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Thema: Vom Nutzen philatelistischer Literatur
Das Thema hat 161 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 07.04.2018 18:33:09 Gelesen: 8603# 137 @  
@ zockerpeppi [#129]

Es geht mir wie Lulu: Wenn mich ein philatelistisches Buch begeistert, dann kaufe ich es (manchmal), obwohl es überhaupt nicht zu meinem eigentlichen Sammelgebiet gehört. Das "Grasen" über die eigenen Grenzen hinaus macht aber oft genauso Spass, wie nur in seinem eigenen Garten zu verweilen.

1970 kam eine hervorragende Sammlung mit US-Stempeln (von Waterbury) zu Versteigerung.



Siehe dazu Beitrag: "Lustige und originelle Stempel" (von heute)

Der Auktionator schrieb damals, dass die philatelistische Literatur über die Waterbury-Stempel so alt sei, dass vieles davon überholt ist, und nicht mehr gilt. Zweifellos hat dann die Auktion das Interesse der Sammler neu befeuert.

1979 war es dann soweit, Paul C. Rohloff schrieb ein neues, 272 dickes Buch über diese beliebten Stempel



Darin werden die Stempel auch neu katalogisiert und in Gruppen eingeteilt: Group A-S beinhalten 18 Stempelgruppen mit jeweils mehreren Stempeln. Viele davon sind sehr lustig/eigenartig/einmalig.

Ein schönes Buch!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 08.04.2018 13:01:20 Gelesen: 8443# 138 @  
@ Heinz 7 [#137]

Der anbei gezeigte Katalog ist nun wirklich kein "gewaltiger" und die Fototafeln (18 an der Zahl) zeigen nur verkleinerte Abbildungen von US-Briefen. Wohl kaum ein Mensch schenkt solchen Katalogen Beachtung.



Ich bin froh, dass ich diesen Katalog gefunden habe. Der Grund dafür liegt darin, dass an diesem 11.1.1977 unter anderem auch die Sammlung von Frau Katharine Matthies verkauft wurde. Sie sammelte "Waterbury Fancy Cancels on Cover".

Wir treffen in diesem Katalog einen "alten Bekannten".

Der Waterbury-Brief mit den 3 Stempeln "A-11" (nach Rohloff 1979) "Running Chicken" wurde hier angeboten! In einer Sammlung von immerhin 82 Losen stach Los 404 hervor: der bekannte und beliebteste Brief dieser kuriosen Stempel-Gruppe!

Besonders interessant ist nun auch die Ergebnisliste. Wir erfahren, dass DIESER Brief auf gewaltige US$ 45'000 hoch-geboten wurde! Vermutlich kam auch damals noch kein Zuschlag hinzu (war für US-Auktionen lange Zeit nicht üblich).

Dies dokumentiert nun eine wirklich erstaunliche Preisentwicklung:

Der Brief war knapp 7 Jahre zuvor für US$ 6'750 verkauft worden (siehe Beitrag 137, bzw. Beitrag 29 Thema: "Witzige, lustige und originelle Stempel")! Aber das ist noch nicht das Ende eine unglaublichen Geschichte.

Heinz
 
Parachana Am: 09.04.2018 12:05:58 Gelesen: 8340# 139 @  
Hallo,

gehören Auktionskataloge auch zur Literatur?

MfG
Uwe
 
Hornblower Am: 09.04.2018 12:17:19 Gelesen: 8329# 140 @  
Hallo Uwe,

bestimmt nicht nur nach meiner Meinung eindeutig JA, wenngleich sicher nicht jeder Katalog das Aufheben lohnt. Es kommt eben darauf an, welches Gebiet man pflegt oder was einen interessiert. Ich sammle z.B. kein Mauritius, aber den Feldman-Katalog von 1993, bei der die Kanai-Sammlung versteigert wurde, habe ich natürlich trotzdem.

Wie gesagt, es kommt immer auf den Einzelfall an.

