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Thema: Nigeria: Fälschungen zum Schaden der Post
Das Thema hat 204 Beiträge:
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Nordluchs Am: 21.09.2023 10:13:47 Gelesen: 38401# 180 @  
@ saeckingen [#178]
@ DL8AAM [#179]

Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Beiträge.

Stefan war innerhalb weniger Minuten nach dem Einstellen per Smartphone mit einer Bekundung des Interesses sehr schnell.

Bringe beide Belege mit nach Ulm!

Viele Grüße
Hajo
 
Stefan Am: 21.09.2023 17:20:07 Gelesen: 38348# 181 @  
@ Nordluchs [#176]

Stefan war innerhalb weniger Minuten nach dem Einstellen per Smartphone mit einer Bekundung des Interesses sehr schnell.

Bringe beide Belege mit nach Ulm!


Danke :-)

Bei deinem gezeigten Beleg handelt es sich um das zweite mir bekannte Exemplar eines gefälschten Freistempels aus Tansania. Ein weiterer Beleg wurde in Beitrag [#165] vorgestellt, welchen ich an dieser Stelle wiederhole und neben deinen Beleg aus Beitrag [#176] setze:





In beiden Fällen ist die "Portostufe" von 15.560 Shilling sehr markant, dito die Gerätenummer 10333 bzw. 103331. Ich nehme an, dass es bei der Vorlage der Fälschung um die Frankatur einer sehr schweren Sendung wie ein Paket o.ä. gehandelt hatte.

Die jeweils erstellte Kopie ist vom Zeichner individuell weiterentwickelt worden, wie die Wertrahmen und die Beschriftung der Datumskrone zeigen.

Gruß
Stefan
 
Angelika Am: 20.10.2023 09:56:49 Gelesen: 36073# 182 @  
Hallo,

ein Brief aus Nigeria mit einem gefälschten Freistempel:



Viele Grüße
Angelika
 
Stefan Am: 21.10.2023 11:03:18 Gelesen: 35879# 183 @  
@ Angelika2603 [#182]

ein Brief aus Nigeria mit einem gefälschten Freistempel:

Ein interessantes Exemplar, das du hier zeigst. ;-)

Ich kann den Wertrahmen dieses Absenderfreistempels beim besten Willen keinem Original bzw. Hersteller zuordnen.

Die Wertstufe zu "~056" (ja was? Kobo? oder Niara?) ist sehr auffällig. Bei den mir vorliegenden echten Absenderfreistempeln aus Nigeria wird die Wertstufe bis Anfang der 1990-er Jahre entweder in Kobo geführt (wobei hier 100 Kobo = 1 Niara entspricht) oder der Wertrahmen weist die Angabe in Niara aus, dann allerdings mit Nachkommastellen für eine weitere Angabe in Kobo und die Angabe des Kommas als Punkt (Bsp. "50.00"). Die Wellenlinie vor der Nominale kommt bei mindestens einem Frankiergerätemodell auch bei echten Absenderfreistempeln aus Nigeria vor, allerdings die Nominale in Kobo und der Wertrahmen im Querformat vorhanden.

Daher muss ich annehmen, dass sich der Künstler (Schnitzer) dieser Bastelarbeit neben dem meinem Eidnruck nach phantasievollen Wertrahmen auch in der Gestaltung der Nominalangabe vertan und anstelle einer passenden Angabe von 50,00 Niara irrtümlich 056 Kobo in der Stempelplatte geschnitzt hatte. Einen solchen Ausreißer habe ich bisher noch nicht gesehen.

Kobo und Niara zu vertauschen, kam bereits vor. Zwischenzeitlich (im Einzelfall) wurden echte Briefmarken in Kobo zur Frankatur von Sendungen verwendet, welche für das eigentliche Porto in Niara bei weitem nicht ausreichten (Bsp. Briefmarke zu 30 Kobo = 0,30 Niara bei einem tatsächlichen Porto zu 50,00 Niara). Die Stempelung der Frankatur erfolgte (wenn überhaupt), mit einem gefälschten Handstempel, siehe Beispiel in Beitrag [#174].

