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Thema: Briefmarken Software: Phila Color Check zur Bestimmung von Briefmarken Farben
Das Thema hat 89 Beiträge:
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opti53 Am: 20.05.2020 22:34:02 Gelesen: 1086# 65 @  
@ Carsten Burkhardt [#64]

Hallo Carsten,

das ist wohl der wesentliche Unterschied zwischen dem DTP und dem Scanner: das DTP erzeugt eine Messung aufrund der Reflexion des Gesamtobjektes, der Scanner erzeugt eine Vielzahl von Bildpunkten. Deshalb muss man die relevanten Punkte herausfiltern. Das hat Dietmar (TheQ) schon gelöst. Das DTP macht zwar wohl auch eine Art Spektralanalyse, ich weiß nur nicht, wie man da mit 30 Messpunkten hinkommt. Die Spektralanalyse beim Scanner macht die Software, die eine Farbinformation in codierter Form liefert. Jetzt wäre es schon interessant zu erfahren, was das von Dir benutzte Programm mit den Farbinformationen macht.

@ TheQ [#63]

Hallo Dietmar,

dass Du bezüglich des Programmierens vom Fach bist, hatte ich zwar angenommen, wusste es aber nicht. So gesehen bezog sich dann "Hobby" doch auf Dein Projekt. Ich glaube, mit der Hilfe von Carsten und seiner Erfahrung kannst Du doch weiterkommen.

Bezüglich der Farbtabellen hätte ich RAL auch nicht so präferiert, weil das im Briefmarkenumfeld nicht so leicht übersetzt werden kann. So gesehen sind die Michel-Farben (oder ggfls. auch solche von anderen Katalogen) für diesen Zweck hier relevanter. Eine Möglichkeit wäre ein paar Referenzfarben aus dem Farbenführer zum Abgleich zu scannen. Dann wäre halt der Farbenführer zum Abgleich nötig. Was meinst Du? Es muss halt jeder, der das Programm benutzen will, diesen Abgleich selber vornehmen.

Viele Grüße

Thomas
 
Ben 11 Am: 21.05.2020 09:39:10 Gelesen: 1033# 66 @  
Guten Morgen Zusammen,

die Diskussion ist ja ganz gut weitergegangen.

@ chuck193 [#48]

Nach DIN 53218 erfolgt die Differenzierung des Farbabstandes zweier Farborte in sechs Stufen. Die Interpretation in Klammern ist von mir.

0 = kein Farbunterschied: ∆E=0-0.5
1 = sehr kleiner („für geübte Augen bemerkbarer“) Farbunterschied: ∆E=0.5-1
2 = kleiner („unmerklicher“)Farbunterschied: ∆E=1-2
3 = mittlerer („wahrgenommener“) Farbunterschied: ∆E=2-4
4 = großer („wesentlicher“) Farbunterschied: ∆E=4-5
5 = sehr großer („als andere Farbe wahrgenommener“) Farbunterschied: ∆E>5

@ TheQ [#47]

du würdest: eine Farbe im Bild wählen, eine delta Funktion wählen (dE, dE94, dE00 = CIE DE 2000), einen delta Wert vorgeben.
und würdest als Ergebnis alle Farben erwarten die im Bild vorkommen und dieses delta im Bezug auf die gewählte Farbe haben.


Ich würde etwas anders vorgehen:

- eine erste Marke scannen und dabei die Farbe messen (das Messen geht auch mit einem Messgerät). Aus den gemessenen Werten den Lab-Farbort ermitteln.
- das Gleiche mit einer zweiten Marke machen.
- den Farbabstand mit CIE DE 2000 errechnen und anhand der obigen Kriterien beurteilen. Unterscheiden sich beide Farben? Wenn ja, wie viel und warum?

Die Farbbezeichnungen in den Katalogen würde ich als "sprechende Namen" stehen lassen und mit einem typischen Lab-Wert ergänzen. Diesen Wert kann man als Referenz ("zweite Marke") verwenden.

