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Thema: Sammlungen: Nicht vollständig - nichts wert ?
Richard Am: 05.10.2009 20:05:17 Gelesen: 10373# 1 @  
Am Freitag der letzten Woche kam der Michel-Newsletter, der mit der Überschrift warb: 'Was ist meine Briefmarkensammlung wert?'

Ich möchte diese 'Werbung' hier zur Diskussion stellen. Ihre Meinung ?

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Was ist meine Briefmarkensammlung wert?

Diese Frage stellen sich viele Briefmarkensammler oder Erben von Briefmarkensammlungen. Nur wenige Sammler finden nämlich einen Nachfolger, der die Sammlung fortführt.

Grundsätzlich rät MICHEL jedem Interessierten, eine Sammlung soweit wie möglich auszuarbeiten, damit wird das Steckenpferd facettenreich, spannend, entspannend und gleichzeitig ein lehrreiches Hobby sein.

Tritt man jedoch dem Verkauf einer Sammlung näher, ist zunächst eine nüchterne und kritische Einschätzung der Qualität der Sammlung erforderlich. Dabei sollte diese aus dem Blickwinkel des Käufers betrachtet werden.

Zum Schätzen einer Briefmarkensammlung gehört, zunächst folgende Fragen zu beantworten:

Welche wesentlichen Stücke meines Sammelgebiets besitze ich?

Wie ist die Qualität dieser Stücke?

Enthält meine Sammlung außergewöhnliche Stücke?

Besteht für mein Sammelgebiet gerade eine besondere Nachfrage?

Wenn man alle diese Fragen mit „Ja“ beantworten kann, besteht eine gute Chance, dass man seine Sammlung verkaufen kann. Für jedes „Nein“ oder „Vielleicht“ wird der mögliche Erlös verständlicherweise sinken und es wird schwieriger werden, Käufer dafür zu finden. In diesem Falle kann sich der Verkauf einzelner Sammelobjekte anbieten, was im übrigen grundsätzlich bei jedem Sammlungsverkauf zu prüfen ist.

Um Ihnen beim Schätzen Ihrer Sammlung zu helfen, finden Sie für die Sammelgebiete

Bundesrepublik Deutschland
Westberlin
Deutsche Demokratische Republik

nachfolgend Listen, in denen wir die Briefmarken zusammengestellt haben, die in einer Briefmarkensammlung enthalten sein müssen, um gut verkäuflich zu sein.

Enthält eine Sammlung die in den folgenden Listen aufgeführten Briefmarken in sehr guter Qualität, lohnt es sich, einen Verkauf weiter zu verfolgen. Man kann sich dann z. B. an einen der Händler wenden, die in den MICHEL-Deutschland-Katalogen inserieren. Vereidigte Sachverständige, die ein genaueres Urteil abgeben können, finden sie in dem Abschnitt „Prüfer“ in vielen unserer Kataloge. Oder Sie können auch uns um Rat fragen.

Fehlen diese Stücke aber oder sind sie vielleicht nicht in der erforderlichen Qualität vorhanden, so wird sich eine Sammlung nur zu einem geringen Preis oder eventuell auch gar nicht verkaufen lassen.

Bitte bedenken Sie in jedem Fall: Eine Sammlung, die über viele Jahre hinweg mit geringen Geldmitteln aufgebaut wurde, wird auch später keinen großen materiellen Wert haben. Andererseits hat sie mit großer Sicherheit dem Sammler über viele Jahre oder Jahrzehnte hinweg Freude, Entspannung, Erholung und vielleicht auch gleichgesinnte Freunde beschert. Das sind Werte, die man nur schwer in Geld messen kann, die aber dem Sammler wichtig sind. Wir erleben dies in unserer Korrespondenz mit Sammlern, aber auch mit anfangs interessierten Liebhabern der schönen Briefmarken immer wieder. Gar mancher Erbe einer Sammlung beginnt nach kurzer Beschäftigung mit Briefmarken, daran Spaß zu haben und plötzlich beginnt er, die geerbte Sammlung zu seiner eigenen werden zu lassen und diese auszubauen.