Gruß
Stefan
 
Angelika Am: 01.11.2023 14:17:41 Gelesen: 34767# 184 @  
Ein neuer gefälschter Freistempel aus Nigeria.



Viele Grüße
Angelika
 
JanClauss Am: 10.09.2024 23:59:17 Gelesen: 24183# 185 @  
Bei den zahllosen Nigeriafalschbriefen, die seit den 1990-er Jahren in unserem Lande kursieren, fällt immer wieder Folgendes auf:

1. Die Frankaturmarken sind Fälschungen zum Schaden der Post und stammen aus Farbkopierern
2. Die Poststempel sind meist reine Phantasiestempel, teils wohl aus Kartoffel- oder Korkvorlagen
3. Die meisten "erhältlichen" Covers stammen adressiert an Unternehmen, die es entweder nicht mehr gibt oder deren Koordinaten falsch angegeben sind.
4. Fast alle auf dem deutschen Markt befindlichen Covers sind absenderlos, ungeöffnet und haben Unzustellbarkeitsvermerke der Deutschen Post.

Und jetzt die Frage an Radio Eriwan, die offensichtlich in den bisherigen 184 Beiträgen zu diesem Thema bisher nicht beantwortet ist (oder ich wäre senil und kann nicht <mehr> richtig lesen): Wie kann es sein, dass diese unzählig vielen Belege in Deutschland auf dem Freien Markt in Grabbelkisten erhältlich sind? Führt denn der offizielle Unzustellbarkeitsvermerk der Deutschen Post dazu, dass diese diese Belege als nicht ins Ursprungsland zurückzustellbar vernichtet bzw. extra unseren Philatelisten zur Verfügung stellt?

Wie kann es sonst sein, dass ich selbst 2 Dutzend dieser Briefe für Pfennigbeträge erwerben konnte? Diese Briefe hätten doch eigentlich in der offiziellen Briefsuch- bzw. -öffnungsstelle der Post in Marburg/Gießen unter vereidigten besonderen Bediensteten geöffnet und anschließend den nigerianischen Absendern wieder zugeführt werden müssen?
 
drmoeller_neuss Am: 11.09.2024 10:38:24 Gelesen: 24085# 186 @  
@ JanClauss [#185]

In der Philatelie gibt es vieles, was es eigentlich nicht geben darf. Und dazu gehören interne Postunterlagen. Vor 30, 40 Jahren wurde das nicht ganz so streng gehandhabt und Datenschutz stand erst in den Anfängen.

Ich kenne selbst einen Fall, bei dem ein "Altpapierlastwagen" auf dem Weg von der Post zur Papiermühle über den Umweg einer privaten Garage erheblich "erleichtert" wurde.

Und dann wurde mir ein Stapel Briefumschläge und Korrespondenz einer Behörde aus Pullach angeboten. Ich konnte den Anbieter schnell überzeugen, dass es in diesem Fall doch besser wäre, die Briefmarken auszuschneiden. :)

In Marburg wusste man durchaus diese Briefe einzuschätzen, weswegen sich die Post die Rückbeförderung in das Urprungsland erspart hat, zumal man im Falle offensichtlicher Fälschungen gar nicht dazu verpflichtet war.

Wirklich selten sind diese Briefe nicht, es war ein Massenphänomen in der Vor-Internet Zeit, in der man das Wort "Spam" noch nicht kannte. Die Anzahl der Sammler von Freistempeln, Fälschungen zum Schaden der Post und eventuell Nigera sind auch überschaubar. Es ist genügend Material da, so dass nur die "Bearbeitungsgebühr" von 50 Cent bis vielleicht einen Euro anfällt.

