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Thema: Deutschland: Echtgelaufenes seit 2020 mit Marken - wer schreibt denn noch ?
Das Thema hat 30 Beiträge:
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Christoph 1 Am: 20.12.2024 23:23:15 Gelesen: 4054# 6 @  
Guten Abend zusammen,

aus der heutigen Weihnachtspost meiner Frau kann ich diesen wunderbaren Bedarfsbrief zeigen:



Die Absenderin hat - ebenso wie die Empfängerin - nichts mit Philatelie am Hut. Die Weihnachtsmarke wurde verwendet, weil die Absenderin in einer sozialen Einrichtung der Wohlfahrtspflege arbeitet.



Es gibt sie also noch: Die "echten" Briefe aus dem Jahr 2024, bei denen alles ist wie früher.

Viele Grüße zum Weihnachtsfest
Christoph
 
Bendix Gruenlich Am: 19.01.2025 21:14:18 Gelesen: 3896# 7 @  
Wer noch schreibt? Ja, lebt Ihr außer der Welt? Da wären zum Beispiel meine Gläubiger. Ohne Gnade erstellen die Rechnungen, tüten die ein und schicken die mir mit kurzen Fristen. So kommt sowas rein: grau, blau, standard, selbstklebend, den Stempel kann man auch nicht lesen. Mein Gott! Da könnte man natürlich die Meinung vertreten, das ignorieren wir mal wegen der philatelistisch nicht gelungenen Frankatur. Mir fehlt bisher der Mut herauszufinden, ob die sich bei Nichtzahlung und der folgenden Mahnung bei der Frankatur mehr anstrengen.



Besser ich zeige jetzt mal was möglich ist.

Ich habe hier einen Behördenbrief nach Spanien, den ich per Einschreiben auf die Reise gab. Die Marken stammen aus meinen Frankaturalbum und wurden auch noch zu unter 100% gekauft (da freut sich der Kaufmann, klappt natürlich nicht immer - ich habe natürlich auch Dutzende Neuausgaben auf Lager, die ich zu par gekauft habe. Ich sammele und benutz die Dinger halt).

Sieht so aus, als ob ich mal wieder (mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland, die verantworten ja die deutschen Ausgaben) den Kultur- und Designhammer rausgeholt hätte, damit die Welt nicht noch grauer wird (bzw. schwarz und weiß, das sind ja die Farben der tollen Label).
• Dokumenta - die regelmäßig die Feuilletons füllende Kunstausstellung
• Eine spielerisch mit dem Begriff Post arbeitende Marke (übrigens ganz passend - die Beförderung ging so schnell nach Spanien, dass man das als Luftpostmarke interpretieren könnte)
• Touristischer Hinweis auf eine mögliche Elbefahrt (Albrechtsburg, Blaues Wunder, Silhouette Dresdens)
• Donaubrücke bei Regensburg - das auch noch in zwei Varianten
• Spielzeug
• Fontane-Denkmal in Brandenburg

Handgestempelt mit drei verschiedenen Stempeln.



Ob die Empfänger so beeindruckt waren, dass die Beamten in Spanien jetzt eine Deutschlandreise planen, weiß ich nicht. Es würde mich aber freuen.

Ob die bunte Frankatur die Bearbeitung beschleunigt hat, weiß ich ebenfalls nicht. Jedenfalls erhielt ich die beantragte Reaktion umgehend.

Ich finde ganz spannend, dass man heute die Sendung verfolgen kann. Die deutsche Post hat ihren üblichen Leistungsstandard gezeigt - zwei Tage bis Frankfurt (das geht so, ein Tag wäre topp gewesen). Dann innerhalb eines Tages nach Spanien (es scheint also doch noch Luftpost zu geben). Die Spanier haben dann allerdings getrödelt, acht Tage für den Zustellungsprozess sind schwach.



Dann fassen wir mal zusammen: a) Antrag gestellt b) Antrag ruckzuck bewilligt c) Kulturbotschaft aus Deutschland nach Spanien geschickt d) Stoff für einen Beitrag hier im Forum hatte ich auch noch und e) Spaß hat’s auch gemacht.
 