Diese Referenz wird anhand einer Messreihe aus sehr vielen gemessenen Marken berechnet. Ich habe das schon mal mit einer Clusteranalyse gemacht. Bei dieser Analyse werden die Marken mit den kleinsten Farbabständen zueinander zu einer Gruppe zusammengefasst. Die Mitte der Gruppe bildet dann den Referenzwert. Eine Datenbank wäre nicht erforderlich.

Korrelation als Maß der Übereinstimmung zweier Farben halte ich hier mathematisch für ungeeignet, da hier zwar ein möglicher Zusammenhang (zweier Farben) gezeigt wird, dieser aber nicht kausal sein muss.

Viele Grüße
Ben
 
Wim Ehlers Am: 21.05.2020 10:05:22 Gelesen: 1015# 67 @  
Ihr lieben Farbforscher,

gespannt verfolge ich weiter Eure Diskussion zu diesem Thema. Okay, gehen wir einmal davon aus, dass "Phila Color Check" fertig programmiert ist und die Software wäre einsatzbereit. Nun stellt sich aber für mich die "Kardinalfrage":

Wem soll "Phila Color Check" wobei Nutzen bringen?


Briefmarkenhändler, Auktionshäuser, Kataloghersteller oder Verbandsprüfer werden es wohl kaum zur Bewertung heranziehen. Für Briefmarkensammler und Philatelisten ist es eine nette Spielerei, wenn sie ihr Geld lieber für Hard- und Software, als für Briefmarken & Co ausgeben würden. Sorry für meine Bewertung, aber meine Skepsis wird immer größer.

Einen schönen Himmelfahrtstag und
beste Grüße
Wim
 
TheQ Am: 21.05.2020 12:32:30 Gelesen: 981# 68 @  
@ Wim Ehlers [#67]

Hallo Wim,

wie schon mehrfach erwähnt, es gibt keine Garantie, dass jemals etwas brauchbares heraus kommt. Von daher kann ich deine Skepsis teilweise nachvollziehen.

Genauso wenig kann ich vorhersehen, wem das wann was nützt. Spielt aber auch keine Rolle. Wenn jemand etwas sinnvolles mit dem Teil- oder Endergebnis anfangen kann, schön. Wenn nicht, dann war es eben nur eine Spielerei.

Manche Ideen enden in einer Sackgasse (wie z.B. das Hinterlegen von Farben, die mit Schutzrechten versehen sind). Dafür tun sich unter tatkräftiger Mithilfe der Farbforscher hier andere Ideen auf, die man weiterverfolgen kann.

Wünsche ebenfalls einen schönen Vatertag.
LG Dietmar
 
chuck193 Am: 21.05.2020 20:36:25 Gelesen: 916# 69 @  
@ Ben 11 [#66]

Hi Ben,

ich habe mir deine Seite ausgedruckt, wegen der Bestimmung von dE. Bezieht sich das auf CIE dE2000? Leider hatte ich die Aufstellung noch nie gesehen. Ist aber gut Anhaltspunkte zu haben. Vielen Dank.

Grüsse,
Chuck
 
chuck193 Am: 21.05.2020 21:57:07 Gelesen: 894# 70 @  
@ Ben 11 [#66]

Hi Ben,

mit meinem color Picker braucht man die Farbabstände nicht errechnen, die dE ist mit dabei, ausser einer Menge Farben. Der Picker kann viel mehr und kostet nichts.

Grüsse Chuck.
 
Richard Am: 22.05.2020 09:36:59 Gelesen: 801# 71 @  
@ TheQ [#68]

Hallo Dietmar,

wenn ich nicht in der Zeit meiner Selbständigkeit (1978-2016) ständig meine neuen Ideen ausprobiert hätte, die dann auch weit überwiegend zu finanziellen Erfolgen geführt haben, gäbe es keine Philaseiten und keine 5 philatelistische Datenbanken. Und ich bin noch immer am experimentieren um auf den Philaseiten einige abschliessende Ideen umzusetzen.

Lass Dich nicht von Deiner Linie abbringen und mache weiter !

