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Thema: Deutsches Schutzgebiet in Ostafrika Suaheliland (Wituland / Witumarken)
Das Thema hat 115 Beiträge:
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angim Am: 25.02.2025 10:54:35 Gelesen: 11743# 91 @  
1889: Das war auch die Zeit der Privatpost im Kaiserreich.

Auch dort wurden fleißig Marken produziert, die am tatsächlichen Postbedarf vorbeigingen. So zum Beispiel auch hohe Nominalen in Goldmark in Kleinstädten.

Angeblich dienten sie der Begleichung von Massenauflieferungen von Drucksachen. Ich persönlich sehe da eher eine kreative Form der Geldschöpfung.

Bei Witu nehme ich das auch an. Es gibt da zu viele Ungereimtheiten und Merkwürdigkeiten.

Viele Grüße
Thomas
 
Wituland Am: 13.05.2025 13:01:24 Gelesen: 9850# 92 @  
@ bernhard [#71]

Hallo Bernhard,

ich habe auch nochmal konkret für die entsprechenden Akten beim Bundesarchiv nachgefragt: Man darf die Akten sogar in eigenen Publikationen als Abbildungen verwenden, muss allerdings eine entsprechende Quellenangabe angeben.
 
Wituland Am: 15.05.2025 17:38:00 Gelesen: 9727# 93 @  
Hallo zusammen,

da sich längere Zeit nichts getan hat, ein kurzes Update von mir:

- das Ergebnis der Materialprüfung ist da
- ich konnte eine Kopie der Briefe bekommen, die Baron v. Uexküll in seinem Artikel erwähnt hat
- ich konnte die Kopie eines interessanten Briefes des Farmers Friedrich bekommen, den er im Juli 1889 geschrieben hat.

Demnächst mehr.
 
Wituland Am: 17.07.2025 09:52:52 Gelesen: 8443# 94 @  
Eigentlich wäre ich mit meiner Arbeit soweit fertig gewesen, aber es hat sich eine weitere Quelle im Ausland aufgetan, die ich gerne noch mit einbeziehen würde.

Die Veröffentlichung wird sich daher leider noch etwas verzögern.


 
saeckingen Am: 17.07.2025 22:28:54 Gelesen: 8322# 95 @  
@ Wituland [#94]

Die Postkarte auf der Titelseite gefällt mir! ;-)

Grüße
Harald
 
Wituland Am: 18.07.2025 10:16:52 Gelesen: 8222# 96 @  
@ saeckingen [#95]

Ja, ohne die wäre es ja gar nicht gegangen. ;-)
 
Wituland Am: 17.08.2025 14:29:34 Gelesen: 7425# 97 @  
Ich bräuchte nochmals eine Expertise: Ich bin ich auf eine Reihe von Marken gestoßen, die ein mattes Druckbild aufweisen, ähnlich der von Lerche seinerzeit beschriebenen Nachdrucke im Steindruckverfahren. Da das verwendete Papier aber stimmt und unter dem Mikroskop an den Markenrändern zarte Quetschränder zu erkennen sind, weiß ich nicht, ob es wirklich Steindrucke sind.

Da ich allerdings bezgl. der Druckverfahren keinerlei Erfahrung habe, würde mich eure Meinung interessieren.

Der matte Druck links, der „normale“ rechts:



Vergrößerung der Marke mit dem matten Druck:



Zum Vergleich eine Vergrößerung des glänzenden Drucks:


 
Wituland Am: 25.09.2025 10:01:12 Gelesen: 6535# 98 @  
Hallo zusammen,

da sich längere Zeit nichts getan hat und ich um ein paar sehr interessante Quellen reicher bin (darunter auch das von Schrey erwähnte Gutachten von Dr. Klemm und Informationen zur Entstehung der Malakote-Marken), kann ich sagen, dass die Suaheli-Marken nie Gegenstand von Schadensersatzansprüchen der Gebrüder Denhardt waren oder sein sollten. Dagegen sollten die Malakote-Marken nie Teil eines funktionierenden Postwesens sein, sondern Teil der Schadensersatzforderungen bzw. eine zusätzliche Einnahmequelle.

Woher die Idee dafür stammte, ob von den Gebr. Senf oder den Denhardts, ist allerdings widersprüchlich. Die Motive dahinter hatten aber nichts mit den Suaheli-Marken zu tun, so dass es hier keine Parallelen gibt.
 
bernhard Am: 25.09.2025 11:16:57 Gelesen: 6495# 99 @  
@ Wituland [#98]

Hallo Witland,

kommst du auch auf ein abschließendes Ergebnis? Ich pesönlich bin da sehr skeptisch, die ganzen Bestände und Belege sprechen m.E. eher dagegen.

Natürlich hast du die größere Expertise für dieses Marken, doch glaube ich, dass du hier möglicherweise in diesem Thema befangen bist.

