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Thema: Rumänien Inflation 1945 - 1947, Belege, Marken, Stempel
10Parale Am: 29.10.2021 22:20:36 Gelesen: 1055# 1 @  
Die Ursachen der Inflation in Rumänien in den Jahren 1945-1947 mögen wie bei so vielen osteuropäischen Ländern in Folge des Zweiten Weltkrieges begründet liegen. Ein erhöhter Notenumlauf war notwendig, um die kaputte und marode Infrastruktur wieder aufzubauen. Wie man aber herausfinden kann, gab es zudem im Jahr 1946 eine der schlechtesten Ernten in der Kornkammer Europas (ehemaliges Fürstentum Moldau), wo hauptsächlich Weizen und Mais angebaut wurde.

Wie die Bank für Internationales Zahlungsausgleich schreibt, betrug die Notierung des Dollars im Schwarzhandel Anfang April 1947 560.000 Lei je 1 Dollar. Dies war 3.900 Mal mehr als die Notierung des Vorkriegskurses.

So ist es fast allegorisch, dass im Jahr 1945 die ersten Marken, die erschienen, das Motiv "ROTES KREUZ" mit dem Bild der Königsmutter Helene zeigen (Michel Nr. 827 . 830). Das Rote Kreuz half bei der Verteilung der knappen Nahrungsmittel unter der Bevölkerung.

Vorweg: Belege aus der Inflationszeit 1945 - 47, die mit den Freimarken Rotes Kreuz frankiert sind, sind auch von mir sehr gesucht und ich wage die Hypothese, sehr rar und teuer.

Diese Marken erschienen am 10. Februar 1945, über ein Jahr war vergangen, seitdem die Rumänische Post Briefmarken herausgebracht hatte. Das Ende des Krieges hatte sozusagen auch erst mal die Post lahmgelegt.

Die Inflation endet für uns Briefmarkensammler am 14. August 1947 (Periode der Hochinflation) mit Einführung einer neuen Währung 1 Tag später. Aus 20.000 alten Lei wurde 1 neuer Lei (20.000 = 1).

Ich hoffe, dass wir hier schöne Belege sehen und ich werde stets behilflich sein, die Tarife und Portoperioden mit Hilfe des Werkes von Calin Marinescu über die Posttarife Rumäniens zu erläutern. Insgesamt gab es 7 Portoperioden unterschiedlicher Länge. Doch davon später mehr. Auch in Deutschland und Europa ist augenblicklich die Rede über Inflation. Preise für Energie, Strom und Lebensmittel steigen. Vielleicht ein guter Zeitpunkt, um mit diesem Thema einzusteigen.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 02.11.2021 21:39:54 Gelesen: 999# 2 @  
@ 10Parale [#1]

Heinz 7 und Michael Mallien haben schon viel Vorarbeit geleistet und ich verweise auf [#62] + [#88] im Thema "Rumänien: Belege nach 1945", wo wir erfahren, dass die Zeit der Inflation 1945 - 1947 verschiedene Wertstufen sowohl für dass Inland wie für das Ausland umfasste.

Doch alles zu seiner Zeit. Ich möchte deshalb auch ganz einfach mal mit einem Inlandsbrief beginnen. Dieser Brief wurde am 11. Juni 1947 in Baia-Mare mit insgesamt 15.000 Lei frankiert, Zielort: die Hauptstadt Rumäniens, Bukarest.

Es war die Zeit der Hochinflation bzw. Hyperinflation. Solch eine Hyperinflation endet meist mit einer Währungsreform, die dann auch am 15.08.1947 vorgenommen wurde. Was passiert bei einer Währungsreform eigentlich mathematisch?

In Rumänien lautete die mathematische Formel der Währungsumstellung: X (Nominale der alten Währung) : 2 : 10.000 = Y (Nominale der neuen Währung).

Y = X:2:10.000 - andere mathematische Schreibweise wäre Y = X : (2 x 10.000), es ist mir wichtig, die 2 als gesonderter Faktor zu nennen.