Christoph 1 Am: 19.01.2025 21:28:49 Gelesen: 3887# 8 @  
@ Bendix Gruenlich [#7]

Handgestempelt mit drei verschiedenen Stempeln.

Und: an zwei verschiedenen Tagen! Darf ich fragen, wie Du das gemacht hast?
 
Bendix Gruenlich Am: 19.01.2025 21:51:20 Gelesen: 3871# 9 @  
@ Christoph 1 [#7]

Tatsächlich, die Philateliestempel waren wohl noch nicht umgestellt und zeigen den 10. einen Samstag, der Tagesstempel den 12., das war ein Montag. Und stimmt, ich war meiner Erinnerung nach früh am Tag am Schalter.
 
Christoph 1 Am: 19.01.2025 21:58:00 Gelesen: 3866# 10 @  
@ Bendix Gruenlich [#9]

Chapeau, das nenne ich mal einen philatelistischen Coup *grins*. Drei verschiedene Stempel auf einer Sendung sind wohl schon ziemlich schwierig zu bekommen, dazu noch mit zwei verschiedenen Datumseinstellungen (OK, ein Versehen, das kommt vor). Und dann schaffst Du es auch noch, von dem gestempelten Brief ein Foto zu machen, bevor er in den Versandkreislauf geht.

Spätestens an dieser Stelle hätten mich alle Postler, denen ich bislang begegnet bin, rausgeworfen.
 
Bendix Gruenlich Am: 01.04.2025 21:21:50 Gelesen: 3619# 11 @  
Na, habt Ihr auch schon den Briefkasten abgeschraubt (weil Euch Euer Bildschirm - gar nicht so selten mit maschinenerzeugten Nachrichten - besser unterhält)?

Ich rate davon ab, denn das wäre meiner Meinung nach verfrüht.

Warum?

Nun, dann könnt Ihr keine Post mehr empfangen. Ich habe mir im Herbst 2024 ein Buch im Antiquariat bestellt, dass mich auf eine Reise begleiten sollte.

Heutzutage steht ja Gedrucktes nicht hoch im Kurs, ich sehe allerhand davon in sogenannten Bücherschränken, dort wird auch vor Werken von Nobelpreisträgern nicht halt gemacht, die suchen ein neues Zuhause. Manchmal glaube ich, die landen im Ofen (Bücherverbrennung).

Für einen lächerlichen Eurobetrag habe ich mir das Büchlein gekauft, das mich schon einige Stunden würdig unterhalten hat, und mir postalisch zustellen lassen. Innerhalb eines Tages hat das die Post von Thüringen (Altenburg) in meinen rheinischen Briefkasten befördert. EUR 1,60 für 500 km – Glückwunsch, Top-Leistung. Und das über den 01.11. (also Allerheiligen, katholischer Feiertag in diversen Bundesländern - man besucht da die Gräber der Ahnen, andere erpressen an diesem Tag die Nachbarn um Süßigkeiten. Ist aber kein Feiertag in Thüringen.).

Und die Antiquarin war so freundlich, das interessant zu frankieren (Aufbrauch).



Herzlichen Dank!
 
fogerty Am: 02.04.2025 19:00:09 Gelesen: 3539# 12 @  
An die Zeit, in der dieser Werbestempel verwendet wurde, möchte ich mich nicht gerne erinnern!



Grüße
Ivo
 
drmoeller_neuss Am: 02.04.2025 20:28:34 Gelesen: 3514# 13 @  
@ fogerty [#12]

An die Zeit, in der dieser Werbestempel verwendet wurde, möchte ich mich nicht gerne erinnern!

An die Zeit, wo die Post noch so schön in den Briefkasten eingeworfene Briefe gestempelt hat, schon. :)
 
fogerty Am: 07.04.2025 17:43:20 Gelesen: 3423# 14 @  
Heute eingetroffen aus Crottendorf/Erzgebirge.


 
BANANA60 Am: 07.04.2025 17:57:58 Gelesen: 3418# 15 @  
Hier ein Brief vom 30.12.2021 über das Briefzentrum 52.

Das Nachporto wurde bei mir allerdings nie eingehoben.



