In diesem Thema sollen zukünftig nur noch die Ganzsachenarten
Streifbänder (S)
Einschreibe-Faltbriefe (EF)
Einschreibe-Umschläge (EU)
Kassettenumschläge (KU)
Luftpostfaltbriefe (LF)
gezeigt und beschrieben werden. Andere Ganzsachenarten werden anderen Überschriften zugeordnet. Richard Ebert und Michael Mallien (als Afrika-Spezialist) wurden zwischenzeitlich entsprechend informiert. Ziel dieser Unterteilung soll sein, dass sich andere Ganzsachensammler, die sich mit Ägypten beschäftigen, leichter passende Abbildungen finden, wenn sie entsprechendes Ganzsachenmaterial suchen. Die Zusammenfassung dieser fünf Ganzsachenarten ist vertretbar, da sich lediglich Streifbänder und Luftpostfaltbriefe (Aerogramme) häufiger in Sammlerhänden befinden dürften. Die restlichen drei Ganzsachenarten sind - insbesondere gebraucht - selten anzutreffen. Es gibt verschiedene Welt-Ganzsachen-Kataloge, aber das modernste Werk in deutscher Sprache ist der im Jahr 2007 beim Berliner Ganzsachensammlerverein erschienene Spezialkatalog, der alle bis dahin bekanntgewordenen Ganzsachen jeder Art aus ganz Afrika auflistet, beschreibt und bewertet. Das Kürzel für diesen Katalog lautet auf NGK = Neuer Ganzsachen-Katalog. Der Katalog ist meines Wissens inzwischen vergriffen, aber gebraucht ist er vielleicht noch zu finden.

Ich selber besitze eine größere Sammlung ägyptischer Ganzsachen und kann deshalb eine ganze Reihe verschiedener Postkartenausgaben sowie damit zusammenhängend unterschiedliche Aufgabeorte oder Destinationen in Wort und Bild vorstellen.
Die jüngeren unter euch werden sich kaum vorstellen können, dass es vor einigen Jahrzehnten eine Zeit gab, in der Musikkassetten das modernste Mittel waren, um Musik und Sprache aufzunehmen, zu konservieren und später wieder abzuspielen. Solche Musikkassetten, kleine Magnetbänder allesamt, sind leider oft nicht lange haltbar, sind sie doch insbesondere bei Wärme, Nässe oder direkter Sonneneinstrahlung recht empfindlich und nehmen solchen Schaden, dass man sie nur noch entsorgen kann, dennoch habe ich bei mir noch reichlich solcher Kassetten, alle einwandfrei abspielbar, und dazu natürlich auch noch das passende Abspielgerät.
In Ägypten hat man dieser Form der Tondokumentation offenbar einen besonderen Wert beigemessen, denn in der Zeit vom 1.12.1989 bis ins Jahr 2002 hinein wurden insgesamt 24 verschiedene Kassettenumschläge in Form von Ganzsachen zur postalischen Beförderung solcher Kassetten hergestellt und öffentlich verkauft. Da diese Umschläge im Laufe der Zeit in immer neuen Größen und auch mit veränderten Umschlagklappen gedruckt worden sind, empfiehlt es sich bei ungebrauchten Exemplaren, deren Rückseiten stets auch mit hochstehender Umschlagklappe abzubilden.
Zum Start zeige ich einen ungebrauchten Kassettenumschlag der Ausgabe von 1993; im Wertstempel ist die Statue einer Prinzessin vom Hofe Ramses II. zu sehen.


NGK KU 6
Viele Grüße
Ingo
Heute möchte ich euch einen Einschreibe-Umschlag der Ausgabe von 1913 zei9gen. Im NGK wird er als EU 1/II (Hv T7) (Vordruck in 5 Zeilen mit englisch und arabisch) geführt. Der Wertstempel auf dem Umschlag zeigt die Memnons-Kolosse.
Der Brief wurde am 8.12.1925 in Kairo aufgegeben und erreichte den Zielort Berlin am 16.12.1925, war also nur etwa eine Woche unterwegs.


Viele Grüße
Ingo
Heute ein späterer Einschreibeumschlag, Wertstempel König Fuad [1], 15 Millièmes in lila, Ausgabe von 1934, NGK EU4.
Der Umschlag wurde wiederum im britischen Muster gedruckt. Der Wertstempel findet sich auf der rückseitigen seitlichen Umschlagklappe, beim zugeklebten Umschlag ist er deshalb vorne zu sehen. Rechts oben auf dem Umschlag findet sich ein Kästchen mit dem Hinweis, wo Briefmarken aufzukleben sind.
Ich habe alle möglichen Varianten durchgespielt, um den Aufgabeort zu ermitteln, es ist mir aber leider nicht gelungen, außerdem ist der Text im Abgangsstempel ausschließlich in arabisch, was ich nicht lesen kann. Auf der Umschlagvorderseite ist noch ein Rest eines R-Zettels zu sehen und daneben eine weiße Umrandung, die so aussieht, als wäre da eine Briefmarke entfernt worden. Da solche Einschreibeumschläge echt gelaufen aber selten zu finden sind, ist dieser Umschlag bei mir in der Sammlung geblieben.
Der Brief wurde am 4.12.1938 in (???) aufgegeben, wurde dann per Schiff nach Brindisi transportiert, wo ein Durchgangsstempel aufgebracht wurde, und trat dann seine Weiterreise nach Gorizia an, eine italienische Stadt im äußersten Nordosten an der Grenze zu Slowenien [2]. Dort erhielt der Brief am 8.3.1938 (andere Zeitrechnung) sowohl den allgemeinen Eingangsstempel als auch den Bearbeitungsstempel für die Abfertigung als Einschreiben.




Viele Grüße
Ingo
[1]
https://de.wikipedia.org/wiki/Fu'%C4%81d_I.
[2]
https://de.wikipedia.org/wiki/Gorizia