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Thema: DDR Belege bestimmen
philapit Am: 27.08.2020 16:40:25 Gelesen: 985# 1 @  
DDR Mi. 275-Erstagsbrief der Versandstelle ?

Hallo Spezialisten!

Ich bin etwas verwirrt wegen des Kuverts der Versandstelle. Das ist doch kein FDC denn der Stempel ist doch nicht vom Ersttag. Wurde so ein Kuvert an Sammler abgegeben und zu welchem Zweck. Gefälligkeitsabstemplung auf offiziellem FDC Kuvert. Wer kann mich aufklären?

Schon mal vielen Dank
Philapit


 
Lars Boettger Am: 27.08.2020 18:34:45 Gelesen: 949# 2 @  
@ philapit [#1]

Das ist doch kein FDC denn der Stempel ist doch nicht vom Ersttag. Wurde so ein Kuvert an Sammler abgegeben und zu welchem Zweck. Gefälligkeitsabstemplung auf offiziellem FDC Kuvert. Wer kann mich aufklären?

Ich bin kein Spezialist für DDR-Ersttagsbriefe. Aber ich kann mir vorstellen, dass man sich damals beim Postamt Leipzig C2 nichts dabei dachte, als man den Briefumschlag beim Versand an die Versandstelle verwendete. Umschlag war Umschlag, man nahm, was man gerade zur Hand hatte.

Beste Grüße!

Lars
 
philapit Am: 29.08.2020 10:20:48 Gelesen: 886# 3 @  
Hallo Lars,

danke für die Antwort. Das Kuvert wurde ersichtlich nur 5000 mal aufgelegt. Da will es mir nicht in den Sinn das das Kuvert an Sammler blanco abgegeben wurde. Es gab damals hunderttausende organisierte Sammler in der DDR. Kann es sich um den Ersttag des 3 Farben Sonderstempel handeln?

Ich kenn jedenfalls keinen 2. Beleg dieser Art.

Mit freundlichem Gruß
philapit
 
tomato Am: 29.08.2020 11:28:29 Gelesen: 863# 4 @  
@ philapit [#3]

Habe so einen Beleg schon gesehen. Der Sonderstempel kommt auch auch Block 7 vor, aber selten.

In dem sehr empfehlenswerten Katalog ''Erstzagsbriefe- und Stempelkatalog Band I'' von Peter Fischer/ Peter Tichatzy (erhältlich bei der DDR Arge Spezial) steht etwas zu dem Umschlag und dessen Verfahrensweise. Auch die dort angeführten postalischen Bestimmungen sind sehr lesenswert. Es handelt sich um einen allgemeinen Erstagsbriefumschlag.

Unter der abgebildeten Marke 275 steht im Katalog, ''Sonderstempel nicht am Ausgabetag''. Damit ist wahrscheinlich dieser Stempel gemeint.

FDC-Umschläge mit anderen Stempeldaten kommen häufiger vor.

Gruß Thomas
 
Ewaldr Am: 30.12.2020 19:48:24 Gelesen: 719# 5 @  
Hallo,

ich habe hier einige interessante Beiträge zum Thema Rohrpost in der DDR gelesen. Ich stolperte vor einiger Zeit über einen sonderbaren Berliner Beleg, der Stempel trägt, die Rohrpostähnlich aussehen. Ist es Rohrpost? Und was ist das für eine Portorate von 1,60 Mark?


 
Christoph 1 Am: 31.12.2020 01:31:10 Gelesen: 690# 6 @  
@ Ewaldr [#5]

Hallo Ewald,

ob es sich hier um Rohrpoststempel oder um normale Eilzustellungsvermerke handelt, mag ich nicht sicher zu sagen. Meines Wissens gab es jedoch im Jahr 1979 keine Rohrpost mehr in Berlin (weder Ost- noch West-Berlin). Aber was ich sicher sagen kann: die Portostufe stimmt zu 100% nicht. BRD und Westberlin galten ja seit 1.7.1971 für die DDR als Ausland. Ein normaler Eilrief wäre mit 85 Pfennig ausreichend frankiert gewesen, ein übergewichtiger Eilbrief mit 1,30 Mark. Eine Portostufe mit 1,60 Mark ergibt keinen Sinn, ergo ist der Brief deutlich überfrankiert.

Gruß
Christoph
 
Ewaldr Am: 31.12.2020 10:30:35 Gelesen: 666# 7 @  
Hallo Christoph,

danke für deine Reaktion. Du hast recht, das Porto lässt mich ratlos zurück.

Das Stempeldatum der Vorderseite ist der 12.7.75. Der rückseitige Stempel besätigt den 12. Juli 1975. Da gab es die Rohrpost in Berlin noch.

Der vorderseitige Stempel lautet, soweit ich das lesen kann: Berlin -239-i. Ich garantiere nicht für die Richtigkeit.

Die Rückseite sieht sehr nach Rohrpost aus der Uhrzeitstempel macht mich stutzig. Wer konnte derart "spielen", wenn es eine Spielerei ist?

Gruß
Ewald

[Beiträge [#5] bis [#7] redaktionell verschoben aus dem Thema "Rohrpostbelege"]
 
Christoph 1 Am: 31.12.2020 12:53:09 Gelesen: 649# 8 @  
@ Ewaldr [#7]

Guten Tag Ewald,

Du hast recht, ich habe das Datum falsch interpretiert. Der Brief ist von 1975. Das ändert aber eigentlich nichts am vorherigen Befund, denn der vorderseitige Stempel ist definitiv nicht aus Berlin. Die Ziffer unterhalb des Ortsnamens ist die PLZ. Ich lese 238. Der Stempel stammt also m.E. aus 2380 Barth 1. Siehe auch den von mir in unsere Stempeldatenbank eingestellten Abschlag [1].

Nun wäre die Frage, ob die Post aus allen DDR-Bezirken, die nach Westberlin adressiert war, zunächst in Ostberlin landete und dort möglicherweise noch die Rohrpost durchlaufen hat? Wäre möglich, aber die rückseitigen Stempel sprechen eine andere Sprache: Der Eingangsstempel der Westberliner Klüssendorf-Maschine (oben rechts auf dem Umschlag mit UB nb) ist auf 3 Uhr gestellt. Der Zeilenstempel, der an Rohrpost erinnert, ist auf 5.49 Uhr gestellt. Also muss es sich um einen Westberliner Stempel handeln. In West-Berlin gab es aber auch 1975 definitiv keine Rohrpost mehr.

Kann es nicht sein, dass die ehemaligen Rohrpost-Stempel für die Abfertigung von Eilsendungen noch eine Weile weiter verwendet wurden?

Viele Grüße
Christoph

[1] https://philastempel.de/stempel/zeigen/160752
 
Ewaldr Am: 31.12.2020 13:40:47 Gelesen: 636# 9 @  
Hallo Christoph,

danke für deine hilfreichen Ausführungen. Der Stempel passt definitiv zu deinem Barth-Stempel. Damit ist die Rohrpostfrage erledigt, da du auch mit Westberlin völlig richtig liegst.

Vielen Dank für deine Hilfe.

Viele Grüße, Ewald
 
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