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Thema: Die seltsamen Prüfungsmitteilungen von Herrn Sturzeis
Attila Am: 17.07.2024 10:45:07 Gelesen: 4632# 1 @  
Dilettantisches und zweifelhaftes Zertifikat, Prüfungsmitt. nicht von Fritz Sturzeis

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es erschien kürzlich zum Preis von 195 EUR auf dem Markt. Die Prüfungsmitteilung wird zusammengesetzt.

Ich weiß nicht, ob ich weinen oder lachen soll.

Die Echtheit des Stempels auf der Rückseite ist höchst fraglich, er sieht aus wie ein Siebdruck (Serigraphie).

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich um ein "Werkzeugbau-Tuning" handelt.

Grüße,
Attila




 
szabo Am: 17.07.2024 14:17:46 Gelesen: 4537# 2 @  
Die "Prüfungsmitteilung" ist einfach Spitze ! So was von zusammengestückelt habe ich noch nie gesehen.

Und dann noch der Prüfer: Herr Sturzeis prüft diese Marke gar nicht !

Ich hoffe, Sie haben diesen Beleg nicht erworben.
 
Richard Am: 17.07.2024 15:38:57 Gelesen: 4491# 3 @  
An alle Mitglieder, insbesondere die Prüfer des VÖB

Kann mir bitte jemand der Mail die Mailanschrift von Herrn Fritz H. Sturzeis geben.

Wir möchten ihn auf den Beitrag hinweisen und die Gelegenheit zu einer Stellungnahme geben.

Grüsse ins Nachbarland, Richard
 
Attila Am: 17.07.2024 16:37:35 Gelesen: 4446# 4 @  
@ szabo [#2]

Ich habe es nicht gekauft. Ich erhebe dieses Prüfgebiet nicht.

Als offizieller Prüfer habe ich Einblick in das Aussehen eines regulären Dokuments.

Gruß
Attila
 
spain01 Am: 17.07.2024 16:56:55 Gelesen: 4439# 5 @  
Ist denn die Unterschrift authentisch ?
 
Attila Am: 18.07.2024 00:47:28 Gelesen: 4309# 6 @  
@ Richard [#3]

Lieber Richard,

Hier ist ein weiteres Zertifikat von Herrn Sturzeis.

Auch dieser wird mit einer Schere ausgeschnitten und aufgeklebt. Hier nummeriert und auf Basispapier mit VÖB-Logo gedruckt. [1]

Wenn dieses Zertifikat echt ist, dann könnte diese Klebetechnik leider typisch für die Dokumente von Herrn Sturzeis sein. Ich wäre sehr traurig, wenn dieser Schein der Realität entspräche.



Gruß
Attila

[1] Dieses Zertifikat habe ich bei http://www.briefmarken-pruefer.de gefunden.
https://briefmarken-pruefer.de/briefmarkenpruefer-bilder/Sturzeis_1979_briefmarkenpruefer_fotoattest.jpg
 
Attila Am: 18.07.2024 01:06:18 Gelesen: 4306# 7 @  
Ich glaube, ich suche nicht weiter.

Die Situation ist mir klar.

MvG
Attila


 
Stefan Am: 18.07.2024 10:05:33 Gelesen: 4203# 8 @  
@ Attila [#7]

in der Attestdatenbank von Philaseiten sind auch einige Befunde und Atteste vom VÖB-Prüfer Fritz Sturzeis vorhanden [1], die meisten Zertifikate nicht datiert (datierbar). Vielfach handelt es sich um Klebearbeiten wie in deinem Beispiel aus Beitrag [#1], teils "nur" die Adresse des Prüfers als aufgeklebter Zettel, teils auch die Datums-/Ortsangabe des Zertifikats bzw. der Inhalt des Zertifikats als aufgeklebtes Zettelchen selbst.

Gruß
Stefan

[1] https://www.briefmarken-atteste.de/atteste/suchen/ablage/352
 
Attila Am: 18.07.2024 10:54:25 Gelesen: 4156# 9 @  
@ Stefan [#8]

Lieber Stefan,

früher war es selbstverständlich, dass das Bild der Briefmarke in das Fotozertifikat eingeklebt wurde. Eine natürliche Methode, es gab noch keine Computeroption. Ich kann es sogar verstehen, ein Titelschild darauf zu kleben und es mit einem Schild zu kennzeichnen.

Etwas seltsam ist allerdings, dass ein Echtheitsdokument aus vier Teilen zusammengeklebt wird. Ich habe das erste gezeigt, weil ich das Prüfungsergebnis nicht für realistisch hielt. Das habe ich noch nie gesehen.

Unabhängig davon bleibt der umgekehrte Stempel technisch zweifelhaft (Serigraphie?).

Gruß,
Attila
 
drmoeller_neuss Am: 18.07.2024 12:45:45 Gelesen: 4074# 10 @  
@ Attila [#1]

Ich störe mich in erster Linie am fehlenden Datum des Befundes (Prüfungsmitteilung).