Für den Wert einer Sammlung entscheidende Marken:

Bundesrepublik Deutschland, postfrisch:
MiNr. 111–122
MiNr. 123–138 (Posthorn, besonders MiNr. 131–138) (gepr.)
MiNr. 139–147 (besonders MiNr. 139–140) (gepr.)
MiNr. 156–159
MiNr. 167–170
MiNr. 173–176
MiNr. 177–196 (Heuss, einschließlich Papier fl. und Wz. Y, besonders MiNr. 182 Y, 189, 190) (gepr.)
MiNr. 200–203
MiNr. 222–225

Bundesrepublik Deutschland, gestempelt:
MiNr. 111–122
MiNr. 139–146
MiNr. 156–159
MiNr. 173–176
MiNr. 179 y–186 y (gepr.)
MiNr. 182 Y (Heuss Papier fl. und Wz. Y) (gepr.)
MiNr. 200–203
MiNr. 222–225
Block 2

Berlin, postfrisch:
MiNr. 1–20 (Schwarzaufdruck) (gepr.)
MiNr. 21–34 (Rotaufdruck) (gepr.)
MiNr. 35–41 (Weltpostverein) (gepr.)
MiNr. 42–70 (gepr.)
Block 1 (Währungsgeschädigte) (gepr.)
MiNr. 71–86 (gepr.)
MiNr. 91–100
MiNr. 113
MiNr. 123

Berlin, gestempelt:
MiNr. 1–20 (Schwarzaufdruck) (gepr.)
MiNr. 21–34 (Rotaufdruck) (gepr.)
MiNr. 35–41 (Weltpostverein) (gepr.)
MiNr. 61–63
MiNr. 68–70 (gepr.)
Block 1 (Währungsgeschädigte) (gepr.)
MiNr. 72–86
MiNr. 106–109 (gepr.)

Deutsche Demokratische Republik, postfrisch:
MiNr. 251–255
MiNr. 261–270
Block 7 (gepr.)
MiNr. 286–288 (gepr.)
MiNr. 327–341 (Wz. beachten, nicht mit SBZ MiNr. 212–227 verwechseln)
MiNr. 362–379 (Fünfjahresplan Odr.)
Block 8
Block 9
MiNr. 405–422 (Fünfjahresplan Bdr.)

Deutsche Demokratische Republik, gestempelt:
MiNr. 261–270
Block 7 (gepr.)
MiNr. 286–288 (gepr.)
MiNr. 327–341 (Wz. beachten, nicht mit SBZ MiNr. 212–227 verwechseln) (gepr.)
MiNr. 362–379 (Fünfjahresplan Odr.)
Block 8 (gepr.)
Block 9 (gepr.)
Block 13 (gepr.)

Allgemeine Hinweise:

Die angegebenen Marken gehören zu einer Standardsammlung des entsprechenden Gebietes, wie sie z. B. durch die Felder eines Vordruckalbums vorgegeben ist. Fett gedruckt sind die für die Verkäuflichkeit absolut entscheidenden Briefmarken. Fehlen diese Marken in der erforderlichen Qualität, ist eine Sammlung nur noch mit großen Einschränkungen verkäuflich.

Die Marken müssen in einwandfreier Erhaltung sein, fälschungs- oder verfälschungsgefährdete Marken sollten aktuell geprüft sein (Hinweis gepr.). Besonders zu beachten: entfalzte und/oder nachgummierte Marken oder Marken mit Falschstempel dürfen nicht vorhanden sein.

Besonders bei DDR gibt es zahlreiche Marken und Blocks, bei denen Wasserzeichenvarianten (Wz. liegend oder stehend) bekannt sind, die einen sehr erheblichen Einfluss auf den Gesamtwert einer Sammlung haben können.

(Quelle: http://www.michel.de/datenbank/index_werteinersammlung.php)
 
Manowar Am: 05.10.2009 22:21:03 Gelesen: 10338# 2 @  
Ich mach mal den Anfang.

Also im Bezug auf Bund und Berlin gestempelt (die Anderen sind nicht meine Gebiete) denke ich, dass die Autoren nicht Unrecht haben. Wenn die Marken in sehr guter Qualität vorhanden sind, steigern diese Marken den Wert der Sammlung. Wenn eine Marke fehlt, fällt dies mehr ins Gewicht als wenn der Jahrgang 1980 fehlt.

Natürlich lässt sich aber auch eine vollständige Berlinsammlung ohne den Block 1 noch für gutes Geld verkaufen.

