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Thema: Einschreiben und Tagesstempel mit unterschiedlichen Ortsangaben
epem7081 Am: 10.04.2021 16:27:42 Gelesen: 1440# 1 @  
Hallo zusammen

bei einem eingeschriebenen (Inlands-)Brief wird man in aller Regel auf dem Einschreibenzettel und im Tagesstempel des entsprechenden Postamtes die gleiche Ortsangabe finden. Doch keine Regel ohne Ausnahmen. In einem Karton voller Einschreiben fand ich diese Besonderheit:




Mein Beleg wurde am 18.8.1977 in 4307 Kettwig 1 auf die Post getragen und als Einschreiben aufgegeben. Kettwig ist seit dem 01.01.1975 ein Stadtteil von Essen. Die Postämter der ehemals selbständigen Gemeinde Kettwig hatten die PLZ 4307. Tagesstempel mit dieser PA finden sich in der Stempeldatenbank auch noch über den Eingemeindungszeitpunkt hinaus. Nach der Eingemeindung lautete die bereits anderweitig verwendete neue Amtsziffer ESSEN 18. Hier im Stempel ESSEN 18 / b / 4300. Offenbar nutzte man ebenfalls über den Zeitpunkt hinaus noch die vorhandenen Einschreibenzettel.

Ob sich wohl weitere vergleichbare Belege mit unterschiedlichen Ortsangaben im Einschreibenzettel und Tagesstempel finden lassen?

Mit freundlichen Sammlergrüßen
Edwin
 
preussen362 Am: 10.04.2021 20:19:52 Gelesen: 1409# 2 @  
Hallo Edwin,

ja - die lassen sich finden. :-)

Neben der von Dir gezeigten Möglichkeit, nach Eingemeindung die alten R-Zettel mit veralteter Ortsangabe aufzubrauchen, war ein solches Erscheinungsbild auch nach 1964 der Regelfall bei Poststellen II. Diese wurden oft (meistens?) nicht mit eigenen Nummernzetteln ausgestattet.

Hier wurden (und das bis zur Abschaffung der kleinen Nummernzettel 1997) die Marken in aller Regel schon bei der Poststelle gestempelt, der Nummernzettel kam dann erst beim Leitpostamt darauf. Die Ortsangaben Stempel / Nummernzettel weichen da folglich ebenfalls voneinander ab (und normalerweise auch die Postleitzahl).

Viele Grüße, Andreas
 
epem7081 Am: 15.04.2021 23:31:18 Gelesen: 1336# 3 @  
@ preussen362 [#2]

Hallo Andreas,

vielen Dank für Deine Anmerkungen. Inzwischen habe ich bei mir noch ein Beispiel für Deinen Hinweis im zweiten Absatz gefunden:

Hier wurden (und das bis zur Abschaffung der kleinen Nummernzettel 1997) die Marken in aller Regel schon bei der Poststelle gestempelt, der Nummernzettel kam dann erst beim Leitpostamt darauf.

Der nachfolgende Beleg vom 14.12.1970 wurde aufgegeben in dem kleinen und damals selbständigen Ort: WETTRINGEN / a / 8721. Wettringen ist heute Gemeindeteil des Marktes Stadtlauringen. Der Nummernzettel für das Einschreiben wurde dann beim Leitpostamt 872 Schweinfurt 2 aufgebracht.




Mit freundlichen Grüßen zur Guten Nacht
Edwin
 
volkimal Am: 16.04.2021 11:59:46 Gelesen: 1300# 4 @  
@ epem7081 [#1]

Hallo Edwin,

aus meiner Sammlung ein entsprechendes Exemplar aus Wulfen bzw. Dorsten:





Einschreibebrief aus Wulfen nach Bork. Das Datum ist leider nicht eindeutig erkennbar. Vermutlich ist der Brief vom 24.6.1976 evtl. ist es aber auch 1978.

Wulfen wurde am 1. Januar 1975 in die Stadt Dorsten eingemeindet [1]. Wann neue Stempel angeschafft wurden kann ich nicht sagen. In diesem Fall hat man noch den alten Einschreibezettel vom Postamt 4273 Wulfen 2 verwendet. Der neue Ortsstempel ist vom Postamt 4270 Dorsten 16.

