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Thema: Betriebsversuch der Post mit blauer Stempelfarbe / Änderung im Sammelverhalten
Das Thema hat 51 Beiträge:
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Michael Mallien Am: 18.11.2020 11:06:24 Gelesen: 1382# 27 @  
@ modirawatleng [#25]

Oder kann mir beim rechts abgebildeten Beispiel jemand das Datum zur Feststellung einer zeitgerechten Abstempelung nennen?

Ich lese links wie rechts 15.11.20 als Datum. Am Original lässt sich das sicher noch besser feststellen.

Viele Grüße
Michael
 
Wesi Am: 18.11.2020 13:06:31 Gelesen: 1350# 28 @  
Hallo,

mal die Frage, wurden bei den Briefzentren alle Maschinen umgestellt bzw. wurden auch die Handstempelkissen neu gefärbt?

Grüße
Moritz
 
oskar02 Am: 18.11.2020 15:47:56 Gelesen: 1300# 29 @  
@ modirawatleng [#7]

Danke für Deine Antwort. Das Datum kann wirklich nur erahnt werden. Bei den heute erhaltenen Stempeln aus den BZ 58 und BZ 60 ist es beim BZ 60 ähnlich, sofern der Stempel nicht außerhalb des Markenbildes liegt. Werde wohl in Zukunft vorwiegend Marken vom oberen Rand mit Randstück verwenden. Da sind dann die Chancen besser.

Herzliche Grüße vom Rande Berlins
Peter


 
Kalmimaxiss Am: 18.11.2020 19:40:42 Gelesen: 1224# 30 @  
@ Michael Mallien [#27]

Der Ersttag der Verwendung blaue Farbe war am letzten Montag, den 16.11.2020, nicht 15.11.2020 !
 
modirawatleng Am: 19.11.2020 11:35:12 Gelesen: 1153# 31 @  
@ Kalmimaxiss [#30]

Die offenbar verbreitete Gelassenheit gegenüber meiner (zugegeben indirekt gestellten) Frage aus [#25] motiviert mich, sie noch einmal auszuführen.
Die vorliegenden Beispiele und die wie immer wertvollen Recherchen von Journalist [#24] deuten womöglich auf ein absehbar größeres Problem für die zeitgenössische Philatelie hin. Auch für die Stempeldatenbank dieses Forums wäre der Umstieg ein schwerer Schlag, wenn mit Hausmitteln keine Erfassung mehr möglich wäre.

Der Zusammenhang von Postwertzeichen und deren Entwertung durch Stempelung ist ein Fundament der Philatelie seit den 1840er (erste Marken) bzw. 1860er (erste Sammler:innen) Jahren. Wird der absehbare Umstieg auf Datenmatrixcodes dies ändern?

Bisher werden alle postfrisch verausgabten Marken als dieselben, also gleichwertig angesehen, sofern das Druckbild und die Farbgebung nicht systematisch voneinander abweichen. Die Unterscheidungen zwischen Druckzufälligkeiten und Plattenfehlern, Abgrenzung von Druckfarben und anderen im Produktionsvorgang vervielfältigten Eigenschaften von Briefmarken führen zu Unterscheidungen. Die wichtigste ist fraglos die zwischen unbenutzt und benutzt. Wir sind geübt, die beiden Bereiche weiter zu unterteilen: In postfrisch und ungebraucht usw. bei den unbenutzten, und in die verschiedenen Qualitäten der Stempel bei den benutzten. All dies, inklusive der Meinungsunterschiede über Farben, Falz und Stempel, ist Philatelist:innen völlig selbstverständlich.

Nun sei meine Frage noch einmal deutlich gestellt:

Wird dieses Fundament der Philatelie in einem Umstieg auf Briefmarken mit Datenmatrixode, und der damit einhergehenden Umstellung der Stempelfarbe, grundsätzlich erschüttert?