Ich habe zahlreiche Belege mit Unzustellbarkeitsvermerken. Der Altpapierlaster der Post scheint öfters sein Ziel nicht erreicht zu haben. :)
 
Stefan Am: 21.09.2024 10:16:33 Gelesen: 23698# 187 @  
@ JanClauss [#185]

Bei den zahllosen Nigeriafalschbriefen, die seit den 1990-er Jahren in unserem Lande kursieren, fällt immer wieder Folgendes auf:

1. Die Frankaturmarken sind Fälschungen zum Schaden der Post und stammen aus Farbkopierern
2. Die Poststempel sind meist reine Phantasiestempel, teils wohl aus Kartoffel- oder Korkvorlagen


Bei Punkt 1. und 2. bin ich inhaltlich voll bei dir.

3. Die meisten "erhältlichen" Covers stammen adressiert an Unternehmen, die es entweder nicht mehr gibt oder deren Koordinaten falsch angegeben sind.
4. Fast alle auf dem deutschen Markt befindlichen Covers sind absenderlos, ungeöffnet und haben Unzustellbarkeitsvermerke der Deutschen Post.


Punkt 3. und 4. widerspreche ich dir. Mir selbst liegt ein Aktenordner voll Belege vor, welche sich in den vergangenen 15 Jahren aus einer vielzahl Quellen (Bsp. Tauschtage) bei mir angesammelt haben (Frankatur mittels gefälschter Briefmarken oder Absenderfreistempel). Bis zum Beweis des Gegenteils gehe ich davon aus, dass die Sendungen im Regelfall zugestellt worden sind. Lediglich ein Brief in meiner Sammlung weist einen Unzustellbarkeitsvermerk auf. Vereinzelt kommt es vor, dass die Postleitzahl von vierstellig auf fünfstellig korrigiert wurde. Aufgrund dessen nehme ich an, dass in Nigeria (oder sonstwo) vor allem Mitte und Ende der 1990er Jahre Adressen aus alten Telefonbüchern (in Papierform) abgeschrieben wurden. Dabei konnten auch hie und da Adressen von Unternehmen vorkommen, welche beim Zustellversuch nicht mehr vor Ort existierten (Firmenauflösung/Umfirmerung/Umzug/...).

Und jetzt die Frage an Radio Eriwan, die offensichtlich in den bisherigen 184 Beiträgen zu diesem Thema bisher nicht beantwortet ist (oder ich wäre senil und kann nicht <mehr> richtig lesen): Wie kann es sein, dass diese unzählig vielen Belege in Deutschland auf dem Freien Markt in Grabbelkisten erhältlich sind? Führt denn der offizielle Unzustellbarkeitsvermerk der Deutschen Post dazu, dass diese diese Belege als nicht ins Ursprungsland zurückzustellbar vernichtet bzw. extra unseren Philatelisten zur Verfügung stellt?

Ich würde gern eine solche Masse an Sendungen sehen - unzustellbar oder zugestellt ;-) Ich hatte in all den Jahren bisher erst zwei Mal das Glück, größere Posten (an dieser Stelle definiert als Kauf mit zehn oder mehr Belegen bei einem Anbieter) finden zu können. Üblicherweise ist der Briefinhalt nicht mehr vorhanden und ganz ganz selten ist die Sendung noch original verschlossen (zumindest meinen Erfahrungen nach).

Wie kann es sonst sein, dass ich selbst 2 Dutzend dieser Briefe für Pfennigbeträge erwerben konnte? Diese Briefe hätten doch eigentlich in der offiziellen Briefsuch- bzw. -öffnungsstelle der Post in Marburg/Gießen unter vereidigten besonderen Bediensteten geöffnet und anschließend den nigerianischen Absendern wieder zugeführt werden müssen?

In der Vergangenheit hatte ich meist 50 Cent oder 1,00 Euro pro Beleg als Krabbelkistenfund bezahlt.

Muss die Nachforschungsstelle in Marburg überhaupt Auslandssendungen öffnen? Im Regelfall sollte eine Absenderfeststellung unzustellbarer Sendungen irrelevant sein solange feststellbar ist, aus welchem Land die Sendung kommt. Diese Fragestellung ist aber durchaus interessant, ob in Marburg seinerzeit dennoch Wert auf einen Absender gelegt wurde/wird.