Hat einer von euch Informationen dazu, wo sich das Postamt Wulfen 2 befand? Gut möglich, dass es in der „Neuen Stadt Wulfen“ (Barkenberg) war. Für ein Steinkohlenbergwerk mit vorgesehenen 8.000 Beschäftigten wurde unter Einbeziehung Alt-Wulfens in den 1960er Jahren die Neue Stadt Wulfen für 50.000 Einwohner geplant.

In der Endausbaustufe sollten Wohnungen die Infrastruktur einer Stadt (Rathaus, Krankenhaus, Kaufhaus, Busbahnhof etc.) unter Einbeziehung (Alt-)Wulfens errichtet werden. Da das Bergwerk nicht den vorausgesagten Erfolg brachte (nur max. 450 Arbeitsplätze), mussten die Pläne im Laufe der Zeit mehrmals reduziert werden.

Der Absender gibt keinen Aufschluss über die Lage des Postamtes. Er stammt aus dem Zielort des Briefes – aus Bork (Selm).

Ich habe übrigens vermutlich noch eine dritte Möglichkeit zu diesem Thema gefunden. Ich werde sie demnächst vorstellen.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Wulfen_(Dorsten)
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Stadt_Wulfen
 
Christoph 1 Am: 16.04.2021 14:08:44 Gelesen: 1277# 5 @  
@ volkimal [#4]

Hallo Volkmar,

vom Postamt Dorsten 16 gibt es ja in der Datenbank einen Abschlag [1], bei dem allerdings meiner Meinung nach ein völlig falsches Datum angegeben wurde. Dieser Stempel kann unmöglich aus dem Jahr 1967 sein, denn er ist bereits "aufgenullt".

Informationen zum Postamt in der Neuen Stadt Wulfen habe ich unter folgendem Link gefunden [2]. Daraus lässt sich aber leider nicht eindeutig entnehmen, ob sich das Postamt Wulfen 2 auch in der "neuen Stadt" befand. Ich gehe allerdings davon aus, denn eigentlich bestand Wulfen ja aus nichts anderem als aus der "neuen Stadt".? Oder täusche ich mich da?

Literatur, die mir hier in gedruckter Form vorliegt:

Maria Berning / Wilhelm Natrup: Neue Stadt Wulfen - Ihre Weiterentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der städtebaulichen Planung. Berlin 1987 (85 Seiten). Darin findet sich allerdings auch nichts zu den Postämtern.

Viele Grüße
Christoph

[1] https://www.philastempel.de/stempel/zeigen/7817
[2] http://www.wulfen-wiki.de/index.php?title=Post_und_Telefon
 
volkimal Am: 16.04.2021 14:53:06 Gelesen: 1265# 6 @  
@ Christoph 1 [#5]

Hallo Christoph,

super! Damit ist die Frage wohl geklärt. In dem von dir angegebenen Link [1] steht u.a.: "Postämter gab es 1976 im Richtersfeld 35 und in der Ladenzeile/Im Himmelsberg 6."

Das Postamt im Richtersfeld 35 gehört zu Alt-Wulfen (dem ursprünglichen Ort). Das Postamt in der Ladenzeile/Im Himmelsberg 6 ist dagegen in Barkenberg. Das Postamt in Alt-Wulfen müsste als ursprüngliches Postamt die Nummer 1 haben. Das Postamt in Barkenberg ist später dazugekommen und müsste daher die Nummer 2 sein.

Du fragst "Ich gehe allerdings davon aus, denn eigentlich bestand Wulfen ja aus nichts anderem als aus der "neuen Stadt".? Oder täusche ich mich da?" Nein, Du täuschst dich nicht. Eigentlich gehörten zur "neuen Stradt Wulfen" sowoh Alt-Wulfen als auch Barkenberg. Das wird aber oft nicht so genau genommen und häufig meint man Barkenberg, wenn von der neuen Stadt die Rede ist. Bei Wikipedia [2] heißt es z.B. "Die Neue Stadt Wulfen (Barkenberg) ist eine in den 1960er und 1970er Jahren geplante und teilweise gebaute Großwohnsiedlung in Wulfen...". Das ist nicht ganz richtig aber verdeutlicht den Gebrauch des Ausdrucks "Neue Stadt Wulfen".

