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Thema: BDPh Zukunftskommission: Möglicher Ansatz: Ein Beirat der Arbeitsgemeinschaften
Das Thema hat 346 Beiträge:
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drmoeller_neuss Am: 14.08.2025 14:22:43 Gelesen: 23237# 322 @  
Ich wünsche mir als erstes vom BDPh, dass er die einseitige Bevorzugung des Prüferverbandes BPP aufgibt. Der BPP steht wirtschaftlich auf eigenen Füssen und ist als Verein selbst für sich verantwortlich.

Der BDPh sollte auf seiner Homepage alle Prüferverbände benennen, deren Prüfer in der Vergangenheit ohne große Auffälligkeiten geprüft haben. Als gemeinnütziger Verband darf der BDPh schon aus rechtlichen Gründen keinen Anbieter bevorzugen.

Die Bedingungen für die Einlieferung und Erteilung von Prüfaufträgen müssen die Prüferverbände schon selbst liefern. Hier könnten alle Prüferverbände noch mehr leisten.

Der BDPh kann nur Allgemeines schreiben, wie:

- Was bedeutet "prüfen"? (Prüfzeichen, Befund, Attest, nicht prüfbar etc.)
- Vor dem Prüfauftrag überlegen, ob sich die Prüfung wirtschaftlich lohnt (keine Tütenware zum "Sortieren" einschicken)
- Vor Einreichung eines Prüfauftrages das "Kleingedruckte" lessen
- Die Einlieferung der Sendung mit dem Prüfer vorher abstimmen (Versandart, Versicherung, Prüfdauer etc.)
 
DL8AAM Am: 14.08.2025 15:02:24 Gelesen: 23204# 323 @  
@ TeeKay [#320]

Der Dachverband ist kein Lexikon. Auch keine Linksammlung. Genauso könnte man fordern, dass ein Bundesdachverband auf seiner Webseite jedem - als "Content Marketing" - erklärt, was eine 10er Zähnung ist, wie ein XZY-Wasserzeichen aussieht oder was ein Buchdruck ist. Dafür gibt es Literatur. Und glaubst Du, wenn der Bundesverband neue Mitglieder findet, weil er einfach nur kostenlos umfangreichen Content ins Netz stellt? Oder dass "tritt ein und wir schalten Dir ein Infofile frei, dass Dir erklärt, wie Prüfung geht"? Leider gilt für viele aber immer noch, dass Content kostenfrei im Netz zu stehen hat oder maximal alles für eine Flatrate abrufbar ist. "Netflix" at al. und die Musikbranche (unterhalb der "Top 10") struggeln ja gerade damit. So ein Geschäftsmodell kann ein kleiner (im Prinzip finanzschwacher) Vereinsverband sicherlich nicht erfolgreich bedienen.

Ein Dachverband dient im Wesentlichen erst einmal der nationalen und internationalen Vernetzung sowie der Lobbyarbeit (gegenüber der Politik, Industrie/Handel [inkl. Fälschungsbekämpfung] und die Positionierung im "Weltverband"), plus allgemeine Werbung für das Hobby "in die Öffentlichkeit". Hier muss ein Dachverband tätig werden. Und solange es noch Vereine und Argen gibt, obliegt die direkte Mitgliederbespassung ja auch erst immer noch diesen Einheiten.

Für mich persönlich ist der Bundesverband, "die Philatelie" (das Magazin) und das Ausstellungswesen. Wenn ich ehrlich bin, erwarte ich "als Philatelist" auch nicht (sehr viel) mehr. Im Prinzip, "passt schon".

Was für mich u.U. ein interessanter Punkt wäre, wo der Verband zukünftig tätig werden sollte, wäre so etwas, wie z.B. die Unterstützung für Print-On-Demand Veröffentlichungen von Fachliteratur, hier könnte der Verband womöglich Partnerschaften mit entsprechenden Anbietern eingehen, die es Autoren ermöglicht ihre Werke problemlos "mit einem Klick" zu veröffentlichen. Das kann kein örtlicher Verein und so simpel, wie es sich auf den Webseiten darstellt, ist POD für unbedarfte Neulinge absolut nicht. Wenn das "Drucken auf Vorrat" mit der finanziellen Risikokomponente komplett wegfällt, können sicherlich viel mehr fachkundige Schreiberlinge ihr Wissen in die Welt tragen. Das würde uns allen sehr viel bringen. Selbst ausverkaufte "Altbücher" könnten somit einfach und kostenrisikofrei reaktiviert werden. Hier wäre eine aktive Hilfestellung durch einen Dachverband sicherlich sehr hilfreich.

Bei dieser Art von Dingen sehe ich ein Tätigkeitsfeld für einen Dachverband. Nicht in der direkten Tages-Bespassung der einzelnen Vereinsmitglieder.

Nicht dem Bundesverband gehen die Mitglieder flöten, sondern den Mitgliedsvereinen auf der unteren Ebene. Bei der Bespassung der Vereinsmitglieder kann aber ein Bundesverband kaum wirklich helfen. Egal was er tut. Insbesondere auch nicht in der Mitgliedergewinnung vor Ort. Er muss den Vereinen einen Rahmen anbieten, z.B. mit dem Magazin, mit Werbekampagnen und Werbematerial oder auch mit standardisierten Basiswebseiten (ideal zusammen mit einem Hosting für Vereinsseiten), nur müssen die Webseiten dann immer noch vor Ort durch die einzelnen Vereinen selbst laufend gepflegt mit Inhalten gefüttert werden. Nur wird es vermutlich daran aber wieder hapern. Auch ein "Bundeskanal" auf X wäre eine Idee, hier könnte dann der Verband und seine Vereine (moderiert!) posten können.

Wir haben aber eigentlich keine echte Krise des Bundesverbandes (ja, ok, in der Organisationsstruktur bzw. dessen "Auslebung"), sondern der Vereine selbst. Hier sind die Mitglieder, die uns wegbrechen oder nicht nachkommen. Dort Oben komprimiert wird das dann nur sichtbarer.

