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Thema: Stempel bestimmen: USA
Das Thema hat 201 Beiträge:
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Regis Am: 13.11.2023 17:50:32 Gelesen: 6783# 177 @  
@ Lars Boettger [#176]

Danke, kein A, sondern 1, zur Schluss ein Werbestempel auf der Rückseite



ein Hinweis, wo SCADTA-Marken zu beschaffen waren.
 
Nicky Am: 22.11.2023 12:58:03 Gelesen: 6378# 178 @  
Symbol Stempel

Hallo zusammen,

kann mir jemand was zu diesem Stempel auf der US Marke sagen? Es sieht irgendwie aus wie ein Artillerie- Geschoss.

Mit besten Grüßen, Nicky


 
volkimal Am: 22.11.2023 13:39:23 Gelesen: 6371# 179 @  
@ Nicky [#178]

Hallo Nicky,

das ist ein typischer Duplexstempel aus den USA. Die Duplexstempel bestehen aus einem Ortsstempel und einem Entwerter. Bei den Entwertern gab es unterschiedliche Formen. Dieses ist eine Rost-Ellipse mit 6 waagerechten Strichen und einer Nummer. Hier siehst du weitere Duplexstempel [1].

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/1426
 
DL8AAM Am: 22.11.2023 17:18:02 Gelesen: 6353# 180 @  
@ Nicky [#178]

Und zur ergänzenden Hintergrundinfo.

Diese Duplexstempel waren (und sind) Handstempel.

Der Grund für diese Zweiteilung (Ortsstempel plus Entwerter) ist, dass es in den USA die Vorschrift gibt, dass der Ortsstempel eigentlich nicht zum entwerten von Briefmarken verwendet werden darf (soll). Der Ortsstempel mit dem Datum hat eine dokumentatorische "Beweisfunktion" dessen Lesbarkeit nicht durch das Markenbild beeinträchtig werden darf (soll). Zur Entwertung dürfen (sollen) deshalb eigentlich nur die Entwerterteile ("Killer") eingesetzt werden. Eigentlich ... die Postler haben sich nicht immer streng an diese Bestimmungen gehalten (bis heute), entweder im Eifer des Gefechts, zu Zwecken einer Gefälligkeitsentwertung oder weil es dem Postler gerade irgendwie egal war (etc.). Das erklärt aber auch, weshalb bis heute die Mehrzahl aller gestempelten USA-Briefmarken nicht den "schönen runden Tagesstempel", sondern einen "unschönen" Entwerter tragen.

Bis heute sind die normalen Handstempel der USA (in der Regel) in einer Duplexform (fast immer in schwarz) ausgeführt, Ortsstempel und als Entwerter vier waagerechte Balken, z.B.



Die runden Stempelformen (fast immer in rot), die man inzwischen häufig sieht, sollten (...) eigentlich nicht direkt für Entwertungszwecke verwendet werden, wobei das damals, wie heute nicht immer eingehalten wird - auch weil viele kleinere Postämter oft (?) nur noch (?) einen Stempel besitzen bzw. verwenden.



In den USA ist deshalb auch die Anordnung der Maschinenstempel entsprechend, dort befindet sich der Entwerter rechts (da wo die Briefmarken üblicherweise kleben), der Ortsstempel links daneben - im Gegensatz zu Deutschland (rechts: Tagesstempel, links: Entwerter).



Übertrieben ketzerisch könnte man sagen, dass schön rundgestempelte USA-Briefmarken [in der Regel] nur (regelwidrige) Fehlstempelungen darstellen. ;-)

Beste Grüße
Thomas
 
10Parale Am: 06.03.2024 19:53:36 Gelesen: 4620# 181 @  
Heute fand sich dieser wunderschöne Beleg in meiner Postbox. Eine grüne Washington 3 Cents neben einem tollen Stempel von Washington vom 25. Juli 1879. Interessant finde ich den kleinen Ovalstempel links United States Senate, JUL. 25 1879 in violetter Farbe.

Zielort war Beersheba Springs, ein kleines Territorium in Tennessee, bekannt für seine eisenhaltige Quellen, die viele Sommerfrischler an sich zog. Es waren dort aber auch Sklavenhändler zu Gange und der Ort hat eine bewegte Geschichte.