Gruß
Michael
 
Heinz 7 Am: 09.04.2018 20:53:11 Gelesen: 8200# 141 @  
@ Sleeran [#134]
@ Heinz 7 [#136]

Lieber Matthias,

die Sotheby's-Serie Gawaine Baillie umfasste sogar 11 Kataloge. Am 2./3.5.2007 kam Teil 11 zum Verkauf. Der Wikipedia-Eintrag ist also nicht korrekt (spricht von 10 Verkäufen). Angeblich wurde das Resultat von (im voraus geschätzt) GB£
11 Millionen (preview) klar übertroffen (gemäss Wikipedia).

Es gibt viele British-Empire-Sammlungen. Auch die schwindelerregende Welt-Sammlung von Alfred Caspary hatte einen wichtigen Teil British Empire. 4 der 16 Kataloge umfassten British Empire. Sechs Kataloge waren den USA gewidmet (!), 6 dem "Rest der Welt" (Europa*, Asien*, *ohne British Commonwealth).

.

Hier ein Foto mit Beschreibung aus dem Buch von Brühl "Geschichte der Philatelie".

Die Caspary-Kataloge sind nicht schwer zu finden und auch nicht teuer. Die vier sales British Empire sind:

- Harmer New York sale 1032-1033 (October 1956), Caspary sale 5
- Harmer New York sale 1089-1090 (May 1957), Caspary sale 9
- Harmer New York sale 1153-1155 (February 1958), Caspary sale 12
- Harmer New York sale in London (October 1958), Caspary sale 15

Diese 4 Auktionen wurden in einen Band gebunden. Kaufempfehlung! Da hast Du kompakt eine der besten Sammlungen, die je existierte!

Heinz
 
Sleeran Am: 16.04.2018 09:20:28 Gelesen: 7689# 142 @  
Hallo Heinz,

leider hatte ich bisher noch nicht die Gelegenheit, die Baillie-Kataloge durchzublättern. Sollte der moderne Teil umfangreich sein, wären sie für mich eher uninteressant. Vielleicht ist es sinnvoller, sich jeweils die besten Kataloge einiger Einzelgebiete zusammenzusuchen. Bei den meisten Gebieten des Empires habe ich lediglich Grundstocksammlungen, nur die Australischen Staaten und das Kap sind etwas besser ausgebaut.

Die Caspary-Kataloge sind vermutlich schwarz-weiß - das wäre für mich ein Ausschluss-Kritierium.

Viele Grüße,
Matthias
 
Heinz 7 Am: 16.04.2018 14:11:51 Gelesen: 7630# 143 @  
In Zürich fand eine kleine Auktion statt eines Auktionshauses, das es in der Schweiz schon lange gibt. Sie erzielen immer wieder ganz beachtliche Ergebnisse. In den meisten Fällen ist der Ausruf sehr tief, und das zieht viele Sammler an, die ihr Glück versuchen. Die guten Stücke erzielen dann doch meistens ein Ergebnis, das man hätte erwarten können. Manchmal liegen die Ergebnisse aber auch klar darüber, was als Erfolg für den Auktionator gelten kann; er hat doch nachweislich eine starke Nachfrage nach den Losen erzielen können. Die Einlieferer gehen bei dieser Taktik ein hohes Risiko ein (tiefe Ausrufpreise!), sind dann aber i.d.R. doch belohnt worden (marktgerechte bis gute Preise).

Am 13./14. April wurde bei Schwarzenbach, Zürich u.a. auch ein Fournier-Album verkauft: Ein Album der Union Philatélique de Genève von 1928, worin eine komplette Sammlung der Fournier-Fälschungen enthalten ist! Das Album weist kleine Fehler auf, ist aber angeblich komplett und in dieser Form selten. Der Ausruf war bei nur CHF 800.



Ich habe mein Glück auch versucht, und auf das Los geboten. Es wurde nun aber zu CHF 3600 zugeschlagen, dazu kommen 21% Kommission, plus Mehrwertsteuer. Da war ich nicht mehr "dabei". Das Resultat ist ungefähr wie erwartet.

