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Thema: USA Stempel bestimmen
Das Thema hat 257 Beiträge:
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Mason Am: 10.06.2025 15:18:34 Gelesen: 21591# 233 @  
@ Lars Boettger [#231]
@ drkohler [#232]

Vielen lieben Dank ihr Beiden für die ausführliche Erklärung zu diesem Stempel.

Beste Grüße aus dem Rheinland
 
DL8AAM Am: 26.07.2025 03:19:42 Gelesen: 18221# 234 @  
Vielleicht im falschen Thema (USA) gelandet ...

Leider ist der Brief sehr ramponiert, mir geht's hier aber eher nur um den unbekannten, violetten (Neben-) Stempel * 47 *:



Sendung aus den USA nach Deutschland, Ganzsache zu 2 Cent mit einer Zusatzfrankatur von 3 Cent, d.h. mit einer Gesamtfrankatur von 5 Cent. Entwertet per International-Maschinenstempel SAN FRANCISCO,CALIF. - mit Posteigen-Werbeklischee ADDRESS YOUR MAIL TO STREET AND NUMBER vom 06.04.1922.

Addressiert an Gustav Moshack (ein Portraitfoto von ihm wurde für 18$ bei Ebay versteigert [1]) über "per Adresse Reichswanderungamt" (Luisenstraße 31, Berlin NW6).

Die Adresse diente wahrscheinlich also eine Art von c/o-Sammeladresse? Sehr wahrscheinlich handelt es sich also wahrscheinlich nicht um einen postalischen Stempel (?), sondern womöglich um einen "Erfassungs" bzw. "Weiterleistungsstempel" dieses Reichswanderungsamts? Ist diese Art der Adresse womöglich eine Art von "Deckanschrift"?

Das allwissende Wikipedia [2] sagt leider wenig zu diesem Amt, hier sind andere "Archivquellen" sehr viel besser [3]:

"(Ursprünglich) durch die Deutsche Kolonialgesellschaft am 1. April 1902 eröffnet als Verwaltungsabteilung der Kolonialgesellschaft; erstreckte sich auf alle außerdeutschen Gebiete sowie auf die deutschen Kolonien; Hauptaufgaben: propagandistische Einwirkung auf den aus dem Deutschen Reich abfließenden Auswandererstrom (...) Der Reichskanzler übte das Oberaufsichtsrecht über die Zentralauskunftsstelle aus.".

Hier die organisatorische Abfolge dieses Amtes:

- Zentralauskunftsstelle für Auswanderer, 1902-1918
- Reichsstelle für deutsche Rückwanderung und Auswanderung (Rückwanderungsstelle), 1918-1919
- Reichsamt für deutsche Einwanderung, Rückwanderung und Auswanderung (Reichswanderungsamt), 1919-1924
- Reichsstelle für das Auswanderungswesen, 1924-1945"

Der Adressat selbst - Gustav Mosheck -, ein US-Amerikaner aus Denver, CO mit (halb-) deutschen Wurzeln, wurde im Ersten Weltkrieg in den USA, im Fort Douglas, interniert [4], war dann Zeiten des Dritten Reichs Leiter des (bis Anfang der 1940er aktiven) "Referats für Auskunfts- und Stellenvermittlung des Deutschen Ausland-Institutes (DAI)" einer der (wertfrei gesagt) politischen, deutschen Lobbygruppen die seinerzeit in den USA aktiv waren. Hier weiter einzusteigen ist Sache von Historikern, aber ich gehe mal davon aus, dass er 1922 wohl immer noch in den USA seinen Hauptwohnsitz hatte, weshalb eine meine ersten Ideen in Richtung einer Berliner "Umleitungs-"adresse gedacht habe ... ? Womöglich steht der Stempel in so einem Zusammenhang?

Leider ist der (rückseitige) Absender (für mich) nicht aussagekräftig, insbesondere da dieser nicht mehr vollständig erhalten geblieben ist:



"... von Kellenbach, 64 Pine Street, Room 303, San Francisco, Calif.".

