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Thema: US-Justiz beschlagt Sammlungen über 1 Mio. Dollar aus einem Betrugsfall
Lars Boettger Am: 08.07.2024 15:25:36 Gelesen: 1721# 1 @  
In einem amerikanischen Forum wurde folgender Bericht zur Beschlagnahmung von Briefmarken bei einer bekannten Auktionsfirma geteilt. Die Briefmarken wurden mit erschwindeltem Geld bezahlt, welches "Enkeltrick-Betrüger" ergaunert hatten. Die Betrüger wollten damit die Gelder waschen [1].

Beste Grüße!

Lars

[1] https://www.justice.gov/usao-wdwa/pr/department-justice-seizes-more-1-million-collectible-stamps-proceeds-criminal-fraud
 
Richard Am: 08.07.2024 16:50:38 Gelesen: 1638# 2 @  
Justizministerium beschlagnahmt Briefmarkensammlungen im Wert von mehr als 1 Million Dollar als Erlös aus einem Betrugsfall

Seattle, 27.06.2024 von U.S. Staatsanwaltschaft, westlicher Bezirk von Washington

Betrüger nutzten ein Auktionshaus in Übersee, um kriminelle Erlöse ins Ausland zu verschieben

Das Justizministerium hat mehr als 1 Million Dollar an Erträgen aus einem massiven Betrugssystem beschlagnahmt, das auf Senioren und andere schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen abzielte, gab US-Staatsanwältin Tessa M. Gorman bekannt. Die US-Staatsanwaltschaft für den westlichen Bezirk von Washington reichte eine Klage auf Einziehung von 149 Losen von Sammelbriefmarken und anderen Gegenständen ein, die bei der Robert A. Siegel Auction Galleries Inc. in New York beschlagnahmt wurden. Eine Untersuchung ergab, dass die Briefmarken mit Geldern gekauft wurden, die Opfern gestohlen wurden, die von Betrügern, die sich als Regierungsbeamte, Aufsichtsbehörden oder Liebhaber ausgaben, betrogen wurden. Sobald die Briefmarken in den Besitz der Vereinigten Staaten übergegangen sind, werden sie vom U.S. Marshals Service liquidiert, und die Regierung wird versuchen, die Gelder an die Opfer zurückzugeben.

"Wenn die Opfer auf diese Art von Betrug hereingefallen sind, ist ihr Geld allzu oft für immer weg", sagte US-Staatsanwalt Gorman. "Wir freuen uns, diesen Opfern eine gute Nachricht überbringen zu können, und hoffen, dass wir ihnen durch diese zivilrechtliche Einziehungsklage das Geld zurückgeben können.

Den Gerichtsakten zufolge wurden die Einzahlungen bei den Siegel-Galerien, die zum Kauf der Briefmarken verwendet wurden, zu Opfern von Straftaten zurückverfolgt. In diesem Fall wurden mehrere Betrügereien angewandt, und zwar sowohl Betrügereien, die sich als Regierungsvertreter ausgeben, als auch Betrügereien im Zusammenhang mit Romanzen. Siegel Galleries ist keiner Straftat beschuldigt.

Die Regierung hat 28 Opfer aus West-Washington und aus dem ganzen Land identifiziert, die betrogen und in die Irre geführt wurden. Der Betrug erfolgte in zwei Phasen. In der ersten Phase wurden die Opfer von einer Person angerufen, die behauptete, von einer Regierungsbehörde wie dem FBI, der SEC oder dem DOJ zu sein und mitteilte, dass das Bankkonto oder die persönliche Identität des Opfers geknackt worden sei und dass das Opfer seine Gelder an eine andere Behörde zur sicheren Aufbewahrung schicken müsse. In einigen Fällen wurde den Opfern gesagt, sie seien in ein Geldwäschesystem verwickelt, und um ihre Unschuld zu beweisen und ihr Geld zu schützen, müssten sie es auf das vom Anrufer angegebene Konto überweisen. Den Opfern wurde gesagt, dass sie ihr Geld zurückbekommen würden, sobald die Angelegenheit geklärt sei. Einige Opfer wurden um Hunderttausende von Dollar betrogen.