Natürlich muss man hoffen, dass der Band als Forschungsobjekt zusammenbleibt und nicht etwa aufgeteilt wird. Einige der Fälschungen liessen sich vermutlich schon verkaufen. Das wäre natürlich zweifach schlecht: Erstens wären neue Fälschungen im Umlauf, zweitens verlören die Philatelisten eines der wenigen noch kompletten Alben der UP de Genève 1928.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 28.04.2018 19:19:29 Gelesen: 6897# 144 @  
Als ich vor knapp zwei Jahren in New York war, liess ich mir die Gelegenheit nicht entgehen, die Bibliothek des Vereins "Collector's Club New York" anzusehen. Der Verein hatte früher einige führende Philatelisten, die gleichzeitig grosse Literatur-Sammler waren.



So entstand im früher XX. Jahrhundert eine grossartige Bibliothek in New York, besonders 1920-1940 (scheint es mir). Die Bibliothek hatte eigene "ex Libris"-Vignetten, die sehr pittoresk aussehen.



Ich habe unzählige der berühmten Handbücher in der Bibliothek gesehen. In einem Zimmer in einem oberen Stock sind auch viele wichtige Auktionskataloge



Ich persönlich liebe speziell diesen Teil der Bibliothek!

Heinz
 
Cantus Am: 01.05.2018 14:37:49 Gelesen: 6670# 145 @  
Wer sich so wie ich mit Belegen und insbesondere Stempeln und Ganzsachen aus der Zeit der Altdeutschen Staaten beschäftigt, trifft auf ein eher mageres Angebot aktueller Veröffentlichungen zu diesen Themen. Bei ausreichender Suche kann man zwar immer wieder fündig werden und meine Bibliothek hat in der letzten Zeit deutliche Erweiterungen erfahren, aber auch Bücher, die zunächst scheinbar wenig mit den Themen zu tun haben, erweisen sich bei näherer Prüfung oft als außerordentlich reichhaltige Fundgrube. Das trifft auch auf das folgende Werk zu, dem ich viele wertvolle Informationen entnehmen und in dem ich mich an vielen guten Abbildungen erfreuen konnte.

Der Briefmarken-Club Hannover von 1886 e.V. ließ zu seinem 125jährigen Jubiläum im Jahr 2011 einen Jubiläumsband erstellen, der unbedingt lesenswert ist. Ich bilde in der Folge den Titel und das Inhaltsverzeichnis ab, weitere Informationen zum Bibliotheksangebot des Vereins können hier [1] eingesehen werden.





Viele Grüße
Ingo

[1] http://www.bch1886.de/p_bibliothek.asp
 
Cantus Am: 04.05.2018 10:37:57 Gelesen: 6394# 146 @  
@ Cantus [#145]

Wenn man sich tiefergehend mit den Stempeln des Königreichs Hannover beschäftigen möchte, dann sollte man sich unbedingt das folgende Werk zulegen, das im Rahmen der ARGE Hannover von Heinrich Stegmann im Jahr 1991 herausgegeben worden ist. Das abgebildete Inhaltsverzeichnis gibt einen ersten kleinen Eindruck, vielleicht kann sich ein Interessierter bei einer der philatelistischen Bibliotheken erst einmal ein Exemplar ausleihen, um sich einen näheren Eindruck der ganz hervorragenden Darstellung aller bis 1900 verwendeten Stempel zu verschaffen.





Viele Grüße
Ingo
 
mausbach1 Am: 04.05.2018 11:03:40 Gelesen: 6387# 147 @  
Für den Persien-Sammler unverzichtbar:

F.N. Farahbakhsh: The early Postmarks of Iran 1875-1925 - erschienen 1991

Abgebildet sind die in diesem Zeitraum verwandte Stempel incl. Erläuterung wo der jeweilige Ort auf der Landkarte zu finden ist. Der Text ist farsi und englisch.
 
Heinz 7 Am: 05.06.2018 16:06:05 Gelesen: 3583# 148 @  
Am 7.-10. Juni findet in Paris die "Paris-Philex 2018" statt. Daran teilnehmen wird auch die Académie de Philatélie (von Frankreich), die nun ihren 90. Geburtstag feiert. Die französische Akademie ist meines Wissens die älteste weltweit; heute gibt es verschiedene weitere.