Viele Grüße
Volkmar

[1] http://www.wulfen-wiki.de/index.php?title=Post_und_Telefon
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Stadt_Wulfen
 
volkimal Am: 16.04.2021 15:33:20 Gelesen: 1255# 7 @  
@ Christoph 1 [#5]

Hallo Christoph,

jetzt habe ich mir gerade den Stempel in der Datenbank angesehen. Du schreibst dazu: "Vom Postamt Dorsten 16 gibt es ja in der Datenbank einen Abschlag [1], bei dem allerdings meiner Meinung nach ein völlig falsches Datum angegeben wurde. Dieser Stempel kann unmöglich aus dem Jahr 1967 sein, denn er ist bereits "aufgenullt".

Dem kann ich nur zustimmen. Normalerweise kommen die aufgenullten Postleitzahlen erst ab 1975 vor. Eine Ausnahme aus dem Jahr 1969 zeige ich im Beitrag [1].

Noch etwas zum Stempel Dorsten 16 in der Datenbank. Man kann das Datum nicht richtig erkennen. Dennoch glaube ich, dass Lothar Schrapp es richtig abgelesen hat. Die Briefmarke (MiNr. 514) ist am 22. 4.1966 erschienen und war nur bis zum 31.12.1967 gültig. Ich gehe davon aus, dass der Stempel rückdatiert wurde, damit das Stempeldatum im richtigen Verwendungszeitraum der Marke liegt. Vielleicht sollte man einen entsprechenden Hinweis in der Datenbank ergänzen.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=78423
 
mumpipuck Am: 25.04.2021 23:15:14 Gelesen: 1138# 8 @  
@ preussen362 [#2]

Hallo Andreas,

zu Deinem Beitrag habe ich zwei Anmerkungen:

Bis ca. 1963/64 - solange die Poststellen II in der Bundesrepublik keine Tagesstempel hatten - wurden die Marken ja stets im Leitpostamt gestempelt und auch dessen R-Zettel verwendet. Zumindest für die Jahre ab ca. 1980-1998 kann ich aber aus eigener Erfahrung sagen, dass die zahlreichen Poststellen II in meinem Sammelgebiet alle über eigene R-Zettel verfügten. In anderen Regionen Deutschlands gab es aber wohl auf den Poststellen auch zu dieser Zeit R-Zettel mit der Postleitzahl des Leitpostamts und der Bezeichnung "Land". Ich gehe aber davon aus, dass diese Rollen ebenfalls in den Poststellen lagen.

Für das Jahr 1990 in der DDR kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Die R-Zettel lauteten immer auf das Leitpostamt, aber die R-Zettel wurden in der Poststelle aufgeklebt und die Nummer auf dem Einlieferungsschein vermerkt. Auf Grund der sehr unterschiedlichen parallel verwendeten Typen von R-Zetteln und der Nummernkreise war es z.T. auch möglich die Sendung bestimmten Poststellen zuzuordnen.

Mich würde nun mal interessieren, wie das zu Zeiten der Landpoststempel bis 1964 in der Bundesrepublik und davor ablief. Wurden die R-Zettel tatsächlich erst im Leitpostamt angebracht oder lauteten Sie nur auf dieses und sie wurden schon in der Poststelle aufgeklebt ? Wenn die Anbringung erst im Leitpostamt erfolgte würde das aber heißen, dass der Auflieferer die Nummer des Zettels nicht erfährt, was doch nicht sinnvoll für den Nachweis der Sendung erscheint. Dann dürfte auch keine Nummer auf dem Einlieferungsschein stehen.

Hat die Poststelle dann, um die Rückverfolgung zu ermöglichen, eine eigene interne Einlieferungsnummer vergeben, die dann mit der Sendung an das Leitpostamt übermittelt wurde und dort entsprechend auf einem Beleg die Nummer des R-Zettels ergänzt ?