Durch den Matrixcode sind unbenutzte Briefmarken zukünftig nicht mehr dieselben, weil jede einzelne sehr genau einem Produktionsgang zugeordnet werden kann. Der Code wird innerhalb einer bestimmten Zeitspanne einmalig sein, die Marke einzigartig. Die Bedeutung der Abstempelung für die Definition von benutzten Marken wird massiv sinken, weil entscheidend ist, ob die Benutzung im Datennetz der Postanstalten registriert wurde. Das heißt, wenn der Code einer Marke von einem amtlichen Gerät gescannt wurde, gilt die Marke als benutzt, und zwar unabhängig davon, ob sie auf einem Brief klebte, transportiert oder gestempelt wurde. Theoretisch ist es also möglich, dass eine nach bisherigen philatelistischen Standards eindeutig als "postfrisch" definierte Marke zukünftig als benutzt gelten könnte, weil der Code gescannt und die Marke daher nicht mehr zur Frankatur verwendet werden kann, obwohl sie nirgends aufgeklebt und nicht gestempelt wurde. Vor allem aber: Für Philatelist:innen wird das mitunter gar nicht mehr nachvollziehbar sein. Die Untersuchung einer Marke wird nicht mehr klären können, ob sie zeitgerecht zur Frankatur benutzt wurde.

Oder sind dies alles nur marginale Änderungen im Prozess der Postbeförderung, die nicht wirklich etwas ändern? (Ich frage nur.)

modirawatleng
 
Michael Mallien Am: 19.11.2020 12:18:48 Gelesen: 1130# 32 @  
@ modirawatleng [#31]

Wird dieses Fundament der Philatelie in einem Umstieg auf Briefmarken mit Datenmatrixode, und der damit einhergehenden Umstellung der Stempelfarbe, grundsätzlich erschüttert?

Meiner Meinung nach ein klares Ja! Insbesondere der Umstieg auf Briefmarken mit 2D-Matrixcodes wird die Stempelung überflüssig machen und wenn sie überflüssig ist, wird sie verschwinden. Die Stempelung bleibt bestenfalls als Service für Sammlungszwecke bestehen.

Die von Dir benannte Konsequenz, dass mitunter nicht mehr nachvollziehbar sein wird, ob eine Marke gebraucht ist oder nicht, wird sich auf das Sammelverhalten auswirken. Auf das Sammeln postfrischer Marken hat es weniger Einfluss. Der Nachweis der postalischen Verwendung wird möglicherweise das Sammeln von Belegen weiter fördern, denn dort gibt es andere Möglichkeiten die Verwendung nachzuweisen.

Ich selbst betreibe schon heute ein Sammelgebiet, das der beschriebenen Zukunft der Briefmarken entspricht, nämlich das Sammeln von Internetmarken. Diese dürfen laut AGB nicht gestempelt werden, damit der Matrixcode auslesbar bleibt. Ich bevorzuge aus eben diesem Grund das Sammeln von Belegen, wennauch ich lose Internetmarken zur Dokumentation verwendeter Motive und Typen sammle.

Viele Grüße
Michael
 
saeckingen Am: 19.11.2020 14:01:10 Gelesen: 1090# 33 @  
Das gibt es doch schon seit Jahren, dass manche Briefmarken grundsätzlich nicht gestempelt werden. So z.B. die Marken mit Vorausentwertungen. die z.B. Frankreich seit vielen Jahrzehnten herausgibt. Trotzdem werden diese gesammelt und in gebraucht und ungebraucht unterschieden. Ungebrauchte Marken müssen eine Gummierung haben, gebrauchte sind ohne Gummi. ganz einfach. In solchen Fällen können gebrauchte Marken natürlich nie teurer sein als ungebrauchte, da sie ja jeder jederzeit von ungebraucht in gebraucht verwandeln kann.

Ich denke auch, dass die blauen Stempel nur eine Übergangslösung sind. Ein paar Jahre nach Einführung des DMC Codes werden die Marken ohne ungültig erklärt werden und dann nur noch Marken mit DMC verwendet werden dürfen, ab diesem Zeitpunkt wird eine Stempelung komplett entfallen.

