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Thema: Russland: Bürgerkrieg Wrangel Armee 1921
Marv12 Am: 08.12.2019 19:27:51 Gelesen: 1910# 1 @  
Wrangel Armee Brief





Was sagt ihr zu solch einem Brief?

Wird wohl nicht echt gelaufen sein oder?
 
Lars Boettger Am: 09.12.2019 12:01:39 Gelesen: 1847# 2 @  
@ Marv12 [#1]

Über diese “Marke” gibt es einen Artikel in der “Rossica” {1]. Es scheint sich um eine Fälschung zum Schaden der Sammler zu handeln. Ich muss dazu sagen, dass ich kein Russland-Experte bin.

[1] https://ufdc.ufl.edu/UF00020235/00026/12j
 
Marv12 Am: 07.01.2020 02:09:03 Gelesen: 1698# 3 @  
Der Brief ist wohl echt, ich habe heute ein Attest erhalten.


 
Schwämmchen² Am: 07.01.2020 02:41:10 Gelesen: 1693# 4 @  
"Ich bin der Meinung", seltsame Umschreibung in einem Attest.
 
Marv12 Am: 07.01.2020 03:06:49 Gelesen: 1688# 5 @  
Wieso das? Da steht doch, dass die Marke und der Stempel echt sind. Dazu noch eine Altsignatur.
 
Lars Boettger Am: 07.01.2020 07:41:10 Gelesen: 1667# 6 @  
@ Marv12 [#5]

Herzlichen Glückwunsch! Hätte ich ja nach dem Artikel der "Rossica" nicht gedacht. Allerdings muss auch ich sagen, dass mich die Formulierungen im Attest nicht zu 100% zufrieden stellen würden. Im Prinzip stellt der Prüfer sein Ergebnis auf eine vorherige Prüfung ("sehr zuverlässig") ab. Das ist Geschmackssache und ich möchte einen Kollegen hierfür nicht kritisieren - wie gesagt, das ist ein Sammelgebiet, bei dem ich mich nicht auskenne und dementsprechend die Leistungen der Altprüfer nicht beurteilen kann.

Beste Grüße!

Lars
 
bignell Am: 07.01.2020 18:24:01 Gelesen: 1594# 7 @  
@ Marv12 [#3]

Hallo Marv12,

ich gratuliere Dir zu diesem erfreulichen Ergebnis.

Zu den Formulierungen im Attest:

"ich bin der Meinung" ist durchaus gängig, die meisten italienischen Prüfer schreiben auch "a mio parere" - "meiner Meinung nach".

Dass die Altsignatur hervorgehoben wird ("sehr zuverlässig") sehe ich auch nicht als problematisch, der Prüfer vertritt seine Meinung und lobt gleichzeitig den Altprüfer.

"Ein sehr seltener Brief" sagt eigentlich alles, wenn nur geringste Zweifel bestehen würden, hätte Hr. Hovest das wohl nicht geschrieben.

Lg, harald
 
Detlev0405 Am: 08.01.2020 09:43:48 Gelesen: 1529# 8 @  
@ Lars Boettger [#6]

Hallo Lars,

ich teile Deine Meinung und auch Deine Skepsis zu diesem Beleg und kann im Gegensatz zu Dir sagen, das ich mich mit der RSFSR/Sowjetunion bis 1960 etwa 40 Jahre beschäftigt habe. Mir sind etwa ein Dutzend solcher Briefe untergekommen und ich habe sie alle mit Freuden ab einem bestimmten Zeitpunkt abgegeben.

Zuvor eine grundsätzliche Bemerkung - Herr Hovest war für mich neben Herrn Wassmann einer der besten Prüfer für die Sowjetunion außerhalb des russischen Verbandes und an seiner Seriosität sollen auch die folgenden Ausführungen keinen Zweifel lassen.

Warum nun war ich froh, solche Briefe wieder ohne eigenen Schaden abgegeben zu haben ? Ich hatte auch nur Briefe aus dem Jahre 1921. Wo befand sich da die Armee von General Wrangel ? In der Türkei - sie war mit den letzten Truppenteilen am 16.11.1920 von der Krim geflohen. Das heißt de facto , sämtliche Einrichtungen der Wrangel Armee unterstanden im Jahre 1921 der türkischen Administration. Hier ist eine Einordnung des Beleges unter RFSFR meiner Meinung nach falsch. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt meinerseits an dem Prüfzertifikat. Die Bezeichnung "RSFSR, Bürgerkrieg Wrangel-Armee 1921" ist schlichtweg falsch.

Herr Hovest weist nämlich an einer Stelle korrekt darauf hin, das der Brief im Rahmen der Lagerpost auf dem Gebiet der Türkei echt befördert wurde. Und nur in diesem Rahmen ohne jegliche weitere Lizenz irgendwelcher Postverwaltungen sowohl der RSFSR als auch der Türkei.

Somit ist der Brief als Kurierpost der Wrangel Armee zwischen den einzelnen Lagern in der Türkei zu bewerten. Interessant für jeden, der den Verbleib und das Ende der Armeen von Wrangel, Koltschak oder Denikin nach dem Bürgerkrieg in der RSFSR dokumentieren will.

Die Bewertung der Marke wurde durch Herrn Hovest sicher auf der Basis der Aussagen des Michel Kataloges vorgenommen. Daran habe ich keinen Zweifel. Ich kann mich nur an ältere Michel Kataloge (1960er und 1970er Jahre) erinnern, wo diese Ausgaben als private Mache abgetan wurden.

Vielleicht kann mir ja jemand im Rahmen der Diskussion hier die Postlizenz der Wrangel Armee vorlegen - keine Angst Russisch beherrsche ich -, aber bitte vor November 1920.

Ich hoffe Lars, ich konnte Deine Skepsis etwas fundiert reflektieren. Für alle anderen - ein hoch interessanter Brief für den, der sich mit der Geschichte der Wrangel Armee beschäftigt. Aber kein Beleg des Bürgerkrieges in der RSFSR und somit auch nicht Gegenstand dieses Sammelgebietes.

Gruß
Detlev
 
Lars Boettger Am: 10.01.2020 13:27:57 Gelesen: 1435# 9 @  
@ Detlev0405 [#8]

Hallo Detlev,

vielen Dank für Dein Erklärungen und Präzisierungen!

Beste Grüße!

Lars
 
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