Berühmt war Beersheba Springs wohl mit den Postkutschen, die zwischen Chattanooga und McMinnville verkehrten. Der Postweg von Washington nach B.S. betrug ca. 600 Meilen.

Mich interessiert der kleine ovale Stempel und der schön abgeschlagene Stempel mit den Zusätzen I P.M. und D.O.

Liebe Grüße

10Parale


 
Redfranko Am: 06.03.2024 20:10:44 Gelesen: 4615# 182 @  
@ 10Parale [#181]

Hallo,

ganz laienhaft würde ich vermuten, dass "I P.M." für 1 Uhr nachmittags steht (P.M. = post meridiem). Und das D.O. eher als verschmutztes oder beschädigtes D.C. einstufen. Was ja auch besser zu dem Senatsstempel passt.

Gruß, Frank
 
lueckel2010 Am: 06.03.2024 20:32:25 Gelesen: 4604# 183 @  
@ 10Parale [#181]
@ Redfranko [#182]

Genau so ist es:

1 P. M. = Uhrzeit (wie beschrieben),

D. O. = D. C. (District Columbia).

Den Ovalstempel halte ich nicht für einen postalischen Stempel. Er könnte ein privater Absenderstempel sein.

Moin aus Ostfriesland, lueckel2020
 
DL8AAM Am: 06.03.2024 21:37:04 Gelesen: 4587# 184 @  
@ 10Parale [#181]

Das ist wieder ein Duplex-Stempel, ein zweiteiliges (üblicherweise Hand-) Stempel-Gerät, bestimmungsgemäßg mit dem Killer-Teil (senkrechtes Oval) auf der Briefmarke selbst und den Tagesstempel-Teil gut sichtbar (nicht durch das Markenbild beeinträchtigt) neben der Briefmarke. Der Postler hat hier sehr sauber gearbeitet. Genau so müssen (müssten/sollten) Duplexstempel in den USA offiziell abgeschlagen werden: Briefmarke gekillt, Handstempel daneben daneben; siehe [#180].

Der waagerechte Ovalstempel United States Senate, / JUL 25 1879 / POST OFFICE stammt von der hausinternen Poststelle des US Senats.

Der Inhalt des Tagesstempel wurde oben bereits richtig interpretiert: WASHINGTON / 1879 / JUL 25 / I PM / D.C.

Beste Grüße
Thomas
 
drkohler Am: 06.03.2024 23:43:18 Gelesen: 4571# 185 @  
@ 10Parale [#181]

Mrs A. D. Banks kommt in der Historie von Beersheba Springs nicht vor. War wohl nur ein Gast in einem Hotel da, obwohl der Brief vom Senat kam.

Der Ort hat auch eine direkte Verbindung zur Schweiz, wie in den Annalen des Kaffs zu lesen ist:

In 1867 Captain Eugen H. Plumacher arrived in America, sent by the Swiss government to locate a place for a colony. President Andrew Johnson urged him to visit Tennessee, and he was a guest in the home of Col. Armfield at Beersheba. Plumacher was so impressed with the location that he began making the necessary arrangements to bring over the new settlers to a place they called Gruetli in memory of the meadow where tradition says the Swiss Confederation began.

(Die Wiese heisst eigentlich "Ruetli", aber 1 Zeichen lag damals wohl im Fehlertoleranzbereich).

Übersetzung DeepL: 1867 traf Hauptmann Eugen H. Plumacher in Amerika ein, der von der Schweizer Regierung geschickt worden war, um einen Ort für eine Kolonie zu finden. Präsident Andrew Johnson drängte ihn, Tennessee zu besuchen, und er war zu Gast im Haus von Oberst Armfield in Beersheba. Plumacher war von dem Ort so beeindruckt, dass er die notwendigen Vorbereitungen traf, um die neuen Siedler an einen Ort zu bringen, den sie in Erinnerung an die Wiese, auf der der Überlieferung nach die Schweizer Eidgenossenschaft ihren Anfang nahm, Grütli nannten.
 
StephanN Am: 07.03.2024 17:07:25 Gelesen: 4522# 186 @  
Geschätzte USA-Spezialisten,

ich möchte den folgenden Ersttagsstempel gerne in die Stempeldatenbank einfügen, kann mir aber zu der bildlichen Darstellung in dem unteren Doppelkreisstempel keinen Reim machen



SANTA FE / N. MEX JUN 17 1960

In der Hoffnung, dass Einigen von Euch der Stempel bekannt ist oder Ihr bessere Augen habt als ich, stelle ich hier meine Fragen:

- Was ist in dem Doppelkreisstempel dargestellt
- Gehört dieser Doppelkreisstempel überhaupt zum Poststempel

Mit der festen Sicherheit wieder etwas dazuzulernen, freue ich mich schon auf Eure Antworten.

