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Thema: Sudetenland Die Reichenberg Rarität
jonas Am: 24.02.2024 21:18:13 Gelesen: 2501# 1 @  
Ich habe für Euch hier etwas ganz Besonderes:

1938, Reichenberg-Moffersdorf, Rekobrief von Reichenberg 8.10. nach Cavtat mit Paar 25 H., Viererblock 30 H. und 3.300 Paar 40 H., alle mit Handstempelaufdruck "Wir sind / frei" und Zusatzfrankatur Dt. Reich Mi. 512, 662, 668-669 + 672,echt gelaufen, einzig bekannter Brief mit Paar 40 H. (ein kurzer Zahn) in Reichenberg verwendet, Sudetenland-Rarität Mi. 14 (2) + 15 (4) + 16 (2).

Das 40 H - Paar aus Reichenberg echt gelaufen scheint bis anno dato das einzig bekannte Paar aus Reichenberg sein.

Der Brief EINGESCHRIEBEN ist nicht portogerecht gelaufen nach Cavtat, Jugoslawien.

Auf der Rückseite sind die jeweiligen Stempel "Dubrovnik 4.11.38 20" und einen weiteren von 13.00Uhr: "NABTAT 2 5.11.3313".

Attest Horst Opper, 06.09.1999. Habe ich dazumals bei Viennafil in Wien ersteigert für sagenhafte 8.000 CHF (Euro zu CHF 1:1,5)

Weiss jemand von Euch, ob heute noch ein weiteres 40 H - Paar vorhanden ist oder ob dieser immer noch der einzig bekannte ist ?

DER BELEG ist wunderschön und eben gelaufen.

Leider kann ich den Absender nicht verifizieren: ??? eingeschrieben an
Herrn
Karl Robert Schulz
Cavtat (Jugoslawien)

Gerne erwarte ich Eure Antworten oder Meinungen zu diesem einmaligen Beleg.


 
jonas Am: 25.02.2024 22:27:01 Gelesen: 2376# 2 @  
Vorderseite hochauflösend: "Drucksache eingeschrieben"

Rückseite: Abschlag Cavat und Dubrovnik


 
Richard Am: 28.02.2024 15:38:08 Gelesen: 2107# 3 @  
@ jonas [#1]

Hallo Jonas,

ich habe unser Mitglied, den Prüfer Robert Brunel (VP) angeschrieben und seine Meinung erfragt.

Hier seine Antwort:

Hallo Richard,

habe mir den Beleg angesehen.

Die Mi.Nr. 16 ist eine seltene Marke, es sind mir etwa ein gutes Dutzend bekannt (Auflage laut Dr. Hörr 10 Exemplare, aber es wurden auch Marken aus Postkundenbeständen überstempelt). Ein Paar hat mir bislang nicht vorgelegen.

An dem Beleg gefällt mir nicht, dass die Absenderangabe fehlt und dass es keinen Tagesstempel gibt. Der Sonderstempel hatte ein feststehendes Datum, 8. Oktober 1938. Ohne Prüfung der Dubrovnik und Cavtat Stempel durch einen Jugoslawien Spezialisten würde ich nicht behaupten wollen, dass der Beleg tatsächlich gelaufen ist.

Eine Preiseinschätzung kann ich nicht wagen, Preise interessieren mich generell nicht. Diese sollen die Liebhaber unter sich ausmachen. Einige Zuschlagsergebnisse für u. a. Sudetenland bei der letzten Dr. Fischer Auktion haben mich aber doch beeindruckt.

MfG
Robert Brunel


Aufgrund einer Nachfrage bei ihm schrieb er mit gerade diese Ergänzung:

Hallo Richard,

ja, ich habe geschrieben was ich vertreten kann. Gerade jugoslawische Stempel muss man mit Vorsicht beurteilen. Es gibt auch viel blanko Belege von Reichenberg, eine nachträgliche Beschriftung ist nicht auszuschließen. Was nicht bedeuten soll, dass ich den Beleg anzweifle oder ihn schlecht machen will. Nur müssen die Ankunft-/Durchlaufstempel echt sein. Ob der Beleg jetzt tatsächlich Bedarf ist, spielt keine große Rolle. Der Hauptwert ist das gestempelte Pärchen der 40 Heller Marke.

Gruß,
Robert


Für mich bedeutet es, dass wir einen Fachmann für jugoslawische Stempel finden sollten oder weitere Belege mit den beiden rückseitigen Stempeln aus dieser Zeit, was die nächste Aufgabe ist, an der sich alle Leser beteiligen können.

Schöne Grüsse, Richard
 
LK Am: 28.02.2024 17:40:45 Gelesen: 2032# 4 @  
@ Richard [#3]

Für mich bedeutet es, dass wir einen Fachmann für jugoslawische Stempel finden sollten oder weitere Belege mit den beiden rückseitigen Stempeln aus dieser Zeit, was die nächste Aufgabe ist, an der sich alle Leser beteiligen können.

