Thema: Nachportobelege mit fehlendem Teilporto / Nebenstempel "T" bestimmen
Ameise Am: 05.09.2020 23:01:05 Gelesen: 583# 1 @  
Hallo, könnte mir bitte jemand sagen, was dieser blaue Nebenstempel "T ..." für eine Bedeutung hat?





Name und Straßenname habe ich unkenntlich gemacht.

Viele Grüße
Enrico
 
Michael Mallien Am: 06.09.2020 07:26:35 Gelesen: 553# 2 @  
@ Ameise [#1]

Hallo Enrico,

T-Stempel werden auf Auslandssendungen angebracht, die unterfrankiert sind. Die untere Zahl (60) ist der Betrag der zu zahlen gewesen wäre und die oberere Zahl (20) kennzeichnet den Fehlbetrag.

Dabei wird eine Umrechnung auf die Währung des Ziellandes vorgenommen und auch, was eine solche Postsendung im Zielland gekostet hätte. Schließlich soll das Nachporto ja im Zielland erhoben werden.

Ich bin nicht ganz sicher, ob ich es ganz korrekt beschrieben habe. Es gibt ein anderes Thema hier im Forum, mit einer exakten Beschreibung. Das habe ich allerdings nicht gefunden.

Viele Grüße
Michael
 
saeckingen Am: 06.09.2020 07:36:51 Gelesen: 546# 3 @  
Stimmt so nicht ganz. Unten steht immer der Preis eines einfachen Auslandsbriefes, nicht was die jeweilige Sendung gekostet hätte.

Daher hier auch 60 Rappen und der Fehlbetrag von 20 Rappen. Das Empfängerland - hier die DDR - hat dann den Bruch mit den Kosten eines Auslandsbriefes multipliziert und so den einzuziehenden Betrag in Landeswährung berechnet. Im Falle der DDR also 35 Pfennig.

20/60 x 35 = 12 Pfennig

Grüße
Harald
 
Baber Am: 06.09.2020 09:31:44 Gelesen: 523# 4 @  
@ Ameise [#1]
@ saeckingen [#3]

Hallo Enrico, Hallo Harald,

der Fehlbetrag 20 Rappen kam zustande, da 30 Rappen die Postkartengebühr für das CEPT Ausland war, zu dem die DDR nicht gehörte. Für das übrige Ausland war die Postkartengebühr 40 Rappen, es fehlten also 10. Dieser Fehlbetrag wurde damals verdoppelt = 20 Rappen.

Solche Nachportobelege gibt es auch aus Österreich und Italien, den Haupturlaubsländern der Deutschen, die dann Grüße an ihre Verwandten in der DDR schickten und die DDR als Deutschland betrachteten.

Hierzu könnte man auch eine Sammlung aufbauen. Briefe mit Nachporto wegen "Nicht-CEPT" sind wesentlich seltener.

Gruß
Bernd
 
rosteins69 Am: 07.09.2020 02:08:21 Gelesen: 453# 5 @  
Jetzt stehen hier drei unterschiedliche Antworten - und ganz ehrlich, ich begreife keine davon. Es könnte ja auch maximal eine richtig sein. Da mich die Sache interessiert: Gibt es hier einen Schweiz-Experten, der Licht ins Dunkel bringen kann?
 
volkimal Am: 07.09.2020 08:00:39 Gelesen: 435# 6 @  
@ rosteins69 [#5]

Hallo zusammen,

eine ausführliche Beschreibung zu den Stempeln findet ihr hier:

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=12672

Viele Grüße
Volkmar
 
Baber Am: 07.09.2020 09:45:49 Gelesen: 424# 7 @  
@ rosteins69 [#5]

Hallo Robert,

wenn du die Beiträge richtig gelesen hättest, müßtest Du sehen, dass es nicht drei verschiedene Antworten sind.

Der Beitrag von Harald [#3] berichtigt nur die Erklärung des Tax-Bruches, dass im Nenner nicht der zu zahlende Betrag steht, sondern immer der Betrag eines einfachen Auslandsbriefes des Absendelandes, der war damals in der Schweiz 60 Rappen. Oben steht wie richtig gesagt wurde der fehlende Betrag.

Ich habe in meinem Beitrag [#4] nur erklärt, warum als fehlende Betrag nicht 10 sondern 20 Rappen eingesetzt wurde.

Im Zielland wird das Nachporto wie von Harald [#3] beschrieben so berechnet, dass der Taxbruch mit dem Porto eine normalen Auslandsbriefes des Ziellandes multipliziert wird, im Falle der DDR damals mit 35 Pfg.

Gruß
Bernd