Ich denke, wenn ein Erbe der keine Ahnung über die Materie hat, eine Sammlung mit einem Michel und diesem Ratgeber in die Hände bekommt, weiß er auf jeden Fall schon mal mehr, wenn auch nicht alles.
 
doktorstamp Am: 05.10.2009 22:50:08 Gelesen: 10327# 3 @  
Was Michel hier für Bund, Berlin, und DDR gezielt peilt, gilt auch für andere Sammelgebiete.

Andere wichtige Fragen:

Gehörte die Sammlung einem bekannten Philatelisten?
Ist die Sammlung jemals oder auch mehrmals ausgestellt worden?
Ist sie eine Sammlung von philatelistischer Bedeutung?*

Im Prinzip heißt es, "steckste nichts rein, bekommste nichts raus", ob Zeit, Geld oder Wissen, und wo Ländersammlungen betroffen sind, ist dies geltend.

Anders sieht es bei Forschungssammlungen aus, sofern die Forschung mit Acht und Sorgfalt betrieben worden ist, hier kann die Summa Summarum weitaus den Katalogwert der einzelnen Marken übersteigen.

Leider fehlt das nötige Wissen bei allzu vielen Sammlern. Natürlich ist die Sammlung mit der Forschungsarbeit zu veräussern.

* Es gibt einige wenige Gebiete wo bis heute keinerlei Forschung ausser einer Auflistung unternommen worden ist.

** Bei allen Gebieten sind noch Entdeckungen zu machen, erfordert aber Fachkenntnisse (Mexiko und Südwärts, fast alles ist weitestgehend unerforscht, oder die Literatur ist nur in Spanisch oder Portugesisch zu erwerben; viele Inseln, überschaubare Gebiete, bei vielen gibt es nur eine Auflistung; Dienstleistungen unter die Lupe zu nehmen).

mfG

Nigel
 
Harald Zierock Am: 06.10.2009 07:51:18 Gelesen: 10302# 4 @  
Guten Morgen,

ich denke, dass, so gut oder so wertvoll eine Sammlung auch ist, die Erben übers Ohr gehauen werden!

Ein Mitglied unseres Vereins in Saverne erhielt eine Anfrage seines Freundes, ob er eine riesige Sammlung an ein Briefmarkenmakler für zwei Tausend Euros abtreten sollte.

Das bekannte Haus, dessen Name ich nicht nennen will, sagte dem Mann, die Sammlung sei nichts wert.

Unser Mitglied hat aber jetzt schon über Ebay für zehn Tausend Euros verkauft, hat noch über die Hälfte zu Hause, und hat von seinem Freund vieles geschenkt bekommen.

Da sieht man doch wieder, das nur unehrliche Leute zu etwas kommen. Ich kann auch zu niedrig Preisen verkaufen wenn ich andere betrüge.

Falls sich niemand für meine Sammlung interessiert, verbrenne ich sie lieber wenn ich es noch kann.

Harald
 
Lars Boettger Am: 06.10.2009 08:52:18 Gelesen: 10293# 5 @  
@ Harald Zierock [#4]

Hallo Harald,

wie viel Zeit wurde für den Verkauf über eBay aufgewandt? Wie viel hat der Verkauf über eBay gekostet? Wie sieht es mit Mehrwertsteuer, Lohnsteuer, Sozialabgaben aus? Die Rechnung ist nicht so einfach, wie sie auf den ersten Blick erscheint.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Briefmarken-Museum Am: 06.10.2009 09:25:35 Gelesen: 10285# 6 @  
Guten Morgen

Lieber Nigel, was du schreibst ist richtig, aber leider nicht "main stream" und es sind nur wenige Leute in Nordeuropa, die neben Deutsch und Englisch (Standardfächer in der Schule) auch noch zusätzlich Spanisch oder Portugiesisch beherrschen, um die Original-Quellen zu lesen. Die Sprachbarriere ist für den "Normalen" sehr hoch bis zu hoch.

Mittlerweile produziert der Michel Südamerika in zwei Bänden und die kosten ein kleines Vermögen, das ist die nächste hohe Barriere, die man/frau nicht unterschätzen sollte.

Der typische deutsche Sammler wird eher eine Lücke in einem der deutschen Spezialgebiete mit seinem Geld schließen, als mit weit über 100 Euro in das Gebiet südlich Mexiko vorzustoßen.

Lieber Harald, das Verbrennen einer/Deiner Sammlung ist hoffentlich nicht wirklich ernst gemeint, es gibt glaube ich andere seriöse Lösungen, die könnte man/frau in einem eigenen Thread diskutieren.