Viele Grüße

Stephan
 
volkimal Am: 07.03.2024 18:48:57 Gelesen: 4508# 187 @  
@ StephanN [#186]

Hallo Stephan,

hier ist das Motiv besser zu sehen [1].

1960 waren viele Ersttagsstempel in den USA so aufgebaut. Der Doppelkeis gehört dazu.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/vereinigte-staaten-ersttagsbelege-fdc/1951-1960/voyo-usa-fdc-1960-sc-1031a-palace-of-governors-santa-fe-black-1952533829.html
 
volkimal Am: 07.03.2024 18:57:54 Gelesen: 4501# 188 @  
StephanN Am: 07.03.2024 21:01:48 Gelesen: 4478# 189 @  
@ volkimal [#188]

Hallo Volkmar,

vielen Dank für die Hinweise, die mich dazu animiert haben, weiter im Internet zu stöbern. Danach ist die bildliche Darstellung in dem Doppelkreisstempel identisch mit dem Motiv einer Gedenkmedaille zum 350. Geburtstag von Santa Fe (1610-1960). Dieses Motiv war evtl. auch das Signet für die 350 Jahr Feierlichkeiten.

https://www.ebay.at/itm/123731315346

Wie man an der Medaille gut erkennen kann, stellt der rechte Teil wohl einen Ausschnitt einer alten Landkarte mit der Lage von Santa Fe dar.

Also wieder viel gelernt und mit diesen Informationen werde ich den Stempel bei philastempel einstellen.

Einen schönen Abend wünscht

Stephan
 
volkimal Am: 07.03.2024 21:10:23 Gelesen: 4473# 190 @  
@ StephanN [#189]

Hallo Stephan,

während Du geantwortet hast, wollte ich gerade meinen Beitrag durch das Bild des Briefes und der Gedenkmünze von einer anderen Seite ergänzen.



Diese Münze ist auf der Seite [1] deutlich billiger. Beim Motiv des Stempels gehe ich davon aus, dass von vorn nach hinten abgebildet sind:

Pueblo-Indianner, Spanier, Mexikaner, Konföderierter. Die Landkarte rechts daneben ist auf der Münze klar zu erkennen.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://arlingtoncoins.com/producto/1610-1960-350th-anniversary-of-the-founding-of-santa-fe-medal-i3352/
 
StephanN Am: 07.03.2024 21:48:41 Gelesen: 4463# 191 @  
@ volkimal [#190]

Hallo Volkmar,

vielen Dank für die Ergänzungen.

Neben der Gedenkmedaille gab es auch einen Porzellanteller mit dem gleichen Motiv wie auf der Münze und der Beschriftung "Seal of Santa Fe´s 350th anniversary".

https://www.ebay.de/itm/143771395107

Für mich ist die Sache damit klar.

Viele Grüße

Stephan
 
StephanN Am: 08.03.2024 11:43:36 Gelesen: 4419# 192 @  
@ StephanN [#191]

Auf Wunsch von Richard ergänze ich hier die Bilder zu den in [#189] und [#191] eingefügten Links.



Ag Medaille, Reinheit 99.9, Gewicht 136 g



Porzellan-Teller zum Gedenken an den 350. Jahrestag der Gründung von Santa Fe im Jahr 1960

Viele Grüße

Stephan
 
Lars Boettger Am: 08.03.2024 12:41:28 Gelesen: 4402# 193 @  
@ volkimal [#190]

Pueblo-Indianer, Spanier, Mexikaner, Konföderierter.

Hallo Volkmar,

die Liste würde ich etwas anders beschreiben:

- Pueblo-Indianer
- Conquistador
- Spanischer Soldat
- Mexikanischer Soldat -> die Konföderierten trugen m.W. keine Uniformmützen, die so aussahen.

Beste Grüße!

Lars
 
DL8AAM Am: 08.03.2024 16:33:48 Gelesen: 4378# 194 @  
@ Lars Boettger [#193]

die Konföderierten trugen m.W. keine Uniformmützen, die so aussahen.