Hat jemand aus dem Forum Einlieferungscheine von Poststellen II bis 1962 ? Tragen die eine Einlieferungsnummer ?

Oder gibt es postinterne Formulare, die erkennen lassen, wie der Zusammenhang zwischen der in der Poststelle eingelieferten Sendung und der Nummer des im Leitpostamt aufgeklebten R-Zettels hergestellt wurde ?

Vielleicht kann sich hier ja auch noch jemand aus eigener Erfahrung erinnern ?

Herzliche Grüße
Burkhard
 
volkimal Am: 26.04.2021 10:24:36 Gelesen: 1113# 9 @  
Hallo zusammen,

die „Rollende Postsparkasse“ war eine Werbeaktion der Deutschen Bundespost aus den Jahren 1966/67. In der Zeit von Mai bis Oktober 1967 führte die rollende Postsparkasse die Werbestempel "Bonn BPM / ROLLENDE POSTSPARKASSE / 53" mit sich und benutzte diesen in ganz Deutschland. Es gab die Unterscheidungsbuchstaben „ a“ und „b“. BPM = Bundespostministerium (offiziell Bundesministerium für das Post- und Fernmeldewesen)





Eingeschriebenes Päckchen von meiner Großmutter aus Regensburg an meinen Vater vermutlich vom 25.10.1967. Der Tag ist nicht eindeutig erkennbar. Die „Rollende Postsparkasse war aber nur am 25./26.10.1967 in Regensburg.

Wenn bei der rollenden Postsparkasse ein Einschreiben aufgegeben wurde, benutzte man diesen Stempel und hat gleichzeitig den Einschreibezettel des Postamtes vor Ort verwendet. Dadurch trägt das Päckchen von meiner Großmutter an meinen Vater im Stempel die Ortsbezeichnung Bonn während der Einschreibezettel aus Regensburg stammt. Ein weiteres Beispiel mit einem Einschreibezettel aus Kassel seht ihr hier [1].

Die weiteren Einsatzorte findet man im Bochmann:



Ein Bild der „Rollenden Postsparkasse“ und ein paar weitere Informationen seht ihr hier [2]

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://forum.dphj.info/viewtopic.php?f=1674&t=8131
[2] https://www.nordbayern.de/region/nuernberg/20-oktober-1967-die-postillione-lockten-zur-kasse-1.6763194?rssPage=S2FsZW5kZXJibGF0dCAtIE7DvHJuYmVyZyB2b3IgNTAgSmFocmVu
 
preussen362 Am: 26.04.2021 19:26:51 Gelesen: 1059# 10 @  
Hallo Burkhard [#8],

danke für Deine Anmerkungen - ein schönes Beispiel dafür, dass auch bei der durchorganisierten Bundespost einiges eben dezentral von Postamt zu Postamt etwas unterschiedlich gehandhabt wurde!

Aus meinem Heimatgebiet (westliches Rheinland-Pfalz) konnte ich bislang noch keinen "eigenen" Nummernzettel einer Poststelle II finden - nur Postämter oder Poststellen I hatten diese mit eigenem Namenseindruck. Bis zum Ende der kleinen Klebezettel wurden hier vor Ort bei den Poststellen II diejenigen mit der Ortsbezeichnung und Postleitzahl des Leitpostamtes genutzt.

Die Bezeichnung "Land" auf den Nummernzetteln findet sich auf den ersten Drucken mit der 1961 eingeführten Postleitzahl (Beispiel: 552 Bitburg Land) - so ab Ende der 1960er/Anfang der 1970er entfällt auch das Wort "Land". Auch das ist wohl bundesweit höchst unterschiedlich gehandhabt worden.

Auffällig ist, dass die Klebezettel des Leitpostamts von da ab meistens einen Kleinbuchstaben hinter der Nummer aufweisen. Es ist gut möglich, dass hierdurch eine Abgrenzung möglich ist (aber ich konnte auch hier noch kein System entdecken).

