge wurden durch die Reichspost aufgelistet und zu Gunsten der Warschauer Bürgerpost verrechnet. Auf der Sendung wurde der Rundstempel ENTLASTET angebracht. Die Stadtpost stempelte Wreczenie Oplacone und die Sendung wurde ohne weitere Forderung zugestellt.



1. Postkarte von Lodz 9.6.17 Zustellgebühr von 7 Fenigow vorausbezahlt mit 7 1/2 Pf. zugestellt in der 1. Schicht - s. Farbe des Stempels Wreczenie Oplacone.
2. Orts-Bankbrief vom 19.7.18 vorausbezahlt 10 Pf für 10 Fenigow Zustellung in der 2. Schicht
 
Regis Am: 09.02.2020 18:29:21 Gelesen: 8286# 20 @  
Ab 9. September 1918 wurden neue Gebührenstempel mit polnischen Wappenadler verwndet.



1. Postkarte aus Tomaszow vom 23. September 1918 zugestellt für 10nPf. in der 2. Schicht
2. Postkarte ausKolo am 27. September 1918 für 10 Pf. in der 1. Schicht.

Diese Stempelserie wurde bis 16. November 1918 verwendet. Ab 17.11.1918 übernahm die neue polnische Staatspost diese Aufgaben.
 
citypost Am: 23.03.2020 15:00:25 Gelesen: 7995# 21 @  
Die Seltensten Bestellgebührenstempel werden am 1 Juli 1918 in Betrieb genommen. Text auf Stempel "K.P. URZĄD POCZTOWY" mit polnischen Wappenadler und Denomination. K.P. URZĄD POCZTOWY = Królestwo Polskie (hat die Verwendung dieses Stempels verboten). Am 2 Juli die Reich Post Verwaltung in Warschau hat die Verwendung dieses Stempels verboten, weil zur Zeit es war General Government Warschau aber keine hat die Verwendung dieses Stempels verboten. Die Stempel in violett werden am 1 und 2 Juli (erste Schichte) benutzt, die in rot sind die seltenste und werden nur am 1 Juli (zweite Schichte nachmittags) benutzt. Es sind mir bekannt nur Gebührenstempel in Denomination 10 fen. aber es wurden auch vorbereitet noch 5 fen. 20 fen. und 30 fen. Ich habe solche aber noch nie gesehen in letzte 20 Jahren ausser philatelistischen Abschlagen.

Hier zeige ich Auszug aus meiner Exponat mit einer Seite mit beiden Stempel.


 
Paul S. Am: 13.04.2020 21:55:13 Gelesen: 7809# 22 @  
Brief aus Wagstadt entwertet mit dem Bahnpost-Stempel Wagstadt-Stauding (heute Studénka–Bílovec) vom 22.IX.1917. Zensuriert und mit dem Gebührenstempel über 7 Pf. in der 2. Schicht zugestellt.



Der Brief befindet sich schon lange in meinem Archiv, aber erst durch die Ausführungen von Regis ist mir die Bedeutung des Gebührentempels klar geworden!
 
Totalo-Flauti Am: 19.11.2023 18:40:56 Gelesen: 1563# 23 @  
Liebe Sammlerfreunde,

am 27.12.1915 wurde ein einfacher Brief aus Leipzig-Lindenau nach Warschau gesendet. Wie im Beitrag [#5] beschrieben, erhielt der einfache Brief die Mi-Nr. 8 mit 6 Groschen auf der Rückseite von der Warschauer Stadtpost frankiert. Leider ist der Stempel zu undeutlich, der von der Warschauer Stadtpost abgeschlagen wurde. Vorderseitig ist noch ein Stempel der Prüfstelle Posen abgeschlagen.

Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.


 
Manne Am: 24.03.2024 09:09:43 Gelesen: 1066# 24 @  
Guten Morgen,

habe hier drei Halbierungen, ist das Machwerk? Aus welcher Zeit könnten sie sein, da die Stempel kein Datum zeigen.



Gruß
Manne
 
inflamicha Am: 24.03.2024 11:28:08 Gelesen: 1047# 25 @  
@ Manne [#24]

Hallo Manne,

die Marken gehören in die Zeit der deutschen Besetzung Polens 1915/16. Diese Stadtpost Warschau-Marken waren für den privaten Zustelldienst (den sog. Bürgerausschuss) vom deutschen Postamt an die End-Empfänger in Warschau bestimmt. Halbierungen sollen für Drucksachen gewesen sein, aber wie bei allen lokalen Ausgaben war auch hier für alles Mögliche, auch Machwerke, Tür und Tor geöffnet. Halbierungen kommen jedenfalls hauptsächlich nur auf Sammlerbriefen und Briefstücken vor.

Gruß Michael
 
Manne Am: 24.03.2024 11:51:50 Gelesen: 1039# 26 @  
@ inflamicha [#25]

Hallo Michael,

vielen Dank für Deine Bestimmung und Erklärung.

Gruß
Manne

Hier nochmal Polen, ungezähnte Marken mit handschriftlichem Vermerk 04.11.1946 und Unterschrift.



[Beiträge [#24] bis [#26] redaktionell verschoben aus dem Thema "Polen Marken bestimmen"]
 

Das Thema hat 26 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1   2  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.