Wäre der hier gezeigte Brief der Hyperinflation also nach der Währungsreform gelaufen, hätte er 75 Bani kosten müssen. Tatsächlich hatte die erste Marke nach Beendigung der Inflation (Michel Nr. 1066) einen Nominalwert von 0,50 Lei (50 Bani).

Erläuterung: Y = 15.000/2/10000

Wie wir aber aus Tabelle Nr. 244 (Vol.2 Marinescu) erfahren, kostete der selbe Brief ab dem 21. August 1947 schon mal 15 Lei. Das ist also, nehmen wir die mathematische Formel der Währungsumstellung als Bezug, tatsächlich eine Steigerung um 2000 Prozent !!!! Ich schreibe absichtlich Steigerung, nicht Preiserhöhung.

Es handelt sich also um einen einfachen Brief der Gewichtsstufe bis 20 Gramm im Inlandsverkehr zur Zeit der letzten Portoperiode der Inflation. Es muss hinzugefügt werden, dass es im Inlandsverkehr neben der Gewichtsstufe ein Unterscheidungsmerkmal gab zwischen "innerhalb einer Stadt" und "außerorts".

Wäre der Brief innerhalb von Baia Mare gelaufen, hätte er nur 8.000 Lei gekostet (Tabelle Nr. 63 Zeile 1) Bukarest ist jedoch ca. 600 km weiter südlich, weshalb der Brief dann auch erst am 15.VI.47 mit einem Ankunftsstempel quittiert wurde.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 05.11.2021 21:04:47 Gelesen: 954# 3 @  
In Beitrag [#263] "Ganzsachen Rumänien" ist mir ein Fehler unterlaufen, den ich an dieser Stelle selbst korrigiere.

Einer meiner Lieblingsbelege ist diese Ganzsache zu 40 Lei, die mit 7 Marken zu 10.960 Lei zu einem portogerechten Beleg der 6. Portoperiode (1.04.47 - 30.06.47) aufgehübscht wurde (irrtümlich ging ich von Portoperiode 5 aus).

Die Ganzsache wurde in SIBIU am 28. Juni 1947 abgestempelt und lief nach Wien (Österreichische Zensurpoststelle 220).

Michel Nr. 1034 - 5.500 Lei grün - Freimarke König Michael I. aus dem Satz von März 1947
Michel Nr. 969x - 2.500 Lei ultramarin (1947) - Freimarke König Michael I. Kopf nach links
Michel Nr. 967x - 1.500 Lei graublau (1946) - Freimarke s.o.
Michel Nr. 963x - 500 Lei rotlila (1947) - Freimarke s.o.
Michel Nr. 961y - 400 Lei orange waagrechtes Paar (1946) - Freimarke s.o.
Michel Nr. 953y - 160 Lei grün - Freimarke s.o.
 

Der bunte Mix aus Marken, die mathematisch exakte Zusammenstellung, der niedrige, doch bedeutende Wert des Ganzsacheneindrucks, all das macht einen besonderen, attraktiven Beleg.

Portobestimmung lt. Marinescu:

Tabelle 244 Zeile 3: Carta postale (CP) simple 11.000 Lei

Liebe Grüße

10Parale


 

Heinz 7 Am: 06.11.2021 11:13:00 Gelesen: 926# 4 @  
@ 10Parale [#1]

Guten Tag,

einerseits freut es mich natürlich, wenn das Thema "Rumänien" um weitere Beiträge ergänzt wird. Und wenn es ein so hoch interessantes Gebiet wie "Rumänien Inflation 1945-1947" betrifft, umso mehr.

Andererseits finde ich es schade, wenn wir nun wieder "bei Null" beginnen, nachdem wir im Thema "Rumänien: Belege nach 1945" [1] schon über 50 Beiträge zu diesem Thema geschrieben haben. Das Thema erfreut sich grosser Beliebtheit mit 322 Beiträgen und über 100'000 Klicks!

War Dir das Thema zu unübersichtlich? Da wir auch die spätere Inflation 1991-2005 in diesem Thema behandelt haben (überwiegend Michael Mallien!) ist es in der Tat etwas aufwändig, die Beiträge "Inflation 1945-47" herauszufiltern. Darum hast Du Dich wohl für ein eigenes, enges (neues!) Thema entschlossen?

