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Thema: BDPh plant Beitragserhöhung um 5 Euro - DBZ streicht Berichterstattung
Das Thema hat 73 Beiträge:
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Sammler Individuell Am: 10.04.2021 09:10:24 Gelesen: 2511# 49 @  
Bestimmt hat der Bundesvorstand, die LV und Ortsvereine schon häufig über das Einsparen von Kosten nachgedacht. Aber wie soll der Bundesvorstand diese transportieren, wenn er gerade aus Kostengründen möglicherweise die "Philatelie" einstellen musste.

Ich war über viele Jahre als Kassenwart, Jugendwart, später als 2. und dann 1. Vorsitzender in einem kleinen Sportverein tätig und weiß, dass man als Funktionär viel Zeit und Geld opfert um den Verein vernünftig zu führen.

Am Liebsten waren mir zu dieser Zeit die Mitglieder, die sich immer genau dann meldeten, wenn es galt unpopuläre Entscheidungen zu treffen und dann alles besser wussten aber ganz schnell wieder untertauchten, wenn Vereinsposten zu vergeben waren. Diese Mitglieder brauchen alle Vereine!

Alle, die eine Lösung des Problems haben rufe ich auf: Nehmt Vorstandsposten im Verein, euerm LV oder dem BDPh an und ihr werdet sehen, wieviel Freude solch eine Arbeit macht. Nebenbei wird man reich dabei und kann seine komplette Freizeit abseits der Familie mit immer glücklichen Vereinsmitgliedern verbringen.

Der BDPh hat nun die Wahl zwischen Pest und Cholera (und vielleicht noch Corona). Entweder Leistungen kürzen oder Beiträge erhöhen. Ich möchte die Leistungen weiterhin gerne in Anspruch nehmen können, auch wenn ich dies bisher nur sehr selten getan habe. Aber alleine das Wissen darum ist mir wichtig. Und ich freue mich schon jetzt auf das erste online-Seminar im Mai von Michael Mallien (schöne Grüße in den hohen Norden) zum Thema Internetmarke.

Und ich möche gerne die Philatelie jeden Monat lesen und auch die Internetseite des BDPh nutzen.

Nun der Aufruf an alle: lasst Euch die "Philatelie" online schicken und ihr spart dem BDPh viel Geld. Dies wäre doch ein toller erster Schritt zur Kostensenkung ohne dass es dafür einen Vorstandsbeschluss geben muss.

In unserem kleinen Sportverein war das Internet ein Schritt zur Kostenoptimierung. Fast alle Mitglieder hatten einer Kommunikation per Mail zugestimmt und wir konnten die Portkosten pro Jahr um einen schönen dreistelligen Betrag senken.

Ideen und Innovation sind gefragt. Ich wäre vielleicht sogar dabei. Aber nur meckern und Besserwisserei helfen nicht weiter: Nicht dem BDPh, nicht dem Ortsverein und nicht unserem schönen Hobby. Denkt mal darüber nach. Und wer dann immer noch nicht will:

Ihr müsst nicht einmal mehr aus dem BDPh austreten. Der Austritt aus dem Ortsverein und/oder der ArGe reicht schon. Also raus aus der organisierten Philatelie. Tauschtag braucht kein Mensch, Kataloge, Rundbriefe und Fachliteratur sowieso nicht, oder ?

Ich jedenfalls klinke mich mit diesem post aus diesem Thema aus und verfasse gleich einen Artkel für die "AGF-Rundschau". Ich hoffe, von diesem Artikel wie der gesamten AGF-Rundschau können die dann noch weiter organisierten AGF-Mitglieder und alle Sammler profitieren oder haben Freude daran. Denn die Rundschau geht ja auch an den BDPh.

Liebe Grüße

Marc
 
22028 Am: 10.04.2021 09:20:06 Gelesen: 2501# 50 @  
@ fckollbach [#48]

Es sind in meiner Heimat (Raum München) ganze Vereine, die den BDPh und den LV verlassen haben. Dies aus der rationalen Abwägung heraus, was nach Abzug der Kosten für BDPH und LV tatsächlich noch für die Arbeit des Vereins selbst übrig bleibt.

Es gibt in München und Umgebung genug Vereine die sehr gute Arbeit leisten UND im BDPh sind. Ich denke nur mal an den sehr guten München Briefmarkenclub von 1905 (MBC 1905) wo ich auch Mitglied bin.

@ Cantus (#23)
@ 10Parale [#47]

Mit diesem Post oute ich mich auch mal als Fördermitglied des BDPh der gerne die 100 Euro / Jahr zusätzlich zahlt.

Icb komme auch auf mehrere hundert Euro jedes Jahr an Mitgliedsbeiträgen. Das zahle ich aber gerne da durch die dadurch gewonnen Kontakte und Kenntnisse zahlen sich für meine Sammlungen aus.

Und, gerade erst einen Beitrag für "Die Philatelie", der Zeitschrift des BDPh, fertig gestellt.
 
Jürgen Häsler Am: 11.04.2021 09:45:58 Gelesen: 2290# 51 @  
Hallo und guten Morgen an alle,

ich wünsche Euch allen einen schönen "Weißen Sonntag".

Es wird Zeit für ein Zwischenfazit der Debatte "Geplante Beitragserhöhung durch den BDPh".

1) Erst einmal herzlichen Dank an alle für die rege Beteiligung. Ihr alle habt mich schwer beeindruckt. 50 Beiträge binnen 5 Tagen, davon viele mit hoher Qualität, das kann sich wahrlich sehen lassen.

2) Zur Wertung des Ansinnens "Beitragserhöhung durch den BDPh" im Grundsätzlichen.

Der BDPh benötigt mehr Geld. Einerseits hat die Portoerhöhung zum 01.07.2019 die Finanzen belastet und andererseits macht sich der Mitgliederschwund bemerkbar. Die Fixkosten des BDPh müssen deshalb auf immer weniger "Schultern" verteilt werden.
Eine Beitragserhöhung ist deshalb unvermeidlich. Das kann ich als Vorsitzender eines kleinen Ortsvereins meinen Mitgliedern und als Regionalvertreter des Landesverbandes Südwestdeutscher Briefmarkensammlervereine e.V. den 30 Vereinen in meiner Region auch durchaus vermitteln. Eine Erhöhung von 42 Cent pro Monat dürfte auch niemanden über Gebühr belasten. ABER:

3) Die Form der vorgeschlagenen Beitragserhöhung lehne ich ab. 

Der BDPh beantragt eine Beitragserhöhung für Ortsvereinsmitglieder um 5 Euro. Das sind satte 33,3 %. Das muss also die "Richtschnur" sein !!!

Momentan gilt gemäß aktuell gültiger Beitragsordnung folgendes:
Für die Jahre 2021 und 2022 wird folgender Jahresbeitrag für den Bund beschlossen:
Mitglieder der philatelistischen Verbände: 15 Euro
Einzelmitglieder: 42 Euro
ArGe-Direktmitglieder: 20 Euro
BDPh-Jugend-Mitgliedschaft bis 27 Jahre 7 Euro


OK, mal angenommen, ich akzeptiere als Vertreter der Ortsvereine in der Strukturkommission eine satte Beitragserhöhung um 33,3 %.

Das muss ich tun, denn die Strukturkommission hat 2018 bei der Frage:
Wie soll der BDPh in der Zukunft aussehen ?
einstimmig beschlossen, dass es keine Einschnitte und Kürzungen bei der Verbandszeitschrift "philatelie" geben soll. Das bindet mich, also muss ich der Beitragserhöhung zustimmmen.
Denn wer "A" sagt, muss bekanntlich auch "B" sagen.

Alle anderen Beiträge werden aber BITTESCHÖN dann auch genau um die gleichen 33,3 % erhöht.

Wenn man das tut, erhöht sich rechnerisch der Beitrag für Einzelmitglieder von EUR 42,-- um 33,3 % auf EUR 56,--.
der Beitrag für ARGE-Direktmitglieder von EUR 20,-- um 33,3 % auf EUR 26,67 und der Beitrag für die Jugendmitglieder unter 27 Jahren von EUR 7,-- um 33 % auf EUR 9,33.

Die genannten Beiträge werden auf volle EUR gerundet.

Der Beitrag für Ortsvereinsmitglieder steigt also auf EUR 20,--
Der Beitrag für Einzelmitglieder steigt also auf EUR 56,--
Der Beitrag für ArGe-Direktmitglieder steigt also auf EUR 27,--
Der Beitrag für Jugendmitglieder unter 27 Jahren steigt auf EUR 8,--
Warum nicht auf EUR 9,-- ?
EUR 9,33 werden doch auf EUR 9,-- abgerundet ???

Wir haben zu wenig junge Mitglieder, also subventionieren wir den Jugendbeitrag und erhöhen ihn nur auf EUR 8,--.

Die neue Bundesbeitragsordnung in Nr. 4 sähe dann so aus.

