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Thema: Weltausstellung Boston 2026 vom 23. bis 30. Mai 2026
Das Thema hat 185 Beiträge:
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Richard Am: 02.06.2026 09:16:42 Gelesen: 9581# 161 @  
Aufbau Messe Boston 2026

"Exploring stamps" - Aufbau der Messe Boston:

https://www.youtube.com/watch?v=UcNP2Z1zILw
 
drkohler Am: 04.06.2026 07:05:46 Gelesen: 9285# 162 @  
Erste Nachbetrachtungen von den Veranstaltern (aus Podcast des NY Collector's Club):

- FIP patronage was a mistake - not worth it
- Complaints about food (underwhelming, overpriced) but always the case for big conference venues
- Next time, fewer frames to make it all more manageable, and fewer days: 5-6 max
- 10 years too long to wait until the next one - better make it 5

Auf gut Deutsch:

- FIP Anerkennung war ein Fehler - war es nicht wert
- Fressen und Saufen viel zu teuer (wie immer an solchen Orten)
- Zu viele Rahmen, zu lange Dauer, besser 5-6 Tage
- 10 Jahre von Show zu Show sind zu lang, besser 5 Jahre

Meine eigenen Betrachtungen dazu:

- Einige US-Judges am Stand waren sichtlich unzufrieden mit den FIP-Judges, was ich so raushören konnte
- Boston ist bizarr teuer was das Essen betrifft, $100 pro Restaurantbesuch praktisch normal (mein Hotelzimmer hatte eine kleine Küche, also nicht mein Problem).
- Die Rahmenzahl war ok (sind ja mehrere Ausstellungen gewesen in Einer). Allerdings warum die einzelnen Ausstellungen "eingemauert" wurden durch Wände, mit nur einem engen Zugang?
- 10 Jahre sind sicher zu lang, aber 5 Jahre Vorbereitungszeit sind echt stressig. Wegen Stress hat wohl Chicago schon frühzeitig "Nein Danke" gesagt zur nächsten Show 2036 (2031?) und man sucht offenbar in der Gegend San Francisco/San Diego nach Orten/Sklavenarbeitern.
 
Lars Boettger Am: 04.06.2026 10:56:56 Gelesen: 9200# 163 @  
@ drkohler [#162]

Leider hatte ich vergessen, dass die Veranstaltung gestern Abend war und mich nicht mehr eingeloggt...

- FIP Anerkennung war ein Fehler - war es nicht wert

Das wundert mich persönlich nicht. Es kostet viel Geld, aber es ist nicht sicher, was es bringt. Wobei ein Faktor m.E. mit Sicherheit der US-Präsident und seine Politik war.

- Zu viele Rahmen, zu lange Dauer, besser 5-6 Tage

Kann ich nachvollziehen.

- 10 Jahre von Show zu Show sind zu lang, besser 5 Jahre

Es bleibt abzuwarten, ob die Show in Boston einen Überschuss erzielt hat, den man als Startgeld für die Finanzierung der nächsten Show stecken kann. Wichtig sind auch die Sponsoren - waren sie zufrieden mit der Show?

- 10 Jahre sind sicher zu lang, aber 5 Jahre Vorbereitungszeit sind echt stressig.

Die Aussage kann ich nicht nachvollziehen. Deutschland wird das schaffen, Großbritannien schafft das seit ein paar Jahrzehnten. Ist alles möglich: Kleines Team, das weiß, was es macht.

- Einige US-Judges am Stand waren sichtlich unzufrieden mit den FIP-Judges, was ich so raushören konnte

Jedes Land hat eigene Kriterien, wie und was juriert wird. Ich bin nächste Woche als Preisrichter in Paris auf der "ParixPhilex" und werde einen Teufel tun, jedes Exponat "deutsch" zu jurieren. Andererseits war ich auch schon unzufrieden der Leistung der FIP-Preisrichter, kann das also zum Teil nachvollziehen.

Beste Grüße!

Lars
 
22028 Am: 06.06.2026 09:46:57 Gelesen: 8933# 164 @  
Leider war es dem Deutschen Kommissar bzw. dessen Beauftragten nicht möglich einen Termin für das Jurygespräch bei meinem Exponat zu bekommen. Zwei Bekannte welche in Boston waren, beides Aussteller auf Weltniveau die auch Juroren sind, haben es aber privat mal angesehen und schrieben mir (Namens nicht genannt):

Dir gratuliere ich auch zu deinem sehr gelungenen Exponat, auch wenn du mit der Punktzahl nicht zufrieden bist, was ich völlig verstehe. XXX und XXX haben dein Exponat angesehen. Wir finden dein Treatment und deine Beschreibungen sehr gelungen und können keine generellen Verbesserungsvorschläge machen. Wir beide finden, dass es 90 Punkte verdient hätte. Ich hatte den Eindruck, dass die Jury insgesamt eher konservativ war, so dass es ungewöhnliche Themen wie deins schwer hatten. Ein weiteres Problem ist, dass internationale Juries von Ausstellung zu Ausstellung wechseln und sie daher keine Entwicklungen der Exponate verfolgen können.

Mir persönlich kommt es vor das mit den wechselnden Juroren die leider oftmals den Werdegang des Exponates nicht kennen (oder nicht kennen wollen) etc. das Ausstellen, zumindest bei FIP zum „ad absurdum“ macht.

Beispiel, in Birmingham wurde das Treatment bemängelt, im Detail die fehlende Struktur und die Formend wurden von der frühesten bis zu der ältesten sortiert gezeigt.

Nun habe ich eine Struktur eingearbeitet, prinzipiell wieder früh nach spät, aber mit 5 Kapiteln. Ergebnis, je einen Punkt für Treatment und Importance gab es weniger.

Das bringt mich wieder zu meinem Lieblingsthema, warum wird die Wichtigkeit (maximal bewertet, auch Punkte) wenn sich die Wichtigkeit mittlerweile schon etwas relativiert hat. Früher wurde die Wichtigkeit des Exponates gemäß der Wichtigkeit des Gebietes in der weiten Welt der Philatelie gewertet, da war Altdeutschland schon relativ unwichtig. Heute wird die Wichtigkeit des Exponates gemäß der Wichtigkeit des Gebietes in der weiten Welt der Philatelie (5 Punkte) und 5 Punkte für die Wichtigkeit des Exponates innerhalb des Gebietes des Exponates an sich gewertet.

Der Kommentar von Birmingham dass die Jury nicht erkannt hast dass das Material extrem selten ist und ich doch einen roten Rahmen um die GAAANZ seltenen Stücke machen soll hat so gewirkt dass das dafür nun Punkt mehr gab.

Ich habe über den Jurysekretär die Kommentare der Juroren von Boston erfragt, bisher habe keine bisher Antwort der Juroren erhalten. Der Sekretär kann die gerne anonymisiert senden, mich interessieren die Kommentare hat.
 