Einige der Opfer schickten Barschecks direkt an die Galerie. Andere wurden angewiesen, das Geld per Bankscheck an eine zweite Gruppe von Opfern zu schicken: die Opfer des Romantikbetrugs. Diese Opfer wurden über soziale Medien kontaktiert und glaubten, dass sie einem romantischen Interesse mit Geld aus einer Erbschaft, einer Investition oder zur Begleichung von Schulden helfen würden. Diese zweite Gruppe von Opfern wurde aufgefordert, die Schecks der ersten Gruppe von Opfern einzuzahlen und dann das Geld abzuheben und es an die Galerie zu schicken oder zu überweisen.

Insgesamt haben die Ermittler 1.012.300 $ zu den verschiedenen Opfern zurückverfolgt. Die auf die Rechnungen für den Kauf der Briefmarken eingezahlten Gelder belaufen sich auf insgesamt 1.383.437 Dollar. Staatsanwälte und Agenten arbeiten noch daran, die Gelder zu weiteren Opfern zu verfolgen.

Bisher wurde noch keine Strafanzeige erstattet. Zu den möglichen Anklagepunkten gehören Verschwörung, Postbetrug, Betrug durch Überweisung und Geldwäsche.

Das FBI untersucht den Fall in Zusammenarbeit mit der stellvertretenden US-Staatsanwältin Krista Bush, die für den Bereich Vermögensabschöpfung zuständig ist. (Übersetzt mit DeepL.com kostenlose Version)
 
TeeKay Am: 08.07.2024 23:38:31 Gelesen: 1449# 3 @  
Was ich nicht verstehe: Wieso wurden die von unschuldigen Einlieferern stammenden Lose ersatzlos beschlagnahmt und nicht das Geld, das Siegel für den Kauf der Lose überwiesen wurde?
 
drmoeller_neuss Am: 09.07.2024 08:00:07 Gelesen: 1357# 4 @  
@ TeeKay [#3]

Dem Artikel entnehme ich, dass die Betrüger die Lose bereits bezahlt hatten. Damit ist das Eigentum vom Einlieferer auf den Käufer übergegangen. Diese Sachwerte wurden jetzt beschlagnahmt. Das Auktionshaus wird die Erlöse den Einlieferern auszahlen können.

Die Marken sind erst einmal sichergestellt. Ohne ein entsprechendes rechtsstaatliches Verfahren können die Marken nicht verwertet werden. Ich unterstelle, dass die USA ein Rechtsstaat sind.

Ob das Auktionshaus selbst mit Konsequenzen rechnen muss, weil irgendwelche Geldwäschevorschriften nicht beachtet wurden, geht aus dem Artikel nicht hervor.
 
drkohler Am: 09.07.2024 08:24:09 Gelesen: 1343# 5 @  
Die fragliche Auktion fand Mitte 2023 statt, eine spezielle Indiensammlung wurde verkloppt.

Zum Hintergrund muss man wissen:

Indien ist die Brutstädte für Internet-Kriminalität. Man schätzt, das jedes Jahr deutlich über eine Milliarde $ von Amerikanern (meist im Seniorenalter) über allerlei Internetbetrügereien abgezockt wird. Info über allerlei Betrugsarten findet man auf Youtube mit Stichwort "Scambaiter / Scammer payback" (es ist nicht die nigerianische Prinzessin).

Das FBI versucht, die Sache einzudämmen und hat schon einige Löcher gestopft, allerdings für ein gestopftes Loch tauchen 2-3 Neue auf. Speziell wird versucht, die Finanzpfade zu schliessen. Es erstaunt deshalb nicht, dass die Inder hier einen neuen Pfad einschlugen und sich auch auf Geldwäsche mit Hilfe von indischen Marken einschossen.


