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Thema: Belege der Fahrpost
Das Thema hat 42 Beiträge:
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briefmarkenwirbler24 Am: 16.05.2014 19:54:05 Gelesen: 19646# 18 @  
@ bayern klassisch [#17]

Hallo Ralph,

vielen Dank für die schnelle Antwort!

Vielleicht kann unser Norddeutschland Spezialist die noch offenen Fragen klären. :)

MfG

Kevin
 
Magdeburger Am: 18.05.2014 18:30:51 Gelesen: 19571# 19 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#16]

Hallo Kevin,

leider kann ich hier auch nicht so viel betragen.

Sicher ist, dass es sich um einen Wertbrief handelt. Leider ist es mir ohne Postvertrag nicht möglich, genaueres zu sagen, was die Gebühren angeht. Zumindest würde ich mich Bayern Klassisch hier anschliessen.

Leider kann ich die Notierung vor dem "Nachschluß" nicht eindeutig lesen. Jedenfalls glaube ich nicht so richtig an eine Gewichtsnotierung. Es könnte auch 1 Guter Groschen 1 oder 2 Pfennige heißen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 07.02.2015 14:37:30 Gelesen: 19008# 20 @  
Liebe Sammelfreunde,

damit dieser Thread nicht wieder in die Versenkung geht, zeige ich mal meine neuste Errungenschaft:



Wer traut sich eine Beschreibung zu?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 08.02.2015 15:29:18 Gelesen: 18944# 21 @  
Liebe Sammelfreunde,

schade, dass niemand es versucht hat - dann werde ich es mal selbst auflösen müssen.

Gesendet wurde ein Paket von 20 Pfund 15 Loth am 19.12.1865 von Bernburg nach Magdeburg. Laut Tarif galt 1,5 Pfennige je angefangenes Pfund von 5 zu 5 Meilen. Die Entfernung Bernburg - Magdeburg entspricht gerade mal so noch 5 Meilen, so daß sich nach Gewicht folgende Rechnung ergibt: 1,5 Pfennige * 21 Pfund * 1. Entfernungsstufe = 31,5 Pfennige. Dies entspricht 2 Sgr. und 7,5 Pfennige. Der Pfennigbetrag war auf ein Vielfaches es 1/4 Sgr. aufzurunden, also auf insgesamt 2 3/4 Sgr, was auch sehr gut mit den Freimarken dargestellt wurde.

Die Ausgabe des Paketes erfolgte am Folgetag in der Packkammer von Magdeburg, was gut mit dem Rahmenstempel mit Posthorn angezeigt wird.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 08.02.2015 15:41:18 Gelesen: 18939# 22 @  
@ Magdeburger [#21]

Lieber Magdeburger,

diese Briefe sind nicht einfach zu interpretieren, jedenfalls für mich nicht, da ich nur Briefpost sammle.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
wuerttemberger Am: 08.02.2015 15:51:07 Gelesen: 18935# 23 @  
@ Magdeburger [#21]

Es hat niemand versucht, weil es hier niemand kann. Fahrpostsammler sind dünn gesät. Du solltest noch genauer erklären, warum zwei Ausgabestempel - einmal Briefpost- und einmal Packkammerstempel - auf dem Beleg zu finden sind. Damit könntest du das Procedere für die Auslieferung eines Paketes besser verdeutlichen.

Gruß

wuerttemberger
 
Magdeburger Am: 08.02.2015 16:14:09 Gelesen: 18926# 24 @  
@ bayern klassisch [#22]

Lieber Bayern Klassisch,

dass du nur Briefpost machst war schon klar!

@ wuerttemberger [#23]

Lieber wuerttemberger,

ich hatte wenigstens gehofft, dass zumindestens es mal versucht wird.

Der siegelseitige Ausgabestempel wurde beim Eingang im Postamt von der sogenannten Decardierungs-Expedition angebracht. Diese Expedition stempelte erstmal alle ankommenden und am Ort bleibenden Sendungen mit dem Ausgabestempel. Weiterhin war diese dafür zuständig, den Orts- und Landbriefträgern die zuzustellenden Sendungen vorzubereiten. Da auch Empfänger ihre Post selbst von Postamt abholten, was von diesem beim Postamt hinterlegt werden mußte, mußten diese Sendungen den entsprechenden Ausgabe-Expeditionen zu übergeben.