Liebe Grüße
Harald
 
Bendix Gruenlich Am: 10.07.2025 22:02:44 Gelesen: 3145# 16 @  
Heute etwas Ernstes, ein Todesfall, eine Nachbarin war gestorben. Eine andere Nachbarin informierte mich beiläufig (Frauen sind halt garantiert die besten sozialen Informationsbörsen).

Ignorieren?

Nein, die verstorbene Nachbarin kannte ich viele Jahre. Und auch wenn wir die Bekanntschaft nicht vertieft haben, sie hat immer freundlich und neugierig herübergegrüßt, wen ich mal vorüberkam. Aber abgebaut hatte sie seit ein paar Jahren, ich hatte sie lange nicht mehr gesehen.

Habe ich halt eine Kondolenzkarte geschrieben (Tinte, drei gemessene ehrliche Sätze ohne Übertreibungen), das in einen Umschlag gesteckt, diesen angemessen frankiert und ihn auf den Weg gegeben.



Später traf ich den Witwer, er war ehrlich gerührt und dankte sehr herzlich.

Ich habe das ja schon einmal hier an anderer Stelle im Forum geschrieben: die positive und verbindliche Wirkung von Briefpost wird regelmäßig unterschätzt.
 
mumpipuck Am: 13.08.2025 23:36:12 Gelesen: 2878# 17 @  
Ich sortiere gerade einen riesigen Bestand aus dem Posteingang meines Arbeitgebers, also echte Bedarfspost, aus dem Jahre 2022. Es gibt sie noch, die Rosinen mit sauberem Tagesstempel auf nassklebender Sondermarke - allerdings nicht oft.

Ich kann hier wegen Datenschutz nicht die ganzen Belege zeigen, aber es sind saubere handschriftliche C5-Umschläge privater Absender.

Einfach schön anzuschauen!



Burkhard
 
pritt Am: 14.08.2025 16:58:38 Gelesen: 2771# 18 @  
Herrlicher Umschlag (Brieffreundschaft seit IX Jahren) mit Reklame im Fenster, am 31.07.2025 bei mir angekommen. Heute eben mehrheitlich Maschinen Abstempelungen.


 
Bendix Gruenlich Am: 08.09.2025 18:17:13 Gelesen: 2516# 19 @  
Sentawau hat vor kurzem hier im Forum behauptet: „Eine Sondermarke aus neuester Zeit auf einem Brief nach Uruguay sei bestimmt keine Massenware.“

Da kann ich folgendes anbieten:



Verwendet habe ich

• Den Block brasilianische Ochsenaugen (wegen des Südamerikabezugs)
• Den Block Nationalpark Eifel (damit die Urus sehen können, dass es hier auch ganz schön ist)
• Eine Weihnachtsmarke aus 2005 (weil Weihnachten vor der Tür stand)
• Eine EUR 0,10 Automarken (mein Lieblingsmotiv „Briefeschreiben“, weil ich ja auch irgendwie auf EUR 3,70 kommen musste).

Was mich motiviert hat, an die Post in Uruguay zu schreiben?

Nun ich war da im Dezember 2024 vor Ort, und nachdem ich rasch noch an paar Kartengrüße an Freunde und Bekannte verschickt habe, stellte ich fest, einer fehlte noch. Postkarte besorgt, geschrieben und frankiert, aber am Freitag nach 17h00 an der Hauptpost in Montevideo in der Altstadt aufgeschlagen. Die haben dann zu und öffnen auch erst wieder am Montag (da wäre ich außer Landes gewesen).

Kein Briefkasten an der Hauptpost, kein Briefkasten auf der Plaza de Independenica, auch am Tag davor und am Morgen, als ich durch die Stadt bin, habe ich keine Kasten gesehen (so was sehe ich immer aus dem Augenwinkel heraus, ist ein Stück Infrastruktur).

Am nächsten Morgen zum internationalen Flughafen, was soll ich sagen: sin oficina de correos, sin buzon (also keine Post und auch kein Briefkasten). Schnaub!

Da habe ich das Ding mit nach Hause nach Deutschland transportiert. Das hat mich geärgert, und zwar dermaßen, dass ich wider alle Vernunft einen Umschlag genommen habe und meine Post auf dem Postweg nach Uruguay (eine Wegstrecke: 11.400 km) zurückgeschickt habe, damit sie nach Deutschland geschickt werden kann.