@ Richard [#1]

Der Newsletter ist interessant, aber nicht uneigennützig seitens der Redaktion geschrieben. Die Reduktion einer philatelistischen Sammlung auf ein paar Michel-Nummern - den sogenannten Katalog-Schlagern ist m.E. ein echtes Problem. Diese reduzierte Darstellung transportiert nur die Habgier als Sammel-Motiv und nicht die philatelistische Denkweise, wie es Nigel versucht darzustellen. Der individuelle Charme einer besonderen Sammlungsweise wird nicht von so einem newsletter transportiert. Ewig kann sich jeder auch der Erbe dann anhören, da fehlen ja die Spitzen - das ist eine niedrig zu bewertende Standardsammlung.

Ich würde es als richtig im Sinne von wertvoll empfinden, wenn die Leser hier im Forum weiterhin motiviert werden, die aktuelle und zukünftige Briefmarken-Sammlung nicht nur nach Katalognotation zu betreiben.

Bei vielen Threads, die ich meistens nur lesend begleite, fällt mir das variantenreiche und analysierende Sammeln bereits positiv auf - dieses/mein Statement ist nur auf den Newsletter und nicht auf das Sammelverhalten der Forumsmitglieder abgestellt, damit das keiner in den falschen Hals kriegt.

Just my two cents

Mit besten Grüßen und frohes Schaffen
Jochen
 
Henry Am: 06.10.2009 09:33:20 Gelesen: 10283# 7 @  
Meine Meinung:

Eine Sammlung ist grundsätzlich immer nur das wert, was ein Interessent dafür auszugeben bereit ist. Beim Verkauf spielen aber so viele Faktoren mit, die hier im Forum sicher nicht alle in übersichtlicher und überschaubarer Form geäußert werden. Das fängt schon bei der Verkaufsüberlegung an: Muss ich verkaufen? Wenn ja, wie viel Zeit habe ich dafür zur Verfügung? Will ich komplett oder auch einzeln verkaufen?

Habe ich einen Händler oder einen Privatmann als Interessent? Habe ich selbst einen Überblick über das Marktgeschehen oder bin ich auf andere angewiesen?
Wer unter Zeitdruck verkaufen muß, wird immer weniger erlösen, weil er eben nicht die Zeit hat, den Markt auszuloten. Ein Händler, der vom Handel leben und seine Unkosten einkalkulieren muss, wird weniger bieten als der Sammler, der solche Unkosten nicht hat. Wer komplett kauft, kauft in der Regel immer für ihn unverwertbares Material mit an, das er im Kaufpreis negativ berücksichtigt. Und wenn man dann Pech hat, gerät man an einen Sammler, "der nur aus Spaß sammelt", in Wirklichkeit aber auf dem grauen Markt tätig ist wie ein Vollprofi. Und dem ist die Sammlung dann natürlich auch nichts wert, weil es ja unbrauchbare Dubletten sind.

Wer also einen angemessenen Erlös erzielen oder seinen Erben sichern will, tut gut daran, sich mit den Gegebenheiten des Marktes ständig zu beschäftigen und sich nicht selbst unrealistisch reich zu rechnen. Und das auch schon zu den Zeiten, in denen er nicht an Verkaufen denkt. Weiß man, wie's kommt?

Ich wünsche viel Sammlerspaß
Henry
 
doktorstamp Am: 06.10.2009 10:26:53 Gelesen: 10269# 8 @  
@ Briefmarken-Museum [#6]
@ Harald Zierock [#4]

Lieber Harald,

ich hoffe auch du denkst niemals an die Verbrennung deiner Sammlung(en).

Lieber Jochen,

ich sehe es als Teil meiner Aufgaben Sammler anzuspornen, nicht nur nach Michel oder sonst einem Katalog die Marken wegzustecken. Mit einigen ist es mir gelungen, andere wiederum sind stur, und obwohl manche hiervon es einsehen, finden sie immer eine Ausrede, keine Zeit, es bringt nichts etc.

Künftige Erben zeigen schon zu Lebzeiten kein Interesse, und bilden sich nur ein den besagten Porsche nach dem Tode bestellen zu können.

Manche Abosammler verfolgen es als vermeintliche Geldanlage für die Erben (häufig Enkel) unbewußt der Tatsache sie das Geld lieber gegen an Wand hätten kleben sollen. Beides bringt nichts.