Doch auch die Konföderierten trugen zum Teil Shakos, nicht nur diese typischen aus Hollywood bekannten grauen Mützen. Zur oben gezeigten Medaille (von der das Stempelbild übernommen wurde) findet man im Netz [1] der folgenen Passus:

The obverse of the medal, designed by Kay van Elmendorf Wiest and sculpted by Donna Quasthoff, brings this history to life. It shows a view of the old plaza in Santa Fe with the Oñate, Ecalante and Old Santa Fe Trails converging on it with the Rio Grande flowing upward past another trail, Coronado's. To the left are four heads in profile represneting the four cultures of Santa Fe: Indian, Spanish, Mexican, and American.


Mit Indian ist hier ein Mitglied der bäuerlich-seßhaften, städtebauenden (präkolumbischen) Pueblo-Kulturen gemeint. Die typischen nomadischen "Prärie-Indianer" (hier die Apachen) drangen etwa zeitgleich mit den Spaniern (je nach Region sogar erst später) aus dem heutigen Kanada kommend, in den Südwesten der heutigen USA ein, die hier erst einmal die Pueblo-Bauern bedrängten, die sich dann zum Schutz vor deren Überfällen an die spanischen Missionsstationen annäherten, was so zu den Gründungen der ersten modernen Städten im Südwesten führte, wie zum Beispiel eben Santa Fe.

Das heisst der vierte in der Reihe Dargestelle ist also ein amerikanischer Soldat, vermutlich aber eher weniger ein Konföderierter. In der US Armee wurden seinerzeit die verschiedensten Kopfbedeckungen getragen. Shakos waren auch dort, je nach Truppe, Zweck und Rang, sehr verbreitet. Ein paar davon werden hier [2] gezeigt. BTW. sogar Pickelhauben wurden häufig getragen.

Zufällig habe ich gerade vor 2 Wochen im Musem im Fort Verde State Historic Park [3] in Camp Verde, Arizona dazu passende Fotos geschossen ;-)



Hollywood hat einfach unsere Vorstellungen zum "Wilden Westen" sehr stark verzerrend geprägt. Selbst die angeblich typischen Forts mit Holzpalisaden waren die extremste Ausnahme (18 von 169), und wenn, dann gab es diese Hollywoodform eher auch nur im Norden und im Pazifischen Nordwesten. Normale Forts - sogar aus den Zeiten der Indianerkriege - waren nach außen i.d.R. offen, d.h. ohne jede "Schutzmauer". Es gab einfach vor Ort i.d.R. auch kein passendes Baumaterial dafür.

Beste Grüße
Thomas

[1] https://www.coin-currency.com/product566.html
[2] https://www.facebook.com/watch/?v=905894089772861
[3] https://en.wikipedia.org/wiki/Fort_Verde_State_Historic_Park

[Redaktionelle Übersetzung:
Die Vorderseite der Medaille, die von Kay van Elmendorf Wiest entworfen und von Donna Quasthoff gestaltet wurde, erweckt diese Geschichte zum Leben. Sie zeigt eine Ansicht des alten Platzes in Santa Fe, auf dem die Wege Oñate, Ecalante und Old Santa Fe zusammenlaufen und der Rio Grande an einem anderen Weg, dem Coronado-Weg, vorbei nach oben fließt. Auf der linken Seite sind vier Köpfe im Profil zu sehen, die die vier Kulturen von Santa Fe repräsentieren: die indianische, die spanische, die mexikanische und die amerikanische.
Übersetzt mit DeepL.com]
 
10Parale Am: 26.03.2024 22:00:07 Gelesen: 4116# 195 @  
Endlich fand ich ein Briefchen mit Inhalt (enclosure). Beim Stempel bin ich mir absolut nicht schlüssig über den Namen. Ich lese "FORGETOWN" und unten N.J., was auf New Jersey hinweisen könnte. Allerdings fand ich solch einen Ort nicht, sondern lediglich GEORGETOWN. Die Flecken deuten auf einen Handabschlag hin.

Die Buchstaben F.E.R. haben wohl auch eine Bedeutung, ebenso wie die handgeschriebene Zahl. Die 3 Cent Marke wurde mit handschriftlichen 3-Wellen entwertet. Ein Amerika-Spezialist hat mir kürzlich erklärt, dass die Amerikaner Wert legen auf zentrierte Marken. Diese ist nicht zentriert.