Normalerweise würde ich bei unzustellbaren Sendungen erwarten, dass diese entweder zum Absender (Absenderland) zurückgeführt oder vernichtet werden. Es ist allerdings nicht verwunderlich, wenn an der ein oder anderen Stelle in der Prozesskette jemand eingreift und für die Rückführung oder Vernichtung bestimmtes Material zurückhält (Beispiele siehe Ulis Beitrag [#186]) und Richtung Sammlermarkt umleitet.

Bei passender Gelegenheit (Treffen auf einem Tauschtag?) kann ich dir gern den eingangs erwähnten Aktenordner Belege im Original zeigen.

Gruß
Stefan
 
Nordluchs Am: 26.09.2024 16:37:16 Gelesen: 23515# 188 @  
@ Stefan [#187]

Hallo zusammen,
Hallo Stefan,

die Fälschung aus Nigeria steckte als Lesezeichen in einem Werk, welches ich einsehen wollte.



Datum 10-2-95

Für die Auflistung hier schnell eingestellt. Werde ich für Ulm mit einstecken.

Viele Grüße
Hajo
 
JanClauss Am: 26.09.2024 17:13:32 Gelesen: 23504# 189 @  
Gott sei Dank bin ich weder Verbandsprüfer für die Jahre nach 1974 noch für Freistempel.

Deshalb sei die Frage erlaubt, was jetzt rein postalisch an diesem Umschlag gefälscht ist. Ich spreche nicht die massenhaft aus alten Telefonbüchern exzerpierten Unternehmensadressen an, sondern die rein bedarfspostalische Verwendung aus 1995 mit 0,4 Naira Nominale.

Der Fachmann wird mir wahrscheinlich sagen, dieser Brief sei hoffnungslos unterfrankiert?

Damit wäre er aber aus meiner Sicht noch lange keine (Ganz-)Fälschung.
 
Stefan Am: 26.09.2024 17:34:54 Gelesen: 23490# 190 @  
@ Nordluchs [#188]

Für die Auflistung hier schnell eingestellt. Werde ich für Ulm mit einstecken.

Danke! :-)

@ JanClauss [#189]

Deshalb sei die Frage erlaubt, was jetzt rein postalisch an diesem Umschlag gefälscht ist. Ich spreche nicht die massenhaft aus alten Telefonbüchern exzerpierten Unternehmensadressen an, sondern die rein bedarfspostalische Verwendung aus 1995 mit 0,4 Naira Nominale.

Bei den bisher vorgelegenen Exemplaren handelte es sich um Gummihandstempelabschläge, deshalb Ganzfälschungen. Bei den gefälschten Freistempelabschlägen fehlen generell die Werbeeinsätze, welche sonst bei Originalen üblich sind. Die vorhandene Maschinennummer verweist auf einen Absenderfreistempel und nicht auf einen Postfreistempel.

Das Stempeldatum datiert auf das Jahr 1995, die Postleitzahl ist allerdings noch vierstellig und war bis zum 30.06.1993 gültig gewesen. Diese zeitliche Diskrepanz spricht eher für die beschriebene Telefonbuchvariante.

Ich gehe hier nicht von einer Nominale zu "0,40" sondern "040" Naira aus.

Gruß
Stefan
 
Nordluchs Am: 02.10.2024 12:51:41 Gelesen: 23301# 191 @  
@ Stefan [#78]

Hallo Stefan,

diesen kleinen Minibrief fand ich noch. Kommt auch in den Sammelumschlag.

Es sind schon zwei-drei Briefe mit diesem Stempelmuster vorhanden, aber er ist trotzdem aufschlussreich.



Von Lagos Nigeria nach Fredenbeck in Niedersachsen, Landkreis Stade. Die Postleitzahl ist wohl die richtige Angabe.

