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Thema: Briefgeheimnis für Belege im Forum ?
Das Thema hat 63 Beiträge:
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wajdz Am: 22.05.2020 03:41:06 Gelesen: 974# 39 @  
Dank der vor über 400 Jahren eingeführten Schulpflicht, die sich allmählich in ganz Deutschland durchsetzte, wurde das Schreiben von Briefen und Postkarten als Kommunikationsmittel zwischen ganz gewöhnlichen Bürgern üblich und alltäglich.

Was davon bis heute auf uns überkam, ist erstmal generell als Zeitzeugnis zu werten. Denn es ermöglicht einen Einblick in die Bräuche, Sitten, Verhaltensweisen und Meinungen unserer Vorderen, kurz, in vergangene Zeiten. Und vielfältiger und aufschlußreicher, als es Ausgrabungen und verwitterte Artefakte bisher vermögen.

Als Beispiel dafür möchte ich den Schriftsteller Walter Kempowski nennen, der mit seinem „Echolot“, einer Collage aus Briefen und Tagebüchern einen wesentlichen Beitrag zum Geschichtsverständnis der Nazizeit für uns Heutige geliefert hat.

Die Philatelie, im englischen Sprachraum ja wohl schon in den Rang einer Hilfswissenschaft aufgestiegen, kann also durch die Veröffentlichung von Texten, die sich auf Postkarten oder in Briefen finden, durchaus zum Verständnis der Vergangenheit beitragen. Und da die Briefmarken sammelnden Bürger ja normalerweise verständige und verantwortliche Personen sind, sollte man es tunlichst vermeiden, solche akademischen Diskussionen lostreten, wie es der sich selbst als Nichtjurist bezeichnende Verfasser des Beitrags [#3] in diesem Thread getan hat.

„Jeder soll sammeln, wie und was er möchte“ sollte weiter das Motto in diesem Forum sein und bleiben

meint Jürgen -wajdz-
 
bovi11 Am: 22.05.2020 06:36:54 Gelesen: 948# 40 @  
@ alle

Um es noch einmal ganz klar zu Ausdruck zu bringen:

Hier soll offenbar ein Problem geboren werden, das es in der Praxis gar nicht gibt.

Niemand beabsichtigt, die Kundenliste des Orion-Versands zu veröffentlichen. Und niemand spricht davon, Betriebs- oder Steuerunterlagen zu veröffentlichen, die jemand verloren hat, zu veröffentlichen.

Hier ist ausschließlich die Rede davon, das Briefe oder Postkarten öffentlich zugänglich gemacht werden, deren Besitz aufgegeben wurde.

Es besteht nicht der geringste Anlaß, die seit Jahrzehnten geübte Praxis zu ändern.
 
Detlev0405 Am: 22.05.2020 07:58:22 Gelesen: 884# 41 @  
@ Wim Ehlers [#3]

Hallo Wim,

ich verstehe deinen Einwand nicht. Vor allem bei einer Karte von 1919 wie von Detlef gezeigt und nur die kann hier Diskussionsbasis sein.

Uli hat in seinem Beitrag [#35] beim Urheberrecht bereits darauf verwiesen, dass es erloschen ist. Viel wichtiger aber ist eine ganz andere Regelung im Zivilrecht nach BGB. Nach § 311c BGB wird bei Veräußerung (trifft auch für Schenkung zu) einer beweglichen Sache auch das Zubehör mit veräußert. In unserem Fall sind das die Schutzrechte an der Karte, die zum Zubehör zu rechnen sind.

Hat Detlef die Karte rechtmäßig in seinen Besitz gebracht und davon gehe ich aus, muss er sich keine Gedanken um irgendwelche Post- oder Briefgeheimnisse machen. Auch wenn Uli negative Beispiele zur Inbesitznahme von philatelistischem Material aufzeigt, ist bei so einer Karte immer erst einmal vom rechtmäßigen Erwerb auszugehen.

Alle Rechte sind an Detlef übergegangen.

Gruß
Detlev
 
Wim Ehlers Am: 22.05.2020 08:02:15 Gelesen: 875# 42 @  
axelotto Am: 22.05.2020 08:10:03 Gelesen: 867# 43 @  
https://sammlungen.museumsstiftung.de/feldpostbriefe/
https://sammlungen.museumsstiftung.de/liebesbriefe/
Dann verstößt das Post Museum auch gegen das Postgeheimnis, wir hätten nie erfahren dürfen was ein Herr Goethe seiner Liebsten geschrieben hat.
Also Augen zu und...durch.
Gruß Axel
 
bovi11 Am: 22.05.2020 08:26:11 Gelesen: 849# 44 @  
@ axelotto [#43]

Ja - die von Wim angestoßene Diskussion weist einfach nur absurde Züge auf.
 
