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Thema: Moderne Postgeschichte: Paketaufkleber auf DHL-Inlandspaketen
Araneus Am: 29.01.2020 20:23:48 Gelesen: 787# 1 @  
Während im Bereich der Briefpostautomation Neuigkeiten und Veränderungen in philatelistischen Kreisen, zum Beispiel auch in diesem Forum, ausführlich beschrieben und dokumentiert werden, wird die Entwicklung im Paketbereich philatelistisch eher vernachlässigt. Dabei hat es seit der Privatisierung der Post auch hier enorme Veränderungen gegeben, die man häufig erst erkennt, wenn man ältere Paketaufkleber mit heutigen vergleicht.

Die Paketnummern zu Zeiten der Deutschen Bundespost und die Adressangaben wurden durch Strichcodes ersetzt und dadurch in den Paketzentren (die früher Frachtzentren hießen) maschinenlesbar. Sendungsarten, bestimmte Services oder Vorausverfügungen kamen im Lauf der Zeit neu hinzu oder wurden umbenannt oder verschwanden wieder.

Ich denke und wünsche mir, dass ein Forum wie die Philaseiten hier Möglichkeiten bietet, Entwicklungen nachzuzeichnen, zu diskutieren und zu dokumentieren. Dabei fände ich es sinnvoll, dass man sich in diesem Thread auf inländische Sendungen konzentriert. In Zeiten eines florierenden Internethandels gibt es eigentlich genügend Material.

Interessant sind hier wohl in erster Linie die Aufschriftzettel (das sind die Aufkleber, die Absender, Empfänger und die Strichcodes enthalten), sonstige Label (zum Beispiel von Postfilialen und Paketzentren und deren Zustellbasen), Vorausverfügungen und sonstige Vermerke.

Ich möchte gleich mit einem Beispiel beginnen, das aus heutiger Zustellung stammt:



Dieses Paket, das oberflächlich als „normales“ Paket erscheint, wirft bei mir einige Fragen auf:

1.Die Versendungsform „ EUROPACK National“ hielt ich für eine Versendungsform, die es seit vielen Jahren nicht mehr gibt. Googelt man danach, findet man keine brauchbare Erläuterung dieses Begriffs, auch nicht auf den Seiten von DHL. Was unterscheidet „EUROPACK National“ von einem Paket? Gibt es diese Versendungsform heute noch? Oder hat der Versender hier eine alte Software verwendet? Oder gibt es noch alte Verträge, die diese Versendungsform heute noch ermöglicht?

2. Beide Strichcodes wurden im Eingangs-Paketzentrum 72 (Eutingen im Gäu) dupliziert. Welchen Zweck hat diese Duplizierung? Wann hat DHL die alte Bezeichnung „ Leitcode“ in „ Routingcode“ (abgekürzt „RC“) umgetauft?

Ich hoffe auf eine rege Beteiligung bei diesem Thema.

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
DL8AAM Am: 31.01.2020 03:11:30 Gelesen: 718# 2 @  
Das Thema hatte ich auch schon öfters mal versucht anzureissen, leider war die Resonanz immer recht gering. Vielleicht ja jetzt?

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Ich möchte hier deshalb gleich ein aktuelles Rücksendelabel für ein DHL PAKET Produktionsbasierte Abrechnung zeigen



Formular 910-640-030 ["Label DHL Paket, produktionsbasierte Abrechnung A4 zu 4 Stück"] [1]; gedruckt von "enve print services GmbH", 86356 Neusäß; mit vorgedruckter Empfängeradresse und Hinweis "Weiterverkauf dieses Labels nicht zugelassen! Nur für den Versand des eingedruckten Absenders oder Empfängers. Streichungen oder Überklebungen sind nicht zulässig.".

Am Rande "postgeschichtlich interessant", denn bei dem Empfänger handelt es sich um die Quotas GmbH, die von der DPAG beauftragt wurde, statistische Postlaufzeiten zu ermitteln. Bei dem Label handelt es sich um den "Freiumschlag" für die Rücksendung eines QuoTrax-Geräts [2], dass die freiwilligen Mitarbeiter an der Studie in ihren privaten Briefkästen angebracht werden, damit Einwürfe von Testsendungen (mit inliegenden "RFID-ähnlichen" Transpondern) erfasst und per GSM-Funktechnik direkt an Quotas übertragen werden.