Angelika Am: 08.06.2026 13:54:11 Gelesen: 8648# 165 @  
Hallo,

zum Thema Weltausstellung Boston 2026 vom 23. bis 30. Mai 2026 können wir nach allem wichtigen eine einfache Postkarte zeigen.

Wir haben heute Post aus den USA erhalten.



Unser Freund und Präsident der Meter Stamp Society Mr. Roder überraschte uns mit diesem Grüßen.

Mit Grüßen
von Angelika und Hajo (Nordluchs)
 
Eric Scherer Am: 08.06.2026 14:01:54 Gelesen: 8631# 166 @  
@ Angelika [#165]

Die US-Post hat auch schon besser gestempelt.
 
Konrad Krämer Am: 08.06.2026 16:59:23 Gelesen: 8516# 167 @  
Hallo Eric,

das war einer der vorrätigen Stempel bei der Ausstellung, die lagen an der Stempel-Stelle der Post im Saal in Unmengen herum, ich habe die Damen dort etwas bedauert, die Wünsche waren manchmal haarsträubend. Ich schätze mal es waren bestimmt 15 - 20 verschiedene.
 
drkohler Am: 08.06.2026 17:14:32 Gelesen: 8503# 168 @  
@ Eric Scherer [#166]

Der Beleg wurde wahrscheinlich selbst gestempelt.

Es gab die Stelle, wo US-Angestellte stempelten (manchmal lange Warteschlange) und den "Selbststempelbereich" mit verschiedenen Stempeln.

AFDCS = American First Day Cover Society, also ein "eigener" Stempel der AFDCS, sehr wahrscheinlich bewilligt von der USPost (?).
 
DL8AAM Am: 08.06.2026 19:21:10 Gelesen: 8395# 169 @  
@ Eric Scherer [#166]

Da hatte ich bei meiner Stempelung aus Boston scheinbar etwas mehr Glück. ;-)



@ drkohler [#168]

Jein, der stammt von einer "Station" - d.h. offiziell schon ein 'echtes' Sonderpostamt bzw. eine offizielle Sonderstempelstelle der USPS - namens "AFDCS Station". Das bedeutet, dass das kein "privater" Stempel, auch kein Mailer's Postmark Permit (MPP) Stempel ist, sondern ein ganz regulärer Sonderstempel der USPS selbst. Wer den entworfen, bezahlt und dann (im Einzelfall) auch genutzt haben könnte, mag aber auf einem ganz anderen Blatt stehen. ;-)

Siehe auch den passenden Artikel bei Linn's AFDCS sponsors postmarks for Boston 2026 — one pictorial for each day [1], dort steht each postmark will be available at the USPS cancellations booth, heisst der Stempel wurde (zumindest) offiziell von der USPS (-Stempelstelle) selbst geführt und abgeschlagen, zumindest planmäßig.

Beste Grüße
Thomas

[1] https://www.linns.com/news/afdcs-sponsors-postmarks-for-boston-2026-one-pictorial-for-each-day
 
Nordluchs Am: 08.06.2026 19:57:43 Gelesen: 8360# 170 @  
@ Angelika [#165]

Hallo,

Stempel hier Stempel dort.

Keiner achtet auf die witzig von der Meter Stamp Society gestaltete Rückseite der Karte!

Unsere Kollegen in den USA haben sich viel Mühe gegeben.

Gruß

Hajo
 
DL8AAM Am: 08.06.2026 20:10:55 Gelesen: 8341# 171 @  
@ Nordluchs [#170]

Jou, ' in Franking we trust' ;-)

In der Form kann man sich auch sogar als Philatelist mit KI-Erzeugnissen arrangieren. Und BTW, auch die Hochglanzqualität der Karte kommt äußerst edel daher. ;-)
 
drkohler Am: 10.06.2026 20:32:04 Gelesen: 8008# 172 @  
Nun ist auch klar, warum Siegel (unter Anderen) nicht an der Boston 2026 Preisverschenkung teilnahm:

When Competitions Have No Competition

In an unprecedented decision at a major competitive international stamp exhibition, Dr. Peter McCann, the FIP jury president and the National Class team leader, nominated only one exhibit for the Grand Prix National award at Boston 2026 World Expo (“Boston show”), the U.S. decennial international exhibition held this past May 23-30.

The effect of this single nomination was to make Vernon R. Morris, Jr. MD, the preordained Grand Prix National “winner” with his exhibit, Transition of American Mail from British Colonial to USPO: 1685 to 1799. To the best of my knowledge and others, this has never happened before.

Background

The Boston show and the awards were held under the auspices of the Fédération Internationale de Philatélie (FIP), an international organization headquartered in Zurich, Switzerland. The FIP president and the honorary FIP president at Boston 2026 is Dr. Prakob Chirakiti, who resides in Thailand.

The Grand Prix National class (GPN) is limited to subjects related to the exhibition host country; in this case, the United States. The Grand Prix International class (GPI) includes Large Gold exhibits of other subject areas. Finally, the Grand Prix d’Honneur class (GPH) is limited to exhibits that have earned three FIP Large Gold awards in three separate years.

Almost without exception, FIP competitions have multiple nominees for each of the three Grand Prix awards. At FIP Palmares awards events, the winners are chosen by jury members through a voting process. The ballots are ceremoniously counted on stage and the winner in each class is announced. It is the “Academy Awards” of philately.

What Happened in Boston

In Boston, there were four GPI nominations and three GPH nominations. The winners of the competition in these two classes were chosen from the nominees.

The decision to nominate only one exhibit for the GPN award broke with tradition and effectively excluded other worthy competitors.

There were three 97-point exhibits, including Dr. Morris’s Transition of American Mail exhibit and his other exhibit of Blood’s local post. The third exhibit to receive 97 points and a Large Gold was Gordon Eubanks’s 1847 Issue, titled First Federally Issued Postage Stamps of the United States.

In addition, there were two contenders with 96 points: Handling American Domestic and International Mail 1860-1869: The Decade of Turmoil, Expansion and Resurgence, shown by Daniel M. Knowles MD, and A Country Divided: Effects of the American Civil War on the Mails, shown by Daniel J. Ryterband.

One would have expected to see four nominations with an equal number of exhibitor candidates. In normal circumstances, the eligible exhibitors—Eubanks, Knowles, Morris and Ryterband—would have been invited to the stage. The jury would vote by ballot, the ballots would be counted, and the winner would be announced.

Obviously, by taking the extraordinary step of nominating only one exhibit, the jury team headed by Dr. McCann eliminated any possibility that someone other than Dr. Morris could win.

As soon as the jury report was posted to the Boston show website on Wednesday evening (May 27), there were expressions of incredulity at the single GPN nomination. This decision was confirmed with jury members and organizers on Thursday (May 28), and requests for additional nominations were made and refused. The black-tie Palmares ceremony dinner was held on Friday (May 29), but some ticket holders decided not to attend. The GPN award was bestowed on Dr. Morris without the traditional (and by then pointless) vote counting process.