Hier noch die offizielle Stellungnahme von Siegel Auctions. Einiges in dem Statement ist imhO nicht ganz klar beschrieben, da selbstverständlich die genauen technischen Details nicht ausgeplaudert werden vom FBI.

Haarsträubend ist allerdings der Schlusssatz, dass der US Marshal Service die Marken liquidieren wird. Es sind zahlreiche Fälle bekannt, wo der MS beschlagnahmte Ware (meist nicht Marken) zu totalen Schnäppchenpreisen verkloppt hatte - aus Unwissen oder Faulheit sei dahingestellt. Als Besitzer der originalen Marken würde ich jetzt nicht wirklich ruhig schlafen nach diesem Schlusssatz.


“The investigation first became known to Siegel in August 2023 when the firm was contacted by the FBI. Only one sale, the [May 11, 2023] Magnolia India Part 1 auction, is involved.

“The buyers involved are well-known collectors. One of them arranged for payments to Siegel to be made on their behalf through intermediaries who were never disclosed to Siegel.

“Payments from these buyers were made according to schedule by depositing the funds directly into Siegel’s bank account at various branches throughout the country. Siegel was notified to expect the credits and how to allocate the payments among the invoices involved. Siegel never had possession of any payment instrument (cashier’s checks, personal checks or money orders) in advance of deposit and could only obtain a visual record from the bank weeks after the deposit was made.

“At the time Siegel was contacted by the FBI, only one $20,000 payment was flagged as suspect. The list grew over several months as the FBI, with Siegel’s cooperation, investigated every deposit and depositor to determine if they might be a victim of the alleged fraud.

“At the point it became clear that there were issues with multiple payments received by Siegel. Siegel determined it was prudent to hold the lots pending a complete investigation. In early 2024, the seizure warrant was issued.

“Siegel’s cooperation with the FBI and DOJ investigation was instrumental in identifying the victims of the alleged fraud and hopefully will also assist in holding the perpetrators accountable. As stated in the [June 27] DOJ press release, Siegel is not accused of any wrongdoing.”

A total of 28 victims from across the United States were swindled, according to a June 27 statement from the Department of Justice Attorney’s Office for the Western District of Washington. Investigators said that they have traced $1,012,300 to the various victims. Funds deposited against invoices for purchase of the stamps total $1,383,437.

“Once the stamps have been forfeited to the United States, they will be liquidated by the U.S. Marshals Service and the government will seek to return the funds to the victims,” the DOJ news release stated.


---

Die Ermittlungen wurden Siegel erstmals im August 2023 bekannt, als das FBI mit der Firma Kontakt aufnahm. Nur ein einziger Verkauf, die Auktion [11. Mai 2023] Magnolia India Part 1, ist betroffen.

"Die beteiligten Käufer sind bekannte Sammler. Einer von ihnen veranlasste, dass Zahlungen an Siegel in seinem Namen über Vermittler getätigt wurden, die Siegel nie offengelegt wurden.

"Die Zahlungen dieser Käufer erfolgten planmäßig, indem die Gelder direkt auf Siegels Bankkonto bei verschiedenen Filialen im ganzen Land eingezahlt wurden. Siegel wurde darüber informiert, dass er die Gutschriften zu erwarten hatte und wie er die Zahlungen auf die betreffenden Rechnungen aufteilen sollte. Siegel war vor der Einzahlung nie im Besitz eines Zahlungsinstruments (Kassenschecks, persönliche Schecks oder Zahlungsanweisungen) und konnte erst Wochen nach der Einzahlung einen Beleg von der Bank erhalten.

"Zu dem Zeitpunkt, als Siegel vom FBI kontaktiert wurde, war nur eine einzige 20.000-Dollar-Zahlung als verdächtig gekennzeichnet. Die Liste wuchs über mehrere Monate, als das FBI in Zusammenarbeit mit Siegel jede Einzahlung und jeden Einzahler untersuchte, um festzustellen, ob sie Opfer des angeblichen Betrugs sein könnten.