Unter der Adresse "64 Pine Street" findet sich übrigens ein Eintrag für ein "Swedish Informtion Bureau" in der "Foreign Agents Registration Act"-Liste für 1942-1944, einer Liste von ausländischen "Agenten"-Organisationen des US-Justizministeriums von 1945. Das Netz kennt unter "von Kellenbach" leider auch nur eine 1960 geborene Prof. Dr. Katharina von Kellenbach, eine deutsche, evangelische Theologin (PhD in Philadelphia), die u.a. über die Schuldaufarbeitung von Nazivergangenheiten gearbeitet hat [6]. Ob das u.U. in einem Zusammenhang steht, will und kann ich nichts sagen. Das Netz schweigt bzw. das geht für mich als (faulen) nur-belegansprechenden Philatelisten dann doch etwas zu weit... ;-)

Also wahrscheinlich handelt es sich wohl um keinen US-postalischen (Neben-) Stempel, sondern vermutlicher eher "nur" einen Stempel aus dem Wirkungskreis des damaligen Reichswanderungsamts? Oder? Wenn ... dann würde der Beleg vielleicht eher in die Kategorie "USA Echt gelaufene Belege" passen? Trotzdem zeige ich den Beleg erst einmal hier... Sorry. Möglicherweise kann ja jemand etwas zu diesen Stempel sagen? Bis dahin ist das erst einmal ein (für mich unbekannter) Stempel auf einem USA-Beleg ;-) Sorry.

Wobei, ... ich befürchte das ist vielleicht einfach nur eine einfache "laufende Vorgangs- (Erfassungs-) Nummer" bei der Empfängerbehörde.

Beste Grüße
Thomas

[1] https://www.ebay.com/itm/226755692969
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsamt_f%C3%BCr_deutsche_Einwanderung,_R%C3%BCckwanderung_und_Auswanderung
[3] https://portal.ehri-project.eu/units/de-002429-r_1505
[4] https://content.libraries.wsu.edu/digital/collection/clipping/id/69428
[5] https://www.fara.gov/reports/Archive/1942-1944_FARA.pdf
[6] https://www.uni-paderborn.de/person/95405
 
Regis Am: 13.08.2025 14:12:39 Gelesen: 17561# 235 @  
hier ein Beleg mit einem nichtpostalischen Stempel, um dessen Deutung ich bitte!



Einschreiben aus Südwestafrika, Aufgabedatum von 1952 nicht lesbar. Bei der Ankunft New York, der Zollverwaltung vorgeführt und deshalb mit Porto 10 Cents belegt und mit Portomarke quittiert.

Rückseitig der unklare Stempel, nach dem eine Freigabe im Zusammenhang einer Quarantäne in Bezug auf Landwirtschaft erfolgt. Wenn jemand diesen Stempeltext lesen kann, sesp. ihn lesbarer besitzt, erbitte ich Nachricht.

Danke Dietrich
 
Reini46 Am: 13.08.2025 15:23:29 Gelesen: 17534# 236 @  
Hallo,



auf diesem Brief von San Francisco vom 7.Apr 1913 ist ein Sonderstempel für die Panama Pacific Exposition 1915 abgeschlagen.

Auf einer beiliegenden Notiz ist eine relativ hohe Bewertung angegeben.

Ich kenne mich da überhaupt nicht aus.

Kann mir jemand helfen ?

Reini46
 
Regis Am: 13.08.2025 16:19:38 Gelesen: 17522# 237 @  
@ Reini46 [#236]

das ist der normale Werbestempel zur Ausstellung 1915; Hochpreisig sind nur die Ersttagsstempel und der Ausstellungsstempel EXPO-STATION von 1915;

Trotzdem ein schöner Beleg; Regis
 
Reini46 Am: 13.08.2025 16:31:05 Gelesen: 17518# 238 @  
Hallo Regis,

danke für die schnelle Antwort.

Reini46
 
DL8AAM Am: 13.08.2025 16:40:59 Gelesen: 17515# 239 @  
@ Reini46 [#236]

Das ist leider weniger ein Sonderstempel der Ausstellung, sondern das ist eher nur ein "normaler" (International-) Maschinenstempel des Hauptpostamts San Francisco (das seinerzeit die "Briefzentrumsaufgaben" für die Region erfüllte) mit einem entsprechenden Werbeklischee zur Panama Pacific Exposition 'als Killer'. Im Prinzip "tägliche Massenware". Wobei ich den Beleg damit nicht schlechtreden will, er ist immer noch ausgesprochen (!) sammelwürdig. Zum aktuellen Wert kann ich auf die Schnelle leider auch keine Aussagen machen, ein Stempelabschlag der "Ausstellungsstation" (d.h. Sonderpostfiliale der Ausstellung selbst) dürfte hier aber entsprechend viel werthaltiger anzusetzen sein.