Response to the Single Nomination

In response to the single nomination, there were several angry exchanges between outraged Boston show attendees and official Boston show organizers and jury members. Dr. McCann was asked what occurred, and he responded by saying that all jury members decided there was no need for a contest because Dr. Morris’s exhibit was clearly the best. Mark Banchik, president of the American Philatelic Society and a voting jury member, was asked how there could be just one nomination, and he responded by saying that a lot of work needs to be done to improve the relationship between the FIP and APS.

Since the show closed on May 30, more discussions have occurred behind the scenes. Jury members bound by confidentiality have avoided any public statements. While reports have been made that there will be changes in judging leadership, very little has been done to provide accountability for exactly what happened at the Boston show.

No one in a position to know has publicly stated which jury members made the decision to nominate only one exhibit/exhibitor for the Grand Prix National. Neither the FIP nor the APS has announced an investigation into what occurred. Officials who received a written letter from Gordon Eubanks, the other 97-point contender, have not responded to his simple request for an explanation.

Demand for Accountability

In all competitive events, process is everything. Participants and spectators expect that rules will be followed by everyone, including the jurors who decide who wins or loses. While arguments over the merits of the final vote always happen in any competitive event, the expectation is that there will at least be a vote to choose the winner.

When a small group or single individual changes the customary process to produce a specific outcome, there must be an explanation.

At Boston, the GPN competition among exhibits was eliminated through a single nomination. By Wednesday evening, only one person could win the coveted Grand Prix National. The hard work with a significant investment of time and money by all worthy exhibitors was disregarded.

Until we know why only one exhibit was nominated and who made that decision, there will be a cloud over the event and the outcome. That is unfair, not only to the competitors who deserved to be on stage for the final vote, but also to the winner, whose trophy no longer represents achievement, but instead symbolizes the whims and biases of one or a few individuals.

Everyone involved in the Boston show and in philately in general deserves better than that from Dr. McCann and the other FIP jury members. This is an opportunity for them to justify and take ownership of their decision. They should have the courage to answer questions rather than hide behind a veil of secrecy.

The APS is in a unique position to lead a thorough and transparent investigation. I encourage all of you receiving this email to contact Mark Banchik at the APS and demand answers. He and the entire board can be reached at https://stamps.org/about/contact/aps-board-of-directors

Regards,

Scott Trepel
 
Richard Am: 11.06.2026 15:03:32 Gelesen: 7794# 173 @  
@ drkohler [#172]

Hier eine DeepL Übersetzung für alle, die nicht alles exakt verstehen.

Wenn Wettbewerbe keine Konkurrenz haben

In einer beispiellosen Entscheidung auf einer bedeutenden internationalen Briefmarkenausstellung nominierte Dr. Peter McCann, FIP-Jurypräsident und Leiter des Teams für die Nationalklasse, nur eine einzige Ausstellung für den Grand Prix National auf der Boston 2026 World Expo („Boston-Ausstellung“), der alle zehn Jahre stattfindenden internationalen Ausstellung in den USA, die vom 23. bis 30. Mai dieses Jahres stattfand.

Diese einzige Nominierung hatte zur Folge, dass Dr. Vernon R. Morris Jr. mit seiner Ausstellung „Transition of American Mail from British Colonial to USPO: 1685 to 1799“ zum vorbestimmten „Gewinner“ des Grand Prix National gekürt wurde. Meines Wissens und nach Kenntnis anderer ist so etwas noch nie zuvor vorgekommen.

Hintergrund

Die Ausstellung in Boston und die Preisverleihung fanden unter der Schirmherrschaft der Fédération Internationale de Philatélie (FIP) statt, einer internationalen Organisation mit Sitz in Zürich, Schweiz. FIP-Präsident und Ehrenpräsident der FIP bei der Veranstaltung „Boston 2026“ ist Dr. Prakob Chirakiti, der in Thailand lebt.

Die Klasse „Grand Prix National“ (GPN) ist auf Themen beschränkt, die einen Bezug zum Gastgeberland der Ausstellung haben; in diesem Fall zu den Vereinigten Staaten. Die Klasse „Grand Prix International“ (GPI) umfasst „Large Gold“-Exponate aus anderen Themenbereichen. Die Klasse „Grand Prix d’Honneur“ (GPH) schließlich ist auf Exponate beschränkt, die in drei verschiedenen Jahren drei FIP-„Large Gold“-Auszeichnungen erhalten haben.

Bei den FIP-Wettbewerben gibt es fast ausnahmslos mehrere Nominierte für jeden der drei Grand-Prix-Preise. Bei den FIP-Preisverleihungen werden die Gewinner von den Jurymitgliedern im Rahmen einer Abstimmung ermittelt. Die Stimmzettel werden feierlich auf der Bühne ausgezählt, und der Gewinner jeder Klasse wird bekannt gegeben. Es handelt sich um die „Oscars“ der Philatelie.

Was in Boston geschah

In Boston gab es vier GPI-Nominierungen und drei GPH-Nominierungen. Die Gewinner des Wettbewerbs in diesen beiden Kategorien wurden aus den Nominierten ausgewählt.

Die Entscheidung, nur eine Ausstellung für den GPN-Preis zu nominieren, brach mit der Tradition und schloss andere würdige Mitbewerber faktisch aus.

Es gab drei Ausstellungen mit 97 Punkten, darunter Dr. Morris’ Ausstellung „Transition of American Mail“ und seine weitere Ausstellung über die lokale Post von Blood. Die dritte Ausstellung, die 97 Punkte und eine große Goldmedaille erhielt, war Gordon Eubanks’ Ausstellung „1847 Issue“ mit dem Titel „First Federally Issued Postage Stamps of the United States“.

Darüber hinaus gab es zwei Beiträge mit jeweils 96 Punkten: „Handling American Domestic and International Mail 1860–1869: The Decade of Turmoil, Expansion and Resurgence“ von Daniel M. Knowles, MD, und „A Country Divided: Effects of the American Civil War on the Mails“ von Daniel J. Ryterband.

Man hätte erwartet, dass es vier Nominierungen mit ebenso vielen Kandidaten unter den Ausstellern geben würde. Unter normalen Umständen wären die teilnahmeberechtigten Aussteller – Eubanks, Knowles, Morris und Ryterband – auf die Bühne gebeten worden. Die Jury hätte in geheimer Abstimmung abgestimmt, die Stimmzettel wären ausgezählt worden, und der Gewinner wäre bekannt gegeben worden.

Es liegt auf der Hand, dass die Jury unter der Leitung von Dr. McCann durch den außergewöhnlichen Schritt, nur ein einziges Exponat zu nominieren, jegliche Möglichkeit ausgeschlossen hat, dass jemand anderes als Dr. Morris gewinnen könnte.

