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Thema: Moderne Postgeschichte: Paketaufkleber auf DHL-Inlandspaketen
Araneus Am: 29.01.2020 20:23:48 Gelesen: 2197# 1 @  
Während im Bereich der Briefpostautomation Neuigkeiten und Veränderungen in philatelistischen Kreisen, zum Beispiel auch in diesem Forum, ausführlich beschrieben und dokumentiert werden, wird die Entwicklung im Paketbereich philatelistisch eher vernachlässigt. Dabei hat es seit der Privatisierung der Post auch hier enorme Veränderungen gegeben, die man häufig erst erkennt, wenn man ältere Paketaufkleber mit heutigen vergleicht.

Die Paketnummern zu Zeiten der Deutschen Bundespost und die Adressangaben wurden durch Strichcodes ersetzt und dadurch in den Paketzentren (die früher Frachtzentren hießen) maschinenlesbar. Sendungsarten, bestimmte Services oder Vorausverfügungen kamen im Lauf der Zeit neu hinzu oder wurden umbenannt oder verschwanden wieder.

Ich denke und wünsche mir, dass ein Forum wie die Philaseiten hier Möglichkeiten bietet, Entwicklungen nachzuzeichnen, zu diskutieren und zu dokumentieren. Dabei fände ich es sinnvoll, dass man sich in diesem Thread auf inländische Sendungen konzentriert. In Zeiten eines florierenden Internethandels gibt es eigentlich genügend Material.

Interessant sind hier wohl in erster Linie die Aufschriftzettel (das sind die Aufkleber, die Absender, Empfänger und die Strichcodes enthalten), sonstige Label (zum Beispiel von Postfilialen und Paketzentren und deren Zustellbasen), Vorausverfügungen und sonstige Vermerke.

Ich möchte gleich mit einem Beispiel beginnen, das aus heutiger Zustellung stammt:



Dieses Paket, das oberflächlich als „normales“ Paket erscheint, wirft bei mir einige Fragen auf:

1.Die Versendungsform „ EUROPACK National“ hielt ich für eine Versendungsform, die es seit vielen Jahren nicht mehr gibt. Googelt man danach, findet man keine brauchbare Erläuterung dieses Begriffs, auch nicht auf den Seiten von DHL. Was unterscheidet „EUROPACK National“ von einem Paket? Gibt es diese Versendungsform heute noch? Oder hat der Versender hier eine alte Software verwendet? Oder gibt es noch alte Verträge, die diese Versendungsform heute noch ermöglicht?

2. Beide Strichcodes wurden im Eingangs-Paketzentrum 72 (Eutingen im Gäu) dupliziert. Welchen Zweck hat diese Duplizierung? Wann hat DHL die alte Bezeichnung „ Leitcode“ in „ Routingcode“ (abgekürzt „RC“) umgetauft?

Ich hoffe auf eine rege Beteiligung bei diesem Thema.

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
DL8AAM Am: 31.01.2020 03:11:30 Gelesen: 2128# 2 @  
Das Thema hatte ich auch schon öfters mal versucht anzureissen, leider war die Resonanz immer recht gering. Vielleicht ja jetzt?

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Ich möchte hier deshalb gleich ein aktuelles Rücksendelabel für ein DHL PAKET Produktionsbasierte Abrechnung zeigen



Formular 910-640-030 ["Label DHL Paket, produktionsbasierte Abrechnung A4 zu 4 Stück"] [1]; gedruckt von "enve print services GmbH", 86356 Neusäß; mit vorgedruckter Empfängeradresse und Hinweis "Weiterverkauf dieses Labels nicht zugelassen! Nur für den Versand des eingedruckten Absenders oder Empfängers. Streichungen oder Überklebungen sind nicht zulässig.".

Am Rande "postgeschichtlich interessant", denn bei dem Empfänger handelt es sich um die Quotas GmbH, die von der DPAG beauftragt wurde, statistische Postlaufzeiten zu ermitteln. Bei dem Label handelt es sich um den "Freiumschlag" für die Rücksendung eines QuoTrax-Geräts [2], dass die freiwilligen Mitarbeiter an der Studie in ihren privaten Briefkästen angebracht werden, damit Einwürfe von Testsendungen (mit inliegenden "RFID-ähnlichen" Transpondern) erfasst und per GSM-Funktechnik direkt an Quotas übertragen werden.

