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Thema: Notopfer Berlin: Marken und Belege
Das Thema hat 138 Beiträge:
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10Parale Am: 22.12.2019 20:48:32 Gelesen: 24764# 114 @  
@ nagel.d [#113]

Selbst Spezialisten auf irgendeinem Gebiet sind manchmal Laien, wenn sie ein neues Thema beginnen. Mein Vorschlag wäre:

1. Lese dir mal diesen Thread durch.
2. Nimm einen Briefmarkenkatalog von Michel in die Hand, möglichst farbig und nach dem Jahr 2000 herausgegeben, gehe zu Alliierte Besetzung
3. dort zu Zwangszuschlagsmarken

Dann siehst du, es ist wirklich nicht einfach. Da gibt es

4. allein 7 verschiedene Wasserzeichen, also möglichst ein Wasserzeichenlesegerät leihen oder kaufen.
5. bei der Michel Nr. 2 (A - N) gibt es verschiedene Zähnungen, da kommst du um ein Zähnungsmessgerät auch nicht herum.
6. eventuell Material bei einer Arbeitsgemeinschaft anfordern, die sich speziell mit der Marke beschäftigt, oder Auskunft einholen.

Mehr fällt mir im Moment nicht ein.

Liebe Grüße

10Parale
 
bovi11 Am: 23.12.2019 00:11:58 Gelesen: 24740# 115 @  
@ nagel.d [#113]
@ 10Parale [#114]

Ohne eine Strategie geht es nicht.

Hier erst einmal die verschiedenen Bildzeichnungen:



Da macht man erst einmal "Häufchen" und sortiert die Bildzeichnungen 3 und 4 aus (Nrn. 6, 7 und 8. Bis auf die Nr. 7 haben die alle die enge Zähnung K 14 und es sind die mit großem Abstand häufigsten Varianten und i.d.R. eben auch die billigsten Sorten. Die Nr. 7 fällt bei der Bildzeichnung wegen der weiten Zähnung K 12 auf, ist aber auch nur in der postfrischen Variante wirklich selten (KW 5.000,00 Euro).

Parallel sortiert man die ungezähnte Variante (Bildzeichnung 1) aus, da gibt es dann nur noch die verschiedenen Wasserzeichenvarianten. Das weitaus meiste wird die 1 W sein = Wz "fallende Striche; stehende Buchstaben".

Wenn man etwas geübt hat, kriegt man das mit dem Sortieren recht zügig hin.

Als nächstes sortiert man die Bildzeichnung 2 aus - auch hier sind die gestempelten Versionen i.d.R. recht häufig, aber wesentlich seltener anzutreffen, als die Markenvarianten, die auf dem ersten Haufen liegen.

Jetzt bleibt das interessanteste Häufchen übrig, nämlich die gezähnten (oder auch durchstochenen) Varianten der Bildzeichnung 1 = die Notopfermarken Nr. 2. Hier gibt es etliche amtliche Zähnungs- und Durchstichvarianten und einige unterschiedliche Wasserzeichen. Daneben gibt es zahllose Privat- und Postmeistertrennungen.

Bei dem letzten Haufen sortiere ich zunächst die Kammzähnungen sowie die Mischzähnung der "B" aus. Die B-Zähnungen fallen ins Auge, weil eine Längsseite die Linienzähnung 11 3/4 hat und die anderen 3 Seiten K 14 gezähnt sind (bei der Marke sind Zahnbrücken wegen abgebrochener Zähnungsnadeln normal).

Bleiben die Linienzähnungen. Hier gibt es die weitaus meisten seltenen Varianten der Notopfermarken - deshalb wird dieser "Haufen" auch der kleinste sein. Gebraucht wird jetzt nur noch ein guter Zähnungsschlüssel (Zähnungsmessgeräte sind ungeeignet).

Ein elektrischer Wasserzeichensucher ist überflüssig (ich habe mehrere), aber es geht genau so gut mit der alten Benzinmethode.