Der Paketausgabestempel wurde in der Packkammer bei der Aushändigung des Paketes an den Empfänger vorderseitig angebracht. Der diente somit auch als Quittung für den ordnungsgemäßen Empfang.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

[Beiträge [#20] bis [#24] redaktionell kopiert aus dem Thema "Altdeutschland Preussen: Schöne Belege"]
 
Sachsendreier53 Am: 15.06.2015 14:09:10 Gelesen: 18450# 25 @  
@ rostigeschiene [#10]

Hier eine RECHNUNG aus Auerbach im Vogtland vom 29.5.1893, ausgestellt vom Posthalter Gustav Maul, für den Herrn Landrichter in Plauen. Leider hat die Rechnung keinen Poststempel vorzuweisen.



Der Posthalter stellte 16 Mark in Rechnung, für ein Geschirr nach Rothenkirchen, 1 Tag, incl. Trinkgeld für Kutscher.

Info;http://de.wikipedia.org/wiki/Posthalter

mit Sammlergruß,
Claus
 
Magdeburger Am: 20.10.2015 17:44:26 Gelesen: 17927# 26 @  
Liebe Sammelfreunde,

der nachfolgende Beleg ist vom 03.08.1850 und in Bremen beim hannoverschen Postamt aufgegeben wurden:



Es wurde 1 Kasten, ....... enthaltend: Rum Proben ohne Werth von 6 Pfund an den Herrn Alex(ander) Rurghardt in Erfurt geschickt.

Der Laufweg wird komplett mit der Eisenbahn, also ab Bremen bis Lehrte - weiter nach Magdeburg - Halle/Saale nach Erfurt sein.

Sicher ist, dass in Magdeburg der Auslagenstempel für die 1 1/4 Sgr. angefallenen Zoll abgeschlagen wurde. Rechts oben ist noch notiert wurden, dass insgesamt 5 Sgr. Eingangszoll am 09.08.1850 bezahlt wurden, was auch siegelseitig vermerkt ist.

Der Stempel des KR.PR. HAUPT STEUER AMT ERFURT zeigt, dass die Sendung am Ende von der "Zoll-Packkammer" abgeholt werden musste.

Der Beleg ist bar frankiert und mit 6 - 9 / 4 - 6.

Es stellt sich die große Frage, in welcher Währung taxiert wurde und wie lassen sich die Zahlen erklären.

Nach meiner Kenntnis läßt sich der Mindestfahrposttarif anwenden. Für Hannover zwischen 15 - 20 Meilen sind es 5 Gute Groschen, was 6 Sgr. 3 Pfennige sind. Da ein Gränzporto von 1 Pfennige je Pfund möglich ist, ergäbe sich tatsächlich 6 - 9 für den hannoverschen Teil.

Für Preussen waren es tatsächlich 4 Sgr., da auch zwischen 15 - 20 Meilen + ebenfalls 6 Pfennige Gränzporto plausibel. Dies würde zumindestens die Taxierung 4 - 6 erklären.



Es gibt einen weiteren Beleg vom 25.04.1850 - da waren es nur 2 Pfund Rum und an der Taxierung ändert sich nur der obere Wert in 6 - 6! (Los 3471 der 17. Schlegel-Auktion)

Der zweite Brief mit nur 2 Pfund ergibt auch für den Teil von Hannover 6 - 6, also 6 - 3 für das Paket und als Gränzporto 2 Pfennige. Da jedoch auf ein Vielfaches 1/4 aufgerundet wurde, ist 6 - 6 plausibel, allerdings nicht für Preussen, da sich dann nur 4 - 3 ergibt. Theoretisch, könnte auch ein Mindestgränzporto von 6 Pfennige für Preussen gegeben sein.

Sicher, die Zahlen passen jetzt, aber ob dies richtig ist.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Manne Am: 20.10.2015 21:44:17 Gelesen: 17899# 27 @  
Hallo zusammen,

zu dem Thema kann ich auch etwas von Württemberg beisteuern. Kann leider nicht alles entziffern.

Nachfolgende Einlieferungsscheine mit Datum vom 27.04.41, 17.06.48, 12.04.52, 02.05.52, 25.06.58, 24.12.1860 zeige heute Abend.

Gruß
Manne






 
Manne Am: 25.10.2015 13:41:13 Gelesen: 17785# 28 @  
Hallo zusammen,

heute weitere Fahrpostscheine aus Württemberg, verschiedene Vordrucke.

