Thema: DDR Herkunft des Umschlages mit Karl-Marx-Block - echter FDC oder Machwerk ?
torschtenkattel Am: 13.05.2024 20:24:50 Gelesen: 1244# 1 @  
Ich habe heute eine Frage an Experten von DDR FDC`s, zu dem im Bild abgebildeten DDR-FDC Karl-Marx-Block vom 24.10.1953.

Es handelt sich hierbei um einen bedruckten Briefumschlag mit dem Karl-Marx-Block, nicht gezähnt, mit dem Sonderstempel vom Ersttag am 24.10.1953 nicht übergehend.

Kann jemand mir Auskunft geben, von wem der Briefumschlag damals hergestellt wurde? Bekanntlich gibt es zu diesem Block keinen amtlichen Ersttagsbrief. Auch ein nicht amtlicher Ersttagsbriefumschlag ist mir nicht bekannt. Vielmehr wurden die Blocks tatsächlich eher als Bedarfspost verwendet und versendet mit normalen Briefumschlägen.

Nach Auskunft eines ehemaligen BPP-Prüfers läge kein FDC vor, sondern eher ein "Machwerk", da der Beleg selbst hergestellt werden konnte aus einem gestempelten Block und einem Briefumschlag. Wie ist Eure Meinung dazu?

Ich bedanke mich jetzt schon recht herzlich im Voraus für die Mühen.

Viele Sammlergrüße
torschtenkattel


 
drmoeller_neuss Am: 14.05.2024 07:48:12 Gelesen: 1160# 2 @  
In der DDR mussten alle Drucksachen mit der "Druckereinnummer" versehen werden. [1]

Die Druckereinummer hat den Betrieb verschlüsselt, nach diesem Schema Bezirk bzw. Land/Kreis/Druckereibetriebsnummer.

Bekanntestes Beispiel: III/18/185 (VEB Wertpapierdruckerei der DDR, Leipzig)

Dieser Umschlag trägt keine Druckereinummer. Natürlich ist es denkbar, dass der Umschlag im Westen hergestellt wurde, oder ein kleiner privater Betrieb in der DDR ein paar Umschläge "nebenbei" gedruckt hat.

Zu prüfen wäre natürlich auch der Stempel selbst. Auf den ersten Blick halte ich ihn für echt, es gibt aber viele gute Fälschungen des Ersttagsstempels.

[1] https://www.moneypedia.de/index.php/DDR:_Druckvermerke
 
bernhard Am: 14.05.2024 08:45:57 Gelesen: 1144# 3 @  
@ drmoeller_neuss [#2]

Hallo,

der Brief hat eine Druckereinummer, die III 18/97, wenn auch an einer vielleicht etwas außergewöhnlichen Stelle.

Viele Grüße
Bernhard
 
Roda127 Am: 14.05.2024 08:57:36 Gelesen: 1136# 4 @  
@ bernhard [#3]

Hallo Bernhard,

das ist doch die Nummer vom Block!

Viele Grüße
Matthias
 
tomato Am: 14.05.2024 09:03:43 Gelesen: 1131# 5 @  
@ torschtenkattel [#1]

Das Problem ist vielmehr, dass dieser amtlich philatelistische Sonderstempel nicht auf das Briefpapier übergeht. Insofern hat der Prüfer recht mit Machwerk, dass es nur irgendeinen Umschlag braucht plus einen losen Block mit diesem philatelistischen Stempel. Ich gehe sogar davon aus, dass hier bewusst getäuscht werden sollte.

Auch ist es kein offizieller Umschlag mit DV wie drmöllerneuss schon feststellte. Aber selbst diese offiziellen Umschläge mit DV gab es auch lose ohne Marken und Stempel, sodass im Nachinein ein Beleg, wie in dieser Form, nachträglich als Täuschung erstellt werden kann, betreffend nicht auf das Briefpapier übergehende Stempel von Blocks.

Gruß Thomas
 
bernhard Am: 14.05.2024 10:03:40 Gelesen: 1099# 6 @  
@ Roda127 [#4]

Ja, ich hatte Tomaten auf den Augen. ;-)

Viele Grüße
Bernhard
 
torschtenkattel Am: 14.05.2024 22:25:01 Gelesen: 976# 7 @  
Vielen Dank an Euch alle,

die sich mit diesem Thema beschäftigt haben. Der Briefumschlag trägt selbst keine Druckernummer. Ich selbst habe diesen, wenn auch recht selten schon bei Ebay gesehen. Es gibt diesen auch mit den anderen bekannten Marx-Blöcken und auch in unterschiedlichen Druckfarben des Briefumschlages. Mir ist dieser noch in roter Farbe mit vergleichbaren Druck bekannt.

Für DDR-Belege gab es auch bekannte Fälscher, wie z.B. Winter und Kleine-Fälschungen. Schade das doch nicht festgestellt werden kann, von wem diese Belege nun tatsächlich stammen könnten.

Viele Sammlergrüße und nochmals herzlichen Dank
torschtenkattel.
 
torschtenkattel Am: 14.05.2024 22:47:10 Gelesen: 966# 8 @  
Noch eine Ergänzung zu diesem Thema. Ich habe in meiner Sammlung noch einen weiteren Beleg in roter Farbe. Dieser soll vom Prüfer Paul BPP geprüft worden sein. Eine Info "falsch" ist nicht erkennbar. Dieser trägt eine kleinen Kreis mit einen "S" als Sonderstempel gekennzeichnet und Angaben zum Wasserzeichen.