Danke, dass Du wenigstens summarisch auf die nicht unbeträchtliche Zahl der Beiträge im grösseren Thema "Rumänien: Belege nach 1945" hinweist.



Diesen Beleg haben wir z.B. in Beitrag 38 besprochen.

Ohne nun stundenlang jeden früheren Beitrag gesucht und studiert zu haben gebe ich anbei eine Übersicht über die Infla-1945/47-Beiträge im "anderen" Thema: "Rumänien: Belege nach 1945". Dann kann der interessierte Leser sich vielleicht auch dort "hineinlesen".

Beiträge ("sauf erreurs & omissions" bzw. "ohne Gewähr") [1]:

38+39+42+43+45+46+48+54+55+57+59+60+61+62+64+65+66+71+72+78+88+90+91+92+93+95+96+99+106+107+108+109+170+205+223+225+226+235+243+252+253+254+255+268+294+301+302+305+308+309+310+311+313+314+322

Freundliche Grüsse

Heinz

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?F=1&CP=0&ST=9529&page=0

[Link [1] zum Thema "Rumänien: Belege nach 1945" redaktionell ergänzt]
 
10Parale Am: 06.11.2021 19:14:27 Gelesen: 897# 5 @  
@ Heinz 7 [#4]

Was mir bei Marinescu´s Tabellen der Auslands-Luftpost-Zuschläge auffällt ist die Lücke zwischen dem 24. August 1944 - Ende Februar 1947. Deshalb zweifle ich in gewisser Hinsicht und mangels eines Aufklebers, der auf eine Luftpostbeförderung schließen lässt, das der Beleg, den du in [#4] hier und in #38 im Thema "Rumänien: Belege nach 1945" zeigst, auch tatsächlich den Luftweg nahm. Gibt es rückseitig einen Ankunftsstempel? Natürlich stimmt die portogerechte Frankatur auf Heller und Pfennig. Du führst weiter aus:

"Es fällt sicher auf, dass der Ausland-Luftpost-Zuschlag (20 Lei) sehr gering war. Dies, weil dieser Zuschlag nach dem 15.4.1943 lange nicht angepasst wurde. Dies geschah erst am 1. März 1947. dann wurde dieser Tarif für die Schweiz auf 2200 Lei erhöht! ( vgl. Tabelul Nr. 34), also eine hundertzehn-Verfachung des alten (unangepassten) Betrages!"

Zuerst sind diese "SUPRATAXEN" oder Auslands-Luftpost-Zuschläge in den Tabellen #273 und #274 im Vol. 2 des Bandes "TARIFELE, TAXELE SI GRATUITATILE POSTALE IN ROMANIA 1841 - 2008" zu finden (du schreibst Tabelle 34 ?).

Ein Einschreiben der 5. Portoperiode ( 01.12.1946 - 31.03.1947) lief am 27. März 1947 von TIMISOARA nach Basel. Freigemacht mit insgesamt 7.400 Lei wurde er rückseitig am 03.IV.1947 in Basel mit einem Ankunftsstempel quittiert. Laut Marinescu (Vol.2 Tabelle 243) gibt es folgende Portobestandteile:

- einfacher Brief bis 20 gramm: 3.000 Lei
- Einschreiben 4.200 Lei
Summe: 6.200 Lei
 

So, wo packen wir jetzt noch 1.200 Lei drauf? Eine Luftpostbeförderung schließe ich aus 2 Gründen aus:

1. Die Postzustellung dauerte 8 Tage.
2. Die Suprataxe für die Luftpostbeförderung wäre 2.200 Lei gewesen. Damit wäre der Brief um 1.000 Lei unterfrankiert gewesen.

Eine höhere Gewichtsstufe hätte eine Portoerhöhung von je 1.800 Lei / 20 gramm zur Folge gehabt, so dass dies auch nicht in Frage kommt.

Das Einschreiben (Handelspost) ist demnach nicht portogerecht frankiert, entweder zu hoch oder zu niedrig, oder ich habe etwas übersehen. Dennoch hat es seinen Zielort erreicht.