Für die Jahre 2023 bis 2026 gelten folgende Jahresbeiträge für den Bund:
Mitglieder der philatelistischen Verbände: 20 Euro
Einzelmitglieder: 56 Euro
ArGe-Direktmitglieder: 27 Euro
BDPh-Jugend-Mitgliedschaft bis 27 Jahre 8 Euro

Die Diskussion ist NEU eröffnet !!!

 
ChristianSperber Am: 11.04.2021 10:33:26 Gelesen: 2254# 52 @  
@ Jürgen Häsler [#51]

Hallo,

hierzu nur in aller Kürze zu Deinem Vorschlag: Dann bin ich (= BDPh-Einzelmitglied) weg, und das Thema BDPh wird auf Dauer erledigt sein. Es gibt auch andere Vereine im Inland und im Ausland.

Warum? Aus meiner Sicht sollte im Verbandswesen endlich begriffen werden, dass nicht jeder eine "klassische" Ortsvereinsmitgliedschaft für erstrebenswert hält und sich z.B. lieber fachlich in Arbeitsgemeinschaften engagiert. Warum soll das weiterhin "bestraft" werden?

Gruß

Christian
 
Jürgen Häsler Am: 11.04.2021 11:56:07 Gelesen: 2216# 53 @  
@ ChristianSperber [#52]

Hallo Christian,

vielen Dank für Deine Rückmeldung.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, bist Du also nicht
ArGe-Direktmitglied, sondern BDPh-Direktmitglied und zahlst deshalb momentan einen Jahresbeitrag von EUR 42,-- an den BDPh.

Ortsvereinsmitglieder, die hier im Südwesten der Bundesrepublik zu Hause sind, zahlen momentan EUR 15,-- an den BDPh und EUR 8,-- an den Landesverband Südwestdeutscher Briefmarkensammlervereine e.V.

Damit der Ortsverein seinen Mitgliedern etwas "bieten" kann, muss er auch noch einen eigenen Beitrag erheben, das sind nochmals ca. EUR 15,-- bis EUR 20,--.
Wenn Du alle diese Beiträge addierst, dann kommst Du auf einen Betrag von
EUR 15  + EUR 8 + EUR 15 = EUR 38 oder
EUR 15  + EUR 8 + EUR 20 = EUR 43.

Du siehst also, dass wir Ortsvereinsmitglieder und Du als Einzelmitglied des BDPh insgesamt den gleichen Beitrag bezahlen.

Warum? Aus meiner Sicht sollte im Verbandswesen endlich begriffen werden, dass nicht jeder eine "klassische" Ortsvereinsmitgliedschaft für erstrebenswert hält und sich z.B. lieber fachlich in Arbeitsgemeinschaften engagiert. Warum soll das weiterhin "bestraft" werden?

Ja, Du hast Recht. Da gibt es nichts zu diskutieren. Warum sollte es keine Wahlfreiheit geben, welche Form der Mitgliedschaft, direkt beim BDPh oder im Ortsverein, gewählt wird ?

Freies Wahlrecht für alle Mitglieder des Bundes Deutscher Philatelisten e.V. !
Auch viele Verbandsfunktionäre des BDPh haben das inzwischen erkannt.

Und die Strukturkommission des Bundes Deutscher Philatelisten e.V. sieht das genauso. Als ich am Sonntag, den 15. Juli 2018 (das war der Tag des Endspiels der Fußball-WM in Russland) in Essen als Vertreter der Ortsvereine bei der Schlussabstimmung zu den Arbeitsergebnissen der Strukturkommission die Hand gehoben habe und damit ein einstimmiges Votum aller 6 Kommissionsmitglieder erreicht wurde, habe ich zusammen mit den anderen Mitgliedern den Weg für einen neuen BUND DEUTSCHER PHILATELISTEN e.V. geebnet. Jürgen Witkowski als Kommissionsleiter hatte es erfolgreich geschafft, den "Graben" zwischen Jürgen Herbst (Einzelmitglieder) und mir zu "überbrücken".

Das Arbeitsergebnis der Kommission ist ein klassischer Kompromiss. Kompromisse sind der Wesenskern unserer Demokratie und Ausdruck unserer pluralistischen Gesellschaft.

Das Wort Kompromiss stammt aus dem Lateinischen "compromissum" und bedeutet, sich etwas gemeinsam "zu versprechen". Ich verspreche Dir etwas, Du versprichst mir etwas.

Jeden Tag schließen wir Kompromisse, oft ohne, dass wir das bemerken.

Im weitesten Sinne ist also auch eine Eheschließung ein "Kompromiss" oder ein Briefmarkentausch.

Im Kompromiss der Strukturkommission gibt es eigentlich nur noch eine einzige Form der Mitgliedschaft und nur noch einen einzigen Beitrag, der für alle gleichermaßen gilt. Verbunden mit einer Demokratisierung des BDPh, einer Stärkung der Kompetenzen des Bundesvorstandes und einer Abschaffung des Verwaltungsrates in seiner heutigen Form. Wie der Übergang in die neue Struktur gelingen könnte, wurde natürlich auch diskutiert und dokumentiert. Die Details dazu sprengen aber den Rahmen meiner Antwort an Dich.

Leider haben der LV Bayern und der LV Elbe-Weser-Ems eine Veröffentlichung der Arbeitsergebnisse der Kommission und die geplante öffentliche Diskussion darüber verhindert.

Das Konzept des "neuen" BDPh wurde deshalb bis heute weder diskutiert, geschweige denn umgesetzt. Mindestens 2 Jahre Vorbereitung wären nötig und am Ende brauchen wir eine Dreiviertelmehrheit und die ist leider nicht vorhanden.

Niemand bedauert das mehr als ich.
 
nagel.d Am: 11.04.2021 12:21:37 Gelesen: 2194# 54 @  
Also ich wollte mich ja nicht mehr weiter in diese Diskussion einklinken, muss es allerdings doch tun.

Der BDPH-Vorstand (-Präsidium) hat das so beschlossen (wenn ich das richtig lese). Allerdings kann diese Beitragserhöhung erst in Kraft tretenn wenn die Hauptversammlung dies abgesegnet hat. Wann steht der Termin für die Hauptversammlung fest? Für 2021 ist er ja verschoben. Ergibt sich also dann folgende Situation, der Beitrag kann erst danach festgelegt werden und das dann auch einstimmig (respektiv mit Stimmenmehrheit). Wird er rückwirkend festgelegt, so wird es einigen Gegenwind geben und da bezweifle ich auch, ob eine rückwirkende Bestätigung rechtlich haltbar ist.

Sollte die Beitragserhöhung auch durch den Verwaltungsrat abgesegnet werden, dies ohne Hauptversammlung, wird es auch erhebliche Probleme geben, da die Einzelmitglieder wiedersprechen. Denn eine Stimmenübertragung der Einzelmitglieder ist nach § 38 BGB nicht zulässig.

Also ist dies aus meiner Sicht eine sehr dünne Eisschicht, auf der man sich momentan bewegt.

Aus meiner Sicht kann eine Beitragserhöhung frühstens dann erfolgen (oder auch nicht), wenn die Hauptversammlung abgehalten wurde.

Grüße aus dem Saarland
 
Richard Am: 11.04.2021 12:46:00 Gelesen: 2173# 55 @  
@ Jürgen Häsler [#53]

Im Kompromiss der Strukturkommission gibt es eigentlich nur noch eine einzige Form der Mitgliedschaft und nur noch einen einzigen Beitrag, der für alle gleichermaßen gilt. Verbunden mit einer Demokratisierung des BDPh, einer Stärkung der Kompetenzen des Bundesvorstandes und einer Abschaffung des Verwaltungsrates in seiner heutigen Form.

Hallo Jürgen,

danke für Deine Beiträge. Dem obigen Fazit der Strukturkommission kann ich nur zu 100 % zustimmen.

Mit welcher Begründung wurde ein solches Ergebnis in den Reisswolf des BDPh gesteckt statt es wie vorher vom BDPh angekündigt in der philatelie zu veröffentlichen und damit allen Mitgliedern zur Verfügung zu stellen ?

Nebenbei wären durch das erzielte Ergebnis deutliche Verschlankungen und sehr wahrscheinlich Kostensenkungen im Verwaltungsapparat erreicht worden.

Schöne Grüsse, Richard
 
22028 Am: 11.04.2021 12:57:38 Gelesen: 2158# 56 @  
@ nagel.d [#54]

Was zündest Du da für Nebelkerzen? Wie eine Beitragserhöhung durchzuführen ist ist in der Satzung festgelegt.

Hast Du irgendwo was gelesen dass das rückwirkend gehen kann oder das der Verwaltungsrat das entscheiden kann?
 
Eric Scherer Am: 11.04.2021 13:08:30 Gelesen: 2149# 57 @  
Im Moment wird die Diskussion hier immer absurder. Daher nochmals ganz klar: bisher gibt es keinen Antrag, den Mitgliedsbeitrag für den BDPh zu erhöhen. Ich denke zwar, ein solcher Antrag wird kommen, dann aber fristgerecht, über die richtigen Publikationsmedien und mit einer entsprechenden Begründung. Alles andere ist reine Spekulation.

