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Thema: Altdeutschland Bayern Fahrpost
fraportolo Am: 18.09.2024 18:09:07 Gelesen: 1196# 1 @  
Liebe Freunde der Vorphilatelie,

da sich in meiner Vorphila-Sammlung einige schöne Fahrpost-Belege aus Bayern sowie Originalzeichnungen einer Wagnerei (Postkutschen-Bauer) aus Marktbreit befinden, möchte ich hier gerne ein neues Thema eröffnen.

Zunächst eine kurze Aufzählung, was alles mit der Fahrpost befördert werden musste. Hierunter fallen:

- Briefe die mehr als 4 Loth wogen
- Wertbriefe
- Nachnahme-Sendungen
- Pakete jeglicher Art
- und selbstverständlich auch Reisende

Beginnen möchte ich mit einer Original-Zeichnung von einer Postkutsche von dem Postkutschenbauer Johann Andreas Grohmann aus Marktbreit in Bayern.

Die nachfolgende Zeichnung zeigt eine sechssitzige „Berline“. Hinter dem Passagierraum konnten bei Bedarf noch zusätzliche Sitze oder ein Gepäckkasten angebracht werden. Der hintere Bereich verfügte über ein klappbares Lederverdeck.



Die Zeichnung stammt aus dem Jahre 1834.

Vielleicht ist einer der nachfolgend gezeigten Belege aus dem Raum Marktbreit / Kitzingen mit einer Kutsche vom Kutschenbauer Grohmann befördert worden.
 
fraportolo Am: 18.09.2024 18:22:56 Gelesen: 1192# 2 @  
Liebe Vorphila-Freunde,

als ersten Beleg möchte ich einen Wertbrief zeigen.

Wertbrief aus dem Jahre 1830 vom fürstlichen Herrschaftsgericht Marktbreit, adressiert nach Rodach im Herzogtum Sachsen – Coburg. Der Brief wog 15 Loth und enthielt 16 Gulden und 39 Kreuzer Bargeld. Versendet als „Jenseitige Parteisache“.

Auf seiner Beförderung von Kitzingen nach Rodach wurde der Brief mehrfach umspediert (wahrscheinlich 3 x). Das Gesamtporto kostete 24 Kreuzer, die vom Empfänger zu bezahlen waren. Die einzelnen Taxvermerke auf dem Brief, die zu den 24 Kreuzer geführt haben, kann ich leider nicht entschlüsseln.



Gestempelt mit dem adligen Stempel „DE KIZINGEN“ (Feuser 1745-1 von 1780)
Dieser Stempel wurde von ca. 1829 – 1843 als Fahrpoststempel wiederverwendet.
 
bayern klassisch Am: 18.09.2024 18:46:46 Gelesen: 1184# 3 @  
@ fraportolo [#2]

Hallo,

der richtige Betrag war 16 Gulden 39 und 1/4 Kreuzer (oder statt 1/4 Kreuzer kann man auch 2 Heller sagen).

Das Gewicht über 4 Loth, das du angegeben hast, galt nur für Privatbriefe. Amtsbriefe wurden bis 1 Pfund (560 g) mit der schnelleren Briefpost befördert, erst darüber mit der Fahrpost).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
fraportolo Am: 22.09.2024 15:32:51 Gelesen: 1114# 4 @  
Liebe Freunde der Vorphilatelie,

heute möchte ich zwei Einlieferungsscheine von der „Königl. bayer. Expedition fahrender Posten“ zeigen.

Wegen eventueller Schadensersatzforderungen (Verlust oder Beschädigung der zu befördernden Ware) gegen die Fahrpost, war es für den Einlieferer wichtig, sich eine Recepisse ausstellen zu lassen.

Jeder Einlieferer eines Frachtstücks „konnte“ einen Einlieferungsschein verlangen. Dieser kostete nach der Verordnung von 1808 4 Kreuzer. Die Kosten für den Einlieferungsschein wurden am 01.06.1848 anhand einer neuen Gebührenverordnung auf 3 Kreuzer reduziert.

Im Folgenden 2 Recepissen, jeweils mit L1 - Stempel von Marktbreit, jedoch mit unterschiedlicher Scheingebühr.



Recepisse vom 28.April.1847 mit 4 Kreuzer Scheingebühr.

Bargeld-Paket an das gräfliche Domainenamt in Castell im Wert von 1.442 Gulden u. 42 Kreuzer.



Recepisse vom 14.Feb.1849 mit 3 Kreuzer Scheingebühr (nach neuer Gebührenverordnung).
Bargeld-Paket adressiert nach Mainbernheim über 13 Gulden und 30 Kreuzer.



Rückseite eines Einlieferungsscheines mit Informationen bezüglich des Entschädigungsanspruchs.

Viele Grüße und einen schönen Restsonntag
Lothar
 
Reini46 Am: 03.07.2026 11:19:25 Gelesen: 115# 5 @  
Hallo,



Wertbrief vom 13.Oct.1840 von Scheerding nach München. Der Brief ist mit 15 x beschwert, Taxvermerk "6". Empfänger war ein Herr Franz Preis.

Der Stempel Scheerding Müller 1339b ist nicht häufig.

Rückseitig befindet sich noch ein Siegelrest.

Grüße

Reini46
 
bayern klassisch Am: 03.07.2026 15:19:29 Gelesen: 95# 6 @  
@ Reini46 [#5]

... ääh, ich lese eher Franz Reiß und beschwert mit 15f (= Gulden).

LG von bayern klassisch
 
Reini46 Am: 03.07.2026 15:26:13 Gelesen: 94# 7 @  
@ bayern klassisch [#6]

Hallo,

ich habe zwar in der Volksschule noch Lesen als Unterrichtsfach gehabt - offensichtlich habe ich manchmal gefehlt.

Danke für den Hinweis.

LG Reini46
 
bayern klassisch Am: 03.07.2026 15:52:32 Gelesen: 89# 8 @  
@ Reini46 [#7]

Ach was, du liest doch gut! Meinst du ich könnte alles lesen? Der Absender hier war schon etwas tattrig, da muss man froh sein, überhaupt etwas lesen zu können.

LG,
Ralph
 
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