Anders sähe es aus, wenn der Bundesverband der neue Verein wird, in alle direkt Mitglied sind. Früher oder später wird es dazu - nach dem Zusammenbruch des "Ortsvereinswesens" - ja auch kommen (müssen). Am Ende wird es nur noch den 'Mitgliederverein' BDPh mit Fachreferaten (aka Argen) geben. Für "5000 aktive Philatelisten" braucht es keine 1000 Vereine. ;-)

Beste Grüße
Thomas
 
sammler70 Am: 14.08.2025 17:45:48 Gelesen: 23153# 324 @  
Die letzten Beiträge haben mir Ach so jetzt wieder gezeigt, wieso es Zeitverschwendung ist über Verbesserungen im BDPh nachzudenken. Wenn man die letzten Beiträge so liest, kommt man zu dem Schluss, der BDPh kann nichts anderes machen, der BDPh muss nichts anderes machen; es ist alles super so wie es ist. Jeder hat die Aufgabe, sich selbst seine Sachen zusammen zu suchen.

Dann frage ich mich, wieso es mittlerweile mindestens so viel Briefmarkenvereine gibt, die nicht mehr im BDPh sind, wie solche, die noch dabei sind. Ich bin selbst in 2 solchen Vereinen und habe immer versucht diese wieder in den BDPh zu bekommen, weil es für mich sonst eigentlich ein wilder Haufen ist. Aber wenn ich das hier lese, muss ich mich wirklich den Kritikern anschließen, die sagen, weshalb sollen wir unsere Mitgliedsbeiträge verschwenden. Im Übrigen sind genau diese Vereine diejenigen, die bei den mir bekannten Vereinen noch am aktivsten sind, weil sie sich nicht hinter irgendwelchen Verbänden verstecken können und außerdem mehr finanzielle Mittel zur Verfügung haben, die sie sinnvoll einsetzen können, indem sie sich zum Beispiel an örtlichen Veranstaltungen wie zum Beispiel den Ferienprogramm für Kinder beteiligen.

Dabei darf man nicht vergessen, dass weitaus der größte Teil der Mitgliedsbeiträge an den BDPh geht. Dafür kommt mir einfach zu wenig. Wenn ich dann lese, Aufgabe des BDPh sei es vorwiegend internationale Netzwerke zu knüpfen und Lobbyarbeit zu betreiben, so muss ich mich fragen, was leistet der BDPh auf diesem Gebiet? Wenn es allein um die Zeitschrift Philatelie geht, so kann diese den meisten Zeitschriften der Landesverbände oder der Argen oder auch den sonstigen Briefmarkenzeitschriften nicht das Wasser reichen. Der Großteil dieser Zeitschrift ist Werbung oder irgendwelche Selbstberweihräucherung von irgendwelchen Funktionsträgern. Was hat der BDPh in den letzten Jahren für den Briefmarkensammler in der Beziehung zur Deutschen Post erreicht? Wir sehen doch alle, dass es nur noch um Kommerz geht und damit das eigentliche Briefmarkensammeln immer weiter kaputt geht. Der BDPh interessiert doch die Deutsche Post so viel, wie wenn in China ein Sack Reis umfällt.

Der BDPh kann nur dadurch gestärkt werden, wenn er für die einzelnen Sammler wieder attraktiv wird. Und wenn das der Fall ist, werden sich in einem zweiten Schritt auch wieder Neuinteressenten für die Philatelie finden. Wenn sich aber der Dachverband immer weiter von der Basis entfernt und das sind nun mal die einzelnen Sammler, dann stirbt zuerst der Dachverband und anschließend sehr bald die gesamte Struktur bis zur Basis.
 
opti53 Am: 14.08.2025 18:34:26 Gelesen: 23134# 325 @  
@ sammler70 [#324]

Hallo Franz,

Dein Eindruck ist schon sehr richtig, dass den lokalen Vereinen sehr wenig vom Beitrag der einzelnen Mitglieder bleibt. Als Kassenwart eines lokalen Vereins kann ich das bestätigen. Allerdings geht nicht alles an den BDPh, sondern es bleibt noch ein großer Teil bei den Landesverbänden hängen. Auch unser LV Bayern gibt eine Zeitschrift heraus, die man sich bei unseren Vereinstreffen abholen muss, Portokosten werden gespart. Der LV Bayern unterhält (unterhielt) auch eine Website, die jetzt nicht mehr funktioniert, weil man keinen professionellen Server bezahlen wollte. Dem Vernehmen nach, hat der LV Bayern aber durchaus einiges an Kapital, wie wohl andere LV'en auch.

Vielleicht wäre es sinnvoll, die Organisationsstruktur dahingehend zu vereinfachen, dass man die Fürstentümer der Landesverbände abschafft. Einen BDPh als Klammerorganisation halte ich schon für sinnvoll. Was spräche denn dagegen, wenn man in der Philatelie auch interessante Beiträge aus Süd-West oder Norddeutschland lesen könnte. In der BDPh-Struktur könnte es Landesbeauftragte geben, die sich um regionale Interessen kümmern. Aber wenn das Geld aus den Beiträgen nicht mehr auf LV und BDPh aufgeteilt wird, ergibt sich vielleicht ein finanziell viel besserer Spielraum. Man kann das Geld dort einsetzen, wo es gebraucht wird. Man kann hauptamtliche IT-Verantwortliche beschäftigen, die den Content liefern, den die Mitglieder nachfragen.

Man sollte es aber auch so gestalten, dass nur Mitglieder den Content lesen können. Dann erhöht das die Attraktivität. Oder es muss zumindest ein mitgliederspezifischer Content angeboten werden können. Ich hatte schon mal so einen Vorschlag dem BDPh gemacht, und bekam zur Antwort, dafür gäbe es nicht genügend Personal. Vielleicht wäre die Zusammenlegung des vorhandenen Kapitals dann doch eine Lösung dafür.

Viele Grüße

Thomas
 
sammler70 Am: 14.08.2025 18:59:16 Gelesen: 23121# 326 @  
@ opti53 [#325]

Hallo Thomas,

ich freue mich über deine Antwort. Ich bin selbst Mitglied im Landesverband Bayern und kenne die Zeitschrift. Ich lese sie sehr interessiert und bin bei Zeitschriften auch immer offen für eine Versendung als PDF. Dadurch könnte man auch noch Druckkosten sparen. Ich weiß aber natürlich auch, dass viele unserer Sammlerkollegen nicht so begeistert von dieser Versendungsart sind und lieber etwas Gedrucktes in den Händen halten. Aber auch, wenn man einige Druckexemplare einsparen kann, so ist das auch Geld.

