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Thema: Tschechoslowakei: Wertbrief aus Prag (27.11.1939)
Holger Am: 27.04.2009 19:13:14 Gelesen: 6445# 1 @  
Hallo zusammen,

ein Sammlerkollege aus den Niederlande fragte mich nach Informationen zu den weiter unten abgebildeten Wertbrief aus Prag von 27.11.1939, die ich an die hiesigen Spezialisten weiterleiten möchte:

1. was "sagen" die verschiedenen Stempeln auf dem Umschlag ?
2. wie wurden die Gebühren (5kc) verrechnet ?
3. welche Wertangabe wurde der Betrag von 3.000kc nach heutigen Maßstäben betragen (ich denke recht hoch im Vergleich zum Porto)
4. warum wurde der Brief versiegelt (evtl. wegen der wahrscheinlich hohen Wertangabe ?)?
5. was könnte der Inhalt des Briefes gewesen sein ?
6. stimmt die Vermutung, dass dies ein Formbrief für Wertangabe ist (legt die Tabelle im linken Teil nahe)

Wer kann eventuell sogar weitere Angaben zu diesem Brief machen ?

Vielen Dank für Eure Antworten

Summende Grüsse
Holger

Vorderseite:



Rückseite mit den Siegeln:


 
dionysus Am: 27.04.2009 19:29:47 Gelesen: 6438# 2 @  
Hallo Holger,

zu der Frage 3:

Der Umrechnungskurs der Böhmen & Mähren Krone (bzw. Tschechischen Krone) zur Reichsmark lag bei 10 zu 1. Der Wert des Briefes entspricht also 300,- RM und das war 1939 schon noch ein nennenswertes Sümmchen.

Nach Angaben des Hamburger Staatsarchives und des statistischen Bundesamtes hätte die Reichsmark etwa folgenden Wert in € (Stand 2000):

1 Reichsmark (1924–1936) = 3,32 Euro
1 Reichsmark (1937/38) = 3,58 Euro
(Quelle Wikipedia)

Lieben Gruß
Maico
 
Holger Am: 27.04.2009 19:46:24 Gelesen: 6425# 3 @  
@ dionysus [#2]

Hallo Maico,

mit deiner Antwort [#2] (vielen Dank !) hat sich auch Frage 4 schon geklärt.

Ob dieser Höhe war sicherlich die Versiegelung mit einem "eigentümlichen" Gepräge und alle Umschlagklappen erfassend vorgeschrieben - oder ?

fragt
Holger
 
Postgeschichte Am: 27.04.2009 19:48:36 Gelesen: 6423# 4 @  
@ Holger [#1]

Hallo Holger,

versuche mal, einen Teil der Fragen zu beantworten:

zu 1. Die Stempel dürften Eingang- und Buchungsstempel der Zentrale bzw. der Filiale der Zivnostenska Bank sein.

zu 2. Die Gebühr dürfte angeschrieben und monatlich mit dem Postamt abgerechnet worden sein.

zu 3. Die Umrechnung hat Maico schon erläutert [#2]

zu 4. Wertbriefe waren grundsätzlich zu versiegeln

zu 5. Der Inhalt war Geld. Jeder andere Inhalt hätte beschrieben werden müssen (Wertpapiere usw.). Zur Kontrolle war das Gewicht (83 g) links oben anzugeben.

zu 6. Ja, es handelt sich um einen Formbrief, der für einen Verschleißpreis (Preis für das Formular) von 20h (s. links oben) von der Post erhältlich war. Diese Vordrucke, die ähnlich auch in Österreich/Ungarn schon während des 1. WK (vielleicht auch schon früher) verwendet wurden, erleichterten dem Absender eine schnelle Einlieferung und der Post ein übersichtliches Adress- und Wertangabefeld.

Gruß
Manfred
 
Holger Am: 28.04.2009 20:18:42 Gelesen: 6381# 5 @  
@ Postgeschichte [#4]

Hallo Manfred,

auch dir meinen Dank. Super !

Philaseiten - da werden Sie geholfen

Grüsse
Holger


Nachfolgend ein neuer Bienen-Kleinbogen aus Guine-Bisseau:


 
Polen-Anton Am: 21.05.2009 16:02:55 Gelesen: 6293# 6 @  
Hallo Holger,

Das Stempeldatum ist nicht 27.11.1939, sondern 27.II.1939 (also Februar). Die Monatsangabe ist in römischen Ziffern. Ausserdem sind die deutschen Truppen schon Mitte März einmarschiert; somit ist es unwahrscheinlich, dass im November noch ein Wertbrief mit komplett tschechischem Text verschickt worden wäre.

Richtig ist, dass es in Österreich schon viel früher Geldbriefe gab. Ich besitze ein Exemplar zu 103 Gramm vom 15.II.1918 von der Firma Dukatenzähler und Bruder aus Przemysl nach Leipzig, freigemacht mit 85 Heller. In dem Umschlag ist 259 Mark verschickt worden. Wieviel Kronen entsprechen zu der Zeit 259 Mark?

Mit freundlchem Sammlergruss,

Polen-Anton
 
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