Die Académie gibt rechtzeitig zu ihrem Jubiläum drei weitere Publikationen heraus, von denen ich eine hier vorstellen möchte:



Dieses Buch erschliesst das Leben zur Zeit der Mitte des XIX. Jahrhunderts. Oscar Berger-Levrault lebte von 1826-1903 und erlebte die Einführung der Briefmarke 1840 als Jugendlicher. Er war dann wohl der erste, der eine Liste der (damals) existierenden Briefmarken erstellte (Sommer 1861). Drei Monate später kam der erste Briefmarkenkatalog auf den Markt (Dezember 1861 - von Alfred Potiquet).

Ein Akademie-Mitglied hat nun ein Archiv erschlossen mit vor allem Korrespondenz dieses frühen Sammlers 1860-1869. Das ist sicher eine Fundgrube für geschichtlich interessierte Philatelisten.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 10.06.2018 10:34:46 Gelesen: 3292# 149 @  
@ Heinz 7 [#148]

Die Paris-Ausstellung ist an prominenter Stelle untergebracht und kommt prächtig daher. Es hat eine grosse Anzahl Händlerstände. Sicherlich ist das gute Werbung für die Philatelie.

Die Académie de Philatélie (de France) feiert an der Ausstellung ihr 90-jähriges Jubiläum. Sie hat eine sehr schöne Sonderausstellung organisiert und drei Bücher (!) herausgegeben (siehe [#148]).

In der Ausstellung der Académie entdeckte ich auch sehr, sehr alte Literatur, welche das Herz der Sammler höher schlagen lässt. Ein Beispiel eines sehr frühen Kataloges ist der "Maury 1865".



Den Katalog gibt es heute noch, allerdings nur noch für Frankreich. 1865 war die ganze Welt in dem dünnen Büchlein enthalten!

Heinz
 
Heinz 7 Am: 26.06.2018 22:07:31 Gelesen: 2193# 150 @  
Ich habe mir ja eine grosse Aufgabe gestellt und will den Lesern die wertvollsten Briefmarken der Welt vorstellen(siehe Thema "die berühmtesten und wertvollsten Briefmarken der Welt"), und starte(te) dabei mit einer Studie von Theodor Haas 1905 und von Schubert 1912.

Ich mache es mir dabei nicht einfach und suche auch ergänzende Informationen dazu.

Die Kataloge von Stanley Gibbons kurz nach der Jahrhundertwende kamen dazu wie gerufen.



Auf nur 304 + 578 Seiten wird die ganze Welt katalogisiert.

ABER: Leider fehlen viele Preise!

Viele Raritäten wurden nicht bewertet: "-"

Heinz
 
sentawau Am: 29.06.2018 13:19:21 Gelesen: 1832# 151 @  
@ Heinz 7 [#150]

Ich habe die 150 Beiträge dieses thread überflogen und bin nirgends auf den Namen Müller-Mark gestoßen. Oder habe ich ihn überlesen? Dann bitte ich um Entschuldigung.

Ewald Müller-Mark veröffentlichte seit 1942 „Reflexionen über Philatelie“. Die Beiträge erschienen zunächst als hektographierte Briefe, die dann 1947 und 1951 in 2 Bänden zusammengefasst wurden. Sie sind auch jetzt noch lesenswert. U. a. versuchte Müller-Mark, durch fortlaufende Vergleiche der Katalogpreise die 50 besten Marken Europas zu ermitteln.
 
Heinz 7 Am: 29.06.2018 13:50:48 Gelesen: 1825# 152 @  
@ sentawau [#151]

Lieber Kollege,

Ewald Müller-Mark ist ein grosser Philatelist! Seine "Reflexionen" sind wertvoll, und haben mir manchen Denkanstoss gegeben. Unglaublich auch, wenn man weiss, in welchem Umfeld EMM seine Beiträge geschrieben hat! Manchmal hat man den Eindruck, er sei selbst im Schützengraben noch mit einem Briefmarken-Katalog herumgekrochen.