Auch deinen Vorschlag zur neuen Struktur des BDPh finde ich interessant. Dabei kann ich hier dies fachlich nicht beurteilen, da ich dazu nicht genug in die Verbandsarbeit eingebunden bin. Aber ich finde diesen Threat hier deshalb so wichtig, weil hier einfach Ideen gesammelt werden sollen, über die einfach ohne Vorurteile nachgedacht werden soll. Was am Ende umgesetzt wird, haben sowieso nicht wir zu entscheiden. Aber wenn es nur ein kleiner Prozentsatz ist, so wird doch eine Änderung angestoßen.

Ich stimme dir im Übrigen voll und ganz zu, dass es auf den Homepages natürlich Bereiche geben muss, die nur für Mitglieder einsehbar sind, ansonsten würde überhaupt niemand mehr Beiträge bezahlen.

LG Franz
 
Altsax Am: 14.08.2025 22:23:43 Gelesen: 23055# 327 @  
@ opti53 [#325]

"Der LV Bayern unterhält (unterhielt) auch eine Website, die jetzt nicht mehr funktioniert, weil man keinen professionellen Server bezahlen wollte."

Ist das eine korrekte Information oder "Hörensagen"?

Nach einer Recherche im Netz gehörte der Server zu einem Unternehmen, das mit Webseiten verbundenen Service angeboten hatte, aber in diesem Jahr liquidiert worden ist.

Es liegt die Vermutung nahe, daß man nicht das "Geld für einen professionellen Server sparen wollte", sondern sich der Unterstützung eines Profis im IT-Bereich bedient hatte. Daß man dabei einmal Pech haben und an den falschen geraten kann, ist übliches wirtschaftliches Risiko. Fahrlässig wäre es lediglich, wenn man sich nicht die Eigentumsrechte an den Daten und (bezahlten) Programmen gesichert hätte.

Beste Grüße
Altsax
 
Lars Boettger Am: 15.08.2025 13:50:55 Gelesen: 22890# 328 @  
Was ist der Sinn von Landesverbänden bzw. der Sinn eines Bundesverbandes?

Ein Landesverband bekommt von seinen Vereinen Beiträge. Den BDPh-Beitrag leitet er weiter, den LV-Beitrag behält er. Wofür wird er ausgegeben? Zumindest für den LV Südwest kann ich da ein paar Stichpunkte geben:

- Zuschuss der Aktion "Tag der Briefmarke" -> Teil der Öffentlichkeitsarbeit, die von den Vereinen vor Ort geleistet werden und die der LV unterstützt

- Zuschuss Grosstauschtag -> der Verein vor Ort wird aktiv, in dem er für organisierte und nichtorganisierte Sammler einen Tauschtag organisiert; da wir den Eindruck hatten, dass die Grosstauschtage immer weniger werden, wollten wir hier einen gezielten finanziellen Anreiz setzen

- Zuschuss Werbeschau -> der BDPh unterstützt die Werbeschauen finanziell, wir geben vom LV noch ein Extra oben drauf

- Südwest Aktuell - erscheint vier mal im Jahr, unsere Vereine können Artikel einreichen, es erscheinen Artikel, die vielleicht nicht in der "Philatelie" erscheinen / lässt sich bequem von unserer Webseite her
unterladen - in der Regel noch bevor die gedruckten Exemplare erschienen sind [1]

- Webseite - dort sind Informationen über die Vereine im LV Südwest mit Kontaktdaten zu finden

- Internationale Briefmarkenbörse Ulm - der LV Südwest organisiert den nicht-kommerziellen Teil und hat dort einen Stand

- Zuschuss zu Ausstellungen: Der LV Südwest gibt immer noch einen Extra-Zuckerl für die Vereine, die eine regionale oder nationale Ausstellung organisieren -> wir haben dieses Jahr nach zwei Ausstellungen (NAPOSTA Südwest Remseck / national und DANUBRIA 2025 / Ulm / regional), nächstes Jahr Trochtelfingen-Gammertingen und eine Ausstellung in Ulm (welcher LV hatte in den letzten Jahren kontinuierlich 1-2 Ausstellungen?...)

- Juroren: Dieses Jahr hat der LV Südwest eine zweitägige Schulung mit internationaler Beteiligung organisiert

- Mobiler Beratungsdienst: Unsere Vereine können das MB-Team für Grosstauschtage bestellen - Reisekosten, Seminare und ab und zu einen Katalog zahlt der LV

- Regionaltagungen: Vertreter der Vereine unterhalten sich über aktuelle Themen im BDPh / LV

- Fragerunde an die Vereine: Das ist ein Projekt des LV Südwest, das in im Frühjahr 2024 begonnen hat: Frust über die Deutsche Post, "die da oben im BDPh kümmern sich nicht um uns kleine Sammler", "wie gewinne ich neue Mitglieder" usw. - ist noch nicht abgeschlossen, wird auch nie abgeschlossen sein

- Öffentlichkeitsarbeit: Schulung der Vereine, wie man eine gute Werbung für sich macht

- Usw.

Der LV-Vorstand hat hier eine koordinierende Funktion. Brauche ich einen LV Südwest, um Briefmarken sammeln zu können? Klare Aussage: Nein. Aber wenn ich gerne auf Grosstauschtagen stöbere oder eine Börse, eine Werbeschau oder eine Ausstellung besuche, dann bekommt die Struktur "LV Südwest" einen Sinn. Wir nehmen Geld ein und verteilen es an die aktiven Vereine im Verbandsgebiet. Unser Ziel ist es, alle Vereine als "aktiv" einstufen zu können. Derzeit ist es in etwa die Hälfte, die sich an Aktionen beteiligt.

Ich werde für das Dezember-Heft der "Südwest Aktuell" einen kurzen Artikel schreiben, wie man eine Prüfsendung vorbereitet.

[1] https://www.briefmarken-suedwest.de/

Diese ganzen Aufgaben könnte in der Theorie auch ein BDPh leisten, aus meiner Sicht ist der LV viel näher an den Vereinen dran und auf deren Bedürfnisse reagieren und kann das vor allem schneller und günstiger umsetzen - umgekehrt wäre es schwierig, wenn der LV monatlich eine Zeitschrift für die Mitglieder rausbringen müsste und sich mit der FIP / FEPA oder der Fälschungsbekämpfung oder dem Ausstellungswesen rumschlagen müsste.

Beste Grüsse!