Viele Grüße
Bernhard
 
Wituland Am: 25.09.2025 11:31:22 Gelesen: 6491# 100 @  
@ bernhard [#99]

Hallo Bernhard,

wenn du meinst, ob es ein Dokument gibt, das abschließend beweist, ob es die Suaheli-Post gegeben hat oder nicht, dann muss ich klar sagen: Nein, so ein Dokument gibt es nicht. Ich habe mich im letzten Jahr durch tausende Seiten Akten und Briefe gewühlt, und komme für mich auch zu einem abschließenden Ergebnis. Letztendlich kann ich nur die Fakten präsentieren (mit Quellenverweis) und muss es jedem selbst überlassen, sich ein Urteil zu bilden.

Und genau das ist das Problem in dem bisherigen Umgang mit diesem Thema, dass nämlich nur bestimmte Fakten in einem Artikel beschrieben werden und die gegenteilig lautenden weggelassen werden. Leider bildet da auch der Artikel von Schrey keine Ausnahme. So gibt es beispielsweise noch zwei weitere Gutachten von Druckfarben-Fachleuten, die im Rahmen des zweiten Suaheliprozesses die Marken untersucht haben und zu einem anderen Ergebnis wie Dr. Klemm kamen.
 
bernhard Am: 03.01.2026 09:53:46 Gelesen: 3862# 101 @  
Hallo zusammen,

beim durchforsten von phil. Literatur gefunden:


Tribuna Filatelistu, 1938

Übersetzung von ChatGPT:

"SNAD ENDLICH WIRKLICH ZU ENDE

Über das Land Suahéland haben wir schon mehrmals geschrieben; wir hoffen, dass dies diesmal die letzte Notiz ist, die wir dieser fantastischen Kolonie widmen.

Der Streit, der sich seit vielen Jahren zwischen dem Brünner Handelshaus E. Behrens & Co. und den Kaufleuten Kossak und Friedmann über diese „Briefmarken“ hinzieht, ist nun beendet. Im Grunde ging es nur darum, ob die Erzeugnisse zur Denhardt-Ausgabe als echte Marken angesehen werden können. Für jeden Philatelisten, der einen gesunden Menschenverstand benutzt, war klar: nein. Zweifel wurden lediglich von Philatelisten ohne Fachkenntnis geweckt und unterstützt, deren offensichtliche Unkenntnis der Philatelie die Seriosität der Philatelie beschädigen konnte.

Nun hat die Mehrheit der Experten entschieden, dass die Marken des Landes Suahéland völlig wertlos sind. Bezeichnend für die ganze Geschichte ist, dass auch L. Senf aus Leipzig sich den Experten anschloss und die Existenz dieser Marken zugab, obwohl er in der Vergangenheit in einer ausführlichen Studie in allen Zeitschriften und in seinem Katalog ganze Seiten diesen Marken gewidmet hatte. Auch der Ankauf dieser Marken war eines seiner sehr interessanten Geschäfte.

Das nennt man in der Philatelie: Theorie und Praxis."


Noch meine persönliche Meinung zur Ausgabe: Mag sein, dass diese Ausgabe wirklich existiert hat. Doch die bei Denhardt gefunden Marken wurden allesamt erst spaeter erzeugt.

Viele Grüße
Bernhard
 
Richard Am: 19.01.2026 09:52:26 Gelesen: 3200# 102 @  
@ Wituland [#100]
@ bernhard [#101]

Hallo Wituland und Bernhard,

eines unserer Mitglieder hat mir ein hier vielleicht noch nicht bekanntes Prüfungsergebnis der Prüfstellen Lerche und Richter übermittelt:



Unterschrieben wurde das Dokument am 16.4.1932, die Unterschrift kann ich nicht deuten.

In den zusammengefalteten Dokument waren zudem die geprüften Suaheli Marken abgebildet:







Bleibt wieder unseren Spezialisten im Forum sich damit zu beschäftigen und uns an ihrem Wissen zu beteiligen.

Grüsse aus dem Haus der Philatelie, Richard
 
bernhard Am: 19.01.2026 15:01:37 Gelesen: 3120# 103 @  
@ Richard [#102]

Für mich ist es ein weiterer Hinweis darauf, dass diese Marken nicht koscher sind. Durchweg alle dieser „bedarfsmäßigen“ Briefstücke auf weißem Papier, ohne jede Spur von tropischem Klima oder rauer Beförderung – auch wenn es sich nur um Fotografien handelt. Wie kamen diese vielen weißen Briefstücke allesamt in die Hände von Denhardt?

Viele Grüße
Bernhard
 
jpvde Am: 20.01.2026 09:16:38 Gelesen: 2983# 104 @  
Hallo Wituland,

Hast du dieses Literatur im English:

The Witu Sultanate – a Response
Farley P Katz
THE LONDON PHILATELIST JANUARY–FEBRUARY 2019

Wituland Revisited
Farley P. Katz
THE LONDON PHILATELIST DECEMBER 2021

Ich habe diese im PDF kann es hier nicht im Beitrag hinzufugen, aber wohl mailen wenn interessant. Vor allem das zweite Document ist interessant.