(Editiertes) Zitat [3] "Mit der produktionsbasierten Abrechnung versenden Sie Ihre DHL Pakete deutschlandweit zum Pauschalpreis ohne die sonst erforderliche Überstellung von Einlieferungsinformationen. (...) Der Versand (geschieht) ohne Einlieferungsliste. Die Abrechnung der Sendungen erfolgt auf Grundlage (der) von DHL erfassten Sendungsdaten, (weshalb) die (Notwendigkeit einer) Stornierung nicht übergebener Sendungen (entfällt).". Im Prinzip ist das also das DHL-Paketäquivalent zum Produkt RESPONSEPLUS der Briefpostmutter.

Beste Grüße
Thomas

[1] https://cbc-logistics.com/wp-content/uploads/2018/09/dhl-preise-versandmaterial-102018.pdf
[2] https://www.quotas.de/wp-content/uploads/2015/07/quotrax_system.pdf
[3] https://www.dhl.de/content/dam/images/pdf/GK/dhl-produktionsbasierte-abrechnung-122016.pdf
 
Araneus Am: 31.01.2020 15:56:42 Gelesen: 2080# 3 @  
@ DL8AAM [#2]

Hallo Thomas,

interessant sind sowohl der Beleg als auch die Hintergrundinformationen. Eine „ Produktionsbasierte Abrechnung“ gibt es aber nicht nur für Rücksendungen, sondern auch beim Warenversand, wie folgender Beleg zeigt:



Der erste Eintrag in der Sendungsverfolgung erfolgte im Briefzentrum, es fehlt also der Vermerk sonstiger Pakete, dass die Sendung elektronisch angekündigt wurde oder zum Beispiel in einer Filiale eingeliefert wurde. Das gehört zum Wesen der produktionsbasierten Abrechnung und entspricht dem Zitat in [#2]. (Das Paketzentrum Bochum wurde im November 2019 in Betrieb genommen [1].)

Insofern ist der Vergleich mit RESPONSEPLUS nur teilweise zutreffend, da diese Versendungsart ja nur Rücksendungen betreffen kann.
Auffällig ist, dass sowohl bei dem von dir gezeigten als auch bei dem von mir gezeigten Beleg die Paketnummer mit der Ziffernfolge 25 beginnt. Möglicherweise kennzeichnet dies Pakete mit produktionsbasierter Abrechnung.

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] https://www.dpdhl.com/de/presse/pressemitteilungen/2019/deutsche-post-dhl-group-nimmt-neues-mega-paketzentrum-in-bochum-in-betrieb.html
 
Henry Am: 31.01.2020 16:07:43 Gelesen: 2075# 4 @  
@ Araneus [#1]

Ich steuere mal diesen Aufkleber bei: Im Gegensatz zu den bisher Gezeigten ist hier der Vordrucktext englisch gefasst, obwohl das Paket innerhalb Deutschlands erstellt und versandt wurde.



Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
Journalist Am: 31.01.2020 20:08:34 Gelesen: 2047# 5 @  
@ Araneus [#1]

Hallo Franz-Josef,

eine Duplizierung erfolgt normalerweise dann, wenn einer der nötigen Codes nicht lesbar ist. Dann wird sollte die Sendung zu dem Sonderplatz ausgesteuert werden, der eine Duplizierung erlaubt. Vermutlich wird nicht überprüft, welcher der beiden nicht lesbar war, sondern die Codes werden einfach dupliziert und aufgeklebt.

Interessant ist natürlich die Frage, wann die Angabe "Leitcode" in "Routingcode" geändert wurde. Soweit für heute dazu eine erste Ergänzung.

Viele Grüße Jürgen
 
DL8AAM Am: 01.02.2020 04:13:45 Gelesen: 2027# 6 @  
@ Journalist [#5]

Interessant ist natürlich die Frage, wann die Angabe "Leitcode" in "Routingcode" geändert wurde.

Ich glaube nicht, dass die offiziell umbenannt wurden. Vermutlich handelt es sich nur um das traditionelle "deutsche DHL-Wort" und dessen internationale Version. Verwendung je nach eingesetzter Software bzw. ausgewähltem "Modus". Eine durchgehende Linie kann ich nicht erkennen.