Lars
 
opti53 Am: 15.08.2025 14:24:46 Gelesen: 22871# 329 @  
@ Lars Boettger [#328]

Hallo Lars,

ich glaube, für den LV Bayern sieht die Liste sehr viel kürzer aus. Ich fände es gut, wenn solche guten Ansätze nicht nur auf eine Region beschränkt sind, sondern bundesweit erfolgen könnten. Wenn aber jede Region im eigenen Saft schwimmt, kommt mal vielleicht etwas raus oder auch nicht. Der BDPh als Klammer hat aber keine Ambitionen, die guten Ansätze weiter zu verbreiten.

Viele Grüße

Thomas
 
DL8AAM Am: 15.08.2025 15:41:11 Gelesen: 22833# 330 @  
@ Lars Boettger [#328]

Genau mein Reden. Dachverbände sind primär nicht dazu da, direkt die Vereinsmitglieder zu bespassen. Die dienen primär nur den Vereinen, damit diese dann ihre Mitglieder bespassen können. Der Verband baut hierfür einen Rahmen auf. Das ist die Basis eines verbandsverbundenen Vereinswesen. Deshalb ist sind auch die Fragen "Was bringt der Verband für mich persönlich?", "Was kann der Verband tun, damit ich von meinen Beiträgen persönlich direkt einen Mehrwert erzielen kann?" oder "Wie kann ein Verband für mich persönlich attraktiver gemacht, damit ich in einen verbandsgebundenen Verein eintrete?" der falsche Ansatz. Das geht am Problem vollkommen vorbei und lenkt komplett ab.

Wenn der Verein, als Basis, hier nichts Attraktives selbst anbietet (anbieten kann oder will), hilft auch der beste Dachverband nicht weiter. Und nach meinen gewonnenen Eindrücken ist genau das das Kernproblem. Viele lokale Vereine können oder wollen nicht (mehr) Mehr.

Der richtige Ansatz ist deshalb "Was tut der Verband, damit mein Verein (mir) etwas bieten kann?" oder "Wie kann er hier unterstützend besser werden?" - falls der Verein das denn auch will. Denn nach meinen Erfahrungen ist es aber leider immer nur die gleiche handvoll von aktiven Vereinen, die verbandliche Hilfe nachfragt und abruft.

Deshalb sind erst einmal genau (nur) solche Punkte, wie die von Lars angesprochenen, die primäre (Kern-) Aufgabe eines Dachverbands. Nämlich Hilfe und Unterstützung der Vereine und deren "Würdenträger". Zusätzlich sollte ein Verband sekundär einen überregionalen Rahmen für Mitglieder anbieten, den ein Ortsverein eben nicht leisten kann, wie z.B. Unterstützung für Autoren bzw. für Literatur-Veröffentlichungen (Idee "Print-on-Demand"), "Lehrgänge" für potentielle Aussteller etc.

Und hier gibt es sicherlich noch einiges Verbesserungspotential, mit entsprechend Luft nach Oben! Hier muss angesetzt werden.

Gut, wenn ich einfach nur Briefmarken sammeln will und mich zusätzlich mit meinen Kumpels 1x die Woche für ein nettes Bierchen gemütlich in der Gaststätte treffen will, dann brauche ich natürlich keinen Verband. Auch sowas ist (kritiklos) gut und ausreichend. Hobby. Spass. Daran kann ein Verband, egal was er auch macht, dann auch nichts ändern, außer ich bekomme für meinen Verbandsbeitrag einzwei wöchtliche Freibiere obendrauf.

Zum Thema Verbandsmagazin: Ein Verbandsmagazin ist erst einmal auch nur das Organ des Verbands, d.h. deshalb findet man dort auch Informationen vom Verband selbst, zum Tun des Verbands. Transparenz. Das ist notwendig, richtig und gut.

Wenn man dort zusätzlich weitere, hobbyfachliche Dinge lesen will, dann muss man diese eben schreiben und einreichen, wie zum Beispiel Jürgen (u/Journalist) das ja auch regelmäßig tut. Da hilft es dann auch nicht, sich über den einseitigen Inhalt zu beschweren. Hier kann der Verband selbst überhaupt nichts ändern. Wenn nichts kommt, kann nichts gedruckt werden. Aber ich gehe mal ganz stark davon aus, dass die Herausgeber äußerst dankbar für möglichst breitgestreute - eingereichte - Fachartikel sind. Hauptberufliche Profifachautoren kann sich kein Verband leisten. Und wir sind nun einmal ein schmalbeitragsfinanzierter Hobbyverband, kein gutsituiertes, bankabgesichertes Wirtschaftsunternehmen. Das alles funktioniert bei uns nur, wenn die Vereinsmitglieder selbst etwas für das gemeinsame Wohlbefinden tun, insbesondere auch an der Basis.

Nur muss der Verband hier aber ein Umfeld, ein Klima schaffen, dass eben dieser Basis auch sagt, dass sie ernstgenommen wird und auch willkommen ist, mitzuarbeiten. Hier ist es (zumindest zum Teil) mein Eindruck, dass es auch hier noch etwas Luft nach Oben gibt. Das es hier in einigen Köpfen sogar der Eindruck entstanden sein könnte, dass es "Gräben" zwischen den "ernsthaften Philatelisten" oben und den "einfachen Briefmarkensammlern" unten gibt. Zumindest wirkt es teilweise so, das so ein Gedanke unten (womöglich fälschlich) ankommt.

Eine Feelgood-Kampagne des Verbands könnte hier ein positiver "Wir"-Ansatz sein.

Beste Grüße
Thomas
 
Altsax Am: 15.08.2025 16:56:56 Gelesen: 22789# 331 @  
@ DL8AAM [#330]

"Genau mein Reden. Dachverbände sind primär nicht dazu da, direkt die Vereinsmitglieder zu bespassen. Die dienen primär nur den Vereinen, damit diese dann ihre Mitglieder bespassen können. Der Verband baut hierfür einen Rahmen auf. Das ist die Basis eines verbandsverbundenen Vereinswesen. Deshalb ist sind auch die Fragen "Was bringt der Verband für mich persönlich?", "Was kann der Verband tun, damit ich von meinen Beiträgen persönlich direkt einen Mehrwert erzielen kann?" oder "Wie kann ein Verband für mich persönlich attraktiver gemacht, damit ich in einen verbandsgebundenen Verein eintrete?" der falsche Ansatz. Das geht am Problem vollkommen vorbei und lenkt komplett ab."