Aber das ist von hinten bis vorne eine Fälschung. Nicht wahr Herr Dr.?

Viele Grüße
Hajo
 
Stefan Am: 03.10.2024 07:55:30 Gelesen: 23227# 192 @  
@ Nordluchs [#191]

Ist der Umschlag tatsächlich so klein, wie dieser auf dem Scan aussieht? Das wäre für einen gefälschten Freistempler ungewöhnlich bzw. etwas Neues. Die restlichen Indizien wie die Anrede des Empfängers und fehlender Absenderangabe und Merkmale wie das fehlende Datum im Stempelabschlag (vermutlich Handstempel, aber recht sauber abgeschlagen) sprechen klar für eine Fälschung. ;-)

Gruß
Stefan
 
Nordluchs Am: 03.10.2024 10:18:12 Gelesen: 23187# 193 @  
@ Stefan [#192]

Hallo Stefan,

ich antworte eigentlich immer erst nach 24 Stunden. Mache mal eine Ausnahme.

Es ist die Originalgröße, etwas verstärkt mit leichten Verschmutzungen.



Hier der Vergleich, die Maße sind 14,7 X 8,7 cm. Die Rückklappe ist auch original dran. Also ein Minibriefchen, welches vermutlich nicht anders vorrätig war.

Viele Grüße
Hajo
 
Stefan Am: 04.10.2024 08:17:17 Gelesen: 23105# 194 @  
@ Nordluchs [#193]

Es ist die Originalgröße, [...]

Danke! Dann ist dieses kleine Format tatsächlich ein Novum (zumindest für mich).

Meines Wissens gab es seienrzeit nicht DIE Nigeria-Connection (also eine Bande) sondern es handelt sich hier um einen Oberbegriff für etliche Banden und Gruppierungen und Nigeria und Nachbarstaaten. Eine dieser Gruppierungen hat dann meinem Eindruck nach für mindestens eine Aussendung gefälschter Sendungen das Kleinformat (etwas kleiner als C6) verwendet.

Gruß
Stefan
 
Nordluchs Am: 05.10.2024 10:54:28 Gelesen: 23043# 195 @  
@ Stefan [#194]

Hallo zusammen,
Hallo Stefan,

aus reinem Interesse habe ich zu diesem Thema mal in den Meter Stamp Catalog / Nigeria geschaut.[1] Hier interessant die Meldung am Schluss, die ich gleich übersetzen ließ.



Nigeria_fake_meter_stamps =

HINWEIS: Ab etwa 1995 verbot die nigerianische Regierung die Verwendung von privaten Frankierern aufgrund weit verbreiteter Fälschungen. Im Folgenden finden Sie typische Beispiele für diese Fälschungen, die fast immer grob sind und Handstempeln ähneln.

Viele Grüße
Hajo

[1] https://en.wikibooks.org/wiki/International_Postage_Meter_Stamp_Catalog/Nigeria
 
Nordluchs Am: 30.08.2025 17:34:25 Gelesen: 9285# 196 @  
Hallo,

nach langer Zeit mal wieder eine Nigeria Fälschung aus einer grauen Postkiste gefischt.



Lagos Nigeria, POSTAGE PAID mit Fantasiekürzel PG030 und Datum 20.XI. 95

Bringe ich nach Ulm mit!

Gruß
Hajo
 
Stefan Am: 01.11.2025 17:07:56 Gelesen: 7325# 197 @  
Nachfolgend eine m.E. neue Fälschung aus Nigeria:



Sendung aus Kakuri (?) vom 30.05.XXXX nach 6280 Zell in Österreich

Zur Frankatur wurden sechs Exemplare der Mi-Nr. 617 à 5 Niara = 30 Niara verklebt. Die Entwertung erfolgte mittels einem - auf dem ersten Blick echten - Tagesstempelgerät.



Die Fälschung kennzeichnet sich u.a. durch eine abweichende Zähnung und Farbschwankungen der Beschriftung innerhalb einer Auflage.