Für die Post hat das alles doch nur Vorteile, man spart sich die Stempelung und die damit verbundenen Kosten. Briefmarken die ungestempelt blieben oder deren Stempel chemisch entfernt wurde können nicht nochmals verwendet werden, Fälschungen werden unmöglich gemacht und die Verwendung alter Frankaturware, die unter Postpreis gehandelt wird, entfällt ebenfalls. Das alles führt zu deutlichen Kosteneinsparungen bzw. Mehreinnahmen. Sammler können dann bestimmt noch gestempelte Marken von der Versandstelle beziehen, dann bestimmt auch wieder mit schwarzem Stempel, da diese ja eh nicht mehr verwendet werden können und den Betriebsablauf daher nicht stören.

Grüße
Harald
 
TeeKay Am: 19.11.2020 14:20:48 Gelesen: 1077# 34 @  
Langfristig wird es aber nur noch ungebrauchte Marken ohne Gummierung geben - denn auch die nassklebenden Marken werden über kurz oder lang verschwinden. Im Postalltag spielen sie keine Rolle mehr. Und die Gummierung bei selbstklebenden Marken ist nicht altersbeständig. Wenn der Gummi also die einzige Unterscheidungsmöglichkeit zwischen gebraucht/ungebraucht ist, dann wird diese Unterscheidung langfristig bei losen Marken verschwinden.
 
ligneN Am: 19.11.2020 16:34:26 Gelesen: 1035# 35 @  
In Frankreich gibt es Dauerserien sowohl mit Matrix als auch ohne. Und dort wird eben auch blaue neben der normalen Stempelfarbe benutzt.

Ein Zusammenhang scheint mir da zu bestehen.

Die französische Post hat übrigens nicht vor, matrixfreie Marken abzuschaffen und die Philatelie über die Planke zu jagen. Wie hier apokalyptisch prophezeit wird. :-)
 
DL8AAM Am: 19.11.2020 17:25:15 Gelesen: 1015# 36 @  
@ ligneN [#35]

Die französische Post hat übrigens nicht vor, matrixfreie Marken abzuschaffen und die Philatelie über die Planke zu jagen.

Warum sollte das denn auch die "Philatelie über die Planke zu jagen"?

Unser Hobby, die Philatelie, ist doch kein losgelöstes, künstlich-erdachtes Thema, das irgendwie, irgendwo über den Dingen, über der Realität schwebt. Die Philatelie beschäftigt sich im wesentlichen doch mit dem Abbilden eines "Gegenstandes" aus der Echtwelt, nämlich der Post und dessen Handlungen - und wenn, besser 'und da' sich die Post (wie schon seit Jahrhunderten, wie schon seit immer) fortlaufend weiterentwickelt, entwickelt sich auch die Philatelie mit. Wir müssen eben nur beweglich sein und nötigensfalls unsere "Definitionen" der Wirklichkeit anpassen. Das ist nun wirklich nichts Neues, viele der philatelistisch-traditionellen Konstruktionen unserer Väter passen schon lange nicht mehr auf die heutige Post. Wer frühere Paketkarten, wegen der "Idee Paketkarten", sammelt und wer dieses Gebiet auch heute noch betrachten will, "muss" sich halt auch um diese weißen, langweiligen, briefmarkenlosen DHL-Paket-Labels kümmern.

Wenn die Post nicht mehr stempelt, gut, dann ist das halt eben so. Das mag zwar wirklich schade sein, insbesondere dass dann eine Ansprache eines Belegs sehr viel schwieriger bzw. eine genauere Ansprache sogar fast unmöglich sein wird. Aber das ist nichts Neues, bereits heute ist es ja schon schwieriger, als noch vor "200 Jahren". Leitwege, Behandlungen etc. sind auf den Belegen schon lange nicht (kaum) mehr zu erkennen (z.B. durch den Wegfall von Transit- und Ankunftsstempeln) [Ausnahme: Moderne Privatpost!]. Auch das hat unsere Belege schon sehr viel ärmer gemacht, leider! Aber das ist nun einmal der Postalltag und der ist ja im wesentlichen "unser Thema". Wir Forschen, Dokumentieren und Bewahren (Sammeln) das Handeln der Post. Wir drehen uns um die Post, nicht die Post um die Philatelie. Ich sehe deshalb da keine große Veränderung für die Philatelie auf uns zu kommen, außer das es im Katalog keine Spalte "gestempelt" mehr geben wird, auf keinen Fall sehe ich eine Planke zum Runterspringen.