Das hat auch geklappt, der Beleg ist (nach 34.200 km und nachdem er vom Empfänger abgescannt wurde) brav an mich übergegeben worden, so kann ich ihn hier zeigen.

https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=374038

Natürlich habe ich den Brief nach Uruguay nicht mehr, den habe ich ja an die Philateliestelle in Uruguay geschickt. Ich habe die in einem Begleitschreiben gebeten, den Umschlag an einen interessierten uruguayanischen Philatelisten weiterzugeben. Wer weiß, vielleicht sehen wir ihn irgendwann einmal auf einer Ausstellung wieder, schließlich dürfte die Kombination einmalig sein.

Interessantes Detail: Versand am 10.12.24 - Poststempel des uruguayanischen Belegs 21.01.25. 41 Tage Postlaufzeit?
 
Journalist Am: 10.09.2025 18:35:34 Gelesen: 2375# 20 @  
Hallo an alle,

ein kleiner Glücksfund in einem großen Posten war der folgende echte Bedarfsbrief:



Der Beleg sticht in mehrfacher Hinsicht hervor, die Marken sind sauber gerissen, was heute selten ist, sie wurden beim Transport nicht ramponiert, der Stempel aus 04420 Markranstädt ist sauber abgeschlagen und die Sendung ist sogar eine portogerechte Doppelfrankatur, also ein Fund in der Kategorie 5 mit Zusatzzahl.

Leider ist so ein Beleg heute die Ausnahme - viele Grüße Jürgen
 
MichaelS Am: 10.09.2025 19:20:19 Gelesen: 2346# 21 @  
@ Journalist [#20]

Hallo,

mit der gleichen Marke kann ich auch dienen, allerdings nicht ganz so schön gestempelt. Das Einschreiben wurde zwar in HH-Wilhelmsburg von Hand gestempelt, lief dann aber doch durch die Stempelmaschine im Briefzentrum:



Schönen Gruß,
Michael
 
Journalist Am: 10.09.2025 20:31:02 Gelesen: 2318# 22 @  
@ MichaelS [#21]

Hallo Michael und an alle,

der Beleg den du zeigst ist insofern auch interessant, da es sich hier um ein Frühdatum bezüglich der neuen Filiallabel für Einschreiben mit dem Zusatz "Gogreen Plus" handelt. Dies wurde vermutlich softwaretechnisch im Laufe des August umgestellt.

Viele Grüße Jürgen
 
logi Am: 11.09.2025 22:25:48 Gelesen: 2231# 23 @  
Ganz frisch eingetroffen mit Stempel aus Fredenbeck.

Briefzentrum müßte BZ 2 Hamburg- Altona sein ? Bitte korrigieren wenn's falsch ist !



Gruß Lothar
 
Bendix Gruenlich Am: 14.10.2025 22:58:52 Gelesen: 1921# 24 @  
Heute ein paar Briefe aus dem I. Quartal 2025.



Hier ein Großbrief zu EUR 1,80.



Und ein Kompaktbrief zu EUR 1,10 (mit einer Doppelnominalmarke zu EUR 1,12 abgedeckt und daher mit EUR 0,02 leicht überfrankiert). Leider ist die Marke geknickt, so geht das halt manchmal.

Ach ja, in beiden war Sammlermaterial drin. Brief ist eben Transport und kann auch Warentransport bedeuten.

Und rette sich wer kann, natürlich brauchen wir altes Material auf, auch die Absender der Briefe.

Ich mache das selbst von Zeit zu Zeit, wie das meine ausgehenden Sendungen immer wieder zeigen (denn Briefmarke ist Gebrauchsgegenstand, allerdings freue ich mich auch, wenn es interessant aussieht).



Der Brief wurde gar nicht gestempelt? Nein, ich zeige ihn in seinem Zustand vor Aufgabe. Aber schnell sollte es gehen, da ich in absehbarer Zeit nicht nach Düsseldorf zum Philatelieshop kam. Und für alle, die nicht mehr schreiben, kann es jetzt ein „Aha!“-Erlebnis geben.

