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Thema: (?) (4) Paketkarten über oder von Österreich über Triest nach Konstantinopel ?
Sammler-DPChina Am: 10.07.2021 12:59:29 Gelesen: 1152# 1 @  
Paketkarten über oder von Österreich über Triest nach Konstantinopel, oder umgekehrt: Welche Postverwaltungen oder Redereien erhielten für den Transport im Zeitraum 1910 bis Beginn des 1. WK. da welche Gebühren?

Ein Paket bis 5 kg von Deutschland über Triest nach Konstantinopel kostete 1,40 RM oder in der Gegenrichtung, bei Aufgabe bei einem Deutschen Postamt, 7 Piaster, was anhand des Wertes er Urmarken auch 1,40 RM entsprach.

Wenn ich nun den deutschen Anteil am Transport weglasse, verbleiben 1 RM oder 5 Piaster für die Beförderungsstrecke ohne Deutschland. Wenn ich nun die normale Rechenart für eine Internationale Paketbeförderung, von 50 Cts / 40 Pf. je beteiligter Postverwaltung und die Seetransportgebühr von Triest in die Türkei (das waren wohl über 1000 SM) zugrunde lege, dann komme ich mit dem Porto von 125 Cts oder 1 RM nicht zu Recht. Gebühr für Österreich 50 Cts / 40 Pf., Seetransport ab Triest 50 CTS / 40 Pf. und Transport in der Türkei 50 Cts / 40 Pf., das wären für die Strecke, bei der wohl nur 3 Streckengebühren zu bezahlen waren, schon 150 Cts / 120 Pf. / 6 Piaster. Damit ist klar, dass man das in diesem Fall so nicht rechnen kann, sondern sich die Gebühren anders verteilen. Möglicherweise kamen irgendwo reduzierte Gebühren zur Anwendung oder die Zahl der beteiligten Postverwaltungen war anders, als von mir angenommen.

Dass in dem angesprochenen Zeitraum das Porto für ein Paket über 1 bis 5 kg von Deutschland über Triest in die Türkei 1, 40 RM oder umgekehrt 7 Piaster gekostet hat, ist durch die Amtsblätter, Paketposttarife und etliche diesbezügliche Paketkarten eindeutig belegt. Nur, wie sich außen den 40 Pf., die in beim Transport innerhalb Deutschland anfielen, das Restporto von RM 1,00 oder 5 Piaster auf die weiteren an der Beförderung Beteiligten genau aufteile, das würde mich interessieren, um das Porto einmal genau und detailliert aufschlüsseln zu können.

Vielleicht hat einer der Experten hier gelegentlich eine Idee dazu und kann die Frage beantworten.

Vielen Dank für Eure Hilfe und viele Grüße

Tom
 
Marcello Am: 10.07.2021 17:10:14 Gelesen: 1139# 2 @  
@ Sammler-DPChina [#1]

Hallo Tom,

ich habe zwar unheimlich viel Literatur zu den Pakettarifen, aber eine Erklärung dafür habe ich auch nicht. Nehme doch mal Kontakt mit Wolf-Dieter Becker auf, der ist eine Koryphäre auf diesen Gebiet. Er ist hier Forum auch angemeldet.

Grüße
Marcel
 
Sammler-DPChina Am: 10.07.2021 21:08:52 Gelesen: 1109# 3 @  
Hallo Marcel,

vielen Dank für Deine Antwort. Mit Wolf-Dieter Becker habe ich schon bei anderen Fragestellungen vielfach korrespondiert und von ihm auch den Stick mit allen seinen aktuellen Unterlagen erhalten. Das hat mir schon mehrfach sehr geholfen. Ich werde ihn direkt dazu anschreiben.

Das Problem ist aber, wie Du auch schon festgestellt hast, dass sowohl in den Amtsblättern, wie auch in den Pakettarifen und den Änderungsmeldungen der Reichspost immer nur festgehalten wird, was ein Paket über A, B, C nach D im Gesamten kostet, aber nicht, wie sich das Porto im Einzelnen zusammensetzt. Alles, was nach den Tarifen des Weltpostvereins abläuft, kann man natürlich schön nachvollziehen, auch wenn im Endland erhöhte Beförderungs- oder Eisenbahngebühren angefallen sind.