Ketzerisch gesagt, sogar der "Ungestempelt"-Neuheitensammler hat es dann einfacher, es wird für ihn sogar billiger, denn er kann die ungestempel gelieferten Neuheiten erst für den Alltagsbedarf verwenden und er hat am Ende weiterhin Exemplare, dessen Markenbild nicht durch Stempel verunstaltet sind. Bliebe nur noch die Frage "Postfrisch". Das könnte man zwar allenfalls an der noch vorhanden Klebefolie erkennen, aber die Frage hier ist nur, wie "alterbeständig" diese Klebefolien überhaupt sind. Vermutlich "immer besser", aber wer weiss, wie das nach 100 Jahren aussieht.

Beste philatelistische Grüße
Thomas
 
modirawatleng Am: 19.11.2020 18:20:11 Gelesen: 979# 37 @  
@ saeckingen [#33]

dann nur noch Marken mit DMC

@ ligneN [#35]

Die französische Post hat übrigens nicht vor, matrixfreie Marken abzuschaffen und die Philatelie über die Planke zu jagen. Wie hier apokalyptisch prophezeit wird.

@DL8AAM [#36]

Nichts für ungut, aber mir sei der Hinweis erlaubt, dass ich gar nicht gefragt habe, ob es zukünftig noch die Post, Briefmarken oder Briefmarken ohne Datenmatrixcode geben werde, und ich bin auch gar kein philatelistischer Pessimist, sondern (zumindest als Sammler) glücklich.

Wie Richard im Titel sehr richtig konkretisiert hat, fragte ich nach der Änderung im Sammelverhalten, in der Katalogisierung und Systematisierung, bei Echtheitsbestimmung und Prüfung durch den Übergang auf Datenmatrixcode und (wie vorübergehend auch immer) blaue Stempelfarbe.

Die hier eingestellten Beispiele zeigen, dass die Anzahl unlesbarer Stempel massiv ansteigen wird, und Stempel sich teilweise auch erübrigen. Da hift mir doch die klassische "Postfrisch"-"Gestempelt"-Unterscheidung aller namhaften Kataloge doch nicht mehr weiter?! Oder sind zukünftig alle Datenmatrixcode-Marken immer nur "postfrisch"? Oder nur "gestempelt", wenn sie zusätzlich mit blauer Stempelfarbe verschmiert sind? Sind Bewertungsunterschiede dann noch sinnvoll?

modirawatleng
 
drmoeller_neuss Am: 19.11.2020 18:48:38 Gelesen: 965# 38 @  
Erinnert Ihr Euch noch, wie die Philatelie einmal angefangen hat? Damals in England, als der Hill die erste Marke mit der Königin erfunden hatte?

Gestempelt wurde mit einem Malteserstempel in roter Farbe. Ohne Orts- und datumsangabe, noch nicht einmal das zuständige Briefzentrum.

Hamburg hatte einen langweiligen Strichstempel. In Schleswig-Holstein waren die Marken offiziell zu "schwärzen". Nun gut, damals gab es noch keine Eddings.

Und früher waren die Umschläge noch viel langweiliger. Ganz ohne Marken. Heute klebt die Post wenigstens noch ein Label darauf.

Alles besser als früher :;
 
DL8AAM Am: 19.11.2020 19:18:44 Gelesen: 950# 39 @  
@ modirawatleng [#37]

Nichts für ungut, aber mir sei der Hinweis erlaubt, dass ich gar nicht gefragt habe

Nichts für ungut, ich habe auch nicht Dir geantwortet, sondern ich bin auf den Beitrag von ligneN eingegangen. Und natürlich ist das eine diskutable Fragestellung, ob der deutsche Weg (langfristig) "weg von einer Stempelung" als Folge den Untergang der Philatelie nach sich ziehen könnte (siehe Deine Frage: Verhaltensänderung, u.a. der Philatelisten)

Und genau darauf bin ich mit meiner Antwort eingegangen, nämlich ob sich dadurch das Verhalten der Beteiligten (...) ändert. Nämlich, Nein, zumindest wird sich dadurch nichts "im Kern" der modernen Philatelie groß verändern / verändern müssen. Das ist lediglich ein weiterer Schritt "weiter" auf dem immerwährenden Prozess der Veränderung, der Post und in seiner direkten Folge auch der Philatelie.