Ich kläre nämlich auf, was es mit den gelben Kästen auf sich hat, die man gelegentlich in Deutschland am Straßenrand sieht.

Es handelt sich um Briefkästen. Da kann man vorfrankierte Sendungen einwerfen und ein Bote holt die ab und sorgt für die Weiterverteilung (ich muss da nicht selber zur nächsten Filiale fahren, oder gar zum Empfängerort). Praktisch, muss ich sagen.

Ihr glaubt, ich nehm Euch hier auf die Schippe, weil ich so etwas Naheliegendes beschreibe?

Nein, nein – denn folgendes: klar ist, dass es für die Post ein Ärgernis ist (bzw. ein Kostenfaktor) eine Abholtour zu fahren. Besser man macht das wie in Dänemark und flext die Dinger ab (habe ich vor kurzem hier im Forum gelesen unter „Dänemark schafft die Briefmarke ab“).

Da kann dann der Kunde brav zur nächsten Filiale tingeln (natürlich mit dem Auto – sollte so EUR 5,00 an Vollkosten verursachen + 15 Minuten hin und 15 Minuten zurück), damit die Post EUR 0,02 an Kosten pro Brief durch die gestrichene Tour spart.

Na, ist das genial? Ich denke für die Post schon. Da die Experten von postnord (der ehemalige dänische Postbetreiber) demnächst auf Arbeitssuche sein werden (Glückwunsch zur eigenen Arbeitslosigkeit), kann es schon sein, dass die demnächst bei DHL ihr Unwesen treiben. Aber DHL / Deutsche Post wird da schon selbst drauf kommen.

Bis dahin zeige ich nochmal so ein Ding.



Es handelt sich um einen Briefkasten im industrialisierten Rheinland, NRW halt. Bekannt für eine gewisse Nachlässigkeit (wenn ich schlechte Laune habe, nenne ich NRW auch mal einen „failed state“). Das gezeigte Stück hat Jahrzehnte auf dem Buckel und wird auch immer wieder gerne mit Bildern beklebt. Brot und Spiele, und so scheinen Fußballvereine die letzten verehrungswürdigen Institutionen in der Gegend zu sein (die Designfreunde von Bayer Leverkusen zeigen mal wieder Gevatter Tod und bedrohen gewohnt freundlich den Betrachter).

Aber wer genau hinsieht, kann auch eine Mi-Nr. 741 von 1972 zu Ehren des Komponisten Heinrich Schütz sehen mit Noten und der Textzeile „Verleih uns Frieden gnädiglich“. Die Marke scheint ein Philatelie-Vandale links unter den Briefschlitz geklebt zu haben.

Jetzt den Browser öffnen und bei google „Heinrich Schütz“ und die Liedzeile suchen und es sollte sich ein link zu you tube-Videos öffnen, anklicken und zwei Minuten genießen, es ist wunderschöne Chormusik (liebe katholischen Leser, Vorsicht: Text von Martin Luther). Wer das mit geschlossenen Augen tut, sieht vielleicht eine Fußballrang vor sich, glühend vor Pyrotechnik (in Leverkusen und daher in rot und schwarz?), wo die Leute versonnen das freundliche Lied anstimmen.

Soviel noch als kleines zusätzliches Kulturstichwort, dass wir wieder einmal einer Marke von unbedeutendem kommerziellen Wert zu verdanken haben.

Ich kannte das in der Tiefe bisher nicht und habe da heute wieder staunend was dazugelernt.
 
Bendix Gruenlich Am: 01.01.2026 22:55:45 Gelesen: 1377# 25 @  
Ich stolpere gerade noch über ein Foto eines Briefes aus dem Mai 2025.



Behördenbrief ans Finanzamt. Solange man sich mit denen herumschlagen muss, ist die Welt in Ordnung und der Kühlschrank voll. Immerhin.

Warum sich da Mühe bei Frankatur geben?

Ist halt eine Glaubenssache. Ich ziehe pralle Kultur schmucklosen Labeln vor. Kritisch bin ich beim Block. Der ist nicht mein Lieblingsmotiv, weil meiner Meinung nach kulturell aus der Zeit gefallen (den letzten Ohser-Comic habe ich vor ca. 40 Jahren in einer Zeitung gesehen).