Zum Sinn und Zweck des BDPh: Ich denke, dass der BDPh viel mehr ist, als eine Ansammlung von Ortvereinen. An erster Stelle ist der BDPh die erste Adresse, der Bannerträger, das Aushängeschild, wenn es um die Philatelie in Deutschland geht. Das ist eine wichtige und vielfältige Funktion und ich denke, ist ist für jedes Hobby, jede Initiative, jede Interessengemeinschaft wichtig, eine solche Dachinstitution zu haben. Ansonsten sind weder Langlebigkeit noch Breitenwirkung gewährleistet.

Die Arbeit des BDPh ist vielfältig. Am ehesten bekommt man einen Einblick, wenn man mal die Vorstandsressorts und die Fachstellen anschaut. Ob Fälschungsbekämpfung, Literatur und Forschungsarbeit, Ausstellungen, Seminare, die Zeitschrift Philatelie, Jugendarbeit, etc. Alles wird über den BDPh gemacht oder vorangetrieben. Es wäre völlig undenkbar, so etwas ohne einen solchen Verband zu gewährleisten. Daher muss es das ureigenste Interesse jedes Briefmarkensammlers und Philatelisten sein, sich einen starken und leistungsfähigen Verband zu wünschen. Daher haben alle, die hier meinen, ohne den BDPh auszukommen oder im gar ein jähes Ende zu wünschen, ihre Gedanken vielleicht nicht ganz fertig gedacht.

Die Philatelie ist im Wandel und damit ist klar, dass auch der BDPh als Verband im Wandel begriffen ist. Ein solcher Wandel geht langsam, in kleinen Schritten, mit viel Kompromissen (der BDPh ist ja keine Diktatur ...), und über die Kleinarbeit der vielen ehrenamtlichen Helfer. Der Mitgliederschwund ist ein demografischer Fakt - kein Zeichen für eine schlechte Leistung. Damit umzugehen ist aber nicht einfach. Ich selbst bin sicher, dass der BDPh es schaffen wird und das die kritischen Forumsbeiträge hier und anderswo da auch eine wichtige Hilfe sind. Es ist aber auch wichtig, die positiven Dinge zu sehen und diese auch positiv wahrzunehmen.
 
nagel.d Am: 11.04.2021 14:18:31 Gelesen: 2109# 58 @  
@ 22028 [#56]

Um ehrlich zu sein die ganzen Kommentare lesen sich, als hätte das Präsidium/der Vorstand des BDPh bereits beschlossen, daß die Beitragsserhöhung kommt.

Eine Beitragserhöhung kann nur über die Hauptversammlung erfolgen Punkt. und die ist für 2021 ja abgesagt. ob dann eine Beitragserhöhung zum 1.1.2023 erfolgen kann hängt davon ab wann die Hauptversammlung angesetzt ist/wird, auch das ist Fakt.

Erst wenn der Termin zur Hauptversammlung ansteht, kann dies auf die Tagesordnung angesetzt werden, dies wurde mehrfach auch gesagt. Und dann kommt es inhaltlich darauf an, wie dieser Antrag formuliert ist und zu welchem Zeitpunkt er inkraft treten soll.

Sollte in dem Antrag formuliert sein dass die Beitragserhöhung rückwirkend inkraft tritt, so bin ich der Meinung, gibt es rechtliche Bedenken.

Alles andere ist jetzt reine Spekulation.
 
Jürgen Häsler Am: 11.04.2021 14:28:53 Gelesen: 2103# 59 @  
@ [#57]

Hallo Herr Scherer,

ich kann Ihnen nur zu 100 % zustimmen.

Die Diskussion ist kafkaesk. Und auch absurd.

Wir diskutieren hier über einen NICHT erschienenen Beitrag in der Deutschen Briefmarkenzeitung über eine noch NICHT beantragte und noch NICHT beschlossene Beitragserhöhung. Ich glaube, wir sollten die Diskussion vorläufig beenden und erst wiederaufnehmen, wenn Bundesschatzmeister Walter Bernatek sich in der Verbandszeitschrift "philatelie" geäußert hat.
Das hat auch mit Respekt gegenüber Herrn Bernatek zu tun.

@ Richard [# 55]

Deine Anmerkungen sind alle korrekt. Und deine Frage ist berechtigt.

Ich werde einen Beitrag verfassen und im Thread "Neues aus der BDPh-Strukturkommission" veröffentlichen. Ich bitte aber um Geduld bis morgen oder übermorgen. Ich muss jetzt einen Termin wahrnehmen und verabschiede mich für heute.

Bleibt bitte alle gesund, ein Ende der coronabedingten Einschränkungen im Herbst ist in Sicht und ich möchte Euch alle auf der Hauptversammlung des BDPh wiedersehen. Und auch beim LV-Tag des LV Südwest.
 
Christoph 1 Am: 11.04.2021 17:17:51 Gelesen: 2025# 60 @  
@ Jürgen Häsler [#59]
@ nagel.d [#58]

ich möchte hier mal ausdrücklich die sehr gut strukturierten, sachlichen, inhaltsreichen und somit insgesamt zielführenden Beiträge von Jürgen Häsler loben. Das gilt nicht nur für die Beiträge in diesem Thema, sondern auch in anderen Diskussionsfäden. Ich bin vermutlich nicht der Einzige, der sehr dankbar für diese wohltuende Sachlichkeit ist. Gerne mehr davon, ich lese das mit großem Interesse und forme mir daraus ein eigenes Bild vom aktuellen Zustand des BDPh.

Im Gegensatz dazu fallen hier andere Beiträge, wie bspw. [#54] und [#58] besonders negativ auf. Ich kann mich hier nur den sehr deutlichen Worten von Peter (filunski) in Beitrag [#16] anschließen - aber das scheint den Adressaten nicht zu stören. Er schwurbelt einfach weiter im Nebel herum und fühlt sich von der Kritik gar nicht angesprochen.

Viele Grüße
Christoph
 
10Parale Am: 12.04.2021 22:11:13 Gelesen: 1838# 61 @  
@ Eric Scherer [#57]

Erst einmal vielen Dank an die Offiziellen, die uns Hobbysammler und sozusagen passive "Mitglieder im BDPh" (ob direkt oder indirekt) hier so detailliert mit Informationen versorgen. Die Beiträge von Jürgen Häsler finde ich hervorragend geschrieben und ich zumindest muss mich an die eigene Nase fassen und nachdenken, was ich persönlich in Zukunft noch tun kann. (z.B. eine passende ARGE oder einen passenden VEREIN für meine Sammlerinteressen finden, obwohl das nicht einfach sein wird).

"Der Mitgliederschwund ist ein demografischer Fakt - kein Zeichen für eine schlechte Leistung." (Zitat aus Beitrag Herr Scherer [#57])

Ich habe die Tage einen Zeitungsartikel über den Mitgliederschwund in einem Wanderverein des Schwarzwaldes gelesen. Die Jungen bleiben einfach aus. Das erinnerte mich sehr stark an die Probleme in der Philatelie. Was bringt die Jugend dazu, sich wieder Vereinen anzuschließen, zumal ich älterer Mann auch schon Probleme mit dem Vereinswesen habe? Junge Leute leben oft unter sich in ihrer eigenen Welt und leben Ihre Begegnungen noch stärken mit Ihren Freunden/Freundinnen in einer virtuellen Welt (Stichwort Smartphone) aus. Die Pandemie verstärkt diese soziale Norm.

Meine Direktmitgliedschaft werde ich beibehalten, weil ich glaube, dass ein nationaler Dachverband (wie von Eric Scherer wunderbar ausgeführt) unerlässlich ist. Die Frage ist, wie kann man das Hobby als Einzelkämpfer nach außen tragen. Nun, der Sommer naht und das warme Wetter. Ich denke dabei an T-Shirts mit dem Aufdruck Bund deutscher Philatelisten und einen flotten Spruch. Die Jugend ist markenorientiert und geht nach Trends. Ist es möglich, diese Trends in der Außendarstellung aufzunehmen. Mir fiele da einiges ein.

Ich habe auch mal in grauen Vorzeiten als Buchhalter gearbeitet und auch ein wenig Ahnung von Einnahmen, Ausgaben, Gewinn und Verlust. Mir wurde immer gesagt, wie kannst du so einen trockenen Beruf ausüben? Ich denke, jeder Buchhalter hat Freude an seiner Arbeit, wenn die Einnahmen sprudeln. Dies ist aber nur möglich mit vielen Mitgliedern.

Liebe Grüße

10Parale
 
Jürgen Häsler Am: 01.05.2021 20:16:15 Gelesen: 1157# 62 @  
Hallo allerseits,

warum ich mich nochmals zu diesem Thema zu Wort melde, obwohl ich selbst vorgeschlagen habe, das Thema vorläufig ruhen zu lassen, hat 3 Gründe:

1. Es steht noch eine klare und eindeutige Antwort an nagel.d [#29] und Koban [#39] bezüglich der Herausgabe einer Mitgliederliste durch den BDPh zur Erleichterung der Antragstellung durch Einzelmitglieder für die Hauptversammlung aus.
 