Der Stempel befindet sich jedoch auf der Innenseite der offenen Brieftasche recht versteckt. Kann jemand vielleicht sagen was dies bedeuten könnte, da dies eigentlich eine seltsame Stelle ist. Ich kann dies leider nicht als Foto einstellen, da der Stempel sich schlecht fotografieren lässt. Ich müsste dann den Beleg beschädigen. Mir sind die Stempel von Briefmarkenprüfer eigentlich gleich sichtbar auf den Außenseiten der Briefumschläge eher bekannt.

Grüße torschtenkattel
 
tomato Am: 14.05.2024 23:39:51 Gelesen: 939# 9 @  
@ torschtenkattel [#8]

Wenn dieser Block von BPP Paul geprüft war, hat er hier nach meiner Ansicht nur den Block und den Sonderstempel sowie das Wasserzeichen auf der Block-Briefrückseite geprüft, den Beleg aber nicht. Insofern ist dieser echte Block mit echtem Sonderstempel nach meiner Ansicht nicht als FDC geprüft. Für eine FDC-Prüfung wäre auch besser ein Befund geeignet, bei Katalogwert von 600 €.

Gruß Thomas
 
torschtenkattel Am: 14.05.2024 23:49:21 Gelesen: 936# 10 @  
Danke Thomas,

das könnte gut sein. Denn im Prüfstempel habe ich keinen Hinweis gefunden, das dort FDC mit vermerkt war. Ist jedoch trotzdem recht seltsam. Einfacher wäre es ja den Block mit entsprechenden Sonderstempel vorzulegen.
 
torschtenkattel Am: 15.05.2024 00:03:04 Gelesen: 932# 11 @  
Der Block ist auch nur auf dem Briefumschlag teilweise geheftet und nicht vollständig verklebt, sodass man ohne Probleme an die Rückseite des Marx-Block zum Prüfen herankommt.

Die Gummierung ist an den nicht verklebten Bereichen dort auch noch erhalten. An das habe ich bisher überhaupt noch nicht gedacht. Denn ich sammle eigentlich DDR-FDC Belege und keine geprüften Blockausgaben mit geprüften Ersttagsonderstempeln, wie beim Briefmarken sammeln. Schade, das sich Herr Paul zum Briefumschlag nicht geäußert hat.

Grüße torschtenkattel
 
Carsten Burkhardt Am: 15.05.2024 16:18:17 Gelesen: 793# 12 @  
Hallo,

meine Vergleichsabschläge habe an typischen Stellen immer markante Kreisbrüche und Dellen. Dieser Abschlag hat sie nicht. Würde ich ohne weiteres nicht als echt geben. Kann aber sein, dass die auf den Scan nur nicht erkennbar sind.

Einen derartigen Umschlag habe ich noch nicht gesehen, würde ich deshalb schon mal nicht echt geben.

Viele Grüße
Carsten
 
torschtenkattel Am: 01.06.2024 10:16:01 Gelesen: 506# 13 @  
Danke Carsten für Deine Info.

Was meinst Du mit "markante Kreisbrüche und Dellen". Könntest Du mir da mal ein Scan schicken, wie das auszusehen hat oder eben auch nicht. Ich wäre da sehr dankbar.

Übriges sind derzeit bei Ebay 2 solcher Belege für 350 EUR vom gewerblichen Händler "stamp by stamp Briefmarken spezial" angeboten. Kommt recht selten vor. Vielleicht kennt man sich, scheint ein größerer Anbieter zu sein.

Gruß torschtenkattel
 
becker04 Am: 01.06.2024 19:09:18 Gelesen: 393# 14 @  
@ torschtenkattel [#13]

Hallo,

zur Info mal ein Abschlag von dem Stempel (ungeprüft), dürfte aber echt sein. Bei Bedarf könnte ich noch mehr zeigen.



MfG
Klaus
 
torschtenkattel Am: 02.06.2024 16:17:03 Gelesen: 266# 15 @  
Danke Klaus,

für Deinen Abschlag vom 21.11.1953. Ich weis jetzt was Carsten meinte mit Dellen und Kreisbrüche.

Ich habe selbst jetzt auf Grund Deines Abschlages bei mir gesucht und kann Deinen Stempelabdruck bestätigen. Den gleichen habe ich auch vom 21.11.1953. Allerdings habe ich auch einen vom 10.08.1953, Ersttag Fünfjahrplan I, gelaufen von Berlin- Köpenick nach Elsterberg ungeprüft. Dort sieht der Stempelabdruck ganz anders aus.

Ich gehe von einen echten Abschlag aus. Es handelt sich hierbei um den bekannten Briefmarkenhändler Alfried Lüdtke, Berlin-Köpenick. Sodass davon auszugehen ist, dass es unterschiedliche Stempelgeräte gegeben haben müsste. Leider kann man hierzu keine Unterscheidung treffen, da es hier keine Unterscheidungsbuchstaben gibt. Ich habe den FDC beigefügt.