Martin de Matin Am: 22.05.2020 08:35:00 Gelesen: 838# 45 @  
Ich finde es schrecklich, wenn es innerhalb von 12 Stunden fast 40 vermeintliche Antworten zu einer Frage (Beitrag 1) gibt, wobei nicht einmal eine Handvoll davon die eigentliche Frage betreffen. Es wird nur so von Paragraphen und Gesetzen gesprochen. Wenn man sich darüber austauschen will, dann macht es bitte in einem eigenen Thema, und bezieht euch gegebenfalls auf den ersten Beitrag.

Eine kleine Anmerkung aus meiner Sicht zu den nicht zu der eigentlichen zu der Frage 1 gehörenden Beiträgen.
Postgeheimnis: Betrifft dies den nicht eigentlich nur den Postdienstleister?
Briefgeheimnis (§ 202 StGB): Hier geht es nur um verschlossene Briefe, Schriftstück oder Abbildungen, oder?

Dürften nach manchen der oberen Beiträgen nicht auch Briefe von bedeutenden Personen (z.B. Schriftstellern, Wissenschaftlern usw.) die z.B. in Archiven lagern nicht mehr öffentlich zugänglich gemacht werden? Müssten Briefmarkenauktionshäuser wenn in ihren Abbildungen Texte sind (wer hat denn keine Postkarte im Angebot), diese dann schwärzen, natürlich auch dann wenn eine potentieller Käufer diese besichtigt? Ein Brief mit der Unterschrift von Goethe sähe bestimmt schön aus wenn der Text unkenntlich wäre, und somit sehr verkaufsfördernd.

Und jetzt Schluss mit den Gedankenspielen.

Gruss
Martin
 
Wim Ehlers Am: 22.05.2020 08:37:28 Gelesen: 836# 46 @  
@ axelotto [#43]
@ bovi11 [#44]

Das Zeigen von Briefen und Postkarten habe ich nun mehrfach als okay bezeichnet. Darum geht es in [#1] nicht.

Der bisher einzig zielführende Beitrag kommt von Dr. Möller [#35].

Beste Grüße
Wim
 
Detlev0405 Am: 22.05.2020 08:44:52 Gelesen: 825# 47 @  
@ Wim Ehlers [#42]

Der Verweis im Link ist nun völlig daneben. Einfach mal in das Gesetz schauen und den Adressaten des Gesetzes beachten - lt. EU Recht sind das sowohl private als auch gewerbliche Daten Verarbeiter/Verwender.

Ich bezweifle stark, dass ein privater Sammler von der DSGV tangiert wird - zumindest noch keine Gerichtsentscheidung dazu gesehen.

Gruß
Detlev
 
Altmerker Am: 22.05.2020 08:52:24 Gelesen: 815# 48 @  
@ dr31157 [#1]

Jetzt wurde kräftig über Grundsätzliches parliert. Wa war nochmal die (Ausgangs-)Frage?
Ich sehe hier einen Landgerichtrat als Adressat. Julius?
Übrigens wird im Buch "Nachricht von dem Geschlecht und Herkommen der Cunoen: 1672 - 1957" über Dr. Federer und seine Frau 1914 berichtet, die in Hinterzarten den Cunos ein Urlaubsdomizil vermietet haben.
Naja, vielleicht löst die kollektive Weisheit oder Schwarmintelligenz auch noch paar andere handschriftliche Zeilen auf...
Gruß
Uwe
 
Wim Ehlers Am: 22.05.2020 08:54:17 Gelesen: 814# 49 @  
@ Detlev0405 [#47]

... also ein privater Briefmarkensammler ist kein privater Verarbeiter/Verwender?

Ich fasse es nicht!
 
bovi11 Am: 22.05.2020 09:11:08 Gelesen: 795# 50 @  
@ Wim Ehlers [#49]

Jetzt sind wir plötzlich nicht mehr bei Briefgeheimnis, sondern wieder beim Datenschutz.

Ich beende hiermit meine Äußerungen in dieser unsäglichen und absurden Diskussion.

Das kann in einem neuen Thema weiter diskutiert werden:

"Für meine Problemsammlung suche ich dringend Probleme"
 
Detlev0405 Am: 22.05.2020 09:50:20 Gelesen: 760# 51 @  
@ Wim Ehlers [#49]

Dann einfach mal in die Gesetzestexte schauen und dann fassungslos sein - nein im Sinne der DSGV bist du als Privatperson nicht von diesem Gesetz erfasst als Adressat des Gesetzes.