Einzelmitglieder haben grundsätzlich keinen Rechtsanspruch auf Herausgabe einer Mitgliederliste gegen den BDPh. Doch warum ist das so ?

Wie Eric Scherer schon in Beitrag [#30] richtigerweise festgestellt hat, ist das eine Frage des Datenschutzes.

Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts haben alle Bürger*innen ein Grundrecht auf "Informationelle Selbstbestimmung". Dieses Grundrecht findet sich zwar nicht explizit im Grundgesetz, weil es bisher an der notwendigen Zweidrittelmehrheit in Bundestag und Bundesrat gefehlt hat, um es dort hineinzuschreiben. Aber das Bundesverfassungsgericht hat es Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts aus dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht nach Art. 2 GG "entwickelt", als die Nutzung von EDV und Computern mehr und mehr an Bedeutung gewann.

Die von Koban in seinem Link gezeigten (positiven) Gerichtsurteile betreffen das sogenannte "Minderheitenbegehren" nach § 37 BGB auf Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung.

In diesen Fällen kann ein Verein tatsächlich dazu verpflichtet sein, eine Liste mit Namen und Anschriften seiner Mitglieder herauszugeben, wenn die Minderheit ansonsten an der Wahrnehmung ihrer Rechte gehindert wird.

Unsere Demokratie "lebt" von Prinzipien. Eines davon ist das "Mehrheitsprinzip". Die Mehrheit entscheidet also. Damit die Mehrheit der ihr unterlegenen Minderheit nicht unkontrolliert ihren Willen aufzwingen kann, schützen Demokratien auch die Rechte von Minderheiten.

 Mit dem "Minderheitenbegehren" nach § 37 BGB kann ein (in der Vereinssatzung festgelegter) Bruchteil der Vereinsmitglieder die Einberufung einer außerordentlichen Hauptversammlung verlangen, zum Beispiel, weil der Vereinsvorstand seine Amtspflichten verletzt hat und abgewählt werden soll.
Außerordentliche Hauptversammlungen können deshalb auch während der Corona-Pandemie nicht vom Vereinsvorstand durch Nutzung des COVID-19-Gesetzes verschoben werden, weil ansonsten in die Rechte der Minderheit eingegriffen würde.

2. Ich habe vorhin alle 61 Beiträge nochmals gelesen. Zwei der inhaltlich besten Beiträge [#6] und [#36] stammen von Lars Böttger. In Beitrag [#6] schreibt er folgendes:

Eine Beitragserhöhung wird oft als Begründung herangezogen, um seinen Austritt zu rechtfertigen. Viele Vereine lösen sich auf, weil keine Vorstände gefunden werden. Viele organisierte Sammler geben ihr Hobby im Alter auf. Viele Sammler haben im Rentenalter nicht mehr die notwendigen Mittel, um alle ihre Hobbies verfolgen zu können, dann wird entschieden zwischen Modelleisenbahn oder Briefmarken. Junge Sammler haben keine Lust auf organisierte Philatelie, weil sie im Internet angeblich alle notwendigen Informationen kostenlos beziehen können.

Die Feststellungen von Lars sind alle korrekt. Insbesondere der letzte Satz:

Junge Sammler haben keine Lust auf organisierte Philatelie, weil sie im Internet angeblich alle notwendigen Informationen kostenlos beziehen können.

hat es "in sich".

Ich werde deshalb diese Aussage zu gegebener Zeit in einem weiteren Beitrag einer Analyse unterziehen und Ursachenforschung betreiben, wie es dazu kommen konnte, dass junge Sammler dieser Ansicht sind.

3. @ Christoph 1 [#60]

Hallo Christoph,

ich freue mich sehr über Deine lobenden Worte für meine Beiträge. Natürlich versuche ich im Regelfall, sachlich zu bleiben, was mir allerdings bei weitem nicht immer gelingt.

In Deinem Beitrag schreibst Du, dass Du Dir "ein eigenes Bild vom aktuellen Zustand des BDPh" formen willst.

Um Dir das zu ermöglichen, müssen wir einen Blick 25 Jahre zurück (in das Jahr 1996) werfen. Nur dann kannst Du verstehen, warum wir hier beim Thema "Beitragserhöhung des BDPh" eine hochemotionale "Phantomdiskussion" führen, die sicherlich dem ein oder anderen bereits "auf die Nerven gegangen" ist.

1996 hat der (im Jahr 1946 gegründete) BDPh - pünktlich zu seinem "50. Geburtstag" - durch eine Satzungsänderung die Einzelmitgliedschaft (oft als "Direktmitgliedschaft" bezeichnet) eingeführt. Das war ein klassischer "Strukturbruch", denn der Bund Deutscher Philatelisten war seit 1946 (erst 1949 kam das "e.V." durch Eintragung in das Vereinsregister hinzu) ein Dachverband. Mitglieder des BDPh waren ausschließlich philatelistische Verbände, die also ihrerseits bereits juristische Personen waren.

Für die Zeit von 1946-1996 empfehle ich das Buch von Wolf J. Pelikan: Aufgebaut aus den Ruinen. 50 Jahre BDPh 1946-1996, herausgegeben durch die Phil*Creativ GmbH (Wolfgang Maassen) zur Lektüre. Es ist die Festschrift des BDPh zum 50. Jubiläum und gibt einen hervorragenden Einblick in die Entwicklung des BDPh in den ersten 50 Jahren.

Seit 1996 gibt es also neben der klassischen Ortsvereinsmitgliedschaft (Preis damals DM 12,-- pro Jahr) die Einzelmitgliedschaft (Preis damals DM 60,-- pro Jahr). Nur durch diese Preisdifferenz (5 mal so hoch) gelang es, den Vertretern der Verbände die Einführung dieser Mitgliedschaft "schmackhaft" zu machen. Denn man argumentierte, so könne die "teure" Einzelmitgliedschaft nicht in Konkurrenz treten zur "billigen" Ortsvereinsmitgliedschaft. Dieses Argument ist zwar durchaus richtig gewesen, leider wurde so jedoch für den BDPh eine sehr schwierige Situation geschaffen, wie sich schon bald darauf zeigen sollte.

Am 01.01.1999 wurde der Euro als Buchwährung eingeführt, am 01.01.2002 als Bargeld. Im Laufe des Jahres 2000 gab die Deutsche Post erstmals Briefmarken mit Doppelnominale heraus, ab 2002 nur noch in Euro. Die alten DM-Briefmarken wurden leider nicht nur frankaturungültig, die eingeräumte Umtauschfrist in Euro-Briefmarken war viel zu kurz bemessen. Dadurch erlebte das wichtigste Sammelgebiet vieler Ortsvereinsmitglieder, BUND postfrisch, einen katastrophalen Einbruch, unter dem die gesamte deutsche Philatelie bis zum heutigen Tage zu leiden hat. In den anderen Ländern der Euro-Zone hat man oft viel klügere und sinnvollere Regelungen gefunden.

In der Folgezeit ging deshalb die Zahl der organisierten Briefmarkensammler in den Ortsvereinen zurück, eben nicht nur aus demographischen Gründen, sondern auch aus philatelistischen Gründen.

Viele Sammler waren regelrecht "schockiert" über den massiven Wertverlust der modernen postfrischen DM-BUND-Briefmarken der Jahre 1969-1999 (zuzüglich einiger Marken, die noch etwas älter waren). Das gesamte Sammelgebiet geriet massiv unter den Druck fallender Preise (Deflation). Man hätte dieses "Unheil" durchaus kommen sehen können, viele wollten das damals aber einfach nicht "sehen" und tauschten ihre BUND-Marken nicht um, als noch Zeit war dafür gewesen wäre.

Nach der schweren Wirtschaftskrise, die 2003 ihren Höhepunkt erreicht hatte, erlag der BDPh dann der Versuchung (in Zeiten knapper werdender Neumitglieder und Finanzen) bei der Mitgliedergewinnung in Konkurrenz zu den Vereinen zu treten. In Kooperation mit der Postphilatelie (ehemals Versandstelle für Postwertzeichen) wurden mehrere Werbeaktionen für Einzelmitgliedschaften des BDPh bei den Abonnenten der Versandstelle durchgeführt. Die Ortsvereine schauten dabei "in die Röhre".

Kein Wunder, denn ein neues Einzelmitglied brachte dem BDPh anfangs fünfmal so viel Mitgliedsbeitrag in die Kasse wie eine neues Ortsvereinsmitglied. Und selbst wenn die Ortsvereine fünf Neumitglieder für sich (und damit auch den BDPh) einwarben, so musste der BDPh anschließend 5 Exemplare der philatelie verschicken, was höhere Losten verursachte als der Versand nur eines Exemplares an ein neues Einzelmitglied.