Worauf Jochen auch noch verweist, nämlich die Eigennützigkeit Michels, stimme ich zu, denn sie haben Kataloge zu verbreiten, lediglich hätten sie es anderes verfassen können und Sammler hierüber zu belehren/informieren.

Manche aber sind unbelehrbar.

Die Teilung von Geldanlage/Sammlen kann auch als unaufrichtig betrachtet werden. Ich sammle nicht des Geldes wegen, bin mir aber bewußt in meinen Sammlungen steckt ein Haufen Geld. Aber ich schreibe aus dem Standpunkt eines erfahrenen Philatelisten. Ein Anfänger ist leider nicht in der Lage dieses zu beurteilen.

mfG

Nigel
 
Briefmarken-Museum Am: 06.10.2009 20:26:21 Gelesen: 10187# 9 @  
Lieber Nigel, hugh = gut gesprochen!

Also meine Erben bekommen den Porsche, aber die Mini-Version von magic toys im Maßstab 1:20.

Plus schönen Abend an alle
Jochen
 
Harald Zierock Am: 07.10.2009 10:27:52 Gelesen: 10139# 10 @  
@ Lars Boettger [#5]

Hallo Lars,

was Ebay gekostet hat weiss ich nicht. Zeit hat man oder nicht, aber auf jeden Fall ist der vorläufige Erlös besser als die gebotene Summe.

@ doktorstamp [#8]

Hallo Nigel,

keine Angst, bis jetzt denke ich nicht ans verbrennen, und zudem ist der eigentliche Wert einer Sammlung so etwas wie die Seele des Sammlers, und nicht was in einem Katalog steht. Es gibt nämlich seltene Marken, die kaum bewertet werden.

Viele Grüsse,

Harald
 
Lars Boettger Am: 07.10.2009 11:02:25 Gelesen: 10131# 11 @  
@ Harald Zierock [#10]

Hallo Harald,

da ich aus eigener Erfahrung weiss, wie mühselig und zeitaufwendig der Verkauf über eBay ist, muss ich als Händler eine entsprechende "Gewinnspanne" (Gewinn ist irreführend, eigentlich Aufwandsentschädigung) einplanen. Wenn ich beliebig viel Zeit habe und meine eigene Arbeit "nichts" kostet, dann kann ich natürlich besser über eBay verkaufen. Und Abmahnungen und Gewerblichkeit riskieren.

Mir geht es darum, Händlerangebote nicht pauschal als "Betrugsversuch" abzuqualifizieren. Man muss die Kalkulationsgrundlage kennen, sonst kann man nicht vergleichen.

Zum Thema: Wenn die angesprochenen Ausgaben eines Sammelgebietes nicht dabei sind, ist die Sammlung für einen Händler im wahrsten Sinne des Wortes nichts wert. Verdienen wird er nur mit den Ausgaben, die einen Handelswert > 100 € haben. Alles darunter verstopft das Lager.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Briefmarken-Museum Am: 07.10.2009 11:35:24 Gelesen: 10123# 12 @  
Hallo

Vor mir liegt der aktuelle gedruckte Auktionskatalog eines Hildesheimer Auktionshauses - 413 Seiten und endet bei Losnummer 8246.

Ein Top-Angebot von diesen vielen Losen ist Los 3542 ein unberührter Groß-Nachlass, Ausruf 10.000 Euro, über 350 Alben, darunter 110 Vordruckalben - die Partie füllt mehr als 24 Regalmeter im Auktionshaus.

@ Lars Boettger [#11] ich glaube, ich verstehe Dich, wenn Du von verstopften Lagern redest.

Das Beispiel ist über verschiedene Auktionskataloge und Häuser noch zu toppen.

Die materielle Bewertung eines Sammler-Lebens, das im Lastwagen abtransportiert und in das Auktionshaus eingeliefert wurde, ist unter dem Strich auf der Sammler-Seite Geldvernichtung. Im Markt zirkuliert eine Unmenge an Material. Das sollte man/frau zur Kenntnis nehmen und in seine eigene Planung, was die Verwertung = Liquidation angeht, irgendwie einbauen.