Hier zum Beispiel ein aktuelles Label von Mitte dieser Woche, hier wurden die Begriffe sogar "doppelsprachlich" verwendet: a) "Leitcode/Routingcode" und b) "Identcode/License Plate":



DHL-Paket (von der Form eigentlich ein normaler Maxibrief zu € 2,70) des Absenders Studiosus Reisen aus München, versendet durch den Versanddienstleister "ESD direct GmbH" (Gewerbestrasse 11, 85652 Pliening-Landsham ), der hier aber nicht unter seinem eigenen Namen auftritt. Als Basis für das Label dient in diesem Fall das DHL-Blankoformular 910-300-700 (aka "DHL Versandlabel, für Laser- und Tintenstrahldrucker, 149 x 211 mm, A5 Label, Bogen"); Druckerstellung über die "Common Label PLG @ DHL Business Portal" Softwarelösung.

Gruß
Thomas
 
Araneus Am: 03.02.2020 17:00:47 Gelesen: 1945# 7 @  
@ DL8AAM [#6]
@ Henry [#4]

Was die vom Absender gefertigten Adressaufkleber betrifft, gehe ich auch davon aus, dass die jeweils verwendete Software Sprache und Begrifflichkeit bestimmt.

Anders sehe ich allerdings die Label aus den Paketzentren, die schon eine "durchgehende Linie" erkennen lassen, aber eben auch Veränderungen zeigen.



Der obige Beleg stammt aus dem Juni 2015 und enthält wie der von mir in Beitrag [#1] gezeigte Beleg zwei Duplizierungslabel. Das Leitcodelabel trägt hier (noch) nicht die Bezeichnung "RC-Label", das Identcodelabel trägt hier die Bezeichnung "Identifier" und (noch) nicht "ID-Label".

Ich denke, dass die Paketzentrum-Label noch ein spannendes Forschungsgebiet ergeben.

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
Araneus Am: 04.02.2020 16:07:48 Gelesen: 1904# 8 @  
@ Araneus [#7]

Anders sehe ich allerdings die Label aus den Paketzentren, die schon eine "durchgehende Linie" erkennen lassen.

Mit der "durchgehenden Linie" war ich wohl etwas zu voreilig. Das folgende Duplizierungspärchen (wie der Beleg in Beitrag [#1] aus dem Januar 2020) zeigt eine weitere Kombination: " Identifier"-Label plus " RC-Label" auf einem Paket. Die Label stammen vom Paketzentrum 77 in Lahr.



Schöne Grüße
Franz-Josef
 
Araneus Am: 28.02.2020 17:53:14 Gelesen: 1754# 9 @  
Sperrgut

„Sperrgut“ ist eine Service-Leistung von DHL „für alle Sendungen, die aufgrund ihrer Abmessungen oder Verpackungsbesonderheiten (...) eine besondere manuelle Bearbeitung abseits von der sonst üblichen maschinellen Verteiltechnik nötig machen.“ [1]



Abgebildet ist hier ein Aufschriftzettel eines Sperrgut-Pakets. Die „besondere manuelle Bearbeitung“ wird dokumentiert durch die beiden Etiketten neben dem Aufschriftzettel. Diese Label werden mit mobilen Scannern gedruckt und geben den DHL-Mitarbeitern an, in welche Container die Sendung jeweils gebracht werden muss. [2]



Das obere Label (linke Abbildung) stammt in diesem Fall vom Start-Paketzentrum 99 (Nohra) und weist den Weg zum Ziel-Paketzentrum 46 (Dorsten). Das untere Label (rechte Abbildung) wurde im Ziel-Paketzentrum erstellt und gibt die Zustellbasis (hier: Oberhausen) an, wo das Paket dann in das Zustellfahrzeug geladen wurde.

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] Infoblatt: „SPERRGUT: Lösungen auch für nicht-maschinenfähige Sendungen“
https://www.dhl.de/content/dam/images/pdf/GK/Services/dhl-sperrgut-infoblatt-012020.pdf

[2] Erklärungen zum DHL-Paketaufkleber
https://www.paketda.de/dhl/dhl-paketlabel.php
 
Araneus Am: 16.03.2020 19:35:25 Gelesen: 1639# 10 @  
Demnächst keine Abendlieferung mehr durch DHL

DHL bietet in vielen Städten die Möglichkeit an, dass Pakete abends zugestellt werden. Manche Online-Versände (z.B. Online-Apotheken) bieten diesen Service ausdrücklich an.