Schöne Grüsse, Richard
 
opti53 Am: 22.05.2020 14:31:33 Gelesen: 748# 72 @  
@ chuck193 [#70]

Hallo Chuck,

mir hat sich noch nicht ganz erschlossen, welchen Colorpicker Du meinst. Könntest Du eventuell ein Link hinterlegen?

Viele Grüße

Thomas
 
chuck193 Am: 22.05.2020 17:21:26 Gelesen: 697# 73 @  
@ opti53 [#72]

Hi Thomas,

Sorry, den richtigen Link habe ich seit Jahren nicht mehr. Aber wenn du Gugelst, mit Digitaler Farbatlas, dann durfte die Seite rauskommen, es stammt von Oldenburg. Mit der Vollversion, hat man hunderte Farben dabei, meiner hat vielleicht 100.

Schöne Grüsse,

Chuck
 
TheQ Am: 22.05.2020 17:25:24 Gelesen: 694# 74 @  
@ Richard [#71]

Hallo Richard,

vielen Dank! Natürlich mache ich weiter. Es geht im Schneckentempo aber so ist das eben wenn man nur wenige Stunden Freizeit aufbringen kann. Die Ideen, Beiträge und Anregungen hier sind auf jeden Fall Gold wert.

@ opti53 [#65]

Hallo Thomas,

die RAL Classic Farben waren eher als Versuchsballon gedacht, da diese ja "frei verfügbar" sind (z.B. wikipedia). Aber "frei" ist eben nicht frei, wie mir mittlerweile die RAL gGmbH bestätigt hat.

Eine Möglichkeit wäre ein paar Referenzfarben aus dem Farbenführer zum Abgleich zu scannen. Dann wäre halt der Farbenführer zum Abgleich nötig.

Das war eine Idee. Dazu müssten aber doch einige oder am besten alle Farben des Farbenführers im Programm enthalten sein, was an der rechtlichen Thematik scheitert.

@ Ben 11 [#66]

Hallo Ben,

Die Farbbezeichnungen in den Katalogen würde ich als "sprechende Namen" stehen lassen

Jetzt hast du mich abgehängt. Farbbezeichnungen aus Farbenführern kann ich ja nicht verwenden. Oder habe ich dich falsch verstanden?

Diese Referenz wird anhand einer Messreihe aus sehr vielen gemessenen Marken berechnet. Ich habe das schon mal mit einer Clusteranalyse gemacht. Bei dieser Analyse werden die Marken mit den kleinsten Farbabständen zueinander zu einer Gruppe zusammengefasst. Die Mitte der Gruppe bildet dann den Referenzwert.

Clusteranalyse! Genau das ist der Punkt! Den hatte ich salopp mit "finden der dominantem Farben" bezeichnet. Die Umsetzung im Programm ist noch ... sagen wir mal verbesserungswürdig (z.B. finden alle Berechnungen noch im RGB Raum statt). Man müsste erst mal ein geeignetes Verfahren festlegen. Clusteranalyse Verfahren gibt es ja einige.

Ich hatte mir vor einigen Wochen schon mal den k-Means und EM-Algorithmus angesehen. Also wenn du Erfahrungen hast welche Verfahren geeignet sind, her damit!

Eine Datenbank wäre nicht erforderlich.

Die Messreihen (Rohdaten) in einer Datenbank mit zuführen würde vermutlich schon Sinn machen wenn man später z.B. die Analysemethodik (z.B. verschiedene deltaE, verschiedene Farbräume, etc.) für die Bildung der Gruppen oder des Referenzwerts ändern möchte.

Ich habe die Verteilung der Häufigkeit mal in einem Hue/Saturation Kreis visualisiert und damit zwei Marken gemessen. Der Unterschied ist auf jeden Fall sichtbar.