Gruß
Manne



27.10.1854



02.01.1861



17.11.1870



11.01.1871



31.10.1871



11.12.1871
 
Magdeburger Am: 29.10.2015 14:12:07 Gelesen: 17694# 29 @  
@ Manne [#27]
@ Manne [#28]

Hallo Manne,

kannst du uns etwas zu den Einlieferungsscheinen erzählen? Sie enthalten häufig alle Angaben wie die dazugehörigen Briefe.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Manne Am: 29.10.2015 17:42:04 Gelesen: 17676# 30 @  
@ Magdeburger [#29]

Hallo Ulf,

leider nein, vielleicht bist Du ja in der Lage.

Ich sammle diese Scheine zur Schwenninger Postgeschichte, sonst habe ich mich nicht damit befasst. Könnte noch einige zeigen.

Gruß
Manne
 
Magdeburger Am: 05.11.2015 17:55:06 Gelesen: 17600# 31 @  
@ Manne [#30]

Hallo Manne,

beim letzten Schein kann ich dir helfen:

Wertbrief von 4 1/2 Loth mit einem angegebenen Wert von 428 Gulden nach Stuttgart.

Das Franko von 18 Kreuzer setzen sich aus 7 Kreuzer für den Brief + 11 Kreuzer Assecuranz-Gebühr zusammen. Die Werttaxe berechnet sich mit je 3,5 Kreuzer je angefangene 175 Gulden, also 428/175 = 2,445... also 3 x 3,5 aufgerundet 11 Kreuzer.

Zu den Scheinen vor der Zeit des Norddeutschen Bundes tut es mir leid, aber ich kenne die Fahrposttaxen innerhalb Württembergs nicht.

Liebe Sammelfreunde,

nach der erfolgreichen Textübersetzung hier, mal eine Nachnahme aus Preussen:



Aufgegeben wurde ein Brief incl Postvorschuß von 1 Thaler am 15.03.1859 in Magdeburg und lief nach Tastungen. Ein Thaler = 30 Sgr. + 2 Sgr. ProCura + 2 Sgr. Briefporto ergeben die vorderseitigen 34 Sgr. Siegelseitig sind 35 Sgr. vermerkt wurden, also noch 1 Sgr. Bestellgeld dazu.

Der Inhalt mal komplett:



Hier der kompeltte Text, welcher auf Stempelpapier von ein halben Thaler geschrieben wurde:

Wir machen Ihnen hiermit bekannt, daß wir Sie zum Pfarrar in Kakerbeck mit den Filialen Winkelstedt und Wustrewe nebst eingefarrtem Gute Jemmeritz ernannt und bestätigt und demgemäß heute wegen Ihrer Intradeation, welche jedoch erst nach Ablauf des Monats Juni d.(es) J(ahre)s wird erfolgen können, das Erforderliche an den Herrn Superintendaten Wehmeyer zu Clötze verfügt haben.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Manne Am: 07.11.2015 08:56:56 Gelesen: 17570# 32 @  
@ Magdeburger [#31]

Hallo Ulf,

vielen Dank für die ausführliche Beschreibung.

Gruß
Manne
 
Filigrana Am: 22.01.2016 20:55:35 Gelesen: 16882# 33 @  
Guten Abend,

ich darf euch heute einen Fahrpost Beleg zeigen?

Österreich/ Banknoten/ Fahrpost

Vinz Bubeniczek aus Prag versendet 4 Banknoten a 100 Gulden, also gesamt im Wert 400 Gulden nach Horažďovice. Seit 1838 durften die alten Österreicher alle Geldsendungen verschlossen abschicken. Ein Brief mit Banknoten musste vom Absender mindestens zwei mal gesiegelt sein und Wert auf die Adresse Seite notiert. In diesen falls geschlossenes Briefes muss die Post, hier mit Stempel – „Laut Angabe“ Notierung auf die Adresse Seite, aber auch in Aufgabs Reccepisse machen. Post siegelt derartige Brief auf die Siegel Seite mit Amtssiegel – hier „Königliche Fahrpost Aufgabs Amt Prag“. Absender zahlt für Aufgabs Reccepisse 6 Kreuzer, die aber nicht auf Briefen notiert waren. Da das ganze Porto Absender trägt, sind auf diesen Brief 22 Franco notiert. Post behandelt Bargeld Sendungen und Banknoten Sendungen unterschiedlich. Bei Banknoten Sendungen ist Gewicht nicht relevant. Grundtare 10 Kreuzer für jede Fahrpost Sendung, Wert Gebühr für jede 100 Gulden und Entfernung – hier 15 Meilen für 100 Gulden/3 Kreuzer, also waren 12 Kreuzer verlangt. Insgesamt zahlt Absender 6x Aufgabs Reccepisse + 22x Franco, was 28 Kreuzer macht.