Das dürfte kein Problem sein, Prüfer für Jugoslawien im BPP vorhanden [1].

Beste Grüße

[1] https://www.bpp.de/briefmarkenpruefer/aktiv/mario-huzanic/
 
Detlev0405 Am: 28.02.2024 18:11:44 Gelesen: 2001# 5 @  
@ LK [#4]

Einen Vergleichsstempel kann ich von Dubrovnik zur Verfügung stellen und sogar etwa in der gleichen Zeit. Ich würde den Stempel auf dem Reichenberg Brief als identisch ansehen.



Was mich persönlich etwas stutzig macht ist die lange Laufzeit des Briefes. Etwa ein Monat ist durch nichts gerechtfertigt. Mein Brief ging zwei Tage, auch wenn es per Luftpost geschah. Post auf dem Landweg von Athen nach Prag benötigte zu der Zeit zwischen 3-5 Tagen, eher 3 Tage.

Gruß
Detlev
 
Koban Am: 28.02.2024 18:25:26 Gelesen: 1991# 6 @  
@ Detlev0405 [#5]

Dein Stempel aus Dubrovnik hat den Unterbuchstaben f(Ф), während der gesuchte Stempel den Unterbuchstaben i(и) aufweist.

Gruß,
Koban
 
angim Am: 28.02.2024 19:44:10 Gelesen: 1929# 7 @  
Bei dem Beleg aus Reichenberg-Maffersdorf fehlt die Briefklappe. Vermutlich befand sich darauf ein Absender und wurde wohl aus Datenschutzgründen in der Nachkriegszeit entfernt.

Dann ist der Beleg vorderseitig mit "Drucksache / Einschreiben" beschriftet worden.

Ich persönlich sehe den Beleg als gelaufenen Sammlerbrief an.

Die Fälschungsgefahr liegt bei einem derartigen Brief eindeutig bei den Aufdruckmarken bzw. deren Entwertung.

Eine Fälschung des Durchgangs- bzw. Ankunftstempels macht hier meiner Meinung nach wenig Sinn.

Mit vielen Grüßen
Thomas
 
Lars Boettger Am: 28.02.2024 19:45:21 Gelesen: 1926# 8 @  
@ Detlev0405 [#5]

Was mich persönlich etwas stutzig macht ist die lange Laufzeit des Briefes. Etwa ein Monat ist durch nichts gerechtfertigt.

Hallo Detlev,

Herr Brunel schreibt:

Der Sonderstempel hatte ein feststehendes Datum, 8. Oktober 1938. - das heißt für mich, die Laufzeit lässt sich auf den ersten Blick nicht mehr feststellen. Wenn der Beleg echt gelaufen ist. Und Ankunftsstempel sind im ersten Augenblick keine Beweise, da die Möglichkeit besteht, dass sie nachträglich auf dem Brief angebracht wurden. Von daher wäre hier in der Tat die Meinung eines Jugoslawien-Prüfers zu den Ankunftsstempeln wichtig.

Beste Grüsse!

Lars
 
Stefan Am: 28.02.2024 19:57:14 Gelesen: 1909# 9 @  
@ angim [#7]

Bei dem Beleg aus Reichenberg-Maffersdorf fehlt die Briefklappe. Vermutlich befand sich darauf ein Absender und wurde wohl aus Datenschutzgründen in der Nachkriegszeit entfernt.

Ist Ersteres sicher? Wenn ich mir die Briefumschlagrückseite in Beitrag [#2] anschaue, würde ich eher davon ausgehen, dass die Briefklappe im Inneren des Briefumschlags eingehakt ist. Ich kann am oberen Ende vom Briefumschlag auch keine Spuren erkennen, dass dort eine Briefklappe abgerissen worden wäre.

Wurden 1938 Drucksachen weiterhin offen (also unverschlossen) aufgeliefert?

@ Detlev0405 [#5]

Was mich persönlich etwas stutzig macht ist die lange Laufzeit des Briefes. Etwa ein Monat ist durch nichts gerechtfertigt.

Die Briefmarken von Reichenberg waren gemäß Angabe im Michel Deutschland-Spezial (Band 1) bis zum 16.10.1938 gültig gewesen. Das Datum im verwendeten Stempel ist feststehend. Bei einem Einschreiben hätte ich zusätzlich den Abschlag eines Tagesstempels erwartet, welcher das tatsächliche Datum der Briefaufgabe aufweist.

Gruß
Stefan
 
angim Am: 28.02.2024 20:28:26 Gelesen: 1888# 10 @  
@ Stefan [#9]

Ja, es kann sein, daß die Briefklappe lediglich eingesteckt wurde.

Mit vielen Grüßen
Thomas
 
Detlev0405 Am: 28.02.2024 21:51:40 Gelesen: 1819# 11 @  
@ Stefan [#9]

Selbst wenn der Brief erst am 16.10. auf Reisen geschickt wurde, gibt es keine Argumente für dann 18 Tage Laufzeit. Es herrscht noch Friedenszeit in Europa. Der fehlende Tagesstempel zum später aufgegeben Einschreiben ist mir auch aufgefallen und nicht logisch.