Auch in der DHL-Online-Frankierung wird der Service „Wunschzeit abends“ angeboten, wie der folgende Screenshot zeigt (Quelle: [1]:



Zum 01.05.2020 wird dieser Service nach Angaben der Internetseite Paketda.de [2] eingestellt.

Meine Frage: Kann man an dem Adressaufkleber (Aufschriftzettel) erkennen, dass ein solcher Service gewählt wurde? Erscheint hier ein Hinweis darauf?
Wenn ja: Kann jemand ein Bild davon hier einstellen?

[1] https://www.dhl.de/de/privatkunden/information/service-wunschzeit.html
[2] https://www.paketda.de/news-kurznachrichten-20190728.html
 
DL8AAM Am: 16.03.2020 21:10:39 Gelesen: 1627# 11 @  
Hier ein Filial-Frankaturlabel für ein "Privatpaket", dass ich aus der Altpapiertonne retten konnte und dass ich zumindest so noch nicht vorher gesehen habe:



Paket National bis 10 kg - "Entgelt bezahlt" mit Datum (05.02.20), bei der Angabe FI04015641 könnte es sich um eine (Filial-) Gerätenummer handeln?



Beste Grüße
Thomas
 
Journalist Am: 26.03.2020 09:24:17 Gelesen: 1576# 12 @  
Hallo an alle,

ich möchte hier heute ein Päckchenlabel zeigen, das aus einer Packstation kommt - eine nicht alltägliche Frankierungsvariante, wie ich meine:



Wer kann andere Freimachungslabel, die an einer Packstation ausgedruckt wurden, zeigen ?

Viele Grüße Jürgen
 
Araneus Am: 26.03.2020 19:06:04 Gelesen: 1542# 13 @  
An einer Packstation ausgedrucktes DHL Retourenlabel

Bei vielen Online-Händlern liegt der Retourenaufkleber nicht der Lieferung bei. Bei einer eventuellen Retoure muss dann online ein Retourenlabel angefordert werden. Dieses kann man ausdrucken und auf die Retoure aufkleben.

Neben dem Retourenlabel findet sich oft auch zusätzlich ein QR Code. Dazu heißt es dann: „ Zeigen Sie den QR Code auf Ihrem Smartphone in einer Filiale, einem Paketshop, bei Ihrer Zustellkraft oder an einer DHL Packstation vor. DHL druckt das Label für Sie aus.“

Man kann den QR Code auch ausdrucken und den Ausdruck statt des Smartphones dann vorzeigen.

Das folgende Bild zeigt einen Retourenaufkleber, das mithilfe eines ausgedruckten QR Codes an einer Packstation erzeugt wurde. Der QR Code wird an der Packstation mit dem eingebauten Scanner eingelesen, der auch die Kundenkarte und die Codes auf dem Aufschriftzettel liest.



Schöne Grüße
Franz-Josef
 
epem7081 Am: 07.04.2020 16:48:55 Gelesen: 1451# 14 @  
Hallo zusammen,

für mich als Laien tauchen die Paketaufkleber in den letzten Jahren, hier z.B. von DHL, in einer verwirrenden Variantenvielfalt auf. Da wird einem doch ganz schwarz vor Augen. Allein heute ein Eingang mit zwei extrem unterschiedlich auftretenden Informationen.



Der linke Aufkleber mit den Maßen 146 mm x 208 mm trägt kein Datum aber die Sendungsnummer einmal im großen unteren Strichcode und viermal in den Seitenstreifen!

Der rechte Aufkleber oberhalb des Adressaufkleber hat die (Rahmen-)Maße 116 mm x 45 mm und weist neben der Sendungsnummer im Klartext und im Strichcode auch noch das gestrige (Versand-)Datum aus.

Welches System mag da dahinter stecken?

Da bin ich gespannt, was über Ostern noch so eingeht. In meinem Fundus schlummert schon einiges zum Vorzeigen.

Mit freundlichen Ostergrüßen
Edwin
 
Araneus Am: 09.04.2020 16:15:15 Gelesen: 1364# 15 @  
@ epem7081 [#14]

für mich als Laien tauchen die Paketaufkleber in den letzten Jahren, hier z.B. von DHL, in einer verwirrenden Variantenvielfalt auf. Da wird einem doch ganz schwarz vor Augen.