(Editiertes) Zitat [3] "Mit der produktionsbasierten Abrechnung versenden Sie Ihre DHL Pakete deutschlandweit zum Pauschalpreis ohne die sonst erforderliche Überstellung von Einlieferungsinformationen. (...) Der Versand (geschieht) ohne Einlieferungsliste. Die Abrechnung der Sendungen erfolgt auf Grundlage (der) von DHL erfassten Sendungsdaten, (weshalb) die (Notwendigkeit einer) Stornierung nicht übergebener Sendungen (entfällt).". Im Prinzip ist das also das DHL-Paketäquivalent zum Produkt RESPONSEPLUS der Briefpostmutter.

Beste Grüße
Thomas

[1] https://cbc-logistics.com/wp-content/uploads/2018/09/dhl-preise-versandmaterial-102018.pdf
[2] https://www.quotas.de/wp-content/uploads/2015/07/quotrax_system.pdf
[3] https://www.dhl.de/content/dam/images/pdf/GK/dhl-produktionsbasierte-abrechnung-122016.pdf
 
Araneus Am: 31.01.2020 15:56:42 Gelesen: 670# 3 @  
@ DL8AAM [#2]

Hallo Thomas,

interessant sind sowohl der Beleg als auch die Hintergrundinformationen. Eine „ Produktionsbasierte Abrechnung“ gibt es aber nicht nur für Rücksendungen, sondern auch beim Warenversand, wie folgender Beleg zeigt:



Der erste Eintrag in der Sendungsverfolgung erfolgte im Briefzentrum, es fehlt also der Vermerk sonstiger Pakete, dass die Sendung elektronisch angekündigt wurde oder zum Beispiel in einer Filiale eingeliefert wurde. Das gehört zum Wesen der produktionsbasierten Abrechnung und entspricht dem Zitat in [#2]. (Das Paketzentrum Bochum wurde im November 2019 in Betrieb genommen [1].)

Insofern ist der Vergleich mit RESPONSEPLUS nur teilweise zutreffend, da diese Versendungsart ja nur Rücksendungen betreffen kann.
Auffällig ist, dass sowohl bei dem von dir gezeigten als auch bei dem von mir gezeigten Beleg die Paketnummer mit der Ziffernfolge 25 beginnt. Möglicherweise kennzeichnet dies Pakete mit produktionsbasierter Abrechnung.

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] https://www.dpdhl.com/de/presse/pressemitteilungen/2019/deutsche-post-dhl-group-nimmt-neues-mega-paketzentrum-in-bochum-in-betrieb.html
 
Henry Am: 31.01.2020 16:07:43 Gelesen: 665# 4 @  
@ Araneus [#1]

Ich steuere mal diesen Aufkleber bei: Im Gegensatz zu den bisher Gezeigten ist hier der Vordrucktext englisch gefasst, obwohl das Paket innerhalb Deutschlands erstellt und versandt wurde.



Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
Journalist Am: 31.01.2020 20:08:34 Gelesen: 637# 5 @  
@ Araneus [#1]

Hallo Franz-Josef,

eine Duplizierung erfolgt normalerweise dann, wenn einer der nötigen Codes nicht lesbar ist. Dann wird sollte die Sendung zu dem Sonderplatz ausgesteuert werden, der eine Duplizierung erlaubt. Vermutlich wird nicht überprüft, welcher der beiden nicht lesbar war, sondern die Codes werden einfach dupliziert und aufgeklebt.

Interessant ist natürlich die Frage, wann die Angabe "Leitcode" in "Routingcode" geändert wurde. Soweit für heute dazu eine erste Ergänzung.

Viele Grüße Jürgen
 
DL8AAM Am: 01.02.2020 04:13:45 Gelesen: 617# 6 @  
@ Journalist [#5]

Interessant ist natürlich die Frage, wann die Angabe "Leitcode" in "Routingcode" geändert wurde.

Ich glaube nicht, dass die offiziell umbenannt wurden. Vermutlich handelt es sich nur um das traditionelle "deutsche DHL-Wort" und dessen internationale Version. Verwendung je nach eingesetzter Software bzw. ausgewähltem "Modus". Eine durchgehende Linie kann ich nicht erkennen.

