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Thema: Ecuador Telegrafenmarken
Nicky Am: 20.12.2024 00:55:27 Gelesen: 1155# 1 @  
Ecuador Marke um 1900

Hallo Sammlerfreunde,

kann mir jemand beim Zuordnen dieser Marke helfen? Gehört sie vielleicht zu einer Provinz? Als Telegraphenmarke dürfte sie eigentlich im Michel zu finden sein.



Beste Sammlergüße,
Nicky
 
wajdz Am: 20.12.2024 03:26:21 Gelesen: 1145# 2 @  
Themenbereich Telegrafie · im Michel nicht notiert.

Im Yvert et Tellier (Frankreich) unter Ec Te24, Ausgabedatum 1899-08, gültig bis 1900

Juan de Salinas y Zenitagoya (24. November 1755 – 2. August 1810) war ein spanischer Offizier in den letzten Tagen der Kolonialzeit im heutigen Ecuador. Als erster militärischer Führer der patriotischen Milizen spielte er eine Schlüsselrolle in der Unabhängigkeitsbewegung.

MfG Jürgen -wajdz-
 
Nicky Am: 20.12.2024 14:31:04 Gelesen: 1101# 3 @  
Hallo,

Vielen Dank für die Info.

Also keine Briefmarke.

Ich werde sie unter Sonstigem führen, ähnlich der Fiskalmarken. Sie gehört also zu Frankreich und dort zur Kolonie Ecuador? Hab ich es so richtig verstanden?

... Was sich nicht alles als vermeintliche Briefmarke versteckt.

Vielen Dank und schöne Feiertage.
Beste Sammlergüße, Nicky
 
DL8AAM Am: 20.12.2024 18:09:36 Gelesen: 1078# 4 @  
@ Nicky [#3]

Equador war niemals eine französische Besitzung ;-)

Das bedeutete nur, dass die Regeln für Kataloge von Land zu Land bzw. sogar von Verlag zu Verlag vollkommen anderes sind.

In anderen Ländern werden Postwertzeichen anders gesammelt. In den französischen Katalogen von Yvert et Tellier, im Gegensatz zum Michel, werden Telegrafenmarken in den "normalen" Katalogen mit aufgenommen. In den USA werden zum Beispiel sogar private Christmas Seals, d.h. Weihnachtsspendenmarken ("Verschlußaufkleber"), der privaten Tuberkulose-Hilfsorganisationen durch den Scott katalogisiert. Cinderellas haben eigentlich nur in Deutschland einen schlechten Ruf unter Philatelisten, weltweit sieht das vollkommen anders aus. ;-)

Und nein, Fiscals sind es im engeren Sinne nicht, denn das zivile Telegrafen- bzw. Fernmeldewesen war damals in vielen Ländern Teil der behördlichen Postverwaltung (wie in Deutschland bis zur Postprivatisierung auch). Das heisst Telegrafenmarken sind deshalb eigentlich sogar echte "Postwertzeichen" - nur eben nicht für Briefe, d.h. es sind keine Briefmarken. In den meisten Ländern nannte sich die Post deshalb ja auch (und in einigen Ländern wohl noch immer) "Post, Telefon und Telegraph", kurz "PTT" oder auch "CTT" (C = Correos = Post).

Wobei, wenn man es ganz streng sieht, handelt es sich bei Briefmarken auch um Fiscals. Mit Fiscals zahlt man "staatliche" Dienstleistungen bzw. Steuern, Gebühren und Abgaben. Und da das Postwesen damals eine staatliche Aufgabe war, die von Behörden erbracht wurden, deckten Briefmarken eine staatliche Dienstleistung ab, genau das ist ja die Definition von Fiscals. Briefe wurden damals mit "Gebühren an den Staat" bezahlt (Gebühren sind übrigens ausschließlich "staatlich", deshalb heisst es heute postprivatisiert ja auch korrekt "Entgelt").

Kurz, das heisst, jede Briefmarke (einer höheitlichen Post) ist ein Fiscal, aber nicht jede Fiscal ist eine Briefmarke. ;-)

[Ende Korinthenköttelchen] ;-)

Egal, eine wirklich schöne 'klassische' Marke und auf jedem Fall wert gesammelt zu werden, unabhängig davon in welchem Land man sich den Katalog kauft. :-)

Ein paar mehr Telegrafenmarken (private, wie staatliche) aus aller Welt zum reinschnuppern auf https://dokufunk.org/virtual_museum/stamps_1/index.php?CID=2560

Beste Grüße
Thomas
 
Ilves2020 Am: 20.12.2024 20:31:51 Gelesen: 1056# 5 @  
@ DL8AAM [#4]

Hallo Thomas,

das ist eine sehr gute Erklärung!

Gerade bei südamerikanischen Gebiet laufen einem gerne Telegrafenmarken zu, wenn man Sammlungen/Teilsammlungen etc. kauft. Mir gefallen diese Marke alleine schon vom Aussehen her und sie bleiben in meinen Alben.



In Ecuador wurden diese Marken zwischenzeitlich durchaus zur Brieffrankatur verwendet. In meinem MICHEL Südamerika-Katalog befindet sich nach der Nummer 752 folgender Hinweis:

„Telegrafenmarken
Stempelmarken aller Art
Wehrsteuermarken (Timbras Patrioticas)
Ganzsachen-Ausschnitte
wurden bei der chronischen Markennot Ecuadors fast zu jeder Zeit aushilfsweise amtlich als Freimarken verwendet, allerdings auch mit wertloser Gefälligkeitsentwertung in den Handel gebracht. Man sollte diese Arten nur auf Briefen sammeln, da der echte Poststempel nur selten Gewähr für die postalische Verwendung bieten kann.“


Es wäre doch sicherlich interessant, falls jemand einen oder mehrere Briefe aus Ecuador mit solchen Frankaturen zeigen kann.

Bei anderen Ländern sind im MICHEL-Katalog manchmal Telegrafenmarken katalogisiert, wenn sie auch als Freimarken verwendet wurden, wie z.B. bei Chile die Nr. 1-4 von 1891, von denen die Nummern 1 – 3 „nur in Orten in den Nordprovinzen verwendet worden“ sind, wie der Verlag bei dieser Ausgabe schreibt.

Hoffentlich gibt’s jetzt nicht wieder Stress, weil ich ein anderes Land erwähne, aber dies dient zur Darstellung, dass der Schwaneberger Verlag hier unterschiedliche Vorgehensweisen an den Tag legt. Als Grund nehme ich an, dass die Marken in Chile von der dortigen Post bewusst auch für den Briefverkehr verkauft wurden, in Ecuador aber eher aus der Not geboren verwendet wurden, siehe o.g. Zitat.

Ein schönes Wochenende
Thomas
 
10Parale Am: 20.12.2024 23:54:17 Gelesen: 1036# 6 @  
@ Ilves2020 [#5]

Da fand ich auch einen Satz von 1892 auf einem alten Sammelblatt.

Liebe Grüße

10Parale


 
Ilves2020 Am: 21.12.2024 06:32:32 Gelesen: 1016# 7 @  
@ 10Parale [#6]

Sehr schön! Und prima, die anderen Wertstufen zu sehen.

Hab ein gutes Wochenende
Thomas
 
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