Hallo Edwin,

dein Satz spiegelt wohl das Gefühl vieler (wahrscheinlich aller) Sammler moderner Postgeschichte wider. Deshalb wurde dieser Thread hier eröffnet, denn etwas Licht in das Dunkel kann vielleicht durch das Zeigen vieler Belege und die Diskussion möglichst vieler Forumsmitglieder gebracht werden.

Bei dem links gezeigten Beleg fallen zwei Dinge auf: die vier Barcodes an den Seiten und das Format des Aufklebers. Ich vermute, dass beides zusammenhängt. Der Versender arbeitet beim Versand mit dem DHL Geschäftskundenportal zusammen, wie aus der 2. Zeile hervorgeht ("Common Label PLG"). Dabei verwendete er hier anscheinend nicht die Label, die über das DHL Geschäftskundenportal bereitgestellt werden (erkennbar an der aufgedruckten Materialnummer, z.B. 910-300-700). Diese haben in der Regel eine Breite von 103 oder 105 mm [1]. Die vier Barcodes an den Seiten werden normalerweise nicht auf das Versandetikett, sondern daneben gedruckt und können vom Versender für Zwecke der internen Dokumentation verwendet werden. Da das von dir vorgestellte Etikett aber deutliche Überbreite hat, wurden diese Barcodes mit auf das Versandetikett gedruckt.

Die vier zusätzlichen Barcodes findet man manchmal auch auf den „offiziellen“ DHL-Versandetiketten. Ursache ist dann aber eine falsche Größeneinstellung bzw. Skalierung beim Labeldruck (vgl.[2]).

Die folgende Abbildung zeigt ein solches Beispiel:



Hier sind Aufschriften und Codes deutlich kleiner als gewöhnlich gedruckt. Die Vorgabe „Das Versandlabel sollte die komplette Fläche der Vorlage ausfüllen“ [3] ist hier nicht erfüllt. Wird dadurch die Maschinenlesbarkeit beeinträchtigt, erhebt DHL ein zusätzliches „Leitcodierentgelt“ (vgl. [3]).

Einen Päckchenaufkleber wie in deinem rechten Beispiel habe ich noch nie gesehen. Der Druck scheint hier auf einer (selbstklebenden?) Rolle ausgeführt worden zu sein, wie man sie von den Druckern der im Bereich der DHL (z.B. bei den Zustellern und in den Paketshops) verwendeten Handscanner kennt. Aber das ist lediglich eine Vermutung. Auffällig ist, dass es keinen Hinweis auf bezahltes Entgelt gibt.

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] https://cbc-logistics.com/wp-content/uploads/2018/09/dhl-preise-versandmaterial-102018.pdf
[2] https://forum.jtl-software.de/threads/nicht-erkennen-von-fehlerhaften-leitcodes.124523/
[3] https://cbc-logistics.com/wp-content/uploads/2020/01/dhl-gkp-infoblatt-leitcodierung-versandlabel-richtig-erstellen-112919.pdf
 
epem7081 Am: 09.04.2020 17:31:53 Gelesen: 1353# 16 @  
@ Araneus [#15]

Hallo Franz-Josef,

vielen Dank für Deine aufschlußreichen Informationen und die weiterführenden Anhänge. Ich möchte gleich zwei weitere Labels präsentieren, die mit ihren Absenderhinweisen (Firmenlogos) einen schon fast an die früheren werbenden Absenderfreistempel erinnern mögen.



Der Aufkleber von Peter Hahn hat die Abmessungen 120 mm x 151 mm (bzw. 102,5 mm x 147 mm beim eingerahmten Linienfeld) Hier findet sich auch an der rechten Seite das Packdatum: 25.01.2019.

Der Aufkleber vom Antikpalast Augsburg hat die Abmessungen 105 mm x207 mm und läßt zumindest im Klartext kein Datum erkennen. In diesem Fall habe ich mir das Eingangsdatum 04.04.2020 vermerkt.

Hoffentlich übernimmt sich der Osterhase nicht mit den vielen Paketen, die zu Ostern vor die Tür gelegt werden.