Gruß
Stefan
 
Stefan Am: 07.11.2025 19:03:11 Gelesen: 7107# 198 @  
Am 17.05.2022 wurde in Beitrag [#163] eine Übersicht der mir bekannten bzw. in zwei Katalogen gemeldeten Briefmarkenfälschungen aus Nigeria aufgeführt. Mittlerweile sind drei weitere Fälschungen bekannt geworden, davon zwei Fälschungen in einer 2021 erschienenen Publikation [1] des West Africa Study Circle (WASC) [2] abgebildet (besten Dank an Mitglied JanClauss für den Hinweis), so dass jetzt 20 verschiedene Fälschungen im Original vorliegen oder im Katalog als Randnotiz vermerkt oder in dem WASC-Artikel [2] abgebildet sind:

In der nachfolgenden Tabelle werden die Katalognummern des Michel-Kataloges Westafrika und des Stanley Gibbons (SG) West Africa Catalogue:

Mi-Nr. SG Motiv
185 229 Moorantilope
279 344 Geparde
458 501 OPEC Weltkarte
484 523 Postamt
485 524 Steinbruch
A546 525c Steinwall der Kano
B546 525d Steinerner Weg (Steinbrücke)
576 615 Afrikanischer Wels
606 525b Lekki Beach
609 654 Pferdeantilope
610 655 Löwe
617 662 Skulptur eines Vogels
643 690 Funktelefone
673 716 Pilze (Tricholoma lobayensis)
674 717 Pilze (Pleurotus tuberregium)
678 721 Alphabetisierungskommission
696 739 Fußball-WM der Junioren
707 751 Nigeria Bundesstaaten
713 757 Staatspräsident Obasanjo
722 768 Verschiffung von Lastwägen
 

Die ebenfalls in dem Beitrag gemachten Angaben zur Häufigkeit der beiden häufigsten Fälschungen (50 Niara Steinbrücke und 20 Niara Antilope) mit einem Anteil von 91 % auf den Gesamtbestand verschiebt sich marginal auf 92 % vom aktuell vorliegenden Gesamtbestand mit etwas mehr als 1000 Fälschungen.

Damit dieser Beitrag nicht gänzlich ohne eine Abbildung bleibt, nachfolgend die Mi-Nr. 674 als Fälschung zum Schaden der nigerianischen Post:



Gruß
Stefan

[1] Paul Redhead for the West Africa Study Circle: "A FOCUS ON FORGERY" (2021): https://wasc.org.uk/Nigeria/Complete%20forgery%20talk%20September%202021.pdf
[2] https://www.wasc.org.uk/
 

Stefan Am: 11.11.2025 19:32:31 Gelesen: 6910# 199 @  
In den Beiträgen [#87] und [#89] von 2009 wurden alte Links zur Internetseite der US-Post USPS aufgezeigt, welche sich dort mit dem Thema Nigeria Connection beschäftigen.

Eine aktuelle Recherche im Internetseitenarchiv Wayback ergab einige Treffer (Links von 2000 bis 2003 und von 2006), welche nachfolgend in diesem Thema verlinkt und archiviert werden sollen:

Merkmale zur Erkennung gefälschter Sendungen: https://web.archive.org/web/20020414111648/http://www.usps.com:80/websites/depart/inspect/nigwithg.htm

Bericht der Postinspektoren von 1998: https://web.archive.org/web/20080309114530/http://www.usps.com/websites/depart/inspect/pressrel.htm

Bericht der Postinspektoren von 1997: https://web.archive.org/web/20030320212520/https://www.usps.com/websites/depart/inspect/nigcgang.pdf

Warnmeldung der Postinspektoren: https://web.archive.org/web/20020813232304/http://www.usps.com:80/websites/depart/inspect/nigerian.htm

Warnmeldung der nigerianischen Zentralbank: https://web.archive.org/web/20020404061739/http://usps.com:80/websites/depart/inspect/nigpress.jpg