Grusse,
Jean-Paul
 
Wituland Am: 26.01.2026 09:32:38 Gelesen: 2581# 105 @  
@ Richard [#102]
@ jpvde [#104]

Hallo Richard,

vielen Dank für die Bilder. Die "Atteste" stammen von Lerche, Richter und Walter Behrens. Ich habe bis jetzt noch nie eine so frühe Sammlung gesehen. Wäre es möglich, diese Bilder in besserer Auflösung zu bekommen, so dass man die Stempeldaten erkennen kann?

Hallo Jean Paul,

auch dir vielen Dank für den Hinweis. Beide Dokumente sind irgendwo im Internet verfügbar, vielleicht würde ein Link dorthin genügen? Besonders das zweite Dokument ist sehr lesenswert, wobei auch da ein paar Sachverhalte nicht richtig dargestellt werden.

Viele Grüße
Wituland
 
Richard Am: 26.01.2026 18:19:09 Gelesen: 2503# 106 @  
@ Wituland [#105]

Hallo Wituland,

bessere Bilder waren nicht zu bekommen, ich bin froh, diese zeigen zu können.

Wenn Du mehr Informationen über die Prüfer hast (Vornamen, Prüfung welcher Marken und Gebiete, in welcher Prüfervereinigung und von wann bis wenn als Prüfer tätig) dann schreibe sie bitte hier ins Forum, sie sind für die Atteste Datenbank.

Schöne Grüsse, Richard
 
ChristianSperber Am: 27.01.2026 12:04:47 Gelesen: 2387# 107 @  
@ jpvde [#104]
@ Wituland [#105]

Die beiden Ausgaben des London Philatelist können hier zum Download als pdf bezogen werden:

https://www.rpsl.org.uk/The_London_Philatelist/LP_Digital_Edition

Für Nichtmitglieder der Royal Philatelic Society London kostet dies 4 GBP je Ausgabe.
 
Wituland Am: 27.01.2026 12:47:01 Gelesen: 2369# 108 @  
Wituland Am: 03.03.2026 13:58:12 Gelesen: 809# 109 @  
Nachdem keine neuen Quellen mehr zu erwarten sind habe ich mich entschlossen, meine Nachforschungen bezüglich der Witu-Marken abzuschließen.

Herausgekommen ist ein 360-seitiges Werk mit zahlreichen Abbildungen:

"Zwei Brüder und ihr Traum von Afrika - Die Postgeschichte des Witulandes"




 
saeckingen Am: 03.03.2026 17:27:02 Gelesen: 755# 110 @  
@ Wituland [#109]

Ich würde ja gerne mal fragen, wie ist Dein Fazit?

350 Seiten zu diesem sehr engen Thema sind sehr beeindruckend.

Wann und wo wird das Buch erscheinen und wie ist es zu beziehen?

Beste Grüße
Harald
 
Wituland Am: 04.03.2026 08:35:13 Gelesen: 660# 111 @  
@ saeckingen [#110]

Hallo Harald,

in dem Buch wird ja nicht nur die Postgeschichte beleuchtet, sondern auch das Leben der Brüder Denhardt. Und das war ja alles andere als langweilig, ebenso wie die Diskussion um die Witu-Marken. Das Buch kann etwa ab nächste Woche über eBay oder Philabuch bezogen werden.

Was ist nun mein Fazit?

Genau wie Schrey seinerzeit denke ich, dass es tatsächlich eine Post in Witu gegeben hat, aber ... viele der heute angebotenen Briefstücke wurden nachträglich hergestellt.

Schreys These stützte sich im Wesentlichen auf zwei Behauptungen:

1. Clemens Denhardt war der Initiator des ersten Artikels im "Illustrierten Briefmarken Journal" von 1892

2. Die Handstempeldrucke wurden mit "geschönter Doppeltonfarbe" hergestellt, die erst ab etwa 1900 verfügbar war.

Beide Behauptungen sind aber falsch.
 
saeckingen Am: 05.03.2026 07:27:35 Gelesen: 521# 112 @  
@ Wituland [#111]

Habe es soeben bei eBay [1] gekauft!

Bin gespannt, was Du da so alles zusammenbekommen hast.

Grüße
Harald

[1] https://www.ebay.de/itm/336462674708
 
Zackensonne Am: 05.03.2026 08:44:51 Gelesen: 491# 113 @  
@ Wituland [#109]

Wow, spannend! Ich habe das Buch auch schon bestellt.
 
Stefan Am: 05.03.2026 09:35:24 Gelesen: 466# 114 @  
@ Wituland [#111]

Ich habe ein Exemplar eben hier im Philaseiten-Portal bei Philabuch bestellt [1] ;-)

Gruß
Stefan

[1] https://philaseiten.de/philabuch/show/424
 
Wituland Am: 08.03.2026 09:57:40 Gelesen: 253# 115 @  
Beim Auktionshaus Cherrystone wird demnächst ein größerer Posten Witu-Marken versteigert, allerdings dürften die meisten dort angebotenen Marken moderne Fälschungen sein. Leider lässt sich das anhand der eingestellten Bilder nicht definitiv sagen.

https://www.philasearch.com/de/cat/12710_13/lots?treeparent=COGRP-1&postype=PH&page=3
 

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