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Thema: Bund Wertbriefe: Wertbrief mit Wert 90.000 DM und portogerechter 40-fach-Frankatur
Journalist Am: 20.05.2022 09:18:51 Gelesen: 1472# 1 @  
Hallo an alle,

ich möchte heute hier eine Wertbriefvorderseite von einem 660 Gramm schweren Wertbrief (Maxibrief) verschickt am 1.2.1995 von der Deutschen Bank Filiale Friedrichshafen zur Deutschen Bank in Eschborn zeigen, der portogerecht mit einer 40-fach Frankatur der 700 Pfennig SWK frankiert wurde:



Da mein Scanner nur A4 schafft und diese Vorderseite eher A3-Format hat, musste ich dieses Bild aus 2 Teilen zusammensetzen, deshalb ein der einen Stelle eine leichte Verschiebung der zwei Teile.

Nun aber zum Porto selbst:

Das Porto für einen Maxibrief von 500 bis 1000 Gramm betrug damals 4 DM.

Zusätzlich betrug die Wertgebühr für die ersten 1000 DM > 9 DM

Je weitere 500 DM musste zusätzlich ein Porto von 1,50 DM verklebt werden.

89000 DM Wert geteilt durch 500 DM (je 1,50 DM) ergeben 267 DM

Das Gesamtporto berechnet sich also aus 4,00 DM Briefentgelt (500 bis 1000g) + 9,00 DM für die ersten 1000 DM Wertangabe sowie 267,00 DM für die restlichen 89000 DM Wertangabe = zusammen also 280 DM - exakt verklebt durch 40 Marken a 7 DM SWK und auch einzeln verklebt, wie es die entsprechenden Bestimmungen vorgaben.

Wer kann hier einen Brief mit einer höheren Wertangabe zeigen, der so toll frankiert wurde ?

Viele Grüße Jürgen
 
guy69 Am: 20.05.2022 09:57:38 Gelesen: 1440# 2 @  
Glückwunsch. Absolut tolles Teil. Mir bleibt die Spucke weg. Danke fürs zeigen.
 
saeckingen Am: 20.05.2022 12:28:45 Gelesen: 1355# 3 @  
Was für ein beeindruckender Brief!

Bund interesiert mich schon seit 30 Jahren nicht mehr, aber diesen Brief würde ich mir trotzdem zur Seite legen!

Absoluter Bedarf und dann eine so schöne reine Massenfrankatur der höchsten DM Nominale einer Freimarke - klasse!

Grüße
Harald
 
TeeKay Am: 20.05.2022 18:12:41 Gelesen: 1275# 4 @  
Würde gut zu meiner MEF mit 8 Marken [1] passen.

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=283379
 
buzones Am: 20.05.2022 21:14:59 Gelesen: 1203# 5 @  
Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen: Ein Spitzenstück!

Ich selbst sammle auch kein Bund-Berlin-DDR, aber so etwas ist Postgeschichte pur. Glückwunsch!

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
muemmel Am: 20.05.2022 21:27:03 Gelesen: 1188# 6 @  
Der von Jürgen vorgestellte Wertbrief ist ein absoluter Hammer!

Grüßle
Mümmel
 
Frankenjogger Am: 20.05.2022 21:46:26 Gelesen: 1171# 7 @  
@ Journalist [#1]

Es ist toll, das so etwas erhalten bleibt. Super!

Viele Grüße,
Klemens
 
Jürgen Häsler Am: 20.05.2022 22:55:04 Gelesen: 1127# 8 @  
@ Journalist [#1]

Hallo Jürgen,

ein absolutes Spitzenstück. Der Brief dürfte nach meiner Einschätzung ein "Rekordhalter" bei den Wertbriefen sein. Ich habe vom Höchstwert Bund Mi. 1691 (SWK ET 16.09.1993) noch niemals 40 Stück auf einem Beleg gesehen. Und dann ist der Brief auch noch an die Deutsche Bank in Eschborn adressiert. In die Alfred-Herrhausen-Allee. Alfred Herrhausen war Vorstandssprecher der Deutschen Bank und wurde im November 1989 von der RAF ermordet. Für mich hat dieser Brief durchaus einen posthistorischen Charakter.

Viele Grüße
Jürgen
 
Journalist Am: 22.05.2022 07:51:39 Gelesen: 964# 9 @  
Hallo an alle,

danke für die tollen Kommentare. Ja diesen Ausschnitt habe ich dieser Tage bei einer Sammlungsauflösung eines ehemaligen Deutsche Bank Mitarbeiters durch Zufall erhalten. Der war zwischen vielen nicht besonders tollen Belegen irgendwie doch scheinbar noch aufgehoben worden, weshalb ist mir immer noch schleierhaft, aber das wird man nicht mehr erfahren.