Aber das ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, die Einwertung überlasse ich gerne dem Empfänger. Natürlich würde ich mich freuen, wenn es in der Poststelle jemanden geben würde, der die Frankatur zu schätzen weiß.

Ein Einschreiblabel hat der Brief übrigens auch noch bekommen.

Postlaufzeit 1 Tag und damit meiner Meinung ein gutes Leistungsniveau.
 
Vernian Am: 02.01.2026 00:10:11 Gelesen: 1354# 26 @  
Tja, das ist heutzutage tatsächlich so eine Sache - weniger mit "wer schreibt denn noch" als mit "wer benutzt denn noch (Sonder-)Briefmarken zur Frankatur".

Ich gehöre zu den eisernen Verfechtern des ewigen gestrigen Briefmarkenfrankierens, bevorzugt mit Sondermarken und egal wohin. Mit der sehr geringen dienstlichen und auch (etwas mehr) privaten Post verbreite ich aber intensiv das historische Portobelegmittel "Briefmarke" bei gut 400 Sendungen pro Jahr, im Wesentlichen mit dem Versand des Magazins "Nautilus" des Jules-Verne-Clubs, welches nicht nur (ausschließlich) als gedruckte Periodika zweimal im Jahr auf Reisen geht*, sondern vor allem auch immer mit (Sonder-)Briefmarken der beauftragten Dienstleister (i.d.R. Deutsche Post sowie der Frya Nordland Territories Postal Services) und natürlich den (Werbe-) Vignetten des Jules-Verne-Clubs...** Die solchermaßen "markenmäßig" bunt beklebten Sendungen rufen regelmäßige positive Feedbacks hervor und werden angeblich bei vielen Empfängern als Ganzes bewahrt "weil einfach zu schade zum wegwerfen oder zerteilen".

Was bedeutet:

a) Eine interessante, bunte und damit ansprechende Gestaltung eines Versandobjekts eben mittels Marken kommt optisch beim Empfänger immer gut an, auch wenn er an sich kein Interessent derartiger gezackter Objekte ist!
Und: b) Interesse an Briefmarken lässt sich wecken durch deren Verwendung.

* und **: Wer mehr wissen will darüber sei herzlich eingeladen, sich auf der Webseite des Jules-Verne-Clubs zu informieren, aber natürlich auch auf den Webseiten der Frya Nordland Territories. Um hier nicht mal wieder mit Richard wegen etwaiger "Link-Werbung" ins Gehege zu kommen - beides (und allem, was da informativ so mit zusammen hängt) lässt sich ergoogeln. die KI-Beschreibung entspricht hier allerdings nicht den Tatsachen, insbesondere nicht die Art der angegebenen Verflechtungen.

Frohes neues Jahr

Vernian
 
Vernian Am: 02.01.2026 00:24:43 Gelesen: 1346# 27 @  
Um das "posten" von kombinierter "Deutscher Post" und mikronationalen Postdienstbetreibern mal zu verdeutlichen hier ein FDC (einer Ausgabe der Federated Micronations - FM) gelaufen mit Briefmarke der Deutschen Post von Berlin nach Bremerhaven:


 
Bendix Gruenlich Am: 18.01.2026 10:54:48 Gelesen: 1045# 28 @  
Wer noch schreibt? Am 16.01. hörte ich im Radio, die Bundeswehr werde 700.000 Bürgerinnen und Bürgern der Jahrgänge ab 2008 per Brief Fragebögen hinsichtlich ihrer Wehrbereitschaft schicken.

Das ist leider notwendig geworden, ich hoffe die Empfänger nehmen das so ernst wie man muss, lassen sich auf der anderen Seite aber nicht entmutigen. Wenigstens scheint diesmal das Geld zu stimmen (EUR 2.600 im Monat / 1990: DEM 360).

Aber Moment, eigentlich ist die Bundeswehr-Aktion in diesem Thema deplatziert, denn wie ich zuständigen Verwaltungseinheiten kenne, nutzen die EDV-Freimachung, weil es denen unmöglich erscheinen wird, den Alltag in irgendeiner Form ansprechend zu gestalten. Ob Mangel an Geschmack, Mittelmäßigkeit oder das offenbar verbreitete Prinzip, seine Soldaten in permanent schlechter Laune zu halten, die Ursachen dafür sind, bleibt das Geheimnis der „Inneren Führung“.