Genau aus diesem Grund habe ich dieses Thema eröffnet. Ich möchte hier Nüsse knacken und etwas tiefer gehen. Außerdem wurde ich durch ein Schreiben motiviert, dieses Thema zu eröffnen.

Liebe Grüße

10Parale


 

Michael Mallien Am: 07.11.2021 11:35:00 Gelesen: 871# 6 @  
@ 10Parale [#5]

Ich freue mich über dieses interessante Thema, dass ich gerne mitlese.

Zur Luftpostbeförderung ins Ausland in der Zeit vom 24..8.1944 bis Ende Februar 1947 äußert sich Marinescu wie folgt auf Seite 133:

In perioada 24 august 1944 - 28 februarie 1947 au fost suspendate cursele postale aeriene externe si nu s-au mai mentionat suprataxe postale ariene externe. Corespondenta-avion externa a fost din nou admisa la expediere de la marti 1947.

Zwischen dem 24. August 1944 und dem 28. Februar 1947 wurde die Luftpost ins Ausland eingestellt und daher gab es auch keine ausgewiesenen Luftpostzuschläge. Am 1.3.1947 wurde die Luftpost ins Ausland wieder zugelassen.

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 07.11.2021 18:55:37 Gelesen: 844# 7 @  
@ Michael Mallien [#6]

ich freue mich über einen weiteren Mitleser- und Denker, das ist großartig. In meiner Sammlung fand ich nun eine Ganzsache, die beweist, dass es 3 Monate vor der Einstellung des internationalen Luftpostverkehrs in Rumänien durchaus noch Flüge gab, so wie hier in die Schweiz. Der Flug ist wunderbar belegt.

Die Ganzsache lief als Einschreiben von Bukarest nach Bern und wurde am 13. Mai 1944 mit insgesamt 12 + 44 Lei Zusatzfrankatur freigemacht. Zum Einsatz kamen Freimarken von König Michael I. aus dem Jahr 1944.

Der Stempel BUCURESTI C.AVION S. ist mir bislang unbekannt gewesen, beweist aber, dass die Ganzsache eventuell auf einem Postamt am Flughafen abgestempelt wurde. Wer weiß mehr? Der Aufkleber PAR AVION und der Einschreibezettel von BUCURESTI I geben ein anschaulichen Beleg aus der Vorzeit der Inflation bei Kriegsende.

Es wäre nun interessant, weitere Belege ausfindig zu machen, die sich dem Datum 24. August 1944 nähern.

Insofern sehe ich einen guten Grund, diesen Beleg in diesem Themengebiet zu zeigen, um der Zeit der Inflation einen geschichtlichen Rahmen zu geben.

Mit der Portobestimmung tue ich mich hier sehr schwer, denn ich komme nicht auf 56 Lei, denn ich rechne wie folgt. Wurde eine Ganzsache etwa wie ein Brief bewertet oder wie eine C.P.simple, also eine einfache Postkarte?

Tabelle 242 einfacher Brief bis 20 gramm; 16 Lei bei Bewertung als Postkarte: 10 Lei
Einschreibegebühr - lt. Tabelle 241 : 12 Lei 12 Lei
Luftpostzuschlage - lt Tabelle 273 : 20 Lei 20 Lei

Summe: 48 Lei 42 Lei
 

Ich gehe davon aus, dass die Einschreibegebühr in dieser Portoperiode angepasst wurde und entweder 20 Lei oder 26 Lei betrug. 20 Lei scheint mir einleuchtend, ich habe aber bei Marinescu keinen Hinweis über die Höhe von Einschreibegebühren in der Portoperiode ab dem 01. April 1944 finden können.

Liebe Grüße

10Parale


 

Michael Mallien Am: 07.11.2021 20:25:35 Gelesen: 836# 8 @  
@ 10Parale [#7]

Zur Portobestimmung kann ich nur einen Verdacht äußern. Zunächst gehe ich davon aus, dass der Postkartentarif zu 42 Lei korrekt ist.

Des weiteren habe ich schon häufiger auffrankierte rumänische Ganzsachen gesehen, bei denen deren Wertstempel zur Berechnung der Frankatur nicht berücksichtigt wurde. In diesem Fall betrüge die Frankatur 44 Lei, also immer noch 2 Lei zuviel. Dies wiederum könnte dem Mangel an einer passenden Marke geschuldet sein.