Zeige mir ein Gerichtsurteil aus Deutschland, wo ein privater Briefmarkensammler belangt wurde wegen Verstoß gegen das DSGV.

Ich folge nun bovi11 und werde auch nicht mehr auf Emotionen reagieren.

Gruß
Detlev
 
dr31157 Am: 22.05.2020 10:20:24 Gelesen: 716# 52 @  
@ bovi11 [#50]
An alle!

Ich frage mich nun bald wirklich sind wir noch Briefmarkensammler und Philatelisten oder alle Gauner und Betrüger, die alle gegen das (Brief)Postkartengeheimnis und den Datenschutz verstossen und Staatsgeheimnisse aufzudecken wollen. Ich versichere die Karte habe ich tatsächlich käuflich erworden. Ob der Verkäufer die Karte um 1919 aus einer Mülltonne fischte kann ich leider nicht sagen. Ich habe jedenfalls zu diesem Zeitpunkte noch nicht einmal gelebt oder in der Planung gewesen.

Leute, ich möchte in Ruhe eine Sammlung aufbauen bei der ich die Besonderheiten der Philatelie, deren Bedeutung und des Zeitgeschehens selbst verstanden habe. Auf einer Austtellung muss ich das auch erklären können, oder?

Ich will nichts Intimes aus dem Leben der Personen wissen, obwohl... ich es tatsächlich sehr schade fände, wenn ich jetzt meinen erworbenen Liebesbrief von Goethe um ihn lesen und zeigen zu können, die interessanten Passagen schwärzen müsste....

In der Wirklichkeit finde ich es z. Bsp. intersant zu lesen, dass ein Leutnant (ich nenne jetzt nicht den Namen) damals sein "Eau de Cologne" nicht in einer Drogerie kaufte, sondeern dies direkt bei Farina in Köln auf Rechnung bestellte. Heute würden die Hersteller von "4711" dabei denken, ich wär der Köder von "Verstehen Sie Spaß".

So, jetzt genung von dem Gefasel und hoffe das ich nicht verklagt werde. Ich möchte doch nur sammeln...

Viele Grüße

Detlef

PS: Viel Positives ist aus der ganzen Diskussion für mich #1 nicht herübergekommen.
 
saeckingen Am: 22.05.2020 10:48:41 Gelesen: 679# 53 @  
51 Antworten auf eine Frage und nicht eine davon geht auf die Fragestellung ein - was für ein Armutszeugnis! Warum sind so viele Sammler so negativ und frustriert, statt sich an ihrem Hobby zu erfreuen?

@dr31157 - Leider kann ich Dir auch nicht helfen, da alte Schriften nicht gerade meine Stärke sind. Dazu sind Deine Scans auch noch sehr klein. Größere Scans würden das ganze sehr erleichtern!

Grüße
Harald
 
bayern klassisch Am: 22.05.2020 10:56:23 Gelesen: 657# 54 @  
Liebe Freunde,

nur ein Satz: Wo kein Richter, da kein Kläger. Wer sollte da gegen wen klagen?

Wenn ein Adressat seine Briefe oder Karten her gibt, ist das Briefgeheimnis erloschen. Ausnahme: Diebstahl bzw. Unterschlagung; diese im Jahr 1919, oder sonst wann zu beweisen dürfte unmöglich sein. Also keine Bange.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
DERMZ Am: 22.05.2020 11:11:50 Gelesen: 621# 55 @  
@ saeckingen [#53]

Hallo Harald,

die Anfrage von Detlef wurde ins Sütterlin-Thema verschoben und es sind schon mindestens zwei Forumsteilnehmer mit dem Beleg beschäftigt.

Nach wie vor - hier werden sie geholfen

Viele Grüsse Olaf
 
drmoeller_neuss Am: 22.05.2020 11:27:10 Gelesen: 596# 56 @  
Ich hatte es doch eigentlich schon geschrieben: vor der Veröffentlichung den gesunden Menschenverstand einschalten. Belege auf einer Briefmarkenausstellung zu zeigen, ist vollkommen unkritsch.

Im Internet hat man keine Kontrolle über seine Daten. Geht immer davon aus, dass alles, was ihr schreibt und zeigt, unendlich lang gespeichert wird und durch Suchmaschinen immer gefunden werden kann.