LG Dietmar
 
opti53 Am: 22.05.2020 18:51:12 Gelesen: 669# 75 @  
@ TheQ [#74]

Hallo Dietmar,

das Bild gefällt mir sehr gut. Es erlaubt schon gute Vergleiche, entweder mit einer geprüften Marke, oder mit dem Michel Farbenführer. Notfalls muss das jeder für sich selber einlesen. Man könnte es ja dadurch unterstützen, dass man den Farbenführer seitenweise scannt, und Dein Programm die Möglichkeit bietet, jeweils auszuwertende Ausschnitte festzulegen.

Viele Grüße

Thomas
 
opti53 Am: 22.05.2020 22:53:50 Gelesen: 600# 76 @  
Hallo Dietmar,

da konnte ich jetzt nicht widerstehen und musste doch mal eine der Farbflächen aus dem Farbenführer mit Deinem Programm untersuchen. Das ist schon beeindruckend:



Gerade in der HLS-Darstellung sieht man sehr schön, in welch engen Grenzen sich der Farbwinkel bewegt. In der dazugehörigen Farbreihe war der Farbwinkel sehr konstant, nur Sättigung und Helligkeit unterschieden sich. Das ist aber nicht bei allen Farbreihen so perfekt.

Auch das Histogramm zeigt sehr scharfe Farblinien.

Wie Du siehst habe ich schon Deine neueste Version verwendet.

Viele Grüße

Thomas
 
TheQ Am: 23.05.2020 08:08:54 Gelesen: 549# 77 @  
@ opti53 [#75]

Hallo Thomas,

Notfalls muss das jeder für sich selber einlesen

ich muss mir das mal überlegen, wie man das umsetzen kann.

Du würdest dir also mit Hilfe des Programms deine private elektronische "Farbdatenbank" erstellen, in dem du peu à peu eingescannte Farben (von Marken oder wie in deinem Beispiel aus einem Farbführer) übernimmst. Diese könnte man dann bei der Analyse heranziehen und als Ergebnis ausgeben, welche Farbe am nächsten dran ist.

LG Dietmar
 
Holzinger Am: 23.05.2020 15:09:53 Gelesen: 483# 78 @  
@ TheQ [#77]

Nun habe ich das Programm doch einmal probiert und bin begeistert.

1. Versuch mit Farbblättchen (600 dpi) nahe liegender Farben (hellviolettblau, violettblau, grauultramarin, lebhaftultramarin, violettultramarin usw.). Das Ergebnis ist ganz klar über einen eindeutigen Pik definiert.

2. Versuch mit meinen 2 alten USA Nr. 17 - bei der es z.B. Farbvarianten (Töne) im Katalog mit grauschwarz und schwarz gibt - aus meiner persönlichen Farb-Vergleichsreihe (deshalb bitte keine Bemerkung zum Zustand :-) ):

Ergebnis: In beiden Fällen (jeweils in der linken oberen "2" des Bildanhanges bei 600 dpi gemessen) war immer gleich "mehrfach 0", also ein eindeutiges "schwarz".

Bisher war ich immer davon ausgegangen, das die linke Marke "grauschwarz" ist :-(, komme aber nun zu der Erkenntnis, daß es doch nur durch die "Farbsättigung" bedingt ist.

Soweit einmal zum "Markenvergleich".




Nachtrag:
Mit einer Bildschirmkopie als Datei klappt es erwartungsgemäß natürlich nicht. Da spielen die Bildpunkte des Screens natürlich die dominate Rolle, so daß ein gleichmäßiges (nicht nutzbares) Farbverhalten über alle 3 Bereiche entsteht. Das war zu erwarten, ausprobiert habe ich es aber trotzdem. Wäre ja zu schön gewesen :-) :-).
 
Ben 11 Am: 23.05.2020 17:36:56 Gelesen: 443# 79 @  
@ TheQ [#74]

Hallo Dietmar,

Die Farbbezeichnungen in den Katalogen würde ich als "sprechende Namen" stehen lassen - Jetzt hast du mich abgehängt. Farbbezeichnungen aus Farbenführern kann ich ja nicht verwenden. Oder habe ich dich falsch verstanden?