Der Inhalt ist gut leserlich, und eindeutig Georgetown, 2. Februar 1863, aber keine besondere Nachricht wert. Es ist von einer Gegend die Rede, die "Sandhills" heißt.

Der Einkreisstempel ist hinreichend interessant und vielleicht weiß ein Amerika Kenner hier im Forum mehr darüber zu sagen als ich es weiß.

Liebe Grüße

10Parale


 
lueckel2010 Am: 26.03.2024 22:34:50 Gelesen: 4104# 196 @  
@ 10Parale [#195]

Obwohl "etwas dick aufgetragen, ist die Stempelinschrift eindeutig " GEORGETOWN/ FEB(RUARY)/ 3 (handschfriftlich) = Tagesdatum/ N. J.". Das Gekritzel hinter der 3 kann ich nicht deuten.

Das Tagesdatum ist logisch, da der Brief lt. Brieftext am 2. Februar 1863 (Feb 2 1863) geschrieben wurde.

Moin, lueckel2010
 
DL8AAM Am: 28.04.2024 15:12:32 Gelesen: 3307# 197 @  
Damit das hier mal genannt wird, auch für zukünftige Fragen und Recherchen zu US Stempeln.

Die kompletten Ausgaben des Club Journal des "U.S. Cancellation Club" (der US Stempel-Klub) von 1951 bis 2019 können online durchsucht und auch vollständig als PDF heruntergeladen werden [1]:



"Tausende" Seiten voller gesammeltes Wissen der letzten 75 Jahre im Netz. So stelle ich mir eine "gute ArGe" vor. ;-)

Beste Grüße
Thomas

[1] https://www.uscancelclub.org/publications/archives-club-journal/
 
DL8AAM Am: 17.05.2024 02:06:40 Gelesen: 2248# 198 @  
175. Jubiläum des Zolles der USA / 1789-1964



Auslandsbrief aus den USA nach Speyer, Deutschland, freigemacht zu 15 Cent und entwertet in Cleveland am 16.03.1964 mit einem Maschinenstempel CLEVELAND, 15 / OHIO von Universal, da aber durch die Maschine nur vier der fünf verklebten 3 Cent-Briefmarken automatisch erwischt wurden, wurde anschließend die ungestempelt verbliebene fünfte Briefmarke mit einem zusätzlichem Handstempel CLEVELAND, OHIO 17 manuell nachentwertet. Das waren damals noch aufmerksame, mitdenkende Postler ... oder? ;-)

Der Grund weshalb ich diesen Beleg hier im Thema "Zoll" zeige, ist aber der eingesetzte Slogan-Stempel der US Post zum 175. Jubliläms des US-amerikanischen Zolls:



U. S. CUSTOMS / 175TH ANNIVERSARY / 1789 — 1964

--------------------------------------------------------------------------------------

Eine kurze Frage für die Kenner der amerikanischen Stempelkunde:

Der Maschinenstempel gibt als Zusatz zur Ortsangabe 15, der Handstempel die 17 an. Ich gehe davon aus, dass das (wie bei späteren Maschinenstempeln à la Pitney Bowes) Stempelnummern bzw. Unterscheidungskennungen sind. Postfilialen werden (wurden), wenn sie keinen textlichen Namen tragen, meist mit laufenden Buchstaben gekennzeichnet, wie "Station G". Es gibt zwar in New York auch einige Postämter die eine Nummer tragen (trugen), z.B. die "Station 15" oder "New York 17" (aka "Grand Central Station", kurz für die heutige Postleitzahl 10017), aber für Cleveland finde ich keine entsprechenden Einträge im Netz. Also stellen die Zusätze 15 und 17 in diesen beiden Fällen nun wirklich Stempelnummern dar? In der Stempeldatenbank finde ich einen weiteren Doppelkreis-Handstempel, nun mit dem Zusatz 28 [1], was ebenfalls für eine Stempelnummer sprechen würde. How?

