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Thema: Weiterverwendete DDR Stempel in der Bundesrepublik
MS Sammler Am: 08.12.2020 20:15:58 Gelesen: 745# 1 @  
Hallo zusammen,

in Hoffnung auf rege Beteiligung, möchte ich dieses neue Thema starten.

Es sollen Stempel/Belege gezeigt werden die einen Stempel aus der ehemaligen Postverwaltung der DDR tragen. Oft wurden solche Stempel noch lange weiterverwendet oder als Ersatz aufgehoben, da die Anschaffung neuer Stempel immer seine Zeit brauchte.

Beginnen möchte ich mit einem mit der MiNr 1390 frankierten Beleg, bei dem anscheinlich 150Pf Nachporto erhoben wurde. Der Poststempel trägt das Datum 15.04.1992

EISENACH 2 / 5900 / as



Gruß Leon.
 
Shinokuma Am: 08.12.2020 20:41:23 Gelesen: 732# 2 @  
Hallo Leon,

so begegnet man sich wieder.

Eine gute Idee von Dir, die im wiedervereinigten Deutschland weiterverwendeten Stempel aus der ehemaligen DDR zu zeigen.

Interessant daran ist vor allem tatsächlich, wie lange solche Stempel noch Verwendung fanden.

Ich habe einige Dutzend solcher Belege aus meinem Fundus durchgesehen und zeige hier den jüngsten davon, einen zumindest sehr sauberen Abschlag aus 1821 Borkheide vom 25.7.92.



Vielleicht können andere hier noch jüngere zeigen.

Herzliche Grüße

Gunther
 
volkimal Am: 08.12.2020 20:59:14 Gelesen: 724# 3 @  
@ Shinokuma [#2]

Hallo Gunther,

einen jüngeren aus Borkheide habe ich auch nicht. Dafür aber zwei Abschläge von demselben Tag.



An dem Tag hatte die Post in Borkheide sehr viel zu tun. Am 25.7.92 fand die Veranstaltung zum 80. Jahrestag der ersten deutschen Luftpost in Borkheide statt.

Viele Grüße
Volkmar
 
Baber Am: 08.12.2020 21:10:39 Gelesen: 716# 4 @  
@ MS Sammler [#1]

Hallo MS Sammler,

ich glaube, hier wird die Regel mit der Ausnahme verwechselt.

Die alten DDR-Stempel wurden bis zur Einführung der 5-stelligen Postleitzahl im Jahre 1993 weiterverwendet. Ich kann Dir zig-Belege aus dem Jahre 1992 zeigen. Gesucht sind Stempel von Orten der ehemaligen DDR, wo die 4-stellige Postleitzahl nicht oben im Stempel sondern nach bundesrepublikanischem Muster unten steht. Das sind die seltenen Stempel, die entstanden sind, wenn Stempel vor der Einführung der 5-stelligen Postleitzahl nachbestellt werden mußten.

Gruß
Bernd
 
MS Sammler Am: 08.12.2020 21:18:02 Gelesen: 714# 5 @  
@ Shinokuma [#2]
@ volkimal [#3]

Vielen Dank für die Beiträge! Mit einer solch schnellen Beteiligung hatte ich garnicht gerechnet. :-D

Es darf auch gerne über das Stempeldatum diskutiert werden. Ich würde mich generell an die Wiedervereinigung halten, da die letzten DDR Marken am 02.10.90 erschienen sind aber bis zum 31.12.91 Gültigkeit hatten. Das man nicht über Nacht tausende Stempel austauschen kann sollte klar sein.

Ein Fensterbrief frankiert mit der MiNr 1494 mit Stempel

BERNAU 1 / 1200 / k am 16.04.1991


 
filunski Am: 08.12.2020 23:01:12 Gelesen: 681# 6 @  
@ Baber [#4]
@ MS Sammler [#1]

Guten Abend Bernd und Leon,

Bernd, ich meine Leon hat schon das richtige, durchaus auch interessante Thema, gewählt. ;-)

Du hast schon Recht, die ab August 1991 und bis 30. Juli 1993 eingeführten Tagestempel aus dem Bereich VGO (ex-DDR) mit 4-stelliger PLZ und nach DBP Norm (Kreisstempel mit Sehnensegment oben), sind sehr viel seltener, wurden hier aber schon öfters behandelt.