Zugegeben, das war sehr weit geschaut. Ich meine damit, das in einen Briefmarkenkatalog neben der "wörtlichen" Farbbezeichnung auch der Referenzwert z.B. in Lab stehen kann. Die Sammler bräuchten dann keine Datenbank, sondern könnten sich in ihren Untersuchungen darauf beziehen.

Ich hatte mir vor einigen Wochen schon mal den k-Means und EM-Algorithmus angesehen. Also wenn du Erfahrungen hast welche Verfahren geeignet sind, her damit!

Ich hatte das Zentroid-Verfahren verwendet. Es arbeitet mit den euklidischen Abständen. Es werden in jedem Durchlauf immer genau die beiden Messwerte zusammengefasst, deren Abstand zueinander am kleinsten ist.
Mir ist jedoch nicht ganz klar, warum Du für eine einzelne Marke eine Clusteranalyse machen möchtest. Solche Verfahren nimmt man zum Gruppieren größerer Datensätze, also mehrerer Marken (>1000).

k-Means hatte ich abgewählt, da hier die Clusteranzahl vorgegeben wird. Beim EM-Algorithmus musst Du einen Erwartungswert festlegen und fängst dann mit Zufallsvariablen an zu rechnen. Das habe ich noch nicht probiert.

Kannst Du mir bitte mal für eine Messung die Rohdaten z.B. als *.csv Datei schicken? Und erkläre mir bitte mal, wie Du die Daten auswertest. Ich würde mir das gern mal mathematisch ansehen. Vielleicht fällt mir dazu was ein.

Die Messreihen (Rohdaten) in einer Datenbank mit zuführen würde vermutlich schon Sinn machen wenn man später z.B. die Analysemethodik (z.B. verschiedene deltaE, verschiedene Farbräume, etc.) für die Bildung der Gruppen oder des Referenzwerts ändern möchte. Ich habe die Verteilung der Häufigkeit mal in einem Hue/Saturation Kreis visualisiert und damit zwei Marken gemessen. Der Unterschied ist auf jeden Fall sichtbar.

Zentral auf eine Datenbank mit den Messreihen zugreifen zu müssen, ist sicher nicht so optimal. Der Vorschlag von Thomas (Opti53) ist da besser. Jeder kann lokal seine eigenen Messungen aufbauen. Zusätzlich können z.B. Prüfer oder Sammler mit großen Markenbeständen Referenzwerte ermitteln und diese für das Programm zur Verfügung stellen.

Viele Grüße
Ben.
 
opti53 Am: 23.05.2020 19:08:13 Gelesen: 410# 80 @  
@ Ben 11 [#79]

Hallo Ben,

bei den Referenzwerten von anderen Sammlern mit großen Markenbeständen müsste erst einmal sichergestellt werden, dass die Ergebnisse vergleichbar sind. Dazu könnte man mit Hilfe des Forums ein Experiment machen. Wir suchen uns ein Farbplättchen aus dem Farbenführer aus und möglichst verschiedene Leute bestimmen die Parameter. Das könnte vor allem deshalb zu einem Vergleich taugen, da die Farbplättchen bestimmt mit hoher Sorgfalt von Michel erzeugt werden. Vielleicht ist dann der Unterschied der Messungen sehr gering (was meine Hoffnung wäre). Die Ansicht, dass man mit Scannern keine Farben messen kann rührt meines Erachtens daher, dass man sonst immer nur einen einzelnen Punkt aus einer Farbfläche bestimmt hat, der aber nicht die dominante Farbe sein muss. Durch die Ermittlung der dominanten Farbe kommen vielleicht doch alle zum (fast) gleichen Ergebnis. Dann wäre viel einfacher, eine Farbtabelle zu hinterlegen.

Viele Grüße

Thomas
 
opti53 Am: 24.05.2020 10:49:29 Gelesen: 349# 81 @  
@ TheQ [#77]

Hallo Dietmar,

ich habe jetzt noch mal eine Nacht darüber geschlafen und könnte mir nun folgendes gut vorstellen:

Das Programm bietet die Möglichkeit, eine Farbe mit einem beliebigen Namen zu versehen ("Farbe6" oder "Referenz a" oder einfach "helllilarot") und in einer persönlichen Liste abzuspeichern.