Gefälschter Briefinhalt (Anschreiben) von 1998: https://web.archive.org/web/20000311143823/http://www.usps.com:80/websites/depart/inspect/niletter.htm

Foto einer Geldanweisung: https://web.archive.org/web/20061212025758/http://www.usps.com:80/websites/depart/inspect/forgery.jpg

Gruß
Stefan
 
drkohler Am: 11.11.2025 21:29:59 Gelesen: 6880# 200 @  
@ Stefan [#199]

JFK Postal Facilities entfernen monatlich etwa 300'000 Briefe und Pakete (die Falschgeld und/oder falsche Wertzertifikate enthalten) aus dem einkommenden Postverkehr.

In den Staaten auch als "419 Scam" bekannt (urspünglicher Strafcode in Nigeria für solche Straftaten). Seit Jahren kommen viele Briefe über ganz Afrika verstreut an (auch umgeleitet über südamerikanische Länder) weil Nigeria als Absenderland zu offensichtlich wurde.
 
Koban Am: 15.11.2025 00:50:42 Gelesen: 6685# 201 @  
Brief mit Fälschungen der Mi 610 und 643. Leider nicht datierbar, da ungestempelt geblieben.

Gruß,
Koban


 
Stefan Am: 16.11.2025 15:47:11 Gelesen: 6519# 202 @  
@ Koban [#201]

Brief mit Fälschungen der Mi 610 und 643. Leider nicht datierbar, da ungestempelt geblieben.

Der Beleg wäre grob datierbar - aufgrund der fünfstelligen Postleitzahl in der Empfängeranschrift irgendwann nach dem 01.07.1993 gelaufen. Da die verwendeten Adressen sicherlich aus Telefonbüchern bzw. "Gelbe Seiten" stammten, müssten diese auch erst einmal nach Afrika (Nigeria oder Nachbarstaaten) gelangt sein. Ich vermute daher eine Zustellung zwischen 1995 und ca. 2000.

Die Löwen-Marke (Mi-Nr. 610) zeigt allerdings einen interessanten Aspekt, den ich so noch nicht gesehen bzw. auch nicht bedacht hatte. Die Fälschung der Löwen-Marke wurde in deinem Fall zusammen mit der Fälschung der Funktelefon-Marke (Mi-Nr. 643) in einem "Bogen" produziert. Links außen auf der Löwen-Marke kann man gut den Rest der Handy-Marke erkennen. Die Idee, Streifen originaler Briefmarken (vermutlich zu je zehn Stück an der Längsseite) auf einen Kopierer zu legen und damit passend Fälschungen zu produzieren, welche in ausgeschnittener Form bzw. mittels per Nähmaschine versehener Durchstich ohne großen Aufwand die passende Portostufe (hier 10 + 30 = 40 Niara) darstellen, ist sehr praktisch gedacht. Demnach müssten Löwen-Marke und Handy-Marke als Fälschung etwa die gleiche Auflage gehabt haben. In meiner Sammlung ist die Handy-Marke mit 14 Exemplaren marginal häufiger vertreten als die Löwe-Marke mit elf Stück. Beide sind dennoch vergleichsweise selten.

Gruß
Stefan
 
Journalist Am: 03.04.2026 07:30:37 Gelesen: 1208# 203 @  
Hallo an alle,

der folgende Brief stammt aus Nigeria, zumindest laut Stempel:



Vermutlich handelt es sich dabei um zwei Stempel, einmal den Postage Paid Stempel und daneben einen Tagesstempel vom 1. Feb. 1995. Ob der Beleg auch hier in diese Rubrik passt oder ob die Stempel doch echt sind, kann ich nicht beurteilen, mangels Vergleichsmaterials.

Viele Ostergrüße Jürgen
 
JanClauss Am: 03.04.2026 12:51:54 Gelesen: 1148# 204 @  
Mir malinki <Die Welt ist klein!> sagen die Russen:

an DER Adresse bin ich als Kleiner Junge in HH zur Volksschule gegangen!
 

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