Sobald der Bericht der Jury am Mittwochabend (27. Mai) auf der Website der Bostoner Messe veröffentlicht wurde, gab es ungläubige Reaktionen auf die einzige GPN-Nominierung. Diese Entscheidung wurde am Donnerstag (28. Mai) von den Jurymitgliedern und den Veranstaltern bestätigt, und Anträge auf weitere Nominierungen wurden gestellt und abgelehnt. Das festliche Palmares-Galadinner fand am Freitag (29. Mai) statt, doch einige Ticketinhaber entschieden sich, nicht daran teilzunehmen. Der GPN-Preis wurde Dr. Morris ohne das übliche (und zu diesem Zeitpunkt sinnlose) Auszählungsverfahren der Stimmen verliehen.

Reaktion auf die einzige Nominierung

Als Reaktion auf die einzige Nominierung kam es zu mehreren hitzigen Wortgefechten zwischen empörten Besuchern der Bostoner Ausstellung und den offiziellen Veranstaltern sowie den Jurymitgliedern. Dr. McCann wurde gefragt, was vorgefallen sei, woraufhin er antwortete, dass alle Jurymitglieder zu dem Schluss gekommen seien, ein Wettbewerb sei nicht notwendig, da Dr. Morris’ Ausstellung eindeutig die beste sei. Mark Banchik, Präsident der American Philatelic Society und stimmberechtigtes Jurymitglied, wurde gefragt, wie es sein könne, dass es nur eine Nominierung gebe, woraufhin er antwortete, dass noch viel Arbeit nötig sei, um die Beziehungen zwischen der FIP und der APS zu verbessern.

Seit dem Ende der Ausstellung am 30. Mai gab es hinter den Kulissen weitere Diskussionen. Die an die Schweigepflicht gebundenen Jurymitglieder haben öffentliche Äußerungen vermieden. Zwar wurde berichtet, dass es Veränderungen in der Leitung der Jury geben werde, doch wurde bislang kaum etwas unternommen, um Rechenschaft darüber abzulegen, was genau bei der Ausstellung in Boston geschehen ist.

Niemand, der darüber Bescheid weiß, hat öffentlich erklärt, welche Jurymitglieder die Entscheidung getroffen haben, nur ein Exponat bzw. einen Aussteller für den Grand Prix National zu nominieren. Weder die FIP noch die APS haben eine Untersuchung der Geschehnisse angekündigt. Die Verantwortlichen, die ein Schreiben von Gordon Eubanks, dem anderen Anwärter mit 97 Punkten, erhalten haben, haben auf seine einfache Bitte um eine Erklärung nicht reagiert.

Forderung nach Rechenschaftspflicht

Bei allen Wettbewerben kommt es vor allem auf den Ablauf an. Teilnehmer und Zuschauer erwarten, dass sich alle an die Regeln halten, auch die Juroren, die über Sieg und Niederlage entscheiden. Zwar gibt es bei jedem Wettbewerb immer Diskussionen über die Richtigkeit der endgültigen Entscheidung, doch wird erwartet, dass zumindest eine Abstimmung stattfindet, um den Sieger zu ermitteln.

Wenn eine kleine Gruppe oder eine einzelne Person den üblichen Ablauf ändert, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen, muss es dafür eine Erklärung geben.

In Boston wurde der GPN-Wettbewerb unter den Ausstellern durch eine einzige Nominierung abgeschafft. Am Mittwochabend konnte nur noch eine Person den begehrten Grand Prix National gewinnen. Die harte Arbeit und der erhebliche Zeit- und Geldaufwand aller würdigen Aussteller wurden damit ignoriert.

Solange wir nicht wissen, warum nur ein Exponat nominiert wurde und wer diese Entscheidung getroffen hat, wird ein Schatten auf der Veranstaltung und dem Ergebnis liegen. Das ist unfair, nicht nur gegenüber den Teilnehmern, die es verdient hätten, bei der Schlussabstimmung auf der Bühne zu stehen, sondern auch gegenüber dem Gewinner, dessen Trophäe nun nicht mehr für eine Leistung steht, sondern vielmehr die Launen und Vorurteile einer oder mehrerer Personen symbolisiert.

Alle, die an der Ausstellung in Boston und an der Philatelie im Allgemeinen beteiligt sind, verdienen Besseres von Dr. McCann und den anderen Mitgliedern der FIP-Jury. Dies ist eine Gelegenheit für sie, ihre Entscheidung zu begründen und Verantwortung dafür zu übernehmen. Sie sollten den Mut haben, Fragen zu beantworten, anstatt sich hinter einem Schleier der Geheimhaltung zu verstecken.

Die APS ist in der einzigartigen Lage, eine gründliche und transparente Untersuchung zu leiten. Ich bitte alle, die diese E-Mail erhalten, sich an Mark Banchik bei der APS zu wenden und Antworten einzufordern. Er und der gesamte Vorstand sind unter https://stamps.org/about/contact/aps-board-of-directors erreichbar.

Mit freundlichen Grüßen,

Scott Trepel
 
Richard Am: 27.06.2026 09:49:58 Gelesen: 6361# 174 @  
BOSTON 2026 mit Licht und Schatten

(wm-pcp) Die Weltausstellung ist seit fast einem Monat vorbei, aber einen „offiziellen“ Nachbericht gibt es bisher nicht. Presse-Manager Tomas Fortunato, der vor der Veranstaltung mit meist wöchentlichen Berichten glänzte, lässt nun nichts mehr verlautbaren. Der Website der FIP-Ausstellung kann man die Hauptgewinner entnehmen, das Palmares und Fotos von den Veranstaltungstagen herunterladen.

Der Grand Prix National Award ging an Vernon R. Morris, Jr. für sein Exponat Transition of American Mail from British Colonial to USPO: 1685 to 1799, den Grand Prix International gewann David Hobden für Defence of the Border – Canadian Military Mails 1667-1885 und BDPh-Präsident Alfred Schmidt war mit Prussia: The First Three Issues 1850-59 einmal mehr für einen Grand Prix dabei, in diesem Fall den Grand Prix d’Honneur.

Diskussionen gab es im Nachherein um den Grand Prix National, für den nur ein Kandidat (und keine sog. „Follower“) benannt worden waren, obgleich wohl mehrere in Frage gekommen wären. Jurypräsident Peter McCann, USA, muss sich dabei wohl etwas gedacht haben.

Dem über 300 Seiten umfangreichen Ausstellungskatalog sind auch andere interessante Fakten zu entnehmen. So zum Beispiel eine Liste der Sponsoren und Förderer. Da nicht die konkrete Ziffer der Zuwendung genannt wird, sondern nur Betragsgruppen (z.B. 75.000–99.999 $) kann man nicht genau sagen, welche Mittel die Ausstellung von Firmen, einzelnen Philatelisten, aber auch von Vereine und Arbeitsgemeinschaften erhalten hat. Aber selbst wenn man die niedrigste Ziffer jeder Betragsgruppe ansetzt, beläuft sich der Gesamtbetrag bereits mindestens auf über eine Million US-Dollar!