Beste Grüße
Thomas
 
Lars Boettger Am: 13.08.2025 16:59:17 Gelesen: 17511# 240 @  
@ DL8AAM [#234]

Hallo Thomas,

ich kenne diese Art von violetten Stempeln * Nummer * von Belegen nach Berlin ab ca. 1910. Ich hätte ihnen eher eine postalische Kontrollfunktion (Porto, Strasse o.ä.) zugeordnet. Vielleicht meldet sich noch jemand, der mehr Ahnung hat.

Beste Grüsse!

Lars
 
drkohler Am: 13.08.2025 19:43:17 Gelesen: 17481# 241 @  
@ Reini46 [#236]

In meinem Uralt-Scott wertet der Brief mit $ 27.50. Für jede Marke diese Markenserie wertet ein "echter" Ausstellungbrief etwa das Zehnfache eines "einfachen" Briefes.

Ja, damals wurde noch echt Werbung gemacht für Ausstellungen aller Art.
 
DL8AAM Am: 13.08.2025 21:02:31 Gelesen: 17463# 242 @  
@ Reini46 [#236]
@ drkohler [#241]

Und mein ururalt MICHEL US Spezial von 1992 gibt für einen 'normalen' gelaufenen Brief (wie dieser hier aus dem Jahr 1913) 60,00 "Michelmark" an (Michel #205A vom 01.01.1913, mit L 12), d.h. das liegt in etwa auch in der genannten Größenordnung. Ein 205 C-Brief (mit L 10) käme dort zwar auf 150,00 Michelmark, aber diese Briefmarke ist erst zwei Jahre (nämlich am 06.02.1915) nach Deinem Stempeldatum verausgabt worden.

Was man dafür erzielen könnte, ist ja bei diesen Michel-Preisen aber immer eine ganz andere Frage. Ein thematisch zur Ausgabe passender Vorfeld-Werbestempel (wie Deiner) fällt da bestimmt sogar "etwas" positiver heraus.

Bei einem "echten" 1915-er Ausstellungsbrief, d.h. "mit Sonderstempel" der Ausstellungsstation, sähe das Ganze sicherlich aber noch ganz anders aus, ;-) ... da kommt Deiner aber leider eben nicht dran.

Trotzdem, wie geschrieben, ein sehr schöner (und gut erhaltener) Beleg (mit offensichtlich auch scheinbar guter Briefmarke) - und auf die Schnelle habe ich auch kein aktuelles Angebot für einen vergleichbaren Brief bei Ebay et al. gefunden, entweder sucht so etwas keiner, oder der Markt gibt nichts Verfügbares her. ;-)

Beste Grüße
Thomas
 
bedaposablu Am: 04.09.2025 19:58:25 Gelesen: 16693# 243 @  
Hallo miteinander!

Habe hier einen Briefausschnitt eines Briefes aus der USA:



Kann hier jemand beim Stempel nachhelfen? Ist das ein oder sind es zwei Stempel? Was bedeuten die Zahlen unter dem Adler?

In der Datenbank bin ich nicht (oder noch nicht) fündig geworden.

Viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
 
Gauss Am: 04.09.2025 20:15:15 Gelesen: 16687# 244 @  
@ bedaposablu [#243]

1775 wurde der USPS (United States Postal Service) gegründet. Vielleicht feiern sie hier 250 Jahre.
 
DL8AAM Am: 04.09.2025 20:50:17 Gelesen: 16678# 245 @  
@ bedaposablu [#243]

Das ist die übliche Form der aktuellen Tintenstrahlentwertungen aus den Siemensanlagen in den Briefzentren, nur mit der Ausnahme, dass - statt dem normalen Wellen Entwerfer - ein besonderes "Werbeklischee" programmiert ist.