Die "alten" DDR Stempel blieben bis zur Einführung der 5-stelligen PLZ im Einsatz und trotzdem finde ich es ganz interessant mal zu sehen wie viele gute Abschläge es da noch aus den letzten Tagen gibt.

Von mir dazu, wie kann es auch anders sein, ;-) ein Handrollstempel. Saubere DDR Handrollstempel aus dieser Zeit sind überhaupt recht schwer zu finden und der hier ist, zumindest m.E., ein besonders schönes und seltenes Stück:



BAUTZEN 1 / 8600 / m / BUDYŠIN 1 vom 26.4.1993, zweisprachiger Stempel aus dem Sorbengebiet. Der konnte zum Zeitpunkt des "Abrollens" schon fast sein letztes Stündlein schlagen hören und präsentiert sich noch in tadellosen Zustand. Übrigens aus reinem postalischen Bedarf.

Viele Grüße,
Peter
 
Baber Am: 09.12.2020 08:46:02 Gelesen: 645# 7 @  
@ filunski [#6]

Hallo Peter,

Was ist das Interessante und Besondere an diesem Thema?

Jeder Poststempel aus dem VGO ist bis zum 1.7.93 normalerweise ein alter DDR Poststempel. So könnte man jeden Ort aus dem VGO zeigen mit Stempeldatum zwischen Oktober 1990 und 1.7.1993.

Die Besonderheit sind Stempel aus dem VGO mit 4-stelliger Postleitzahl im Kreis unten.

Aber wie die richtig sagst, sind die schon behandelt worden.

Gruß
Bernd
 
rumburak Am: 09.12.2020 09:00:14 Gelesen: 641# 8 @  
Hallo,

aber nicht jeder Stempel, der so aussieht, muss auch ein DDR-Stempel sein. Siehe mein Abschlag aus 2551 Bentwisch.



Nach der Wiedervereinigung wurden für Landpoststellen im großen Stil Tagesstempel angeschafft. Zu DDR-Zeiten (ab Einführung der PLZn) führten die Poststellen bis auf wenige Ausnahmen nur die codierten Kunststoff-Stempel. Eine Ausnahme ist der oben gezeigte Stempel aus Borkheide.

Diese neu beschafften Stempel im Verkehrsgebiet Ost entsprachen der damals noch gültigen DDR-Stempel-Norm. Stempel mit PLZ unten hätten streng genommen im VGO gar nicht zum Einsatz kommen dürfen. Auch anderweitigen Neubeschaffungen sieht man die Herkunft somit auch nicht unbedingt an.

Viele Grüße
 
Baber Am: 09.12.2020 09:09:08 Gelesen: 631# 9 @  
@ rumburak [#8]

Hallo Rumburak,

das mit den Landpoststellen ist - zumindest für mich - eine neue und interessante Information.

Dann ist es aber streng genommen keine Nachverwendung sondern eine Neuverwendung von DDR-Stempeln in der Bundesrepublik.

Gruß
Bernd
 
rumburak Am: 09.12.2020 12:08:31 Gelesen: 595# 10 @  
@ Baber [#9]

Dann ist es aber streng genommen keine Nachverwendung sondern eine Neuverwendung von DDR-Stempeln in der Bundesrepublik.


Hallo Baber,

landläufig vielleicht DDR-Stempel, streng genommen aber eher ein Stempel der Deutschen Bundespost, denn die DDR war Geschichte und die Bundespost hat die Aufgaben der Deutschen Post der DDR übernommen. Nur gab es eben zwei Verkehrsgebiete im Bereich der Bundespost mit jeweils eigener Stempelnorm; PTZ-Norm im Westen und noch aktuelle VDP-Norm im Osten.

Ich will damit nur darauf hinweisen, dass ein super Abschlag auch von einem Gerät stammen kann, das erst nach der Wende hergestellt wurde. Die meisten neu beschafften Stempel im VGO hatten die PLZ nämlich nicht im unteren Sehnensegment.