Und wenn man gerade beim Geld ist: Die häufigste Kritik der ausländischen Besucher dieser Veranstaltung betrifft die exorbitanten Preise für Hotelzimmer, Essen, Trinken, Transport etc. Nicht in der Kritik nachzulesen war, dass bei den über 50 Juroren Deutschland nicht vertreten war. Während die Exponate jeweils mit Titel und einigen erläuternden Zeilen zum Inhalt im Katalog vorgestellt wurden, wurden die Literaturexponate gerade einmal mit meist zwei Zeilen (Name des Ausstellers und Titel des Exponates) abgefertigt! Exponate im „Polar-Salon“ genossen den Luxus, mit bis zu elf Zeilen beschrieben zu werden.

Die Behandlung der Literatur-Exponate war einmal mehr nicht entsprechend dem Reglement der FIP für Literatur! FIP-Consultant Reinaldo Macedo scheint dies nicht aufgefallen zu sein und Literatur-Aussteller fragen sich schon, was man noch tun kann, damit die FIP auf die Einhaltung ihres eigenen Reglements achtet! Ob Javaid Muhammad, der immerhin Jury-Sekretär dieser Ausstellung war und Präsident der FIP-Literatur-Kommission ist, dies überhaupt beachtet und zur Sprache gebracht hat, ist dem Berichterstatter nicht bekannt.

Was bleibt? Eine Ausstellung in schwierigen – auch politischen! – Zeiten, die nicht unbedingt in die Geschichte eingehen wird. Denn auch andere Erwartungen wurden nicht immer erfüllt. Siegel Auctions Galleries gelang es nicht, den berühmten Buccleuch-Block (48er-Block der 2p blau von 1840) an den Mann zu bringen, weil dieser nicht den geforderten Mindestpreis, sondern nur 4,4 Mio $ erreichte. Auch einige Pretiosen – als Privatverkauf über Heinrich Köhler offeriert – (darunter auch der berühmte „Alexandria ‚Blue Boy‘“) blieben liegen. Nicht alle Bäume wachsen in den Himmel, – selbst in Boston nicht!
 
22028 Am: 27.06.2026 10:43:45 Gelesen: 6328# 175 @  
@ Richard [#173]

Mittlerwiele gibt es eine Stellungnahme von APS Präsidenten die ich hier als Englisches Original sowie als Deutsche Übersetzung, unkommentiert, einstelle.

Boston Grand Prix National Award – Response and Action Plan

Message from the APS President

To our APS Community:

I would like to address as President of the APS some of the controversy regarding the judging of exhibits which has been a topic of discussion across the hobby since the end of the Boston 2026 World Expo.

But rather than just discussing details of what may or may not have occurred, I will speak about a path forward for the APS.

The essence of the controversy was that only one US exhibit was nominated for the Grand Prix National. While it is not unprecedented for there to be only one nominee, it was certainly unexpected. Many of the actions I will outline will be brought before the APS Board. Also, and very importantly, Boston 2026 was a tremendous success on many levels.

Unfortunately, a single event has caused distress for the many who had worked for years, some for more than 10 years, leaving them with a sense of diminished accomplishment. That is very unfortunate and undeserved. None of this reflects on the individual exhibiting results and awards. If you exhibited at Boston, your results are fair and appropriate. There is no correlation to be drawn from the Grand Prix National situation to other judging.

The Background

The exhibition was held under ‘Fédération International de Philatélie’ (FIP) rules, and was managed by the Boston 2026 show committee, which was given its “franchise” over a decade ago by the APS. Consequently, the APS did not have direct control over the show, with Boston FIP jury procedures contractually agreed to between the parties several years ago.

The exhibition had nearly 700 exhibits and a judging corps of 43. The actual detailed judging was divided by exhibit class and assigned to small-sized teams of judges.

The Grand Prix National (GPN) is awarded to those exhibits focused on the philately of the host country, in this case, the United States. These exhibits were judged by a team that was composed of 4 judges including the Jury President. This team would then make its recommendation(s) for the GPN, which would be brought before the full Jury Presidium (President, VPs, and secretary) who could then follow through on it or send it back for reconsideration.

Somewhat unusually, but not without precedent, this team submitted a single exhibit which in their collective judgement was the best candidate for GPN as sole nominee for consideration. Had there been additional nominees, this would have been put to a vote of the entire jury of 43. With only a single nominee no vote was taken by the entire jury beyond that nominee. Herein lies the controversy: there were three exhibits potentially eligible for the GPN with scores of 97, and additional possible candidates that scored 96 points. Therefore, the consternation that has ensued is not without reason.

What happened in Boston can be improved

In retrospect, the National Team’s opinion that there was a single outstanding candidate above and beyond the others was presented to the entire jury. Based on numerical scores alone there were several extraordinary exhibits with equal ranking which deserved consideration.

There has been the suggestion that the result was “rigged.” This assertion is unfounded. The outcome was ultimately a result of the initial nomination by the GPN team, which was unchallenged by the jury president, who given his extensive prior experience would normally ask the GPN team to reconsider their nominations. Based on the outcome this did not occur. The failure to act, given the presence of several apparently equally qualified exhibits is the source of concern.

The APS had no standing in final jury selection, scheduling, process, and team composition as set forth in a series of signed agreements entered into with the FIP over a 10-year period.

The Boston jury cannot revisit its decisions. The APS cannot hold an “inquest” into the jury’s deliberations. These are subject to FIP confidentiality rules. The violation of jury confidentiality would set a very difficult precedent for future juries. Juries need to operate with openness and frankness without details being shared. The fundamental issue is that jury leadership did not properly exercise oversight. There never should have been any allegation of bias.

Moving Forward

What occurred in Boston cannot recur. The APS must evaluate the causes, and assert fuller representation in the process going forward.

Shortly after the conclusion of Boston 2026, the President of the jury was asked to resign from any official role representing the APS.

For 100 years, the APS as the U.S. national federation for philately delegated its administration of international shows to ad hoc specially formed committees. As a result, the APS lacked direct control and was constrained in its actions by this relationship. This structure is virtually unique worldwide and will be re-evaluated. For future shows, the APS will be looking to acquire greater direct oversight. The reputation of the APS is paramount. The APS needs greater control in FIP show oversight than it has had to date.

The APS’s current relationship with the FIP leaves the society at a strategic disadvantage. The APS currently has no representation on the FIP Board, and the APS’s cohort of FIP accredited jurors has contracted markedly. Reestablishing influence within the FIP requires sustained effort, particularly given the multi-year nomination, qualification, and development cycles involved.

The APS is actively working to place qualified candidates into positions that will strengthen its future representation and influence. At Boston 2026, the APS made meaningful progress and laid a foundation for continued progress in the years ahead.

Nevertheless, our recent experience with the FIP at the show reinforces ongoing concerns. We are seeking a positive and productive relationship with the FIP going forward, as the current one can be improved.

APS leadership term limits are already in place. There are currently ‘soft’ judging term limits in place which need to be rethought and more formally codified. The FIP has also recently removed all of its published references to age limits from their Jury Guidelines.

Exhibiting makeup and evaluation have continued to evolve, with techniques and expectations changing more rapidly than the regulatory framework. I am appointing an independent committee to report directly to me as a sounding board. By recruiting from outside traditional sources, I hope to bring a diversity of viewpoints.