Gesunde, besinnliche und hobbyreiche Tage wünscht
Edwin
 
Araneus Am: 01.05.2020 23:11:25 Gelesen: 1112# 17 @  
Zusatzservice „Filial-Routing“

Zum 1. Februar 2019 hat DHL für Geschäftskunden das sogenannte „Filial-Routing“ eingeführt. In einer Pressemitteilung vom 05.03.2019 wurde dieser Service erläutert:

Und so funktioniert der neue Service: Ist der Empfänger nicht zu ermitteln oder wird die Annahme verweigert, wird die Sendung per „Filial-Routing“ sieben Werktage in der nächsten Filiale zur Abholung bereitgehalten. DHL versendet dann per E-Mail eine Abholbenachrichtigung mit Angabe der Filiale, deren Öffnungszeiten und der Lagerdauer an den Empfänger. Je nach Händler-Präferenz erfolgt der Versand dieser E-Mail entweder direkt an den Empfänger oder zunächst an den Händler, der sich dann seinerseits an den Empfänger wendet. Bei dieser Variante erhält der Versender alle relevanten Informationen und hat eine zusätzliche Gelegenheit zur Interaktion mit seinem Kunden.“ [1]

Auf diese Weise kann vermieden werden, dass zum Beispiel bei Adressfehlern Kosten für die Rücksendung und nach Adresskorrektur für einen erneuten Versand entstehen. Für diesen Service berechnet DHL 1,99 € (zzgl. MwSt), allerdings nur, wenn die Sendung aufgrund einer Unzustellbarkeit tatsächlich in die Filiale gebracht wird.

Der Text „Filial-Routing“ erscheint auf dem Adressaufkleber in dem für Vorausverfügungen üblichen Sechseck.



Seit dem 3.11.2019 gilt das Filial-Routing nicht mehr, wenn der Empfänger die Annahme des Paketes verweigert [2]. Das Filial-Routing gilt nur noch für unzustellbare Sendungen, bei denen der Empfänger unter der angegebenen Adresse nicht zu ermitteln ist [3].

[1] https://www.dpdhl.com/content/dam/dpdhl/de/media-relations/press-releases/2019/pm-filial-routing-20190205.pdf
[2] https://www.paketda.de/news-dhl-filial-routing.html
[3] https://www.dhl.de/content/dam/images/pdf/GK/Services/dhl-filial-routing-infoblatt-052020.pdf
 
Araneus Am: 02.05.2020 18:01:49 Gelesen: 1053# 18 @  
Vorausverfügung UZN

Der im Beitrag [#17] vorgestellt Zusatzservice "Filial-Routing" hat den DHL-Service " Vorausverfügung Unzustellbarkeitsnachricht" (kurz: VorV UZN) abgelöst, der seit dem Frühjahr 2019 nicht mehr angeboten wird [1].

Das folgende Bild zeigt einen Paket-Aufschriftzettel mit einer solche Vorausverfügung:



Auch dieser Service war nur für Geschäftskunden buchbar. War ein solches Paket nicht zustellbar, zum Beispiel wegen Fehlern oder Mängeln in der Adresse. wurde der Absender darüber informiert. Dieser konnte dann die Adressdaten überprüfen und eine erneute Zustellung, gegebenenfalls an eine andere Anschrift, veranlassen.

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] https://www.paketda.de/dhl/vorausverfuegung.php#uzn
 
Araneus Am: 31.05.2020 12:42:59 Gelesen: 770# 19 @  
Seit der Privatisierung der Post in Deutschland vor 25 Jahren hat es vielen Bereichen diverse Umbenennungen bei den postalischen Betrieben und Produkten gegeben. Manchmal finden sich Relikte davon heute noch auf Poststücken.

Der folgende Paketaufkleber ist ein Beispiel dafür. Die verwendete Software des Versenders hat sich anscheinend seit Jahren bewährt und benutzt immer noch die alten Bezeichnungen „ Deutsche Post AG Frachtpost“ und „ Frachtpostzentrum“. Die aktuelle Bezeichnung „DHL Paket“ taucht hier gar nicht auf.



Schöne Grüße
Franz-Josef
 
Araneus Am: 09.06.2020 15:41:48 Gelesen: 682# 20 @  
Retourenaufkleber des Online-Versandhändlers Zalando



Dieser Retourenaufkleber ist mir aus zwei Gründen aufgefallen:

1. Dieser Aufkleber ist nicht nur für den Versand über DHL vorgesehen, sondern kann auch wahlweise bei der Konkurrenz Hermes und DPD verwendet werden. Ident- und Leitcode sind anscheinend so gestaltet, dass sie in allen drei Systemen gelesen und verarbeitet werden können.

