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Thema: Ausstellung 'Primaten auf Briefmarken' ab 29.08. in Göttingen
Richard Am: 28.08.2007 19:43:51 Gelesen: 7092# 1 @  
Aufgeklebt und abgeschickt - Primaten auf Briefmarken

Von Dr. Dr. Michael Schwibbe, Stabsstelle EDV/Kommunikation, Deutsches Primatenzentrum

(27.08.07) - Im Rahmen der Festlichkeiten des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) zu seinem 30 jährigen Bestehen und des "Tages der offenen Tür" findet im Foyer des Hauses eine Briefmarkenausstellung statt. Die Motive der Postwertzeichen betreffen das Forschungsfeld des Zentrums: Primaten aus aller Welt. Mit über 200 Original-Exponaten informieren 8 Tafeln über ihre Artenvielfalt, Verbreitung und Lebensweise. Die Ausstellungseröffnung findet am 29. August 2007 um 12:00 im DPZ statt. Sie ist bis zum 06. September 20076 von 10:00 bis 16:00 öffentlich zugänglich.

Briefmarken sind ein Spiegel der Zeit. Seit ihrer Erfindung im Jahr 1840 in England und der Übernahme des Postverkehrs in staatliche Hoheit war das Postwertzeichen immer auch ein Mittel, Statussymbole der jeweiligen Nation zu verbreiten. Staatsoberhäupter, Insignien und besondere Bauwerke, Forscher und Erfinder gehörten zu den verbreitetsten Motiven. Doch mit der fortschreitenden Erkenntnis, dass auch die Tier- und Pflanzenwelt eines Landes zu seinen Charakteristika gehört, finden zusätzlich Darstellungen der Fauna und Flora ihren Niederschlag auf den Postwertzeichen. Zu den besonders beliebten Motiven der Tierwelt gehören die Affen. Auf Grund ihrer Nähe zum Menschen bieten sie für den Betrachter, Sammler und Käufer einen hohen Identifikationswert.

Staaten, die sich dem Arten- und Naturschutz verpflichtet fühlen, nehmen derartige Motive zur weltweiten Selbstdarstellung in ihre Postwertzeichen auf. Einige kleinere Länder bringen sogar Sondermarken in Umlauf, um durch deren Verkauf an Sammler die Staatskasse aufzubessern.

Die Aufgabe des DPZ besteht in der Forschung mit und über Primaten. Dazu zählt auch die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Ideen des Tier- und Artenschutzes. Mit dieser Briefmarken-Ausstellung widmet sich das DPZ dem Sujet seines eigenen Forschungsfeldes, den nicht-menschlichen Primaten der Welt. Zwei Ziele hat sich die Ausstellung gesetzt. Sie will auf acht Tafeln mit über 200 Exponaten:

- einen Einblick in die künstlerische Vielfalt der Briefmarken geben, denn diese stellen oft kleine kulturspezifische Kunstwerke dar, und

- einen Eindruck vermitteln von der Vielfalt der Primaten, der nächsten Verwandten des Menschen, sowie über das Leben und die Umwelt der Tiere informieren.

Die Tafel 1 widmet sich dem Stammbaum der Primaten, zu dem auch die Menschen zählen. Sie verdeutlicht die Trennung in die Altwelt- und Neuweltaffen, die vor 43 Millionen Jahren ihren Anfang nahm, und zeigt die Differenzierung der großen Menschenaffen vor 18 Millionen Jahren auf.

Den Primaten Madagaskars sind die Themen der Tafel 2 gewidmet. Auf dieser Insel, die sich vor 150 bis 90 Millionen Jahren vom Festland getrennt hat, herrscht eine weltweit einmalige Artenvielfalt. Nur dort leben die Lemuren, Fingertiere und Indris. Noch vor 500 Jahren existierte dort der mit drei Metern Schulterhöhe größte Primat. Siedler rotteten ihn aus. An der Westküste in den Trockenwäldern liegt Kirindy, die Freilandstation des DPZ.