"Zu diesem Zeitpunkt wurde klar, dass es Probleme mit mehreren von Siegel erhaltenen Zahlungen gab. Siegel entschied, dass es ratsam sei, die Lose bis zu einer vollständigen Untersuchung zurückzuhalten. Anfang 2024 wurde der Beschlagnahmungsbefehl ausgestellt.

"Siegels Kooperation mit den Ermittlungen des FBI und des DOJ hat dazu beigetragen, die Opfer des mutmaßlichen Betrugs zu identifizieren und wird hoffentlich auch dazu beitragen, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Wie in der DOJ-Pressemitteilung [vom 27. Juni] angegeben, wird Siegel keines Fehlverhaltens beschuldigt."

Laut einer Erklärung des Justizministeriums für den westlichen Bezirk von Washington vom 27. Juni wurden insgesamt 28 Opfer aus den gesamten Vereinigten Staaten betrogen. Die Ermittler gaben an, dass sie 1.012.300 Dollar zu den verschiedenen Opfern zurückverfolgt haben. Die Gelder, die gegen Rechnungen für den Kauf der Briefmarken eingezahlt wurden, belaufen sich auf insgesamt 1.383.437 Dollar.

"Sobald die Briefmarken in den Besitz der Vereinigten Staaten übergegangen sind, werden sie vom U.S. Marshals Service liquidiert, und die Regierung wird versuchen, die Gelder an die Opfer zurückzugeben", heißt es in der Pressemitteilung des DOJ
. (Übersetzt mit DeepL.com kostenlose Version)
 
DL8AAM Am: 09.07.2024 16:36:03 Gelesen: 1176# 6 @  
Verstehe ich das richtig, dass

- "gute" Besitzer haben bei Siegel die Marken eingeliefert
- Siegel hat diese unwissentlich an "böse" Bieter zugeschlagen
- die Opfer haben die Rechnung bei Siegel beglichen, direkt oder indirekt
- Siegel hat den Kaufpreis + Aufgelder korrekt und legal vereinnahmt und verwertet, d.h.
- Siegel hat die Einlieferer ausgezahlt und die Provisionen "vereinnahmt"
- die "Bösen" wurden somit Eigentümer der Briefmarken, während
- sich die Briefmarken aber noch im physischen Besitz von Siegel befanden, bevor sie
- vom "Staat" beschlagnahmt wurden

Nun wird der "Staat" diese beschlagnahmten Marken verwerten, heisst theoretisch
(da Siegel, wie der "Staat" ausdrücklich schrieb, sich sehr proaktiv an der Aufklärung beteiligte und sie ganz offensichtlich nichts "Schlechtes" gemacht haben, heisst vollkommen unschuldig sind)
könnte

- der Staat als neuer Eigentümer erneut bei Siegel einliefern
- Siegel versteigert diese Marken erneut und
- Siegel vereinnahmt (und verwertet) erneut die Gelder, heisst
- zahlt den Staat als Ex-Eigentümer aus (der damit die Opfer entschädigt) und
- erhält erneut seine "Provisionen"

Auf jeden Fall wäre eine Liquidation für den "Staat" (und die Opfer") über renomiertes Auktionshaus sehr viel günstiger, als ein freihändiger Direktverkauf durch den "Staat".

Hiesse für Siegel: Eine Marke - Zwei Auktionen - Doppelte Provision?

Wenn (...) bei der Auktion zum selben Endpreis zugeschlagen, wäre das ein Win-Win für jeden, Opfer wie Siegel ...

;-)

Thomas
 
drkohler Am: 09.07.2024 21:26:24 Gelesen: 1055# 7 @  
@ DL8AAM [#6]

Also im Wesentlichen lief das so ab:

1. Indische Briefmarken wurden von verschiedenen Einlieferern an Siegel geschickt zu einer Spezial-Auktion. Die Einlieferer haben nichts mit dem Betrugsverfahren zu tun.