Beste Grüße
Thomas

[1] https://www.philastempel.de/stempel/zeigen/467979
 
drkohler Am: 17.05.2024 06:43:10 Gelesen: 2236# 199 @  
@ DL8AAM [#198]

"New York 17" (aka "Grand Central Station", kurz für die heutige Postleitzahl 10017)

Meines bescheidenen Wissens nach sind diese Buchstaben "Station X" oder Nummern "Stadt n" die Nummern der Stempelstation. Abstempeln war damals noch Knochenarbeit und je grösser ein Post Office, desto mehr Stempelstationen hatte es.

Die ganzen PreCancel/Presort Aufdrucke auf Briefmarken wurden ja dazu eingeführt, um die armen Leute an den Stempelstationen zu entlasten. Wenn da z.B. ein Mann mit dem Lastwagen von Montgomery Ward vorfuhr und 100'000 Postkarten ablieferte (1c Postkarten waren die Werbeflyer damals), konnte das ein Postamt für Tage lahmlegen.

Ob "New York 17" ein Zufallstreffer ist für den ZipCode 10017 lässt sich herausfinden. Wenn der Brief älter ist als von Juli 1963, ist es Zufall, weil ZIP-Codes erst am 1. Juli 1963 eingeführt wurden.
 
DL8AAM Am: 17.05.2024 15:45:27 Gelesen: 2181# 200 @  
@ drkohler [#199]

Nein, Angaben wie "Station A" bezeichnen ein Postamt (Postfiliale, "contract office") und sind keine Unterscheidungsbuchstaben der Stempel oder der Stempelstationen.

Zum Beispiel New York findet sich im Handbuch "New York Postal History: The Post Offices and First Postmasters from 1775 to 1980" (John L. Kay & Chester M. Smith, Jr.; The APS handbook series, 1982) [1] u.a. eine Liste der Filialen ("sub-units") und deren Mutterpostamt ("Parent Office"). Hier werden alle jemals aktiven Postfilialen genannt, auch die verschiedenen "Stations":



Auszug aus der Tabelle 4 "Summary of Parent Offices and Sub-units" (Seite 15-16). Wobei häufig das Problem auftritt, dass nach einer Umbenennung oder Auflösung einer "Buchstaben-Station", der freigewordene Buchstabe später einem anderen Postamt zugewiesen werden konnte. In der Liste zu erkennen mit Ortsnamenzusätzen in Klammern.

Wenn Du Dir in diesem Handbuch den Hauptteil - hier werden alle jemals aktiven Filialen aufgeführt ("all post offices, named stations, named branches, rural stations, rural branches, and community post offices is covered) - durchblätterst findest Du verschiedene Einträge von Postfilialen, die nur einen "Nummernnamen" haben, wie hier



Das liest sich wie folgt: links der amtliche Postamtsname, mittig der jeweilige Zeitraum (von/bis), rechts "F:" (From/Ehemaliger Name) und "T:" (To/Neuer Name) - "These codes indicate that the office existed previously under another name (F:) was changed to (T:)". "PB" steht für Postal Bulletin, d.h. das Amtsblatt in dem die Bestellung des Postmasters veröffentlicht wurde.

Hier findest Du auf der Seite 192 übrigens auch unsere oben besprochenen "Foreign Station Annex" bzw. "Foreign Branch". ;-)



Und wenn Du Dir die alten Postal Bulletins (Amtsblätter) der US Post anschaust, findest Du auch regelmäßig alte Postamtsbezeichnungen, wie "Station 2"



Auszug aus dem Postal Bulletin Nr. 19754 vom 29.06.1954 [2]. Dort wird die Schießung des New Yorker Postamts ("contract station") Far Rockaway (ehenmals "Station 1" bzw. "Bayswater") zum 30.06.1954 gemeldet.

Und zum Thema "New York 17" (etc.), diese "Gebietskennzahlen" für den Zuständigsbereich eines Postamts waren sowohl in der Adresse und auch im Poststempel regelmäßig vorhanden, siehe:



Hier nennt der Absender zu seiner Straßenangabe Park Avenue die Ortsangabe "New York 17, N.Y." - scheinbar hat man sich zumindest in New York teilweise an europäische Vorbilder gehalten und Postamts/Stadtteil-Nummer zur Anschrift gewählt. Und auch die Post hat diese Kennung in seinem Stempel geschaffen, hier NEW YORK 17, N.Y.; 03.06.1954. Zum Glück wird im Entwerterteil der Name des Postamts auch textlich angegeben GRAND CENTRAL STATION wiederholt. Und scheinbar hat sich die US Post bei der späteren Einführung der ZIP-Code Postleitzahlen (zumindest teilweise) an das alte Postamts-/Gebietsnummernsystem gehalten, aus "New York 17" wurde "NY 10017". Aber New York ist da eher sowieso schon immer etwas Ungewöhnlicheres. Was hat mir mal ein netter Farmer im ländlichen Westkentuckey während der Sonnenfinsternis 2017 gesagt, New York hat mit den USA so viel gemeinsam, wie die Arktis mit der Antarktis. ;-)