Im Laufe des Zeitraumes von 1996 bis 2016, also in 20 Jahren, stieg der Mitgliedsbeitrag für Ortsvereine von EUR 6,14 (DM 12,--) um 95,6 % auf EUR 12,-- während gleichzeitig der Mitgliedsbeitrag der Einzelmitglieder nur um 27,1 % von EUR 30,68 (DM 60,--) auf EUR 39,-- erhöht wurde.

Dann kam der 05. September 2015 in Gotha. Wieder erhöhte der BDPh die Mitgliedsbeiträge (unter Präsident Uwe Decker) um den nominell gleichen Betrag (EUR 3,--) für Einzelmitglieder und Ortsvereinsmitglieder gleichermaßen, obwohl er ganz genau wusste, dass dadurch die Einzelmitgliedschaft weiter an Attraktivität im Vergleich zur Ortsvereinsmitgliedschaft gewann. Betrug die Erhöhung für die OVs satte 25 % (von EUR 12,-- auf EUR 15,--), so wurde der Beitrag für Einzelmitglieder um schlappe 7,7 % erhöht.

Jetzt war das "Maß" endgültig voll, einige Ortsvereine "bliesen" zum Widerstand. Da Ortsvereine nicht aus dem BDPh austreten können, da sie dort gar nicht Mitglied sind, muss der jeweilige Landesverband aus dem BDPh austreten, damit sich irgendetwas bewegt.

Schon auf dem nächsten LV-Tag des Landesverbandes Südwest am 30. April 2016 in Freiburg wurde über einen Antrag des Württembergischen Philatelistenvereins Stuttgart 1882 e.V. debattiert, der den Austritt des LV Südwest aus dem BDPh zum Ziel hatte. Nach fast 2 Stunden leidenschaftlicher Diskussionen wurde der Antrag zum Entsetzen vieler Anwesender ohne Abstimmung zurückgezogen. Grund hierfür war, dass zwar der Vorstand des WPhV zuvor den Antrag beschlossen hatte, nicht jedoch die Mitgliederversammlung des WPhV. Und das ergibt ein satzungsrechtliches Problem.

Der finanzielle Druck auf die Ortsvereine wuchs aber weiter. Denn animiert durch die ein halbes Jahr zuvor beschlossene Beitragserhöhung des BDPh um EUR 3,-- erhöhte der LV Südwest den Beitrag ebenfalls um EUR 2,50 auf nunmehr EUR 8,--. An diesem Tag lernte ich auch den 1. Vorsitzenden des WPhV, Herrn Dr. Feifel, kennen.

Die "Schockwelle" aus Freiburg war aber nur der Anfang, schon im September 2016 nahmen die Ereignisse in Münsterschwarzach, einem wunderschönen Gemeindeteil des  Marktes Schwarzach am Main im unterfränkischen Landkreis Kitzingen in der Nähe von Würzburg im Rahmen einer Rang 2/3-Ausstellung ihren Lauf. Die Ereignisse dort sind noch heute ein "vermintes" Terrain. Ein Jahr später dann die "langersehnte" Hauptversammlung 2017 des BDPh.

Am Samstag, den 09.09.2017 um 08.40 Uhr Ortszeit hefteten 4 wackere Philatelisten ihre 5 "Wittenberger Thesen" an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg. Ziel der Aktion waren Reformen im BDPh. An diesen Reformen war bereits der ehemalige BDPh-Präsident Michael Adler (1991-2001) gescheitert.

Die Hauptversammlung war allerdings eine ziemliche "Pleite".

Zwar wurde ein neuer Bundesvorstand gewählt, ansonsten befasste man sich leidenschaftlich mit mehrfachem Auszählen von Stimmen und der Frage der Entlastung des scheidenden BDPh-Präsidenten, was ungefähr so wichtig war wie der legendäre umgefallene Sack Reis in China.

Debatte um die Zukunft des BDPh ??? Fehlanzeige !

Natürlich fand das ganze dann eine Fortsetzung am 07. April 2018 auf dem nächsten LV-Tag des LV Südwest in Möglingen. Wieder mal Antrag auf Austritt des LV Südwest aus dem BDPh.

Debatte um die Zukunft des BDPh ??? Fehlanzeige !

Stattdessen drohte der LV-Vorsitzende kurzerhand mit dem Rücktritt des gesamten LV-Vorstandes. Die Vereinsvorsitzenden (auch ich selbst) hatten an diesem ersten wunderschönen frühlingshaften Samstag allerdings auch wenig Lust auf Debatten in einer Halle als vielmehr auf ein frischgezapftes Bier im Biergarten. Das Abstimmungsergebnis sah dann auch entsprechend aus.

Mittlerweile hatte sich auch die neugegründete Strukturkommission des BDPh der Problematik der dringend erforderlichen Strukturreformen angenommen. Ergebnis ?

Darüber berichte ich demnächst im Thread "Neues aus der BDPh-Strukturkommission".

In Bensheim wurde auf der HV 2019 dann immerhin eine neue Satzung des BDPh verabschiedet. Sie ersetzte die 10 Jahre alte Bad Sassendorf-Satzung aus dem Jahre 2009. Die neue Satzung war allerdings nur der "kleinste gemeinsame Nenner", auf den man sich einigen konnte.

2020 fiel der LV-Tag des LV Südwest der COVID19-Pandemie zum Opfer.
2021 ? Fortsetzung folgt. Lassen wir uns überraschen.

FAZIT:

Die Frage der Beitragserhöhung des BDPh ist keine Bagatelle und auch keine Lappalie. Wer das behauptet, hat schlichtweg keine Ahnung von der Situation kleiner Ortsvereine im Jahr 2021.

Ich zeige jetzt noch den Weg auf zu einem Kompromiss. Er fußt auf dem Prinzip der Aufrechterhaltung des Status Quo.

Erhöht man den Bundesbeitrag nominell um den gleichen Betrag, dann stärkt man die Einzelmitgliedschaft und schadet den Ortsvereinen.

Erhöht man den Bundesbeitrag prozentual um den gleichen Betrag, dann stärkt man die Ortsvereine und schadet den Einzelmitgliedern.


Deswegen sollten wir einen Mittelweg beschreiten, zumindest bis die beiden Herren aus Moormerland und Kitzingen Artikel 5 des Grundgesetzes gelesen haben.

Wie sieht ein solcher Kompromiss aus ?

Zunächst müssen wir den Status Quo eruieren und anschließend fortschreiben.

Im LV Südwest gilt für den Mitgliedsbeitrag von Ortsvereinen und Einzelmitgliedern des BDPh folgende Gleichung:

BDPh-Beitrag (Ortsverein) + LV-Südwest-Beitrag + OV-Beitragsanteil + Beitragsabstand zum Einzelmitgliedsbeitrag = Einzelmitgliedsbeitrag des BDPh


Mit der Fiktion, dass der BDPh-Ortsvereinsbeitrag und der Ortsvereinsbeitragsanteil gleich groß sind, erhalten wir:

EUR 15,-- (BDPh) + EUR 8,-- (LV Südwest) + EUR 15,-- (OV-Anteil) + EUR 4,-- (Beitragsabstand)  = EUR 42,-- (Einzelmitglied).

Das ist der Status Quo.

Zum 01.01.2023 erhöhen wir den OV-Beitrag um 3 Euro, also 20,0 % (1/5).

Mit der Fiktion, dass der BDPh-Ortsvereinsbeitrag und der Ortsvereinsbeitragsanteil gleich groß sind, erhalten wir folgende Gleichung, um den neuen Beitrag der Einzelmitglieder zu errechnen:

EUR 18,-- (BDPh) + EUR 8,-- (LV Südwest) + EUR 18,-- (OV-Anteil) + EUR 4,-- (Beitragsabstand)  = EUR 48,-- (Einzelmitglied).

Die Beitragserhöhung von 20,0 % (1/5) der OV-Mitglieder wird also zu einer Beitragserhöhung von 14,3 % (1/7) der Einzelmitglieder.

Anschließend erhöhen wir zum 01.01.2025 den OV-Beitrag um weitere 3 Euro, also weitere 16,7 % (1/6)

Mit der Fiktion, dass der BDPh-Ortsvereinsbeitrag und der Ortsvereinsbeitragsanteil gleich groß sind, erhalten wir:

EUR 21,-- (BDPh) + EUR 8,-- (LV Südwest) + EUR 21,-- (OV-Anteil) + EUR 4,-- (Beitragsabstand)  = EUR 54,-- (Einzelmitglied).

Ingesamt steigt der Beitrag der OV-Mitglieder von EUR 15,-- um EUR 6,-- (40 %) auf EUR 21,--.

Insgesamt steigt der Beitrag der Einzelmitglieder von EUR 42,-- um EUR 12,-- (28,6 %) auf EUR 54,--.

Würde man die Erhöhung von 40 % der Ortsvereine 1:1 auf die Einzelmitglieder übertragen, so müsste der Beitrag der Einzelmitglieder auf EUR 58,80 steigen.