Ein Briefumschlag an die Deutsche Bank - unkritisch, ich sehe nicht, was da für Rechte verletzt werden können. Ein Briefumschlag, adressiert an die Staatsanwaltschaft oder den Bundesnachrichtendienst - hier würde ich den Absender unkenntlich machen. "Aktuelle" Umschläge an Behörden und Versicherungen würde ich gar nicht zeigen. Manche Behörden sehen es nicht gerne, wenn man im Papierkorb nach Umschlägen fischt. Im schlimmsten Fall werden die internen Abläufe geändert und das heisst meistens: Reisswolf. Mein Tip: ein Jahrzehnt warten, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Das sichert auch den Nachschub an neuen Umschlägen. :)

Bei den von mir genannten Telegrammen gab es wirklich Ärger, nach dem eine Postkundin ihr Telegrammformular im Internet zum Verkauf gefunden hatte. Daher mein Tip: Absender und ggf. auch Empfänger unkenntlich machen. Das ist mit einem einfachen Bildbearbeitungsprogramm kein Problem.

Eine moderne Postkarte als Titelblatt für die Vereinszeitung - könnte Ärger mit dem Postkartenverlag und dem Urheberrecht geben. Ein hundert Jahre alte Postkarte - sollte kein Problem sein.

Und bei Brieftexten: gesunden Menschenverstand einschalten! Ein Reisebericht ist anders zu beurteilen, als ein intimer Bericht an den besten Freund über sexuelle Störungen.

Wir leben in der Philatelie nicht im rechtsfreien Raum. Und Klagehanseln gibt es auch unter Philatelisten. Probleme kann es schon geben, wenn man sich nicht an die Regeln und den gesunden Menschenverstand hält.
 
10Parale Am: 25.05.2020 21:12:21 Gelesen: 372# 57 @  
Ich möchte das sehr interessante und heikle Thema nicht wiederbeleben, aber heute fiel mir beim Sortieren meiner Belege dieser rückseitige Hinweis auf einer alten österreichischen Ganzsache auf, der indirekt doch mit dem Briefgeheimnis zu tun hat.

Die Postanstalt übernimmt keine Verantwortlichkeit für den Inhalt der Mittheilungen.

Juristen haben sich also schon damals und in einem fernen Lande Gedanken gemacht, was zu Papier kommt und wie man damit umgeht.

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 25.05.2020 21:20:03 Gelesen: 357# 58 @  
@ 10Parale [#57]

Hallo 10Parale,

das hatte damals eher etwas damit zu tun, dass Leute offensichtlich unflätige Ausdrücke und schwere Beleidigungen auf Postkarten schrieben und die Empfänger sich wunderten, warum die Post solche Frechheiten überhaupt transportiert hatte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Wim Ehlers Am: 25.05.2020 22:01:43 Gelesen: 320# 59 @  
@ 10Parale [#57]

Zum Thema Briefgeheimnis in Österreich drei Linktipps:

https://de.wikipedia.org/wiki/Briefgeheimnis#%C3%96sterreich

https://www.rechteasy.at/wiki/briefgeheimnis/

https://www.jusline.at/gesetz/stgb/paragraf/118

Darin ein ein entscheidender Hinweis:

Unbedenklich ist die Veröffentlichung des Briefs durch den Adressaten (OGH 9 ObA 181/90).

Beste Grüße
Wim
 
bovi11 Am: 25.05.2020 22:11:03 Gelesen: 304# 60 @  
@ Wim Ehlers [#59]

Nicht schon wieder!
 
Wim Ehlers Am: 25.05.2020 22:15:07 Gelesen: 292# 61 @  
@ bovi11 [#60]

Ich bin nicht wieder angefangen.

Meine Empfehlung: [#56]
 
Vernian Am: 25.05.2020 22:37:20 Gelesen: 259# 62 @  
Also lehrreich waren hier vor allem zwei Dinge:

1.) Man sollte beim Thema bleiben. Wie hier: Wenn die Frage nach dem Inhalt eines historischen Poststückes gestellt wird ist als Antwort die gegenfrage nach Post- und Briefgeheimnis fehl am Platz, hierzu sollte ein eigenes Thema eröffnet werden.

2.) Die Antworten von drmoeller_neuss, Beiträge [#35] und [#56]

V.
 
Richard Am: 25.05.2020 22:41:23 Gelesen: 257# 63 @  
@ Wim Ehlers [#61]

Hallo Wim,

wenn Du Bedenken hast in diesem Forum zu schreiben oder zu lesen, dann melde Dich einfach ab. Ein Satz dazu reicht aus.

[#35] [#56] ist kein Rechtsanwalt !

Jetzt gebe endlich Ruhe.

Wenn hier einer die Verantwortung übernimmt, bin ich das.
 

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