Gruß
Detlev
 
Mariomartin Am: 29.02.2024 16:36:47 Gelesen: 1636# 12 @  
Hallo zusammen,

in meiner Kartei (über 50 Dubrovnik Stempel) finde ich kein DUBROVNIK 1 "i" Stempel. Falls er nur als Ankunftsstempel benutzt wurde, sollte man ihn vor allem auf den Rückseiten suchen. Ich habe noch zwei Kenner angefragt, ob sie weiter helfen können. Daher bitte ich euch für etwas Geduld. Mir ist diese "Korrespondenz" nicht bekannt, es wird aber noch geprüft.

Stempel Cavtat 2 habe ich und ist "identisch". Anführungszeichen, da ich nur anhand Scan nicht zu 100% beurteilen kann.

Ablauf stimmt: Dubrovnik um 20:00 und Tag später Cavtat um 13:00.

Der Beleg ist ganz, es fehlt keine Klappe. Der Beleg ist kopfstehend abgebildet! Ob er unten (so wie er abgebildet ist) geöffnet wurde, lässt sich nicht beurteilen, nur vermuten.

Schlussendlich, ich unterscheide die Belege als:

- Bedarfsbeleg
- Beleg gelaufen
- Beleg nicht gelaufen

Beste Grüsse aus der Schweiz
Mario Huzanic (BPP)
 
Lars Boettger Am: 29.02.2024 19:30:28 Gelesen: 1535# 13 @  
@ Detlev0405 [#11]

Hallo Detlev,

um die Verwirrung komplett zu machen:

Es wurden neben den Marken des Sudetenlandes noch Marken der Deutschen Reichspost in Höhe von 53 Pfennig frankiert. Die 53 Pfennig hätten locker die Gebühr für eine eingeschriebene Auslandsdrucksache abgedeckt: 30 Pfg. Gebühr für das Einschreiben + 5 Pfg. Franko für die Drucksache in der 1. Gewichtsstufe. Die Sudetenlandmarken waren m.E. nicht notwendig. Für mich als absolutem Sudetenland-Laien scheinen die Sudetenlandmarken auf dem Brief von einem Briefmarkensammler dazugeklebt worden zu sein.

Beste Grüsse!

Lars
 
TeeKay Am: 29.02.2024 21:32:01 Gelesen: 1482# 14 @  
Dass das ein lupenreiner Sammlerbrief war, ist doch klar. Welcher Postkunde oder Schalterbeamte hätte so frankiert? Und ohne mich irgendwie mit der Thematik auszukennen, behaupte ich mal, dass "Auflagen" von 10 Stück keinem postalischen Bedarf entsprangen.
 
jonas Am: 07.03.2024 15:54:11 Gelesen: 1189# 15 @  
Vielen Dank für die zahlreichen Mitteilungen.

Herr Mario Huzanic BPP hat mir zusammen mit einem Stempel-Experten sehr zur Wahrheitsfindung betr. Stempel Dubrovnic und Cavtat geholfen.

Herr Mario Huzanic BPP wird seine Antwort noch auf dieser Seite veröffentlichen. Nochmals vielen Dank!

Liebe Grüsse an Euch alle aus der Schweiz

Jonas Lanter, Zürich
 
jonas Am: 10.03.2024 02:42:18 Gelesen: 1008# 16 @  
Vielen Dank an Herrn Mario Huzanic BPP. Lt. Mail und Telefonat ist der Stempel Cavtat echt. Der Poststempel Dubrovnik1 ist vom Postboten selbst bei Überbringung des Beleges abgeschlagen worden (also nicht beim Postamt Dubrovnik selbst). Herr BPP Mario Huzanic schreibt in der Mail "die Korrespondenz ist gut bekannt".

Er denke aber, dass der Beleg in Reichenberg anfangs Oktober abgestempelt wurde und danach erst wieder in Dubrovnic auf den Postweg gebracht wurde.

Vielen Dank, Herr Mario Huzanic (BPP).
 
Mariomartin Am: 09.07.2024 21:20:36 Gelesen: 279# 17 @  
Hallo zusammen,

es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat! Die Information konnte ich viel früher liefern. Bitte um Entschuldigung!

Die "Scholz-Korrespondenz" ist gut bekannt. Alle Belege sind mehr oder weniger philatelistisch beeinflusst, aber echt gelaufen.

Inzwischen habe ich einige Belege bekommen:

Cavtat-Görlitz DE
Dubrovnik-Louny(?) CZ/SK
Dubrovnik-Kralupy CZ/SK
Dubrovnik-Berlin DE
Dubrovnik-Wien A
Omis-Görlitz DE 1
Omis-Görlitz DE 2
Hvar-Görlitz DE

Die Stempel "gehören" der Poststelle, dem Postschalter oder der Sendungsart. Angeblich gab es auch Postbeamten-Stempel.

Freundliche Grüsse
 
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