2. Die Marken wurden versteigert, laut Siegel sind die höchstbietenden bekannte Grössen. Für die teuersten Lots wurden offenbar so etwas wie Ratenzahlungen vereinbart (bei hohen Beträgen ist das nicht unüblich, wenn auch etwas teurer anstelle der Sofortzahler).

3. Jetzt wird es etwas unübersichtlich gemäss dem Siegel-Statement.

Mindestens oder genau 1 Höchstbietender hatte auf merkwürdige Art die Ratenzahlungen begangen. Offenbar kamen einige der Zahlungen auf völlig unterschiedlichen Wegen zu Siegel. Normaler Weise zahlt ja ein Gewinner die Raten durch seine Hausbank.

Es gibt ja hier die Betrugsmasche, dass die "Polizei" anruft und den meist älteren Leuten vorgaukelt, ihr Geld sei unsicher und sie sollten es sofort entweder bar einem "Polizisten" übergeben oder in eine "sichere Stelle" einzahlen. Im Siegel Fall kamen offenbar Raten von irgend welchen Amerikanern über irgend welche US-Banken, was bei Siegel die Alarmglocken läuten liess. Gleichzeitig ist auch das FBI (auf welche Art und Weise ist unbekannt, aber die Amis haben Bankentransfers unter Beobachtung, ganz allgemein) auf die Zahlungen aufmerksam geworden.

4. Wem gehört jetzt was und wer hat die Arschkarte?

Zuerst einmal liefen die unverdächtigen Lots normal ab. Marken wurden gekauft, Käufer zahlten, Einlieferer bekamen ihr Geld, Siegel die Provisionen.

Dann kommt das Betrügerlot. Hier wird es etwas unübersichtlich.

Hier scheint es so zu sein, dass die Einlieferer das Geld bekamen. Sie haben ja nichts zu tun mit dem Betrug.

Die Marke(n) wurde(n) von Siegel zurückgehalten und letzten Endes vom FBI konfisziert. Der Betrüger hat also Nichts gewonnen oder verloren (wenn alle seine Raten von Opfern stammen).

Im Übrigen stecken die Indischen Polizeibeamten meist unter einer Decke mit den Betrügern resp. werden bestochen von den Scammern, also da wird (ausser in seltenen Fällen) Nichts weiter geschehen. Internetbetrug ist eine Riesenindustrie in Kalkutta/Mumbai.

Das Geld, das den Einlieferern gezahlt wurde, stammmt allerdings nicht vom Betrüger, sondern von den Amis, die auf den Indier-Betrugstrick hereinfielen. Sie haben die Arschkarte gezogen. Der US Marshall Service wurde offenbar eingeschaltet, um die "Betrugsmarken" zu vertickern, also hier geht Siegel leer aus. Die Ami-Opfer werden aus dem Erlös dann ausgezahlt (der wird allerdings kaum ausreichen um 100% zurück zu bekommen). Bei diesem Verkauf ist Siegel nicht involviert, daher gibt es also keine Provision (ausser sie werden vom US Markshall als Berater engagiert, was allerdings nicht wahrscheinlich ist).
 
Lars Boettger Am: 09.07.2024 23:10:26 Gelesen: 992# 8 @  
Eine Frage:

Seit mehreren Auktionen versteigert Siegel unter dem Kennwort "Magnolia" eine riesige Briefmarkensammlung. Eine Teilsammlung betraf das Land Indien. Ich kann in dem englischen Bericht keinen Hinweis auf indische Betrüger oder mehrere indische Einlieferer finden. Es wird generell von "Overseas" gesprochen, was alles und nichts heisst - nur nicht Binnenland USA.

Woher habt Ihr diese weitergehenden Informationen?

Beste Grüsse!