Ich werde auf diese Schriften ganz sicher zurückkommen, wenn ich bei (einem) meiner Hauptthemen "Die wertvollsten Briefmarken der Welt" in diese Jahre "vorgedrungen" bin. Zur Zeit bin ich immer noch beim Startpunkt 1912.

In der deutschen Zeitschrift "Philatelie" wurde das Wirken von EMM kürzlich ausführlich gewürdigt.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Cantus Am: 29.06.2018 14:06:00 Gelesen: 1819# 153 @  
Ich habe mir kürzlich ein außerordentlich interessantes Werk zugelegt. Vor dem Hintergrund, dass ich mich seit einiger Zeit mit Belegen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten beschäftige und so hoffe, manches Dorf und manche Kleinstadt dem Vergessen zu entreißen, möchte ich natürlich auch mehr über den Übergang zwischen "noch deutsch" und "schon polnisch" erfahren, zumal ich der Nachkriegsgeneration angehöre. Ich habe zwar auch Vorfahren, die zum Teil ihre Wurzeln in Pommern hatten, von denen lebt aber niemand mehr, der mir von seinen damaligen Erlebnissen berichten könnte.

Der Autor dieses Buches hat in außerordentlich kompetenter Weise nicht nur die Geschichte der Vertreibung der Deutschen und ihre oft höchst unwillkommene Ankunft im heutigen Deutschland beschrieben, sondern alles das auch mit reichlich philatelistischem Material belegt. Wer sich heute besonders für die deutsche Philatelie der Zeit zwischen 1945 und etwa 1950 interessiert, dem empfehle ich die Anschaffung und Lektüre dieses Buches.



Viele Grüße
Ingo
 
zockerpeppi Am: 30.06.2018 17:13:18 Gelesen: 1674# 154 @  
Ingo hat in Beitrag [#145] das Jubiläumsbuch des Briefmarken-Club Hannover von 1886 e.V vorgestellt. Auch ich konnte das Buch vor Jahren für meine Bibliothek erwerben. Von mir nun ähnliches:

Am 22 Juni dieses Jahres hat der Verein für Briefmarkenkunde 1878 e.v. Frankfurt /Main seinen 140 Geburtstag gefeiert. Zu diesem Anlass gab der Verein eine 237 seitige Festschrift im Format 24,5 x 17,5cm heraus. Das Cover wurde von einem Vereinsmitglied gestaltet. Mehrere Vereinsmitglieder haben das Buch mit überaus interessanten Artikel bestückt.



beste Sammlergrüße
Lulu
 
Cantus Am: 01.07.2018 02:05:59 Gelesen: 1616# 155 @  
@ zockerpeppi [#154]

Hallo Lulu,

vielen Dank für die Vorstellung. So habe ich davon erfahren. dass Erwin Friese dort einen Artikel über schlesische Stempel veröffentlicht hat. Ich habe zwar von ihm schon auf anderem Wege eine Liste der betroffenen Stempel bekommen, aber nun werde ich auch noch um eine Kopie des Artikels bitten.

Viele Grüße
Ingo
 
Heinz 7 Am: 01.07.2018 17:04:30 Gelesen: 1562# 156 @  
@ Heinz 7 [#148]

Ich habe vor ca. 4 Wochen auf ein tolles Buch hingewiesen, das ich mir in Paris nun auch tatsächlich gekauft habe:



Oscar Berger-Levrault (= OBL) war 14 jährig, als die Penny Black als erste Briefmarke der Welt eingeführt wurde. Er wurde ein begeisterter Sammler, der in seiner Karriere dann grossartige Forschungen durchführte.

1850-1860 gab es kein Internet. Fotografien waren ein kostbares Gut, die damals praktisch für die Philatelie noch nicht eingesetzt werden konnten. Scanner und Fotokopierer gab es noch nicht, dennoch trugen einige fleissige Philatelisten unglaublich viele Informationen zusammen, die sie den Sammlern zur Verfügung stellten!