So etwas kommt regelmäßig vor, meist zu Weihnachten, aber auch für sonstige Anlässe. Mal im USPS-Bulletin nachschauen, da wird das normalerweise angekündigt. Leider bin ich nicht daheim und kann nicht tiefer einsteigen.
 
schiff Am: 19.09.2025 19:09:06 Gelesen: 15846# 246 @  
Segelschiff im Stempel

Hallo,

bei einer Sammlungsübernahme habe ich den Brief mit dem Segelschiff im Stempel erhalten. Er zeigt ein Vollschiff und wurde bei der Maipex Station in Portland / USA am 5. Mai 1979 abgeschlagen.

Weiß jemand vielleicht, um welches Schiff es sich handelt? Einen Scan des Beleges füge ich bei.



Mit freundlichen Grüßen

schiff
 
Christoph 1 Am: 20.09.2025 21:00:32 Gelesen: 15767# 247 @  
@ schiff [#246]

Deine Frage würde ich direkt an die Maine Philatelic Society richten [1]. Dieser Verein scheint der Veranstalter der Briefmarkenausstellung MAIPEX zu sein, die regelmäßig zumindest in den 1960-er und 1970-er Jahren in Portland stattgefunden hat.

Anders als in Deinem Beitrag formuliert, handelt es sich hier nicht um die Inschrift Maipex Station, der Stempel hat mit einem Bahnhof oder einer anderen "Station" nichts zu tun, es ist ein Sonderstempel zu einer Briefmarkenausstellung.

[1] https://www.mainephilatelic.org/
 
Lars Boettger Am: 21.09.2025 19:17:10 Gelesen: 15679# 248 @  
@ schiff [#246]

Da es sich um einen US-Stempel handelt, liegt eine vereinfachte Darstellung der USS Constitution nahe [1].

Beste Grüsse!

Lars

[1] https://ussconstitutionmuseum.org/collection-items/uss-constitution/
 
drkohler Am: 21.09.2025 22:01:28 Gelesen: 15634# 249 @  
Es handelt sich um den Clipper "Aryan"

Das war das letzte kommerzielle Holzsegelschiff.

Link: https://www.mainememory.net/record/8872
 
schiff Am: 26.09.2025 16:42:37 Gelesen: 15438# 250 @  
Hallo drkohler,

vielen Dank für die Information.

Liebe Grüße

schiff
 
Konrad Krämer Am: 01.06.2026 12:12:22 Gelesen: 1435# 251 @  
Hallo in die Runde,

kann mir jemand was zu diesem Beleg mit Stempel US Army etwas sagen?

Vielen Dank im Voraus und Grüße


 
lueckel2010 Am: 01.06.2026 14:29:52 Gelesen: 1384# 252 @  
@ Konrad Krämer [#251]

Guten Tag,

US-Feldpoststempel des APO (Army Post Office) 767, das wahrscheinlich (irgendwo) in der Bundesrepublik Deutschland bzw. West-Berlin stationiert war. Eine konkrete Bestimmung ist mir nicht möglich, da mir nur ein komplettes Verzeichnis aller APO bis 1945 vorliegt (weltweit). Andere Philaseiten-Mitglieder können aber höchstwahrscheinlich weiterhelfen.

Die APO-Stempelung einer deutschen Briefmarke halte ich für eine "Spielerei"!

Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
Konrad Krämer Am: 01.06.2026 20:49:09 Gelesen: 1306# 253 @  
Hallo in die Runde,

es geht mir nicht darum zu bestimmen welches Postamt das war und wo der Sitz war, es geht darum, wieso wurde die Marke verwendet.

Meine Theorie ist erst mal die:

Die Firma hat Werbung an Armeeangehörige versandt und einen frankierten Rückumschlag beigelegt.

Dieser ist dann zur Verwendung gekommen und in dem APO gestempelt worden ?

Wie gesagt, keine Ahnung ob das stimmt, könnte aber sein.

Es gab zu der Zeit auch schon Zivilbeschäftigte bei der Armee.

Deshalb hatte ich die Frage nicht unbedingt zuerst hier eingestellt.
 
drkohler Am: 01.06.2026 21:24:19 Gelesen: 1246# 254 @  
757 (nicht 767) is glaub' ich Frankfurt (neue MPO 09757).

Der Brief ist mit einer deutschen Marke frankiert weil es eine "Privatsache" war, deshalb musste normales Porto gezahlt werden.

Die APO übergab wie üblich der deutschen Post ihre Mails, die dann je nach Sinn und Zweck entweder normal befördert wurde ("Privatsache", zu bezahlen in deutschen Marken), oder militärisch war (nicht zu bezahlen resp. in US Marken zu bezahlen je nach Art der Sendung) und zu einer Sammelstelle befördert wurde, zB US Flugplatz.