Viele Grüße
 
rumburak Am: 09.12.2020 12:36:05 Gelesen: 576# 11 @  
Hier noch zwei philatelistisch beeinflusste Belege vom Letztag 30.06.1993



MAGDEBURG 3 / 3030 / f auf portogerechtem Einschreiben mit Rückschein frankiert mit 4 x SWK 200 Mageburger Dom

und



NEUBRANDENBURG 1 / 2000 / b auf portogerechtem Einschreiben frankiert mit SWK 450 Neues Tor Neubrandenburg

Viele Grüße
 
filunski Am: 09.12.2020 13:34:44 Gelesen: 554# 12 @  
@ rumburak [#8]

Hallo rumburak,

super Beitrag! Habe ich auch wieder was dazu gelernt! ;-)

Da sieht man mal wieder sehr schön, wie auch solch ein vermeintlich "triviales" Thema, hoch interessante Details ans Tageslicht bringen kann. Ist ja oft so, dass in für viele "uninteressanten" Themen oft Details und vergessene Einzelheiten schlummern. Also weiter damit!

Von mir noch ein Beispiel aus 7816 Schipkau



SCHIPKAU / 7816 / c vom 9.7.1991, alter Tagesstempel nach VDP Norm DDR.

Aber Schipkau war unter den wenigen Orten die schon vor der PLZ Umstellung die neuen Tagesstempel nach BRD Norm bekamen, hier zwei der frühesten mir vorliegenden Daten:



SCHIPKAU / b / 7816 vom 8.7.1992, und



SCHIPKAU / d / 7816
vom 9.9.1992

Alle Stempel stammen aus einer Bundsammlung und nach dem Datum des gezeigten DDR Stempels (9.7.1991) war darin kein weiterer Stempel nach DDR Norm mehr enthalten. Vielleicht wurden diese damals schon alle nicht nur ausgetauscht, sondern auch zurück gegeben?

Viele Grüße,
Peter
 
Shinokuma Am: 09.12.2020 14:45:29 Gelesen: 532# 13 @  
@ rumburak [#8]

Hallo Rumburak,

woher weißt Du denn, dass der Stempel aus Bentwisch eine Neuanschaffung ist und kein alter DDR-Stempel?

Und wie ist das zu verstehen, wenn Du schreibst, dass man den Neubeschaffungen die Herkunft somit auch nicht unbedingt ansieht? Kann man sie ihnen nun ansehen oder nicht?

Woher weißt Du, dass der Stempel aus Borkheide eine Ausnahme darstellt?

Und was sind codierte Kunststoffstempel bzw. woran erkennt man deren Abschläge?

Fragen über Fragen!

Entschuldige bitte meine Unwissenheit und gleichzeitige Neugier!

Über entsprechende Aufklärung würde ich mich jedenfalls sehr freuen.

Herzliche Grüße

Gunther
 
Baber Am: 09.12.2020 15:56:40 Gelesen: 514# 14 @  
@ rumburak [#11]

Hallo Rumburak,

ich habe eine ganze Kiste Einschreibebriefe aus dem VGO aus dieser Zeit durchgeschaut, aber vom Letzttag 30.6.93 ist keiner dabei. Am nächsten liegt noch der von Drebkau mit Stempeldatum 27.5.93.



Gruß
Bernd
 
rumburak Am: 09.12.2020 17:24:12 Gelesen: 495# 15 @  
@ Shinokuma [#13]

Hallo Gunther, hallo Baber,

zu den Tageststempeln an Poststellen der DDR, also bis zum 3.10.1990, gibt es eine Aufstellung im Gildebrief 257 von Armin Pötzsch.

Der Stempel aus Borkheide ist bei ihm 1989 registriert. Für das dem Leitpostamt Rostock unterstellte Gebiet sind zwei Stempel registriert 2551 Gelbensande und 2551 Groß Lüsewitz. Diese beiden Stempel kann ich in meiner Heimatsammlung Rostock auch nachweisen. In der Zeit des VGO habe ich neben 2551 Bentwisch auch Stempel aus 2551 Dummerstorf und 2551 Broderstorf registriert. Der Grund für die Neuanschaffung ist auf den Webseiten von Jürgen Olschimke [1] unter „Stempel“ beschrieben.

Nun ist das kein eindeutiger Beweis dafür, dass genau der Bentwisch-Stempel nach der Einheit hergestellt wurde, ich bin mir dabei aber ziemlich sicher. Diese Stempel richten sich nach der DDR-Norm, wie soll man sie dann also von „echten“ DDR-Stempeln unterscheiden?