Again, thank you for your valued input.

Respectfully,
Mark Banchik
APS President


Boston Grand Prix National Award – Stellungnahme und Aktionsplan

Nachricht des APS-Präsidenten

An unsere APS-Gemeinschaft:

Als Präsident der APS möchte ich auf einige der Kontroversen im Zusammenhang mit der Bewertung der Exponate eingehen, die seit dem Ende der Weltausstellung 2026 in Boston in der gesamten Sammlergemeinschaft diskutiert werden.

Anstatt jedoch lediglich die Details dessen zu erörtern, was möglicherweise geschehen ist oder auch nicht, werde ich über einen Weg in die Zukunft für die APS sprechen.

Der Kern der Kontroverse bestand darin, dass nur eine US-amerikanische Ausstellung für den Grand Prix National nominiert wurde. Zwar ist es nicht beispiellos, dass es nur einen Nominierten gibt, doch war dies sicherlich unerwartet. Viele der Maßnahmen, die ich skizzieren werde, werden dem APS-Vorstand vorgelegt werden. Außerdem – und das ist sehr wichtig – war die Boston 2026 in vielerlei Hinsicht ein enormer Erfolg.

Leider hat ein einzelnes Ereignis bei vielen, die jahrelang – manche sogar mehr als zehn Jahre – daran gearbeitet hatten, Unbehagen ausgelöst und ihnen das Gefühl gegeben, dass ihre Leistung weniger gewürdigt wurde. Das ist sehr bedauerlich und ungerechtfertigt. Nichts davon wirft ein schlechtes Licht auf die individuellen Ausstellungsergebnisse und Auszeichnungen. Wenn Sie in Boston ausgestellt haben, sind Ihre Ergebnisse fair und angemessen. Es lässt sich kein Zusammenhang zwischen der Situation beim „Grand Prix National“ und anderen Bewertungen herstellen.

Der Hintergrund

Die Ausstellung fand nach den Regeln der „Fédération Internationale de Philatélie“ (FIP) statt und wurde vom Ausstellungsausschuss „Boston 2026“ organisiert, dem die APS vor über einem Jahrzehnt die „Lizenz“ erteilt hatte. Folglich hatte die APS keine direkte Kontrolle über die Ausstellung, da die FIP-Bewertungsverfahren für Boston bereits vor einigen Jahren vertraglich zwischen den Parteien vereinbart worden waren.

Die Ausstellung umfasste fast 700 Exponate und ein 43-köpfiges Richtergremium. Die eigentliche detaillierte Bewertung erfolgte nach Exponatklassen und wurde kleinen Richterteams zugewiesen.

Der Grand Prix National (GPN) wird an jene Exponate vergeben, die sich auf die Philatelie des Gastgeberlandes konzentrieren, in diesem Fall die Vereinigten Staaten. Diese Exponate wurden von einem Team bewertet, das sich aus vier Richtern einschließlich des Jurypräsidenten zusammensetzte. Dieses Team gab anschließend seine Empfehlung(en) für den GPN ab, die dem gesamten Jurypräsidium (Vorsitzender, stellvertretende Vorsitzende und Sekretär) vorgelegt wurden, das diese dann bestätigen oder zur erneuten Prüfung zurückverweisen konnte.

Etwas ungewöhnlich, aber nicht ohne Präzedenzfall, reichte dieses Team eine einzige Ausstellung ein, die nach ihrem gemeinsamen Urteil der beste Kandidat für den GPN war, und schlug diese als einzigen Kandidaten zur Prüfung vor. Hätte es weitere Nominierte gegeben, wäre darüber in einer Abstimmung der gesamten 43-köpfigen Jury entschieden worden. Da es nur einen einzigen Nominierten gab, fand keine Abstimmung der gesamten Jury über diesen Nominierten hinaus statt. Hierin liegt die Kontroverse: Es gab drei Exponate, die mit einer Punktzahl von 97 potenziell für den GPN in Frage kamen, sowie weitere mögliche Kandidaten

Was in Boston geschah, lässt sich verbessern

Rückblickend wurde die Auffassung der Nationalmannschaft, dass es einen einzigen herausragenden Kandidaten gab, der den anderen weit überlegen war, der gesamten Jury vorgelegt. Allein auf der Grundlage der numerischen Bewertungen gab es mehrere außergewöhnliche Exponate mit gleicher Punktzahl, die eine Berücksichtigung verdient hätten.

Es wurde vermutet, das Ergebnis sei „manipuliert“ worden. Diese Behauptung ist unbegründet. Das Ergebnis war letztlich das Resultat der ursprünglichen Nominierung durch das GPN-Team, die vom Juryvorsitzenden nicht in Frage gestellt wurde – obwohl dieser aufgrund seiner umfangreichen Erfahrung normalerweise das GPN-Team gebeten hätte, seine Nominierungen zu überdenken. Dem Ergebnis nach zu urteilen, ist dies nicht geschehen. Das Versäumnis, angesichts mehrerer offenbar gleichwertiger Exponate tätig zu werden, gibt Anlass zur Sorge.

Die APS hatte keinen Einfluss auf die endgültige Auswahl der Jury, den Zeitplan, den Ablauf und die Zusammensetzung des Teams, wie dies in einer Reihe von unterzeichneten Vereinbarungen festgelegt war, die über einen Zeitraum von zehn Jahren mit der FIP geschlossen wurden.

Die Bostoner Jury kann ihre Entscheidungen nicht revidieren. Die APS kann keine „Untersuchung“ der Beratungen der Jury durchführen. Diese unterliegen den Vertraulichkeitsvorschriften der FIP. Ein Verstoß gegen die Vertraulichkeit der Jury würde einen sehr problematischen Präzedenzfall für zukünftige Jurys schaffen. Jurys müssen offen und ehrlich arbeiten, ohne dass Einzelheiten preisgegeben werden. Das grundlegende Problem besteht darin, dass die Juryleitung ihre Aufsichtspflicht nicht ordnungsgemäß wahrgenommen hat. Es hätte niemals den Verdacht auf Befangenheit geben dürfen.

Der Weg nach vorn

Was in Boston geschah, lässt sich verbessern

Rückblickend wurde die Auffassung der Nationalmannschaft, dass es einen einzigen herausragenden Kandidaten gab, der den anderen weit überlegen war, der gesamten Jury vorgelegt. Allein auf der Grundlage der numerischen Bewertungen gab es mehrere außergewöhnliche Exponate mit gleicher Punktzahl, die eine Berücksichtigung verdient hätten.

Es wurde vermutet, das Ergebnis sei „manipuliert“ worden. Diese Behauptung ist unbegründet. Das Ergebnis war letztlich das Resultat der ursprünglichen Nominierung durch das GPN-Team, die vom Juryvorsitzenden nicht in Frage gestellt wurde – obwohl dieser aufgrund seiner umfangreichen Erfahrung normalerweise das GPN-Team gebeten hätte, seine Nominierungen zu überdenken. Dem Ergebnis nach zu urteilen, ist dies nicht geschehen. Das Versäumnis, angesichts mehrerer offenbar gleichwertiger Exponate tätig zu werden, gibt Anlass zur Sorge.