Bei Bedarf kann man dann eine der gespeicherten Farben aus der Liste aufrufen, und mit der aktuell gemessenen Farbe vergleichen. Dabei wird die Differenz in den verschiedenen Parametern angezeigt.

Dadurch könnte man leicht feststellen, wie weit die aktuell gemessene Farbe von einer Referenzfarbe entfernt ist. So könnte man die Farbverteilung in einer Reihe verschiedener ähnlicher Marken feststellen und charakteristische Merkmale finden. Wenn sich herausstellen sollte, dass die Scanner doch nicht so unterschiedlich sind, könnte man Referenztabellen auch mit anderen Personen austauschen.

Jetzt bist Du dran, um zu schauen, ob sich so etwas realisieren läßt. Hoffentlich gefallen Dir die Ideen.

Viele Grüße

Thomas
 
Holzinger Am: 24.05.2020 14:15:49 Gelesen: 320# 82 @  
@ opti53 [#80]

Dazu könnte man mit Hilfe des Forums ein Experiment machen. Wir suchen uns ein Farbplättchen aus dem Farbenführer aus und möglichst verschiedene Leute bestimmen die Parameter.

Finde ich als Anfang gut. Um als "Vergleich" zu dienen, wären natürlich bestimmte Vorgaben notwendig. So ein Versuch berührt auch wegen dem Zitatrecht die juristische Seite nicht.

Also Vorgaben:

- evtl. 4/5 Farbnahmen (vorgegeben)
- Farbenführer (Jahrgang)(vorgegeben/oder eigenes Exemplar benannt)
- eigene Scannertype (wegen der Vergleichbarkeit bzw. Zuordnung)
- keine individuellen Scannereinstellungen oder Nachbearbeitungen

Als Ergebnis dann die Zahlenwerte der dominanten Farbe entsprechend obigen Daten im Forum benennen. Die "Sammeltabelle" sollte dann zentral geführt werden.

Mit einer entsprechenden (signifikanten) Anzahl an erzielten Ergebnissen lassen sich da bereits Erkenntnisse zum Geräteeinfluß erkennen.

Selbst die Erfassung einer kompletten Farbtafel (als (gemittelter/gewichteter Zahlenwert aller Messungen) ist doch ein "eigenes Werk". Auch "Farbnahmen" sind doch wohl nicht geschützt - bestenfalls die "Farbtafel" (Name+Bild) als solche.

Ich wäre langfristig dabei. Was ist die allgemeine Meinung dazu?
 
chuck193 Am: 24.05.2020 18:12:59 Gelesen: 282# 83 @  
@ Holzinger [#78]

Hi Holzinger,

ich hatte schon einmal gefragt, ob es möglich wäre, eine Farbaufstellung auf diesen Seiten zu machen, mit durchaus geprüften Farben. Mit L*a*b* Nummern wenns geht, da die Farben vielleicht auf anderen Bildschirmen womöglich anders ausehen.

Es hat bis heute keiner gemacht. Im Moment bin ich dabei die 3M farben aufzustellen, um zu sehen wie die sich nach Michel verhalten. Mal sehen, was dabei herauskommt. Die Farben sind all auf meinem Color Picker.

Grüsse,
Chuck
 
opti53 Am: 24.05.2020 19:03:55 Gelesen: 266# 84 @  
@ chuck193 [#83]

Hallo Chuck,

ich habe mir mal die verfügbaren Angaben zum Digitalen Farbatlas angeschaut. Meines Erachtens ist die Zielrichtung der SW eine deutlich andere, als die, die hier verfolgt wird. Es war zwar nicht erkennbar, aber es steht zu vermuten, dass bei Color-Picking genau ein Pixel ausgewertet wird (ansonsten bitte ich Dich um ergänzende Informationen).