Bei Fragen helfen gute Scans mit Angabe des Wasserzeichens. Dann kann ich hier im Forum fast jede Notopfermarke identifizieren.

Weiteres:

http://www.arbeitsgemeinschaft-notopfer-und-wohnungsbaumarken.de/

Dieter
 
Gerhard Am: 10.04.2020 15:07:22 Gelesen: 21900# 116 @  
@ Bautenfünfer
@ weitere Spezialisten

Habe eine Mi.-Nr. 77 XF in MiF auf Brief, die ein schönes Feld(?)merkmal zeigt, dass aber nicht im Michel-Spezial steht. Kann mir jemand mit einer näheren Zuordnung dienen, wo dieses Merkmal vorkommt und wie häufig es ist?

Für Eure Bemühungen dankt im Voraus
mphG
Gerhard


 
bovi11 Am: 10.04.2020 15:17:03 Gelesen: 21896# 117 @  
@ Gerhard [#116]

Ich kann nur etwas zur Notopfermarke sagen:

Nr. 2 EZ, Linienzähnung 11 3/4 : 10 3/4
 
Gerhard Am: 10.04.2020 21:45:59 Gelesen: 21845# 118 @  
@ bovi11 [#117]

Danke bovi, auch wenn das nicht meine vorrangige Frgae war; wie hast Du den die Zähnung, anhand des Scans rausgekriegt, das finde ich bemerkenswert (!). Ich hoffe ja, dass die Bautenspezialisten mir in Bezug auf die 6er weiterhelfen können, weil krasss ist das Merkmal schon; und es ist keine Papierbeschädigung.

MphG
Gerhard
 
bovi11 Am: 10.04.2020 21:52:43 Gelesen: 21840# 119 @  
@ Gerhard [#118]

Einfach zählen - dann kommt man oben auf etwa 12 Zähne auf 2 cm; anschließend kopiere ich die Marke zweimal und schiebe eine Längsseite an eine Querseite. Im vorliegenden Fall sieht man dann die deutlich weitere Zähnung und da paßt nur die Nr. 2 EZ.

Hier der Versuch einer grafischen Darstellung:


 
Rore Am: 11.04.2020 00:21:50 Gelesen: 21809# 120 @  
Heute eine einfache Postkarte mit eine 10 pfg Marke.


 
Rore Am: 11.04.2020 00:23:33 Gelesen: 21808# 121 @  
Und noch einen Einschreibe Brief mit eine 60-er.


 
bovi11 Am: 11.04.2020 07:43:42 Gelesen: 21775# 122 @  
@ Rore [#121]

Da sind die Abbildungen zu unscharf.

[Beiträge [#116] bis [#122] redaktionell kopiert oder verschoben aus dem Thema "Alliierte Besetzung: Bautenserie 1948"]
 
westfale1953 Am: 28.07.2020 11:56:41 Gelesen: 19012# 123 @  
Hier zwei Briefe (Kontoauszüge) der Marburger Volksbank mit jeweils hinzugefügter Notopfer-Marke.



Der obere mit Stempel vom 1.12.48!

Gruß
Bernhard
 
bovi11 Am: 28.07.2020 12:04:42 Gelesen: 19008# 124 @  
@ westfale1953 [#123]

Das ist in beiden Fällen die Notopfer Nr. 1 W.
 
westfale1953 Am: 28.07.2020 15:36:38 Gelesen: 18983# 125 @  
Hallo, bovi11,

Danke für die Bestimmug!

Klar, die anderen WZ-Varianten gab es ja erst ab dem 15.12. (1Y), 20.12. (1X) bzw. 28.12.1948 (3X).



27.7.49



14.3.49

Bei den beiden obigen Marken (alle auf Brief) fällt die Bestimmung sicherlich schwerer. Kannst Du dazu etwas sagen?

