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Thema: Alt Gambia Bogen Schnäppchen: Man braucht nur Zeit und Geduld !
JanClauss Am: 09.07.2024 01:21:44 Gelesen: 385# 1 @  
Im Rahmen der berühmten "Besancon-Sammlung", die seit Jahren in Zürich mit beneidenswert luxöriösen Hardcover-Farbkatalogen vermarktet wird, wurden 2022 unter Gambia 4 (Klein-)Bögen der legendären Cameo-Ausgabe von Queen Victoria ausgerufen. Der Zuschlag dieser Bögen mit den SG-Nummern 11B, 12B, 13B und 14Bc betrug umgerechnet 1126 Euro, das entspricht 133 % des auf den reinen Markenpreis bezogenen Katalogpreises, nicht berücksichtigt die für in Deutschland Lebende extrem hohen Nebenkosten: Meine betrugen damals (Provision, Pauschalporto, Steuern, Agent, DHL, Zoll usw.) 47 Prozent, so dass aus 1000 Sfrs. Zuschlag schnell auch mal über 1.444 € werden können!

Eines der ältesten und seriösesten deutschen Auktionshäuser rief seit Dezember 2022 vier mal sehr vergleichsähnliche Cameo-Kleinbögen Gambias aus, und zwar zunächst für 400 €, dann 2 Male für 350 € und schließlich für 300 €. Ich bot 200 € und habe (Nebenkosten nicht gerechnet) 4 dem Besancon-Ausruf vergleichsweise sehr ähnliche Bögen mit den SG-Nummern 23, 26/27, 28/29 und 35/36 für 18 % des Katalogwertes erstanden.

Nun sage noch jemand, Philasearch und die Digitalisierung in der Globalisierung sorge dafür, dass für alle gesuchten Marken, egal von welchem Auktionshaus sie stammen, ein weltweit transparenter und somit Gleiche-Chancen-Markt besteht. Im Umkehrschluss würde das ja bedeuten, dass die Reputation eines Hauses wegen der Digitalisierung keine Rolle mehr spielte.

Spielt sie aber doch, denn "mein" deutsches Auktionshaus ist Marktführer auf anderem Gebiet, aber nicht bekannt für britische Kolonien, während sich in Zürich die gesamte britische Kolonialsammlerwelt auf diese Objekte stürzt und genau das tut, was Auktionatoren lieben, sich zu duellieren! - Meine Westafrikasammlung ziert so einiges von "Dottore Besancon", aber billig war´s nicht gerade, denn es macht einen Unterschied, ob man 18 % oder 133 % des Katalogwertes auf den Tisch legt!
 
drmoeller_neuss Am: 09.07.2024 09:28:43 Gelesen: 300# 2 @  
@ JanClauss [#1]

Werden hier nicht Äpfel mit Birnen verglichen?

Bei zu 118% zugeschlagenen Bögen handelt es sich um die SG-Nummern 11B, 12B, 13B und 14Bc, während der Autor "ähnliche" Bögen mit den SG-Nummern 23, 26/27, 28/29 und 35/36 für 18 % des Katalogwertes erstanden hat.

Was bedeutet "ähnlich"? Auch ein Mercedes und ein Golf sind ähnliche Handelsgüter, beide haben vier Räder und einen 4-Takt-Motor.

Im übrigen ist die Philatelie eben ein kleiner Markt. Es genügen schon zwei Bieter, die das gleiche haben wollen. Fällt einer der beiden Bieter aus, weil er krank ist oder - ganz profan - weil die Telefonverbindung während der Auktion nicht zustande kommt, wird das betreffende Los zum Untergebot zugeschlagen.
 
10Parale Am: 09.07.2024 09:34:27 Gelesen: 293# 3 @  
@ JanClauss [#1]

Gratulation zu diesen Schnäppchen bei "deinem" deutschen Auktionshaus. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, was sicher beim Züricher Haus die Herzen der Verkäufer höher schlagen lässt, wenn sich "die britische Kolonialsammlerwelt" auf die angebotenen Lose stürzt. Der interessierte Sammler hat das Nachsehen. Ähnlich ergeht es mir beim Sammelgebiet Rumänien. Die besten Stücke findet man zufällig nach langem Suchen in Privathand oder bei Verkäufern, die irgendwo einmal im Schaltjahr etwas anbieten.

Ich hoffe die schönen Cameo-Marken wachsen, blühen und gedeihen nun in deinem Besitz. Noch eine kleine Anekdote am Rande: als ich kürzlich auf einer REHA war, war dort ein dunkelhäutiger Mann, der den ganzen Tag die Zimmer reinigte und fröhlich war. Ich erfuhr dass er aus Gambia war. Ich erzählte ihm von den wertvollen Marken der Frühzeit seines Landes. Er war ganz begeistert, hatte aber keine Ahnung, dass es sowas gab. Ich weiß nicht, ob ich in ihm die Sammlerleidenschaft geweckt habe.

Die Tage kam mein Nachbar auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht mal kurz um die 5000 Euro hätte, denn ein Bekannter von ihm hätte vom Großvater eine Sammlung geerbt. Ich fragte woher er denn wisse, wie teuer die Sammlung wäre. Er wusste es nicht wirklich, aber meinte, sie wäre schon wertvoll. Ich gab ihm die Adressen von Auktionshäuser in Deutschland und im Ausland, wohin er sich wenden könne. Er fragte mich dann noch, ob ich die Arbeit übernehmen könne. Aber als Berufstätiger habe ich kaum Zeit für solche Eskapaden.

Ich finde wir sollten sehr offen darüber diskutieren, woher wir unsere Marken haben. In absehbarer Zeit wird eine Flut von Marken auf den Markt kommen, weil die Nachfahren der sogenannten Baby-Boomer eher Interesse an der Umwandlung des Sammlerguts in bare Münze haben als anders herum. Vieles wird auch auf dem Schrott landen, weil ich schon gesehen habe, dass die Leute, die sich professionell mit Entrümpelungen beschäftigen, nicht immer die Hellsten sind. Doch das ist nicht das Thema hier.

Meine 3 Gambia Marke (Cameo) habe ich aus Privathand, einmal von einem alten Franzosen, der in Südfrankreich im Altersheim lebt und vor Jahren sie mal bei ebay einstellte, die andere fand ich auf einem Quartierflohmarkt in Basel im Hinterhof. Ich erfreue mich noch ein wenig an Ihnen und irgendwann gehen auch sie ihren weiteren Weg.

Liebe Grüße

10Parale


 
JanClauss Am: 09.07.2024 10:04:37 Gelesen: 272# 4 @  
Uli, Du hattest den Gag der Geschichte nicht verstanden: Während in Zürich alles, was Britische Kolonien betrifft, sehr teuer rausgeht - unter 2/3 Katalog ist dort brutto nie etwas zu bekommen, und ich weiß, wovon ich spreche, denn ich bin dort seit Jahren Kunde - gehen gesuchte Stücke Britische Kolonien bei uns auch schon mal zu 1/3 Katalog weg, netto in diesem Falle sogar für 18 %.

Immerhin sind die beschriebenen Bögen zeitlich und "wertlich" fast identisch, insofern sind es zwar Äpfel und Birnen, aber beides doch sehr nahe verwandtes Obst.
 
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