Die APS hatte keinen Einfluss auf die endgültige Auswahl der Jury, den Zeitplan, den Ablauf und die Zusammensetzung des Teams, wie dies in einer Reihe von unterzeichneten Vereinbarungen festgelegt war, die über einen Zeitraum von zehn Jahren mit der FIP geschlossen wurden.

Die Bostoner Jury kann ihre Entscheidungen nicht revidieren. Die APS kann keine „Untersuchung“ der Beratungen der Jury durchführen. Diese unterliegen den Vertraulichkeitsvorschriften der FIP. Ein Verstoß gegen die Vertraulichkeit der Jury würde einen sehr problematischen Präzedenzfall für zukünftige Jurys schaffen. Jurys müssen offen und ehrlich arbeiten, ohne dass Einzelheiten preisgegeben werden. Das grundlegende Problem besteht darin, dass die Juryleitung ihre Aufsichtspflicht nicht ordnungsgemäß wahrgenommen hat. Es hätte niemals den Verdacht auf Befangenheit geben dürfen.

Dennoch bestätigen unsere jüngsten Erfahrungen mit der FIP auf der Ausstellung die anhaltenden Bedenken. Wir streben für die Zukunft eine positive und produktive Beziehung zur FIP an, da die derzeitige Beziehung verbesserungsfähig ist.

Für die Führungspositionen bei der APS gelten bereits Amtszeitbeschränkungen. Derzeit gibt es „weiche“ Beschränkungen für die Amtszeit der Jurymitglieder, die überdacht und formeller festgeschrieben werden müssen. Die FIP hat zudem kürzlich alle veröffentlichten Verweise auf Altersgrenzen aus ihren Jury-Richtlinien entfernt.

Die Ausstellungsvorbereitung und -bewertung haben sich weiterentwickelt, wobei sich Techniken und Erwartungen schneller ändern als der regulatorische Rahmen. Ich setze einen unabhängigen Ausschuss ein, der mir direkt als Beratungsgremium Bericht erstattet. Durch die Rekrutierung von Mitgliedern außerhalb der traditionellen Kreise hoffe ich, eine Vielfalt an Sichtweisen einzubringen.

Nochmals vielen Dank für Ihre wertvollen Beiträge.

Mit freundlichen Grüßen,
Mark Banchik
APS-Präsident
 
drkohler Am: 29.06.2026 16:21:35 Gelesen: 6051# 176 @  
Ja, das Banchik Gesülze is jetzt schon einige Wochen alt und, sagen wir mal höflich, trifft nicht den Geschmack vieler Teilnehmer und APS Mitglieder.

Und dies in einer Zeit, wo die APS Mitglieder links, rechts, vorne und hinten verliert. Robert Siegel hat schon mal die verbale Keule herausgeholt und mit Austritt aus der APS gedroht falls wenn keine Untersuchung stattfindet. Mystic Stamp Company ist der grösste Recruiter für die APS. Don Sundman hat sich noch nicht geäussert soweit ich das sehe. Wenn der sich Siegel anschliesst dann wäre aber echt die Kacke am dampfen.
 
22028 Am: 30.06.2026 08:10:05 Gelesen: 5894# 177 @  
@ drkohler [#176]

Ja, dieses nichtssagende und auf den Fall nicht eingehende Gesülze von Mark Banchik ist wirklich seltsam.
 
Philipp Harder Am: 30.06.2026 14:32:49 Gelesen: 5808# 178 @  
Mir fehlt in dieser Diskussion noch eine begründete Vermutung, WARUM McCann als Jurypräsident so gehandelt hat.

Der "Skandal" dreht sich um den Grand Prix für eine Vorphila-Sammlung "Transition of American Mail from British Colonial to USPO: 1685 to 1799".

Wer kein US-Postgeschichtler ist, würde eher für eine der US-Sammlungen mit Briefmarken abstimmen. Die Katalogwerte von frühen US-Briefmarken kennt jeder ernsthafte Philatelist; die Seltenheit von Stempeln und Destinationen können nur wenige Experten einschätzen. Rein optisch machen Briefe mit Marken (meistens) mehr her als solche ohne.

Liege ich mit diesem Verdacht richtig? Ohne diesen "Trick" von Dr. McCann hätte Morris mit seiner Vorphila-Sammlung niemals einen Grand Prix gewonnen?

https://web.cvent.com/event/bbbdc1d9-e50e-44dd-8bef-eb36c9d1251f/websitePage%3A70fc341e-9ed5-42c5-a529-a6d37f7a55d8
 
DL8AAM Am: 30.06.2026 17:26:23 Gelesen: 5725# 179 @  
@ Philipp Harder [#178]

Naja, die Weltausstellung war in Boston, dem "Geburtsort" der Amerikanischen Revolution und dieses Jahr feiert man in den USA und ganz besonders in Boston als Zentrum, das 250jährige Jubiläum. Und um das dreht sich in den USA aktuell alles. Nur EU/D spricht 2026 über Trump und über Fußball. ;-) Dazu passt ganz genau das postgeschichtliche Exponat "Transition of American Mail from British Colonial to USPO: 1685 to 1799", dass ist im Prinzip genau die postgeschichtliche Abbildung des Jahresmottos in den USA. Zumal es ja beim Grand Prix auch immer nur um ein Thema des Gastlandes geht. Und was passt 2026 besser als die Revolution.

Auf ARTE bzw. in deren Mediathek und in deren YouTube-Kanal wurde die Tage eine 6-teilige Dokumentation ins Netz gestellt [1]. Sehr sehenswert.

Das also genau so ein "USA-Gründungs-" Thema für diesen domestic Wettbewerb ausgewählt wurde ist also schon folgerichtig. Die Frage, ob es hierzu keine thematisch passende Konkurrenz gab, kann ich aber nicht beantworten? Ich denke aber, viel qualitativ hochwertig Genugges sollte es hier aber nicht geben, oder? Die Feldpost der Kontinentalen Armee Washingtons oder so. Einzwei weitere "Alibi"-Sammlungen hätte man also schon finden können? Aber im Grundprinzip sollte hier wohl nur irgendwie das Revolutionsthema geehrt werden.

Beste Grüße
Thomas

[1] https://www.arte.tv/de/videos/RC-027934/die-amerikanische-revolution-geburtsstunde-der-usa/
 
drkohler Am: 30.06.2026 18:11:50 Gelesen: 5697# 180 @  
@ Philipp Harder [#178]

Die Luft da oben ist halt sehr dünn. Es gab insgesamt 4-5 Kandidaten für den "Preis aller Preise". Dazu waren 96 Punkte nötig und die Kandidaten kannten sich natürlich all schon lange. Über 96 Punkte zu kommen ist auch sehr schwer. Alle 10-20 Jahre findet jemand in einer Altpapierkiste einen sensationellen Beleg der den nächsten Punkt bringt. Der "normale" Weg ist halt "Mein Konkurrent stirbt vor mir, da kann ich mir dann seine Sahnestücke ersteigern. (Geld spielt da in diesen Sphären nicht wirklich eine Rolle).