Wie die Handhabung nun war - ob die Zettel bereits in den Poststellen II bereit lagen, oder im Leitpostamt - würde mich ebenfalls interessieren.

Viele Grüße, Andreas
 
mumpipuck Am: 28.04.2021 21:44:30 Gelesen: 983# 11 @  
@ preussen362 [#10]

Hallo Andreas,

die Frage, wo bis 1962 die R-Zettel aufgebracht wurden, wenn eine Einschreiben bei einer Poststelle II aufgegeben wurde, kann ich nun beantworten:

Im Rahmen meiner Forschungen für die Heimatsammlung habe ich eine Dame, Jahrgang 1934, kennengelernt, die trotz ihres Alters hellwach ist. Sie war von 1952 bis zu deren Schließung am 30.09.1960 Posthalterin einer Poststelle II in meinem Sammelgebiet Kreis Herzogtum Lauenburg. Da die Schließung bereits vor Einführung der vierstelligen Postleitzahlen 1962 erfolgte und die Dame mit dem 30.09.1960 aus dem Postdienst ausschied ist auch eine Verwechslung mit späteren Vorgehensweisen ausgeschlossen.

Sie hat mir bestätigt, dass es in der Poststelle keine R-Zettel gab. Diese wurden im Leitpostamt angebracht. Sie hat einen Einlieferungsbeleg an den Kunden gegeben. Wie eine Verbindung zwischen der eingelieferten Sendung und der Nummer des R-Zettels hergestellt wurde, kann sie sich nicht mehr erinnern.

Ich habe einen Einlieferungsschein einer Poststelle II vom 28.04.1962 angehängt. Im Feld Einlieferungs-Nr. steht "Bl.4". Diese "Bl Nr." -Vermerke befinden sich auch auf anderen Einlieferungsbelegen der Poststellen II (Pakete, Zahlkarten). Ich vermute, dass "Bl" für Blatt steht und es eine Art Einlieferungsbuch in der Poststelle II gab, in das alle Einlieferungen fortlaufend eingetragen wurden. Vielleicht weiß das ja jemand ?



Die rote Stempelfarbe war übrigens über viele Jahre eine Spezialität dieser Poststelle. Nur eine weitere in meinem großen Sammelgebiet stempelte kurze Zeit rot. Schön auch der Landpoststempel mit aptierter Postgebietsleitzahl (24a). Er war nur wenige Wochen in Gebrauch!

Herzliche Grüße
Burkhard
 
epem7081 Am: 29.04.2021 10:45:35 Gelesen: 953# 12 @  
@ preussen362 [#10]

Wie die Handhabung nun war - ob die Zettel bereits in den Poststellen II bereit lagen, oder im Leitpostamt - würde mich ebenfalls interessieren.

Hallo Andreas und alle anderen Interessierten,

ich habe nun noch einen auffälligen Beleg bei mir gefunden, der zu dem Thema selbstredend erscheint, da der bemerkenswerte Poststelle II Stempel "Einschreiben / 9381 Langenstriegis" deutlich zum Teil auf dem Einschreibenzettel "9381 Flöha / 429" aufgebracht wurde. Das Leitpostamt war dann wohl Flöha, wo am 2.2.1991 die Abstempelung erfolgte.



Überraschende Besonderheit aus meiner Sicht, dass hier der Poststelle II Stempel die Versandart "Einschreiben" bereits enthält und im Tagesstempel FLÖHA 1 / 938 / m - wie ich bei symmetrischer Anordnung empfinde - nur die dreistellige PLZ 938 enthält?

Zur allgemeinen Verwirrung mag noch beitragen, dass Langenstriegis seit dem 1. März 1994 Ortsteil der Stadt Frankenberg ist und die sächsische Kleinstadt Flöha zur "Großen Kreisstadt" im Landkreis Mittelsachsen wurde.