Herr Sturzeis scheint ein sparsamer Mensch zu sein. Hier verkommt kein Papierfetzen. :)

Die Teile des Befundes sind durch die übergehende Unterschrift "dokumentensicher" miteinander verbunden. Trotzdem kann man das heutzutage besser machen. Der Prüfer hätte besser ein Foto des gesamten Briefes zum Befund hinzugefügt.

Die anderen gezeigten Atteste sind über 40 Jahre alt. Damals war es üblich, mit Schreibmaschine und Klebstoff zu arbeiten. Herr Sturzeis scheint nun etwas älter zu sein, ich schätze 80+.

Vom Ergebnis stimme ich mit Herrn Sturzeis überein und halte alles für echt, auch den Briefträgerstempel aus München 2.
 
Richard Am: 18.07.2024 15:17:45 Gelesen: 4001# 11 @  
@ Attila [#1]

Hallo Attila,

kannst Du mir bitte kurzfristig das Angebot mailen oder einen Link auf dieses ?

@ [#3]

Von Herrn Sturzeis ist keine Mailadresse auffindbar.

@ spain01 [#5]

Die Unterschriften Sturzeis findest Du wenn Du seinen Namen in der Atteste Datenbank eingibst.

So wie die von unzähligen anderen Prüfern aus aller Welt.

Grüsse aus dem sonnigen Allgäu, Richard
 
christel Am: 18.07.2024 16:37:23 Gelesen: 3928# 12 @  
@ Richard [#11]

Hallo Richard.

Wenn ich mich recht erinnere, ist Herr Sturzeis per Mail über das Dorotheum Wien erreichbar.

Bester Gruß
 
Attila Am: 18.07.2024 22:16:14 Gelesen: 3818# 13 @  
@ drmoeller_neuss [#10]

Es ist kein Problem, dass die Prüfer vor 40 Jahren noch mit Schreibmaschinen und Klebestiften gearbeitet haben. Damals wurde das Briefmarkenbild eingefügt, da es sich noch um ein traditionelles Briefmarkenfoto handelte. Und dies wurde mit einem Stempel oder einer Prägung UND einer Unterschrift kombiniert. Der Name und die Daten des Prüfers stellen kein Problem dar, auch wenn diese auf einem separaten Etikett angebracht sind. Deshalb habe ich auch geschrieben, dass mir die Situation klar ist. Herr Sturzeis hat diese Lösung offenbar schon vor 45 Jahren genutzt.

Es gibt Probleme mit der aktuellen ersten Arbeit. Eine analoge Fotokopie (VÖB-Emblem), mit aufgeklebtem computergedrucktem Text, daneben eine farbige digitale Kopie der Briefmarke und das alte Namens- und Adresspapier. Und das alles ist nur die Signatur.

Es ist heutzutage einfach völlig ungewöhnlich. Aber seit 40 Jahren ist es nicht mehr üblich. Wie ich schrieb, habe ich noch nie eine solche Montage gesehen, nicht einmal bei irgendeiner Gruppe von Prüfern. Keine Seriennummer, kein Datum, kein Prüfzeichen usw.

Ich habe keine Kopie des Stempels auf der Rückseite. Ich habe geschrieben, dass es sich bei diesem Stempel aufgrund der DRUCKTECHNISCHEN Merkmale für mich um Serigraphie druck handelt. Weder das Erscheinungsbild der Linien noch die Farbe entsprechen dem damals üblichen Erscheinungsbild.

Gruß,
Attila
 
Lars Boettger Am: 18.07.2024 23:02:33 Gelesen: 3785# 14 @  
@ Attila [#13]

Ich habe geschrieben, dass es sich bei diesem Stempel aufgrund der DRUCKTECHNISCHEN Merkmale für mich um Serigraphie druck handelt. Weder das Erscheinungsbild der Linien noch die Farbe entsprechen dem damals üblichen Erscheinungsbild.

Hallo Attila,

der Stempel auf der Rückseite des Briefes hat grosse Ähnlichkeit mit einem Stempel von München in der StampsX-Datenbank [1]. Die Stempelfarbe und das Erscheinungsbild weichen deutlich von den "normalen" Stempeln ab, aber das ist hier die Ausnahme, welche die Regel bestätigt. Auf den ersten Blick kann man den Stempel für falsch halten.

Beste Grüsse!

Lars

[1] https://www.stampsx.com/ratgeber/stempel-bilder.php?id=226034
 
Attila Am: 18.07.2024 23:28:00 Gelesen: 3775# 15 @  
@ Lars Boettger [#14]

Lieber Lars,

Vielen Dank für das Bild der Datenbank.

Jetzt sind meine Zweifel an der Echtheit noch stärker geworden.

Gruß,
Attila
 
Richard Am: 19.07.2024 18:15:58 Gelesen: 3574# 16 @  
@ Attila [#15]

Hallo Attila,

ich habe die Überschrift geändert, weil ich extrem vom heute üblichen Aussehen abweichende Mitteilungen nicht als dilettantisch stehen lassen kann.

