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Thema: Florian Berger: Schwerin & Strelitz - Mecklenburg-Philatelie 1856–1867
Richard Am: 21.03.2024 09:05:17 Gelesen: 372# 1 @  
Florian Berger: Schwerin & Strelitz. Mecklenburg-Philatelie 1856–1867

(wm-pcp) - Im Juli 2022 erschien Florian Bergers Buch zu Oldenburg, nunmehr überrascht er mit einem vergleichbar fundiert und kenntnisreich geschriebenen Band zur Mecklenburg-Philatelie der frühen Zeit. Berger war einfach der Meinung, nach fast 60 Jahren und der letzten bedeutenden Abhandlung von Georg Albert zu den „Postbriefstempeln von Mecklenburg-Schwerin“ 1966 sei es doch wieder einmal angebracht, für dieses schöne Sammelgebiet der mecklenburgischen Briefmarken und Ganzsachen zu werben. Es sei gleich gerne zugegeben: dies gelingt ihm vorzüglich, denn das Buch ist in jeder Beziehung nicht nur eine Fundgrube des Wissens, ein Schatz an Fakten und Einsichten, sondern auch optisch ein Genuss. Denn im Vergleich zu den frühen bedeutenden Arbeiten von Carl Lindenberg und Hugo Krötzsch, die 1892 und 1894 die Briefumschläge bzw. die Postfreimarken dieser Gebiete behandelten, vermag Berger aus der Fülle farbiger Abbildungen zu schöpfen, zeigt an unendlich vielen Detailvergrößerungen, was Sache ist (wenn es um Plattenfehler geht) oder lässt den Leser in der opulenten Fülle von Belegen, Stempeln u.a. schwelgen.

Dabei geht der Autor wie bei dem Oldenburg-Buch akribisch und systematisch vor. Zuerst behandelt er auf knapp 150 Seiten die Ausgaben von Mecklenburg-Strelitz, deren erste Briefmarken von 1856 bis 1867 er eingehend würdigt. Dabei zieht sich wie ein roter Faden auch die Berücksichtigung der amtlichen Verordnungen durch das Buch, die er jeweils an passender Stelle als Faksimile wiedergibt. Schwerpunkt seiner Präsentation sind die Plattenfehler, die er optisch bestens herausarbeitet und beschreibt. Es folgt die Präsentation der Ganzsachen, dann der umfangreiche Teil zu den damals verwendeten Poststempeln, die von B–Z vorgestellt werden. Wem das noch nicht reicht, der kann sich auf fast 60 Seiten mit In- und Auslandstarifen und entsprechenden – teils sehr seltenen – Verwendungsarten näher beschäftigen, auch diese begleitet von Auszügen aus Postordnungen und amtlichen Verlautbarungen.



Der Teil Mecklenburg-Strelitz folgt diesem Ansatz, da es aber nur eine Freimarken- und Ganzsachenausgabe gab (1864) fällt er naturgemäß weniger umfangreich aus. Das Buch schließt dann mit gut 40 Seiten „Gemeinsamer Informationen“, zu denen nicht nur Angaben zu Auflagen, Druckplatten, Fälschungen, Bogenränder etc. zählen, sondern auch Hinweise zur Häufigkeit der einzelnen Verwendungsformen, also damit auch zu Bewertungen. Es überrascht nicht, dass so manches selten oder sehr selten ist. Damit erfüllt dieses neue Handbuch seinen Anspruch, die wichtigsten Aspekte dieser Sammelgebiete dem Leser leicht verständlich und überschaubar näher zu bringen.

Zum Oldenburg-Buch des Autors schrieb der Rezensent vor zwei Jahren: „Florian Berger – der Rezensent kennt ihn als sehr bescheiden auftretenden zurückhaltenden, aber auch sehr sympathischen Menschen – ist ein kompetenter Kenner, ein Experte par excellence. Dieses neue Buch ist Ausweis sicherlich Jahrzehnte langer Forschung und Marktbeobachtung. Man kann ihm nur dazu gratulieren, denn derartige Werke, die nach mehr als 100 Jahren erstmals wieder Licht in so manches Dunkle bringen, gibt es höchst selten. Es gehört in jede Altdeutschland-Bibliothek und dürfte Motivation sein, sich mit diesem vielen unbekannten altdeutschen Gebiet zu beschäftigen. Chapeau!“ Dies kann man an dieser Stelle cum grano salis wiederholen, vielleicht noch den Wunsch äußern, Florian Berger möge auch andere altdeutsche Sammelgebiete in dieser lesenswerten Form behandeln. Wer weiß?

Kurzdaten: Format DIN A4, 232 Seiten, hunderte Abbildungen in Farbe, Hardcover, limitierte 1. Auflage von nur 100 Exemplaren, VP: 39 Euro zzgl. Versandkosten, Bezug: Heinrich Köhler Auktionshaus GmbH & Co. KG, Hasengartenstr. 25, 65189 Wiesbaden, Deutschland, Tel. +49 (0)611 34 14 9-0; E-Mail: info@heinrich-koehler.de, http://www.heinrich-koehler.de
 
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