Aber das ist nämlich genau das Problem beim Farbmessen von Briefmarken. Der Farbauftrag ist nie gleichmäßig. Deshalb kommt man bei verschiedenen Pixeln einer gleichmäßig erscheinenden Farbfläche auf ständig unterschiedliche Werte. Genau dieses Problem hat Dietmar durch die Feststellung der dominanten Farbe gelöst. Ich hatte auch schon vorher mit Grafikprogrammen wie Gimp (OpenSource-Version von PhotoShop) experimentiert, wo man einen Bereich von Pixeln definieren kann und dort den Mittelwert bekommt. Die dominante Farbe ist aber die bessere Lösung. Vor allem sind alle anderen Programme entweder zu voll gepackt mit Dingen, die man nicht braucht oder aber zu einfach. Einfache ColorPicker gibt es reichlich, aber die werten halt immer nur einen Punkt aus.

Viele Grüße

Thomas
 
TheQ Am: 24.05.2020 20:28:14 Gelesen: 239# 85 @  
@ Ben 11 [#79]

Hallo Ben, hallo Thomas

jetzt muss ich hinten anfangen.

Die Idee mit der Datenbank hatte ich auch immer so verstanden wie Thomas sie formuliert hat [#81]. Nicht als zentrale Datenbank die z.B. auf einem Server liegt, sondern als lokale die sich jeder anlegen kann.

Die Ideen von Thomas gehen ja schon ziemlich weit. Das dauert sich einig Zeit. Zumindest den Teil mit der lokalen Datenbank baue ich gerade ein. Man kann sich dann eine (oder mehrere) "private" Datenbanken anlegen und sie mit Farben "füttern" die man aus dem Scan von Marken oder Farbführern bekommt, inkl. Angabe von Name, Farbwert, Kommentar.

Das Programm könnte dann bei der Analyse, die Farben aus der Datenbank wählen, die am nächsten an den dominanten Farben der Marke liegen.

Das Zentroid-Verfahren sieht auch interessant aus - muss mich aber erst noch richtig einlesen.

Mir ist jedoch nicht ganz klar, warum Du für eine einzelne Marke eine Clusteranalyse machen möchtest.

Derzeit mache ich die Ermittlung der dominanten Farben auch mit einer - sagen wir mal Clusteranalyse "light". Irgendwie muss das Programm aus den gescannten Bild die ein, zwei, drei, ... Farben ermitteln, die man (am besten natürlich wie ein Mensch) für den Vergleich z.B. mit Farben aus einer Datenbank heranzieht.

Als Beispiel noch mal dieses Bild. Das Bild besteht aus 18.400 verschiedenen Farben. Welche Farbe(n) soll das Programm für den Vergleich mit einer Farbdatenbank wählen? Die dominaten Farben sollen idealerweise die zwei, drei sein, die ein Mensch aus den 18.400 wählen würde um sie gegen einen Farbführer zu vergleichen.



Das Arbeiten mit größeren Datensätze mit mehreren Marken wäre ein zweiter Anwendungsfall für eine Clusteranalyse.

Evtl. macht es auch Sinn, für die beiden Anwendungsfälle verschiedene Clusteranalyse Verfahren zu wählen.

Kannst Du mir bitte mal für eine Messung die Rohdaten z.B. als *.csv Datei schicken?

Ja, kann ich machen. Die Rohdaten sind eigentlich nur die Liste aller verwendeten Farben und die jeweils zugehörige Pixelanzahl pro Farbe. In der nächsten Version kannst du dir die Rohdaten auch einfach selbst exportieren. Einfach die Toleranz auf 0 setzen. Dann enthält der Export (csv) alle Farben mit zugehöriger Pixelanzahl.

Und erkläre mir bitte mal, wie Du die Daten auswertest.
Zuerst mache ich die Zählung der Pixel pro verwendeter Farbe. Das sind dann die Rohdaten.

Eine Farbe im Programm, besteht aus diesen Attributen
- Rotanteil (0...255)
- Grünanteil (0...255)
- Blauanteil (0...255)
- Anzahl Pixel für diese Farbe
- Dominanzwert (steht vor der Analyse auf dem gleichen Wert wie die Anzahl Pixel)

Dann wird jede (verwendete) Farbe im RGB Farbraum untersucht.