Aber das ist alles nur Spekulation. ;)

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 08.11.2021 19:51:05 Gelesen: 806# 9 @  
@ Michael Mallien [#8]

"Des weiteren habe ich schon häufiger auffrankierte rumänische Ganzsachen gesehen, bei denen deren Wertstempel zur Berechnung der Frankatur nicht berücksichtigt wurde."

Ich glaube, da liegt die Schwierigkeit und stimme durchaus zu. Da stellt sich dann die Frage, ob noch von einer Ganzsache gesprochen werden kann, wenn deren Wertstempel nicht oder nur annähernd berechnet wurde wie im folgenden Fall:

Die Ganzsache zu 12 Lei (das Markenbild mit Werteindruck wurde durch die Zusatzfrankaturen zur Hälfte verdeckt) wurde in SIBIU am 21.1.1947 mit 1790 Lei zusätzlich frankiert, um der Anforderung der Portogerechtigkeit in der 5. Portoperiode gerecht zu werden. Eine Carte postale simple (einfache Postkarte) kostete lt. Calin Marinescu (Tabelle Nr. 243) zwischen dem 1. Dezember 1946 und dem 31. März 1947 insgesamt 1.800 Parale.

Hier wurde der Werteindruck der Ganzsache zwar berücksichtig bzw. passend gemacht, wie Handwerker zu sagen pflegen, denn das Ganze überlappt mit 2 Lei. Während Inflationszeiten wahrlich Peanuts.

Im Übrigen ist dies einer meiner Lieblings-Inflations-Belege, weil hier Marken aus dem Satz "ARLUS" - Rumänische Gesellschaft zur Förderung der Beziehungen mit der Sowjetunion - (u.a. 2 waagrechte Paare 1009 A - 1010 A) verwendet wurden.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 25.11.2021 22:21:15 Gelesen: 737# 10 @  
@ 10Parale [#9]



Nicht weniger als 6 verschiedene Marken zusätzlich zur Postkarte verwendete der Absender, um diese Einschreibe-Ganzsache in die Schweiz freizumachen. 3100 Lei waren zu verkleben. Die Postkarte lautete nur über 40 Lei, also mussten 3060 ergänzt werden!

Der Beleg wurde am 10.8.1946 geschrieben und am selben Tag in Sinaia der Post übergeben.

Die Postkarte hat einen Ankunftsstempel von Lausanne, ist also nachweislich postalisch gelaufen.

Heinz
 
10Parale Am: 13.12.2021 19:24:46 Gelesen: 628# 11 @  
@ Heinz 7 [#10]

ein wunderschöner Beleg der 4. Portoperiode, den du da zeigst. 900 Lei für die Ganzsache (Postkarte) und 2200 Lei für das Einschreiben = 3.100 Lei, passt.

Ich zeige heute einen Knaller Beleg, der gar nicht so einfach zu bestimmen ist. Die Ganzsache mit Werteindruck 20 Lei lief am 17. Juli 1946 von VATRA-DORNEI (Nordosten Rumänien - Kreis Suceava) in die Hauptstadt Bukarest, also ein inländischer Inflationsbeleg.

Nicht weniger als 10 Briefmarken wurden zusätzlich verklebt, um die Einschreiben-Ganzsache mit insgesamt 1040 Lei freizumachen. Was hinzukommt, ist der kleine rote Aufkleber EXPRES, der auf eine schnelle Beförderungsleistung zielt.

Wie setzte sich also der Tarif zusammen?

Diesmal ist das senfgelbe Büchlein von Marinescu Hinweisgeber, denn dieser Band beschäftigt sich mit den Inlands-Tarifstufen. Aus Tabelle Nr. 63 erfahren wir folgendes:

2. Portoperiode der Inflation für das Inland: 1. April 1946 - 14. März 1947

CP simple (einfache Postkarte): 140 Lei
TF2 Taxa expres "alte loc": (Überland) 600 Lei
Taxa der Recommandare (Einschreiben) 300 Lei

Summar summarum (Gesamtporto) 1.040 Lei
 

Passt.