Beim ersten Augenschein habe ich mir nicht viel gedacht, den das er portogerecht sein könnte, hielt ich anfangs für unwahrscheinlich, da die anderen noch vorhandenen Belege nicht sehr berauschend waren.

Als ich dann alles nachgerechnet habe, war ich natürlich sehr glücklich, das dieser Beleg nicht zerschnitten und abgeweicht worden war, auch wenn die eine oder andere Marke leichte Macken hat und die Stempel nicht so gut lesbar sind. Aber bei einen so dicken unebenen Wertbrief, dürfte das Stempeln der Marken auch nicht so einfach gewesen sein.

Er passt natürlich sehr gut in die Heimatsammlung Eschborn, deshalb werde ich ihn natürlich behalten. Die Deutsche Bank hatte hier jahrelang mehr Mitarbeiter beschäftigt, als in Frankfurt selbst, was vielen unbekannt sein dürfte. Dies liegt an der günstigen Gewerbesteuer von Eschborn im Vergleich zu Frankfurt. Deshalb ist ja auch die Deutsche Börse vor einigen Jahren nach Eschborn umgezogen.

Vielleicht wurde ja damals darin tatsächlich noch Geld verschickt, denn das war früher postalisch mal möglich.

Soweit noch einige Anmerkungen.

Viele Grüße Jürgen
 
guy69 Am: 22.05.2022 08:38:14 Gelesen: 943# 10 @  
In Eschborn scheint es mehrere sehr aktive Heimatsammler zu geben. Super.
 
achim11-76 Am: 22.05.2022 11:19:56 Gelesen: 884# 11 @  
Wie bewertet man denn so ein Stück? 40-fache Mehrfachfrankatur und auch noch portogerecht.
 
dietbeck Am: 22.05.2022 15:28:57 Gelesen: 818# 12 @  
So etwas dürfte unter die Rubrik Liebhaberpreis fallen. Es wird eine solch hohe portogerechte Bedarfs-Nominale nicht oft geben, wenn das nicht ein Unikat ist.
 
limingerald Am: 23.05.2022 04:16:34 Gelesen: 702# 13 @  
Hallo,

ich kann mich nicht mehr erinnern, bis zu welchem Höchstbetrag in den 90er_Jahren Wertbriefe bei der Bundespost zugelassen waren. Kann mir jemand etwas dazu sagen?

Danke und Gruß
Limingerald
 
drmoeller_neuss Am: 23.05.2022 10:25:09 Gelesen: 629# 14 @  
@ limingerald [#13]

Laut Wikipedia [1] lag der Höchstbetrag bei 100.000 DM.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Wertbrief
 
Journalist Am: 23.05.2022 18:01:52 Gelesen: 545# 15 @  
@ limingerald [#13]
@ drmoeller_neuss [#14]

Hallo Limingerald und drmoeller_neuss und an alle,

die Frage bis zu welchen Höchstbetrag ein Wertbrief zugelassen ist, ist sehr interessant. Nähere Angaben dazu findet man aber in den jeweiligen Gebührenheften nicht. Hier muss man bis zur Postreform auf Nachschlagwerke wie das "Postbuch" zurückgreifen, das von der Post in gewissen Abständen seit 1962 herausgegeben wurde. Hier findet man sehr vielfältige ergänzende Bestimmungen zu allen Fakten zur gelben Post, zum Bankbereich und zur Telefondienst. Diese dicken Hefte sind eine tolle Fundquelle.

Auch im letzten Postbuch mit Datenstand 1988 wird dort unter 2.42 Wertangabe auf Seite 124 weiteres angegeben - wie richtig erwähnt, beträgt der Höchstbetrag der Wertangabe 100.000 DM, jedoch nur 10 000 DM bei Luftpostbeförderung, in die DDR und Berlin Ost auch nur 10 000 DM.

Zum Zeitpunkt des anfangs gezeigten Briefes befinden wir uns aber schon im Jahr 1995.

Hier gibt es nun statt des Postbuchs entsprechende AGB BfD Inl (Allgemeine Geschäftsbedinungen Briefdienst Inland) bei denen in entsprechenden Anlagen dies Dinge geregelt waren.

Bei mir beispielsweise entsprechenden vorliegenden AGB BfD Inl mit Stand 1.7.1991 galt hier immer noch die Höchstangabe 100 000 DM unter 4. Zusätzliche Leistungen - Besondere Versendungsformen - Wertangabe - Grundsätzliches. Hier war natürlich auch die erforderliche Versiegelung genau vorgegeben.

Soweit noch einige Ergänzungen zu dieser interessanten Frage.

Viele Grüße Jürgen
 
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