Hier zum Beispiel ein aktuelles Label von Mitte dieser Woche, hier wurden die Begriffe sogar "doppelsprachlich" verwendet: a) "Leitcode/Routingcode" und b) "Identcode/License Plate":



DHL-Paket (von der Form eigentlich ein normaler Maxibrief zu € 2,70) des Absenders Studiosus Reisen aus München, versendet durch den Versanddienstleister "ESD direct GmbH" (Gewerbestrasse 11, 85652 Pliening-Landsham ), der hier aber nicht unter seinem eigenen Namen auftritt. Als Basis für das Label dient in diesem Fall das DHL-Blankoformular 910-300-700 (aka "DHL Versandlabel, für Laser- und Tintenstrahldrucker, 149 x 211 mm, A5 Label, Bogen"); Druckerstellung über die "Common Label PLG @ DHL Business Portal" Softwarelösung.

Gruß
Thomas
 
Araneus Am: 03.02.2020 17:00:47 Gelesen: 535# 7 @  
@ DL8AAM [#6]
@ Henry [#4]

Was die vom Absender gefertigten Adressaufkleber betrifft, gehe ich auch davon aus, dass die jeweils verwendete Software Sprache und Begrifflichkeit bestimmt.

Anders sehe ich allerdings die Label aus den Paketzentren, die schon eine "durchgehende Linie" erkennen lassen, aber eben auch Veränderungen zeigen.



Der obige Beleg stammt aus dem Juni 2015 und enthält wie der von mir in Beitrag [#1] gezeigte Beleg zwei Duplizierungslabel. Das Leitcodelabel trägt hier (noch) nicht die Bezeichnung "RC-Label", das Identcodelabel trägt hier die Bezeichnung "Identifier" und (noch) nicht "ID-Label".

Ich denke, dass die Paketzentrum-Label noch ein spannendes Forschungsgebiet ergeben.

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
Araneus Am: 04.02.2020 16:07:48 Gelesen: 494# 8 @  
@ Araneus [#7]

Anders sehe ich allerdings die Label aus den Paketzentren, die schon eine "durchgehende Linie" erkennen lassen.

Mit der "durchgehenden Linie" war ich wohl etwas zu voreilig. Das folgende Duplizierungspärchen (wie der Beleg in Beitrag [#1] aus dem Januar 2020) zeigt eine weitere Kombination: " Identifier"-Label plus " RC-Label" auf einem Paket. Die Label stammen vom Paketzentrum 77 in Lahr.



Schöne Grüße
Franz-Josef
 
Araneus Am: 28.02.2020 17:53:14 Gelesen: 344# 9 @  
Sperrgut

„Sperrgut“ ist eine Service-Leistung von DHL „für alle Sendungen, die aufgrund ihrer Abmessungen oder Verpackungsbesonderheiten (...) eine besondere manuelle Bearbeitung abseits von der sonst üblichen maschinellen Verteiltechnik nötig machen.“ [1]



Abgebildet ist hier ein Aufschriftzettel eines Sperrgut-Pakets. Die „besondere manuelle Bearbeitung“ wird dokumentiert durch die beiden Etiketten neben dem Aufschriftzettel. Diese Label werden mit mobilen Scannern gedruckt und geben den DHL-Mitarbeitern an, in welche Container die Sendung jeweils gebracht werden muss. [2]



Das obere Label (linke Abbildung) stammt in diesem Fall vom Start-Paketzentrum 99 (Nohra) und weist den Weg zum Ziel-Paketzentrum 46 (Dorsten). Das untere Label (rechte Abbildung) wurde im Ziel-Paketzentrum erstellt und gibt die Zustellbasis (hier: Oberhausen) an, wo das Paket dann in das Zustellfahrzeug geladen wurde.

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] Infoblatt: „SPERRGUT: Lösungen auch für nicht-maschinenfähige Sendungen“
https://www.dhl.de/content/dam/images/pdf/GK/Services/dhl-sperrgut-infoblatt-012020.pdf

[2] Erklärungen zum DHL-Paketaufkleber
https://www.paketda.de/dhl/dhl-paketlabel.php
 
Araneus Am: 16.03.2020 19:35:25 Gelesen: 229# 10 @  
Demnächst keine Abendlieferung mehr durch DHL

DHL bietet in vielen Städten die Möglichkeit an, dass Pakete abends zugestellt werden. Manche Online-Versände (z.B. Online-Apotheken) bieten diesen Service ausdrücklich an.