Die Primaten Mittel- und Südamerikas finden sich auf der Tafel 3, die über die Verbreitung und die Besonderheiten dieser Tiere informiert. Ihr Lebensraum erstreckt sich von den Regenwäldern der Flussniederungen bis in die Bergwelt der Anden. In Peru, an einem Nebenfluss des Amazonas, unterhält das DPZ eine Freilandstation.

Über die Artenvielfalt in Südostasien informiert Tafel 4: Sie zeigt Briefmarken von Bartaffen aus Indien, Makaken aus China, Gibbons aus Thailand, Kleideraffen aus Vietnam und Orang Utans aus Borneo. In Indonesien auf der Insel Siberut unterhält das DPZ eine Freilandstation.

Der afrikanische Kontinent bildete den Ausgangspunkt für die Verbreitung aller Primaten über die Erde. Ihre Artenvielfalt und Verbreitung zeigt die Tafel 5. Das Spektrum reicht von den Galagos über Paviane und Berberaffen bis zu den Gorillas und Schimpansen. Die Savannen und Halbwüsten, Regen- und Trockenwälder bieten den Tieren einzigartige Biotope.

Die Tafeln 6 und 7 widmen sich den Arten und Verbreitungsgebieten von Gorillas und Schimpansen in Afrika. Die Tiere zählen zu den engsten Verwandten des Menschen und sind akut vom Aussterben bedroht. Die Populationsgröße der Berggorillas schätzen Wissenschaftler auf 700 Individuen. Mensch und Schimpanse haben 99 Prozent ihres Genoms gemeinsam. Zwei Forscherinnen, Diane Fossey und Jane Goodall, haben sich besonders um die Erhaltung der afrikanischen Menschenaffen verdient gemacht.

Die heutigen Lebensräume der Primaten auf der Erde zeigt die Tafel 8. Die Abholzung der Regenwälder in Südamerika und die Kultivierung weiter Flächen in Indien und Indonesien bedrohen den Bestand vieler Arten. Zudem stehen zahlreiche Spezies auch auf dem Speisezettel der Menschen. Das DPZ engagiert sich mit seinen Freilandstationen und der ökologischen Forschung mehrerer Abteilungen im Artenschutz und in der Erhaltung der natürlichen Lebensräume der Tiere.

Die Briefmarken der Ausstellung stammen zum größten Teil aus der Sammlung des KulturKontor Göttingen. Frau Prof. Dr. Dr. Schwibbe gab die Anregung, die Sammlung zum Jubiläum des DPZ wissenschaftlich aufzubereiten, und entwickelte die ersten Themenvorschläge. Die konkrete Ausgestaltung der Tafeln mit Design und Text lag in den Händen von Frau Dr. Stefanie Heiduck. Bei der Farbgebung der Tafeln, der Feinjustierung im Layout und bei der technischen Realisierung war Frau Heike Klensang beratend tätig.

Weitere Informationen: http://www.dpz.eu (Homepage des DPZ)


 
AfriKiwi Am: 29.08.2007 01:19:14 Gelesen: 7088# 2 @  
"Primaten aus aller Welt. Mit über 200 Original-Exponaten informieren 8 Tafeln über ihre Artenvielfalt, Verbreitung und Lebensweise."

Es ist ja zu gratulieren dass es so eine Ausstellung den Menschen zu sehen gibt.

Der Mensch lebt ja immer mehr apathisch gegenüber Tiere. Die Massen sehen es auf TV oder wenn schon welche mehr interessiert sind, lesen sie oder auch Studieren sie von Primaten.

Ohne Zweifel waren Diane Fossey und Jane Goodall begeistert mit den Gorillas, Länder spendierten eher an Waffen.

Und wie man jetzt es immer noch sieht auf TV oder in der Zeitung - was in Afrika sich nicht mit einer AK47 schützen kann, wird erschossen. Macht, Hunger, Gier und Geld sorgt für ein Konzentrationslager der Tieren auf dem Kontinent.

Das Kontinent mit den meisten Tierarten auf der Welt wird halt zu leicht beeinflusst durch Menschen.

Erich

Unten - Quo Vadis Gorilla ?
 


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