Unlesbare/Unprüfbare Stempelungen gab es auch früher schon. Die meisten Tintenstrahlentwertungen lassen sich trotzdem immer noch hinreichend genau ansprechen. Nur die Bestimmung ob ein (abgelöstes) Postwertzeichen ungebraucht ist oder nicht, dürfte (nach Wegfall der Stempelung) - ohne Zugang zu den Postdatenbanken - nicht mehr möglich sein. Ja, das ist dann halt so. Aber ist das für uns dann wirklich relevant? Im Prinzip ist das nur wichtig für Händler von Frankaturware.

Ungebrauchte Marken werden dadurch sicherlich katalogtechnisch günstiger werden, denn u.U. kann bei einem Verkauf ja nicht einmal mehr den "noch für die Frankatur einsetzbar"-Charakter eines Postwertzeichens belegen (und genau dieser Wert hat ja den Wert von modernen postfrischen Marken ausgemacht), d.h. ein "Abverkauf" aus "Postfrisch-Sammlungen" zum Zwecke des Verbrauchs dürfte sehr viel schwerer werden. Selbst anheftendes Trägerpapier oder Gummi ist ja nicht zwingend ein eineindeutiger Beweis. D.h. ein Werteverfall von dann neuen "Postfrisch-Marken", wahrscheinlich werden sich die Preise noch weiter angleichen, ob es dann noch echten Sinn ergibt in "Postfrisch"- [mit Trägerfolie] und "Gebraucht"- [ohne Trägerfolie] Spalten zu unterscheiden, wird sich (und der Markt uns) dann zeigen. Aber "Modern und Postfrisch" ist doch sowieso keine Kombination für eine langfristige Wertanlage.

Ich habe zumindest keine Angst um die Philatelie. Für die Klassischen ändert sich eh nichts und die "modernen Philatelisten" waren schon immer eng an der Entwicklung dran. Das ist ja genau das spannende an der modernen Philatelie. Die Einzigen, die sich u.U. doch noch die Existenzfrage stellen könnten, wären die Bund-Abo-Gestempelt-Sammler, aber das ist - SORRY - eher sowieso eine etwas aussterbendere Nische unseres Hobbyspektrums.

Also, man braucht keine Angst um unser Hobby zu haben - trotz Matrixcode und blauen (Übergangs-) Stempeln. ;-)

Ich finde es spannend.

Beste Grüße
Thomas
 
Journalist Am: 20.11.2020 12:54:56 Gelesen: 799# 40 @  
@ Journalist [#1]

Hallo an alle,

hier noch eine Ergänzung zu meinen ersten Beitrag speziell zum BZ 60 Frankfurt - hier hatte die Arge Briefpostautomation an alle ihre Mitglieder den weiter oben schon abgebildeten Beleg als kleines Dankeschön verschickt und so sollte er gestempelt werden:



Dies ist aber nicht immer passiert, bei etlichen Briefen wurde die linke Marke nicht entwertet. Dazu sind nun erste Nachforschungen erfolgt und dabei wurde festgestellt, das es mindestens zwei Testläufe mit unterschiedlichen Uhrzeiten gegeben hat, einmal mit 17 Uhr wie oben gezeigt, aber es gibt auch Briefe, die mit 16 Uhr gestempelt wurden:



Weiter wurde sogar ein Beleg bekannt, bei dem eine erste verunglückte Stempelung um 16 Uhr erfolgte links und dann noch eine zweite um 17 Uhr rechts



Daher meine Frage an alle anderen, welche Uhrzeit befindet sich den auf ihren Belegen ? die mit 16 Uhr oder die mit 17 Uhr ?

Soweit neue Erkenntnisse dazu - viele Grüße Jürgen
 
LOGO58 Am: 20.11.2020 16:22:12 Gelesen: 739# 41 @  
@ Journalist [#40]

Hallo Jürgen,

mein Beleg aus Frankfurt am Main [#4] zeigt 17 Uhr.