Die neue Bundesbeitragsordnung sieht dann wie folgt aus:

Für die Jahre 2023 und 2024 gelten folgende Jahresbeiträge für den Bund:

Mitglieder der philatelistischen Verbände: 18 Euro
Einzelmitglieder: 48 Euro
ArGe-Direktmitglieder: 25 Euro
BDPh-Jugend-Mitgliedschaft bis 27 Jahre 8 Euro

Für die Jahre 2025 und 2026 wird folgender Jahresbeitrag für den Bund beschlossen:

Mitglieder der philatelistischen Verbände: 21 Euro
Einzelmitglieder: 54 Euro
ArGe-Direktmitglieder: 29 Euro
BDPh-Jugend-Mitgliedschaft bis 27 Jahre 8 Euro

Anmerkung:

Ortsvereinsmitglieder und ArGe-Direktmitglieder werden gleichbehandelt mit den gleichen prozentualen Erhöhungen. Gegebenenfalls Rundung. Bei der Jugend wird die Erhöhung auf EUR 1,-- begrenzt.

Woran erkennt man einen guten Kompromiss ?

Alle sind unzufrieden.

Rumpelstilzchen ist unzufrieden. Sein Faktor 5, der bisher noch 2,8 betrug, sinkt weiter auf 2,57 im Jahr 2026.

Die Einzelmitglieder sind unzufrieden. Ihr Beitrag steigt insgesamt um EUR 12, der OV-Beitrag nur um EUR 6,--. Sie fühlen sich deshalb ungerecht behandelt.

Der BDPh-Schatzmeister ist unzufrieden. Er braucht eigentlich 5 Euro mehr pro Jahr, bekommt aber erst mal nur 3 Euro. Zwar gibt es am Schluss 6 Euro mehr, aber die gibt es eben erst 2025.

Alle sind unzufrieden ? Dann haben wir einen guten Kompromiss gefunden.
 
nagel.d Am: 01.05.2021 21:18:40 Gelesen: 1116# 63 @  
@ Jürgen Häsler [#62]

Ich habe deinen vorgenannten Beitrag aufmerksam gelesen.

Dein Unter Nummer 1 genannten Gründe sind so nicht bzw. nicht vollständig nachvollziehbar.

Ich habe mich lang mit dieser Materie auseinandergesetzt und die entsprechenden Urteile, welche im übrigen in den betreffenden Fällen hier vorliegen und eingesehen wurden, ausgiebieg studiert.

In diesen Urteilen ging es zwar, wie du (ich hoffe ich darf es sagen) richtig ausgeführt hast, um Minderheitenbegeheren, so ist es ja auch in der Satzung verankert und in diesem Zusammenhang hat der Verein eine datenschutzkonforme Mitgliederliste herauszugeben (Datenschutzkonform = Name, Vorname, Straße, Hausnummer, Postleitzahl (mit Länderkennung) und Ort).

Andere Urtteile die sich mit diesem Problem befasst haben sagen eindeutig aus, auch in Anlehnung die Entscheidung des BGH, dass es keiner Regelung bzw. Minderheitenoption bedarf eine Mitgliederliste zu verlangen (Hier seitens des Mitglieds)bzw. Herausgabe seitens des Vereins. Hier reicht, so sagen es die Urteile, eine blose Mitgliedschaft in einem Verein bereits aus. Hier heisst es auch Vereine, deren Mitglieder (was bei dem BDPh von der Größe her durchaus möglich ist) sich untereinander nicht kennen, sollen den Mitgliedern zur Kontaktaufnahme eine solche Liste zur Verfügung stellen. Und hier ist dann der Knackpunkt was man unter Kontaktaufnahme versteht. Auch eine Kontaktaufnahme zum Austausch wurde in einigen Entscheidungen ausdrücklich erwähnt und nicht ausgeschlossen. Letztendlich lässt sich darüber streiten, von welchen Mitgliedern gibt man die daten heraus; von allen oder von denen die zugestimmt haben, die Mitglieder die nicht zugestimmt haben oder wiedersprochen haben werden herausgefiltert?

Aber andererseits wurde mir hier einiges unschönes in diesem Zusammenhang als Person unterstellt und vorgeworfen.

Grüße aus dem Saarland
 
Christoph 1 Am: 01.05.2021 22:59:46 Gelesen: 1060# 64 @  
@ Jürgen Häsler [#62]

Guten Abend Jürgen,

vielen Dank für Deine ausführlichen Schilderungen. Danke auch, dass Du mir dabei hilfst, mein eigenes Bild über den BDPh zu vervollständigen. Dieses Bild entsteht natürlich nicht von gestern auf heute, sondern es formt sich bei mir schon seit einer längeren Zeit. Quasi im Gegenzug für Deine ausführlichen Bemühungen möchte ich Dir nun mal eine Momentaufnahme vom derzeitigen Zustand meines (noch nicht fertigen) Bildes geben.

Vieles, was Du schreibst, bestätigt meine Wahrnehmung:

Beispiel 1: Diskussionen um des Kaisers Bart überlagern oder verdrängen eine strukturell-strategische Auseinandersetzung mit der Zukunftsfähigkeit und Leistungsfähigkeit des Verbandes. Ich kenne das aus einem ganz anderen Zusammenhang als ehemaliger Funktionsträger in einem bundesweit tätigen Verein mit ca. 2000 Mitgliedern. Wenn man als Mitfahrer eines solchen Tankers die Richtung grundsätzlich ändern möchte, dann kann dies zu einem Kampf gegen Windmühlen werden. Und am Ende schafft man den Richtungswechsel nicht und knallt als Mitfahrer mitsamt dem gesamten Tanker gegen die Steilküste.

Beispiel 2: Bestimmte einzelne „Persönlichkeiten“ mit – sagen wir es mal vorsichtig – etwas schwierigen charakterlichen Zügen dominieren die Debatte. Du nennst den Vorsitzenden eines schwäbischen Traditionsvereins und erwähnst auch dessen Spitznamen aus der Grimmschen Märchenwelt. Da erinnere ich mich an episch ausgetragene Diskussionen hier im Forum der philaseiten, wobei mir schon aus der Erinnerung heraus wieder schwindelig wird. Bei der Lektüre dieser Beiträge formte sich seinerzeit ein nicht unerheblicher Teil meines Bildes über den Zustand des BDPh. Du erwähnst weiterhin die Herren G. aus Unterfranken und J. aus Ostfriesland. Deinen Andeutungen entnehme ich, dass es sich bei den Genannten möglicherweise auch um eher schwierige Diskussionspartner handelt… Treffen nun mehrere solcher Personen aufeinander und wollen (jeweils für sich, aber nicht unbedingt gemeinsam) etwas bewegen, dann kann man sich auch mit nur ein wenig Menschenkenntnis ausmalen, wie das endet. Es sei denn, man hat einen guten Moderator, besser: Mediator, an der Seite…

Beispiel 3: Nicht nachvollziehbare Intransparenz schädigt die Außenwahrnehmung. Die Frage der Zugänglichkeit einer Mitgliederliste mag juristisch eine Grauzone sein, aber m.E. müsste der Verband alles daran setzen, einen rechtlich sauberen Weg aus dieser Grauzone zu finden und dabei die Interessen seiner Mitglieder zu wahren. Sprich: Es sollte m.E. eine Menge Zeit und Energie in die Lösung dieses Problems investiert werden, anstatt das Problem einfach zu negieren. Hierzu ein Zitat aus einem alten Tischkalender, den ich neulich beim Aufräumen gefunden habe: „Alle sagten ‚das geht nicht‘. Und dann kam einer, der das nicht wusste und hat es einfach gemacht.“

Beispiel 4: Dein Kompromissvorschlag für die Beitragserhöhung mag wohldurchdacht sein – er ist aber viel zu komplex. Alleine die Tatsache, dass es solch komplexer Rechenmodelle bedarf, um sich einer Lösung anzunähern, ist wieder ein kleines Puzzlestück in dem sich für mich formenden Gemälde. Und dann sind am Ende trotzdem alle unzufrieden?! Das hört sich für mich nicht nach einer guten Lösung an sondern vielmehr nach einer weiteren Folge des Endlos-Dramas BDPh – quo vadis? Denn wer unzufrieden ist, wird auch keine Ruhe geben.

Ich verfolge diese Debatte interessiert weiter - aber mein Bild ist inzwischen schätzungsweise zu 80% bereits fertig gemalt.

Viele Grüße
Christoph
 
TeeKay Am: 01.05.2021 23:18:45 Gelesen: 1043# 65 @  
Dass die Mitgliederliste geheim gehalten, gleichzeitig aber versucht wird mit dem Argument, dass man als Teil einer Gemeinschaft profitiert, neue Mitglieder zu gewinnen, ist doch absurd. Es ist offensichtlich, dass man als Mitglied zahlen und ansonsten ruhig sein soll, damit die Entscheider das Geld nach ihren Vorstellungen ausgeben können.

