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Thema: Postlagergebühren
volkimal Am: 06.02.2021 16:39:23 Gelesen: 3459# 1 @  
Hallo zusammen,

ich beschäftige mich inzwischen seit 58 Jahren mit der Philatelie. Von den Gebühren für postlagernde Sendungen habe ich erst relativ spät gehört. Ich lernte sie durch die Rundsendungen bei uns im Verein kennen. Dort waren mehrmals Hefte mit Briefen von bzw. an Herrn Joseph Topp in Essen. Er scheint sich ausführlich mit den Postlagergebühren beschäftigt zu haben. Zum Glück hatte der Einlieferer immer umfangreiche Beschreibungen beigefügt. Dort las ich das erste Mal von den Postlager-Gebühren. Hier ein Beispiel eines Briefes an Herrn Topp:



Der Brief aus Bangkok ging an seine Essener Adresse. Von dort wurde der Brief postlagernd nach Seefeld in Tirol weitergeschickt. Herr Topp hat vermutlich dort Urlaub gemacht, oder er war beruflich unterwegs. Er muss den Brief auf jeden Fall dort abgeholt haben. Die Gebühr für postlagernde Sendungen in Österreich betrug vom 1.1.1967 an 50 Groschen. Diese Gebühr wurde in Seefeld in Form von zwei Portomarken aufgeklebt und musste bezahlt werden, als Herr Topp seinen Brief abgeholt hat.

Das Stempeldatum im Stempel aus Bangkok ist nach dem thailändischen Kalender. Er ist vom 26.11.2517 BE - 543 = 26.11.1974 AD. Der Stempel aus Seefeld wurde erst am 15.04.1975 abgeschlagen. Aufgrund des großen Zeitunterschieds vermute ich, dass die Portomarken erst aufgeklebt wurden, als der Brief abgeholt wurde.

Es gab auch in eine Reihe weiterer Länder die Postlagergebühr. Allerdings habe ich keine Ahnung, in welchen Ländern sie alles vorkam. Ich hoffe, dass ihr hier Belege aus verschiedenen Ländern vorstellt. Der nächste Brief den ich zeigen werde kommt aus Portugal.

Viele Grüße
Volkmar
 
Rore Am: 06.02.2021 23:45:35 Gelesen: 3410# 2 @  
Volkmar,

einen Beleg kann ich zeigen mit Automatenmarke aus Luxemburg mit Abholgebühr aus Brüssel.


 
Cantus Am: 07.02.2021 03:03:16 Gelesen: 3380# 3 @  
@ volkimal [#1]

Hallo Volkmar,

in Österreich gab es spezielle Ganzsachen, mit denen Postempfänger benachrichtigt wurden, wenn eine Sendung bei der Post abgeholt werden musste; üblicherweise betraf das Sendungen, die an eine Postfachadresse oder an einen Empfänger mit dem Zusatz "postlagernd" geschickt worden waren.

Für die Dauer der bereits vergangenen Postlagerzeit waren Gebühren fällig, die in Form von Briefmarken auf den Benachrichtigungskarten aufgeklebt und mit Poststempel entwertet wurden. Der Postempfänger hatte dann diese Gebühren nachzuentrichten.

Ich suche dazu in den nächsten Tagen ein paar Belege heraus und stelle sie dann hier vor.

Viele Grüße
Ingo
 
Rore Am: 10.02.2021 00:45:44 Gelesen: 3308# 4 @  
In meinen Briefen habe ich noch etwas aus Belgien gefunden. Mit Postlagergebühr von 08,00 F Brussel Bruxelles


 
Rore Am: 10.02.2021 00:53:17 Gelesen: 3305# 5 @  
Es ging auch ohne diese Gebühr. Postampt Brussel Bruxellen.


 
Rore Am: 10.02.2021 00:54:28 Gelesen: 3304# 6 @  
Es ging auch ohne diese Gebühr. Postampt Brussel Bruxellen.


 
volkimal Am: 10.02.2021 09:09:49 Gelesen: 3277# 7 @  
@ Rore [#6]

Hallo,

keine Ahnung, woran das liegt. Der ersten Brief (mit Gebühr) wurde im September aufgegeben und am 6.12.1984 abgeholt. Die beiden anderen Briefe stammen vom September 1984 und wurde beide noch im September abgeholt.

Kann es sein, dass die Postlagergebühr zwischenzeitlich eingeführt wurde? Vielleicht gab es statt dessen eine kostenpflichtige Benachrichtigung, wie sie Ingo im Beitrag [#3] aus Österreich beschreibt.

Was wirklich los war, kann wohl nur ein Belgien-Spezialist beantworten.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 12.02.2021 09:47:40 Gelesen: 3199# 8 @  
Hallo zusammen,

wie schon angekündigt, ein Brief mit einer Postlagergebühr nach Luz in Portugal:



Rechts auf dem Brief steht mit Bleistift geschrieben „Für Hartmut“. An der Schrift erkenne ich, dass der Brief über Gisela, die Schwester meines Vaters, in unsere Sammlung gelang ist. Passend zum Absender wohnte Tante Gisela in Hamburg.



Sehr vieles aus der Philatelie habe ich von meinem Vater gelernt. Die Postlagergebühr war ihm aber nicht bekannt. Mit einem Pfeil auf den Postfreistempler hat er selbst links geschrieben „zusätzlich“. Ich gehe aber davon aus, dass damit am 9.4.1984 eine Postlagergebühr von 16 Escudos verrechnet wurde.