Mit besten Sammlergrüßen
Jochen
 
ebuphil Am: 07.10.2009 14:23:34 Gelesen: 10084# 13 @  
Was vollständig ist oder nicht, ist sehr subjektiv! Ich habe z.B. eine komplette Sammlung belgischer Marken mit deutscher Inschrift, preiswert in der Anschaffung, leicht zu finden und doch nett anzuschauen, jedenfalls nach meinem Empfinden.

Viele mir bekannte Sammler haben Ende 1999 oder 2000 aufgehört, BRD zu sammeln, da ihnen die Markenpolitik der Post nicht mehr behagte. Für sie kann eine solche Sammlung dennoch komplett sein. Andere brauchen jede Marke möglichst postfrisch und mit super lesbarem Stempel (bei Berlin mit lokalem Stempel und oder BRD-gestempelt), Blöcke und auch Einzelmarken aus diesen.

Für den Verkauf ist ebenfalls viel Subjektivität angesagt, nämlich die des Erwerbers: kann er die Marken zur Ergänzung seiner Sammlung brauchen, z.B. weil er eine sehr seltene Abart entdeckt hat? Glaubt er, sie gut weiterverkaufen zu können?

Niemand sollte sich den Sammelspaß durch ständiges Bewerten seiner Schätze verderben lassen. Ich habe jedenfalls kompletten Spaß an meinen Marken und pflege sie wie einen Porsche, auch wenn die künftigen Erben diesbezüglich von anderem träumen. Übrigens, ein zufriedener künftiger Erblasser strahlt auch Freude auf seine Umgebung aus!
 
DL8AAM Am: 07.10.2009 15:25:56 Gelesen: 10062# 14 @  
Es wurde zwar schon alles gesagt, aber einen wollte ich auch noch einen Kurzen anbringen.

Vor vielen vielen Jahren sagt mir als Jungsammler einmal jemand sehr treffend (ist fast zu meinem Motto geworden): "Der der Briefmarken als Wertanlage sammelt hat vollkommen einen an der Waffel."

Briefmarkensammeln ist ein Hobby zur Geldvernichtung, nicht zur -vermehrung ;-)
Das hat das Briefmarkensammeln fast mit jedem anderen Hobby gemein.

Oder auch kurz "Geldvernichtung = Spassgewinn", ähnlich dem Zigarrenraucher, der seine Havannas mit einem 100 $-Schein ansteckt, wobei ich hier den Spass wirklich nicht erkennen kann.

Niemand sollte sich den Sammelspaß durch ständiges Bewerten seiner Schätze verderben lassen: ich habe jedenfalls kompletten Spaß an meinen Marken und pflege sie wie einen Porsche, auch wenn die künftigen Erben diesbezüglich von anderem träumen.Übrigens, ein zufriedener künftiger Erblasser strahlt auch Freude auf seine Umgebung aus!

Auch sehr schön gesagt...

BTW, auch eine "Blaue Mauritius-Blase" platzt irgendwann einmal.

Gruß
Thomas

Leider versteht das scheinbar unsere die Umwelt anders, wie oft habe ich gehört "Was ist das wert?" oder "Die Dinger sind doch eh nix wert". Das sind aber genau die gleichen Typen, die dann gleich wieder mal schnell 1000 € in eine neue Lok' für ihre Modelleisenbahn stecken, oder der Spruch stammt von einer (meiner) Frau ;-) Ich liebe Klichees und wieder 5 € in die Machokasse.
 
petzlaff Am: 07.10.2009 15:29:54 Gelesen: 10059# 15 @  
@ DL8AAM

Wie wahr. :-))
 
wiener Am: 08.10.2009 15:36:05 Gelesen: 9925# 16 @  
Einmal von der anderen Seite: Ich habe gerade über Ebay einen Brief mit Kindermarken von den Niederlanden (eines meiner Sammelgebiete) um etwa den 3fachen Katalogwert gekauft. Ist der Brief das wert?

Nein aber ein zweiter "Narr" außer mir wollte den Brief auch und ich habe mir eben einmal und ausnahmsweise den Luxus geleistet und einen sogenannten Liebhaberpreis bezahlt. Jeder kann sich vorstellen das mir die Frage was ich vielleicht einmal dafür bekommen werde völlig egal ist !

Grüße an alle Sammlerfreunde
Roman
 
Harald Zierock Am: 08.10.2009 15:41:14 Gelesen: 9920# 17 @  
So sollte Briefmarken Sammeln auch sein; nicht immer mit Kopf, sondern einfach frei aus dem Bauch.

Harald
 
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