Bei der Frage hier benötigen wir die Hilfe von Sammlern, die sich mit Paketkarten von Österreich in die Levante oder umgekehrt befassen und die dazu Unterlagen haben und uns möglicherweise sagen können, wo der „Preisbrecher“, wenn ich es einmal so formulieren darf, auf dem Seeweg über Triest liegen könnte.

Viele Grüße

Tom
 
BD Am: 10.07.2021 22:15:41 Gelesen: 1097# 4 @  
Hallo Tom,

ich glaube die Pakete über Triest gingen an die Österreichischen Postämter in Konstantinopel.

Somit erhielt die Türkei keinen Anteil. Post an die ausländischen Postämter in Konstantinopel war von der türkischen Post getrennt.

Je 40 Pf. Deutschland und Österreich plus 40 Pf. Seezuschlag für den Österreichischen Loyd mit Heimathafen Triest
Wofür die restlichen 20 Pf. = ?

Beste Grüße Bernd


 
Sammler-DPChina Am: 11.07.2021 11:21:00 Gelesen: 1051# 5 @  
Hallo Bernd,

vielen Dank für Deinen Beitrag und die Abbildung. Du dürftest mit Deiner Einschätzung auf dem richtigen Weg sein. Wenn ich das einmal aufgreifen darf, dann waren für Deutschland, Österreich und den Seetransport mit dem Österreichischen Lloyd bis in eines der 3 österreichischen Postämter in Konstantinopel 150 Cts / RM 1,20 / 6 Piaster fällig.

Nun musste ja entweder der Empfänger benachrichtigt werden, dass er auf dem betreffenden österreichischen Postamt sein Paket abholen kann oder das Paket wurde, sofern möglich, an das Auslandspostamt des Staates, bei dem es aufgegeben worden ist, weitergeleitet, damit man sich dort um die Zustellung kümmerte. Da beides mit Arbeit und Kosten verbunden war, könnten die restlichen CTS 25 / Pf. 20 / 1 Piaster möglicherweise die Gebühr dafür sein. (In der anderen Laufrichtung wären dann die 20 Pf. die Gebühr für den Transport vom deutschen zum österreichischen Postamt).

Dies ist eine reine Spekulation von mir, da ich dazu keinerlei Unterlagen habe. Die 20 Pf., die wir momentan noch nicht zuordnen können, müssen ja eine Gebühr für irgendetwas sein. Vielleicht hat auch der Österreichische Lloyd die 20 Pf. mehr für die direkte Zustellung/Abholung bis zum / oder vom österreichischen Postamt erhalten? So oder ähnliche dürfte die Lösung aussehen.

Sich mit postgeschichtlichen Fragen zu beschäftigen, kann, auch wenn der Vorgang schon über hundert Jahre her ist, verdammt spannend sein!

Viele Grüße

Tom
 
Marcello Am: 11.07.2021 11:23:13 Gelesen: 1051# 6 @  
@ BD [#4]

Hallo Bernd,

was ist das für eine Literatur im Anhang? Bin etwas neugierig :o)

Grüße
Marcel
 
BD Am: 11.07.2021 12:08:39 Gelesen: 1041# 7 @  
Hallo Marcel,

es ist ein Lehrbuch von 1907.

Gerade in Bezug auf Bahnstrecken sehr interessant.

Beste Grüße Bernd




 
Marcello Am: 11.07.2021 16:10:21 Gelesen: 1016# 8 @  
@ BD [#7]

Hallo Bernd,

danke für die Info. Muss ich mal schauen, ob ich das auch mal herbekomme.

Grüße
Marcel
 
Sammler-DPChina Am: 11.07.2021 20:51:27 Gelesen: 995# 9 @  
Dank des zielführenden Hinweises eines Freundes und den ausführlichen Unterlagen von Wolf-Dieter Becker - mit der Türkei musste ich mich bisher nicht groß befassen, daher hatte ich diesen Teil zunächst auch nicht griffbereit und deshalb auch das anfängliche Stochern im Nebel – konnte ich das Problem nun klären. Die Paketkarte ist von Granitza weiter über Predeal, einem Grenzort zwischen Österreich-Ungarn und Rumänien sowie Constanza / Rumänien und einem kurzen Seetransport direkt zur Deutschen Post in Konstantinopel gelaufen.

Detaillierter Informationen morgen oder übermorgen, nun muss ich mich um unsere Gäste kümmern.

Viele Grüße

Tom
 
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