Wenn der euklidische Abstand, zu einer Nachbarfarbe im Farbraum, kleiner ist als die (vom Benutzer) eingestellte Toleranz, wird, zu dem Dominanzwert der untersuchten Farbe folgendes addiert: (Anzahl Pixel der Nachbarfarbe)/ (euklidischer Abstand zur Nachbarfarbe / 100).

Damit wächst der Dominanzwert um so mehr, je kleiner der Abstand zur Nachbarfarbe ist und je mehr Pixel die Nachbarfarbe hat.

Wenn alle Farben analysiert sind, werden sie nach dem Dominanzwert sortiert.
Die erste Dominante Farbe, ist die mit dem höchsten Dominanzwert. Alle folgenden Farben (gemäß der Sortierung) werden ignoriert, sofern sie innerhalb des Toleranzabstand liegen.

Die zweite Dominante Farbe, ist die, die gerade nicht mehr innerhalb des Toleranzabstand der ersten dominanten Farbe fällt.

Die dritte Dominante Farbe, ist die, die gerade nicht mehr innerhalb des Toleranzabstand der zweiten dominanten Farbe fällt.
usw.

LG
Dietmar
 
chuck193 Am: 24.05.2020 22:05:58 Gelesen: 208# 86 @  
@ opti53 [#84]

Hallo Thomas,

so schön wie das Program aussieht, ich habe es bis jetzt nicht öffnen können, mein color picker kann bis zu 11x11 Pixel aufnehmen und den Durchschnitt berechnen. So wie der FF von Michel, da nehme ich gewöhnlich 5x5 Pixel, um eine halbwegs sichere Fabe zu haben. Man kann, und muss, bei diesem neuen Picker mit gebrauchten Marken, auch nur einen Ausschnitt auf der Marke nehmen, um den Stempel auszuschalten. Sonst geht die Bestimmung schief.

Grüsse,
Chuck
 
Ben 11 Am: 25.05.2020 08:51:06 Gelesen: 162# 87 @  
@ opti53 [#80]
@ Holzinger [#82]

Das ist eine gute Idee, ich wäre mit dabei.

Ich schlage aber vor, statt der Farbplättchen verschiedene Marken auf eine kleine Steckkarte zu stecken und diese als "Rundsendung" an interessierte Farbforscher zu schicken.

Es wäre gut, Carsten Burkhardt für dieses Projekt zu gewinnen. Er könnte mit seinem Farbmessgerät die Marken ausmessen und hier eine farbmetrische Referenz erstellen.

Viele Grüße
Ben.
 
Ben 11 Am: 25.05.2020 08:59:05 Gelesen: 155# 88 @  
@ TheQ [#85]

Hallo Dietmar,

vielen Dank für die Daten, damit kann ich arbeiten. Eine Clusteranalyse mit Zentroid ist hier möglich.

Mal ein paar technische Fragen:

- mit welcher Auflösung werden die Marken gescannnt (dpi oder ppi)?
- Kennst Du die Farbtemperatur der Leuchte in Deinem Scanner?
- Hast Du vor den RGB Daten noch andere Werte vom Scanner z.B. die Normfarbwerte XYZ?

Viele Grüße
Ben.
 
TheQ Am: 25.05.2020 12:30:28 Gelesen: 104# 89 @  
@ Ben 11 [#88]

Hallo Thomas,

mein Scanner ist ein Billigteil, auch was die Einstellmöglichkeiten angeht. Das Bild wurde mit 4800 dpi aufgenommen. Ansonsten habe ich keine Infos.

D.h. meine einzige Informationsquelle ist die Bilddatei.

Ich hatte schon mal daran gedacht die Metadaten der Bilddateien (Jpeg, PNG, etc.) auszuwerten. Ggf. gibt es ja Scanner die dort noch Informationen über die verwendeten Parameter hinterlegen. Bei meinem ist das aber leider nicht der Fall.

LG
Dietmar
 

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