Das ist zweifellos die "Reine Lehre" und solange richtig, wie es eine funktionierende Struktur mit flächendeckend vorhandenen Vereinen, Regionalverbänden und Bundesverband gibt, in die alle Mitglieder korrekt eingegliedert sind. Die gab es vor Jahrzehnten, und niemad hatte Grund, über Strukturreformen zu reden.

Inzwischen weist die Vereinspräsenz jedoch regional große Lücken auf, von aktiv ihren Aufgaben nachgehenden Vereinen ganz zu schweigen. Sowohl Regionalverbände als auch der Bundesverband nehmen Einzelmitglieder auf, was erstens nicht ihre Aufgabe ist, und der sie zweitens nicht nachkommen.

Es ist unübersehbar, daß dieses dreistufige Organisationsmodell an seine Grenzen gekommen ist und durch eine neue Struktur und Aufgabenverteilung abgelöst werden muß. Solange sich diese Erkenntnis sich weder im Verwaltungsrat noch im BDPH-Vorstand durchgesetzt hat, ist es müßig, sich über Detailverbesserungen Gedanken zu machen.

Die Kernfrage lautet doch nicht "Was muß getan werden, um neue Mitglieder zu gewinnen" sondern vielmehr "wie müßte eine zeitgemäße, überlebensfähige Struktur der organisierten Philatelie aufgebaut sein". Es geht nicht um eine allmähliche Anpassung vorhandener Strukturen, sondern einen vollständigen Neuaufbau mit den Funktionsträgern, denen es ausschließlich um die Sache geht.

Es gibt den sehr wahren Spruch "Gute Politik beginnt mit Betrachtung der Wirklichkeit und Akzeptanz des Unabänderlichen".
 
TeeKay Am: 15.08.2025 18:54:44 Gelesen: 22726# 332 @  
Ich habe den ganzen Tag überlegt, ob ich noch einen abschließenden Beitrag schreibe und kam dann zum Schluss, dass er inhaltlich weitgehend dem von Altsax entsprechen müsste - den er jetzt schon für mich schrieb [#331].

Allerdings würde ich sagen, dass die Kernfrage lautet, wie eine zeitgemäße, überlebensfähige Struktur der organisierten Philatelie aufgebaut sein müsste UND wie diese neue Struktur zahlende Mitglieder anziehen könnte. Denn die beste Struktur bringt nichts, wenn sie kein Geld hat. Je mehr Geld sie hat, umso mehr Projekte und Ideen kann sie umso besser umsetzen.

Die aktuelle Struktur krankt daran, dass sie weder neue, zahlende Mitglieder anzieht noch mit den Bestandsmitgliedern genügend Mittel generiert, um irgendeine Aufgabe vernünftig umsetzen zu können, ohne dass sich die aktiven Vereinsmitglieder selbst ausbeuten. Wann immer auf irgendeinen Vorschlag die Antworten lauten "Dafür haben wir kein Geld" oder "Dafür haben wir niemanden, der sich drum kümmern könnte" wird eigentlich gesagt: "Wir haben kein Produkt, das attraktiv genug ist, um damit ein tragfähiges Geschäftsmodell zu betreiben."

Aber DL8AAM kann natürlich zusammen mit den Landesverbänden und dem BDPh Vorstand versuchen, mit der Kernidee " Dachverbände sind primär nicht dazu da, direkt die Vereinsmitglieder zu bespassen [die den ganzen Laden finanzieren]." eine Neumitgliederkampagne zu entwickeln.

Pro-Tipp: Die Kampagne wird umso besser, je konsequenter die Suche von Antworten auf die Fragen " Was bringt der Verband für mich persönlich?", " Was kann der Verband tun, damit ich von meinen Beiträgen persönlich direkt einen Mehrwert erzielen kann?" oder " Wie kann ein Verband für mich persönlich attraktiver gemacht, damit ich in einen verbandsgebundenen Verein eintrete?" vermieden wird.
 
Koban Am: 16.08.2025 02:03:50 Gelesen: 22600# 333 @  
@ DL8AAM [#323]

[...]Auch ein "Bundeskanal" auf X wäre eine Idee[...]

Nein!

Selbst die Wände von Bahnhofstoiletten zu taggen wäre da eine bessere Idee.

DIE Propagandaplattform von und für Rassisten, Frauenhasser, Betrüger, Lügner, Wissenschaftsleugner etc. ist der wohl ungeeignetste Ort um für Philatelie zu werben.

kopfschüttelnde Grüße,
Koban
 
TeeKay Am: 16.08.2025 09:33:02 Gelesen: 22520# 334 @  
@ Koban [#333]

Zumal es praktisch keine Interaktion und Sichtbarkeit mehr gibt, sofern man nicht Musk genehmes, rechtes Rage Bait betreibt. Bei Bluesky gibt es mit deutlich geringerer Nutzerzahl mehr Interaktion als auf Twitter.


[Redaktionelle Erklärung: mit KI: "Rage Bait" (Wutköder) bezeichnet Online-Inhalte, die darauf abzielen, starke emotionale Reaktionen, insbesondere Wut, hervorzurufen, um mehr Aufmerksamkeit und Interaktion zu generieren.]
 
DL8AAM Am: 16.08.2025 16:23:20 Gelesen: 22396# 335 @  
@ TeeKay [#334]

deutlich geringerer Nutzerzahl

Genau das ist der Grund, weshalb es dort (noch) keinen wirklichen Sinn macht. Die erreichen noch nicht einmal 5% der Userzahlen von X. 20 Mio. versus 600 Mio. regelmäßiger User. Wobei viele Schmetterlinge X eben auch nicht komplett verlassen haben. Dort auf Bluesky findest Du aktuell eher Personen aus "Gruppen", die geschlossen rübergangen sind, oder Anti-Musk-Aktivisten. Im Prinzip nur Bubbles. Freischaffende, Außenstehende und Tageslaufkundschaft bzw. Gelegenheitsuser eben nicht in nenneswerter Zahl. Gleiches gilt - sogar verstärkt - auch für Mastodon oder Threads. Willst Du "Laufkundschaft" erreichen, gibt es zu X (derzeit) einfach keinerlei sinnvolle Alternativen. Nicht mal Truth Social ;-) ... auch wenn die inzwischen (wohl) 10+ Mio. User haben (sollen)?