Wäre eigentlich jetzt eine gute Gelegenheit gewesen, mal wieder eine Bundeswehr-Briefmarke herauszubringen und die zu Marketingzwecken auf die Sendungen zu kleben. Denn bei allen Härten des Dienstes - Bundeswehr ist Schutz von allen und allem was uns lieb und teuer ist. Verteidigung von Unversehrtheit, geistiger Freiheit und Wohlstand würden mir da ad hoc einfallen. Riesenthemen bei denen mich interessiert hätte, wie man das zeitgemäß grafisch überbringt.

Aber jetzt mal zur Realität und mehr zum Thema, ich zeige erst einmal frankierten Alltag.

Eine Handwerkerrechnung aus 2025 (immerhin mit Briefmarke, aber klar, natürlich selbstklebend das ist im Büroalltag einfach sehr praktisch). Briefkasteneinwurf - damit im Briefzentrum entwertet.



Ich greife da mal etwas auf, was filunski vor kurzem unter einem Stempelthema geschrieben hat, nämlich das wir anerkennen müssen, dass das die Entwertungen der heutigen Zeit sind, und die Zeit der Rundstempel, wie wir sie bis ca. 2010 gesehen haben, nun einmal vorbei sind.

Dabei finde ich persönlich schade, dass man auch beim Alltagsstempel nicht einmal ein extravagantes Design findet. Könnte man nicht einmal eine für das Auge gefälligere Entwerterform anwenden, wie man sie z.B. bei den Sonderstempeln findet? Technisch wird das sicher möglich sein, ohne dass Zweifel an der Entwertung (also der Zweckerreichung) bestehen werden.

Nicht bundeswehr- bzw. bundesrepublikanisch-alltags-grau jedenfalls können wir unsere eigene Frankatur gestalteten. So wieder einmal bei einem Bedarfsbrief an eine Auslandsbehörde geschehen.



So geht’s also auch – und wir haben es in der Hand, den Alltag zu gestalten.

Das Schreiben ging per Einschreiben raus – also können wir wieder sehen, wie lange die Zustellung heutzutage dauert.



Ich finde, das ist doch für den Universaldienst eine ganz ordentliche Leistung mit einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis. Nur bei der Luftpost Deutschland-Spanien müsste doch eigentlich ein Tag statt drei Tage möglich sein.

Ich bin in dem Aspekt furchtbar neugierig: warten die, bis ein Postsack voll ist, geben die das einem Linienflug mit und wenn ja welchem, buchen die Kapazitäten vor usw. usw.? Und wer kriegt eigentlich was vom Porto ab?

Für uns als Sammler und für mich als Kaufmann interessante Fragen, aber jeder Postnutzer ist vor allem froh, dass so ein Dienst besteht und man sich eben nicht selber um den Transport kümmern muss.
 
mumpipuck Am: 19.01.2026 22:46:59 Gelesen: 928# 29 @  
Hier kann ich auch noch einen beisteuern.

Sauber gestempelt "26871 PAPENBURG 1 a" am 07.10.2025.

Der Stempel gehört zur Postbankfiliale, Am Stadtpark 5. Da gibt es wahrscheinlich noch alte Postler, die das Stempeln gelernt haben.

Viele Grüße
Burkhard


 
Journalist Am: 02.03.2026 16:31:18 Gelesen: 190# 30 @  
Hallo an alle,

heute kann ich eine tolle EF mit 330 Cent "Internationales Jahr der Quantenwissenschaften" auf einem echten Bedarfsbrief einer Firma zeigen, einen Einwurf-Einschreibebrief aus 17489 Greifswald mit einen sauberen Tagesstempel am 14.2.25 mit UB "zz" in einer Postagentur entwertet:



Da muss man lange suchen, um überhaupt noch so ein Stück zu finden, dagegen ist mancher Turn und Taxisbeleg fast Massenware ?

Viele Grüße Jürgen
 

Das Thema hat 30 Beiträge:
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