Lars
 
TeeKay Am: 10.07.2024 11:13:31 Gelesen: 882# 9 @  
Wenn in Deutschland jemand etwas für eine Million Euro kauft und die Zahlungen kommen dann von zig Quellen in kleinen Teilstückelungen, wäre das Auktionshaus selbst dran. Da kann keiner argumentieren, es hätte keinen Geldwäscheverdacht gegeben, wie es Siegel hier tut.

" One of them arranged for payments to Siegel to be made on their behalf through intermediaries who were never disclosed to Siegel."

" At the time Siegel was contacted by the FBI, only one $20,000 payment was flagged as suspect."

Bereits die Frage, ob Zahlungen durch nicht offengelegte Dritte erfolgen können, wäre eine Geldwäscheverdachtsanzeige.
 
drkohler Am: 10.07.2024 19:44:52 Gelesen: 724# 10 @  
Hier kann man sich durcharbeiten.

Wahrscheinlich alles Fachchinesisch für Nichtjuristen.

https://unicourt.com/case/pc-db5-casegua2e0937c2f8c-1859180
 
Lars Boettger Am: 11.07.2024 20:00:04 Gelesen: 511# 11 @  
@ drkohler [#10]

Vielen Dank für den Link! Leider ist mir das Herunterladen etwas zu teuer.

Mittlerweile habe ich über den Einlieferer (es gibt in der Tat nur einen einzigen) mehr Hintergrundinformationen, dank einem sehr aufschlussreichen Hinweis. Der sehr wohlhabende Sammler lebt nicht mehr, seine fantastischen Sammler werden über Siegel aufgelöst. Ich glaube, ich hatte letztes Jahr einen Brief aus einem "Magnolia"-Verkauf erworben (derzeit frühester bekannter Brief aus Französisch-Indochina nach Luxemburg).

Die Gerichtsdokumente wären in der Tat interessant, da man hier Einblick in die Geldwäsche-Operation erhalten könnte. Wenn das Geld von mehreren "Quellen" stammt, kann (und das wird auch so beschrieben) im Vorfeld eine Bündelung auf einem Konto stattfinden. Dann ist es für das Auktionshaus schwierig, die ursprünglichen Quellen festzustellen. Hier sind die Banken gefordert, eventuell kam von den Banken auch die erste Meldung eines Verdachtes. Wie gesagt, ich kann hier nur spekulieren.

Eine Grundregel ist, dass man die Geldwäscher erst einmal machen lässt und die Behörden informiert. Die Behörden entscheiden, wie weiter verfahren wird.

Beste Grüsse!

Lars (der mit den Verfahrensweisen bei Geldwäsche leider mehr Erfahrung hat, als ihm lieb ist)


 
drkohler Am: 11.07.2024 20:13:26 Gelesen: 497# 12 @  
@ Lars Boettger [#11]

Ja sorry für den Paylink.

Ich hatte dutzende von Links verfolgt und alle waren hinter Paywalls versteckt oder benötigen einen Anwaltsaccount. Ich dachte der hier sei "sauber", ist es aber auch nicht.

Linn's [1] bleibt hoffentlich dran und berichtet weiter darüber.

[1] http://www.linns.com
 
TeeKay Am: 11.07.2024 21:53:07 Gelesen: 458# 13 @  
@ Lars Boettger [#11]

"Wenn das Geld von mehreren "Quellen" stammt, kann (und das wird auch so beschrieben) im Vorfeld eine Bündelung auf einem Konto stattfinden. Dann ist es für das Auktionshaus schwierig, die ursprünglichen Quellen festzustellen."

Siegel selbst sagt doch, dass das Geld im ganzen Land auf verschiedenen Banken bar eingezahlt wurde.
 
drkohler Am: 14.07.2024 01:35:58 Gelesen: 221# 14 @  
@ Lars Boettger [#11]

Beim Einlieferer handelt es sich um Steve Chazen, resp. sein Estate.

Er war CEO von Occidental Petroleum und verstarb 2022. Seine Sammlung war enorm umfangreich und umfasste im Wesentlichen Asien und alles Texas, quasi als sein Heimspiel.
 
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