Auch in der DHL-Online-Frankierung wird der Service „Wunschzeit abends“ angeboten, wie der folgende Screenshot zeigt (Quelle: [1]:



Zum 01.05.2020 wird dieser Service nach Angaben der Internetseite Paketda.de [2] eingestellt.

Meine Frage: Kann man an dem Adressaufkleber (Aufschriftzettel) erkennen, dass ein solcher Service gewählt wurde? Erscheint hier ein Hinweis darauf?
Wenn ja: Kann jemand ein Bild davon hier einstellen?

[1] https://www.dhl.de/de/privatkunden/information/service-wunschzeit.html
[2] https://www.paketda.de/news-kurznachrichten-20190728.html
 
DL8AAM Am: 16.03.2020 21:10:39 Gelesen: 217# 11 @  
Hier ein Filial-Frankaturlabel für ein "Privatpaket", dass ich aus der Altpapiertonne retten konnte und dass ich zumindest so noch nicht vorher gesehen habe:



Paket National bis 10 kg - "Entgelt bezahlt" mit Datum (05.02.20), bei der Angabe FI04015641 könnte es sich um eine (Filial-) Gerätenummer handeln?



Beste Grüße
Thomas
 
Journalist Am: 26.03.2020 09:24:17 Gelesen: 166# 12 @  
Hallo an alle,

ich möchte hier heute ein Päckchenlabel zeigen, das aus einer Packstation kommt - eine nicht alltägliche Frankierungsvariante, wie ich meine:



Wer kann andere Freimachungslabel, die an einer Packstation ausgedruckt wurden, zeigen ?

Viele Grüße Jürgen
 
Araneus Am: 26.03.2020 19:06:04 Gelesen: 132# 13 @  
An einer Packstation ausgedrucktes DHL Retourenlabel

Bei vielen Online-Händlern liegt der Retourenaufkleber nicht der Lieferung bei. Bei einer eventuellen Retoure muss dann online ein Retourenlabel angefordert werden. Dieses kann man ausdrucken und auf die Retoure aufkleben.

Neben dem Retourenlabel findet sich oft auch zusätzlich ein QR Code. Dazu heißt es dann: „ Zeigen Sie den QR Code auf Ihrem Smartphone in einer Filiale, einem Paketshop, bei Ihrer Zustellkraft oder an einer DHL Packstation vor. DHL druckt das Label für Sie aus.“

Man kann den QR Code auch ausdrucken und den Ausdruck statt des Smartphones dann vorzeigen.

Das folgende Bild zeigt einen Retourenaufkleber, das mithilfe eines ausgedruckten QR Codes an einer Packstation erzeugt wurde. Der QR Code wird an der Packstation mit dem eingebauten Scanner eingelesen, der auch die Kundenkarte und die Codes auf dem Aufschriftzettel liest.



Schöne Grüße
Franz-Josef
 
epem7081 Am: 07.04.2020 16:48:55 Gelesen: 41# 14 @  
Hallo zusammen,

für mich als Laien tauchen die Paketaufkleber in den letzten Jahren, hier z.B. von DHL, in einer verwirrenden Variantenvielfalt auf. Da wird einem doch ganz schwarz vor Augen. Allein heute ein Eingang mit zwei extrem unterschiedlich auftretenden Informationen.



Der linke Aufkleber mit den Maßen 146 mm x 208 mm trägt kein Datum aber die Sendungsnummer einmal im großen unteren Strichcode und viermal in den Seitenstreifen!

Der rechte Aufkleber oberhalb des Adressaufkleber hat die (Rahmen-)Maße 116 mm x 45 mm und weist neben der Sendungsnummer im Klartext und im Strichcode auch noch das gestrige (Versand-)Datum aus.

Welches System mag da dahinter stecken?

Da bin ich gespannt, was über Ostern noch so eingeht. In meinem Fundus schlummert schon einiges zum Vorzeigen.

Mit freundlichen Ostergrüßen
Edwin
 
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