Dann eben noch (immer noch) Facebook, wenn Deine primäre Zielgruppe +/- Ü40 ist.

In all meinen anderen (internationalen) Hobbys ist übrigens für laufende "Tages-" Kommunikation X (immer noch) die Standardplattform, für langerfristige ("nachschlagbare") Inhalte immer noch (man wirds kaum glauben) Facebook von Meta (was man, wenn man X ablehnt, inzwischen natürlich auch nicht mehr PC ist).

Alternativ wird hier in diesen Hobbygruppen inzwischen auch etwas Insta (ebenfalls Meta) bzw. am Rande noch Discord und Twitch genutzt (die aber ja eine ganz andere mediale Konzeptionen haben, ebenso wie die "Einbahnstraßen"-Kanäle von YouTube, falls man die dortige Kommentarfunktion mal außer acht lässt).

Zum Problem wird aber auch, dass ich die erreichbaren User dann nicht mehr konzentriert an einem Ort - wie (z.B.) X oder FB erreichen kann, sondern ich muss dann eher zig Plattformen parallel mit dem selben Content füttern (und dort auch 'umgehend' reagieren). Für den Anti-Monopolgedanken ist das zwar äußerst positiv, für den ehrenamtlichen Social-Media-Nebenbei-Referenten im Verein eher ziemlich problematisch.

Heisst, wenn ich (aktuell) "die Masse" ansprechen, erreichen und einbinden will, wenn ich in Social Media machen will, geht um X und FB/Meta (derzeit) einfach nichts vorbei, egal was ich davon halten mag. Wenn ich die nicht bediene, bin ich in der Zielgruppe der Ende 30er/Ü40er im Wesentlichen Social Media-mäßig unsichtbar, dann kann ich wirklich gleich die oben angesprochene Bahnhofstoilettentür nutzen, dort lesen das sicherlich mehr.
 
TeeKay Am: 16.08.2025 16:39:30 Gelesen: 22386# 336 @  
@ DL8AAM [#335]

Wer überall den gleichen Content postet, hat das mit Social Media auch nicht verstanden. Jede Plattform benötigt ihren eigenen, unterschiedlichen Content.

Relevant ist auch nicht die Anzahl der angeblich aktiven Nutzer:innen, die bei Elon Musk der Erfahrung nach ohnehin nicht stimmt, sondern wie viele Menschen mit dem eigenen Content interagieren, ihn also wenigstens zur Kenntnis nehmen. Ich bezweifle, dass Twitter in der Hinsicht im deutschsprachigen Raum als nutzbringend identifiziert werden kann.

Solange der BDPh selbst auf seiner eigenen Website wie vor 20 Jahren publiziert und sich sogar zurück entwickelt (z.B. indem Vereinslisten jetzt als PDF hochgeladen werden statt als HTML-Seite und die Links zu den Vereinen darin nicht einmal anklickbar sind), brauchen wir über Social Media aber ohnehin nicht reden.
 
Lars Boettger Am: 16.08.2025 17:38:08 Gelesen: 22354# 337 @  
@ TeeKay [#336]

Solange es noch aktive Vereine gibt, die es jedes Jahr schaffen, für das Hobby "Philatelie" mehrere Mitglieder zu gewinnen, können wir die Landesverbände nicht abschaffen. Ihr unterhaltet Euch über einen theoretischen BDPh, der mit dem BDPh in seinem aktuellen Aufbau nichts zu tun hat. Für mich geht es primär darum, die Vereine und Landesverbände nicht final zu vergraulen. Wenn ich nur die "Philaseiten" kenne und mich nicht mit den Vereinen beschäftige, dann mag alles, was @ Altsax [#331] und Du geschrieben hat, vernünftig klingen.

Der BDPh muss nicht die Vereine bespassen. Das machen die Landesverbände. Die Landesverbände haben durchaus andere Positionen zu bestimmten Themen als der BDPh. Für den LV Südwest ist es unverständlich, dass ein Logistikkonzern wie die Deutsche Post AG es nicht schafft, die Filialen und Agenturen mit allen Briefmarken zu versorgen. Das ist oberpeinlich und für unsere Sammler nicht nachvollziehbar. Ging doch früher auch! Und nein, ich brauche jetzt keine Argumentation darüber, dass das alles nicht mehr rationell ist, weil der Anteil Briefpost auf dem Rückmarsch ist. Das ist mir wurscht. Unsere Sammler wollen alle Briefmarken bei ihrer Agentur im Dorf kaufen und nicht in Weiden bestellen.

Den Facebook-Auftritt des BDPh finde ich gut.

Beste Grüsse!

Lars
 
Altsax Am: 16.08.2025 19:59:08 Gelesen: 22283# 338 @  
@ Lars Boettger [#337]

"Für den LV Südwest ist es unverständlich, dass ein Logistikkonzern wie die Deutsche Post AG es nicht schafft, die Filialen und Agenturen mit allen Briefmarken zu versorgen. Das ist oberpeinlich und für unsere Sammler nicht nachvollziehbar. Ging doch früher auch!"

Lieber Lars,

diese Forderung paßt gut zum Thema "Betrachtung der Wirklichkeit und Akzeptanz des Unabänderlichen".

Auf einem Treffen mit Sammlern und Vereinsvorständen erhält man selbstverständlich Beifall dafür. Aus Sicht des "Logistikkonzerns" sind (besser waren) die Briefmarkensammler solange von Bedeutung, wie sie Millionen von Marken kauften, ohne dafür eine Transportleistung erbracht haben zu wollen.
Das ist vorbei, und kalkuliert wird der Aufwand, den das Vorhalten und einzelne verkaufen der Briefmarken an den notorisch unterbesetzten Postagenturen verursacht. Man muß kein BWL-Studium absolviert haben, um das als defizitär zu erkennen.

Die Post ist ist als Wirtschaftsunternehmen aufgestellt worden und funktioniert nach dessen Prinzipien.

Niemand kann ernsthaft bestreiten, daß die hergebrachten Strukturen in einigen Landesverbänden immer noch gut funktionieren. Jede Organisation muß aber regelmäßig überprüfen, ob sie auch für die Zukunft richtig aufgestellt ist. Das ist angesichts der bereits eingetretenen und der künftig erwartbaren Entwicklung aus mannigfachen Gründen zu bezweifeln. Ich bin weit davon entfernt, eine bessere Lösung präsentieren zu können, bin aber sicher, daß alle Verantwortlichen sich dringend ernsthaft um substantielle Änderungen Gedanken machen müssen. Das funktioniert nur mit offener Kommunikation und Diskussion.