Carlrichard Brühl (siehe [#87]) hat eindrücklich beschrieben, wie dankbar die Sammler jegliche Informationen über die Philatelie aufnahmen.

In dem oben gezeigten Buch wird nun ein sehr erhellender Einblick gewährt in die frühe Zeit des Briefmarken-Sammelns. OBL hat mit Dutzenden von Sammlern Kontakte gepflegt, hat unermüdlich geforscht und gesammelt. Nur so war es möglich, in dieser "kommunikationstechnischen Urzeit" so viele Informationen zusammen zu tragen.

Auf der Homepage der Académie de Philatélie de France habe ich eine hoch-informative Übersicht über das Buch gefunden, die ich Euch zeigen möchte.

http://www.academiedephilatelie.fr/images_contenu/source/A_l-aube_de_la_philatelie_extraits.pdf

Das Buch kostet nicht viel, und historisch interessierte Lesern kann ich es nur empfehlen!

Heinz
 
sentawau Am: 02.07.2018 12:30:55 Gelesen: 1498# 157 @  
@ Cantus [#132]

Danke für die Empfehlung. Das Heft fehlte mir noch, und ich habe es gleich gekauft.

Ich kann meinerseits ebenfalls eine neu erschienene Festschrift empfehlen:

150 Jahre Norddeutscher Postbezirk. Festschrift. Mit zahlreichen Fachbeiträgen des Sammelgebietes NDP. ArGe NDP 2018 (Schriftenreihe 62).. 171 S. in 4ᵒ. Alle Abb. in Farbe.
Preis 39,- zzgl. Versand . Bezug: info@arge-ndp.de

Mit dieser Festschrift wird der Post des Norddeutschen Bundes gedacht, die am 1. Januar 1868 ihre Tätigkeit aufnahm. Ihr Rückgrat bildete die bisherige königlich preußische Post. Mit einer Bundesstaaten übergreifenden Reform hielt ein modernes Postwesen in Deutschland seinen Einzug, das weltweit vorbildlich war.
Herausgeber ist die 1947 gegründete Arbeitsgemeinschaft Norddeutscher Postbezirk, die die Gelegenheit nutzte, die Themenvielfalt ihres Sammelgebietes vorzustellen. Im Mittelpunkt des Buches stehen die Kurzbeiträge von Mitglieder, die ihre Lieblingsbelege vorstellen und dabei viel Interessantes zeigen konnten. Dieser Teil wird umrahmt von längeren Aufsätzen, von denen ich die Beiträge über die Bahnstrecke Coeln – Verviers (I. v. Garnier), Hamburg und den deutschen Zollverein von 1833 (E. Lautsch), Transitpost (J. Mazánek) und die Pariser Kommune (G. Mehrtens) besonders hervorheben möchte.
+
 
Cantus Am: 02.07.2018 13:16:02 Gelesen: 1481# 158 @  
@ sentawau [#157]

Hallo,

besten Dank für deine Worte, aber der Beitrag [#132] stammt nicht von mir, sondern von Heinz7, ich bin deshalb etwas irritiert.

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 03.07.2018 02:39:48 Gelesen: 1379# 159 @  
Es gibt hier im Forum eine ganze Reihe von Sammlern, die sich intensiv mit der Philatelie von Rumänuen beschäftigen, ich habe dabei aber noch keinen einzigen Beitrag gesehen, der sich mit der Rolle von Rumänien während der Zeit des 2. Weltkrieges beschäftigt hätte. Die meisten Beiträge beschäftigen sich mit der frühen Klassik der Rumänienphilatelie, gerade so, als wenn es danach nichts Interessantes mehr gegeben hätte. Da bin ich anderer Meinung.