Grüße aus dem Norden
Lothar
 
juju Am: 20.11.2020 16:57:30 Gelesen: 727# 42 @  
Hallo Jürgen,

mein Beleg aus dem BZ 60 wurde um 16 Uhr entwertet, und zwar genau so wie du in Beitrag [#1] zeigst (Welle, Werbung, Welle ohne besonderen Abstand).

Beste Grüße
Justus
 
Journalist Am: 22.11.2020 08:22:37 Gelesen: 637# 43 @  
@ Journalist [#40]

Hallo an alle,

ergänzend zu obigen Beitrag noch eine weitere Ergänzung. In Frankfurt gibt es scheinbar seit dem 16.11. zwei Maschinen mit Tintenstrahlentwertung, eine mit blauer Farbe siehe Beitrag oben mit dem Unterscheidungsbuchstaben "md" und eine mit schwarz mit dem Unterscheidungsbuchstaben "mc" siehe der folgende Stempelausschnitt vom Freitag den 20.11.



Kann jemand diese Stempelung auch vom 16.11. den ersten Tag mit blauer Farbe nachweisen ?

Denn dann gäbe es an diesen Tag 3 verschiedene Varianten im BZ 60, wie dort gestempelt wird

a) mit der klassischen Stempelmaschine AM 990 / 91
b) Tintenstrahlentwertung in schwarz mit UB "mc"
c) Tintenstrahlentwertung in blau mit UB "md"

Viele Grüße Jürgen
 
andiL Am: 22.11.2020 11:37:07 Gelesen: 607# 44 @  
@ Journalist [#40]

Hallo Jürgen,

vielen Dank für den Brief. Meiner ist gestempelt 17.00, UB "md". Wobei bei meinem Brief nur die Marke Individuell rechts gestempelt wurde. Die ATM MiNr. 8 zu 25 Cent wurde nicht gestempelt.
 
andiL Am: 22.11.2020 11:46:09 Gelesen: 600# 45 @  
Ich habe diverse Belege an alle drei beteiligten Briefzentren geschickt. Dabei waren auch einige Briefe mit ATM MiNr. 10, sowie zahlreiche Belege mit Briefmarken Individuell (BMI).

Ich habe in meinen Begleitbriefen geschrieben, es sollen bitte alle Belege gestempelt werden. Möglichst so, dass die jeweilige Matrix gestempelt wird.

Das hat so gut wie nicht geklappt. Bei allen Briefen, die mit den ATM MiNr. 10 frankiert waren, wurde diese ATM NICHT gestempelt! Keine einzige ATM.

Meine Großbriefe mit 85 Cent und 70 Cent ATM frankiert wurden also weder gestempelt noch codiert- TOLL!

Von den Belegen mit den BMI wurden lediglich DREI so gestempelt, dass die Matrix gestempelt wurde.

ERGEBNIS: Mit meinem Scanner konnte ich eine Matrix NICHT auslesen! Ich nutze einen Honeywell Handscanner.

Da stellt sich mir die Frage, ob das mit der blauen Stempelfarbe funktioniert?! Wer hat bisher ähnliche Erfahrungen/Ergebnisse gemacht?

Ein Briefausschnitt als Beispiel:


 
uli Am: 22.11.2020 15:20:21 Gelesen: 553# 46 @  
@ andiL [#45]

"ERGEBNIS: Mit meinem Scanner konnte ich eine Matrix NICHT auslesen! Da stellt sich mir die Frage, ob das mit der blauen Stempelfarbe funktioniert?"

In den Sortieranlagen werden D2-Codes nicht gescannt, sondern fotografiert. Sehr wahrscheinlich ist da ein Blaufilter vorgeschaltet oder elektronisch in den Kameras integriert, so dass der D2-Code auf dem Bild klar und deutlich sein wird. D2-Codes fotografieren und extrahieren ist wesentlich schneller und sicherer (und teurer) als Scannen.

Gruß
Uli
 
DL8AAM Am: 22.11.2020 19:46:00 Gelesen: 499# 47 @  
@ modirawatleng [#31]

Durch den Matrixcode sind unbenutzte Briefmarken zukünftig nicht mehr dieselben, weil jede einzelne sehr genau einem Produktionsgang zugeordnet werden kann. Der Code wird innerhalb einer bestimmten Zeitspanne einmalig sein, die Marke einzigartig.