Natürlich ist es leichter, in einem Forum den "Starrsinn der Funktionäre" zu beklagen und wohlfeile Änderungsvorschläge zu machen, als in Vereinstreffen und auf Vorstandssitzungen mühsame Überzeugungsarbeit zu leisten. Es ist ja nicht so, daß unter den Funktionsträgern niemand die Zeichen der Zeit erkannt hätte. Es gibt vermutlich weniger ein Erkenntnis- als ein Durchsetzungsproblem.

Handlungsfähig sind Vereine und Verbände nur, solange noch finanzielle Mittel vorhanden sind. Neue Strukturen zu schaffen, erfordert in der Regel Investitionen in Hard- und Software und auf Dauer auch Finanzmittel für Personalaufwand. Die Gefahr besteht, daß die vorhandenen Mittel zum Erhalt bestehender Strukturen verwendet werden und für neue durch den Mitgliederschwund nichts mehr übrig bleibt.

Wir sehen doch gerade in Politik und Wirtschaft, was es bedeutet, seine "Schularbeiten" nicht gemacht und jahrzehntelang von der Substanz gelebt zu haben. Muß dieser substanzielle Fehler in der organisierten Philatelie unbedingt wiederholt werden?

Beste Grüße
Jürgen
 
opti53 Am: 16.08.2025 20:08:40 Gelesen: 22275# 339 @  
@ Lars Boettger [#337]

Auch ich möchte das Thema der Versorgung der Filialen und Agenturen der Deutschen Post als Beispiel aufgreifen.

Warum ist das nur ein Thema im Bereich des LV Südwest? Das betrifft doch alle Regionen in Deutschland. Deswegen müssen hier alles LV'en in das gleiche Horn tuten, oder noch besser gleich der BDPh.

Sehe ich da etwas falsch?

Viele Grüße

Thomas
 
sammler70 Am: 16.08.2025 20:22:09 Gelesen: 22268# 340 @  
@ Altsax [#338]

Hallo Jürgen,

ich habe jetzt schon viele deiner Beiträge gelesen und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass du einfach resigniert hast. Wenn dem so ist, so kann ich das nachvollziehen. Damit kommen wir aber dem Ziel die organisiert die Philatelie in eine hoffentlich noch lang andauernde Zukunft zu führen nicht näher.

Wenn du sagst, die Post als Wirtschaftsunternehmen kümmert sich nicht mehr um die Briefmarkensammler und das können wir auch nicht ändern, so deckt sich das genau mit der Aussage, die ich bei einem Telefonat mit der Geschäftsstelle des BDPh bekommen habe. Mir wurde dort sinngemäß gesagt, das der BDPh keinerlei Einfluss mehr auf die Post hat.

Wenn aber auf der höchsten Ebene nichts mehr für die Zukunft getan werden kann, stellt sich für mich die Frage, brauchen wir diese Ebene dann noch. Stärken wir doch lieber die Landesverbände und die Ortsvereine, die ja jetzt schon den Hauptteil der Arbeit machen und versuchen wir eine Struktur hinzubekommen in dem der Dachverband nur noch die Ortsvereine koordiniert und das darin enthaltene Wirken und Wissen bündelt. Dann müsste ein Gremium geschaffen werden, das von den Vorsitzenden der Landesverbände gewählt wird und das dann auch bedingungslos unterstützt wird.

Ich persönlich habe aber meine Zweifel, ob das wirklich so geht, weil ich den Eindruck habe jeder möchte nur seine Pfründe sichern und ja nichts von seiner Macht abgeben. Das sehen wir ja jetzt schon in den ganzen Grabenkämpfen, die in den Verbänden ausgefochten werden und zum Teil nichts mit der Fachkompetenz zu tun haben, sondern häufig auf der persönlichen Ebene liegen.

LG Franz
 
Richard Am: 17.08.2025 20:42:32 Gelesen: 22031# 341 @  
@ sammler70 [#340]

Dann müsste ein Gremium geschaffen werden, das von den Vorsitzenden der Landesverbände gewählt wird und das dann auch bedingungslos unterstützt wird.

Hallo Franz,

dieses Gremium haben wir doch mit dem Verwaltungsrat des BDPh:

https://www.bdph.de/der-bdph/gremien-und-personen (nach unten scrollen).

Der Verwaltungsrat wählt zudem den Vorstand des BDPh und bestimmt die neue Satzung (siehe Zeitschrift philatelie), beides über seine Stimmrechte in der Hauptversammlung und die Verwaltungsratsitzungen.

---

Oberhalb des Verwaltungsrats findest Du die Geschäftsstelle mit Reinhard Küchler und seiner Assistentin. Mehr Mitarbeiter gibt es nicht mehr.

Stellenausschreibung: Der BDPh sucht eine neue Leitung der Geschäftsstelle des BDPh(m/w/d)

Seit Beginn dieses Jahres wird ein neuer Geschäftsführer gesucht, dessen Stellenausschreibung in der philatelie veröffentlicht wurde [1]. Zu beachten ist dabei die wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden und die Verteilung der Aufgaben in 12 Bereichen.

https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=357729

Grüsse aus dem Allgäu, Richard
 
philamaxi Am: 17.08.2025 21:08:51 Gelesen: 22016# 342 @  
Neue GF (-in?) soll seit Wochen gefunden sein, aber noch nicht kommuniziert.

Soll evtl. Überraschung in Hamburg werden ?
 
22028 Am: 18.08.2025 07:46:50 Gelesen: 21915# 343 @  
@ Richard [#341]

Stellenausschreibung: Der BDPh sucht eine neue Leitung der Geschäftsstelle des BDPh(m/w/d)

Seit Beginn dieses Jahres wird ein neuer Geschäftsführer gesucht, dessen Stellenausschreibung in der philatelie veröffentlicht wurde [1]. Zu beachten ist dabei die wöchentliche Arbeitszeit von 40 Stunden und die Verteilung der Aufgaben in 12 Bereichen.


Da bist Du nicht auf dem Laufenden.