Unabhängig davon, dass ich natürlich auch an der neueren Ganzsachenphilatelie von Rumänien interessiert bin, scheint es aber allgemein völlig unbekannt zu sein, dass es auch in Rumänien während der Zeit des 2. Weltkriegs einen Holocoust gab mit intensiver Verfolgung und Ermordung von Juden, Roma und anderen Personen, genau so, wie es im Dritten Reich geschah. Diese Geschehnisse werden in dem von mir vorgestellten Buch hervorragend dargestellt und mit einer Vielzahl postalischer Dokumente und Belege unterfüttert. Für Personen, die sich tatsächlich für die Philatelie Rumäniens interessieren, ist das eine unverzichtbare Literatur, die nicht in der persönlichen Bibliothek fehlen sollte. Aber auch für Personen, die sich ganz allgemein für Geschehnisse während des 2. Weltkriegs interessieren, ist dieses Buch durchaus lesenswert und eine spannende Lektüre.

Abgebildet sind Vorder- und Rückseite des Schutzumschlages.



Viele Grüße
Ingo
 
Heinz 7 Am: 03.07.2018 11:33:17 Gelesen: 1287# 160 @  
@ Cantus [#159]

Lieber Ingo,

es ist allgemein bekannt, dass auch in Rumänien vor rund 75 Jahren ein schreckliches Morden stattfand.

Ich habe das Buch von Horst Scherrer ebenfalls gekauft, aber mehr aus Respekt vor dem Autor (dem ursprünglichen Gründer der ARGE Rumänien), als dass mich der Inhalt sehr interessiert. Zum Glück dürfen BM-Sammler ihre Beschäftigungsfelder und ihre Grundlagen-Literatur selber aussuchen und so darf jeder einen Bogen machen um dieses Thema, das philatelistisch bestimmt sehr interessant ist. Ich persönlich habe aber keinen Gefallen daran, z.B. Briefe von Lagerinsassen zu lesen, und die Zensur- und anderen Stempel/Vermerke beelenden mich eher, als dass sie mich erfreuen.

Das ist aber meine ganz persönliche "Situation", und ich respektiere den Forschungsdrang von Philatelisten, die sich auch mit diesem dunklen Thema auseinandersetzen wollen. Ich kenne in der ARGE Rumänien zwei Sammler, die viel auf diesem Gebiet arbeiten/sammeln.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
sentawau Am: 03.07.2018 12:52:58 Gelesen: 1267# 161 @  
@ Cantus [158]

Ich bitte um Entschuldigung, es hätte [#153] heißen müssen!

Ein unlängst erschienenes großartiges Buch muss ich unbedingt noch empfehlen:

Jürgen Naab: Thurn & Taxis. Frankaturen 1852 – 1867. Briefpost. Herausgeber: Auktionshaus Gärtner, Bietigheim-Bissingen 2017. 486 S. in DIN A 4, durchgehend farbig illustriert, fester Einband. Preis: kostenlose Abgabe gegen Spende an die Deutsche Philatelisten-Jugend.

Wie der Titel verspricht, werden in dem Buch frankierte Taxisbriefe abgebildet und besprochen. Dem Leser wird demonstriert, was für ein kompliziertes Gebilde die Taxispost war, die 22 Staaten des Deutschen Bundes mit 2 verschiedenen Währungsgebieten bediente. Diese politische Vielheit schlug sich in einer Vielzahl postalischer Regelungen nieder, die die philatelistische Deutung vieler Briefe, besonders deren Frankaturen, erschweren. Der Verfasser stellt seinen Interpretationen auf 180 Seiten eine umfangreiche Einleitung voran, in der über das Postgebiet, Freimarken, Ganzsachen, Versandarten, Stempel, Taxen u.dgl. gehandelt wird. Danach werden in zwei großen Abschnitten Briefposten aus der Zeit vor und nach der Taxreform vom 1. September 1861 abgebildet und erklärt. Dadurch wird das Buch zu einem Lehrbuch und Nachschlagewerk, das für die Altdeutschland-Philatelie insgesamt von Bedeutung ist. Allein schon das Betrachten der unzähligen farbig abgebildeten Briefe ist ein großes Vergnügen. Mit diesem Buch kann man sich stundenlang beschäftigen, auch wenn man kein Taxis-Spezialist ist.

Es grüßt
Sentawau
 

Das Thema hat 161 Beiträge:
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