Die codierten Kunststoffstempel sind die bekannten DDR-Poststellenstempel, die ab der Einführung der PLZ 1964/65 verwendet wurden. Codiert, weil nicht der Postort vermerkt wurde, sondern nur die Ordnungsnummer der PSt und das Leitpostamt sowie die PLZ angegeben waren. Sie bestanden nicht aus Gummi, sondern aus Kunststoff. Hier ein Beispiel in der Datenbank [2]

@ Baber [#14]

Von Drebkau habe ich einen Beleg vom 19.2.1993 mit Stempel nach Westmuster. Wenn das Stempeldatum auf Deinem Beleg 1993 ist, gibt es eine zeitliche Überschneidung in der Verwendung.



Viele Grüße

[1] http://www.jolschimke.de/34-veroeffentlichungen/deutsche-einheit.html
[2] https://www.philastempel.de/stempel/zeigen/27272
 
rumburak Am: 09.12.2020 17:56:06 Gelesen: 484# 16 @  
@ Baber [#14]

Dein Beleg aus Drebkau muss von 1992 sein, er ist nur mit 3,50 DM frankiert.

Viele Grüße
 
Baber Am: 09.12.2020 19:52:30 Gelesen: 457# 17 @  
@ rumburak [#16]

Hallo,

wo Du Recht hast hast Du Recht. Das Einschreibeporto wurde ja am 1.4.93 auf 3,50 DM erhöht. Die 2 ist auf dem Stempel von Drebkau so unterbrochen, dass es wie 3 aussieht.

Dann kann ich nur noch diesen von Wismar anbieten mit nun wirklichem Stempdeldatum 19.4.1993.



Gruß
Bernd
 
volkimal Am: 09.12.2020 19:55:49 Gelesen: 454# 18 @  
Hallo zusammen,

eine Postkarte aus Rossla an meinen Vater:



Auf der Rückseite der Karte ist der Übergang vom Stempel nach DDR-Norm mit vierstelliger PLZ zur fünfstelligen PLZ dokumentiert.

Viele Grüße
Volkmar
 
Stempelfreund Am: 10.12.2020 10:04:46 Gelesen: 400# 19 @  
[#15] [#17]

Hallo rumburak und barber,

der Beleg von Drebkau ist von 1993 und portorichtig, es ist ja ein Rückumschlag der Firma Dywidag, der schon mit 1,00 DM freigemacht war. Die 3,50 DM sind also nur die zugeklebte Einschreibgebühr. 1993 ist ja auch schon im Datum des Freistemplers zu sehen.

Gruß vom Stempelfreund
 
Christoph 1 Am: 10.12.2020 10:41:28 Gelesen: 396# 20 @  
@ Stempelfreund [#19]

Hallo Stempelfreund,

Deine Aussage betrifft den in [#15] von rumburak gezeigten Beleg aus Drebkau mit AFS + Zusatzfrankatur und Stempel nach neuer Norm. Dass dieser Beleg von 1993 ist, stand nie in Zweifel. Die Frage war, ob der in #14 von Baber gezeigte Beleg aus Drebkau mit 3,50 DM Frankatur und Stempel nach alter Norm ebenfalls aus dem Jahr 1993 stammt. Diese Frage ist wohl mit ziemlicher Sicherheit zu verneinen. Es handelt sich um einen Beleg aus 1992.

Interessantes Thema übrigens! Ich würde aber dafür plädieren, bei Gelegenheit die Überschrift zu korrigieren. Der Begriff "nachverwendet" trifft m.E. nicht zu.

Viele Grüße
Christoph
 
Uwe Seif Am: 10.12.2020 11:03:15 Gelesen: 391# 21 @  
@ Christoph 1 [#20]

Hallo Christoph,

statt "Nachverwendet" wäre vielleicht "Weiter verwendet" besser.

Gruß Uwe

[Überschrift redaktionell geändert]
 
rumburak Am: 10.12.2020 16:09:11 Gelesen: 347# 22 @  
@ filunski [#12]

Hallo Peter,

der DDR-Stempel aus Schipkau sieht nicht so aus, als ob er schon lange in Gebrauch war. Da stellt sich die Frage, warum wurden dann neue Stempel angeschafft? Auffällig ist, dass im Leitgebiet Ruhland 780-784 sehr viele neue Handstempel nach Westnorm angeschafft wurden - zu finden im Buch von Dieter Opfer.

Viele Grüße
 
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