Mindestens zwei der "ausgeschiedenen" Kandidaten waren Grossdonatoren von Boston 2026. Wenn einer dieser Donatoren gewonnen hätte, wäre dann ein Riesengeschrei losgetreten worden von wegen "Aha man kann sich den Preis erkaufen"? Nicht unwahrscheinlich. An "unserem" Stand waren am Donnerstag auch zwei der übergangenen Konkurrenten und die waren sichtlich irritiert über die, ihrer Meinung nach, zu vielen Fehlbewertungen (ich glaube sogar, 22028 Kolumbien-Exponat wurde dabei auch gestreift weil es zu tief bewertet wurde). Ein Neuseeländischer "Nothingburger" wurde extrem zu hoch bewertet (ich glaube die Rede war von 87 statt der geschenkten 93 Punkte).

Weil ich ab und zu den Stand bewachte für einige Minuten wenn die Kollegen eine Auszeit nahmen, war mein Gesicht mit der Zeit bekannt (meine zahlreichen Markenheftchen-Artikel in den letzten 2-3 Jahren waren auch hilfreich in der Hinsicht) und ich konnte "als anerkanntes Mitglied der Verschwörertruppe" mithören. :-) Normaler Weise werden solche Diskussionen unter Ausschluss der Öffentlichkeit diskutiert.

Den "Capo del Capos" zu küren auf diesem Level ist immer ein schmaler Grat, irgend einer ist immer unzufrieden am Schluss. In Boston hat man offenbar eine Abkürzung benutzt die so nicht vorgesehen ist und alle auf dem falschen Fuss erwischte.

Wird Etwas geschehen? Nicht sehr wahrscheinlich. Im Amerikanischen Sprachraum läuft das unter "Kick the can down the road until it vanishes". Im Fusballjargon wohl "Zeitspiel" bis kurz vor der roten Karte.
 
Richard Am: 30.06.2026 18:19:49 Gelesen: 5692# 181 @  
@ DL8AAM [#179]

Dein "genugges" gefällt mir. Und Google erst recht:

Kleiner philatelistisch-linguistischer Exkurs: Was ist eigentlich „Genugges“?

Liebe Sammlerfreunde, in Beitrag [#179] fiel das wunderbare Wort „Genugges“ („...viel qualitativ hochwertig Genugges sollte es hier aber nicht geben...“). Da wir Philatelisten ja für unsere Detailtreue bekannt sind, lohnt sich hier ein Blick in die sprachliche Lupe.

Bei „Genugges“ handelt es sich um eine höchst seltene, postgeschichtlich-linguistische Rarität – quasi ein Fehldruck der deutschen Sprache. In der Sprachwissenschaft nennt man so etwas eine Adjektivierung eines Adverbs (hier: das Wort „genug“ wird wie ein Eigenschaftswort dekliniert).

Gemeint ist im Kontext schlichtweg: „Material, das qualitativ gut genug ist“. Es könnte sich auch um ein charmantes Kofferwort aus „Genügendes“ und „Zeug“ handeln. Man könnte es fast wie ein seltenes Prüfzeichen im Wörterbuch eintragen: Genugges (Substantiv, s.) = Die exakt ausreichende Menge an Spitzenmaterial für ein Grand-Prix-Exponat.

Ein schöner Beweis dafür, dass im Forum nicht nur die Postgeschichte, sondern auch die deutsche Sprache lebendig weiterentwickelt wird!

Soweit der Humor.
 
22028 Am: 01.07.2026 19:38:16 Gelesen: 5529# 182 @  
Im aktuellen "American Philatelist" sind nur Lobeshymnen zu Boston zu lesen, kein Wort zum Boston Grand Prix National Award.
 
Richard Am: 01.07.2026 21:22:41 Gelesen: 5475# 183 @  
@ 22028 [#182]

Kannst Du bitte den Originaltext in englisch zeigen ?

Grüsse, Richard
 
drkohler Am: 12.08.2026 20:16:38 Gelesen: 3489# 184 @  
Heute ist noch ein email von Thomas Fortunato eingetrudelt:

Boston 2026 By the Numbers

Boston 2026 World Expo closed its doors about 10 weeks ago. The following stats for the show have been collected and verified:

Donors: 223
Donating Societies (donating only): 15
Donations Pledged: $1,201,896
Donations Paid to date: $1,199,096

Attendees: 20,017 individuals

Bourse Area Booths Sold: 113
Bourse Area Booth Holders: 115
Bourse Area Booth Fees Paid (including auctions): $1,096,152

Postal Administrations Represented: 31, among 18 booths

Events, Meetings and Presentations: 364
Participating Societies (with booth space and/or staged meeting): 118

Framed Exhibits: 719
Frames: 3746
Literature Exhibits: 192
 
Richard Am: 20.08.2026 15:06:31 Gelesen: 2991# 185 @  
Boston 2026 in Zahlen

(tf/pcp) Die Weltausstellung „Boston 2026“ schloss vor etwa 12 Wochen ihre Pforten. Die folgenden Statistiken zur Veranstaltung wurden erfasst und überprüft:

• Spender: 223
• Spendende Vereine (nur Spenden): 15
• Zugesagte Spenden: 1.201.896 US-Dollar
• Bislang eingegangene Spenden: 1.199.096 $
• Besucher: 20.017 Personen
• Verkaufte Stände im Ausstellungsbereich: 113
• Standbetreiber im Ausstellungsbereich: 115
• Bezahlte Standgebühren im Ausstellungs-
bereich (einschließlich Auktionen): 1.096.152 $
• Vertretene Postverwaltungen: 31, verteilt auf 18 Stände
• Veranstaltungen, Treffen und Vorträge: 364
• Teilnehmende Vereine (mit Standfläche
und/oder organisierten Treffen): 118
• Exponate in Rahmen: 719
• Rahmen: 3.746
• Literaturexponate: 192
 

Besonders hervorzuheben sind die Gesamtzahlen zum ehrenamtlichen Einsatz vor, während und nach der Messe:

• 477 registrierte Freiwillige, wobei über 380 Zeitfenster besetzt waren
• Über 2.300 Arbeitsstunden, einschließlich Aufbau sowie Auf- und Abbau der Ausstellungsstücke

Die Weltausstellung „Boston 2026“ fand vom 23. bis 30. Mai 2026 im Boston Convention & Exhibition Center statt. Alle Details zur Messe finden Sie unter Boston2026.org sowie auf Facebook, X und Instagram. Schauen Sie sich unbedingt die Fotos und Videos der Messe über die Links unten auf der Startseite an.

Thomas M. Fortunato
Vorsitzender für Öffentlichkeitsarbeit, Boston 2026
Tom.Fortunato@Boston2026.org
 


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