Das ist aber keine neue Entwicklung. Viele Länder drucken bei Automatenmarken bereits seit längerer Zeit "Seriennummern" dazu. Und amerikanische ATM tragen zusätzlich sogar den Verkaufsort (Postleitzahl) und -tag. Auf die unbegrenzte Gültigkeit haben diese Angaben aber keinen Einfluß, die sind nur informativ. Da ist schon lange nichts meht mit "Einmaligkeit".

Beste Grüße
Thomas
 
andiL Am: 23.11.2020 09:28:51 Gelesen: 429# 48 @  
@ uli [#46]

Vielen Dank für die Erläuterung zur Bearbeitung der Stempel in den Briefzentren! Das war mir nicht bekannt. Leuchtet aber vollkommen ein. Mit solch einem vorgeschalteten Blaufilter geht das garantiert problemlos!

DANKE!
 
Journalist Am: 24.11.2020 15:51:12 Gelesen: 294# 49 @  
@ Journalist [#40]

Hallo an alle,

noch einmal ergänzend auch zu obigen Beitrag speziell hier zum BZ 60 - prinzipiell ist das neue System in der Lage über die komplette Breite eines Din Lang Briefes alles zu entwerten. Dazu hier nun zwei Beispiele damit man auch besser sieht, um was es geht. Zuerst eine Achtfachfrankatur einer 10 Cent Blumenmarke:



Diese stammt vom ersten Tag und wurde um 16 Uhr gestempelt. Wie man an diesem Beispiel allerdings gut sieht, ist je nach Motiv und dessen Farbe die Lesbarkeit stark eingeschränkt.

Dazu nun aber ein weiterer Versuchsbriefausschnitt mit einer Vierfachfrankatur einer 20 Cent Blumenmarke - auch um 16 Uhr entwertet:



Hier kann man nun sehr schön sehen, was maximal möglich ist, von links nach rechts - Welle, Welle, Werbung Welle.

Die linken beiden Wellen können wahlweise einzeln dazu gedruckt werden, vorausgesetzt, das System erkennt rechtzeitig die entsprechende Positionierung der weiteren Marken außerhalb der Frankierzone. Dies muss aber alles mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40.000 Sendungen je Stunde passieren.

Sind hier nun scheinbar viele Briefe kurz hintereinander vorhanden, die auch mit vielen Marken außerhalb der vorgesehenen Frankierzone verklebt sind, bekommt dieses System scheinbar Probleme alles richtig zu erwischen und zu stempeln.

Da dies im Regelfall aber selten sein dürfte, müsste es sonst in der Praxis immer gut funktionieren. An anderer Stelle haben wir aber auch schon gesehen, das beispielsweise nur die Werbung ohne die Welle links daneben gedruckt wurde. Ob es sich hier um Doppelabzüge gehandelt haben könnte (also das zwei überlappende Briefe gleichzeitig eingezogen wurden oder ob die Steuerungssoftware vereinzelt Aussetzer hat, wird sich vermutlich nicht genau klären lassen.

Soweit hier noch einige prinzipielle Ergänzungen zur Stempelung selbst.

Viele Grüße Jürgen
 
MS Sammler Am: 26.11.2020 10:41:49 Gelesen: 205# 50 @  
Moin, ich zitiere mal aus einem DBZ-Artikel vom 25.11:

Auch nach der Einführung von Briefmarken mit Matrixcode behält die Deutsche Post die Stempelung bei. Wie die DBZ in Heft 26/2020 meldet, werden auch Mischfrankaturen zwischen Briefmarken mit und ohne Matrixcode möglich sein

Gruß Leon.

[1] https://www.deutsche-briefmarken-zeitung.de/2020/11/25/deutsche-post-behaelt-stempelung-bei
 
uli Am: 26.11.2020 11:43:53 Gelesen: 184# 51 @  
@ MS Sammler [#50]

Die Frage ist nur: Wie lang? Ich würde mich nicht wundern, wenn noch vor dem Jahr 2030 Briefmarken ohne D2-Code ungültig werden.
 

Das Thema hat 51 Beiträge:
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