Der Brief ist nichts Aufregendes oder "Gemachtes", normaler Vorgang.
 
preussen362 Am: 01.06.2026 22:07:26 Gelesen: 1093# 255 @  
APO 757 ist mit Frankfurt/Main wohl richtig lokalisiert. Diese Zuordnung hat zumindest auch Hans Egon Vesper in seiner Schrift "Die Post der alliierten Besatzungsmächte im Nachkriegsdeutschland" (Philatelie und Postgeschichte, Hefte 5 bis 7 - herausgegeben 1968) so notiert.

Noch eine Ergänzung zu den APO's: "Feldpost"amt ist zwar richtig, aber diese Einrichtungen, die es bei den US-Militärstandorten in Deutschland im Kalten Krieg gab und noch z.T. heute dort gibt, standen/stehen nicht nur dem Truppenpersonal zur Verfügung, sondern durften und dürfen auch von deren Angehörigen und nicht militärischem Personal durchaus in Anspruch genommen werden.

Alle Post - abgesehen von gebührenfreier Dienstpost - war und ist bei den Amerikanern grundsätzlich "normal" freizumachen. Das vorab.

Ich halte es ebenfalls für möglich, dass der Beleg/Ausschnitt ein bereits als Rückantwort freigemachter Brief war, den der Absender allerdings nicht in einen Bundespost-Briefkasten geworfen hat, sondern - absichtlich oder versehentlich - beim US-APO aufgeliefert hat. Dort ist er gestempelt und auch befördert worden.

Da doch durchaus einige Mengen Post bei den APO's an Anschriften innerhalb Deutschlands angefallen sind, ist man bereits in den 1950ern pragmatisch vorgegangen: statt die Briefe erst in die USA zu befördern um sie dann wieder über den Teich zu exportieren, wurde vor Ort ein Postaustausch mit nahegelegenen deutschen Postämtern durchgeführt (umgekehrt fiel ja auch Post bei der DBP an die Soldaten in den Stützpunkten an, die man auch nicht zuerst in die USA karren wollte).

Was nun die Freimachung mit der eigentlich beim APO 757 ungültigen deutschen Marke angeht: ich habe das gleiche Phänomen auch schon bei Post von anderen US-Stützpunkten gesehen: die US-Feldpost war damit recht schmerzfrei - der Brief blieb ja eh' in Deutschland und wurde beim genannten Austausch an die DBP zur Weiterbeförderung übergeben.

Bei der DBP war man in diesem Fall hier ja auch zufrieden: man hat das Inlandsporto kassiert, obwohl ja eigentlich bei der übernommenen Post eine US-Marke drauf sein müsste (und die DBP ja dann leer ausgegangen wäre, aber die Zustellung zu bewirken hatte). Im Übrigen gab es schon 1950 (!) die Anweisung bei der DBP, dass von den Alliierten übernommene Post grundsätzlich als korrekt frankiert zu gelten hätte und kein Nachporto auszuweisen ist (siehe hierzu und zum Postaustausch auch bei Werner Stevens "Postbuch 1945-1992").

viele Grüße,
Andreas
 
drkohler Am: 01.06.2026 23:16:12 Gelesen: 992# 256 @  
@ preussen362 [#255]

man hat das Inlandsporto kassiert, obwohl ja eigentlich bei der übernommenen Post eine US-Marke drauf sein müsste

Das ist auch so vorgeschrieben. Post, die innerhalb des Landes bleibt, muss mit lokalen Marken bepflastert sein (egal wie das Routing letzten Endes ist).

Hier noch ein lustiges Beispiel aus meiner "Illegal use of Nondenominated stamps" Sammlung:



Hier hat Einer eine US-Marke aufgetackert auf einen APO Brief, und die Britische Post hat das verweigert und der Absender hat dann eine 19.5 p Marke nachgereicht. Leider sieht man die Ziel-Adresse nicht, so sind zwei Erklärungen möglich.
 
Konrad Krämer Am: 02.06.2026 11:16:19 Gelesen: 858# 257 @  
Ich danke für die Antworten, damit kann ich was tun.

Grüße in die Runde
Konrad Krämer
 

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