Ulf, ich hoffe, dass Du nichts dagegen hast, dass auch Mädchen Fahrpost mögen?

LG A


 
Magdeburger Am: 24.01.2016 11:19:09 Gelesen: 16824# 34 @  
@ Filigrana [#33]

Hallo Filigrana,

Ulf, ich hoffe, dass Du nichts dagegen hast, dass auch Mädchen Fahrpost mögen?

Natürlich habe ich nichts dagegen. M.E. gehört die Fahrpost auch zur Postgeschichte, aber leider ist sie häufig ein Buch mit 7 Siegeln.

Liebe Sammelfreunde,

von mir ein Beleg aus Stendal nach Magdeburg um 1840:



Paket von 1 Pfund 16 Loth in Pappe als portofreie Landes Cultursache ging hier auf Reisen. Bei der Ankunft in Magdeburg wurde der Ausgabestempel siegelseitig und der Stempel A1 vorderseitig abgeschlagen, bei der Paketausgabe noch der Einkreiser A + Posthorn.

Der A1 steht eigentlich für den Kurs aus Berlin und da wurde Stendal nicht tangiert. Zu Stendal paßt eigentlich der A7-Stempel. Warum auch immer dies hier so ist, läßt sich nicht mehr klären.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
London-Dieter Am: 26.07.2019 14:19:04 Gelesen: 3909# 35 @  
An das Thema anknüpfend, damit es nicht in der Versenkung verschwindet nachstehend ein paar Exemplare aus meiner Mannheim Sammlung. Habe noch weitere, aber nur als Fotokopien, um die Änderung der grafischen Gestaltung, Einführung von Stempeln etc. zu archivieren. Falls Interesse besteht kann ich diese hier einstellen.

Gibt es eigentlich eine zusammenfassende Literatur über die in Deutschland verwendeten Scheine?

Interessant ist für mich die grafische Änderung im Laufe der Zeit:

1. Mannheimer Fahrpostschein vom 25. Febr.(?) 1849 nach ???.



2. Mannheimer Fahrpostschein für einen "Wertbrief" vom 11. Febr. 1793 nach Lauterbach bei Frankfurt,



3. Mannheimer Fahrpostschein vom 4. Dez. 1815 nach München



4. Mannheimer Fahrpostschein vom 10. Febr. 1820 nach Rastatt
(Vordruck in Schreibschrift)



5. Mannheimer Fahrpostschein vom 7. Nov. 1823 nach Landshut



6. Mannheimer Fahrpostschein vom 6. Okt. 1846 nach Carlsruhe

(mit rotem Einzeiler Poststempel)



7. Mannheimer Fahrpostschein (rot) vom 19. Juni 1844 nach Carlsruhe



8. Mannheimer Fahrpostschein vom 29. Jan. 1869 nach Schweinfurt

(mit schwarzem Zweikreisstempel)


 
SH-Sammler Am: 26.07.2019 15:28:19 Gelesen: 3891# 36 @  
@ Richard [#4]

Hallo Sammlerfreunde,

Ich möchte an die Beiträge [#4] und [#5] anknüpfen, wo der Zustand der Überlandstrassen und die zu transportierenden, sperrigen Transporte erwähnt sind.

Nachstehend zeige ich eine Rechnung der Obereinnehmerei Jestetten (ich hoffe, ich habe das richtig gelesen…) für den Wegzoll, welcher bei einem Transport anfiel.

Auf dieser Rechnung wird genauestens festgehalten, ob ein Frachtwagen, eine Karre mit Pferd oder mit Ochsen gezogen wird. Auch wurde die Felgenbreite der Räder vermerkt und als letztes, musste der Transport innerhalb einer festgelegten Zeitspanne erfolgt sein. Das Ganze kostete dann auch etwas, damit der "Strassenmeister" die Transportpiste in gutem Zustand halten konnte.



SCHAFFHAUSEN nach Lottstetten, GHzt. Baden vom 14. März 1828. Taxiert wurde die Anzahl der Zugtiere, die Art des Transportwagens und die Felgenbreite.

Für den Frachtwagen musste auf der Hinfahrt 15 Kreuzer, auf der Leerfahrt zurück noch 9 Kreuzer bezahlt werden.