Neuer Geschäftsführer für den BDPh ab April 2026

Der Bund Deutscher Philatelisten e. V. freut sich, Frank Alkenbrecher als künftigen Geschäftsführer begrüßen zu dürfen. Der gebürtige Rheinländer wird zum 1. April 2026 die Leitung der Bundesgeschäftsstelle in Bonn übernehmen.

Frank Alkenbrecher bringt nicht nur langjährige Berufserfahrung aus der Pharmaindustrie mit, sondern ist seit über 30 Jahren leidenschaftlicher Philatelist. Besonders verbunden ist er mit dem Verein für Briefmarkenkunde 1878 e. V. Frankfurt am Main sowie der Arbeitsgemeinschaft Nordische Staaten e. V. – seine Sammelschwerpunkte reichen von Dänemark und Grönland bis zur Berliner Postgeschichte der 1950er Jahre.

BDPh-Präsident Alfred Schmidt betont:

„Mit Frank Alkenbrecher gewinnen wir einen versierten Philatelisten, der zugleich über organisatorisches Geschick und langjährige Branchenkenntnis verfügt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“

Alkenbrecher tritt im nächsten Jahr die Nachfolge von Reinhard Küchler an, der zum 1. August 2026 in den Ruhestand geht.

Wir heißen Frank Alkenbrecher herzlich willkommen und blicken optimistisch in die gemeinsame Zukunft!
 
nagel.d Am: 18.08.2025 16:31:07 Gelesen: 21778# 344 @  
@ philamaxi [#342]

Es ist zum 18.08. auf der Hompage des BDPh der neue Leiter der Geschäftsstelle bekanntgegeben worden, samt Foto.
 
christel Am: 20.08.2025 19:49:39 Gelesen: 21449# 345 @  
Nun vermischt sich in diesem Thema aber alles.

Vielleicht könnte Richard ein wenig aufräumen. Es geht doch eigentlich ursprünglich um die Möglichkeit und Notwendigkeit (vielleicht auch dem Willen der ARGEn) einer Vertretung der Arbeitsgemeinschaften und Forschungsgemeinschaften über einen Beirat in den Führungsebenen des BDPh vertreten zu sen.

Mittlerweile geht es hier aber mehrheitlich um völlig anderes, Personalien im Ehrenamt, Anstellung von GF.

Das Thema selbst ist immer mehr verfehlt.

Christel von der Post

[Antwort: Aufräumen wäre eine mehrtägige Arbeit, eine solche kann ich mir aus gesundheitlichen Gründen derzeit nicht leisten]
 
Altsax Am: 21.08.2025 20:05:51 Gelesen: 21253# 346 @  
@ christel [#345]

"Nun vermischt sich in diesem Thema aber alles.

Vielleicht könnte Richard ein wenig aufräumen. Es geht doch eigentlich ursprünglich um die Möglichkeit und Notwendigkeit (vielleicht auch dem Willen der ARGEn) einer Vertretung der Arbeitsgemeinschaften und Forschungsgemeinschaften über einen Beirat in den Führungsebenen des BDPh vertreten zu sen.

Mittlerweile geht es hier aber mehrheitlich um völlig anderes, Personalien im Ehrenamt, Anstellung von GF.

Das Thema selbst ist immer mehr verfehlt."


Formal gesehen ist das zutreffend. Substantiell gilt aber auch hier der altbekannte Satz aus der Physik: Alles hängt mit allem zusammen.

Bei Strukturfragen geht es einerseits um eine rationelle Organisation mit möglichst wenig Leerlauf und Doppelarbeit, andererseits aber auch um Macht und Einfluß. Die zahlenden Mitglieder, die den Gesamtverband finanziell tragen, lassen sich prinzipiell unterteilen in drei Gruppen:

a) die inaktiven Sammler, die aus Treue zum Verein nicht austreten (sogenannte Karteileichen)
b) die an Organisationsfragen uninteressierten Sammler, die es schätzen, sich mit anderen im Verein zu treffen zum Austausch von Gedanken und Briefmarken.
c) die aktiven Sammler und Funktionäre, die alles am Laufen halten.

Formal bestimmen die Landesverbände das Geschehen im Gesamtverband auf Basis der Mitgliederanteile. Die Mehrzahl der Mitglieder gehört den Gruppen a) und b) an, ist also an den Ergebnissen weitgehend uninteressiert. Die Landesverbandsvorsitzenden werden von den Vereinsvorständen gewählt, deren originäre Aufgabe die Vertretung von Vereinsinteressen ist. Die Landesverbandsvorsitzenden wiederum wählen die Mitglieder des Bundesvorstandes so aus, daß ihre Interessen gewahrt bleiben.

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaften dürften überwiegend der Gruppe c) angehören, in der sie möglicherweise sogar die Mehrheit stellen. Sofern das zutrifft, hätten sie sogar die Mehrheit der Aktiven des Gesamtverbandes. Von der Sache her stünde ihnen damit eine diesem Gewicht entsprechende Mitwirkungsmöglichkeit zu. Mit einem Beirat (etwas ähnliches gab es ja mit dem allerdings bei weitem nicht alle Arbeitsgemeinschaften umfassenden Verband) ist die faktische Bedeutung aber marginal.

Ein weiteres Thema sind die Einzelmitglieder bei Verbänden und dem BDPh. Letztere werden im Stimmengewicht auf die für die Wohnorte "zuständigen" Landesverbände verteilt. Eigene Mitwirkungsmöglichkeiten haben sie nicht. Demokratische Mitwirkung sieht anders aus.

Was soll damit gesagt werden?

Die organisierte Philatelie ist abhängig von den Aktiven. Sie sind aktuell in der Minderheit und werden wohl auch künftig eine Minderheit bleiben. Sie sind aber essentiell für das Fortbestehen der organisierten Philatelie. Deshalb muß ihnen ein entsprechendes Mitwirkungsrecht eingeräumt werden, nicht nur über die Anhörung von wie auch immer bezeichneten "Beiräten".

Eine Möglichkeit wäre ein gemeinsamer Verband von Einzelmitgliedern und Arbeitsgemeinschaftsmitgliedern (deren Stimmen dann natürlich nicht noch einmal bei den Landesverbänden mitgezählt werden dürften), der gleichberechtigt wäre mit den Landesverbänden. Das könnte die bestehenden Verkrustungen auflockern und endlich zu einer fruchtbaren Zukunftsdiskussion führen.

 

Das Thema hat 346 Beiträge:
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