Da die Mitgliederzahl konsequent seit zwei Jahrzehnten sinkt und die Entscheider nicht zugeben wollen, dass sie Teil des Problems sind, wird eben der Mitgliedsbeitrag erhöht, gleichzeitig das eh unbedeutende Mitspracherecht der Mitglieder weiter eingeschränkt und Neumitglieder schanghait (Zwangsmitgliedschaften von Ortsvereins- und Arge-Mitgliedern). Der BDPh und die Landesverbände sind für mich zutiefst unsympathisch und ohne Zwang wäre ich nicht Mitglied.
 
Jürgen Häsler Am: 01.05.2021 23:32:57 Gelesen: 1028# 66 @  
Hallo Dirk [#63],

ich schlage vor, wir bleiben beim Du.

Das Thema unseres Threads hier lautet "BDPh plant Beitragserhöhung um 5 Euro - DBZ streicht Berichterstattung", so hat es Richard Ebert in Beitrag [#1] redaktionell festgelegt.

Ich habe also die von Dir aufgeworfene Frage nach dem Rechtsanspruch auf Herausgabe einer Mitgliederliste aufgegriffen, obwohl das eigentlich nicht zu diesem Thema gehört. Und Du liegst tatsächlich nicht völlig falsch. Es gibt auch Gerichtsurteile, die Deiner Rechtsauffassung entsprechen.

Allerdings musst Du Dir die Frage gefallen lassen, welche Anträge Du eigentlich stellen willst. Bisher hast Du (zumindest hier auf den Philaseiten) nichts veröffentlicht in dieser Sache. Denn Sinn eines Antrages ist ja, auf der Hauptversammlung des BDPh eine "einfache Stimmenmehrheit" für den Antrag zu erhalten. Und dafür musst Du zwingend bei den Verbänden für Deine Anträge werben. Wie Du das bewerkstelligen willst, ohne die Anträge zu veröffentlichen, darfst Du gerne näher erläutern.

Wenn Du das nicht tust, darfst Du Dich nicht wundern, dass Dir etwas Ähnliches wie "Rechtsmissbrauch" "unterstellt" wird.

Eine Mitgliederliste des Bundes Deutscher Philatelisten e.V. mit Namen und Adressen der Mitglieder ist nicht nur materiell wertvoll, weil man sie an interessierte Kreise gewinnbringend verkaufen kann, sie birgt auch anderweitig ein gewaltiges Missbrauchspotential. Es überrascht mich überhaupt nicht, dass die Bundesgeschäftsstelle Dein Ansinnen abschlägig beschieden hat.

Und im Falle einer Klage gegen den BDPh fürchte ich, werden Dir die Richter*innen mitteilen, das die Geltendmachung eines Rechtes, das Dir eigentlich zusteht, einen Rechtsmissbrauch darstellen kann. Das heißt dann, Du hast Dein Recht "verwirkt", wie es im Juristendeutsch heißt. Die Richter*innen könnten zum Beispiel auf die Idee kommen, Du hättest bereits 2019 nach der Hauptversammlung von Bensheim, in der das Antragsrecht der Einzelmitglieder beschränkt wurde, der Eintragung der beschlossenen Satzungsänderung in das Vereinsregister widersprechen müssen bzw. Klage gegen die Eintragung beim Vereinsregister dagegen erheben müssen. Ich bin aber nun leider nur Diplom-Chemiker, Betriebswirt und Bilanzbuchhalter und kein Rechtsexperte. Deshalb habe ich schlichtweg keine Ahnung, wie die Gerichte in diesem Fall entscheiden würden.
 
silent Am: 02.05.2021 10:21:22 Gelesen: 933# 67 @  
Mich geht diese Erhöhung ja eigentlich nichts an, weil ich ja nicht in Deutschland daheim bin. Wenn ich aber hier lese was manche schreiben kommt mir eine Frage in den Sinn.

Wird es das Hobby "Markensammeln" in ein paar Jahren überhaupt noch geben. Wenn ich bei mir in Wien in meinen Verein schaue bin ich mit meinen 61 Jahren praktisch ein Jungspund. Junge Leute die Sammeln gibt es de Facto schon lange nicht mehr. In Wahrheit sind wir eine aussterbende Spezies.

Ich würde mir ja viel mehr Gedanken machen wie ich Menschen dazu bringen sich wieder für dieses Hobby zu interessieren, anstatt über Erhöhungen die kommen oder eventuell doch nicht lange zu reden. Weil hast du fast keine Sammler mehr brauchst du auch keine Verbände mehr.

Ich bin ja ehrlich am überlegen ob ich meine Sammlung nicht verkaufe. Jetzt geht das vielleicht noch, aber wer kann sagen wie lange noch.
 
ginonadgolm Am: 02.05.2021 10:59:03 Gelesen: 903# 68 @  
@ TeeKay [#65]

und Neumitglieder schanghait (Zwangsmitgliedschaften von Ortsvereins- und Arge-Mitgliedern). Der BDPh und die Landesverbände sind für mich zutiefst unsympathisch und ohne Zwang wäre ich nicht Mitglied.

Noch mehr Unsinn geht wohl kaum!

Niemand wird zur Mitgliedschaft gezwungen! Deine Aussage grenzt an üble Nachrede!

Wenn Du nicht willst, dann erkläre doch Deinen Austritt! Aber verschone uns mit solch unsinnigen Vorwürfen.

Ingo aus dem Norden
 
alemannia Am: 02.05.2021 11:28:42 Gelesen: 874# 69 @  
@ ginonadgolm [#68]

Hallo Ingo,

warum so aggressiv?

Ist es nicht Pflicht, als Mitglied einer BDPh-Arge oder eines BDPh-Ortsvereines auch zwingend BDPh-Mitglied zu sein?

Gruß

Guntram
 
Jürgen Häsler Am: 02.05.2021 11:31:30 Gelesen: 869# 70 @  
Hallo Christoph,

Deinen (mit Präzision verfassten) Beitrag [#64] will ich nicht unkommentiert lassen. Schließlich will auch ich mir ein Bild vom aktuellen Zustand des BDPh verschaffen.

Beispiel 1: Diskussionen um des Kaisers Bart überlagern oder verdrängen eine strukturell-strategische Auseinandersetzung mit der Zukunftsfähigkeit und Leistungsfähigkeit des Verbandes. Ich kenne das aus einem ganz anderen Zusammenhang als ehemaliger Funktionsträger in einem bundesweit tätigen Verein mit ca. 2000 Mitgliedern. Wenn man als Mitfahrer eines solchen Tankers die Richtung grundsätzlich ändern möchte, dann kann dies zu einem Kampf gegen Windmühlen werden. Und am Ende schafft man den Richtungswechsel nicht und knallt als Mitfahrer mitsamt dem gesamten Tanker gegen die Steilküste.

Du verwendest da ein sehr schönes Bild eines "Tankers". Wir wissen beide, wie schwerfällig diese modernen Ozeanriesen sind. Wir kennen auch die Größe des Wendekreises eines riesigen Schiffes, wenn es versucht, die Richtung zu ändern. Selbst, wenn der Kapitän an Bord den Befehl "Ruder Hart Steuerbord" gibt, dauert es erstaunlich lange, bis eine Richtungsänderung erfolgt.

Beim BDPh kommt erschwerend hinzu, dass 13 Verbände vorhanden sind, die über eigene "Kapitäne" verfügen.

Es ist durchaus so, dass der scheidende BDPh-Präsident in Wittenberg auch "Vernünftiges" gesagt hat. Er hat sich mit der Altersstruktur der Mitglieder befasst, um zu veranschaulichen, welche demographische Entwicklung dem BDPh bevorsteht. Bezüglich möglicher Fusionen von  Landesverbänden hat er hat dort sinngemäß gesagt: "Auf das, was die Landesverbände tun, hat der BDPh nur einen geringen Einfluss." Das ist alles richtig.

Die Mitgliederzahl im BDPh wird sich in den nächsten 13 Jahren voraussichtlich mehr als halbieren und im Jahr 2033 die Marke von 10.000 unterschreiten.

Beträgt der Mitgliederschwund annualisiert pro Jahr 4 %, so halbiert sich die Zahl der Mitglieder in 17,0 Jahren.
Beträgt der Mitgliederschwund annualisiert pro Jahr 5 %, so halbiert sich die Zahl der Mitglieder in 13,5 Jahren.
Beträgt der Mitgliederschwund annualisiert pro Jahr 6 %, so halbiert sich die Zahl der Mitglieder in 11,2 Jahren.
Beträgt der Mitgliederschwund annualisiert pro Jahr 7 %, so halbiert sich die Zahl der Mitglieder in 9,5 Jahren.

Das ist pure Mathematik.

Die Strukturen des BDPh können im aktuellen Zustand nicht konserviert werden. Ansonsten werden sie zusammenbrechen.