Mit verwunderten Grüßen
Edwin
 
volkimal Am: 29.04.2021 13:19:28 Gelesen: 931# 13 @  
@ epem7081 [#12]

Hallo Edwin,

es ist klar, dass im Tagesstempel die Postleitzahl 938 steht. Das bzw. 9380 war ganz offiziell die Postleitzahl von Flöha. In Flöha gab es also extra einen Einschreibezettel für die Post von den umliegenden Poststellen, denn die kleinen Orte rundum hatten die Postleitzahl 9381.

Die Post aus Flöha selbst bekam den Einschreibezettel 938 bzw. 9380. Bei Delcampe siehst du ein Beispiel [1].

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/deutschland-ddr/briefe-u-dokumente-3/ddr-lettre-recommandee-de-1976-de-floha-vers-linterieur-a-voir-1241763796.html
 
rumburak Am: 29.04.2021 14:27:39 Gelesen: 915# 14 @  
Hallo Edwin,

Landpoststellen in der DDR und später im VGO hatten immer Einschreibzettel mit der Sammelleitzahl der Poststellen (enden auf Eins) und dem Namen des Leitpostamtes. Wenn die Poststellen über einen Tagesstempel verfügten (das waren die Wenigsten) dann gibt es „Einschreiben und Tagesstempel mit unterschiedlichen Ortsangaben“.

Hier ein Beleg aus 5701 Felchta mit dem Poststellen-Einschreibzettel mit der Angabe des Leitpostamtes (5700) Mühlhausen und der Sammelleitzahl 5701. Leider sind die 200er-Frauenmarken oben beschädigt.



Einen weiteren solchen Beleg einer Poststelle aus dem VGO habe ich hier gezeigt [1].

Das Besondere an Deinem Beleg ist sicher der Einschreib-Stempel der Poststelle. Zwischen Poststellen I und II unterschied man in der DDR übrigens ab 1964 nicht mehr; es waren nur noch Poststellen.

Viele Grüße

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=252323
 
Christoph 1 Am: 29.04.2021 16:49:01 Gelesen: 896# 15 @  
@ epem7081 [#12]

Hallo Edwin,

die Frage der PLZ wurde ja bereits erschöpfend erklärt.

Bleibt noch der Zusatzstempel "Einschreiben". Hier möchte ich zur Diskussion stellen, ob es sich nicht möglicherweise um zwei verschiedene Stempel handelt? Der obere Teil (also der Schriftzug "Einschreiben") sitzt im Verhältnis zum unteren Teil nicht mittig (nicht zentriert) und weist zudem eine völlig andere Schrifttype auf.

Es könnte doch sein, dass hier zwei Stempel nur zufällig mehr oder weniger akkurat untereinander abgeschlagen wurden?

Aber auch wenn das stimmt: Der Stempel 9381 Langenstriegis mit dem unterstrichenen Ortsnamen bleibt eine Besonderheit, weil er nicht der Norm der PSt-Stempel entspricht. Vermutlich ein Übergangsprodukt, bevor dann auch in dieser PSt ein "normaler" Tagesstempel eingetoffen war? Denn ich gehe mal davon aus, dass zum Ende der DDR bzw. in der VGO-Zeit alle PSt mit Tagesstempeln ausgestattet wurden (?). Ich meine, das wurde in einem anderen Thema mal entsprechend erläutert.

Viele Grüße
Christoph
 
rumburak Am: 29.04.2021 18:25:15 Gelesen: 870# 16 @  
@ Christoph 1 [#15]

Hallo,

wenn die Poststelle Langenstriegis weiterbestanden hat und nicht geschlossen wurde, wird sie auch einen Tagesstempel erhalten haben.

Zu dem Einschreiben-Stempel: Ich glaube auch eher, dass es sich hier um zwei Stempel handelt. Beide sind sicher auch selbst beschafft worden. Schon der Schriftzug "Einschreiben" in klassizistischer Antiqua ist sehr ungewöhnlich.