Bei der unteren Marke sieht man auch eine seltsame Zähnung unten (4. Zahnloch von links). Was kann das ausgelöst haben?

Bernhard
 
bovi11 Am: 28.07.2020 15:48:26 Gelesen: 18978# 126 @  
@ westfale1953 [#125]

oben:

Notopfer Nr. 2 CZ oder CV je nach Wasserzeichen

unten:

Notopfer Nr. 2 AW, AZ oder AV je nach Wasserzeichen

Die unregelmäßige Zähnung kommt vor. Hier scheint die eine oder andere Zähnungsnadel verbogen gewesen zu sein.
 
westfale1953 Am: 28.07.2020 16:00:21 Gelesen: 18974# 127 @  
@ bovi11 [#126]

Nochmals vielen Dank!

Gruß
Bernhard
 
bovi11 Am: 28.07.2020 16:37:20 Gelesen: 18969# 128 @  
@ westfale1953 [#127]

Nachtrag:

"unten:

Notopfer Nr. 2 AW, AZ oder AV je nach Wasserzeichen"


Hier scheidet die 2 AV (Wz. steigende Wellenlinien) aus, weil der Ersttag dieser Variante erst der 25.11.49 war. Wenn ich das richtig sehe, ist die untere Marke gestempelt am 14.3.49.
 
10Parale Am: 23.11.2020 20:49:31 Gelesen: 15558# 129 @  
@ hajo22 [#27]

Wie die Regelungen in Württemberg aussahen, wurde von hajo22 in [#27] ausführlich geschildert.

Ähnlich dürfte die Lage wohl auch in Baden gewesen sein.

Hier eine Ansichtskarte mit Hans Baldung Grien 10 Pfennig ohne Währungsangabe (November 1948 Michel Nr. 33) zzgl. Notopfer Berlin. Der Stempel aus Konstanz ist nicht lesbar, auf Grund der Angaben auf der Karte und der Gültigkeit der Marke Michel Nr. 33 bis 31.12.1949 kann man genau sagen, dass die Karte im August 1949 gelaufen ist.

Ob in Baden auch Wohnungsbaumarken auftraten, entzieht sich meiner Kenntnis.

Liebe Grüße

10Parale


 
bovi11 Am: 23.11.2020 21:21:16 Gelesen: 15546# 130 @  
@ 10Parale [#129]

Baden

1. abgabefreier Zeitraum vom 1. Dezember 1948 bis zum 30. Juni 1949
1. abgabepflichtiger Zeitraum vom 1. Juli 1949 bis zum 2. Juli 1949
2. abgabefreier Zeitraum vom 3. Juli 1949 bis zum 16. Juli 1949
2. abgabepflichtiger Zeitraum vom 17. Juli 1949 bis zum 31. Dezember 1949

Verwendungspflicht von Wohnungsbaumarken (statt Notopfer Berlin) gab es nur in Württemberg vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 1949.

Stempeldatum auf der abgebildeten Karte dürfte der 17.8.49 sein (klapp´ mal die umgeknickte Ecke der Notopfermarke zurück). Die Notopfermarke ist vermutlich eine Nr. 2 CZ oder 2 CV je nach Wasserzeichen (Doppelkammzähnung 12).
 
10Parale Am: 24.11.2020 20:18:14 Gelesen: 15457# 131 @  
@ bovi11 [#130]

klapp´ mal die umgeknickte Ecke der Notopfermarke zurück

Habe ich gemacht, vielen Dank für diese Informationen. Datum 17.8.49, also abgabepflichtiger Zeitraum vom 17. Juli 1949 bis 31. Dezember 1949.

Ich zeige hier noch die Ansichts-Seite und gönne den Schwänen am Bodensee ihr Familienglück.

Liebe Grüße

10Parale


 
Briefuhu Am: 17.02.2021 13:14:30 Gelesen: 11609# 132 @  
Hier ein Beleg mit einer Notopfer Berlin, gestempelt am 10.12.1948 in Hamburg.