Zur Postlagergebühr in Portugal habe ich keinerlei Informationen. Genauso wenig weiß ich, ob die Klebereste auf der Rückseite etwas mit der Postlagerung zu tun haben.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 02.04.2021 12:26:15 Gelesen: 2996# 9 @  
Hallo zusammen,

Herr Topp, siehe [#1], hatte sich auf die Postlagergebühren spezialisiert. Diesen Informationszettel von ihm habe ich zusammen mit einem Beleg aus einer Rundsendung entnommen:



Demnächst folgen noch ein paar Belege von ihm. Ich versuche im Moment noch die Gebühren zu entschlüsseln.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 19.04.2021 21:38:13 Gelesen: 2876# 10 @  
Hallo zusammen,

es folgt ein Brief mit einer französischen Postlagergebühr auf einem Brief von Deutschland nach Marokko. Wie man sieht war Herr Topp bei der Produktion seiner Belege sehr erfinderisch.



Brief aus Köln vom 20.7.1976 nach Fes in Marokko. Auf der Rückseite sind ein handschriftlicher Vermerk „PSA“ vom 24.7.1976 und ein Stempel „Fes Principal“ = Hauptpostamt vom 26.7.1976. Kann einer von euch die Buchstaben PSA deuten?





Zusätzlich sind auf der Vorderseite zwei zweisprachige Rechteckstempel aus Marokko (Arabisch/Französisch). „Retour a l’envoyeur“ = „Zurück an den Absender“ bzw. „N'habite pas à l'adresse indiquée" = „Lebt nicht an der angegebenen Adresse“. Letzteres ist kein Wunder, denn Herr Topp hat mit Sicherheit einen erfundenen Empfänger eingesetzt, damit der Brief an ihn als Absender zurück ging.

Auf der Rückseite hat Herr Topp allerdings nicht seine Adresse aus Essen angegeben sondern „Dr. Josef Topp, poste restante, Markolsheim (d’Alsace) France“. Der Brief ging also von Fes aus weiter nach Markolsheim im Elsass.

Die französische Postlagergebühr in Höhe von 1 Franc wurde in Form von zwei Portomarken (MiNr. 102) aufgeklebt und am 24.8.1976 dort abgestempelt. Vermutlich hat Herr Topp den Brief an dem Tag abgeholt.

Viele Grüße
Volkmar
 
Ichschonwieder Am: 15.04.2022 19:44:56 Gelesen: 1910# 11 @  
Volkmar [#8]

Hallo,

ich muss mich zu dem Beitrag noch mal melden.

Ich habe auch einen Beleg mit diesem roten Stempel, aber mein Beleg ging von Lissabon nach Stuttgart, da kann es eigentlich kein Stempel für eine Postlagergebühr sein.



VG Klaus Peter
 
volkimal Am: 15.04.2022 20:43:34 Gelesen: 1896# 12 @  
@ Ichschonwieder [#11]

Hallo Klaus Peter,

bei deinem Brief stimmt die Aussage. Das ist ein ganz normaler Brief an eine Clubadresse in Stuttgart. Dein Brief ist mit einem Postfreistempel freigemacht. Im Beitrag [#8] wurde ein entsprechender Postfreistempel bei einem postlagernden Brief nach Portugal für die Postlagergebühr benutzt.

Viele Grüße
Volkmar
 
Heinrich3 Am: 07.04.2023 17:15:27 Gelesen: 1021# 13 @  
Hallo,

hier wird ein philatelistischer Brief von 1968 aus Kolumbien an eine Postlager-Anschrift im Vatikanstaat gezeigt. Die Rückseite zieren 2 Nachgebühren-Marken zu je 20 Lire (Michel Porto Nr. 20). Mit ihnen wurde die Postlager-Gebühr vom Empfänger kassiert. Mich erfreut die Rückseite hier mehr als die bunte Vorderseite.


 
DL8AAM Am: 07.04.2023 18:47:04 Gelesen: 1000# 14 @  
@ volkimal [#12]

Nur zur Ergänzung: Es ist in Portugal nicht unüblich, dass in den Postämtern "ganz normal - wie Absenderfreistempler - ausschauende" Geräte betrieben werden. Es ist deshalb hier oft sehr schwer, zwischen einem "echten" Absender- und einem Postfreistempelgerät zu unterscheiden.

Als Faustformel kann man sagen, dass je "kleiner" die Unternehmung bzw. je privater der Absender erscheint, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es sich wirklich um einen "echten" Absenderfreistempler handeln kann.

Nur so als Idee.

Beste Grüße
Thomas
 
becker04 Am: 08.04.2023 08:00:02 Gelesen: 980# 15 @  
Guten Morgen,

hatte ich erst kürzlich in den Händen, eine Postkarte aus Voitsberg in der Steiermark nach Innsbruck Hauptpostamt postlagernd vom 24.7.1931. In Innsbruck wurde ein 10 Groschen Marke geklebt - wohl die Lagergebühr - und 2 x gestempelt. Einer zeigt den 27.7.1931 beim zweiten ist der Tag nur zu ahnen. Dann gibt es noch einen Einzeiler vom 15.August 1931.



Viele Grüße
Klaus
 
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