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Thema: Vor- und Nachberichte von Auktionen
Droenix Am: 02.03.2023 17:28:46 Gelesen: 508# 1 @  
Gert Müller Auktion, 23.-25. Februar 2023 – Nachberichterstattung

Die Auktion von Gert Müller ist nun vorüber. Zeit ein Fazit zu ziehen.

Der erste Versteigerungstag begann am Vormittag mit Münzen und Schmuck. Der philatelistische Auftakt machten danach die etwas mehr als 3.000 Einzellose, die den Saalbietern und schriftlichen Bietern vorbehalten waren. Mit Internetteilnehmern hätte diese Zahl an Einzellosen nicht innerhalb der dafür vorgesehenen Stunde abgeschlossen werden können.

Der Nachmittag hatte als Highlight den Sonderteil „Deutschland Spezial“ mit einer Vielzahl an Raritäten, die auch in der Erhaltung außergewöhnlich waren. Ein Drittel der 243 Lose konnte verkauft werden. Einer noch höheren Verkaufsquote standen die doch teilweise sehr ambitionierten Ausrufpreise entgegen.

Hier ist als Beispiel ein wunderschöner Bremen Brief mit einer 7 Grote (Mi-Nr. 13) zu nennen, der bei einem Ausrufpreis von 25.000 € keinen Käufer fand. Ein fast identischer Zwillingsbrief aus der gleichen Korrespondenz wird in wenigen Wochen bei Heinrich Köhler mit lediglich 10.000 € ausgerufen.



Highlight dieser Auktion war eine 20 Mk. Bayern Marke mit Sarre Aufdruck, wovon nur 16 Stück existieren und dieses Exemplar mit der Abart „Fetter Kontrollstrich“ ein Unikat darstellt. Bei einem Ausruf von 120.000 € wurde die „Königin der Saar“ für 108.000 € zugeschlagen. Die weiteren 12 Raritäten vom Saarland blieben dagegen unverkauft.



Aus dem SBZ-Angebot stach eine Doppelfrankatur der Mi-Nr. 69cXA, 6 Pfg. dunkelgrauviolett, fallendes Wasserzeichen, mit Linienzähnung 11 1/2 vom Postamt Wittenberg heraus, die nach bei einem Ausruf von 3.000 € erst bei 4.600 € zugeschlagen wurde.

Eine besonders reichhaltige Auswahl an Kriegs- und Propagandafälschungen vom II. Weltkrieg von Marken und Karten, alle natürlich geprüft und mit Fotoattest, stellten ein weiteres Highlight des Nachmittages dar Sechs Topraritäten, die nur jeweils in Auflagen von sechs Stück hergestellt wurden, erreichten zusammen bei einem Ausrufpreis von rund 40.000 € einen Zuschlag von rund 50.000 €. Bemerkenswert ist dabei, dass der Michelwert für diese sechs Marken bei lediglich 15.000 € liegt.



Der 24. und 25. Februar stand ganz im Zeichen der Sammlungsversteigerungen. Bei den am Freitag angebotenen 505 Liquidationssammlungen, mit einem Abschlag von 30 % bis 50 % auf dem ursprünglichen Ausruf, warten immer noch 366 Lose auf einen Käufer. Dagegen gingen am Samstag von dem Angebot an großvolumigen Sammlungen 84 % an neue Besitzer. Den Anfang machte eine umfangreiche Sammlung Deutsche Kolonien mit einem Ausruf von 5.000 €, bei der der Hammer erst bei 16.000 € fiel. Eine Vatikan-Sammlung, die ausstellungsmäßig aufbereitet war mit einer Vielzahl an echt gelaufenen Belegen, verdoppelte sich von 3.000 € auf 6.500 €.

Sehr gut gingen China Sammlungen. Bei moderaten Ausrufpreisen vervielfachte sich oft der Zuschlagspreis. So erzielte eine Sammlung mit Marken aus dem Zeitraum 1951–1979 mit 9.500 € das Neunfache des Ausrufpreises. Eine fast komplett postfrische Sammlung der Periode 1952–1966 erreichte bei einem Startpreis von 10.000 € unglaubliche 54.000 €.

Bei den modernen Sammlungen orientierte sich der Preis an der postgültigen Nominale von 70 % bei Deutschland und weniger bei europäischen Ländern.

Es wurden aber auch kuriose Sammlungen angeboten. Eine fünfbändige Sammlung von Kaffeerahmdeckeln wechselte für 190 € den Besitzer. Eine interessante Sammlung Venezuela mit Schiffspostmarken erreichte 380 € und eine Sammlung mit 500 Einschreibebriefen mit seltenen Sondereinschreibzetteln aus 1970–1973 wurde für 460 € verkauft. Insgesamt zeigt die Auktion das weiterhin hohe Interesse an seltenen Marken und ausgebauten Sammlungen. China bleibt sehr beliebt, während moderne Sammlungen nach 1945 nur über den Preis verkauft werden können.
 
Droenix Am: 06.03.2023 14:05:39 Gelesen: 404# 2 @  
Schnell ist das Auktionshaus Gert Müller schon. Am Samstag das Los ersteigert, am Sonntag die Rechnung per Email erhalten, am Montag bezahlt und bereits am Donnerstag die Lose erhalten. Das nenne ich flott!
 
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