Du kannst ihn jetzt über das Dorotheum Wien anschreiben und ihn auf die Forumbeiträge aufmerksam machen - ich werde das mangels direkter Mailverbindung nicht tun.

Bitte beachte - dies richtet sich an alle schreibenden Mitglieder - immer, dass Beiträge in diesem Forum aus den letzten Jahren komplett und weltweit ohne Anmeldung einzusehen sind und auch eingesehen werden, jetzt durch die Sprachübersetzer von Google, DeepL usw. sekundenschnell und weltweit. Und wenn es mit finanzieller Hilfe von weiteren Mitgliedern gelingt, das Philaseiten Portal weiter am Leben zu halten, soll dies auch in 20 Jahren so sein. Daher auch unsere Bitte nach einer jährlichen Spende von 60 Euro und gerne mehr (Startseite links unten).

Grüsse aus dem Allgäu, Richard

[1] https://www.dorotheum.com/de/c/impressum-45/
 
ermutigend Am: 01.08.2026 20:36:43 Gelesen: 1196# 17 @  
Herr Sturzeis ist ein älterer Herr. Ich habe ihn einmal persönlich kennengelernt. Er hat keine E-Mail-Adresse.

Eckdaten:

Sturzeis Fritz
Beckmanngasse 32/15
A-1140 Wien

Tel: +43 1 / 98 30 792

Postgeschichte 1945; allgemeine philatelistische Hilfestellung und Fälschungsbekämpfung

Quelle:
Verband Österreichischer Briefmarkenprüfer

PRÜFERLISTE des VÖB
(in alphabetischer Reihenfolge)
Stand: Juni 2025

https://www.xn--vb-fka.com/?p=1
 
Velomaniaque Am: 02.08.2026 06:21:57 Gelesen: 1074# 18 @  


Bei dem geprüften Stück scheint dem „E“ in MÜNCHEN 2 BZ die leichte Neigung nach rechts zu fehlen. Das „B“ hingegen sorgt wiederum für einen gewissen Ausgleich.
 
filunski Am: 02.08.2026 13:24:39 Gelesen: 942# 19 @  
Hallo an alle,

der Tageszählstempel der Briefzustellung beim Postamt München 2 ist in der Philaseiten-Stempeldatenbank 16 (!) Mal vorhanden, sieben davon in genau der hier in Frage gestellten Version.[1] Somit könnt ihr damit reichlich Vergleiche anstellen. Ein Vergleich mit nur einem Abschlag muss nicht unbedingt zielführend sein.

Grüße,
Peter

[1] https://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/1674
 
Velomaniaque Am: 03.08.2026 08:02:57 Gelesen: 735# 20 @  
@ filunski [#19]



Peter, was nun?

Hier findest Du das Bild in einer etwas besseren Auflösung:

https://bicyclestamps.de/breadcrubs/Ankunftsstempel-Muenchen.jpg
 
filunski Am: 03.08.2026 13:20:04 Gelesen: 618# 21 @  
@ Velomaniaque [#20]

Gut gemacht! ;-)

Bestätigt nur meine persönliche Annahme, die ich vorher schon hatte, dass der in Zweifel gestellte Stempelabdruck vom echten Stempelgerät stammt. Ob und wie er aber tatsächlich und auch zeitgerecht auf diesen Beleg gekommen ist, vermag zumindest ich anhand der hier gezeigten Bilder/Scans nicht sagen. Das kann wohl nur ein Prüfer anhand des vorgelegten Originalbelegs.

Grüße,
Peter
 
Reini46 Am: 03.08.2026 14:16:50 Gelesen: 574# 22 @  
Hallo,

ich kenne Fritz Sturzeis persönlich und schätze ihn als korrekten und kompetenten Prüfer.

Ja - er ist schon alt aber er hat es nicht verdient, daß in dieser herabwürdigenden Art über ihn gesprochen wird.

Grüße

Reini46
 
rudi63 Am: 03.08.2026 19:44:30 Gelesen: 444# 23 @  
@ Attila [#1]

Hallo Attila,

ich würde sagen, an dem Brief ist alles echt.

Die improvisierten Atteste sind halt dem Stand der Technik in den 80er/90er Jahren.

Beste Grüße Rudi
 
Velomaniaque Am: 04.08.2026 08:42:42 Gelesen: 287# 24 @  
@ Attila [#15]

Jetzt sind meine Zweifel an der Echtheit noch stärker geworden

Nachdem Zuständigkeit und Arbeitsweise Deines Prüferkollegen geklärt sind und einiges an Vergleichsmaterial vorliegt, bleibt für mich noch die Frage, wie erkenne ich als Laie Deinen gefälschten Siebdruck-Stempel?

Du führst das Erscheinungsbild der Linien und die Farbe als Kriterium an. Du tätest mir einen großen Gefallen, wenn Du dies anhand der rot nummerierten Vergleichsstempel 2 bis 9 konkretisieren würdest – ein oder zwei erklärende Worte genügen.


 
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