Rechtliche Belehrung rückseitig, wie heute in ähnlicher Form noch üblich bei Verwendung von Carnet’s

Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
SH-Sammler Am: 27.07.2019 16:51:14 Gelesen: 3787# 37 @  
Hallo Sammlerfreunde,

wenn in alter Zeit von Schaffhausen aus ein Fahrpostauftrag in Richtung Stein am Rhein und gar weiter nach Konstanz gemacht werden musste, wurde der Transport der Sendung auf dem Rhein durchgeführt.

Ist das nun Schiffspost oder immer noch Fahrpost?

Ich denke, dass mein folgender Beitrag sehr gut unter Fahrpost laufen kann. Der Auftrag an den Transporteur ist ja derselbe, ob er nun mit einem Karren die Fahrspuren in den schlechten Strassen vertieft oder den Transport mit einem Schiff durchführt. Der Vorteil mit einem Schiff ist ganz klar die wegfallende Verpflegung von Zugtieren und die schnelle Rückfahrt den Rhein hinunter.

Für den Transport wurden dazu die traditionellen Flachboote, Weidlinge genannt den Rhein hinauf getreidelt (gezogen) oder gestachelt, mit Holzstangen, “Stacheln” genannt, bis Stein am Rhein hinauf gestossen. Anschliessend wurde auf dem See gerudert.



Hier hatte der Schiffer Störchlin am 26. August 1845 im Auftrag der Geschäftsleute Hurter & Sohn ein Ballot Caffe nach Eschenz am Untersee (dem unteren Teil des Bodensee’s) zu transportieren.

So wie ich lese, kostete der Caffe fl 41 (Gulden) plus das Schiff xtr. fl ¼.

Gruss

SH-Sammler
Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 27.07.2019 20:19:14 Gelesen: 3738# 38 @  
@ SH-Sammler [#37]

Hallo Hanspeter,

Preise stehen auf deinem schönen Stück keine - nur Gewichte (sind Pfund, keine Gulden), aber mit Kaffee hast du Recht.

Dein Brief dürfte weder Fahrpost, noch Briefpost gewesen sein, weil über 44 Pfund m. W. nicht mehr mit der Post transportiert wurden, sondern mit Güterbestättereien als Fuhrunternehmen.

Bei dieser Frage (Fahrpost oder Schiffspost) muss unterschieden werden, ob du den Postdienst (Fahrpost) meinst, oder die Art und Weise, wie der Transport zustanden kam (mit der Bahn, dem Schiff, der Kutsche, dem Boten usw.). Daher stellt sich die Frage so nicht, weil das eine das andere nicht ausschließt.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Magdeburger Am: 28.07.2019 05:15:18 Gelesen: 3693# 39 @  
@ London-Dieter [#35]

Hallo London-Dieter,

der erste Postschein ist nach Carlsruhe adressiert.

@ SH-Sammler [#37]

Hallo Hanspeter,

sehr schönes Stück - den Rest dazu hat dir Ralph schon geschrieben.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
SH-Sammler Am: 28.07.2019 08:39:32 Gelesen: 3686# 40 @  
@ bayern klassisch [#38]
@ Magdeburger [#39]

Hallo Ralph, hallo Ulf,

Danke für Eure Hinweise. Ich werde die Gewichtsbeschreibung mit 41 Pfund entsprechend anpassen.

Eine Frage bleibt trotzdem noch: Wofür steht denn der Hinweis "Schiff xtr 1/4"? Das ist doch keine Gewichtsangabe mehr. Ich interpretiere es so, dass dies der Lohn des Schiffers war.

Liebe Grüsse

Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 28.07.2019 09:13:58 Gelesen: 3682# 41 @  
@ SH-Sammler [#40]

Hallo Hanspeter,

das Stück wog 41 Pfund = 1/4 SchiffsCentner. Gewicht und Raum konnten da als spätere Frachtspesenfaktoren herhalten weil ja jedes Schiff nur ein gewissen Gewicht aufnehmen kann und gleichzeitig auch der Frachtraum limitiert ist.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
SH-Sammler Am: 28.07.2019 12:54:41 Gelesen: 3663# 42 @  
@ bayern klassisch [#41]

Hallo Ralph,

also ist dort nicht xtr geschrieben, sondern ctr = Centner!

Da wäre ich auch mit viel Fantasie nicht drauf gekommen.

Vielen Dank

Hanspeter
 

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