2. Es ist keine (Haus-)Adresse angegeben, sondern eine Großempfänger-Postleitzahl, wie man sie landläufig nur im Bereich der Briefpost kennt. Diese Großempfänger-PLZ 17240 Neustrelitz wurde im Jahr 2017 eingerichtet [1]. Die Sammelstelle für diese Retouren ist das Paketzentrum 17 in 17235 Neustrelitz [2]. Vermutlich gehen von dort aus sie Sendungen zu dem Zalando-Logistikzentrum in das polnische Gryfino südlich von Szczecin (Stettin), das 2017 in Betrieb genommen wurde [3]. Vorteil dieser Vorgehensweise dürfte sein, dass Retouren aus Deutschland als Inlands-Retouren behandelt werden können.

Schöne Grüße
Franz-Josef


[1] Mitteilungsblatt der Deutsche Post:
https://www.deutschepost.de/content/dam/dpag/images/D_d/DDP/Downloads/Datafactory/postleitdaten/september2017/mtb_ge_zugaenge.pdf

[2] DHL Paketzentrum Neustrelitz
https://www.paketda.de/dhl-frachtzentrum-neustrelitz.html

[3] Zalando schafft 1000 Arbeitsplätze direkt hinter der Grenze
https://www.nordkurier.de/pasewalk/zalando-schafft-1000-arbeitsplaetze-direkt-hinter-der-grenze-2024618808.html
 
Araneus Am: 14.06.2020 18:37:26 Gelesen: 636# 21 @  
@ Araneus [#20]

Retourenaufkleber des Online-Versandhändlers Bestseller

Auch der Modekonzern Bestseller, der im deutschen Online-Handel zum Beispiel mit den Marken Vero Moda und ONLY vertreten ist, fügt seinen Lieferungen Retourenaufkleber bei, die nicht nur für den DHL-Versand geeignet sind. Auch für den Versand über Hermes können diese verwendet werden.



Wie bei dem Retourenaufkleber von Zalando ist auch hier eine Rücksendeadresse in Neustrelitz angegeben. Allerdings sucht man die Adresse „Bürgerseeweg 920“ bei Google Maps vergeblich. Am Bürgerseeweg 27 befindet sich aber das DHL-Paketzentrum 17.

Ähnlich wie Zalando hat auch Bestseller in den letzten Jahren ein Logistikzentrum in Polen in Goleniów in der Nähe der Stadt Szczecin (Stettin) gebaut [1]. Wahrscheinlich ist die Adresse „Bürgerseeweg 920“ eine Art „Postfach“ beim Paketzentrum, wo die Sendungen gesammelt und anschließend über die Grenze transportiert werden. In der DHL-Sendungsverfolgung liest man dann: „ Die Sendung wurde direkt ab Paketzentrum dem Geschäftskunden zugestellt.

Schöne Grüße
Franz-Josef

[1] https://fashionunited.de/nachrichten/business/bestseller-group-baut-distributionszentrum-in-polen/2017091222885
 
Stempelfreund Am: 17.07.2020 14:36:27 Gelesen: 438# 22 @  
Hallo in die Runde,

Anfang der Woche erhielt ich ein Päckchen durch DHL zugestellt, mit einem Aufkleber: HASCI-Ersatzidentifizierer (HASCI deutet m.E. auf einen Handscanner hin). Warum ein Ersatzidentifizierer erforderlich war, kann ich allerdings nicht beantworten.



Beste Grüße und ein schönes Wochenende
Stempelfreund
 
Journalist Am: 06.08.2020 11:02:56 Gelesen: 137# 23 @  
Hallo an alle,

vor kurzen habe ich mal die DHL App beim Kauf eines Päckchens getestet. Den zugeschickten QR-Code habe ich an einer Packstation eingelöst und folgendes Label erhalten:



Es hat sich hier wie man der ersten Zeile entnehmen kann um eine Päckchen S gehandelt.

Übrigens wurde vor kurzem die bisherige selbstständige DHL-App und die separate Postapp automatisch in eine einzige App umgewandelt. Scheinbar der erste Schritt bezüglich der Änderungen, die auch mit der angekündigten Digitalisierungsoffensive der Post zusammen hängen.

Soweit für heute viele Grüße Jürgen
 
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