Schönen Abend

10Parale


 

10Parale Am: 15.12.2021 14:11:38 Gelesen: 604# 12 @  
@ Heinz 7 [#4]

19 Marken wurden bei dem Beleg in [#4] verwendet.

Dass zu Frankaturzwecken mal mehr und mal weniger Marken benutzt werden konnten, möchte ich an den nachfolgenden Belegen zeigen;

Die drei Belege stammen aus der 4. Portoperiode der Inflationszeit für inländische Belege (Beginn: 28. April 1947) aus ein und derselben Korrespondenz:

Ganzsachenpostkarte (Werteindruck 140 Lei) mit 6 zusatzlichen Marken, gelaufen am 13. Mai 1947 von CLUJ nach TARNAVENI (Ankunftsstempel).
Ganzsachenpostkarte (Werteindruck 140 Lei) mit 12 zusätzlichen Marken, gelaufen am 20. Mai 1947 von CLUJ nach TARNAVENI (Ankunftsstempel).
Ganzsachenpostkarte (Werteindruck 1000 Lei) mit nur 2 zusätzlichen Marken, gelaufen ca. 12. Juli 1947 von CLUJ nach TARNAVENI (Ankunftsstempel).

Ob nun 2, 6 oder gar 12 Marken, in allen drei Beispielen wurde mit insgesamt 7.000 Lei portogerecht frankiert.

So lassen sich schöne Einheiten zusammenbasteln. Wann und wie eine Inflation zu Ende geht, mag man in deren Verlauf noch gar nicht abschätzen können. So wurden in einem überschaubaren Zeitraum neue Marken und Ganzsachen aufgelegt, um den Anforderungen gerecht zu werden. Das alles dann eines Tages mit der Einführung einer neuen Währung endet, sollte uns auch heute zu denken geben.

Liebe Grüße

10Parale



 
10Parale Am: 17.12.2021 13:43:27 Gelesen: 567# 13 @  
@ 10Parale [#12]

Hier ein weiteres echt gelaufenes Auslands-Einschreiben aus der 4. Portoperiode der Inflation, die vom 01. Juni 1946 - 30. November 1946 dauerte.

Freigemacht in Timisoara Anfang Juni 1946 mit insgesamt 3.700 Lei setzte sich das Porto wie folgt zusammmen:

einfacher Brief bis 20 gramm: 1.500 Lei
Einschreibe-Gebühr: 2.200 Lei

Rückseitiger Ankunftsstempel von Zürich Filiale Rämistrasse vom 11.VI.46.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 08.01.2022 18:14:35 Gelesen: 467# 14 @  
Hier ein Beleg (Ganzsache Militär über 3 Lei) im innerrumänischen Postverkehr, freigemacht in Orastie (lateinisch: Saxopolis) am 4.Oktober 1946 mit insgesamt 140 Lei. Die Zusatzfrankatur besorgte exakt eine grüne Marke zu 137 Lei (Michel Nr. 952 y).

Laut Marinescu portogerecht frankiert in der 2. Inflationsperiode ab dem 1. April 1946 - 14. März 1947.

Die Karte ist in ungarischer Sprache geschrieben. Empfänger wohnt in SOCODOR, Kreis Arad. In dieser Gegend gibt (gab) es Wälder mit einem hohem Damhirschbestand. Nicolai Ceaucescu ging dort regelmäßig zur Jagd.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 12.01.2022 19:02:29 Gelesen: 391# 15 @  
Aus der Frühphase der Inflation stammt dieser Beleg, der am 16. Februar 1946 von Bukarest nach Basel (Horburg) lief. Freigemacht mit 850 Lei entsprach er dem Posttarif für einfache Einschreiben nach Deutschland.

einfacher Brief: 350 Lei
Einschrebegebühr: 500 Lei
 

2. Portoperiode 1. November 1945 - 28. Februar 1946.

Rückseitig vielleicht noch allegorisch, dass der Brief am letzten Tag der 2. Portoperiode in Basel eintraf (nach 12 Tagen!) und dann am ersten Tag der 3. Portoperiode im Stadtteil Horburg.

Liebe Grüße

10Parale


 

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