Hier sieht man das dieses Postamt früher "Station H" hiess, dann in "Grand Central Annex" umbenannt wurde und seit 1945 nur noch "Grand Central" heisst. Das bedeutet das die oben im Stempel gesetzte Bezeichnung "Grand Central Station" für "Postamt Grand Central" (Station=Postamt) steht und nicht für den Bahnhofsnamen "Grand Central Station", der unten in diesem Gebäudekomplex nur untergebracht ist. Der Zusatz "(Sta. New York)" bedeutet, dass dieses Postamt als untergeordenete Filiale dem Postamt New York (jetzt NY 10001) unterstellt ist.

Das Problem bei diesen Zahlen und Buchstaben ist, dass sie entweder Kennzeichnungen zur Stempelunterscheidung innerhalb eines Amtes darstellen können, aber eben auch unterschiedliche postalische Entitäten identifizieren, je nach dem ... wobei Zahlen eher bis "fast immer" nur einfach unterschiedliche Stempel "vor Ort" kennzeichnen und Buchstaben für separate Postämter (oder auch separate "Abteilungen") stehen können (auch bei diesen Duplexstempel-Ellipsenkillern), wobei hier wohl gilt, je älter, desto wahrscheinlicher ist auch hier eine Stempelunterscheidung (ganz früher "schnitzte sich" jeder Mitarbeiter ja einen eigenen Killer, oft auch "A bis Z"-Stempel. Und natürlich gilt das auch bei Orten, die überhaupt keine namentlichen "Station X" suboffices haben.

Deshalb meine Frage zu Cleveland 15 bzw. Cleveland 17. Gab es dort vielleicht auch eine Orts-Unterteilung à la "New York 17"? Wobei bei den New Yorker Stempel die Zahl vor dem Komma steht "NEW YORK 17, N.Y.", d.h. New York und 17 gehören direkt als Einheit zusammen, während die Zahl bei den Clevelandern ja erst nach dem abtrennenden Komma folgt "CLEVELAND, 15 / OHIO" bzw. "CLEVELAND, OHIO 17". Das spricht für mich auf den ersten Blick erst einmal nur für einen einfachen Stempel-Unterscheider.

Beste Grüße
Thomas

[1] https://www.esphs.org/wp-content/uploads/2020/08/New-York-Postal-History_The-Post-Offices-and-First-Postmasters-from-1775-to-1980.pdf
[2] http://www.uspostalbulletins.com/PDF/Vol75_Issue19754_19540629.pdf
 
drkohler Am: 17.05.2024 22:05:31 Gelesen: 2126# 201 @  
@ DL8AAM [#200]

Ich habe mich mal durch etwa 500+ Postal Bulletins durchgekämmt. Es sieht so aus, das in Cleveland drei Bezeichnungen für Postämter gab/gibt:

1. Postämter mit Namen ("Main Post Office" ist ein No-brainer). Wenn sich das Postamt in einem historisch irgendwie bedeutenden Gebäude/Ort befand, bekam es den Namen des Gebäudes/Ortes.

2. Postämter mit Buchstaben. Gefunden Buchstaben A bis V. Diese Buchstabenpostämter tauchen in den Bulletins immer im Zusammenhang mit Eisenbahnlinien/Strassenbahnlinien auf.

3. Postämter mit Nummern. Die tiefste Nummer, die in den ältesten Bulletins erwähnt sind ist die Gründung der Aemter 20,21,22... und das geht dann hoch bis in die 100er im Laufe der Zeit. Geschlossene Postämter 6, 10, 14, 16.. etc werden Mitte der 1930er erwähnt, also gab es "tiefe Nummern". Postämter 15 und 17 wurden also vor 1880 gegründet (vorhandene Bulletins gehen bis 1880 zurück).
 

Das Thema hat 201 Beiträge:
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