Viele Grüße
 
epem7081 Am: 29.04.2021 21:55:55 Gelesen: 839# 17 @  
@ volkimal [#13]
@ rumburak [#14]
@ Christoph 1 [#15]

Hallo Volkmar, rumburak und Christoph,

vielen Dank für Eure aufschlußreichen Beiträge. Ihm Hinblick auf die Handhabung Einschreibenzettel bei Poststellen sehe ich jetzt klarer. Der Stempel "Einschreiben / 9381 Langenstriegis" bleibt sicher in seiner Ausführung noch weiter rätselhaft. Eine nochmalige kritische Prüfung der beiden Zeilen hat eine exakte Parallelität ergeben. Vielleicht taucht ja irgendwann ein weiterer vergleichbarer Beleg in der Runde der Stempelsammler und Forumsteilnehmer auf.

Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüßen
Edwin
 
volkimal Am: 06.05.2021 11:11:26 Gelesen: 681# 18 @  
Hallo zusammen,

im Beitrag [#9] habe ich ein Einschreiben der Rollenden Postsparkasse vorgestellt. Der Stempel hat die Ortsbezeichnung Bonn BPM, dar Einschreibezettel war aus Regensburg.

Von 1959 bis 1974 gab es die fahrenden Postschulen. 18 umgebaute Postbusse als mobile Beratungsstellen für Schulklassen von den Oberpostdirektionen bereitgestellt [1]. Im Sonder- oder Maschinenstempel war jeweils der Name der Oberpostdirektion angegeben.







Ob auch hier der Fall eines Einschreibens vorkommt, bei dem Tagesstempel und Einschreibezettel unterschiedliche Ortsangaben haben, weiß ich bisher nicht. Im Internet habe ich bisher nur Einschreiben der OPD Koblenz gefunden. Diese Einschreiben hatten ebenfalls die Ortsangabe Koblenz mit einem zusätzlichen Gummistempel „Fahrende Postschule“. Dieser Brief ist z.B. gerade bei Ebay im Angebot [2]:



Ob dieser Einschreibezettel im ganzen OPD-Bereich oder nur in Koblenz selbst verwendet wurde kann ich nicht sagen. Hat jemand von euch Einschreibebriefe der fahrenden Postschule, die zu diesem Thema passen?

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrende_Postschule
[2] https://www.ebay.de/itm/363273243460?hash=item5494c5cb44:g:8GUAAOSwWYdgEVpW
 
epem7081 Am: 28.05.2021 20:36:04 Gelesen: 533# 19 @  
Hallo zusammen,

aus einer mit Einschreiben gefüllten Kiste, konnte ich heute wieder ein Beispiel abweichender Ortsangabe bzw. PLZ beim Einschreiben entdecken.



Der Absender hat an seinem Wohnort das Einschreiben am 14.08.1980 zur Post gegeben, dementsprechend der Poststempel EHLENZ / a / 5521. Dann wurde entweder hier oder im Leitpostamt der Einschreibzettel aufgebracht: 5520 Bitburg 1.
Ehlenz ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie gehört seit dem 1. Juli 2014 der Verbandsgemeinde Bitburger Land an.

Mit freundlichen Grüßen zu einem gesunden Wochenende
Edwin
 
epem7081 Am: 15.08.2021 21:02:13 Gelesen: 177# 20 @  
Hallo zusammen

heute kann ich wieder einmal ein "Fundstück" zur Thematik abweichender Ortsangabe bzw. PLZ beim Einschreiben einbringen.



Der Absender hat an seinem Wohnort das Einschreiben am 03.04.1978 zur Post gegeben, dementsprechend der Poststempel HOSENFELD 3 / a / 6406. Dann wurde entweder hier bei der Einlieferung oder im Leitpostamt der Einschreibzettel aufgebracht: 6400 Fulda-Land

Hosenfeld ist eine Gemeinde im osthessischen Landkreis Fulda. Die sieben zuvor eigenständigen Gemeinden Blankenau, Brandlos, Hainzell, Jossa, Pfaffenrod, Poppenrod und Schletzenhausen (mit Gersrod) gaben am 31. Dezember 1971 ihre Eigenständigkeit auf und wurden im Rahmen der Gebietsreform in Hessen in die bereits bestehende Gemeinde Hosenfeld eingegliedert. [1]

Mit freundlichen Grüßen
Edwin

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Hosenfeld#Eingemeindungen
 
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