Beispiel 2: Bestimmte einzelne „Persönlichkeiten“ mit – sagen wir es mal vorsichtig – etwas schwierigen charakterlichen Zügen dominieren die Debatte. Du nennst den Vorsitzenden eines schwäbischen Traditionsvereins und erwähnst auch dessen Spitznamen aus der Grimmschen Märchenwelt. Da erinnere ich mich an episch ausgetragene Diskussionen hier im Forum der philaseiten, wobei mir schon aus der Erinnerung heraus wieder schwindelig wird. Bei der Lektüre dieser Beiträge formte sich seinerzeit ein nicht unerheblicher Teil meines Bildes über den Zustand des BDPh. Du erwähnst weiterhin die Herren G. aus Unterfranken und J. aus Ostfriesland. Deinen Andeutungen entnehme ich, dass es sich bei den Genannten möglicherweise auch um eher schwierige Diskussionspartner handelt… Treffen nun mehrere solcher Personen aufeinander und wollen (jeweils für sich, aber nicht unbedingt gemeinsam) etwas bewegen, dann kann man sich auch mit nur ein wenig Menschenkenntnis ausmalen, wie das endet. Es sei denn, man hat einen guten Moderator, besser: Mediator, an der Seite…

Bei manchen Persönlichkeiten hilft gutes "Zureden", zumindest dann, wenn sie vernünftigen Argumenten gegenüber aufgeschlossen sind. Nehmen wir mal zum Beispiel den Freistaat Bayern. Ich mag Bayern sehr, das hat bei mir persönliche Gründe, denn ich war 3 Monate in Bayern (genauer gesagt, in Franken !) stationiert. Noch heute mag ich Weißwurst mit Brezn und süßem Senf. Es gibt nicht viele Südbadener, die die Bayernhymne "Gott mit Dir, Du Land der Bayern" singen können.

Um die Mentalität der Bayern wirklich verstehen zu können, hilft ein Blick zurück in die Geschichte. Du weißt sicher, dass unsere Bundesrepublik Deutschland bald 72 Jahre alt wird. In der Nacht vom 23. Mai 1949 auf den 24. Mai 1949 in das Grundgesetz in Kraft getreten. Der Parlamentarische Rat hatte die Errichtung eines neuen Bundesstaates in den 3 westlichen Besatzungszonen im dem von ihm verfassten Grundgesetz verankert.

Zuvor wurde in den Landtagen der Bundesländer über die neue Verfassung abgestimmt.

Ich zitiere aus einem Beitrag des Deutschlandfunks über die Abstimmung des bayerischen Landtages über das Grundgesetz.

In den frühen Morgenstunden des 20. Mai 1949 war es soweit: Die Debatte war beendet, es konnte abgestimmt werden. Mehr als vierzehn Stunden hatten die Abgeordneten des bayerischen Landtages heftig und leidenschaftlich gestritten. Zur Entscheidung stand in dieser dramatischen Nacht, ob der Freistaat Bayern dem Grundgesetz, der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, zustimmen sollte oder nicht.

O-Ton Horlacher: „Das Ergebnis der namentlichen Abstimmung ist folgendes: Abgestimmt haben 174 Abgeordnete; davon stimmten 64 mit „Ja“, 101 mit „Nein und 9 mit „Ich enthalte mich“. Ich habe demgemäß festzustellen: Das Grundgesetz in der vorliegenden Fassung hat nicht die Zustimmung des Bayerischen Landtags gefunden (Zurufe: Pfui!, Pfui!). Ich bitte diese Zwischenrufe zu unterlassen! (Weitere Zurufe) …


Die bayerische Staatsregierung hatte dem Landtag empfohlen, das Grundgesetz abzulehnen.


Es trat dennoch auch in Bayern in Kraft, weil 10 von 11 Ländern dem Grundgesetz zugestimmt hatten, und der bayerische Landtag mit 97 gegen 6 Stimmen bei 70 Stimmenthaltungen beschlossen hatte, die Rechtsverbindlichkeit des Grundgesetzes im Freistaat Bayern gemäß Artikel 144 Abs. 1 GG anzuerkennen. Hätte der bayerische Landtag das nicht mit Mehrheit beschlossen, dann wäre Bayern heute nicht Teil der Bundesrepublik Deutschland, sondern ein unabhängiger Staat.

Jetzt kannst Du verstehen, warum es für den 1946 in der Britischen Besatzungszone gegründeten BDPh so wichtig war, den 50. Philatelistentag 1949 in München zu veranstalten. Dort wurde am 01. Oktober 1949 der BDPh als e.V. gegründet. Es war notwendig, den Freistaat Bayern einzubinden und die Einheit des BDPh in der gesamten jungen Bundesrepublik zu betonen.

Zu den anderen Teilen Deines Beitrages [#64] nehme ich separat Stellung.  
 
MS Sammler Am: 02.05.2021 11:48:36 Gelesen: 850# 71 @  
Gerade der Satz:

Junge Sammler haben keine Lust auf organisierte Philatelie, weil sie im Internet angeblich alle notwendigen Informationen kostenlos beziehen können.

zwingt mich doch noch zu einer Antwort. Ich kenne wirklich keinen! Jungen Sammler, der nicht in einem Verein ist. Der Trend geht immer mehr zu einem spezialisierten Sammeln, bei dem man Mitglied in einer oder mehreren ARGEN, für sein Gebiet ist.

Ebenfalls ist der rückgängige Trend auch, dass man nicht gerne auf Vereinstreffen geht, sei der Grund nun die "alten weißen Männer", oder weil sich einfach niemand für das Sammelgebiet interessiert oder weil der Verein keine Vorteile bietet, dort Mitglied zu werden.

Ich werde deshalb diese Aussage zu gegebener Zeit in einem weiteren Beitrag einer Analyse unterziehen und Ursachenforschung betreiben, wie es dazu kommen konnte, dass junge Sammler dieser Ansicht sind.

Die Aussage sieht zwar anfangs gut aus, zäumt aber das Pferd von hinten auf. Ich sehe es ähnlich wie silent, dass man doch erstmal lieber junge Leute zum Sammeln bringen sollte, anstatt eine sowieso, freiwillige Entscheidung, zu verurteilen. Und da liegt die Zukunft eben nicht in den Klassen 1-4, sondern in den Klassenstufen 8-10.

Um es mal mit einem Vergleich zu bringen, vor einigen Jahren wurde mal der Vorschlag gemacht, dass man doch junge Sammler auf Briefmarkenmessen suchen sollte. Wie sinnfrei diese Aussage ist, kann sich glaube ich, jeder denken.

Viel Glück bei der Recherche. Ich bin gespannt, welche Ursachen Sie finden werden. Aber dafür muss man auch mit jungen Sammlern sprechen.

Ich kann jedenfalls nicht Teil dieser Umfrage sein, da Mitglied in einem OV und zwei ARGEn.

Leon.
 
ginonadgolm Am: 02.05.2021 12:46:50 Gelesen: 801# 72 @  
@ alemannia [#69]

Hallo Guntram,

nein, das trifft nicht zu!

Du wirst Mitglied einer BDPh-Arge oder eines BDPH-Ortsvereins, aber nicht Mitglied des BDPh!

Dein jeweiliger Verein ist Mitglied des BDPh und zahlt als solcher einen Beitrag, der sich nach seiner eigenen Mitgliedszahl richtet.

Und das ist keine Besonderheit der Philatelie, sondern allgemein üblich, wenn Vereine einem Verband angehören.

Beste Grüße
Ingo aus dem Norden
 
nagel.d Am: 02.05.2021 15:41:50 Gelesen: 714# 73 @  
@ Jürgen Häsler [#70]

Hallo,

danke dass wir beim Du bleiben können.

Dass die Richter mir mangeldes Eintreten vorwerfen, dafür habe ich bereits im Vorfeld die entsprechenden "Maßnamen" getroffen und zwar in der Form, dass ich im Nachgang zur HV in Bensheim der Satzung wiedersprochen habe, im Übrigen habe ich auch bereits bei der HV dagegen gestimmt. An der Satzung an sich bestand nach Überprüfung keine Beanstandung. Ergo blieb das Problem mit der Anzahl der Mitglieder, die ich benötige um einen Antrag, in welcher Form auch immer, zu stellen. Und da gibt es nunmehr Urteile die eindeutig, auch unter Einbeziehung der Entscheidung des Bundesverfassungsgericht, sagen, dass eine pure Mitgliedschaft in einem so großen Verein (hier eben BDPH) genüge um eine Mitgliederliste zu verlangen bzw. herauszugeben. Hier windet sich der BDPH nunmal.

Die unfeinen Unterstellungen die mir da zugetragen wurden, möchte ich aus verständlichen Gründen hier nicht erwähnen, kann dir allerdings das Angebot machen, daß du dir die "gesammelten Werke" selbst bei einem persönlichen Treffen durchliest. Und dort kann man dann auch das Thema weiter vertiefend ausdiskutieren, der Grund dafür ist, daß ich diese Diskussion hier, wie bereits an einer anderen Stelle erwähnt, nicht weiterführen möchte.
 

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