Bei der Durchsicht meiner Belege fiel mir diese Notopfer Marke auf. Irgendwie ist anscheinend zu viel blaue Farbe verwendet worden.

Kommt das bei dieser Marke oft vor oder ist das was Besonderes ? Auf alle Fälle kommt der Beleg in meine Sammlung.





Schönen Gruß Sepp
 
bovi11 Am: 17.02.2021 13:49:24 Gelesen: 11588# 133 @  
@ Briefuhu [#132]

Ein schöner Ortsbrief mit der Notopfermarke Nr. 1 W.

Der starke Farbauftrag ist bei der Nr. 1 W ebenso normal, wie eine zu schwache Einfärbung. Hier ein paar Beispiele und ein Gegenstück zu Deinem Brief - Notopfermarke mit zu schwachem Farbauftrag:


 
Briefuhu Am: 17.02.2021 14:18:38 Gelesen: 11575# 134 @  
@ bovi11 [#133]

Vielen Dank für die prompte und kompetente Antwort. Beleg kommt gleich mit Deiner Erklärung in die Sammlung.

Schönen Gruß
Sepp
 
MS Sammler Am: 27.06.2021 22:34:55 Gelesen: 5998# 135 @  
Ein Brief aus der Französischen Zone Land Rheinland Pfalz im Fernverkehr der 1. Gewichtsstufe von Eisenberg (Pfalz) nach Stuttgart. Aufgegeben am 14.03.49 und frankiert mit der MiNr 23 und 2BA.

Notopfermarken mussten zwischen dem 1.2.49-31.3.49 und ab dem 1.7 in Rheinland Pfalz zwingend verwendet werden.

Der Michel notiert für die 1. Periode einen Aufschlag von 60 € auf Brief. Ich bin mir jedoch unsicher, ob hier wirklich alle Tage oder nur der Ersttag gemeint ist.



Leon.
 
bovi11 Am: 27.06.2021 22:46:04 Gelesen: 5997# 136 @  
@ MS Sammler [#135]

Rheinland-Pfalz

Handbuchnotierungen:

Ersttag ohne Notopfer
1.2.49 – 80,00 Euro

Ersttag mit Notopfer
1.2.49 – 75,00 Euro

Letzttag mit Notopfer
31.3.49 – 60,00 Euro

Letzttag ohne Notopfer
31.3.49 – 60,00 Euro

Zuschlag für die Notopfer Nr. 2 FW = 150,00 Euro - alle Stempeldaten (in Rheinland-Pfalz recht selten)

Zuschlag für die Notopfer Nr. 2 FZ = 60,00 Euro - alle Stempeldaten

Die Notopfer Nr. 2 BW oder 2 BZ sind die häufigsten Notopfermarken in Rheinland-Pfalz. Kein Aufschlag außer Erst- und Letzttag.
 
volkimal Am: 21.10.2021 18:12:14 Gelesen: 1808# 137 @  
Hallo zusammen,

ein Brief aus Bork vom 18.8.1949:



Bei der Notopfermarke fällt vor allem die fetten Buchstaben am Anfang des Wortes "STEUERMARKE" auf. Das Wasserzeichen kann ich nicht erkennen. Die Zähnung ist nach meiner Messung 11. Vermutlich ist es dann K 11 1/4 : 11.

Viele Grüße
Volkmar
 
bovi11 Am: 21.10.2021 19:16:25 Gelesen: 1792# 138 @  
@ volkimal [#137]

Hallo Volkmar,

die Notopfermarke ist eine Nr. 2A (AW, AZ oder AV je nach Wasserzeichen).

Derart verkleckste Buchstaben sind bei den Nummern 1 und 2 der Notopfermarken normal. Das rührt von Farbrückständen auf den Druckplatten her.

Grüße

Dieter
 

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