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Thema: Alliierte Besetzung Bizone Behelfsganzsachen
GSFreak Am: 07.06.2025 12:43:01 Gelesen: 1173# 1 @  
Hallo zusammen,

auf der Rückseite einer Behelfsganzsache P 783 I (Ausgabekontrollstempel GARDING LAND (SCHLESWIG) vom 29.11.1945, Abgangsstempel HUSUM erst vom 06.06.1946, daher Auffrankatur) findet sich rückseitig ein farbenfroher Pfingstgruß. Im Bereich der Schrift "Frohe Pfingsten" sind noch Reste von Bleistiftlinien zu erkennen. Deshalb nehme ich an, dass das eine handkolorierte Tuschezeichnung und kein Druck ist. Was für eine akkurate Fleißarbeit!



Ich wünsche allen Lesern geruhsame Pfingsttage.

Beste Grüße
Ulrich

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Frohe Pfingsten"]
 
Nordluchs Am: 08.10.2025 11:05:42 Gelesen: 961# 2 @  
@ Dieter 66

Hallo Dieter,

in einem Haufen Absenderfreistempel von Hamburg fand sich diese auffrankierte Notganzsache.

Verkauft vom Postamt Hamburg - Poppenbüttel (ganz im Norden von HH als sogenanntes Walddorf bezeichnet). Die Karte wurde wohl erworben, blieb unbenutzt.



Im Richter zwar schriftlich verzeichnet aber keine Abbildung.

Daher zeige ich das Teil hier. Datum undeutlich aber zumindest Monat und Jahr (x.6.1946) sind etwas lesbar. Ob die Ganzsache hierher gehört, entzieht sich meiner Kenntnis.

Gruß
Hajo
 
Dieter 66 Am: 08.10.2025 14:43:36 Gelesen: 929# 3 @  
@ Nordluchs [#2]

Hallo Hajo,

ich tippe auf den 6.5.46.

Das ist eine Behelfsausgabe der britischen Zone. Im Michel Ganzsachenkatalog wird der Beleg unter P 705 geführt. Ausgabeorte waren verschiedene Hamburger Stadtgebiete sowie das nahe Umfeld.

Der Kontrollstempel unten links, mit dem Freivermerk „Gebühr bezahlt“ Stempel bestätigt die Vereinnahmung der Gebühr. Ab dem 1.3.46 betrug das Porto für eine Ortspostkarte 10 Pfg. Das Postamt hat die Belege nach dem 1.3.46 mit einer zusätzlichen Freimarke zu 5 Pfg. dann herausgegeben. Als Fernpostkarte wären es 12 Pfg gewesen.

Also in das Thema „Behelfsganzsachen“ einzuordnen.

Schönen Gruß Dieter.

[Beiträge [#2] und [#3] redaktionell kopiert aus dem Thema "Barfrankaturen als Notbehelf nach 1945 die nicht im Richter Handbuch steht"]
 
GSFreak Am: 01.11.2025 18:49:36 Gelesen: 832# 4 @  
Hallo zusammen,

die hier gezeigte Behelfsganzsache P 671 ist die häufigste der Britischen Zone. Diese Karte wurde am 13.11.1945 in KÖLN-MERHEIM (LINKSRHEIN) verkauft. Die Absenderin aus Arenberg über Adenau wohnte allerdings in der Französischen Zone. Dort wurde die Karte nicht anerkannt und so musste neu frankiert werden - Barfrankatur (Freivermerk "Gebühr / bezahlt." im Rahmen). Gelaufen ist dann die Karte von Arenberg (Poststellen II-Stempel) über ADENAU (Orttagesstempel vom 17.01.1946) nach Köln-Thielenbruch.



Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 15.11.2025 13:24:11 Gelesen: 683# 5 @  
Hallo zusammen,

Behelfsganzsachen der RPD Hamburg mit dem Druckvermerk E/0281 sind sehr häufig. Von den 6 Rpf-Karten (P 695) sind im Michel Ganzsachen Deutschland Katalog 7 Kartonfarben katalogisiert. Der Druckvermerk E/0281 steht für die Hanseatische Verlagsanstalt in Hamburg-Wandsbek.

Die hier gezeigte P 695g (blaugrauer Karton = die häufigste Kartonfarbe bei dieser Ausgabe) weist 5 Stempel auF. Gekauft wurde die Karte in HEMMOOR (OSTE) am 29.10.1945, das ist der Stempel unten links = Ausgabekontrollstempel. Hier wurde auch wahrscheinlich der Freivermerk "gebühr bezahlt" abgeschlagen, obwohl was gar nicht notwendig war. Geschrieben wurde die Karte am 02.11.1945.

Aufgegeben wurde die Karte dann offenbar in der Poststelle II "Herrlichkeit über Basbeck (Niederelbe)" und erhielt am 05.11.1945 im zugehörigen Leitpostamt den Abgangsstempel BASBECK (NIEDERELBE). Angekommen bei der Stadt Rosenheim ist die Karte dann am 11.11.1945.



Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 15.11.2025 17:35:22 Gelesen: 676# 6 @  
Hallo zusammen,

nachdem fast drei Jahre hier nichts eingestellt wurde, zeige ich aus meinem riesigen Fundus von Zonen-Ganzsachen (mit vielen "Geschichten") mal eine Behelfsganzsache P 698I der Britischen Zone mit Ausgabekontrollstempel HAMBURG-ALTONA 6 vom 26.10.1945 links unten. Dieses Datum ist auch das Schreibdatum und auch der Abgangsstempel von HAMBURG 1 weist dieses Datum auf. Es ist der Ersttag der Wiederzulassung des privaten Postverkehrs von der Britischen Zone nach Berlin.

Die Kartenschreiberin berichtet ihren Eltern im zweiten Satz, dass sie dies heute auf dem Postamt in Altona erfahren hat. Auch der weitere Text ist Zeitgeschichte: "und dann schicke ich laufend Zigaretten zu Euch. Habe auch noch so verschiedene andere Raritäten, die es bei Euch nicht gibt....... Ich glaube, es wär wohl doch das Beste, ich bleibe hier in Hamburg, weil ich zu gute Beziehungen habe, die auch für Euch zu großem Nutzen sein werden. Bin ich bei Euch, ist es damit allerdings aus."



Beste Grüße
Ulrich
 
GSFreak Am: 15.11.2025 18:48:30 Gelesen: 655# 7 @  
Hallo zusammen,

diese Behelfsganzsache P 740 I der Britischen Zone, weist zwar nur drei Stempel auf, bereitete wir aber zunächst etwas Kopfzerbrechen.

Ausgabekontrollstempel und Abgangsstempel sind beide aus Wacken. Ich hatte diesen aptierten Stempel von Wacken bereits im Thread "Aptierte Stempel" unter gezeigt. Im unteren Teil des Stempels stand früher "HANERAU-HADERSMARSCHEN (HOLST)", wobei das "über" nicht aptiert wurde: also es ist ein ehemaliger Landpoststempel (Poststelle I). Im Ortsverzeichnis I von 1944 ist auch noch Hanerau-Hadersmarschen als Leitpostamt von Wacken verzeichnet. Nach Kriegsende muss dann eine Änderung des Leitpostamtes erfolgt sein. Ich vermute als neues Leitpostamt das benachbarte Itzehoe.

Nun zurück zur vorliegenden Karte. Gekauft wurde die Karte bereits am 07.12.1945 in Wacken (Ausgabekontrollstempel links unten). Geschrieben wurde die Karte aber erst Monate später am 17.06.1946. Der Abgangsstempel datiert vom 18.06.1946. Zwischenzeitlich war am 01.03.1946 eine Portoverdoppelung eingetreten. Die Karte wurde daher mit einem Freivermerk - hier ein ovaler Paketstempel mit integriertem "Gebühr bezahlt" - aufgewertet. Dieser Stempel ist aber aus ITZEHOE und datiert ebenfalls vom 18.06.1946. Wie passt das zusammen?

Zur Lösung muss man die Uhrzeiten betrachten. Der Abgangsstempel weist 9 Uhr, der Freivermerk 11 Uhr auf. Die Kartenschreiberin aus Wacken hat die Karte beim Postamt Wacken aufgeliefert und dort die fehlenden 6 Rpf. Porto bar bezahlt. Die Karte erhielt in Wacken den Abgangsstempel, ist dann zum Leitpostamt Itzehoe und hat dort erst den Freivermerk bekommen.



Beste Grüße
Ulrich

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Belege aus der Zeit von 1945-1949, die eine Geschichte erzählen "]
 
GSFreak Am: 17.11.2025 14:50:31 Gelesen: 609# 8 @  
Hallo zusammen,

hier eine Behelfsganzsache P 709 i (Kartonfarbe rosa bis lilarosa) der Britischen Zone, gekauft am 08.12.1945 in HAMBURG-HARBURG 1 (roter Ortstagesstempel mit integriertem "BEZAHLT) links unten als Ausgabekontrollstempel). Geschrieben und versendet wurde die Karte am 04.01.1946. Dabei wurde sie zunächst verkehrt herum in die Stempelmaschine gelegt: Maschinenstempel HAMBURG-HARBURG 1, UB "r" um 13 Uhr und dann an der richtigen Stelle (rechts oben) mit Hand nachgestempelt: HAMBURG-HARBURG 1, UB "s" um 16 Uhr. Interessanter Text auf der Rückseite: ..... Leider hat der Russe die Rückantwort abgetrennt. Habe es nun mit einer einfachen Postkarte versucht.......



Die Ganzsachenausgabe P 709 ist mit einer Auflage von rd. 1,3 Mio. Stück relativ häufig. Katalogisiert sind 12 verschiedene Kartonfarben. Nicht nur hieran sondern vor allem an dem Postleitzahl-Quadrat mit den gerundeten Ecken sind diese Karten sehr schnell der richtigen Michel-Nummer zuzuordnen.

Beste Grüße
Ulrich
 
iholymoses Am: 07.04.2026 21:54:09 Gelesen: 105# 9 @  
Guten Abend,

hier eine P 630 in korrekter Ortsverwendung mit aptiertem MÜNCHEN Stempel (NS-Symbole und -Sprüche entfernt):




Leider ist eine Ecke im Laufe der letzten 81 Jahre verloren gegangen...

Viele Grüße, Reinhard
 
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